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Wie soll das funktionieren?

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  1. Wie soll das funktionieren?

    Autor: chefin 07.10.20 - 09:47

    Recht auf Homeoffice?

    Wie soll das funktionieren. Wer kann überhaupt alles Homeoffice machen? Die Dame von der Krankenkasse, die dann die Krankmeldungen einpflegt. Auf dem Tisch liegen die Meldungen dann rum. Junior kommt von der Schule mit Kumpels, Mutti macht schnell essen und die schauen sich an, wieso ihr Lehrer krank ist. Hoffen wir mal es ist nicht N48.5. Der Lehrer kann die Schule wechseln danach. Oder vieleicht ist es deine Krankmeldung, die N48.5 drauf stehen hat. Der Mitarbeiter weis um seine Verschwiegenheitspflicht. Den Kindern ist das egal.

    Oder vieleicht eher Bankmitarbeiter. Macht sich immer gut, wenn die Kinder wissen, wer alles Strafzettel überweist und wie oft. Da kannst du noch soviel Gesetze erlassen, du wirst das nicht verhindern können. Und erst recht nicht beweisen, das am Homeoffice das ganze ans Tageslicht kam um dann jemanden in den Popes zu treten.

    Also gibt es ein paar die Homeoffice machen können und einen ganze Menge die es nicht können. Praktisch alle Produktionsmitarbeiter (es arbeiten immer noch 75% der Menschen mit der Hand am Arm), dazu weitere 5% in datensensiblen Bereichen, die man nicht mit heimnehmen kann um sie dort aufzuarbeiten. Nur dieser verbliebene Rest kann theoretisch Homeoffice machen. Ausser er hätte Publikumsverkehr. zb die Lagerbuchhaltung, die von zuhause nicht suchen kann, wo der Hiwi im Lager das Zeugs hingelegt hat. Oder die Personalabteilung, die keine Hometermine anbieten wird, wo die Mitarbeiter zum Sachbearbeiter nach Hause gehen. Oder Arbeitsamt? Oder Rathausmitarbeiter? Statt nur ins Nachbarbüro zu gehen, wenn man den falschen aufgesucht hat, fährt man im halben Landkreis rum, je nachdem wo der/diejenige zuhause sind. Statt 30 sec im Gebäude dann 30 Minuten auf der Strasse.

    Es bleiben am Ende nicht sehr viele über, die überhaupt eine Option wahrnehmen könnten. Und denen ein recht einzuräumen, das 90% der Bevölkerung nicht wahrnehmen kann ist ganz schön ungerecht. Es als Firmenphilosophie zur Mitarbeitermotivation zu nutzen bringt richtig was für den Kunden. Als einklagbares Recht wird es eher demotivierend sein.

  2. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: Oktavian 07.10.20 - 09:58

    > Wie soll das funktionieren. Wer kann überhaupt alles Homeoffice machen? Die
    > Dame von der Krankenkasse, die dann die Krankmeldungen einpflegt.

    Die ist tatsächlich ein Musterbeispiel, denn in der Regel macht die schon seit den späten 90ern Telearbeit, zumindest ein paar Tage die Woche.

    Den Zettel, den du meinst, pflegt schon seit Jahren niemand mehr ein. Der wird gescannt, OCR, interpretiert und dunkel verarbeitet. Nur falls wirklich was quer hängt, sitzt da mal ein Mitarbeiter dran.

    Sämtliche Eingangspost bei Krankenkassen und Versicherungen wird digitalisiert, da liegen keine Zettel mehr rum. Was die Dame bearbeitet wären z.B. Heil- und Kostenpläne, Abrechnung von Krankenhäusern, Reha-Kliniken, etc. Verordnungen von Ärzten, usw.

    > Oder vieleicht eher Bankmitarbeiter. Macht sich immer gut, wenn die Kinder
    > wissen, wer alles Strafzettel überweist und wie oft.

    Auch hier, die Überweisungsträger guckt sich kein Mensch an. Quasi alles, was ein Endkunde so macht, läuft voll automatisiert, sonst wären die Preise für Konten nie zu halten.

    Aber der Bankmitarbeiter schaut sich vielleicht mal Kreditanträge an, und selbst das ist überwiegend dunkel, soweit es um Kleinkram geht. Wenn Du ein Haus bauen willst, ja, das macht noch ein echter Mensch.

    > Also gibt es ein paar die Homeoffice machen können und einen ganze Menge
    > die es nicht können.

    Richtig, das war auch so im Gesetz vorgesehen

    > Es bleiben am Ende nicht sehr viele über, die überhaupt eine Option
    > wahrnehmen könnten. Und denen ein recht einzuräumen, das 90% der
    > Bevölkerung nicht wahrnehmen kann ist ganz schön ungerecht.

    ALso der Logik nach müssen die zur Arbeit fahren einfach nur weil andere es auch müssen. So wegen Neid und so.

    Aber ich bin bei dir, so ein Gesetz braucht man nicht. Die aktuelle Situation hat vielen Arbeitgebern vor Augen geführt, dass viel mehr Homeoffice geht, dass es funktioniert, und dass es billiger für sie ist. Ich arbeite zur Zeit für eine Versicherung, im Schnitt sind immer noch 70% der Belegschaft zuhause. Und die letzte Mitarbeiterinfo des Vorstandes an die Belegschaft hatte die Botschaft, dass es kein Zurück zum alten Status mehr geben wird.

  3. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: demon driver 07.10.20 - 10:05

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Recht auf Homeoffice?
    >
    > Wie soll das funktionieren.

    So, wie es in Corona-Deutschland nachweislich wochen- und monatelang funktiert hat und teilweise weiter funktioniert.

    > Wer kann überhaupt alles Homeoffice machen?

    Die überwiegende Mehrheit der Büroarbeitenden. Mindestens alle, die es de facto in den vergangenen Monaten schon getan haben.

    Für alle Jobs, bei denen es nicht geht, braucht es, wie vom Heil-Entwurf vorgesehen, Ausnahmen. Bei unklaren Situationen einigt man sich entweder innerbetrieblich, oder es werden Beschäftigte für Vor-Ort-Aufgaben herangezogen, die ohnehin keine Lust auf Homeoffice haben, das wird es ja auch weiterhin geben, oder man lässt den Fall gerichtlich klären. Wie bei allen Arbeitsrechtsfragen findet sich dann nach einer gewissen Zeit eine Grundsatzlinie, für welche Tätigkeiten es Ausnahmen vom Recht gibt und für welche nicht.

    Alles kein Problem, wenn man nur will. Aber die Arbeitgeberseite und ihre Lobby in den Parlamenten will grundsätzlich nichts, was die Unternehmen einen noch so kleinen Teil der Kontrolle über ihre Lohnsklaven kosten würde. Und genau deswegen gibt es so wenig gesellschaftlichen Fortschritt.

  4. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: demon driver 07.10.20 - 10:11

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    [...]
    > Aber ich bin bei dir, so ein Gesetz braucht man nicht. Die aktuelle
    > Situation hat vielen Arbeitgebern vor Augen geführt, dass viel mehr
    > Homeoffice geht, dass es funktioniert, und dass es billiger für sie ist.
    > Ich arbeite zur Zeit für eine Versicherung, im Schnitt sind immer noch 70%
    > der Belegschaft zuhause. Und die letzte Mitarbeiterinfo des Vorstandes an
    > die Belegschaft hatte die Botschaft, dass es kein Zurück zum alten Status
    > mehr geben wird.

    Dann ist dein Arbeitgeber vernünftiger als viele andere, die ihre Leute längst wieder in die Büros geholt haben und die mehr schlecht als recht mit Spuckschutzscheiben zwischen Tischen und Maskenpflicht auf den Fluren versuchen, proforma dem Infektionsschutz zu genügen. Bis die nächsten Infektionsfälle im eigenen Betrieb da sind.

    Für diese vielen anderen braucht es das Gesetz, sonst müssen die meisten Beschäftigten trotz allen öffentlichen Lobs von Homeoffice und "mobilem Arbeiten" auf lange Zeit weiter morgens in die Firma fahren, obwohl sie zuhause genausogut oder besser arbeiten könnten.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 07.10.20 10:12 durch demon driver.

  5. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: gisu 07.10.20 - 10:17

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Recht auf Homeoffice?
    >
    > Wie soll das funktionieren. Wer kann überhaupt alles Homeoffice machen? Die
    > Dame von der Krankenkasse, die dann die Krankmeldungen einpflegt. Auf dem
    > Tisch liegen die Meldungen dann rum. Junior kommt von der Schule mit
    > Kumpels, Mutti macht schnell essen und die schauen sich an, wieso ihr
    > Lehrer krank ist. Hoffen wir mal es ist nicht N48.5. Der Lehrer kann die
    > Schule wechseln danach. Oder vieleicht ist es deine Krankmeldung, die N48.5
    > drauf stehen hat. Der Mitarbeiter weis um seine Verschwiegenheitspflicht.
    > Den Kindern ist das egal.
    >
    > Oder vieleicht eher Bankmitarbeiter. Macht sich immer gut, wenn die Kinder
    > wissen, wer alles Strafzettel überweist und wie oft. Da kannst du noch
    > soviel Gesetze erlassen, du wirst das nicht verhindern können. Und erst
    > recht nicht beweisen, das am Homeoffice das ganze ans Tageslicht kam um
    > dann jemanden in den Popes zu treten.
    >
    > Also gibt es ein paar die Homeoffice machen können und einen ganze Menge
    > die es nicht können. Praktisch alle Produktionsmitarbeiter (es arbeiten
    > immer noch 75% der Menschen mit der Hand am Arm), dazu weitere 5% in
    > datensensiblen Bereichen, die man nicht mit heimnehmen kann um sie dort
    > aufzuarbeiten. Nur dieser verbliebene Rest kann theoretisch Homeoffice
    > machen. Ausser er hätte Publikumsverkehr. zb die Lagerbuchhaltung, die von
    > zuhause nicht suchen kann, wo der Hiwi im Lager das Zeugs hingelegt hat.
    > Oder die Personalabteilung, die keine Hometermine anbieten wird, wo die
    > Mitarbeiter zum Sachbearbeiter nach Hause gehen. Oder Arbeitsamt? Oder
    > Rathausmitarbeiter? Statt nur ins Nachbarbüro zu gehen, wenn man den
    > falschen aufgesucht hat, fährt man im halben Landkreis rum, je nachdem wo
    > der/diejenige zuhause sind. Statt 30 sec im Gebäude dann 30 Minuten auf der
    > Strasse.
    >
    > Es bleiben am Ende nicht sehr viele über, die überhaupt eine Option
    > wahrnehmen könnten. Und denen ein recht einzuräumen, das 90% der
    > Bevölkerung nicht wahrnehmen kann ist ganz schön ungerecht. Es als
    > Firmenphilosophie zur Mitarbeitermotivation zu nutzen bringt richtig was
    > für den Kunden. Als einklagbares Recht wird es eher demotivierend sein.

    Es funktioniert super, ist halt Pech für andere Berufsgruppen. Seit wann behandeln wir alle Berufsgruppen gleich? Schon mal demonstriert für bessere Bezahlung für die Menschen an der Kasse oder in der Pflege, oder ist da der Gerechtigkeitswille schon vorbei?

    Es gibt eben Berufe die funktionieren Ortsungebunden - auch wenn das so manche AGs nicht begreifen (die wollen ihre Schäfchen gerne vor Ort haben), und genau wegen solchen AGs wären solche Gesetze eben nützlich. Klar profitiert nicht jeder davon, aber in der Regel hat man beim Job die Wahl. Und so wie man mit den Vorteilen lebt (unkündbar weil Beamter, Pension, dickes Gehalt etc) muss man auch mit den Nachteilen leben.

  6. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: Anonymouse 07.10.20 - 10:20

    Also wenn man nur der Mehrheit bestimme Rechte zugestehen würde, wäre das ziemlich finster.

  7. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: TrollNo1 07.10.20 - 10:23

    Bei uns in der Firma geht HomeOffice auch nur sehr schwierig. Alle sitzen im Großraumbüro brav nebeneinander und arbeiten. Die meisten sowieso schon am Laptop. ich könnte 80-100% im Homeoffice machen, aber nein. Die Firma hat Angst, dass ich mir dann nen faulen Tag mache und nicht arbeite. Das ist doch die Hauptangst der ganzen Arbeitgeber.

    Menschen, die mich im Internet siezen, sind mir suspekt.

  8. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: Oktavian 07.10.20 - 10:56

    > Dann ist dein Arbeitgeber vernünftiger als viele andere,

    Meiner ist es nicht, ist mein Kunde. Meinen AG war schon immer egal, wo ich arbeite, solange der Kunde bereit ist, dafür zu zahlen.

    Auch da hat sich viel verändert. Vor Covid waren vielen Kunden nur bereit Stunden zu zahlen, die auch vor Ort geleistet wurden, ob die Reise nun sinnvoll war oder nicht. Inzwischen sind viele froh, wenn wir nicht mehr kommen sondern remote arbeiten. Ich denke da besonders an einen, da war es immer besonders schwierig. Seit dem Lockdown ist kaum noch jemand von uns da, und wir haben die Zahl der Kollegen dort sogar trotz Krise kräftig aufgestockt. Geht doch.

    > die ihre Leute
    > längst wieder in die Büros geholt haben und die mehr schlecht als recht mit
    > Spuckschutzscheiben zwischen Tischen und Maskenpflicht auf den Fluren
    > versuchen, proforma dem Infektionsschutz zu genügen. Bis die nächsten
    > Infektionsfälle im eigenen Betrieb da sind.

    Es ist immer die Frage, ob es ad hoc geht. Viele haben von zuhause halt nur mehr schlecht als recht gearbeitet. Die Arbeitsabläuft sind oft noch sehr analog, die Kollegen haben zuhause keine sinnvollen Arbeitsbedingungen, die Strukturen sind nicht auf Homeoffice ausgelegt. Das war ja genau der Unsinn dieses Gesetzes, es hätte gerade kleine und mittlere Betriebe, die eher von der Hand in den Mund leben, vor echte Probleme gestellt, nur damit ein paar Kollegen aus der Verwaltung, die eh schon vergleichsweise angenehme Bedinungen haben, es noch etwas besser haben als die produzierenden Kollegen.

    > Für diese vielen anderen braucht es das Gesetz, sonst müssen die meisten
    > Beschäftigten trotz allen öffentlichen Lobs von Homeoffice und "mobilem
    > Arbeiten" auf lange Zeit weiter morgens in die Firma fahren, obwohl sie
    > zuhause genausogut oder besser arbeiten könnten.

    Ich glaube, Du überschätzt die Menge derer, die wirklich sinnvoll und effizient zuhause mindestens die selbe Leistung erbringen können wie im Unternehmen. Bei vielen Berufen geht gar nichts, bei manchen geht es so im Notfall wie jetzt.

  9. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: Oktavian 07.10.20 - 11:01

    > So, wie es in Corona-Deutschland nachweislich wochen- und monatelang
    > funktiert hat und teilweise weiter funktioniert.

    Dir ist aber schon bewusst, dass wir eine heftige Rezession haben, dass unsere Wirtschaftsleistung um fast 10% geschrumpft ist, dass wir im Mai und Juni ca. 7 Mio. Kurzarbeiter hatte (die von den anderen Arbeitnehmern bezahlt werden), usw.

    Unter "funktionieren" stelle ich mir etwas anderes vor. Man hat es irgendwie geschaukelt, aber ein Dauerzustand sollte das nicht sein.

    > > Wer kann überhaupt alles Homeoffice machen?
    >
    > Die überwiegende Mehrheit der Büroarbeitenden. Mindestens alle, die es de
    > facto in den vergangenen Monaten schon getan haben.

    Auch hier, nein. Wenn jemand in einer Krisensituation einen Teil seiner Arbeit deutlich ineffizienter zuhause machen muss, dann heißt das nicht, dass das ein Dauerzustand sein sollte. Klar, es gibt Tätigkeiten, die gut von zuhause aus gehen, aber der Umkehrschluss, dass jeder, der in den letzten Monaten von zuhause aus gearbeitet hat, dies auch in Zukunft tun kann, ist falsch.

  10. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: Hallonator 07.10.20 - 11:08

    TrollNo1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Firma
    > hat Angst, dass ich mir dann nen faulen Tag mache und nicht arbeite. Das
    > ist doch die Hauptangst der ganzen Arbeitgeber.

    Erklär denen, dass du auch so schon während der Arbeitszeit auf golem.de rum hängst ;)

  11. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: Max Level 07.10.20 - 11:10

    > Dir ist aber schon bewusst, dass wir eine heftige Rezession haben, dass
    > unsere Wirtschaftsleistung um fast 10% geschrumpft ist, dass wir im Mai und
    > Juni ca. 7 Mio. Kurzarbeiter hatte (die von den anderen Arbeitnehmern
    > bezahlt werden), usw.

    Und dir ist sicher auch bewusst, dass davon quasi gar nichts auf das Konto "Homeoffice" geht.

    > Auch hier, nein. Wenn jemand in einer Krisensituation einen Teil seiner
    > Arbeit deutlich ineffizienter zuhause machen muss, dann heißt das nicht,
    > dass das ein Dauerzustand sein sollte.

    Meine Erfahrungen sind durchweg positiv, entgegen aller Erwartungen, die eher wie dein Pessimismus aussahen. Die Effizienz ist eher gestiegen, weil weniger Unterbrechungen, besseres Umfeld und generell mehr Disziplin, weil sich alle reingehängt haben, dass die Sache fluppt. Hab nie besser (zusammen-)gearbeitet, und das geht den Anderen einhellig ebenso.

  12. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: Anonymouse 07.10.20 - 11:14

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > So, wie es in Corona-Deutschland nachweislich wochen- und monatelang
    > > funktiert hat und teilweise weiter funktioniert.
    >
    > Dir ist aber schon bewusst, dass wir eine heftige Rezession haben, dass
    > unsere Wirtschaftsleistung um fast 10% geschrumpft ist, dass wir im Mai und
    > Juni ca. 7 Mio. Kurzarbeiter hatte (die von den anderen Arbeitnehmern
    > bezahlt werden), usw.
    >

    Liegt das nun am HO allgemein, oder eventuell auch einfach an den anderen Einschränkungen, die mit Corona kamen?

  13. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: captaincoke 07.10.20 - 11:21

    Ich kann für mich sagen, dass ich zu Hause effizienter arbeite. Meine Aufgaben sind recht repetativ, daher kann ich das ganz gut vergleichen. Zu Hause schaffe ich die gleiche Arbeit in kürzerer Zeit.
    Allerdings habe ich seit Sonntag einen Totalausfall von Internet und Telefon. Mein ISP kriegt das einfach nicht hin. Im Büro kein Problem, es gibt eine Backup Leitung eines anderen ISPs. Zudem werden Probleme bei businesskunden deutlich schneller gelöst, zumindest meiner Erfahrung nach.

  14. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: demon driver 07.10.20 - 11:23

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    Ich sehe das Problem in Kleinbetrieben mit der Diskrepanz zwischen Produktion und Verwaltung. Ist für mich aber kein Grund, der großen Mehrheit ein Recht nicht einzuräumen, das für fast alle Beteiligten wünschenswert wäre.

    > > Für diese vielen anderen braucht es das Gesetz, sonst müssen die meisten
    > > Beschäftigten trotz allen öffentlichen Lobs von Homeoffice und "mobilem
    > > Arbeiten" auf lange Zeit weiter morgens in die Firma fahren, obwohl sie
    > > zuhause genausogut oder besser arbeiten könnten.
    >
    > Ich glaube, Du überschätzt die Menge derer, die wirklich sinnvoll und
    > effizient zuhause mindestens die selbe Leistung erbringen können wie im
    > Unternehmen. Bei vielen Berufen geht gar nichts, bei manchen geht es so im
    > Notfall wie jetzt.

    Die Berufe, bei denen es nicht geht, sind eh ausgenommen, darüber brauchen wir nicht zu reden. Und ich glaube, du unterschätzt, wie gut es tatsächlich funktioniert. Es gab dazu schon vor Corona Studien, die eindeutig belegt haben, dass zuhause eher besser und mehr gearbeitet wird als im Büro. Da mögen Einzelfälle während Corona gewesen sein, bei denen es nicht so gut geklappt hat, die Tendenz würde ich trotzdem weiter als so gegeben sehen, auch aus der Erfahrung im eigenen Betrieb und im Bekanntenumfeld. Und die Arbeitgeber, von denen ich sprach, die die Leute wieder zurückgeholt haben, haben das nicht getan, weil es nicht funktioniert hätte. Sondern weil sie Homeoffice nicht wollen. Punkt. Und davon gibt es in Deutschland noch viel zu viele.

  15. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: Oktavian 07.10.20 - 11:23

    > > Dir ist aber schon bewusst, dass wir eine heftige Rezession haben, dass
    > > unsere Wirtschaftsleistung um fast 10% geschrumpft ist, dass wir im Mai
    > und
    > > Juni ca. 7 Mio. Kurzarbeiter hatte (die von den anderen Arbeitnehmern
    > > bezahlt werden), usw.
    >
    > Und dir ist sicher auch bewusst, dass davon quasi gar nichts auf das Konto
    > "Homeoffice" geht.

    Nein, aber der Umkehrschluss, jeder, der irgendwelche Tätigkeiten von zuhause aus machen konnte, kann das auch in Zukunft, ist falsch. Im großen und ganzen hat es nämlich nicht "einfach funktioniert", wie mein Vorposter schrieb. In Teilen natürlich, aber was wir erlebt haben, ist bestimmt kein wünscheswerter Dauerzustand.

    > Meine Erfahrungen sind durchweg positiv, entgegen aller Erwartungen, die
    > eher wie dein Pessimismus aussahen. Die Effizienz ist eher gestiegen, weil
    > weniger Unterbrechungen, besseres Umfeld und generell mehr Disziplin, weil
    > sich alle reingehängt haben, dass die Sache fluppt. Hab nie besser
    > (zusammen-)gearbeitet, und das geht den Anderen einhellig ebenso.

    Dann ist das doch auch prima, und viele Arbeitgeber sehen das ja genauso. Nicht umsonst sinken in London schon die Mietpreise für Büroflächen. Ich kenne Unternehmen, die haben Pläne für Neubauten erst mal auf Eis gelegt.

    Aber so eine gesetzliche Regelung ist Unsinn. Entweder gestaltet man sie so, dass jeder AG, der nicht will, das leicht aushebeln kann, oder es wird ein erheblicher Kostentreiber und Unruhestifter für kleine und mittlere Unternehmen, bei denen die Heimarbeit nur einen kleinen Teil der Arbeit ausmacht.

  16. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: Oktavian 07.10.20 - 11:24

    Anonymouse schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oktavian schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > > So, wie es in Corona-Deutschland nachweislich wochen- und monatelang
    > > > funktiert hat und teilweise weiter funktioniert.
    > >
    > > Dir ist aber schon bewusst, dass wir eine heftige Rezession haben, dass
    > > unsere Wirtschaftsleistung um fast 10% geschrumpft ist, dass wir im Mai
    > und
    > > Juni ca. 7 Mio. Kurzarbeiter hatte (die von den anderen Arbeitnehmern
    > > bezahlt werden), usw.
    > >
    >
    > Liegt das nun am HO allgemein, oder eventuell auch einfach an den anderen
    > Einschränkungen, die mit Corona kamen?

    Vielleicht haben mein Vorposter und ich einfach eine anderes Verständnis von "funktioniert". Ich fand beispielsweise, das Homeoffice der Lehrer hat nicht funktioniert. Klar, es hat keinen Schüler das Leben gekostet, aber funktionieren ist was anderes.

  17. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: demon driver 07.10.20 - 11:27

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > So, wie es in Corona-Deutschland nachweislich wochen- und monatelang
    > > funktiert hat und teilweise weiter funktioniert.
    >
    > Dir ist aber schon bewusst, dass wir eine heftige Rezession haben, dass
    > unsere Wirtschaftsleistung um fast 10% geschrumpft ist, dass wir im Mai und
    > Juni ca. 7 Mio. Kurzarbeiter hatte (die von den anderen Arbeitnehmern
    > bezahlt werden), usw.
    >
    > Unter "funktionieren" stelle ich mir etwas anderes vor. Man hat es
    > irgendwie geschaukelt, aber ein Dauerzustand sollte das nicht sein.

    Du kannst doch die Wirtschaftsausfälle durch Kurzarbeit und Betriebsschließungen nicht den Homeoffice-Arbeitenden anlasten!? Das einzige, was sich denen attestieren lässt, ist, dass sie dafür gesorgt haben, dass die Ausfälle nicht viel massiver waren!

    > > > Wer kann überhaupt alles Homeoffice machen?
    > >
    > > Die überwiegende Mehrheit der Büroarbeitenden. Mindestens alle, die es de
    > > facto in den vergangenen Monaten schon getan haben.
    >
    > Auch hier, nein. Wenn jemand in einer Krisensituation einen Teil seiner
    > Arbeit deutlich ineffizienter zuhause machen muss, dann heißt das nicht,
    > dass das ein Dauerzustand sein sollte. Klar, es gibt Tätigkeiten, die gut
    > von zuhause aus gehen, aber der Umkehrschluss, dass jeder, der in den
    > letzten Monaten von zuhause aus gearbeitet hat, dies auch in Zukunft tun
    > kann, ist falsch.

    Da musst du jetzt erst mal den Beweis führen, dass zuhause "deutlich ineffizienter" gearbeitet worden wäre. Ich behaupte, das war unter dem Strich *nicht* der Fall.

  18. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: theFiend 07.10.20 - 11:31

    Alle Argumentation die man mittels "wer denkt denn an die Kinder?!?" aufbauen muss, ist meist nicht stichhaltig...

  19. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: Hallonator 07.10.20 - 11:36

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vielleicht haben mein Vorposter und ich einfach eine anderes Verständnis
    > von "funktioniert". Ich fand beispielsweise, das Homeoffice der Lehrer hat
    > nicht funktioniert.
    Ich glaube auch nicht, dass der Gesetzentwurf Lehrern ein Recht auf HomeOffice geben sollte.

    Lehrer haben eine Aufsichtspflicht. Der können sie remote natürlich nicht nachgehen und somit ist dieser Job nicht geeignet für Remote.

  20. Re: Wie soll das funktionieren?

    Autor: Anonymouse 07.10.20 - 11:36

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    >
    > Vielleicht haben mein Vorposter und ich einfach eine anderes Verständnis
    > von "funktioniert". Ich fand beispielsweise, das Homeoffice der Lehrer hat
    > nicht funktioniert. Klar, es hat keinen Schüler das Leben gekostet, aber
    > funktionieren ist was anderes.

    Es war nie die Rede davon, das HO bei jedem Job funktioniert oder eben auch sinnvoll ist. Darunter zählt für mich auch der Job eines Lehrers, zugleich ich davon ausgehe, dass auch hier das "Homeschooling" wesentlich besser laufen könnte. Da man sich hier nun aber vorher nie Gedanken darüber gemacht hatte und man trotzdem schnell handeln wollte, war das letztendlich eben ein ziemliches Chaos.
    Aber das war ja auch eigenltlich nicht die Frage, sondern ob HO für die Rezession verantwortlich ist.

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