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Klischees...

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  1. Klischees...

    Autor: Oktavian 24.01.21 - 17:19

    Okay, jetzt versucht also der Soziologe es mal damit, die Welt zu erklären, anstatt brav einfach weiter Taxi zu fahren. Auch so ein Klischee.

    Es liegt also am Nerd-Image. Gut, dann verbieten wir den Jungs das Nerd-Spielzeug, schaffen Nerd-Fernsehserien ab, verbieten karierte Hemden und hoffen, dass das hilft. Wird es aber nicht.

    Die anderen Erklärungsmodelle sind ja immer gescheitert. Erst fehlte der Einblick in diese Berufsfelder, also halten wir Girls Days ab, gehen in die Schulen, bieten Praktika an, aber es nutzt nichts.

    Dann waren es die fehlenden Vorbilder. Also wird die gute Frau Lovelace strapaziert bis zum Gehtnichtmehr, auch wenn die eigentliche Arbeit eher Herr Babbage gemacht hat und beide ohne nennenswerten Erfolg waren. Komischerweise haben die fehlenden Vorbilder Jungs noch nie gestört, und Jungs und Mädels sind ja absolut gleich.

    Ach ja, die Mathematik ist noch so ein Problem, Informatik ist zu mathematisch für die Mädels. Lustigerweise ist in der Kern-Mathematik selbst der Frauenanweil bei fast 50 Prozent. Mathe ist ziemlich nerdig, es gibt auch keine großen Mathematikerinnen, trotzdem gibt es da reichlich Mädels.

    Könnte es vielleicht sein, dass Mädels einfach keinen großen Spaß an Technik haben. Man findet sie auch selten in E-Technik und Maschbau, ich sehe da Zusammenhänge. In Physik und Chemie sind sie dagegen deutlich häufiger, in Biologie und Medizin stellen sie sogar die deutliche Mehrheit.

    Übrigens, ob etwas als nerdig gilt oder nicht liegt auch im Auge des (weiblichen) Betrachters.

  2. Re: Klischees...

    Autor: Eisklaue 24.01.21 - 18:53

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dann waren es die fehlenden Vorbilder. Also wird die gute Frau Lovelace
    > strapaziert bis zum Gehtnichtmehr, auch wenn die eigentliche Arbeit eher
    > Herr Babbage gemacht hat und beide ohne nennenswerten Erfolg waren.
    > Komischerweise haben die fehlenden Vorbilder Jungs noch nie gestört, und
    > Jungs und Mädels sind ja absolut gleich.

    Dito, Ich kenne bei uns in der Abteilung keinen der sagt: "Ich finde Bill Gates, Steve Ballmer, Linus Torvald, Paul Allen, Dennis Ritchie oder wen auch immer super toll und bin deshalb Programmier, Admin oder Co. geworden." Bei vielen ist die Geschichte fast gleich, alle haben in frühen Jahren nen Computer oder ähnliches bekommen, fanden es interessant und haben es zu ihrem Hobby gemacht und sind dann irgendwann zur IT gekommen.

    Außerdem mangelt es jetzt auch nicht sonderlich an weiblichen Vorbildern in der IT. Man muss sich halt nur mal damit beschäftigen.

    * Margaret Hamilton
    * Katherine Johnson
    * Grace Hopper
    * Katie Bouman

    Man muss halt "nur" das Interesse der Mädels für sowas wecken. Wenn sie nicht wollen... joar mei, man kann niemandem zu seinem "Glück" zwingen.

    Außerdem wie oberflächlich muss man sein, nen Job nur nicht zu wollen weil er "nerdig" ist und was ist daran jetzt schlecht? Ist ja nicht mehr wie vor 20 Jahren als das bei einigen noch ein Schimpfwort oder so war. Heutzutage ist die Nerdkultur doch recht gesellschaftsfähig. Immer hin ist sie recht präsent in Film und Serien vertreten. Ansonsten würde es wahrscheinlich auch keinen so großen Hype um Superhelden Filme geben oder 12 Staffeln von TBBT geben.

    Hab eher das Gefühl als das der Geschlechterforschung kein Plan hat warum das in Deutschland so ist und nächste Woche/Monat ist es dann ein anderer Grund.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.01.21 18:54 durch Eisklaue.

  3. Re: Klischees...

    Autor: frostbitten king 24.01.21 - 19:43

    Eisklaue schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oktavian schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Dann waren es die fehlenden Vorbilder. Also wird die gute Frau Lovelace
    > > strapaziert bis zum Gehtnichtmehr, auch wenn die eigentliche Arbeit eher
    > > Herr Babbage gemacht hat und beide ohne nennenswerten Erfolg waren.
    > > Komischerweise haben die fehlenden Vorbilder Jungs noch nie gestört, und
    > > Jungs und Mädels sind ja absolut gleich.
    >
    > Dito, Ich kenne bei uns in der Abteilung keinen der sagt: "Ich finde Bill
    > Gates, Steve Ballmer, Linus Torvald, Paul Allen, Dennis Ritchie oder wen
    > auch immer super toll und bin deshalb Programmier, Admin oder Co.
    > geworden." Bei vielen ist die Geschichte fast gleich, alle haben in frühen
    > Jahren nen Computer oder ähnliches bekommen, fanden es interessant und
    > haben es zu ihrem Hobby gemacht und sind dann irgendwann zur IT gekommen.
    >
    > Außerdem mangelt es jetzt auch nicht sonderlich an weiblichen Vorbildern in
    > der IT. Man muss sich halt nur mal damit beschäftigen.
    >
    > * Margaret Hamilton
    > * Katherine Johnson
    > * Grace Hopper
    > * Katie Bouman
    >
    > Man muss halt "nur" das Interesse der Mädels für sowas wecken. Wenn sie
    > nicht wollen... joar mei, man kann niemandem zu seinem "Glück" zwingen.
    >
    > Außerdem wie oberflächlich muss man sein, nen Job nur nicht zu wollen weil
    > er "nerdig" ist und was ist daran jetzt schlecht? Ist ja nicht mehr wie vor
    > 20 Jahren als das bei einigen noch ein Schimpfwort oder so war. Heutzutage
    > ist die Nerdkultur doch recht gesellschaftsfähig. Immer hin ist sie recht
    > präsent in Film und Serien vertreten. Ansonsten würde es wahrscheinlich
    > auch keinen so großen Hype um Superhelden Filme geben oder 12 Staffeln von
    > TBBT geben.
    >
    > Hab eher das Gefühl als das der Geschlechterforschung kein Plan hat warum
    > das in Deutschland so ist und nächste Woche/Monat ist es dann ein anderer
    > Grund.
    Same. Hatte auch kein Vorbild. Mein Vater ist gestorben wie ich 7 war und da hatten wir noch überhaupt keine computer daheim. Und meine Mutter ist Steuerberater. Trotzdem hats mich in die it gezogen, Informatik Studium etc. Ich verstehe auch nicht warum immer dieses Vorbilder Klischee kommt. Ich glaub auch die haben alle keine Ahnung oder wollen die Realität nicht einsehen warum Frauen weniger in die Technik /IT etc gehen wollen. Frauen sind nicht, Männer, und Männer sind nicht Frauen. Wir ticken einfach nicht gleich. Was daran so eine Katastrophe ist, verstehe ich nicht. Nur für die Gender schwurbler ist das ein Problem und es werden irgendwelche Sachen wie mangelnde Vorbilder oder Diskriminierung erfunden.

  4. Re: Klischees...

    Autor: Lukuko 24.01.21 - 20:00

    Ich vermute ja mal eher Golem hat irgend ne Quote zu erfüllen mit dieser Art Artikeln ich kann mich an mindestens 3 ähnliche Artikel erinnern auch wenn die schon ein bissi her sind. Oder sowas wird gerne mal als Filler benutzt wenn der letzte Artikel der Art schon ein paar Monate zurück liegt.

    Evtl. gibts ja irgend wo Fördergelder zu beantragen für sowas.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 24.01.21 20:01 durch Lukuko.

  5. Re: Klischees...

    Autor: Tuxgamer12 24.01.21 - 20:03

    Eisklaue schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei vielen ist die Geschichte fast gleich, alle haben in frühen
    > Jahren nen Computer oder ähnliches bekommen, fanden es interessant und
    > haben es zu ihrem Hobby gemacht und sind dann irgendwann zur IT gekommen.

    Nett.

    Und was ist denn die - ich behaupte mal - größte Motiviation (initial) für so einen Computer? Yep, die Spiele.

    Hey, und da hat uns die Werbeindustrie wahnsinnig erfolgreich in die Köpfe gehämmert: Gaming ist was für Jungs. Frauen höchstens im Kontext "Sex Sells".

    > Außerdem wie oberflächlich muss man sein, nen Job nur nicht zu wollen
    > weil er "nerdig" ist und was ist daran jetzt schlecht?

    Ich weiß ja nicht, wie du dir das vorstellst, aber es läuft sicherlich nicht so:
    "Informatik, da hätte ich so richtig Bock drauf. Moment, da gibts Nerd-Klischees. Ach ne, dann doch nicht".

    Eine Begeisterung kommt ja nicht aus dem nichts. Insbesondere kann ich mich nicht für etwas begeistern, dass ich nicht kenne bzw. dem ich nur in einer Abwehrhaltung begegene.

    Das ist der Punkt, an dem wir als Gesellschaft arbeiten müssen - dass Informatik nicht für viele Mädchen durchaus auch aufgrund solcher Klischees, die über die gesammte Kindheit eingebläut werden, ein "No-Go" ist. Sonder etwas, dass man erst mal neutral betrachten kann um dann mal zu sehen, ob es einem gefällt oder nicht.

  6. Re: Klischees...

    Autor: notuf 24.01.21 - 20:21

    Ich denke Mal der Hintergrund ist wie immer das liebe Geld. Mehr Frauen in der IT bedeutet mehr ITler bedeutet mehr Konkurrenz um eine Stelle, bedeutet, niedrigere Gehälter.

    Also versucht man auf Teufel komm raus irgendwelche Gründe herbei zu reden. Dass jemand sich vielleicht für ein Thema nicht interessiert, spielt hier keine Rolle, da vornehmlich die Wirtschaft bedient werden soll.

    Wie schon einige geschrieben haben (war auch damals kein Eindruck) gibt es sehr viele Frauen in der Mathematik. Sowohl 'nerdige' als auch 'nicht-nerdige'. Daran wird es also nicht liegen.

    Eventuell aber werden die weichen schon in der ungleichen Behandlung im Kindesalter gelegt. Eventuell fördern die Eltern und Lehrer bereits im Kindesalter geschlechtsspezifisch. Daher sind diese Forschungen durchaus wichtig. Denn einmal erzogen wird es schwer die erlernte Vorliebe zu ändern. Man muss Informatik einfach mögen.

  7. Re: Klischees...

    Autor: MaxW. 24.01.21 - 20:25

    Also mein Interesse für Computer hat sich schon im Grundschulalter entwickelt. Ich fande die Teile interessant und cool, es schien auch immer eine art mysthische Ausstrahlung zu haben, da man nie wusste wie "das" mit der Technik funktioniert, deshalb habe ich mich schon von klein auf dafür interessiert.
    Mit den Eltern hatte das rein gar nichts zu tun, die waren normale Arbeiter.

  8. Re: Klischees...

    Autor: Eisklaue 24.01.21 - 20:30

    Tuxgamer12 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nett.
    >
    > Und was ist denn die - ich behaupte mal - größte Motiviation (initial) für
    > so einen Computer? Yep, die Spiele.
    >
    > Hey, und da hat uns die Werbeindustrie wahnsinnig erfolgreich in die Köpfe
    > gehämmert: Gaming ist was für Jungs. Frauen höchstens im Kontext "Sex
    > Sells".

    Kann nur für mich sprechen aber mein Vater hat sich damals nen C64 für die Arbeit geholt und ich mit 6 Jahren durfte da halt dran spielen. Ich kann mich jetzt nicht wirklich an Werbung für irgendwelche Spiele erinnern. Meistens hat die mein Vater besorgt oder ich fand die Packung schön bunt. Danach kam das NES das wir über ne Shopping Sendung auf Sat1 oder so gesehen haben und dann bei Otto oder Quelle über Katalog bestellt haben. Und zu der damaligen Zeit als ich anfing, war die Grafik jetzt nicht wirklich so gut das man weibliche Figuren auf dem Schirm sonderlich "sex.y (Golem Filter mag das Wort nicht)" fand.

    > Ich weiß ja nicht, wie du dir das vorstellst, aber es läuft sicherlich
    > nicht so:
    > "Informatik, da hätte ich so richtig Bock drauf. Moment, da gibts
    > Nerd-Klischees. Ach ne, dann doch nicht".

    Naja der Artikel suggeriert das mit der Überschrift und der Aussage von dem Typen.


    > Eine Begeisterung kommt ja nicht aus dem nichts. Insbesondere kann ich mich
    > nicht für etwas begeistern, dass ich nicht kenne bzw. dem ich nur in einer
    > Abwehrhaltung begegene.
    >
    > Das ist der Punkt, an dem wir als Gesellschaft arbeiten müssen - dass
    > Informatik nicht für viele Mädchen durchaus auch aufgrund solcher
    > Klischees, die über die gesammte Kindheit eingebläut werden, ein "No-Go"
    > ist. Sonder etwas, dass man erst mal neutral betrachten kann um dann mal zu
    > sehen, ob es einem gefällt oder nicht.

    Aber wie gesagt was ist das schlimme an nem Nerd Klischee? Der Typ deutet nur an aber benennt nix. Was für ne weiblichkeit gibt man denn als Informatikerin auf? Wenn man Informatiker werden will aber kein Nerd, gut gerne who cares? Interessiert auf der Arbeit niemanden bis vielleicht auf ein paar Spinner.

    Wo wird denn den Kindern immer noch eingetrichtert das Technik ein No-Go für Frauen ist, das war schon zu meiner Kindheit Ende der 80iger, Anfang der 90iger schon nicht mehr. Und seit der Einführung von den ganzen Girls Days, Praktikas und co, was Oktavian erwähnt hat, wird auch schon seit über einem Jahrzehnt aktiv dran gearbeitet. Nur wirklich besser wurde es nicht, ausser das Geschlechterforschung Gelder für solche Beiträge erhalten.

  9. Re: Klischees...

    Autor: Oktavian 24.01.21 - 20:33

    > Und was ist denn die - ich behaupte mal - größte Motiviation (initial) für
    > so einen Computer? Yep, die Spiele.
    >
    > Hey, und da hat uns die Werbeindustrie wahnsinnig erfolgreich in die Köpfe
    > gehämmert: Gaming ist was für Jungs. Frauen höchstens im Kontext "Sex
    > Sells".

    Ich glaube, da kommst Du etwa 10 Jahre zu spät, eher mehr. Mädels als Zielgruppe für Spiele sind heiß begehrt, insbesondere auf mobilen Plattformen. Sie sind eine sehr treue Gruppe, die viel Zeit im Spiel verbringt. Und der Erfolg ist ja da, der Anteil von Frauen unter Spielern liegt bei 44%

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/315920/umfrage/anteil-der-computerspieler-in-deutschland-nach-geschlecht/

    Und ja, das sind keine Hardcore-Gamer, kein E-Sports, aber auch die machen unter den Informatikern nur einen verschwindend geringen Anteil aus. Die meisten sind ganz normal Casual.

    > Eine Begeisterung kommt ja nicht aus dem nichts. Insbesondere kann ich mich
    > nicht für etwas begeistern, dass ich nicht kenne bzw. dem ich nur in einer
    > Abwehrhaltung begegene.

    Ach doch, das geht schon. Als ich mit der Computerei angefangen habe, kannte ich das vorher nicht, hatte so eine Kiste ein paar mal irgendwo gesehen. Aber die waren da auch noch ziemlich exotisch und teuer.

    Und ich wüsste tatsächlich niemanden, der seine Töchter bewusst von Technik und Computern fernhält. Was hab ich mir den Mund fusselig geredet, was habe ich getan und gezeigt, um meine Tusnelda für Technik und IT zu begeistern. Nichts, rein gar nichts. Computer sind nett, sie benutzt die, sie spielt auch, aber beruflich in die Richtung zu gehen geht gar nicht. Dabei ist sie schon echt nerdy, aber das Interesse fehlt.

    > Das ist der Punkt, an dem wir als Gesellschaft arbeiten müssen

    Warum müssen wir das? Warum akzeptieren wir, dass Frauen kein Interesse am Müllwerken, am Sprengen, am Baggerfahren, am Maurerhandwerk oder an der Arbeit in Kanälen haben? Warum akzeptieren wir, dass so wenige Männer Lehrer werden, Erzieher, Krankenpfleger oder "was mit Medien" machen?

    Jeder Versuch bislang, Frauen in Richtung Technik zu bringen, ist gescheitert. Dabei ist es egal, ob es um Informatik, E-Technik, Maschbau, Automobilbau, Luft- und Raumfahrttechnik oder ähnliches geht. Da ist einfach kein Interesse an Technik. Manchmal schafft man es kurzfristig, die Zahl der Erstsemester etwas zu erhöhen, aber das verpufft meist binnen eines Jahres.

    Das einzige, was Frauen wirklich in diese Richtung bringt, ist sie maximal schlecht zu behandeln. In Ländern, in denen Frauen nicht gleichberechtigt sind, hohen Repressalien ausgesetzt, wirtschaftlich schnell vom Mann abhängig sein, da findet man deutlich mehr in technischen Studiengängen. Sollte das die Lösung sein?

  10. Re: Klischees...

    Autor: Oktavian 24.01.21 - 20:44

    > Eventuell aber werden die weichen schon in der ungleichen Behandlung im
    > Kindesalter gelegt. Eventuell fördern die Eltern und Lehrer bereits im
    > Kindesalter geschlechtsspezifisch. Daher sind diese Forschungen durchaus
    > wichtig.

    Würde man denn wenigsten forschen, das wäre ja mal was. Aber auf dem Feld wird alle wissenschaftliche Methode getrost das Klo runtergespült.

    In aller Regel läuft das nach folgendem Schema an:
    1. "Forscher" hat eine fixe Idee
    2. "Forscher" nett die Idee eine Hypothese (obwohl alles fehlt, was eine Hypothesenbildung voraussetzt)
    3. "Forscher" macht eine Statistik (meist auf Basis einer Umfrage), die jede Anforderung an eine sinnvolle Statistik vermissen lässt. Das ist auch verständlich, denn in Soziologie hat man von Mathematik nur ganz am Rande mal was gehört. Das ist ja auch zu nerdy, haben wir ja gerade wieder gehört.
    4. "Forscher" lässt den eigentlichen Aufwand wissenschaftlicher Arbeit, den Versuch der Falsifikation, den Versuch alternative Erklärungsmuster für die Beobachtung zu finden, gepflegt unter den Tisch fallen. Warum auch? Das macht nur Arbeit und könnte verwirren. Es ist ja auch unnötig, er hat sich seine Meinung ja schon unter 1 gebildet.
    5. "Forscher" nennt seine fixe Idee eine Theorie
    6. "Forscher" verlangt, dass die Gesellschaft Maßnahmen ergreift. Hier verlässt er das Feld der Wissenschaft nun völlig und wird zum politischen Agitator.

    > Denn einmal erzogen wird es schwer die erlernte Vorliebe zu
    > ändern. Man muss Informatik einfach mögen.

    Ich kenne viele Erwachsene im Bereich der Informatik. Viele von denen haben Töchter. Ich kenne keinen einzigen, der nicht mit allen Mitteln versucht hätte, seiner Tochter auch nur ein Mindestmaß an Interesse für Technik, IT, Computer anzuerziehen. Und ich kenne keinen, bei dem es funktioniert hätte. Bis zum Alter von 12 sieht das alles ganz gut aus. Und mit dem Einsetzen der Pubertät ist alles andere interessant. Manchmal kommt dann später etwas Interesse, aber nur selten.

  11. Re: Klischees...

    Autor: notuf 24.01.21 - 20:44

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Warum müssen wir das? Warum akzeptieren wir, dass Frauen kein Interesse am Müllwerken, am Sprengen, am Baggerfahren, am Maurerhandwerk oder an der Arbeit in Kanälen haben? Warum akzeptieren wir, dass so wenige Männer Lehrer werden, Erzieher, Krankenpfleger oder "was mit Medien" machen?

    Wir wir noch nicht wissen was sie Gründe dafür sind! Vielleicht würden ja gerne die genannten Geschlechter in den genannten Berufen arbeiten, können es aber nicht, da sie diskriminiert oder verlacht werden. Es gibt eben bestimmte gesellschaftliche Klischees was ein Mann zu tun hat um "männlich" zu sein und was eine Frau zu tun hat. Ist dir vielleicht nicht so wirklich aufgefallen. Ist aber tatsächlich ein Problem. Und damit lässt sich eben nicht sicher sagen, dass Männer per se kein Interesse an Erzieherberufen haben.

  12. Re: Klischees...

    Autor: Tuxgamer12 24.01.21 - 20:57

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube, da kommst Du etwa 10 Jahre zu spät, eher mehr.

    Ist mir nicht entgangen die 180 Grad Wende ;). Ist aber eine wirklich neue Entwicklung.

    Life is Strange kam 2015 heraus. Da war "Female Protagonist" noch ein riesen Ding und ein echtes Problem einen Publisher zu finden.

    https://www.pcgames.de/Life-is-Strange-Spiel-54738/News/Life-is-Strange-Publisher-wollten-maennlichen-Protagonisten-1147654/

    Weiß schon, musst ja auch deswegen schon z.B. bei der Sony Playstation 5 Spiele-Vorstellung grinsen, weil wirklich auffällig Female protagonist nach Female protagonist.

    Handy-Spiele dagegen würde ich sagen sind weder für irgendwelche Gesellschaftlichen Vorurteile noch um Begeisterung für Technik auszulösen besonders relevant.


    > > Eine Begeisterung kommt ja nicht aus dem nichts. Insbesondere kann ich
    > mich
    > > nicht für etwas begeistern, dass ich nicht kenne bzw. dem ich nur in
    > einer
    > > Abwehrhaltung begegene.
    >
    > Ach doch, das geht schon. Als ich mit der Computerei angefangen habe,
    > kannte ich das vorher nicht, hatte so eine Kiste ein paar mal irgendwo
    > gesehen. Aber die waren da auch noch ziemlich exotisch und teuer.

    Darum geht es ja, du hattest jedenfalls keine negative Vorurteile. Im Gegenteil, wahrscheinlich hatte "ist neu, teuer und exotisch" einen Reiß.


    > Und ich wüsste tatsächlich niemanden, der seine Töchter bewusst von Technik
    > und Computern fernhält.

    Ne, geht definitiv nicht um "bewusst". Das ist viel tiefer in unserer Gesellschaft verwurzelt.


    > > Das ist der Punkt, an dem wir als Gesellschaft arbeiten müssen
    >
    > Warum müssen wir das?

    Gibt auch schon ein Eigeninteresse; Informatiker sind gesucht ;).


    > Jeder Versuch bislang, Frauen in Richtung Technik zu bringen, ist
    > gescheitert. Dabei ist es egal, ob es um Informatik, E-Technik, Maschbau,
    > Automobilbau, Luft- und Raumfahrttechnik oder ähnliches geht. Da ist
    > einfach kein Interesse an Technik.

    Wie erklärst du dann diese zeitlichen Unterschiede?

    https://www.herr-rau.de/wordpress/2014/11/frauenanteil-in-der-informatik.htm

  13. Re: Klischees...

    Autor: Tuxgamer12 24.01.21 - 21:03

    Eisklaue schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich kann mich jetzt nicht wirklich an Werbung für irgendwelche Spiele erinnern.
    > Meistens hat die mein Vater besorgt oder ich fand die Packung schön bunt.

    Musst du nicht, gute Werbung funktioniert durchaus unterbewusst. Ich meine, das ist dir als Kind natürlich nicht aufgefallen, dass in der Spiele-Werbung halt immer nur Jungs zu sehen sind ;). So etwas prägt die Gesellschaft jedoch tatsächlich:

    https://www.herr-rau.de/wordpress/2014/11/frauenanteil-in-der-informatik.htm

  14. Re: Klischees...

    Autor: Tuxgamer12 24.01.21 - 21:05

    Eisklaue schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dito, Ich kenne bei uns in der Abteilung keinen der sagt: "Ich finde Bill
    > Gates, Steve Ballmer, Linus Torvald, Paul Allen, Dennis Ritchie oder wen
    > auch immer super toll und bin deshalb Programmier, Admin oder Co.
    > geworden.

    Ach ja, hierzu:

    Die Aussage ist, wir brauchen positive weibliche Vorbilder, dass die Mädchen feststellen: Frau und IT funktioniert ja.

    Als Junge brauchst wohl offensichtlich nicht expliziet männliche Vorbilder um festzustellen: Ein Mann kann ja in der IT arbeiten ;).



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.01.21 21:06 durch Tuxgamer12.

  15. Re: Klischees...

    Autor: Oktavian 24.01.21 - 21:15

    > Life is Strange kamhttps://home.uni-leipzig.de/methodenportal/theoriebildung/ 2015 heraus. Da war "Female Protagonist" noch ein
    > riesen Ding und ein echtes Problem einen Publisher zu finden.

    Tomb Raider kam 1996 raus. Okay, da war Lara wohl auch Phantasie vieler Jungs, aber sie war eindeutig weiblich.

    Und zumindest ab 2013 war sie weit weg von Tanktop und Hotpants.

    Das Problem habe ich sowieso nie verstanden. Ich hatte nie Probleme damit, einen weiblichen Charakter zu spielen, solange er stimmig ist. In Control fand ich Jesse sehr gelungen. In Assassins Creed Odyssey fand ich den weiblichen Charakter gut.

    > Weiß schon, musst ja auch deswegen schon z.B. bei der Sony Playstation 5
    > Spiele-Vorstellung grinsen, weil wirklich auffällig Female protagonist nach
    > Female protagonist.

    Für mich muss das Spiel gut und stimmig sein, dann ist mir vollkommen egal, wessen Figur ist steuere. Ich bin ja nicht die Figur, ich steuere sie nur. Ich habe mich auch nie als italienischer Klempner gefühlt oder als blauer Igel auf Speed.

    > Handy-Spiele dagegen würde ich sagen sind weder für irgendwelche
    > Gesellschaftlichen Vorurteile noch um Begeisterung für Technik auszulösen
    > besonders relevant.

    Die These stützt du worauf?

    Ich halte dagegen Spiele insgesamt für wenig relevant, um Begeisterung für die Technik dahinter auszulösen. Wer einfach spielen will, kauf ne Konsole und spielt. Wer begeistert ist für Technik, kauf sich einen PC, will damit was machen, und spielt dann auch.

  16. Re: Klischees...

    Autor: Oktavian 24.01.21 - 21:20

    Ja, irgendwie widerspricht sich das doch.

    Es gibt drei Aussagen:

    1. Jungs und Mädels sind gleich.
    2. Mädels brauchen weibliche Vorbilder, damit ein Beruf für sie attraktiv ist.
    3. Jungs brauchen keine männlichen Vorbilder, damit ein Beruf für sie attraktiv ist.

    Alle drei können nicht gleichzeitig wahr sein.

  17. Re: Klischees...

    Autor: Tuxgamer12 24.01.21 - 21:26

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Tomb Raider kam 1996 raus. Okay, da war Lara wohl auch Phantasie vieler
    > Jungs, aber sie war eindeutig weiblich.

    Hast du selber gemerkt ;).

    > Und zumindest ab 2013 war sie weit weg von Tanktop und Hotpants.

    Zufällig dann vom gleichen japanischen Publisher wie "Life is Strange" ;).


    > > Handy-Spiele dagegen würde ich sagen sind weder für irgendwelche
    > > Gesellschaftlichen Vorurteile noch um Begeisterung für Technik
    > auszulösen
    > > besonders relevant.
    >
    > Die These stützt du worauf?
    >
    > Ich halte dagegen Spiele insgesamt für wenig relevant, um Begeisterung für
    > die Technik dahinter auszulösen. Wer einfach spielen will, kauf ne Konsole
    > und spielt. Wer begeistert ist für Technik, kauf sich einen PC, will damit
    > was machen, und spielt dann auch.

    Deine Meinung sei dir sicherlich gegönnt.

    Aber gibt durchaus gute Gründe diesen Zusammenhang "Spiele werden an Jungs vermarkted" und "weniger Frauen in der IT" herzustellen - Link habe ich dir ja schon gegeben.

    Also jetzt ohne mich auf irgendetwas zu stützen, aber rein aus dem Bauch raus würde ich auch heute sagen, gibt es einen Unterschied ob ein Mädchen zu den Eltern geht "Kauf mir einen Gaming-PC", ich will zocken. Oder ein Junge.

  18. Re: Klischees...

    Autor: Tuxgamer12 24.01.21 - 21:31

    Ah, ne. Ich formuliere es noch einmal besser.

    Es geht darum, dass das Mädchen in eine Welt landet, in der es völlig normal ist "Männder IT" und in der "Frauen und IT" die Ausnahme sind.
    Die Forderung ist, dass durch diese Situation "weibliche Vorbilder" ganz gut wären, um den Mädchen zu erklären: Frauen und IT geht doch.

    Andere äußere Umstände - dencken wir uns eine Parallelwelt - in der IT von Frauen dominiert wäre, bräuchten wir dann die männlichen statt weiblichen Vorbilder.

  19. Re: Klischees...

    Autor: Eisklaue 24.01.21 - 21:31

    Tuxgamer12 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ach ja, hierzu:
    >
    > Die Aussage ist, wir brauchen positive weibliche Vorbilder, dass die
    > Mädchen feststellen: Frau und IT funktioniert ja.
    >
    > Als Junge brauchst wohl offensichtlich nicht expliziet männliche Vorbilder
    > um festzustellen: Ein Mann kann ja in der IT arbeiten ;).

    Wie soll denn so ein Vorbild aussehen? Jetzt übertrieben von mir: PR, Youtube Möchtegern Influencerin die zeigt wie "hip" und "cool" die IT ist und alles plüsch und rosa? Wie in meinem Beitrag geschrieben, gibt es genügend weibliche Vorbilder die zeigen das Frauen und IT funktioniert. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, jede Frau die in der IT arbeitet zeigt das es geht. Wo sind die Hürden? Und zu dem zweiten eine Frau kann auch in der IT arbeiten, wer hält sie davon ab? Und wie gesagt bei den meisten hat das sehr früh angefangen und einige sind dran geblieben und arbeiten jetzt in der IT. Jeder Mensch hat eben seine Interessen die er ausleben und darin gefördert werden sollte. Auf Deutschland bezogen, kenne ich jetzt keine Institution die einen daran hindert und meistens wird versucht alle gleich zu behandeln. Klappt mal mehr, mal weniger gut aber im großen und ganzen klappts.

    Und zu dem Thema Werbung und PC Spiele. Ich schaue jetzt nicht viel Fern und kenne Werbung der letzten 6 Jahre max. als Vorspann in Youtube aber das da das Rollenclische nur Jungs spielen Spiele rüber kommen soll, halte ich für arg illusorisch. spätestens seit der Nintendo Wii sind Frauen als Zielgruppe gefunden und genutzt worden. Klar gibt es immer noch Spiele die hauptsächlich für den männlichen Markt erscheinen aber das sind heutzutage nicht mehr wirklich viele, finde ich. In den meisten Spielen steht es einem frei ein Mann oder Frau zu sein oder es sind Spiele wie die Sims, Minecraft, Tetris.

  20. Re: Klischees...

    Autor: Tuxgamer12 24.01.21 - 22:17

    Eisklaue schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wie soll denn so ein Vorbild aussehen?

    Tatsächlich keine Ahnung. Ich habe bewusst mit "Die Aussage ist" formuliert, über die Sinnhaftigkeit der Aussage kann ich nicht diskutieren.

    > rosa

    Das dagegen finde ich sehr schön. Ich habe tatsächlich überlegt, ob ich genau dieses Beispiel bringe.

    Letztendlich halte ich es wohl für unwahrscheinlich, dass in unserem Erbcode etwas ist das sagt: Mädchen stehen halt auf Rosa ;).

    Die Farbe "Rosa" wird / wurde auch sehr von der Werbebrauche getragen und lebt einfach in unseren Köpfen. Und ich würde schon sagen, auf die gleiche Art wie dieses "rosa = Mädchenfarbe" - Klischee existiert dieses "IT = Männersache" - Klischee in unserer Gesellschaft.

    Dass sich auch Gaming-Werbung gewandelt hat (und das tatsächlich sogar schon ziemlich früh) - selbstverständlich. Aber die Rollenbilder leben halt weiter.

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