1. Foren
  2. Kommentare
  3. Wirtschaft
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Gorillas-Chef: Entlassungen sind…

Mal ganz ehrlich...

  1. Thema
  1. 1
  2. 2

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Mal ganz ehrlich...

    Autor: Oktavian 14.06.21 - 18:52

    Da wurde jemand, der zu spät zur Arbeit gekommen ist, und bei dem es noch weitere Vorfälle gegeben hat, in der Probezeit gekündigt. Ein paar Kollegen finden das nicht toll.

    Und das gibt inzwischen den zweiten Artikel hier.

    Schülerzeitung?

  2. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: Eisklaue 14.06.21 - 23:50

    Klingt auch alles leicht nach „Ich muss zum ersten Mal im Leben arbeiten und das ist alles so anstrengend.“

  3. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: CaseyJones 15.06.21 - 02:42

    Eisklaue schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Klingt auch alles leicht nach „Ich muss zum ersten Mal im Leben
    > arbeiten und das ist alles so anstrengend.“

    Ist immer leicht vom Schreibtisch aus solche Vermutungen anzustellen.

    Haben Sie denn mal als Rider gearbeitet? Ich jetzt nicht und das werde ich auch sicherlich niemals, schon allein, weil ich es nicht durchhalten würde.
    Sich im fahrradfeindlichen Deutschland beruflich mit dem Zweirad auf die Straßen zu trauen, zu annähernd Ausbeuter-Bedingungen, das fiele mir zudem im Traum nicht ein.

    Meinen größten Respekt also an die, die das auf sich nehmen und für den solidarischen Zusammenhalt in der Community.

  4. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: Oktavian 15.06.21 - 06:44

    > Ist immer leicht vom Schreibtisch aus solche Vermutungen anzustellen.
    >
    > Haben Sie denn mal als Rider gearbeitet?

    Nein, aber durchaus andere, körperlich anstrengende Arbeit verrichtet. Dabei habe ich dann gemerkt, ist nicht so mein Ding. Das war aber nicht das Problem der schweren Arbeit, es gab ja Leute, denen machte das gar nichts. Das Problem lag bei mir, ich eigne mich besser als Schreibtischtäter und beschränke das Körperliche auf Sport.

    In der Folge hab ich das mit der körperlichen Arbeit zum Broterwerb gelassen und mit dem Kopf mein Geld verdient. Kürzlich hab ich nochmal mit dem Presslufthammer am Haus gearbeitet und wieder gemerkt, es war ne sinnvolle Entscheidung.

    > Ich jetzt nicht und das werde ich
    > auch sicherlich niemals, schon allein, weil ich es nicht durchhalten
    > würde.

    Ist doch auch vollkommen okay. Maurer ist anstrengend, Dachdecker, Eisenflechter (der Name klingt schon heftig), Einschaler, alles körperlich sehr fordernde Jobs. Und auch nicht hoch bezahlte.

    Ich glaube, das Grundproblem ist die Erwartungshaltung. Da kamen ein paar junge, hippe, anarchosyndikalistische Berliner und meinte, man fährt locker etwas Rad, gibt hier mal ein Döschen Mais ab und da mal eine Packung Bio-Salami, kassiert ordentlich Trinkgeld, das reicht, um reich zu werden. Und jetzt merkt man, das ist anstrengend, richtig anstrengend. Außerdem sind das keine E-Bikes, die Rucksäcke sind nicht mit Helium gefüllt, es wird auch mehr erwartet als eine lockere Radtour zum nächsten Latte Macchiato pro Stunde.

    > Meinen größten Respekt also an die, die das auf sich nehmen

    "Die das auf sich nehmen" klingt so nach "Aufopferung für die Gesellschaft". Dieser Job ist nicht gesellschaftlich relevant. Es liefe alles problemlos ohne, das wurde hier im Forum ja auch von alles Seiten gesagt. Niemand ginge es schlechter, gerade in Berlin könnte jeder Kunde diesen EInkauf auch leicht selbst erledigen.

    Es ist einfach ein kleines Luxusangebot für den verwöhnten Großstädter. Deshalb beschwert sich der Kurier ja auch über die gentrifizierten Wohngegenden, in die er liefern muss. Gerade deshalb ist er ja so schlecht bezahlt, darum ist diese Leistung so billig, weil sie keiner wirklich braucht, weil es einfach nur ein kleiner Luxus ist.

    Deshalb, wer auf die Art sein Geld verdienen möchte, Spaß daran hat, körperlich dazu in der Lage ist, super, viel Spaß. Wer aber nicht so fit ist, keinen Spaß daran hat, wird es sehr sehr schwer haben. Der sollte es besser lassen.

  5. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: Niaxa 15.06.21 - 06:45

    Dann suche ich es mir nicht aus. Was ist den los bitte? Was sollen die Leute auf dem Bau sagen, oder Metzger, Altenpfleger etc. Bin echt sprachlos bei so viel Gejammer.

  6. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: Oktavian 15.06.21 - 07:22

    > Dann suche ich es mir nicht aus. Was ist den los bitte? Was sollen die
    > Leute auf dem Bau sagen, oder Metzger, Altenpfleger etc.

    Ich hoffe jetzt einfach mal, das Gros der Leute, die diese Berufe verrichten, machen sie genau, weil sie sie sich ausgesucht haben, weil sie Spaß daran haben, weil sie ihnen liegen, ihrem Naturell, ihren Vorlieben, ihrer Körperlichkeit und ihren mentalen Voraussetzungen entsprechen.

  7. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: Eisklaue 15.06.21 - 08:56

    CaseyJones schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Ist immer leicht vom Schreibtisch aus solche Vermutungen anzustellen.
    Dafür muss ich mir nur das Gejammers hier im Artikel durchlesen oder das Interview welches die Dame im Bild in der Zeit gegeben hat.

    > Haben Sie denn mal als Rider gearbeitet? Ich jetzt nicht und das werde ich
    > auch sicherlich niemals, schon allein, weil ich es nicht durchhalten
    > würde.
    > Sich im fahrradfeindlichen Deutschland beruflich mit dem Zweirad auf die
    > Straßen zu trauen, zu annähernd Ausbeuter-Bedingungen, das fiele mir zudem
    > im Traum nicht ein.

    Ja, zwar nicht hip und neudeutsch als „Rider“ sondern als Zeitungsauslieferer in nem knapp 8 km langen, 2000 Seelen Dorf welches an nem Berg gelegen ist. Also sehr viel hoch und runter. Der ganze Spaß hat meistens zwischen 5 und 6 h gedauert. Im Vergleich zu den „Rider“ hab ich kein Fahrrad, Rucksack, Klamotten oder sonstiges bekommen, nur nen Sack Zeitungen. Hab das einen Monat gemacht bis ich mir den „Stundenlohn“ ausgerechnet habe. War irgendwas < 1 ¤ aber auch schon 20 Jahre her.

    >
    > Meinen größten Respekt also an die, die das auf sich nehmen und für den
    > solidarischen Zusammenhalt in der Community.

    Oh bitte, immer diese Glorifizierungen von Nichtigkeiten. Gebt’s ihnen doch gleich noch ne Medaille für ihre aufopfernde, heldenmütige Tätigkeit.

  8. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: deepweather 15.06.21 - 10:03

    Wtf, da spricht die Blase der IT und Krearivszene.

    Laut Studien geht ein Viertel der Deutschen demotiviert und lustloszu Arbeit, der Großteil gleichgültig und nur ein kleiner Teil motiviert.

    Macht auch Sinn, wie sollen denn absolut primitive und monotone Arbeiten (die glücklicherweise immer mehr durch Robotik erledigt werden) Spaß machen?

    Faktisch verkauft ein Fahrradkurier eben eine Fähigkeit, die weder unique, noch besonders wertstiftend ist. Jeder mit Beinen kann mit dem Fahrrad durch die Gegend fahren. Daraus berechnet sich der Lohn.

    Man kann sich natürlich auch über das System beschweren, aber so zu tun, daß primitive Jobs grundsätzlich Spaß machen, wenn sie ordentliche Arbeitsbedingungen haben ist lächerlich.

  9. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: Oktavian 15.06.21 - 10:45

    > Wtf, da spricht die Blase der IT und Krearivszene.
    >
    > Laut Studien geht ein Viertel der Deutschen demotiviert und lustloszu
    > Arbeit, der Großteil gleichgültig und nur ein kleiner Teil motiviert.

    Ach ich glaube, das ist bei einem Großteil der ITler nicht anders.

    > Macht auch Sinn, wie sollen denn absolut primitive und monotone Arbeiten
    > (die glücklicherweise immer mehr durch Robotik erledigt werden) Spaß
    > machen?

    Da sprichst Du halt aus der Blase der IT und Kreativszene. Ich kenne einige Handwerker (Schlosser, Elektriker, Maurer, Trockenbauer, Tischler), die ihre Arbeit mit großer Leidenschaft nachgehen.

    Der Schlosser arbeitet als Industrieschlosser bei einer Brauerei. Natürlich wartet er immer die gleichen Anlagen, er zieht seine Befriedigung daraus, dass es läuft, dass er den Laden am laufen hält, dass die Kollegen mit ihm zufrieden sind, ach ja, und aus dem Haustrunk.

    Ich habe kürzlich etliches medizinisches Personal kennengelernt, Pfleger, Schwestern, Therapeuten, die ihre Befriedigung aus der Arbeit mit dem Patienten ziehen. Klar ist der Job hart, aber auch sehr erfüllend.

    Wenn man ganz ehrlich ist, die meisten wirklich monotonen Arbeiten am Fließband, die leicht ein Roboter machen kann, macht bei uns leicht ein Roboter.

    > Faktisch verkauft ein Fahrradkurier eben eine Fähigkeit, die weder unique,
    > noch besonders wertstiftend ist. Jeder mit Beinen kann mit dem Fahrrad
    > durch die Gegend fahren. Daraus berechnet sich der Lohn.

    Klar, deshalb ist der gering. Aber genau deshalb sollte man sich fragen, ist das okay für mich, hab ich Spaß daran? Dann mach ich es. Wenn nicht, dann such ich mir nen anderen mies bezahlten Nebenjob. Aber zumindest einen, der mir Spaß macht, wenn er schon schlecht bezahlt ist.

    > Man kann sich natürlich auch über das System beschweren, aber so zu tun,
    > daß primitive Jobs grundsätzlich Spaß machen, wenn sie ordentliche
    > Arbeitsbedingungen haben ist lächerlich.

    Nein, nicht jeder für jeden. Ich könnte mir nicht vorstellen, als Trockenbauer Mauern hochzuziehen, aber mein Trockenbauer hier war ziemlich begeistert von seiner Arbeit. Er konnte mir mit Leidenschaft erklären, wie man die Wand nachträglich wärmedämmen kann und warum er was wie gemacht hat, damit ich die Wand in 10 Jahren, wenn die Kinder das Haus verlassen, leicht entfernen kann.

  10. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: Dingens_Urghss 15.06.21 - 10:46

    Das sind teils hohe Rösser von denen hier herab geschaut wird.

    Die wenigsten Menschen bekommen ihren Traumberuf, die allermeisten machen das was sie bekommen um über die runden zu kommen. Das es bei euch anders ist, bedeutet nur das es für euch besser gelaufen ist.

    Ich kenne Altenpfleger die ihren Job zwar an und für sich gern machen, aber auch gern was anderes machen wollen würden wenn sie denn die Chance hätten. Leider ist das nicht immer so einfach. Nicht jeder kann mal eben mit Anfang 40 in eine neue Ausbildung wechseln und alle Verbindlichkeiten bedienen die Familienleben halt so mit sich bringt.

    Ob diese Firma nun Systemrelevant ist oder nicht spielt auch keinerlei rolle. Wichtig ist in erster Linie das Menschen Geld erhalten für ihre Arbeit, und das sollte bei jedem Job so sein das man bei Vollzeit auch davon leben kann, alles andere ist daneben.

    Mal für euch in eurer schöne Welt Bubble:

    https://www.youtube.com/watch?v=3LopI4YeC4I

  11. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: peterbruells 15.06.21 - 11:14

    Dingens_Urghss schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------


    Danke für den Link. Sieht interessant aus, etwas überraschend fand ich, dass es ein generelles „ich verursache mehr“ ist.

  12. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: Auspuffanlage 15.06.21 - 11:53

    Eisklaue schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > CaseyJones schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > >
    > > Ist immer leicht vom Schreibtisch aus solche Vermutungen anzustellen.
    > Dafür muss ich mir nur das Gejammers hier im Artikel durchlesen oder das
    > Interview welches die Dame im Bild in der Zeit gegeben hat.
    >
    > > Haben Sie denn mal als Rider gearbeitet? Ich jetzt nicht und das werde
    > ich
    > > auch sicherlich niemals, schon allein, weil ich es nicht durchhalten
    > > würde.
    > > Sich im fahrradfeindlichen Deutschland beruflich mit dem Zweirad auf die
    > > Straßen zu trauen, zu annähernd Ausbeuter-Bedingungen, das fiele mir
    > zudem
    > > im Traum nicht ein.
    >
    > Ja, zwar nicht hip und neudeutsch als „Rider“ sondern als
    > Zeitungsauslieferer in nem knapp 8 km langen, 2000 Seelen Dorf welches an
    > nem Berg gelegen ist. Also sehr viel hoch und runter. Der ganze Spaß hat
    > meistens zwischen 5 und 6 h gedauert. Im Vergleich zu den
    > „Rider“ hab ich kein Fahrrad, Rucksack, Klamotten oder
    > sonstiges bekommen, nur nen Sack Zeitungen. Hab das einen Monat gemacht bis
    > ich mir den „Stundenlohn“ ausgerechnet habe. War irgendwas < 1
    > ¤ aber auch schon 20 Jahre her.
    >
    > >
    > > Meinen größten Respekt also an die, die das auf sich nehmen und für den
    > > solidarischen Zusammenhalt in der Community.
    >
    > Oh bitte, immer diese Glorifizierungen von Nichtigkeiten. Gebt’s
    > ihnen doch gleich noch ne Medaille für ihre aufopfernde, heldenmütige
    > Tätigkeit.


    Hier spricht zu 100% der deutsche Neid gemischt mit "Wenn ich das kann, dann können das alle anderen auch!".

    Bekomme ich auch eine Medaille für das Lesen der Kommentare hier? Würde mich freuen

  13. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: Psy2063 15.06.21 - 12:11

    CaseyJones schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Meinen größten Respekt also an die, die das auf sich nehmen

    Respekt für jemanden, der sich so ausbeuten lässt? Ne lass mal, das fällt schon eindeutig unter "selbst schuld" wenn man sich diese Arbeitsbedingungen gefallen lässt.

  14. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: peterbruells 15.06.21 - 12:14

    Eisklaue schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hab das einen Monat gemacht bis
    > ich mir den „Stundenlohn“ ausgerechnet habe. War irgendwas < 1
    > ¤ aber auch schon 20 Jahre her.


    Und für 8 km brauchst Du 6 Stunden?

    Niemand, aber wirklich niemand von normaler Intelligenz arbeitet für einen Stundenlohn von einem Euro. Auch nicht 2001.

    Da verdient mein Kind ja mehr wenn es fünf mal am Kiosk vorbeigeht und verlorene Geldstücke einsammelt.

  15. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: Dingens_Urghss 15.06.21 - 13:27

    Psy2063 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > CaseyJones schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Meinen größten Respekt also an die, die das auf sich nehmen
    >
    > Respekt für jemanden, der sich so ausbeuten lässt? Ne lass mal, das fällt
    > schon eindeutig unter "selbst schuld" wenn man sich diese
    > Arbeitsbedingungen gefallen lässt.

    Und dann kommt das Jobcenter um die ecke und sagt dir ganz unverhohlen, hier, friss oder stirb. ;)

  16. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: Trockenobst 15.06.21 - 14:13

    deepweather schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > daß primitive Jobs grundsätzlich Spaß machen, wenn sie ordentliche
    > Arbeitsbedingungen haben ist lächerlich.

    Ich habe mich schon immer gefragt, warum es in gewissen Großstädten eher solche Jobs gibt als in anderen. Die Wahrheit ist: Sehr viele Leute ohne besondere Fähigkeiten ziehen in Städte weil sie irgendwie meinen, dass ist wichtig. Warum können sie gar nicht erklären. Vielleicht weil es hip ist? Nur sind diese Städte teuer und dann landen sie irgendwie in den körperlich anstrengenden Ausbeuter-Jobs. Und so schließt sich der Kreis. Die Firmen gehen dahin, weil es sehr viele solche Leute gibt.

    Gerade Berlin hat eine magische Anziehungskraft für gewisse Gruppen von Menschen, die dann am Ende in diesen Trash-Jobs landen. Viele von denen könnten auch zurück zu den Eltern ziehen oder in Städte mit weniger "Überlebenszwängen". Jede Woche kommt irgendeine Story aus diesen Untergrund Existenzen, aber keiner fragt: wenn es so scheiße ist, warum bleibst du da? Nicht im Job, in der Stadt.

  17. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: Oktavian 15.06.21 - 14:21

    > Nur sind diese Städte teuer und dann landen sie irgendwie in den körperlich
    > anstrengenden Ausbeuter-Jobs. Und so schließt sich der Kreis. Die Firmen
    > gehen dahin, weil es sehr viele solche Leute gibt.

    Es ist ein Henne-Ei-Problem. In den Städten gibt es genug Leute für einfache Arbeit. Aber in den Städten gibt es auch genug einfache Arbeit.

    Früher ging jemand, der nichts konnte, in die nächste Fabrik ans Fließband. Diese einfachen Jobs sind faktisch alle weg. Man ließt immer von den traumhaft niedrigen Arbeitslosenzahlen in den Mittelstädten vielleicht im Sauerland. Es ist aber keine Option, als ungelernter dahin zu gehen, man wird keinen Job finden. Die niedrigen Zahlen dort sind dem umgekehrten Effekt geschuldet, wer dort ist und wenig kann, geht weg, denn dort wird er wahrscheinlich nie was finden.

    > wenn es so scheiße ist, warum
    > bleibst du da? Nicht im Job, in der Stadt.

    Hier im Ruhrgebiet wäre die im regionaltypischen Slang vorgetragene Antwort: Woanders ist auch Scheiße. In der Stadt gib es zumindest diese Scheißjobs. In Mittelstädten oder auf dem Land gibt es gute Jobs für gutausgebildete Leute, und sonst sehr wenig.

  18. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: CaseyJones 15.06.21 - 14:31

    Ich fühle mich doch ein bisschen angewidert von dem was hier teilweise noch nachkam, als ich meinte man solle doch etwas Respekt haben vor denen, die sich solche Jobs antun.

    Was ich bisher gelernt habe ist, dass man in Deutschland nur Respekt vor Jobs hat, die gesellschaftlich als edel und sauber angesehen sind und die natürlich sehr gut bezahlt werden und dass Systemrelevanz dabei bisher und auch weiterhin keine wirkliche Rolle spielt.

    Wer der Meinung ist, es sei okay sich so daneben zu benehmen, der trägt eine Mitschuld daran, dass die Pflegekraft ihn oder sie später mal weder versteht, noch genügend Zeit und Nerven hat, um sie/ihn menschenwürdig zu versorgen, denn diese Jobs sind zwar systemrelevant, werden jedoch genau so wenig gewürdigt, besonders im finanziellen Sinne, wie die der werten Fahrradkuriere, um die es hier geht.

    Entsetzlich, aber
    I'm acting astonished

  19. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: Trockenobst 15.06.21 - 14:44

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist ein Henne-Ei-Problem. In den Städten gibt es genug Leute für
    > einfache Arbeit. Aber in den Städten gibt es auch genug einfache Arbeit.

    Ich kenne zwei Ur-Berliner die waren auch im Presse/Medienumfeld für ihr ganzes Leben, schreiben Bücher, Artikel. Und genau aus dem Grund, das die Jobs und Lebenshaltungskosten immer mehr im Konflikt standen, haben sie die Stadt fürs Umland verlassen.

    Natürlich gibt es die superfitten Fahrradfreaks, die solche Jobs mit dem Trinkgeld irgendwie berechenbar, gut und finanziell auskömmlich finden, bevor sie mit ihrem Meme-Studium direkt auf Harz4 landen. Aber es sind anscheinend nicht alle, die Fluktuation bei diesen Diensten ist hoch.

  20. Re: Mal ganz ehrlich...

    Autor: Benutztername12345 15.06.21 - 14:50

    Hast du mal in so einem Job gearbeitet? Falls nein: lieber mal kleinere Töne spucken.

  1. Thema
  1. 1
  2. 2

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Technischer Redakteur (m/w/d)
    Schweickert GmbH, Walldorf
  2. Java-Entwickler*in
    Hessischer Rundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts, Frankfurt am Main
  3. PHP-Entwickler (w/m/d)
    Personalwerk Holding GmbH, Karben
  4. Sachbearbeiterinnen / Sachbearbeiter Verfahrensadministration (w/m/d)
    Polizei Berlin, Berlin

Detailsuche


Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Top-Angebote
  1. 29,99€ + 2,95€ oder versandkostenfrei mit OTTO UP (Vergleichspreis über 40€)
  2. 549,99€ (Vergleichspreis ca. 650€)
  3. 278,98€ + 30€ Cashback bei Kauf bis 31.07. (Vergleichspreis 309€)
  4. 89,90€ + 5,99€ Versand bei Vorkasse (Vergleichspreis ca. 130€)


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Hochwasser: Digitale Sicherheit gibt es erst nach Hunderten Toten
Hochwasser
Digitale Sicherheit gibt es erst nach Hunderten Toten

Die Diskussion um Cell Broadcast zeigt: Digitale Sicherheit gibt es erst nach Katastrophen. Das ist beängstigend, auch wenn man an kritische Infrastruktur wie das Stromnetz oder die Wasserversorgung denkt.
Ein IMHO von Sebastian Grüner

  1. Cell Broadcast Seehofer sieht keine Widerstände mehr gegen Warnung per SMS
  2. Unwetterkatastrophe Einige Orte in Rheinland-Pfalz weiter ohne Mobilfunk
  3. Katastrophenschutz Cell Broadcast soll im Sommer 2022 einsatzbereit sein

Elektroautos: Was bringt die Öffnung von Teslas Superchargern?
Elektroautos
Was bringt die Öffnung von Teslas Superchargern?

Elon Musk hat Details für den Zugang zu Teslas Supercharger-Netz genannt. Die "dynamische Preisgestaltung" dürfte das Laden komplizierter machen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Tübingen SUV-Fahrer sollen das Zwölffache fürs Parken zahlen
  2. Elektroauto Elektrischer Microvan Mia kommt wieder
  3. Solarauto Lightyear One mit Solarzellen erreicht 710 km Reichweite

Form Energy: Eisen-Luft-Akku soll Energiespeicherprobleme lösen
Form Energy
Eisen-Luft-Akku soll Energiespeicherprobleme lösen

Mit Geld von Bill Gates und Jeff Bezos sollen große, billige Akkus Strom für mehrere Tage speichern. Kann die Technik liefern, was sie verspricht?
Eine Analyse von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Förderprogramm Bund will Fachkräfte für Akkuindustrie ausbilden lassen
  2. Akkutechnologie Südkorea investiert 30 Milliarden Euro in Akkutechnologie
  3. CR2032 Airtags sind für Kleinkinder eine Gefahr