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Einfache logische Schlussfolgerung

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  1. Einfache logische Schlussfolgerung

    Autor: Rainer Phantasiename 24.10.11 - 10:27

    Apple ist schwer angeschlagen. Einerseits hat der Tod von Steve Jobs eine Lücke gerissen, die Tim Cook jetzt und in Zukunft nicht schließen kann, weil im Charisma und Appeal fehlen. Andererseits hat Apple mit dem "Herumeiern" um das iPhone 4S und dessen verspäteter Markteinführung nicht nur den Spannungsbogen überspannt, sondern - mal ganz offen ausgedrückt - herb enttäuscht.

    Technisch reicht die Hardware des iPhone 4S nur noch aus, um den Anschluss an den Wettbewerb nicht vollends zu verlieren. Softwareseitig überholt derzeit Android mit der Version 4 (Ice Cream Sandwich) von rechts. Das, was Apple neben dem unvergleichlichen Auftreten von Steve Jobs ausgemacht hat, nämlich die Kombination von Funktion, Ästhetik und Qualität - und das mit jedem Modell auf's Neue - hat ebenfalls dadurch gelitten, dass man dem neuen iPhone kein neues Gehäuse spendiert hat.

    Kurz: Wer sich heute ein iPhone 4S kauft, der hat nichts in der Hand, womit er sich von der Masse der iPhone 4-Besitzer abheben kann: Die Optik ist nahezu identisch. Und sogar die Software ist bei iPhone 3GS, iPhone 4 und iPhone 4S bis auf wenige Features gleich.

    Apple ist also in einer Zwangslage: Um die Analysten nicht vollends zu enttäuschen und den schwachen Start von Tim Cook nicht durch ein noch schwächeres Folgejahr in seiner wenig glanzvollen Anmutung auszubauen, MUSS Apple ZEITNAH einen "echten" Nachfolger für das iPhone 4 auf den Markt bringen. Da führt überhaupt kein Weg dran vorbei. Und genau das stellt Apple vor weitere Probleme:

    Da man hardwareseitig schon das meiste Pulver mit dem Refresh des 4S verschossen hat und so kurzfristig wohl vor allem nur noch am Display, dem Akku und dem Design schreiben kann, hat sich Apple den Knalleffekt gleich zweifach verdorben: Mit dem 4S wurde zu lange gewartet und zu wenig geliefert und das 5er wird zu wenig bieten und zu kurz nach dem 4S erscheinen (müssen).

    Die Prognose ist daher - was die Marktanteile angeht - von meiner Seite eher düster. Einerseits kommen nun wirklich die ersten Androiden, die alltagstauglich werden und geschäftstauglich sind, andererseits wird auch das Design der Wettbewerber immer besser und - zumindest bei HTC - auch die Wertigkeit der Gehäuse. Dazu kommen bärenstarke Technikfeatures, die ihrer Zeit manchmal voraus sind - aber deshalb nicht weniger interessant sind. Preis-/Leistung der Wettbewerber ist schon heute besser als bei Apple - das war auf Grund von Wertstabilität und Qualität mal anders.

    Aber um es kurz zu machen: Ich würde wetten, dass Apple im ersten Halbjahr 2012 endlich das iPhone 5 nachlegt. Verzichtet Apple darauf, wird diese neuerliche Enttäuschung herb für den Konzern werden.

    Dass die wahren Fans - oder im Fall von Apple muss man das immer wieder betonen: Jünger - sich von diesen Aspekten nicht beeindrucken lassen, ist klar. Aber diese Jünger haben Apple nicht groß gemacht, sondern an die Marke und ihre Verkörperung in Form von Steve Jobs geglaubt. Groß geworden ist Apple durch das Markenimage und den Coolness-Faktor. Wer "in" sein wollte, brauchte die Geräte mit den weißen Kopfhörern. Aber wie cool ist ein neues iPhone, das aussieht wie das Alte? Ist es so noch ein Statussymbol? Kaum!

    Wenn mich jemand fragen würde, dann würde ich raten, mit der Anschaffung eines neuen iPhones - wenn's denn eins sein soll - bis Mitte 2012 zu warten. Es bestehen beste Chancen, dass dann wirklich das 5er zu kaufen sein wird.

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