1. Foren
  2. Kommentare
  3. Wirtschaft
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › IBM: Crowdsourcing statt…

Ich (bzw. mein ex-Job) bin ausgelagert!

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Ich (bzw. mein ex-Job) bin ausgelagert!

    Autor: anonym 24.06.10 - 00:58

    Seit Jahresbeginn 2010 nimmt meine frühere Arbeit (Systemadministration, Benutzerservice, Hotline, Verwaltungsarbeiten) zum größten Teil IBM bzw. deren beauftragter Subunternehmer wahr. Als BR-Mitglied konnte man mich nicht entlassen, also hat man mich in eine andere Abteilung versetzt, wo ich aktuell eine Art "Zuarbeiterdienste" an einem höchst umständlichen und überflüssigen EDV-System verrichte. Seit der Umstellung häufen sich die Klagen der Anwender, die Bearbeitungszeiten wachsen (und die Ausfallzeiten damit ebenfalls). Eine l.m.a.A.-Mentalität macht sich immer breiter, die sich in der Art einer verzweifelt-komischen Resignation äußert.
    Die Ausfallzeiten plus die damit sinkende Arbeitsmoral / -leistung treiben die Kosten in eine ganz andere als die gewünschte Richtung.
    Kritik will allerdings niemand der höheren Chargen hören (nur Jubelrufe), stattdessen wird heftig an weiteren Maßnahmen der Unternehmens-Lahmlegung gearbeitet. SCHÖNE NEUE WELT!

  2. Re: Ich (bzw. mein ex-Job) bin ausgelagert!

    Autor: The Howler 24.06.10 - 08:10

    Und das ist ja noch nicht alles.
    - längere Ausfallzeiten*
    - sinkende Kundenzufriedenheit**
    - Aussterben von freiwilligen Zusatzleistungen***
    - Mehrkosten durch Controlling****
    - und noch mehr!

    *Ausgelagerte Callcenter können niemals dasselbe Knowhow mitbringen wie ein interner Support. Das betrifft aber nicht nur Callcenter, sondern auch den kompletten 2nd Level. Jede Firma ist anders und tickt anders, und damit meine ich nicht nur die Mentalität.

    **Fängt dort an wo der Callcenter Mitarbeiter plötzlich einen anderen Dialekt spricht, und hört dort auf wo es anstatt "Ich komme eben vorbei!" oder "Ah, ja, ich weiss was sie meinen, machen sie einfach folgendes..." plötzlich heisst: "Sehr schön, ich habe mir das alles notiert, und wir melden uns dann bei ihnen sobald wir eine Lösung gefunden haben!".

    ***Interne IT, die demselben Arbeitgeber angehört der die IT-Dienstleistung auch abnimmt, steht immer die Möglichkeit kurzer Dienstwege offen. So können Probleme erheblich schneller angepackt und gelöst werden, der Gesamtbetrieb läuft so reibungsloser und ohne/mit weniger Verzögerung.

    ****Bei ausgelagerten IT-Dienstleistungen kommt ein ständig wachsender beidseitiger Controlling-Floz dazu. Es müssen Personen in diesem Controlling arbeiten, diese brauchen berteute Arbeitsplätze, teilweise teure Software, die auch wiederum gewartet werden muss, und um controllen zu können muss ein umständliches Berichtswesen etabliert werden, das auch wieder auf beiden Seiten zu erhöhten Aufwänden führt, sprich: Ausgaben!

    Diese Outsourcing-Rechnungen gehen jedes mal auf, aber nur weil man die eine Kostenstelle für die outgesourcte Dienstleistung für sich allein gestellt betrachtet. Mir ist kein Fall bekannt in dem das Gesamtkonstrukt tatsächlich unter dem Strich echte Einsparungen gebracht hatte...

    Aber wir müsen ja wie Manager denken... IT kommt aus der "Steckdose", genau wie Strom! Woher der kommt ist ja egal... Ich lach mich tot!

    MfG,

    der freundliche Howler aus der Nachbarschaft

  3. Re: Ich (bzw. mein ex-Job) bin ausgelagert!

    Autor: idefix 24.06.10 - 09:01

    Das ist doch alles nichts neues und findet seit Ende der 90er Jahre statt....

    Um was geht es: Kosteneinsparung

  4. Re: Ich (bzw. mein ex-Job) bin ausgelagert!

    Autor: brusch 24.06.10 - 09:35

    Wenn es im Unternehmen so schlecht läuft, wie Du beschreibst, regelt das der Markt.

    Gealterte Unternehmen bekommen nun mal ab und zu Krebs (aufgeblähte Strukturen) oder eine Virusinfektion (Manager von "Elite"-Bildungseinrichtungen, die nie selbst eine Firma ans Laufen bringen würden) oder Gicht (verhärtete Strukturen) und sterben ab.

    Dann wird Platz für neue Unternehmen.

  5. Re: Ich (bzw. mein ex-Job) bin ausgelagert!

    Autor: The Howler 24.06.10 - 10:03

    idefix schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist doch alles nichts neues und findet seit Ende der 90er Jahre
    > statt....

    Hat jemand was anderes behauptet?

    > Um was geht es: Kosteneinsparung

    Die aber faktisch in der Regel nicht erreicht wird.

    Hast du meinen Beitrag gelesen? Wenn ja, dann hast du ihn nicht verstanden.

    MfG,

    der freundliche Howler aus der Nachbarschaft

  6. Re: Ich (bzw. mein ex-Job) bin ausgelagert!

    Autor: ringring 24.06.10 - 10:04

    brusch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn es im Unternehmen so schlecht läuft, wie Du beschreibst, regelt das
    > der Markt.


    Du meinst die Firma geht fast pleite, viele Mitarbeiter werden arbeitslos und die verantwortlichen Manager bekommen nochmal 10 Mio. Belohnung (Abfindung) und machen sich nen schönen Tag?

  7. Re: Ich (bzw. mein ex-Job) bin ausgelagert!

    Autor: The Howler 24.06.10 - 10:09

    Die Rechnung ist einfach. Manager werden auf Zeit eingekauft...

    Beispielrechnung:
    Gehalt pro Jahr: 1Mio
    Abfindung: 2Mio
    Vertragslaufzeit: 3Jahr

    Machst du gute Arbeit:
    3Jahre * 1Mio = 3Mio = 1Mio/Jahr

    Legst du erstmal ne Weile die Füße hoch, und wenn dich jemand fragt was du eigentlich tust baust du völligen Bockmist:
    2Jahre * 1Mio + 2Mio = 4Mio = 2Mio pro Jahr

    Noch besser aber man baut direkt im erstan Jahr noch den Bockmist!
    1Jahr * 1Mio + 2Mio = 3Mio = 3Mio/Jahr

    Manager werden für die Scheisse die sie bauen noch belohnt...

    MfG,

    der freundliche Howler aus der Nachbarschaft



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.06.10 10:11 durch The Howler.

  8. Re: Ich (bzw. mein ex-Job) bin ausgelagert!

    Autor: dergenervte 24.06.10 - 11:24

    @OP

    Das ist sowieso der Brüller. Eine Firma die Outsourcing Dienste anbietet sourced sich selber aus. Wenn das die Kunden mitkriegen, können sie auch gleich zu den Subunternehmen bzw. zu IBMs Auftragnehmern gehen! Manche Manager gehören einfach Tag und Nacht verprügelt!

  9. Re: Ich (bzw. mein ex-Job) bin ausgelagert!

    Autor: Black_Seraph 24.06.10 - 12:54

    idefix schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist doch alles nichts neues und findet seit Ende der 90er Jahre
    > statt....
    >
    > Um was geht es: Kosteneinsparung

    Mitarbeiter werden ausgelagert, was dem Unternehmen Geld spart. Der Arbeitnehmer hat schlussendlich aber weniger im Geldbeutel.
    Da die Leute weniger Geld haben, kaufen weniger teure IBM-Produkte. IBM muss also weitere Arbeiter auslagern um den Verlust zu komenpieren. Somit haben wieder weniger Leute genug geld für IBM-Produkte und der Umsatz sinkt. Also lagert IBM erneut Mitarbeiter aus...
    Beliebig fortführbar.
    Eine Firma zugrunde wirtschaften und dann mit einer dicken Abfindung nach hause gehen scheint das neue große Los zu sein.

  10. Re: Ich (bzw. mein ex-Job) bin ausgelagert!

    Autor: brusch 24.06.10 - 14:22

    ringring schrieb:
    ------------------------------------------------------------------
    > Du meinst die Firma geht fast pleite, ...

    Wieso nur fast? Vielleicht löst sie sich auch nur auf und
    der Name wird verkauft. Mit dem Erlös machen die Eigentümer der Fa., was sie wollen.

    > viele Mitarbeiter werden arbeitslos ...

    ... und haben die Chance, was Besseres zu finden. Schon seit einigen Jahren dürfte auch dem Letzten klar sein, dass es eine Arbeitsplatzgarantie bis zum Lebensende nicht gibt. Die Arbeitsverträge und daraus resultierenden Verpflichtungen werden erfüllt und gut ist.

    > und die verantwortlichen Manager bekommen nochmal 10 Mio.
    > Belohnung (Abfindung) und machen sich nen schönen Tag?

    Das müssen die Manager mit den Eigentümern der Firma klar machen und geht sonst höchstens noch das Finanzamt etwas an.

    Willkommen im Leben!

  11. Re: Ich (bzw. mein ex-Job) bin ausgelagert!

    Autor: Anonym 24.06.10 - 15:55

    Hmmm, naja viel Schwarzseher hier.

    Bei uns haben wir (IT) einzelne Systeme auch an externe vergeben. Am Anfang ist das vielleicht ein komisches Gefühl "Kompetenz" anzugeben. Aber unter dem Strich war es eine gute Entscheidung. Der Dienstleister kann den Service wesentlich besser betreiben als wir es tun. Wir entlasten uns und konzentrieren uns auf unsere Kernkompetenzen intern.
    Die paar EUR für den Dienstleister sind in unserem Fall gut investiert.
    Somit ist der "Beweis" erbracht, dass es mindestens einen Fall auf dieser Welt gibt, bei dem es sinnvoll war (auch aus Kostensicht) mindestens ein System komplett nach extern zu vergeben.
    Daraus leitet sich natürlich nicht ab, dass dies in jedem Fall so ist. Wurde durch den Threadstarter auch so angeführt.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Diehl Defence GmbH & Co. KG, Überlingen am Bodensee
  2. IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg
  3. K&P Computer Service- und Vertriebs GmbH, deutschlandweit (Home-Office)
  4. Wildeboer Bauteile GmbH, Weener

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 14,99€
  2. 64,99€
  3. (u. a. Mega-Man 11 für 11,99€, Lost Planet 3 für 3,99€, Barotrauma für 11€)


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Laschet, Merz, Röttgen: Mit digitalem Bullshit-Bingo zum CDU-Vorsitz
Laschet, Merz, Röttgen
Mit digitalem Bullshit-Bingo zum CDU-Vorsitz

Die CDU wählt am Wochenende einen neuen Vorsitzenden. Merz, Laschet und Röttgens Chefstrategin Demuth haben bei Netzpolitik noch einiges aufzuholen.
Ein IMHO von Friedhelm Greis

  1. Digitale Abstimmung Armin Laschet ist neuer CDU-Vorsitzender
  2. Netzpolitik Rechte Community-Webseite Voat macht Schluss

Blackwidow V3 im Test: Razers Tastaturklassiker mit dem Ping
Blackwidow V3 im Test
Razers Tastaturklassiker mit dem Ping

Die neue Version der Blackwidow mit Razers eigenen Klickschaltern ist eine grundsolide Tastatur mit tollen Keycaps - der metallische Nachhall der Switches ist allerdings gewöhnungsbedürftig.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Gaming-Notebook Razer Blade 15 mit Geforce RTX 3080 und gestecktem RAM
  2. Project Brooklyn Razer zeigt skurrilen Gaming-Stuhl mit ausrollbarem OLED
  3. Tomahawk Gaming Desktop Razers winziger Gaming-PC erhält Geforce RTX 3080

Sprachsteuerung mit Apple Music im Test: Es funktioniert zu selten gut
Sprachsteuerung mit Apple Music im Test
Es funktioniert zu selten gut

Eigentlich sollen smarte Lautsprecher den Musikkonsum auf Zuruf besonders bequem machen. Aber die Realität sieht ganz anders aus.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Streaming Apple Music kommt auf Google-Lautsprecher
  2. Internetradio Apple kündigt Apple Music 1 an und bringt zwei neue Sender