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Bedingungsloses Grundeinkommen

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  1. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: DrWatson 11.09.14 - 12:42

    John2k schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was sind die Nachteile im Vergleich zum BGE? Kann man ja eigentlich gar
    > nicht wirklich vergleichen, da bei der negativen Einkommenssteuer ja das
    > soziale nicht mit reformiert wird oder sehe ich das falsch?
    > Vielleicht müsste man beides kombinieren?


    Negative Einkommenssteuer = BGE + Flat Tax

    Die Negative Einkommenssteuer wird das soziale genau so reformiert wie beim einfachen BGE, nur dass gleichzeitig auch die Einkommenssteuer vereinheitlicht wird.

    Deine Steuerschuld errechnet sich dann aus Steuersatz * (Einkommen - Grundfreibetrag)

  2. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: M. 11.09.14 - 12:45

    Das sehe ich genauso. Wer meint, keiner würde mehr arbeiten wollen, bloss weil er auch ohne überleben kann, verkennt die Tatsache, dass viele ihre Arbeit auch gerne machen. Ausserdem hätte man beim BGE ja immer noch einen wirtschaftlichen Vorteil davon.

    Zugegeben, ich habe schon einen Arbeitsvertrag unterschrieben, weil mich die Stelle interessiert hat, ohne über das Gehalt gesprochen zu haben (im Vertrag stand das dann natürlich drin, war mir aber weitgehend egal). Allerdings würde ich auch nicht des Geldes wegen eine Stelle annehmen, die mich nicht interessiert. Das würde ein BGE allen ermöglichen. Damit müssten langweilige, gefährliche, unangenehme und repetitive Arbeiten entweder besser bezahlt oder automatisiert werden. Beides würde ich als Fortschritt empfinden.

  3. Re: KLAR! Kann bezahlt werden - wer rechnen kann ist im Vorteil, ne?

    Autor: DrWatson 11.09.14 - 12:47

    software.mitarbeiter schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > LOL
    >
    > Kann bezahlt werden?
    >
    > Du kannst wohl absolut nicht rechnen?
    >
    > Lies mal den hier (Quelle: Nachdenkseiten)
    >
    > www.vomitorium.de

    Das hier von Preiseffekten die Rede ist, zeigt doch nur, dass der Autor grundsätzliche Dinge, wie die Quantitätstheorie überhaupt nicht verstanden hat.

  4. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: DrWatson 11.09.14 - 12:54

    bofhl schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieso glauben alle, dass BGE alle Sozialprogramme erledigt? Im Gegenteil -
    > es wäre nur ein zusätzliches Programm, dass weitere Kosten produziert.

    > Oder denkt hier tatsächlich jemand, dass z.B. alleinerziehende Frauen auf
    > einmal genug Geld haben werden?

    Ich denke, hier liegt ein Verständnisproblem vor.

    Es geht doch explizit darum, das vorhandene Sozialsystem zu ersetzen.

    Egal ob man Arbeitslos oder Student oder Alleinerziehend ist oder ob man Grundsicherung bekommt – ein BGE oder eine Negative Einkommenssteuer soll die Existenzgrundlage sicherstellen und alle anderen Systeme ersetzen. Dazu gehört übrigens auch das Kindergeld.

    Das heißt natürlich, dass für Kinder einen gestaffelter Satz sinnvoll ist, da sie nicht von Geburt an den vollen Satz brauchen.

  5. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: DrWatson 11.09.14 - 13:01

    oborgers schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Schlussfolgerung zu ziehen BGE und das kuemmert uns nicht mehr ist doch
    > etwas......"mutig"
    > Denn selbst mit BGE sollte es "Mindeststandards bei der Bezahlung, der
    > Arbeitszeit oder dem Gesundheitsschutz" geben oder nicht?

    Der aus meiner Sicht größte Vorteil eines Grundeinkommens wäre ja gerade, dass die Menschen flexibel genug wären, um selbst sagen zu können: "Zu diesen Bedingungen Arbeite ich nicht"


    > Ausserdem sehe ich nicht ein, dass der Staat - also wir - die Arbeitnehmer
    > bezahlen sollen damit die Konzerne ihre Gewinne maximieren koennen, das BGE
    > darf nicht als "Sklavenbrot" gedacht sein;)

    Angebot und Nachfrage bestehen doch weiterhin…
    Wenn also ein Unternehmen versuchen sollte das ganze Auszunutzen, würde dadurch sofort die Nachfrage und somit auch die Löhne steigen, womit klar wird, dass ein Ausnutzen gar nicht möglich ist.

  6. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: DrWatson 11.09.14 - 13:12

    fehlermelder schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vorweg, bin wahrlich kein BWLer / VWLer, daher meine naiven Fragen:
    >
    > 1) BGE? Da würde ich Bienenzüchter werden oder ne Kneipe aufmachen,
    > arbeiten, bis es für den Rest des Monats reicht und den Laden wieder
    > zumachen. Blöd nur, wenn die Ärzte und Polizisten das auch machen.

    Das kannst du jetzt schon machen: Aufhören zu Arbeiten, dann gibt es nach einiger Zeit ALGII.

    Es ist nur die Frage ob du auf dem Niveau wirklich leben willst. Ich bezweifle das.


    > 3) Und der Einkommensunterschied wird dadurch ja nicht abgebaut.

    Das ist auch gar nicht das Ziel. Es geht darum, das es ein Grundeinkommen gibt, dass man nicht unterschreiten kann.

    > 4) Jetzt kommt aber noch der Außenhandel hinzu. Deine Peons können die
    > Differenz für dich also auch im Ausland erwirtschaften…

    Welche Differenz meinst du?

    > 4a) Welche Notierung hat deine Währung im internationalen vergleich, wenn
    > du dich gesetzlich verpflichtet hast, jeden deiner 100 Bürger am
    > Monatsanfang ja doch wieder 50$ zu geben, egal was kommt?

    Genau so wie jetzt: Die Transferzahlungen sind über Steuern finanziert.
    Das Geld kommt nicht aus irgendeiner Druckmaschine.

    > 4b) Und nimmst du nicht durch Gewinne den 100 Bürgern der Nachbarinsel
    > etwas weg, um dein System, das in diesem Falle an Schneeball denken ließe,
    > zu erhalten?

    Wie gesagt, es wird kein Geld gedruckt.
    Das BGE/Bügergeld/Negative Einkommenssteuer würde dadurch finanziert, dass alle anderen Transferleistungen abgeschafft werden – optimalerweise aufkommensneutral.

    > 4c)

    Siehe oben.

    Hier wird die Idee ganz gut erklärt: [www.zeit.de]



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.09.14 13:14 durch DrWatson.

  7. Re: KLAR! Kann bezahlt werden - wer rechnen kann ist im Vorteil, ne?

    Autor: software.mitarbeiter 11.09.14 - 13:22

    Du scheinst wohl nicht verstanden haben zu wollen, wer der Autor ist bzw. wer die da verlinkten Nachdenkseiten.de-Artikel publiziert, nicht wahr? :-)

    (Du solltest mal gucken, wer die NDS rausgibt und was der Trackrecord dieser Leute ist - kleiner Tip am Rande: Die haben u.a. mit den Linken in den letzten 20 Jahren zusammengearbeitet und haben Berater aus Ex-Kanzleramt-Sekretären usw usf.)

    Jetzt bist du dran - als IT-Profi kannst du uns allen ja mal erklären, was deiner Ansicht nach falsch ist, an dem verlinkten NDS Artikel?

    Wir freuen uns auf deine Darstellung.

  8. Re: KLAR! Kann bezahlt werden - wer rechnen kann ist im Vorteil, ne?

    Autor: DrWatson 11.09.14 - 13:50

    software.mitarbeiter schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du scheinst wohl nicht verstanden haben zu wollen, wer der Autor ist bzw.
    > wer die da verlinkten Nachdenkseiten.de-Artikel publiziert, nicht wahr?

    Nein, ich weiß nicht, wer Jens Berger ist.

    > Wir freuen uns auf deine Darstellung.

    Ich verlinke jetzt auch einfach mal etwas: Klick

    Ich denke der Trackrecord von Herrn Friedman ist nicht minder beeindruckend. Als Berater von Reagan und Deng Xiaoping wird er wohl wissen, von was er spricht.
    Auch die Geldpolitik der Bundesbank war an seinen Vorschlägen orientiert.

  9. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: fehlermelder 11.09.14 - 14:58

    PampelHampel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "1) BGE? Da würde ich Bienenzüchter werden oder ne Kneipe aufmachen,
    > arbeiten, bis es für den Rest des Monats reicht und den Laden wieder
    > zumachen. Blöd nur, wenn die Ärzte und Polizisten das auch machen."
    >
    > Im 19ten Jahrhundert war genau das durchaus üblich, die Kapitalisten hatten
    > anfangs sehr große Probleme dafür zu sorgen das die Arbeiter nicht einfach
    > nachdem sie genug verdient hatten nach hause gehen und den Rest des Tages
    > frei feiern. Da mussten erst Repressionssmechanismen gefunden werden mit
    > denen unsere heutige Arbeitsmoral durchgesetzt wurde.
    >
    > Lies mal diesen Text von 1883: www.wildcat-www.de

    Hab es nich komplett gelesen, aber hab da jetzt nicht wirklich Fakten oder Standpunkte gesehen, die belegen, wie es ohne Kapitalismus und die von die erwähnten Repressionssmechanismen möglich sein sollte unseren Lebensstandard zu halten oder zu verbessern. In dem Text wird über "die Ökonomen" geschimpft, die die Wunder von Arbeit und Kapital herbeibeten würden. Aber hatten sie damit letztendlich nicht recht? Haben sich lebensverhältnisse im Vergleich zu den im Text selbst beschriebenen nicht verbessert?
    Und ja, man braucht Repressalien, man muss den Arbeitsmarkt steuern. Zur Zeit des Textes gab es was, 3-4 milliarden Menschen? Heute sind es 7. Da kann man sich kaum erlauben, dass ein ganzes land nur Bienen züchtet. Die Honigpreise wären im Keller und die Bevölkerung würde hungern (Achtung: Überspitzung!!).

    > "2) Du hast weiter oben Einnahmen aus Kapitaleinkünften mit BGE verglichen.
    > Aber hinter all deinen Investitionen stehen doch dutzende, wenn nicht
    > hunderte von Angestellten, die jeden Tag arbeiten, um dir letztlich diese
    > Rendite zu erarbeiten. "
    >
    > Hab mir Anteile selbst verdient da ich dort gearbeitet habe, eben so.
    > Startup hat kein Geld also kannste dann erstmal gratis arbeiten mit dem
    > Versprechen später beteiligt zu werden. Ich hatte da glück, hat
    > einigermaßen funktioniert. Ist übrigens zum großen Teil Maschinenarbeit,
    > hab die Server so gescripted das sie eigendlich vollautonomes Data Mining
    > betreiben. Klar steht da in einer Arbeitsteiligen Welt immer die
    > Arbeitskraft anderer mit dahinter. Genauso beanspruche ich ja auch die
    > Arbeitsleistung des Bäckers wenn ich Brötchen einkaufe.

    Aber nicht nur Arbeitskraft geht da rein. Das Startup hat ja wiederum auch Kunden und benötigt eine noch viel größere Menge an Menschen, deren Daten gemined werden können. All diese Menschen müssen ernährt, ausgebildet, medizinisch versorgt ... werden. Ich bin mir jetzt auch nicht ganz über deinen Standpunkt im klaren ehrlich gesagt. BGE + Kapitalismus / freie Märkte oder ohne das Eine, aber mit dem Anderen oder eine form von marxistischem Kommunismus ...?
    Ich muss versuchen meinen Post hier abzukürzen. Sonst könnte ich noch so vieles hier einbringen, und ein Forum ist wohl auch nicht der richtige Ort für so eine Diskussion. Zu viel Raum um aneinander vorbeizureden.
    Habe trotzdem ein paar Gedanken unten aufgeschrieben.

    > Ich sehe das BGE daher eher als eine Technologie Dividende die
    > Produktivitätsfortschritte eben nicht mehr wie klassisch durch
    > Lohnerhöhungen ausschüttet (das wird in der
    > Postvollbeschäftigungsgesellschaft nicht mehr möglich sein) sondern als
    > direkte Zahlung. Wer dennoch mehr Arbeitet soll dann natürlich auch mehr
    > bekommen.

    bspw. wie kommen wir in die Postvollbeschäftigungsgesellschaft und noch viel wichtiger, wie erhalten wir sie?

    > "
    > 3) Und der Einkommensunterschied wird dadurch ja nicht abgebaut. Gib 100
    > Leuten in einem geschlossenen System jeden Monat 50 Spiel-$ als
    > Zahlungsmittel. Am Ende jedes Monats haben, sagen wir mal die Vermieter
    > mehr $ als die Bäcker. Du musst aber wieder jedem 50$ geben. Also was tun,
    > weiter Geld drucken, oder bei den besserverdienenden abschöpfen? "
    >
    > Das ist die entscheidende Frage, EZB und FED betreiben ja Quantitative
    > Easing. In den USA hat die Fed Zeitweise 85 Milliarden $ gedruckt (pro US
    > Bürger ziemliech genau 400$) durch drucken könnte man das BGE finanzieren.
    > Hätte aber den Effekt das das Geld durch den Konsum dann am Ende bei
    > Großkonzernen, Investoren usw sich in Form von Kapitaleinkünften ansammelt
    > und dort dann gehortet wird weil die auch nicht mehr wirklich wissen wohin
    > mit dem Geld. Sieht man ja derzeit an den niedrigen Zinsen.

    Da stimme ich zu. Der Gedanke war, dass durch das billige Geld neue Unternehmen und Innovationen entstehen. Tatsächlich will es aber keiner und jetzt liegt es bei den Banken herum und die Zahlen auch noch Strafen drauf (negativer Einlagenzins).
    Aber hätte man es den Menschen direkt gegeben, wäre vllt der Binnenmarkt kurzzeitig angewachsen, aber ich sehe nicht, wie DAS zu Innovationen führt.
    Zudem wird die Währung durch reines Drucken entwertet. Waren aus dem Ausland werden teurer, das BGE reicht nicht mehr zum Leben und eure eigenen Waren will auch keiner, weil ihr produziert wann ihr wollt, was ihr wollt.

    > Geld ist heute rein virtuell, Arbeitsleistung anderer wird ja nur dann
    > abgeschöpft wenn dieses Geld ausgegeben wird. Also wenn sich Milliardär nen
    > Palast bauen lässt mit 100 Bediensteten dann nimmt er mehr
    > gesellschaftliche Arbeit in Anspruch die woanderst zum Wohle der
    > Gesellschaft eingesetzt werden könnte. Denke daher das hohe Luxussteuern
    > sinvoll wären um sicherzugehen das Arbeit nicht für den Luxus der reichen
    > Zweckentfremdet wird. Plus natürlich Steuerparadiese dicht machen.

    In einem BGE Land wird auch der Milliardär es schwer haben "Bedienstete" zu finden. Man wird es schwer haben Müllmänner zu finden, Schlüsselnotdienste, Krankenwagenfahrer ... Ich denke mein Hauptkritikpunkt ist ein fehlendes Verteilungssystem. Wie wird sichergestellt, dass genügend Arbeiter an den richtigen Stellen eingesetzt sind? Wie baut man 4k-Fernseher, wenn die Entwickler kommen und gehen, wie es ihnen gefällt? Und das Kapital für große Projekte liegt immernoch bei den Milliardären.

    > Dennoch wird Gelddrucken einfacher durchsetzbar sein, weil der Staat da
    > niemandem was weg nimmt gibts auch weniger Widerstand. Vor allem wenn die
    > Reichen das Gefühl haben sie würden durch den Konsum der BGE empfänger
    > verdienen können. In den USA sinds ja gerade MC Donalds und Walmart die
    > neuerdings Lobbyarbeit für mehr Sozialstaat machen, weil die wissen das die
    > Leute dann mehr Kohle bei ihnen verkonsumieren werden und der Profit
    > steigt.

    Und gleichzeitig stagniert bei den Angestellten dieser Unternehmen seit Jahren der Reallohn, denn durch das viele Geld, ist es weniger wert. Andererseits ist das Einkommen der Besitzer gestiegen, weil Kapitalerträge im gleichen Zeitraum höher gestiegen sind, was zur berühmten Schere geführt hat, die sich immer weiter öffnet. Statt jetzt aber die Löhne zu erhöhen, wollen sie "mehr Sozialstaat", was von allen finanziert wird. Also wer profitiert vom Drucken?

    > In sofern, ich sehe das die aktuelle Politik sich immer mehr in Richtung
    > Geld drucken bewegt, auch ohne BGE schon. Mal schauen ob das tatsächlich
    > gut geht....

    Das ist eine gefährliche Gradwanderung, die die Kapitalmärkte belebt, da viel Geld zum Spielen da ist (DAX von 10.000 Punkten etc.). Aber Japan wird oft als eine mögliche Folge dessen genannt. Seit Jahrzehnten wird Geld gedruckt und man hat sich so sehr daran gewöhnt, dass man immer weiter damit rechnet, sich darauf verlässt. Investitionen und damit Innovationen werden aufgeschoben, weil es immernoch ein bisschen billiger werden kann.

    > "4a) Welche Notierung hat deine Währung im internationalen vergleich, wenn
    > du dich gesetzlich verpflichtet hast, jeden deiner 100 Bürger am
    > Monatsanfang ja doch wieder 50$ zu geben, egal was kommt? "
    >
    > Der Wert der Währung würde wohl durch Geldmengenausweitung sinken, die
    > Konkurrenzfähigkeit würde steigen. Macht die EZB ja auch nicht anderst,
    > will jetzt "bis zu" 3 Billionen in die Finanzmärkte pumpen um den Wert des
    > Euro zu senken um Konkurrenzfähig zu werden. Wenn alle das machen gibts
    > aber so ne art Währungskrieg um die billigste Staatsknete.

    Währungskrieg und Deflation. Aber gerade Deutschland hätte das eigentlich nicht nötig. Das soll allein den Staaten im Euro-Verbund dienen, die ihre Produkte anders nicht mehr los werden. Zu viele Bienenzüchter könnte man sagen. Während Deutschland glaube ich gerade erst wieder Export-Weltmeister wurde.

    > 3 Billionen sind übrigens so 6000 Euro pro EU Bürger, als wenn man 500 Euro
    > Grundeinkommen als minimum annimmt schon rund 1 Jahr BGE. Und die
    > Gelddruckorgie die findet ja nicht erst seit gestern statt. Ob das auf
    > dauer gut geht ist ne andere Frage. Aber statt das Geld in die Finanzmärkte
    > zu verlochen könnte man es auch den Bürgern aufs Konto überweisen. Würde
    > die Wirtschaft sicherlich mehr ankurbeln als wenn man damit nur neue
    > Schulden erzeugt.

    Nochmal, das Geld wird für einen bestimmten Zweck gedruckt. Geld für die Bürger zu drucken, würde den Wert im gleichen Maße senken, wie die Menge wächst. Ein Nullsummenspiel. An die Wirkung der Gelddruckerei gleube ich selbst sowieso nicht. Meines wissens nach ist das entstanden, als man sich vom Goldstandard verabschiedet hat und stattdessen durch Inflation und andere Mittel dachte die Geldwertstabilität besser steuern zu können, was jetzt aber leider doch aus dem Ruder zu laufen droht.

    > "4b) Und nimmst du nicht durch Gewinne den 100 Bürgern der Nachbarinsel
    > etwas weg, um dein System, das in diesem Falle an Schneeball denken ließe,
    > zu erhalten? "
    >
    > In einem freien Währungswettbewerb sollte sich der Geldwert doch
    > eigendlich so einpendeln das genau das nicht passiert. Problematisch wäre
    > das nur wenn beide Inseln wie in der EU ne Einheitswährung haben und so
    > nicht mehr auf bzw abwerten können um genau solche Effekte zu verhindern.

    Jetzt befinden wir uns nach o.g. Argumenten ja aber schon in einem Abwertungswettkampf. Die Reichen haben sich längst in wertbeständiges geflüchtet, sie besitzen das Land und die Rohstoffe und die Politik kann nur weiter Geld drucken, was die beiden anderen weiter im Wert steigen lässt.

    > "4c) Wie kann man konkurrenzfähigkeit gewährleisten, wenn oberstes Ziel
    > ist, dass deine Bürger ihre Träume ausleben können? Und was wenn du dann
    > ein negatives Außenhandelsdefizit hast, also plötzlich keine 500$ am 1. des
    > Monats hast?"
    >
    > Sollte ja zur Abwertung der eigenen Währung führen, also Einkaufen wird
    > teurer so das das Außenhandelsdefizit wieder sinkt.

    Wie gesagt, im Besten Falle (!) sehe ich, dass durch die Abwertung das BGE nicht mehr ausreicht, die Leute MÜSSEN arbeiten gehen, sie müssen Innovationen voranbringen, sich Gredanken machen, wie sie wettbewerbsfähiger werden ...

    Ist kein schönes System. Ich habe viele Probleme damit. Aber ein BGE ohne Änderungen am System ändert mMn nichts. Ich habe auch den Vorschlag gehört, Arbeit direkter als "Währung" zu nutzen (bspw. geleistete Stunden). Jeder MÜSSTE arbeiten, aber das hat genauso Probleme (1h als Arzt gegen 1h Bienenhüten oder was ist mit den Schwächsten der Gesellschaft, die nicht arbeiten können) oder Faktoren wie Innovationskraft oder Umweltschutz einzuberechnen, was aber unvorstellbar schwierig erscheint.
    Bin gespannt was da noch kommt.

  10. Thema Bezahlbarkeit des BGE

    Autor: DrWatson 11.09.14 - 15:43

    software.mitarbeiter schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > LOL
    >
    > Kann bezahlt werden?
    >
    > Du kannst wohl absolut nicht rechnen?

    Einige kurze Berechnungen lassen überdies erkennen, dass der Vorschlag finanziell weitaus billiger wäre und erst recht die erforderlichen Aufwendungen der staatlichen Verwaltung vermindern würde, im Gegensatz zu unserer gegenwärtigen Ansammlung von Wohlfahrtsmaßnahmen. Man kann diese Berechnungen auch als Beweis für die Verschwendung bei den augenblicklichen Methoden vom Standpunkt ihres Sinns, den Armen zu helfen, ansehen.

    Quelle: Milton Friedman: »Kapitalismus und Freiheit«; Piper Verlag, München 2006; 3. TB-Auflage, S. 227–231

  11. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: gadthrawn 11.09.14 - 18:26

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > gadthrawn schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > > Wieso? H4 bringt ja auch nicht mehr Asylanten nach DE, als in
    > irgendein
    > > > anderes Land.
    > >
    > > Nicht?
    >
    > Nein, oder hast du Zahlen, die anderes belegen?

    Die EU hatte 2013:
    434160 Asylanträge
    davon
    126705 in Deutschland (wobei die Flüchtlingsregeln übrigens auch vom Land der Ankunft in Europa ausgehen - irgendwie ist das Deutschland normalerweise nicht.)

    Also ja - wie bekommen mehr Asylbewerber wie jedes andere Europäische Land.

    Nach dem Urteil der Rumänin, die sich Hartz4 erstritt, sind die rumänischen Zuwanderungszahlen gestiegen (hm.. welcher Asylgrund gilt da).

    http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_PUBLIC/3-24032014-AP/DE/3-24032014-AP-DE.PDF

    > > In welcher Realität lebst du?
    >
    > Warum beleidigst du mich jetzt?

    Tue ich das? Ich bin von Folgendem ausgegangen:
    Falls du andere Zahlen hast, beweist dies, dass wir in disjunkten Realitäten leben.

    Falls du in einer lebst, in der BGE funktioniert, sind die noch weiter voneinander entfernt...

  12. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: DrWatson 11.09.14 - 18:38

    gadthrawn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die EU hatte 2013:
    > 434160 Asylanträge
    > davon
    > 126705 in Deutschland (wobei die Flüchtlingsregeln übrigens auch vom Land
    > der Ankunft in Europa ausgehen - irgendwie ist das Deutschland
    > normalerweise nicht.)

    1. Wie vielen dieser Anträge wird stattgegeben?

    2. Ist die Ursache wirklich ALGII?

    3. Warum ist ALGII Asylbewerberfreundlicher als die Sozialhilfe in anderen Ländern?

    3. Was würdest du als Maßnahme Vorschlagen?

    > Nach dem Urteil der Rumänin, die sich Hartz4 erstritt, sind die rumänischen
    > Zuwanderungszahlen gestiegen (hm.. welcher Asylgrund gilt da).

    In deiner Quelle steht nicht, dass die rumänischen Zuwanderungszahlen gestiegen sind.

    > > Warum beleidigst du mich jetzt?
    >
    > Tue ich das? Ich bin von Folgendem ausgegangen:
    > Falls du andere Zahlen hast, beweist dies, dass wir in disjunkten
    > Realitäten leben.

    Bleib doch einfach sachlich, dann passiert sowas auch nicht.

  13. Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

    Autor: tibrob 11.09.14 - 18:40

    Garius schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Weiß ja nicht wie alt du bist, aber ich wäre da zurückhaltender. Der
    > nächste "große" Krieg scheint gar nicht so weit entfernt.

    Hmm?

    > Abgesehen davon,
    > braucht es für ein BGE lediglich eine adäquate "Ablenkung", damit sich
    > nicht all zu viele Freidenker bilden. Sieht man im übrigen auch an der
    > Wahlbeteiligung. Viele sind gar nicht mehr daran interessiert, wie oder von
    > wem sie regiert werden. Solang es ihnen gut geht. Immer mehr Jugendliche
    > sind, selbst wenn sie wollten, gar nicht mehr in der Lage, acht Stunden am
    > Stück zu arbeiten. Ihren Tag kriegen sie trotzdem irgendwie rum, ohne auf
    > Ideen wie Umsturz und Rebellion zu kommen.

    Die Wahlbeteiligung sinkt, weil es im Grunde völlig egal ist, was man wählt, da in 90% der Fälle die *Wahlversprechen* eben nur Versprechen bleiben. Wozu dann wählen?

    Deine Jacke ist jetzt trocken!

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