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  5. › IMHO: Wenn Facebook keine Fake-News…

Nein.

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  1. Nein.

    Autor: Bouncy 14.11.16 - 17:43

    Aus dem Artikel konnte ich nicht wirklich erkennen mit welchem Recht darauf bestanden wird, Facebook diese journalistische Arbeit aufzuzwingen. Nichts anderes ist es ja schließlich, ein Zwang. Die _Verantwortung_ haben immernoch die erwachsenen Menschen vor dem Bildschirm, das nennt sich weiterhin Eigenverantwortung und niemand auf dieser Welt kann und darf die von sich abwälzen - aber genau das wird gefordert, mehr Regularien, weniger Eigenverantwortung. Die gräßliche Richtung, die unser Leben seit einigen Jahren nimmt - alles müssen andere regulieren, der Staat, die Wirtschaft, der Markt, egal, hauptsache nicht man selbst.

    Dabei haben doch eben die Nutzer Facebook erst zu einem Newsdienst gemacht, wie kann man sich denn da erdreisten einen freien Konzern zu einer Verantwortung zu verpflichten, die man selbst überhaupt erst generiert hat? Es können doch nicht zehntausend Leute sich auf einen beliebigen Blog einschwören, dem blind vertrauen und daraufhin verlangen, der Betreiber muß doch bitte eine Redation einstellen, man vertraut schließlich dem Geschriebenen. Völlig verkehrte Richtung...

    Und dann noch Punkt 3: wo hört das denn auf? Warum wird in so einem Fall nicht Google's Algo hinterfragt? Der verbreitet schließlich auch alles blind und überläßt dem Leser die korrekte Nutzung der Suchergebnisse, sogar nicht nur im Hinblick auf Wahr und Unwahr sondern sogar auf Legal und Illegal. Wo ist da der Unterschied zu FB? Gibt es einen? Und wenn nicht, gibt es bei Bing auch keinen? Und bei jeder andere kleinen Suchmaschine, müssen da ab sofort auch Journalisten sitzen? Oder nur ab x Nutzern? Wie groß ist x?

    Also ehrlich, vollkommen undurchdachtes Statement diesmal. Klar ein imho, aber doch ein ziemlich schlechtes für jemanden, der sich für Journalismus ausspricht...

  2. Re: Nein.

    Autor: teenriot* 14.11.16 - 18:11

    Yep.

    Warum nicht auch von Papierherstellern Verantwortung verlangen.
    Ohne Papier, keine Bücher.

    Meinungsfreiheit ist das Recht das Falsche zu sagen.
    Wenn ich der Meinung bin das wir in einer Hohlerde leben,
    hat niemand das Recht mir das zu verbieten.
    Keine Meinungsfreiheit ohne Redefreiheit.
    Keine Redefreiheit ohne Gleichbehandlung.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.11.16 18:12 durch teenriot*.

  3. Re: Nein.

    Autor: DeathMD 14.11.16 - 18:41

    Natürlich sollte man es nicht verbieten. Trotzdem wird es problematisch, wenn immer mehr Menschen Wissen in Form von Sachbüchern etc. verwehren und nur noch irgendwelchen Heilsbringern auf Facebook und deren Theorien hinterher rennen.

  4. Re: Nein.

    Autor: teenriot* 14.11.16 - 19:29

    Das stimmt. aber da hilft kein Meinungsschiedsrichter.

    Was früher falsch war ist heute richtig.
    Was früher richtig war ist heute falsch.

    In der Geschichte hat sich am Ende immer die liberale Seite durchgesetzt, temporäre Rückschritte mit einbegriffen. Also relaxen! Öffentliche Meinung kontrollieren zu wollen wäre definitiv ein Rückschritt und zudem geheuchelt wenn man damit Meinungsbeeinflussung unterbinden will



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.11.16 19:29 durch teenriot*.

  5. Re: Nein.

    Autor: matok 14.11.16 - 22:02

    Korrekt. Nicht Facebook muss sich ändern, nein, die Menschen müssen sich ändern. Im Informationszeitalter müssen sie selbst Informationen sammeln und bewerten, mehr denn je. Das geht einfach nicht, indem man nur eine Quelle nutzt. Und Facebook ist da als Quelle keine Ausnahme. Klassische Medien sind genauso wenig 100% objektiv, selbst die größten und namhaftesten Organe nicht.
    Was den meisten Menschen fehlt, ist differenzieren zu können. Das macht sie leider sehr beeinflussbar. Viele Menschen begreifen das Internet irgendwie wie einen moderierten Raum. Ist es aber nicht. Das Internet ist nur ein riesiger Haufen und darin findet man von Müll bis Perlen so ziemlich alles. Je nachdem, wo man sich vorwiegend aufhält, findet man z.B. vorwiegend Müll und denkt, die Welt nur Müll.

  6. Re: Doch

    Autor: MrAnderson 14.11.16 - 22:53

    Facebook ist ein Medium, das im Gegensatz zu normalen Medien, die Nachrichten halt kostenlos von seinen Benutzern erzeugen lässt. Das entbindet FB als Herausgeber aber nicht von der Journalistischen Sorgfallspflicht.

    Heißt zumindest Posts mit "informellem", gesellschaftlich relevantem Inhalt müssen den journalistischen Regeln entsprechen. Kommentare ist wieder was anderes. Wie auch Posts(Shares) anderer offiziellen Medien, da liegt die Pflicht bei denen.

    Ich weiß, das ist eine ziemliche Aufgabe. Aber so ist es halt, wenn man bei seinem Start-Up und Geschäftsmodell Abteilungen wie Redaktion oder (sehr beliebt) Logistik vergisst.

    Ich mache mir hier sicher keine Freunde, aber wenn man ein Nachrichtenmagazin betreibt - und nichts anderes ist FB heute zu mind. 50% - hat man auch die entsprechenden Pflichten. Müssen sie halt weltweit mal 1 Mio. Redakteure einstellen.

    Mir geht es nicht darum, Posts von politsch anderen Meinungen zu unterdrücken. Mein Gott, wer Kopp, RT-Deutsch, PI, etc. glauben will, soll er. Aber wenn Hans Wurst postet: "Asylanten vergewaltigen Blondine", ist das aus keiner journalistischen Quelle, wo man von der Professionalität zumindest ausgehen muss, sondern von einem "Abonnenten", der einen "Leserbrief" schreibt. Also ist der Herausgeber auch verantwortlich.

    Kann und finde ich, muss man so sehen. Darum finde ich auch die Aktion des Würzburger Anwalts, der das FB-Management angezeigt hat gut.

  7. Re: Nein.

    Autor: Bouncy 14.11.16 - 23:07

    MrAnderson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also ist der Herausgeber auch verantwortlich.
    Das ist dann wohl der kleine, entscheidende Punkt: FB soll erst zu einem Herausgeber gemacht werden, wo doch der wahre Herausgeber derjenige ist, der Nachrichten verbreitet\liked\weiterschickt.
    "Das Internet" ist auch kein Herausgeber, Google News ebensowenig, aber FB soll dieser Stempel jetzt gegen das eigentliche Geschäftsmodell aufgedrückt werden? Nur damit der Nutzer aus _seiner_ Verantwortung gezogen wird? Warum wird nicht gegen diejenigen vorgegangen, die Unsinn schreiben?
    Wenn jemand (pseudo-)journalistische Werke verfaßt, dann könnte man mit Recht einfordern, dass er journalistischen Grundsätzen entsprechen muß, und wenn jemand einen Text liest, dann könnte man zurecht einfordern, dass er eine Sorgfaltspflicht beim Weiterleiten\Liken haben soll. Die Menschen müssen endlich mehr zur Verantwortung erzogen werden, _das_ wäre die richtige Richtung...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.11.16 23:07 durch Bouncy.

  8. Re: Nein.

    Autor: MrAnderson 14.11.16 - 23:47

    FB hat sich selbst zum Herausgeber gemacht. Wären alles eigene (journalistische) Angebote, müsste doch unter jedem (Nachrichten)Beitrag ein Impressum stehen?
    Facebook gibt die Nachricht heraus (an die Öffentlichkeit), also ist FB imho auch dafür verantwortlich. Klar, gleiches Thema wie Youtube und ähnliche Plattformen.

    Aber sorry .. auf Facebook werden Lügen verbreitet, die z.B. Wahlen beeinflussen. Findest du das ok?

    Beruhigend finde ich, dass meine Neffen (13/16) nur müde lächeln wenn sie Facebook hören und so Worte wie Müll in den Mund nehmen. :) ... n8

  9. Re: Nein.

    Autor: chefin 15.11.16 - 08:05

    Facebook bewertet die Nachrichten bereits. Das ist letztendlich das Problem.

    Werden bestimmte Merkmale erfüllt, wird es an Leute ausgeliefert, sind diese nicht erfüllt, verschwindet es wieder. Diese Merkmale sind aber subjektiv und damit bewertend.

    Zustimmung dahingegend das Zensur oberscheisse ist. Genauso ist aber ein Bewertungsschema scheisse. Weil das ebenfalls wie eine Zensur wirkt. Indem man bestimmte Dinge raushebt, verschwinden andere in der Masse die man einfach nicht mehr erfassen kann.

    Jeder Eingriff in die Daten ist Zensur, selbst das was Facebook momentan macht, wenn es Likes und Relevanz bewertet. Dadurch verschwinden andere Informationen im Nirvana. Google löscht ja auch keine Daten, es listet sie nur nicht mehr in den Suchbegriffen. Das ist auch Zensur. Und würde Google es statt nicht mehr zu listen einfach auf Seite 20 schieben wäre das wie löschen.

    Deswegen muss Facebook etwas tun. Sie sagen A und müssen dann auch B sagen.

  10. Re: Nein.

    Autor: Bouncy 15.11.16 - 11:36

    MrAnderson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Facebook gibt die Nachricht heraus
    Na keineswegs, die bleiben intern im "Facebook-Netz", da wird nichts herausgegeben.
    > Aber sorry .. auf Facebook werden Lügen verbreitet, die z.B. Wahlen
    > beeinflussen. Findest du das ok?
    Ja, definitiv. Nennt sich Meinungsfreiheit. Ich darf munter durch die Gegend lügen und niemand kann mich daran hindern wenn ich hier öffentlich schreibe Delphine sind für die Ozonlöcher verantwortlich und müssen ausgerottet werden, ist doch nicht meine Entscheidung wenn mir jemand den Quark auch noch abkauft...

  11. Re: Nein.

    Autor: Bouncy 15.11.16 - 11:47

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Facebook bewertet die Nachrichten bereits. Das ist letztendlich das
    > Problem.
    Genaugenommen bewerten die User das, FB sortiert nur nach Userwünschen. Würde niemand die Likes klicken, dann hätte FB auch kein Instrument um zu sortieren - aber der Witz ist doch, dass User diese Sortierung verlangen, deswegen teilen und liken und followen sie ja. Insofern kann man nicht davon ausgehen, dass es Zensur ist, wenn es doch genau das ist, was User sich wünschen.
    > Zustimmung dahingegend das Zensur oberscheisse ist. Genauso ist aber ein
    > Bewertungsschema scheisse. Weil das ebenfalls wie eine Zensur wirkt.
    Ich kann den Gedanken ja nachvollziehen, dass es unter speziellen Umständen eine ziemlich verwaschene Grenze zwischen Sortierng und Zensur geben könnte, aber das ist ganz dünnes Eis. Damit könnte man jegliche Sortierung dieser Welt infrage stellen, aber das geht imho deutlich zu weit.

    Mal davon abgesehen, dass es ebenso eine Grenze zwischen Zensur und Hausrecht gibt - FB ist immernoch eine geschlossene Plattform einer privaten Firma, die haben keinerlei Verpflichtung unpolitisch oder unbefangen zu sein und können über die Inhalte ihrer Plattform frei verfügen. Hausrecht wird irgendwie ständig mit Zensur gleichgestellt, aber das ist völlig falsch...

  12. Re: Nein.

    Autor: teenriot* 15.11.16 - 13:26

    Bouncy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Mal davon abgesehen, dass es ebenso eine Grenze zwischen Zensur und
    > Hausrecht gibt - FB ist immernoch eine geschlossene Plattform einer
    > privaten Firma, die haben keinerlei Verpflichtung unpolitisch oder
    > unbefangen zu sein und können über die Inhalte ihrer Plattform frei
    > verfügen.

    Nein, Facebook hat wie Google eine Monopolstellung weswegen man nicht nur mehr Ansprüche als an normale Marktteilnehmer stellen kann, sondern diese auch juristisch einfordern muss. Wenn Aufgrund einer Monopolstellung kommerzielle Interessen mit Grundrechten kollidieren, dann muss abgewogen werden, wobei die kommerziellen Interesse immer den Kürzeren ziehen (sollten). Aber gerade deswegen darf Facebook nicht anfangen Meinungs- oder Faktengott zu spielen und erst recht nicht aus der Motivation heraus, dass der "Falsche" eine Wahl gewonnen hat.

    Wer solche Forderungen stellt steckt einfach nur den Kopf in den Sand.

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