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Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

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  1. Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: judgy 07.08.19 - 15:43

    Ralf Beckmann (Arbeitsagentur): "Die Anzahl der IT-Freiberufler stagniert seit Jahren und war zuletzt rückläufig"
    Diese Aussage stimmt wahrscheinlich.

    Ralf Beckmann (Arbeitsagentur): "Offensichtlich ist für viele ITler eine abhängige Beschäftigung attraktiv"
    Diese Schlussfolgerung ist sicherlich falsch.

    It-Freiberufler, vorallem Softwareentwickler, arbeiten in der Regel längere Zeit (1-3 Jahre) für den selben Kunden, weil die Projekte so eine lange Laufzeit haben.
    Leider wurden in den letzten Jahren die Kriterien zur Scheinselbständigkeit immer weiter verschärft. Während das Problem mit der Scheinselbständigkeit bei Selbständigen im Niedriglohnsektor sicherlich ein sinnvolles Thema ist, fühlen sich IT-Freiberufler hier in ihrer Existenz bedroht.
    Man hat den Eindruck in Deutschland wird alles unternommen, um Freiberufler in eine abhänige Beschäftigung zu drängen.

    In der Folge beauftragenn größere Firmen Freiberufler schon seit Jahren nicht mehr direkt, sondern gehen über Consulting Firmen, die das auch ausnutzen.
    In letzter Zeit versuchen die Consultingfirmen die Freiberufler über Arbeitnehmerüberlassung an die Endkunden weiterzureichen, um das Problem mit der Scheinselbständigkeit nicht zu haben.

    Insofern macht sich Herr Beckmann von der Arbeitsagentur die Welt schön.
    Nein, abhängige Beschäftigung ist für ITler in der Regel nicht attraktiv, aber in Deutschland erwünscht, damit die Rentenkassen aufgefüllt werden.
    Auf der anderen Seite werden IT-Freiberuflern - politisch gewollt - immer mehr Knüppel zwischen die Beine geworfen.

  2. Re: Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: derh0ns 07.08.19 - 17:31

    Ist halt wirklich mal Zeit fuer Einkommensabhaenige Regeln, d.h. Scheinselbstandlich mit weniger als 30k im Jahr, einfachere Kuendigungsmoeglichkeiten fuer Mindestloehner etc.

  3. Re: Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: lock_ 08.08.19 - 09:37

    nein wie wäre es mal das system generell neuzudenken... leiharbeit und noch schlimmer werksverträge gehören meiner meinung nach verboten, denn sonst kommt es auch irgendwann bei uns zu den unsäglich "zero hour" verträgen wie in GB, oder den USA...
    und sorry, wenn einer in einem projekt 3, oder vielleicht sogar 4 jahre arbeitet, dann sehe ich persönlich keinen grund, warum der nicht festangestellt sein sollte.
    man müsste die gehaltsbänder evtl. mal neudenken, da wirkliche professionals auch wie wirkliche professionals bezahlt werden sollten, aber nur damit ich ca. das doppelte einstreichen kann als selbständiger mich den zahlungen ans soziale system zu entziehen ist aus sicht der gemeinschaft sicherlich auch nicht der richtige weg.
    denn auch wenn der freiberufler am ende garnichts ins rentensystem gezahlt haben sollte und nicht clever genug war privat vorzusorgen, wird er dennoch zumindest den mindestsatz eben aus der rentenkasse bezahlt bekommen... und auch der mindestsatz ist mehr als garnichts!

  4. Re: Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: Gole-mAndI 08.08.19 - 09:45

    Das ist tatsächlich einer der Gründe warum ich die Freiberufler-Idee wieder verworfen habe. Alleine hat man gar nicht die Kapazität auf mehreren Hochzeiten zu tanzen. Außer man macht nur IT Feuerwehr oder ne lokale Hardware Bude für Endkunden.

    Berater fürs Verteidigungsministerium wäre natürlich was. Hat man nur wieder das Problem mit der Scheinselbstständigkeit. In der Wirtschaft muss man dann schon einen "Namen" haben um an die guten Jobs zu kommen.

  5. Re: Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: judgy 08.08.19 - 10:35

    > und sorry, wenn einer in einem projekt 3, oder vielleicht sogar 4 jahre
    > arbeitet, dann sehe ich persönlich keinen grund, warum der nicht
    > festangestellt sein sollte.

    Als Freiberufler ist man 'frei' und ist keine Zwängen unterlegt.
    Der "Chef" kommt und bittet Dich! Nicht anders herum.
    Kein Zwang der 38 oder 40 Stundenwoche. Keine unbezahlten Überstunden.
    Wenn Du nach 6 Stunden fertig bist mit Deinen Aufgaben und die Sonne scheint, geht Du nach Hause.
    Wenn Du 8 Wochen Urlaub im Jahr machen willst, machst Du 8 Wochen Urlaub.
    Ok, man bekommt halt auch nur für die Stunden bezahlt, die man auch arbeitet.
    Aber man verdient halt auch im 6 stelligen Bereich, wenn man voll arbeitet.

    > man müsste die gehaltsbänder evtl. mal neudenken, da wirkliche
    > professionals auch wie wirkliche professionals bezahlt werden sollten, aber
    > nur damit ich ca. das doppelte einstreichen kann als selbständiger mich den
    > zahlungen ans soziale system zu entziehen ist aus sicht der gemeinschaft
    > sicherlich auch nicht der richtige weg.

    Ja, man verdient das doppelte, aber auch nur weil man frei ist.
    Meine angestellte Kollegen sind statt dessen immer nur am Jammern: Über das eigene Gehalt, das Gehalt der anderen (Ost und West liegt weit auseinander), die schlechte Projektleitung, einfach alles. Wenn man frei ist, schaut man bei Xing oder LinkedIn nach Projekten in der Region und zieht weiter.
    Das ist natürlich auch eine Frage der Mentalität.

    Dafür muss man auch etwas tun. Man muss sich in seiner Freizeit weiterbilden, man muss mehr bieten als die angestellten Entwickler. Man muss wissen, was morgen kommt.

    Und bezüglich Zahlungen in das soziale System: Wenn alle in das System einzahlen würden, wäre es sicherlich kein Problem: Beamte und all die offiziell als freiberufliche Tätigkeiten anerkannten Berufe.

    > denn auch wenn der freiberufler am ende garnichts ins rentensystem gezahlt
    > haben sollte und nicht clever genug war privat vorzusorgen, wird er dennoch
    > zumindest den mindestsatz eben aus der rentenkasse bezahlt bekommen... und
    > auch der mindestsatz ist mehr als garnichts!

    Bist Du da sicher?
    Ich glaube, wer nicht in die Rentenkasse einzahlt, bekommt auch nichts.
    Aber natürlich hast Du recht, dass man bei allen Freiberuflern überprüfen muss, ob sie für die Rente vorsorgen.

  6. Re: Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: judgy 08.08.19 - 10:43

    Gole-mAndI schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist tatsächlich einer der Gründe warum ich die Freiberufler-Idee wieder
    > verworfen habe. Alleine hat man gar nicht die Kapazität auf mehreren
    > Hochzeiten zu tanzen. Außer man macht nur IT Feuerwehr oder ne lokale
    > Hardware Bude für Endkunden.

    Unsinn.
    Wenn Du eine Programmiersprache recht gut beherrscht und weißt, wie nen Ticket- und Versionscontrolsystem funktioniert, musst Dich lokal nur mit den Headhuntern/Consultingfirmen vernetzen und bekommst regelmäßig neue Angebote.

    Du brauchst keinen 'guten Namen', weil es einfach zu viele Projekte gibt.
    Wenn man nach ner Woche merkt, Du versprichts mehr als Du kannst, bist Du nach zwei Wochen wieder raus. Ansonsten können es auch 2-3 Jahre werden - auch im Verteidiungsministerium.
    Und selbst bei der Rentenversicherung (DRV) arbeiten Freiberufler. Ich weiss es ;-)

    Ja, das Thema Scheinselbständigkeit ist ein Thema, aber auch heiss gekocht. Ich kenne niemanden, wo das Thema schon mal aufgekocht ist.

  7. Re: Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: Gole-mAndI 08.08.19 - 11:45

    judgy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gole-mAndI schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Das ist tatsächlich einer der Gründe warum ich die Freiberufler-Idee
    > wieder
    > > verworfen habe. Alleine hat man gar nicht die Kapazität auf mehreren
    > > Hochzeiten zu tanzen. Außer man macht nur IT Feuerwehr oder ne lokale
    > > Hardware Bude für Endkunden.
    >
    > Unsinn.
    > Wenn Du eine Programmiersprache recht gut beherrscht und weißt, wie nen
    > Ticket- und Versionscontrolsystem funktioniert, musst Dich lokal nur mit
    > den Headhuntern/Consultingfirmen vernetzen und bekommst regelmäßig neue
    > Angebote.
    >
    > Du brauchst keinen 'guten Namen', weil es einfach zu viele Projekte gibt.
    > Wenn man nach ner Woche merkt, Du versprichts mehr als Du kannst, bist Du
    > nach zwei Wochen wieder raus. Ansonsten können es auch 2-3 Jahre werden -
    > auch im Verteidiungsministerium.
    > Und selbst bei der Rentenversicherung (DRV) arbeiten Freiberufler. Ich
    > weiss es ;-)
    >
    > Ja, das Thema Scheinselbständigkeit ist ein Thema, aber auch heiss gekocht.
    > Ich kenne niemanden, wo das Thema schon mal aufgekocht ist.

    Unsinn.
    Darum geht es doch gerade du kannst nicht länger an einem Projekt arbeiten. Entweder du machst mehrere parallel oder du darfst nur kurze Arbeiten annehmen. Beide Varianten musst du dann irgendwie deinem Auftraggeber verkaufen können.
    Alles andere ist illegal. Egal was du dir da einredest. Und ja das kommt auch raus. Spätestens bei der nächsten Finanzprüfung. Und ja die finden bei größeren Unternehmen regelmäßig statt.

  8. Re: Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: a user 08.08.19 - 12:32

    judgy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ralf Beckmann (Arbeitsagentur): "Die Anzahl der IT-Freiberufler stagniert
    > seit Jahren und war zuletzt rückläufig"
    > Diese Aussage stimmt wahrscheinlich.
    >
    > Ralf Beckmann (Arbeitsagentur): "Offensichtlich ist für viele ITler eine
    > abhängige Beschäftigung attraktiv"
    > Diese Schlussfolgerung ist sicherlich falsch.
    >
    > It-Freiberufler, vorallem Softwareentwickler, arbeiten in der Regel längere
    > Zeit (1-3 Jahre) für den selben Kunden, weil die Projekte so eine lange
    > Laufzeit haben.
    > Leider wurden in den letzten Jahren die Kriterien zur Scheinselbständigkeit
    > immer weiter verschärft. Während das Problem mit der Scheinselbständigkeit
    > bei Selbständigen im Niedriglohnsektor sicherlich ein sinnvolles Thema ist,
    > fühlen sich IT-Freiberufler hier in ihrer Existenz bedroht.
    > Man hat den Eindruck in Deutschland wird alles unternommen, um Freiberufler
    > in eine abhänige Beschäftigung zu drängen.
    >
    > In der Folge beauftragenn größere Firmen Freiberufler schon seit Jahren
    > nicht mehr direkt, sondern gehen über Consulting Firmen, die das auch
    > ausnutzen.
    > In letzter Zeit versuchen die Consultingfirmen die Freiberufler über
    > Arbeitnehmerüberlassung an die Endkunden weiterzureichen, um das Problem
    > mit der Scheinselbständigkeit nicht zu haben.
    >
    > Insofern macht sich Herr Beckmann von der Arbeitsagentur die Welt schön.
    > Nein, abhängige Beschäftigung ist für ITler in der Regel nicht attraktiv,
    > aber in Deutschland erwünscht, damit die Rentenkassen aufgefüllt werden.
    > Auf der anderen Seite werden IT-Freiberuflern - politisch gewollt - immer
    > mehr Knüppel zwischen die Beine geworfen.

    Ich würde sagen bei uns erfüllen ALLE externen ZU RECHT, die Kriterien der Scheinselbständigkeit.
    Hier wird nicht für ein Projekt eignestellt, sondern solange wie möglich und nötig. Und wir sind ein sehr großer weltweiter Konzern.

  9. Re: Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: lock_ 08.08.19 - 14:20

    judgy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > und sorry, wenn einer in einem projekt 3, oder vielleicht sogar 4 jahre
    > > arbeitet, dann sehe ich persönlich keinen grund, warum der nicht
    > > festangestellt sein sollte.
    >
    > Als Freiberufler ist man 'frei' und ist keine Zwängen unterlegt.
    > Der "Chef" kommt und bittet Dich! Nicht anders herum.
    > Kein Zwang der 38 oder 40 Stundenwoche. Keine unbezahlten Überstunden.
    > Wenn Du nach 6 Stunden fertig bist mit Deinen Aufgaben und die Sonne
    > scheint, geht Du nach Hause.
    > Wenn Du 8 Wochen Urlaub im Jahr machen willst, machst Du 8 Wochen Urlaub.
    > Ok, man bekommt halt auch nur für die Stunden bezahlt, die man auch
    > arbeitet.
    > Aber man verdient halt auch im 6 stelligen Bereich, wenn man voll
    > arbeitet.
    >
    > > man müsste die gehaltsbänder evtl. mal neudenken, da wirkliche
    > > professionals auch wie wirkliche professionals bezahlt werden sollten,
    > aber
    > > nur damit ich ca. das doppelte einstreichen kann als selbständiger mich
    > den
    > > zahlungen ans soziale system zu entziehen ist aus sicht der gemeinschaft
    > > sicherlich auch nicht der richtige weg.
    >
    > Ja, man verdient das doppelte, aber auch nur weil man frei ist.
    > Meine angestellte Kollegen sind statt dessen immer nur am Jammern: Über das
    > eigene Gehalt, das Gehalt der anderen (Ost und West liegt weit
    > auseinander), die schlechte Projektleitung, einfach alles. Wenn man frei
    > ist, schaut man bei Xing oder LinkedIn nach Projekten in der Region und
    > zieht weiter.
    > Das ist natürlich auch eine Frage der Mentalität.
    >
    > Dafür muss man auch etwas tun. Man muss sich in seiner Freizeit
    > weiterbilden, man muss mehr bieten als die angestellten Entwickler. Man
    > muss wissen, was morgen kommt.
    >
    > Und bezüglich Zahlungen in das soziale System: Wenn alle in das System
    > einzahlen würden, wäre es sicherlich kein Problem: Beamte und all die
    > offiziell als freiberufliche Tätigkeiten anerkannten Berufe.
    >
    > > denn auch wenn der freiberufler am ende garnichts ins rentensystem
    > gezahlt
    > > haben sollte und nicht clever genug war privat vorzusorgen, wird er
    > dennoch
    > > zumindest den mindestsatz eben aus der rentenkasse bezahlt bekommen...
    > und
    > > auch der mindestsatz ist mehr als garnichts!
    >
    > Bist Du da sicher?
    > Ich glaube, wer nicht in die Rentenkasse einzahlt, bekommt auch nichts.
    > Aber natürlich hast Du recht, dass man bei allen Freiberuflern überprüfen
    > muss, ob sie für die Rente vorsorgen.

    eine pflicht in die rentenkasse einzuzahlen würde schon viele probleme beseitigen, aber dann fühlen sich ja viele freiberufler schon wieder gegängelt... O_o

    btw viele dieser freiheiten hat man bei einem modernen arbeitgeber doch auch... nen sabattical kann eigentlich jeder machen, man muss es sich nur leisten können und ob ich nun an nem tag 4, 5, 6, 7, 8, oder über 10h arbeite schreibt mir auch keiner vor und wenn es irgendwo unbezahlte überstunden gäbe, bzw. ich diese nicht abfeiern dürfte, wäre ich schneller weg als du probezeit sagen kannst...
    und weiterbilden sollte man sich als angestellter auch, denn sich nicht weiterzubilden ist mindestens genauso dämlich wie als freiberufler nicht für die rente vorzusorgen.

  10. Re: Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: lock_ 08.08.19 - 14:24

    a user schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > judgy schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ralf Beckmann (Arbeitsagentur): "Die Anzahl der IT-Freiberufler
    > stagniert
    > > seit Jahren und war zuletzt rückläufig"
    > > Diese Aussage stimmt wahrscheinlich.
    > >
    > > Ralf Beckmann (Arbeitsagentur): "Offensichtlich ist für viele ITler eine
    > > abhängige Beschäftigung attraktiv"
    > > Diese Schlussfolgerung ist sicherlich falsch.
    > >
    > > It-Freiberufler, vorallem Softwareentwickler, arbeiten in der Regel
    > längere
    > > Zeit (1-3 Jahre) für den selben Kunden, weil die Projekte so eine lange
    > > Laufzeit haben.
    > > Leider wurden in den letzten Jahren die Kriterien zur
    > Scheinselbständigkeit
    > > immer weiter verschärft. Während das Problem mit der
    > Scheinselbständigkeit
    > > bei Selbständigen im Niedriglohnsektor sicherlich ein sinnvolles Thema
    > ist,
    > > fühlen sich IT-Freiberufler hier in ihrer Existenz bedroht.
    > > Man hat den Eindruck in Deutschland wird alles unternommen, um
    > Freiberufler
    > > in eine abhänige Beschäftigung zu drängen.
    > >
    > > In der Folge beauftragenn größere Firmen Freiberufler schon seit Jahren
    > > nicht mehr direkt, sondern gehen über Consulting Firmen, die das auch
    > > ausnutzen.
    > > In letzter Zeit versuchen die Consultingfirmen die Freiberufler über
    > > Arbeitnehmerüberlassung an die Endkunden weiterzureichen, um das Problem
    > > mit der Scheinselbständigkeit nicht zu haben.
    > >
    > > Insofern macht sich Herr Beckmann von der Arbeitsagentur die Welt schön.
    > > Nein, abhängige Beschäftigung ist für ITler in der Regel nicht
    > attraktiv,
    > > aber in Deutschland erwünscht, damit die Rentenkassen aufgefüllt werden.
    > > Auf der anderen Seite werden IT-Freiberuflern - politisch gewollt -
    > immer
    > > mehr Knüppel zwischen die Beine geworfen.
    >
    > Ich würde sagen bei uns erfüllen ALLE externen ZU RECHT, die Kriterien der
    > Scheinselbständigkeit.
    > Hier wird nicht für ein Projekt eignestellt, sondern solange wie möglich
    > und nötig. Und wir sind ein sehr großer weltweiter Konzern.

    so kenne ich die realität auch eher... die großen konzerne haben eher angst, dass man sich als freiberufler nicht in den job klagt, wenn man länger (ich glaube es sind 18 monate) in einem projekt arbeitet.

  11. Re: Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: uschatko 08.08.19 - 16:24

    judgy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    >
    > In letzter Zeit versuchen die Consultingfirmen die Freiberufler über
    > Arbeitnehmerüberlassung an die Endkunden weiterzureichen, um das Problem
    > mit der Scheinselbständigkeit nicht zu haben.
    >
    > Insofern macht sich Herr Beckmann von der Arbeitsagentur die Welt schön.
    > Nein, abhängige Beschäftigung ist für ITler in der Regel nicht attraktiv,
    > aber in Deutschland erwünscht, damit die Rentenkassen aufgefüllt werden.
    > Auf der anderen Seite werden IT-Freiberuflern - politisch gewollt - immer
    > mehr Knüppel zwischen die Beine geworfen.

    So ist es und immer mehr Freiberufler die wirklich flexibel sind wechseln einfach den Standort ihres Wohn- und Firmensitzes. In dem Moment gibt es keinerlei Probleme mehr mit der Scheinselbstständigkeit da man quasi EU-Ausländer ist. Deutschland verdient an den Leute allerdings gar nichts mehr. Und wenn hier jemand was wegen 180 Tagen sagt, solange man jedes Wochenende "ausreist" und Unterkunft im Hotel und nicht in einer Wohnung nimmt, gibt es keinen Ärger. Ausserdem bleibt noch Homeoffice...

  12. Re: Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: nachgefragt 08.08.19 - 20:25

    Gole-mAndI schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Entweder du machst mehrere parallel
    Du nennst doch schon selbst die simple Lösung. Was ist daran bitte nicht machbar?
    Mal abgesehen von Fließbandarbeit hat man ja auch in den meisten anderen Branchen als Angestellter durchausmal mehrere Aufgaben parallel, selbst als Beamter.
    2 Tage die Woche für ein Unternehmen, 3 für ein anderes und zack hast du quasi schon den 911er in der Einfahrt stehen (naja fast). Das lässt sich hinkriegen und tut nichtmal weh.
    Ich kenne Leute die das seit mehr als 20 Jahren so machen und wohl auch nie irgendwelche Probleme kriegen werden.
    Die Beraterfirmen mit denen ich bisher zu tun hatte, achten aber eigentlich schon darauf dass sie im gesetzlichen Rahmen arbeiten. Wen man hier so liest könnte man denken das läuft überall alles nur illegal... glaub ich irgendwie nicht.
    Jeder der Vorschiebt, dass er nach der aktuellen Gesetzesgebung nicht mehr legal als Freiberufler arbeiten kann, weil er 30 Jahre am Stück in ein und der selben Firma auschließlich an einem Projekt arbeiten muss, hat imho leicht einen an der Waffel.

    > Alles andere ist illegal. Egal was du dir da einredest. Und ja das kommt
    > auch raus. Spätestens bei der nächsten Finanzprüfung. Und ja die finden bei
    > größeren Unternehmen regelmäßig statt.
    So siehts aus.



    15 mal bearbeitet, zuletzt am 08.08.19 20:39 durch nachgefragt.

  13. Re: Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: nachgefragt 08.08.19 - 20:44

    Wenn ichs richtig sehe (kombiniert mit dem letzten Artikel zum Thema) gibt es 2 Lager die Probleme haben.
    Die Freiberufler die gefühlt "Jahrzehnte" in ein und der selben Firma an einem Projekt arbeiten (Scheinselbstständigkeit) und Angestellte die irgendwie von den "vorzügen" der Leiharbeit überzeugt wurden (und ich glaube sogar das es damit einigen richtig gut geht), aber die Regeln vorher nicht richtig erklärt wurden.
    Die einen sollen mal klar kommen und einfach mal was anderes machen, es gibt arbeit ohne ende für euch; die anderen sollten aufhören sich verarschen zu lassen bzw sich selbst zu verarschen.
    Beide Parteien wollen das aber nicht hören.



    7 mal bearbeitet, zuletzt am 08.08.19 20:50 durch nachgefragt.

  14. Re: Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: christoph_schmidt 09.08.19 - 00:03

    M
    > Die einen sollen mal klar kommen und einfach mal was anderes machen, es
    > gibt arbeit ohne ende für euch; die anderen sollten aufhören sich
    > verarschen zu lassen bzw sich selbst zu verarschen.
    > Beide Parteien wollen das aber nicht hören.

    Zu Teil 1: und du solltest dich bitte Mal vorher informieren wie problematisch die Gesetzeslage hier inzwischen wirklich ist. Nicht „nur einen Auftraggeber“ zu haben“ reicht nicht aus. Und geht auch völlig am Problem vorbei. Wieso sollte jemand der mindestens so gut - üblicherweise deutlich besser- verdient wie ein vergleichbarer Angestellter und Altersvorsorge betreibt nicht so frei sein zu arbeiten wie er will? Weil irgendwer meint ein Gesetz gegen Ausbeutung im Niedriglohn Bereich würde ihn schützen. Was bitte soll das verdammt!?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.08.19 00:04 durch christoph_schmidt.

  15. Re: Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: judgy 09.08.19 - 08:49

    christoph_schmidt schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > geht auch völlig am Problem vorbei. Wieso sollte jemand der mindestens so
    > gut - üblicherweise deutlich besser- verdient wie ein vergleichbarer
    > Angestellter und Altersvorsorge betreibt nicht so frei sein zu arbeiten wie
    > er will? Weil irgendwer meint ein Gesetz gegen Ausbeutung im Niedriglohn
    > Bereich würde ihn schützen. Was bitte soll das verdammt!?

    Ich glaube, da ist etwas dran.
    Denn ursprünglich ging es beim Thema Scheinselbständigkeit darum, die Ausbeutung im Niedriglohnsektor zu verhindern, was ja auch korrekt ist.
    Da wurden angestellte Servicekräfte entlassen und auf selbständiger Basis zum selben niedrigen Stundenlohn wieder eingestellt, aber die Leute mussten nun selbst die Abgaben tragen.
    Daher hat der Gesetzgeber bestimmte Kriterien aufgestellt, wann Leute scheinselbständig sind und der Auftraggeber diese Leute wieder einstellen muss, um dem entgegen zu wirken.

    Nun treffen diese Kriterien allerdings vor allem auch auf IT-Freiberufler zu, die ebenfalls über Jahre nur für einen Kunden arbeiten, in die täglichen Meetings mit einbezogen werden, etc.
    Nun könnte der Gesetzgeber einfach weitere Kriterien für die Scheinselbständigkeit einführen: Stundenlohn > X Euro (z.B. X=50), Altersvorsorge > Y% vom Einkommen
    Tut er aber nicht. Wahrscheinlich weil er die Sozialabgaben der Freiberufler einstreichen und am besten freiberufliche Arbeit ganz abschaffen will.
    Denn das ist die Folge.

    Freiberufler sind zur Zeit verunsichert und nur langsam organisiert sich eine Lobby (https://www.vgsd.de/).

    Aber Arbeitnehmerüberlassung oder sich einstellen zu lassen ist für Freiberufler keine Alternative.

  16. Re: Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: LoudHoward 09.08.19 - 09:15

    Ich weiß nicht was ihr habt, meine Verträge gingen immer nur 30 Tage oder 3 Monate und wurden dann verlängert.

    Das Problem mit Einkünften von nur einem Kunden umgeht man mit Wartungsverträgen. Somit hat man keine doppelte Projektlast aber Einkünfte von anderen Kunden. Rente kann man machen hier in Dänemark ist die Grundrente für alle angenehm, Haus ist bald abgezahlt von daher ...

  17. Re: Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: christoph_schmidt 09.08.19 - 16:51

    Hm, also oben verstehst du nicht was in Deutschland für Freiberufler das Problem ist und unten empfiehlst du nach Dänemark umzuziehen... hm

  18. Re: Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: LoudHoward 09.08.19 - 21:47

    Ich empfehle nichts, ich sage dass es anders geht

  19. Re: Freiberufler haben Probleme mit Scheinselbständigkeit

    Autor: Trockenobst 10.08.19 - 01:14

    lock_ schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > eine pflicht in die rentenkasse einzuzahlen würde schon viele probleme
    > beseitigen, aber dann fühlen sich ja viele freiberufler schon wieder
    > gegängelt... O_o

    Wenn das alles so die letzten Jahre weitergeht wie es schon seit 20 Jahren läuft, wird meine Rente ein Mehrfaches der gesetzlichen Rente sein. Und ich werde schon mit 60 aufhören können.

    Klick doch hier bitte mal oben in der Reihe bei 5Y auf Max.
    https://www.finanzen.net/aktien/amazon-aktie

    Und nun erzähle mir mal, warum ich bei diesen ABSTRUSEN Gewinnen in die gesetzliche Rente einzahlen sollte.

    > btw viele dieser freiheiten hat man bei einem modernen arbeitgeber doch
    > auch... nen sabattical kann eigentlich jeder machen

    Nein, kannst du nicht, weil du keine Rentenlücken und keine Krankenkassenlücken haben kannst. Dafür musst du vorher so viel verdienen das du das ersparen kannst, aber da du dann nicht arbeitest müssten Minimalbeiträge bezahlt werden. Das ist alles unglaublich schwierig und deswegen haben auch viele Firmen Lebensarbeitszeitkonten und ähnliches nach höchsten Urteilen wieder abgeschafft. Denn deren Aufwand das einzutüten kostet sie viel Geld und deswegen machen sie das nicht (mehr).

    > und weiterbilden sollte man sich als angestellter auch

    Warum muss man? Das ist doch der Punkt, wenn man wie der Kumpel in der Pampa Software für Medizintechnik für nun 15 Jahre schreibt weiß man genau was geht und was nicht geht, kein junger Mensch will deinen Job haben, warum sollte man über den Tellerand hinaus schauen?
    Man macht um 16:30 den Schirm aus und alles ist gut.

    Genau das wird hier in diesen Berichten auch immer wieder gesagt: die Leute die angemessen Bezahlt werden könnten am freien Markt 200-300¤ mehr im Monat mit einem Wechsel rausholen, sind aber zu faul/zu sicher und machen es nicht. Daher stagnieren die Gehälter auf einem hohen Niveau, weil der Markt langsam ist und deswegen keiner Zocken muss.

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Apple: iPhone 12 bekommt Magnetrücken und kleinen Bruder
Apple
iPhone 12 bekommt Magnetrücken und kleinen Bruder

Das iPhone 12 ist mit einem 6,1-Zoll- und das iPhone 12 Mini mit einem 5,4-Zoll-Display ausgerüstet. Ladegerät und Kopfhörer fallen aus Gründen des Umweltschutzes weg.

  1. Apple iPhone 12 Pro und iPhone 12 Pro Max werden größer
  2. Apple iPhone 12 verspätet sich
  3. Back Tap iOS 14 erkennt Trommeln auf der iPhone-Rückseite

Oneplus 8T im Test: Oneplus gutes Gesamtpaket kostet 600 Euro
Oneplus 8T im Test
Oneplus gutes Gesamtpaket kostet 600 Euro

Das Oneplus 8 wird durch das 8T abgelöst. Im Test überzeugen vor allem die Kamera und die Ladegeschwindigkeit. Ein 8T Pro gibt es 2020 nicht.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Bloatware Oneplus installiert keine Facebook-Dienste mehr vor
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