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Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

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  1. Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: tech0rca 11.05.20 - 09:01

    Habe selber nur studiert und bin dann durch Interesse als Quereinsteiger in die Branche gewechselt. Bisher habe ich nur mit studierten Kollegen gearbeitet.

  2. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: Euklid 11.05.20 - 09:17

    Wenn du lediglich ein "Softwareentwickler" bist, der im Rahmen von Projekten an Anwendungen programmiert, gibt es zwischen einem studierten und einem ausgebildeten Informatiker keinen Unterschied, außer ein höheres Gehalt.

    Normalerweise beschäftigen sich studierte Informatiker mit der Erarbeitung von technischen Lösungen zu komplexen mathematischen Problemen und besetzen Führungspositionen.

    Ausgebildete Fachinformatiker (für Anwendungsentwicklung) Entwickeln und schreiben Anwendungen und befassen sich für die Teamarbeit in der Ausbildung auch mit Projektmanagement.

    Oft werden studierte Informatiker mit Architekten verglichen, während ausgebildete Fachinformatiker die "Bauhandwerker" sind.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 11.05.20 09:28 durch Euklid.

  3. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: Moridin 11.05.20 - 09:21

    Wenn man ein paar Jahre arbeitet, ist die Vorbildung aus Ausbildung oder Studium vollkommen irrelevant - zumindest in dem Unternehmen, in dem ich arbeite.
    Da zählt in der IT, was man an realen Erfahrungen gesammelt hat, und welches Wissen bzw. welche Fähigkeiten man sich im Beruf aneignen konnte.
    Ein guter formaler Abschluss ergibt nicht automatisch einen guten Mitarbeiter - und umgekehrt.

  4. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: ibsi 11.05.20 - 09:30

    Hier arbeiten Softwareentwickler mit Ausbildung und Studium ((Medien-)Informatiker).

    Es gibt viel theoretisches Wissen von den ehemaligen Studenten, aber dieses wissen ist im normalen Beruf total irrelevant (Compilerbau etc).
    Die Fachinformatiker haben oft mehr praktisches Wissen zum Anfang. Aber das gleicht sich eh alles an.

    Gibt auch Kollegen komplett ohne Abschluss. Macht sie nicht zu schlechteren Programmierern.

  5. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: NaTopp 11.05.20 - 09:51

    ibsi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt viel theoretisches Wissen von den ehemaligen Studenten, aber dieses
    > wissen ist im normalen Beruf total irrelevant (Compilerbau etc).

    Hier würde ich aus _meiner_ Erfahrung heraus durchaus widersprechen. Ich merke bei einiger unserer Facharbeiter das hin und wieder der Blick fürs große Ganze fehlt. Und das fängt gerne schon mal bei "Standard"-Sachen wie Datenbank-Design an bei dem dann doch noch mal der Studierte nachjustieren muss.

    > [..] Aber das gleicht sich eh alles an.

    Dem stimme ich zu.

  6. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: ranzassel 11.05.20 - 10:05

    Ich hab 2005 meine Fachinformatiker gemacht und arbeite seitdem auch in der Softwareentwicklung. Meine Erfahrungen (sowohl meine eigenen als auch mit Berufseinsteigern die in mein Team kamen) decken sich sehr mit dem was ibsi oben schrieb.

    Studenten haben meist viel theoretisches Wissen, was ihnen im Arbeitsalltag in der Wirtschaft nicht hilft. Dafür fehlt ihnen meist jegliche Praxis. Insofern sind die meist "anstrengender" in der Einarbeitung, weil sie die Arbeitswelt erst kennen lernen müssen.

    Fachinformatiker sind normalerweise sehr praxisnah und haben auch das echte Projektgeschäft schon kennen gelernt. Insofern sind sie häufig sehr viel selbstständiger beim Berufseinstieg.

    Langfristig ist es aber egal wo einer herkommt. Selbst auch ohne IT-Hintergrund. Wer Lust auf den Job hat kommt meist gut rein. Und spätestens nach ein paar Jahren Berufserfahrung interessiert niemanden mehr wo mach her kommt. Sowohl bei der Arbeit als auch beim Gehalt.

  7. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: Teeklee 11.05.20 - 10:13

    ibsi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt viel theoretisches Wissen von den ehemaligen Studenten, aber dieses
    > wissen ist im normalen Beruf total irrelevant (Compilerbau etc).

    Wieso sollte das irrelevant sein? Es gibt doch immer wieder solche Aufgaben, wo Dateien eingelesen werden müssen oder Eingaben verarbeitet werden müssen. Da kann doch sehr viel von dem Wissen für die Lösung verwendet werden.

    > Die Fachinformatiker haben oft mehr praktisches Wissen zum Anfang. Aber das
    > gleicht sich eh alles an.

    Hier kommt es stark darauf an, was die Studienabsolventen gemacht haben. Es gibt z.B. Leute die neben dem Studium auch 20h/Woche als studentische Hilfskraft bereits Erfahrung in dem Beruf gesammelt haben.

  8. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: elidor 11.05.20 - 10:19

    ranzassel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Langfristig ist es aber egal wo einer herkommt. Selbst auch ohne
    > IT-Hintergrund. Wer Lust auf den Job hat kommt meist gut rein. Und
    > spätestens nach ein paar Jahren Berufserfahrung interessiert niemanden mehr
    > wo mach her kommt. Sowohl bei der Arbeit als auch beim Gehalt.

    Grundsätzlich stimme ich dem zu. Wer sich auf ein Gebiet spezialisiert, wird irgendwann auch gut darin sein, egal, ob derjenige studiert hat, oder nicht.
    Nur ist ein Studium häufig eine Hilfe, da es immernoch etliche Unternehmen gibt, die eher einen Studierten einstellen, wenn sie die Wahl haben. Auch Führungspositionen werden gefühlt fast ausschließlich mit Studierten besetzt.
    Wenn Berater ins Haus geholt werden, will das Unternehmen auch eher den Berater mit Studienabschluss haben, als den Berater, der zwar "nur" ne Ausbildung hat, aber unterm Strich genauso gute Arbeit leistet.

    Ich sehe das Studium für mich persönlich also in erster Linie als Türöffner, weniger als eine besondere Qualifikation.

  9. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: Teeklee 11.05.20 - 10:45

    elidor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nur ist ein Studium häufig eine Hilfe, da es immernoch etliche Unternehmen
    > gibt, die eher einen Studierten einstellen, wenn sie die Wahl haben. Auch
    > Führungspositionen werden gefühlt fast ausschließlich mit Studierten
    > besetzt.
    > Wenn Berater ins Haus geholt werden, will das Unternehmen auch eher den
    > Berater mit Studienabschluss haben, als den Berater, der zwar "nur" ne
    > Ausbildung hat, aber unterm Strich genauso gute Arbeit leistet.

    Ja weil die Leute kein Risiko eingehen wollen. Wenn derjenige der beauftragt/befördert wurde „verkackt“, dann kann das Management immer noch argumentieren wir haben den Besten genommen, wir hatten niemand besseres war Pech, die Aufgabe war unlösbar unter den Voraussetzungen usw... Aber wenn das Management sich für einen nicht Absolventen entscheidet, und er „verkackt“, kannst du dir 100% sicher sein, dass Fragen kommen wie, gab es denn niemand besseres? Warum wurde nicht Person xyz dafür genommen, er/sie hatte doch einen Bachelor.... usw....

    Im Übrigen haben Bachelor- oder Masterabsolventen das Gleiche mit den Doktoren.

    Dein direkter vorgesetzter kennt dich und deine Leistung, aber dein Boss Boss hat keine Ahnung von dir... Für ihn bist du wie jeder andere FI.

  10. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: janoP 11.05.20 - 10:48

    NaTopp schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ibsi schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Es gibt viel theoretisches Wissen von den ehemaligen Studenten, aber
    > dieses
    > > wissen ist im normalen Beruf total irrelevant (Compilerbau etc).
    >
    > Hier würde ich aus _meiner_ Erfahrung heraus durchaus widersprechen. Ich
    > merke bei einiger unserer Facharbeiter das hin und wieder der Blick fürs
    > große Ganze fehlt. Und das fängt gerne schon mal bei "Standard"-Sachen wie
    > Datenbank-Design an bei dem dann doch noch mal der Studierte nachjustieren
    > muss.

    Das fehlt aber auch vielen studierten. Gerade in so Bereichen wie Datenbanken oder Code-Architektur. Programmieren lernt man nicht an der Uni, und schon gar kein Softwaredesign o. ä. Ich habe selten so hässlichen Code gesehen wie den, der an der Uni fabriziert wird. Denn die meisten Informatiker nutzen das Programmieren, ähnlich wie Mathematiker und Physiker, als Mittel zum Zweck.

    Was auch wenig verwundert, schließlich ist die Informatik ein Teilbereich der Mathematik und beschäftigt sich nunmal nicht mit gutem und nachhaltigen Software-Design.

    Das ist in der Ausbildung aber nicht notwendigerweise anders. Da reicht es dann im Zweifel auch, wenn die Sachen funktionieren, so lange immer schön nach dem Wasserfallmodell gearbeitet wurde.

    Nach welchem Abschluss ist man also ein guter Softwareentwickler mit Blick aufs große ganze?

    Das mit dem guten Softwareentwickler kommt wohl nur über Erfahrung und Selbsstudium. Vielleicht sind hier die Fachhochschulen etwas weiter und können das Selbsstudium ersetzen, die machen wohl, im Gegensatz zur Uni, auch Softwardesign.

    Den Blick aufs große ganze hat man wahrscheinlich auch entweder von Anfang an, oder man erlernt ihn durch Erfahrung.

    Vielleicht ist es statistisch so, dass Leute mit Blick aufs große ganze eher erst studieren bevor sie Softwareentwickler werden. Das würde deine Beobachtung erklären.

    > > [..] Aber das gleicht sich eh alles an.
    >
    > Dem stimme ich zu.

    Ich auch.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.05.20 10:50 durch janoP.

  11. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: 43rtgfj5 11.05.20 - 10:59

    NaTopp schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ibsi schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Es gibt viel theoretisches Wissen von den ehemaligen Studenten, aber
    > dieses
    > > wissen ist im normalen Beruf total irrelevant (Compilerbau etc).
    >
    > Hier würde ich aus _meiner_ Erfahrung heraus durchaus widersprechen. Ich
    > merke bei einiger unserer Facharbeiter das hin und wieder der Blick fürs
    > große Ganze fehlt. Und das fängt gerne schon mal bei "Standard"-Sachen wie
    > Datenbank-Design an bei dem dann doch noch mal der Studierte nachjustieren
    > muss.
    >
    > > [..] Aber das gleicht sich eh alles an.
    >
    > Dem stimme ich zu.

    Ich denke hier kommt es einfach *extrem* stark auf die Ausbildung an. Ich hab vorm Studium eine als Informationstechnischer Assistent gemacht (3 Jahre schulische Ausbildung), und wir haben in der Ausbildung deutlich komplexere Dinge im Bereich Programmieren, Netzwerk, "Hardware" und Datenbankdesign gemacht. Dafür gab es deutlich weniger Mathe, Cloud/Virtualisierung und Webentwicklung.
    Ich denke, ich hatte da aber einfach Glück mit den Lehrern in der Ausbildung, und Pech mit einzigen Dozenten, die veraltetes und teilweise sogar falsches Wissen vermittelt haben, aber nicht eingesehen haben, dass sie da nachbessern müssten. Ist halt blöd, wenn die eigenen Vorlesungsunterlagen der eigenen Literaturempfehlung widersprechen...
    Projektarbeit war in der Ausbildung auch besser, weil jeder einzeln benotet wurde. Im Studium habe ich 3 Projekte absichtlich an die Wand gefahren, weil die Note pauschal für alle Gruppenteilnehmer gleich war, und ich der einzige war, der etwas gemacht hat. Also ich war der einzige, der an den Pflichtterminen teilgenommen hat usw.
    Das Projekt war jedes mal fertig und wäre mit Sicherheit eine 2,0+ geworden, aber ich ziehe nicht 3 Leute durch, die nicht mal ihren Hintern zu den Terminen kriegen.

    Daher vertrete ich auch die Meinung, dass beides pauschal nichts aussagt. Hier hilft nur im Bewerbungsgespräch "aussieben" und dann in der Probezeit schauen, wie die Leute so drauf sind, und vor allem ob sie *lernbereit* sind.

  12. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: janoP 11.05.20 - 11:01

    Teeklee schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ibsi schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Es gibt viel theoretisches Wissen von den ehemaligen Studenten, aber
    > dieses
    > > wissen ist im normalen Beruf total irrelevant (Compilerbau etc).
    >
    > Wieso sollte das irrelevant sein? Es gibt doch immer wieder solche
    > Aufgaben, wo Dateien eingelesen werden müssen oder Eingaben verarbeitet
    > werden müssen. Da kann doch sehr viel von dem Wissen für die Lösung
    > verwendet werden.

    Genau, und ein durchschnittliches Softwareunternehmen bezahlt einen dann dafür, einen eigenen Parser dafür zu entwickeln...

    So läuft das nicht in der gewerblichen Softwareentwicklung. In so einem Fall nimmt man sich einfach Foo und macht dann damit Bar.

    Keine (oder vielleicht ganz ganz seltene, in den meisten Unternehmen nicht vorkommende) Software braucht ein eigenes Datenformat. Das wäre Selbstmord, weil das niemand kennen würde und sich jeder darin einarbeiten müsste, und wenn das selbst entwickelt ist, gibt es wahrscheinlich noch nicht mal eine vernünftige Doku. Und dann müsste man den Kram noch selber pflegen, und wenn Dateien eingelesen werden, ist das auch noch potentiell sicherheitsrelevant...

    Nimm XML, Yaml oder JSON, such dir eins aus. Solange du nicht JSON für auch menschengelesene Dateien nutzt, da kann man keine Kommentare machen.

    Parser dafür gibt es für alle Sprachen.

  13. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: ubuntu_user 11.05.20 - 11:05

    tech0rca schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Habe selber nur studiert und bin dann durch Interesse als Quereinsteiger in
    > die Branche gewechselt. Bisher habe ich nur mit studierten Kollegen
    > gearbeitet.

    Hängt auch viel von der Person ab.
    Wenn man nur studiert und neben den Kursen nichts weitermacht, hilft das einem relativ wenig weiter.
    Wenn der Azubi nur in WPF nen paar Sachen ranpflanscht, lernt der auch relativ wenig.

    Pro Studium:
    - man lernt viel, was man wahrscheinlich nicht getan hätte, wenn man sich das selbst beibringt. (alle Programmiersprachen außerhalb von AnwendungsentwicklerSDKs (java/c++/c#), reguläre Ausdrücke, Logic, Funktionale Programmierung)

    - man hat (zumindest bei mir) einen relativ strikten Stundenplan und muss regelmäßig liefern, bei Azubis ist das meistens eher so: hm k.A. mach mal irgendwas

    - Oft hat man in Unternehmen legacy software und legacy tools. In der Uni kann man meist von vorne anfangen, da das ja alles Lernprojekte sind.

    Contra Studium:
    - Unternehmen agieren ganz anders. Wollen das meistens nicht richtig haben, sondern schnell.

    was man in beiden Fällen nicht lernt ist Rückgrat

  14. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: ubuntu_user 11.05.20 - 11:10

    janoP schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Genau, und ein durchschnittliches Softwareunternehmen bezahlt einen dann
    > dafür, einen eigenen Parser dafür zu entwickeln...

    Nen Parser hast du ja schon. Nur eben inhaltlich.

    > So läuft das nicht in der gewerblichen Softwareentwicklung. In so einem
    > Fall nimmt man sich einfach Foo und macht dann damit Bar.
    >
    > Keine (oder vielleicht ganz ganz seltene, in den meisten Unternehmen nicht
    > vorkommende) Software braucht ein eigenes Datenformat.

    Meistens hat jede Firma ihre eigenen internen Formate, die meist auf XML oder JSON basieren.

    > Das wäre Selbstmord,
    > weil das niemand kennen würde und sich jeder darin einarbeiten müsste, und
    > wenn das selbst entwickelt ist, gibt es wahrscheinlich noch nicht mal eine
    > vernünftige Doku.

    das ist eigentlich standard.

    > Und dann müsste man den Kram noch selber pflegen, und
    > wenn Dateien eingelesen werden, ist das auch noch potentiell
    > sicherheitsrelevant...

    Daher kommen die ganzen Meldungen

    > Nimm XML, Yaml oder JSON, such dir eins aus. Solange du nicht JSON für auch
    > menschengelesene Dateien nutzt, da kann man keine Kommentare machen.

    "comment":"this is a comment" ? ^^

    > Parser dafür gibt es für alle Sprachen.

    das syntaktische Parsen ist ja kein Problem bei sowas wie json oder xml

  15. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: Schattenwerk 11.05.20 - 11:14

    Damals Fachinformatiker gelernt, zusätzlich Informatik-Studium nachgeschoben.

    Meine persönliche Einschätzung: Damals war der Fachinformatiker ein zu über 60% kaufmännischer Beruf in der Berufsschule. Dementsprechend war der Anteil an technischem Wissen relativ gering. Stattdessen durfte ich Scheckgesetze, BGB, doppelte Buchführung etc. lernen. Dies mag im Berufsleben sicherlich seinen Sinn und Zweck haben, jedoch war ich ein halber Kaufmann, ohne das ich es wollte.

    Das IT-Wissen was dann über die restlichen 40% kamen, waren eher lächerlich und nicht nennenswert. Somit kam der hauptsächliche IT-Anteil durch den Ausbildungsbetrieb, welcher natürlich sehr auf seine Situation und seine Bedürfnisse zugeschnitten ausgebildet hat. Am Ende konnte man Software entwickeln, mehr aber auch nicht. Soweit so gut.

    Aus Interesse habe ich dann ein Studium angefangen und kam hierbei kaum mit der Software-Entwicklung in Berührung. Es gab imperative und objektiv orientierte Programmierung, lehrte aber auch hier eher auf theoretischem Level Dinge wie Kovarianz und Kontravarianz. Beispielhaft Begriffe, welche ich in der Ausbildung nie gehört habe, auch wenn ich das Konzept irgendwie dann doch kannte.

    Das Studium hat mir letztendlich Dinge geliefert, welche für das berühmte "Große und Ganze" relevant waren. Wie funktioniert ein Computer im Detail? Was sind Unterbrechungen? Verfahrensweise eines Schedulers? Parallele Entwicklung? Wie funktionieren Compiler? Das berühmte NP-Zeug etc.

    All dies hat mir bei der Software-Entwicklung nicht direkt geholfen sondern sehr sehr im Weitblick. Zu verstehen wie Systeme insgesamt funktionieren muss man meiner Meinung nach nicht, es hilft jedoch ungemein, wenn man zwischen einem möglicherweise "guten" oder "mittelmäßigem" zu einem "sehr guten Entwickler mit Weitsicht" entwickeln möchte. Dafür benötigt man natürlich kein Studium an einer Uni. Das geht natürlich auch Privat.

    Das Wissen ist meiner Meinung nach jedoch wichtig und ergänzt sich super mit der Ausbildung von damals.

    Persönlich sehe ich das Studium und die Ausbildung als perfekte Kombination. Theorie und Praxis ergänzen sich, weil ein Lerngebiet das andere praktisch komplett auslässt. Riesige Lücken wurden geschlossen.

    Und wenn ich z.B. in meinem Leben nie ein Betriebssystem schreiben werde, war das Modul "Betriebssystembau" sehr erhellend und hat viele Einblicke in die grundlegende Arbeit von einem OS gegeben, welches so so vermutlich nie erhalten hätte. Und diese Wissen kann mir täglich helfen bessere Software zu schreiben als es ein normaler Fachinformatiker jemals könnte, sofern er sich nicht privat dafür interessiert.

    Auf lange Sicht soll mir dies interessante Jobs mit guter Bezahlung ermöglichen und sicherstellen, dass ich nicht auf langweiligen Aufgaben hängen bleibe und irgendwann keinen Spaß mehr am Beruf habe.

  16. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: Schattenwerk 11.05.20 - 11:26

    janoP schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Genau, und ein durchschnittliches Softwareunternehmen bezahlt einen dann
    > dafür, einen eigenen Parser dafür zu entwickeln...
    >
    > So läuft das nicht in der gewerblichen Softwareentwicklung. In so einem
    > Fall nimmt man sich einfach Foo und macht dann damit Bar.

    Als guter und intelligenter Absolvent lernt man jedoch Konzepte zu adaptieren. Und man kann Konzepte nur adaptieren, wenn man sie auch kennt.

    Hätte ich nur meine Ausbildung gemacht, hätte ich von Compilerbau nie was mitbekommen. Nur durch das Modul an der Uni kam ich mit so Konzepten wie abstrakte Syntaxbäume, attributierte Grammatiken und auch Meta-Modellierungssprachen in Berührung.

    Seitdem habe ich tatsächlich einmal einen Parser für ein proprietäres Dateiformat für eine semantische Suchen schreiben müssen und einige Male die Konzepte abstrakte Syntaxbäume und attributierte Grammatiken in Form von attributierten Syntaxbäume für XML- oder JSON-Daten vereint.

    Beim letzten ging es darum eine Vielzahl von besagten Dateien zu parsen und daraus Daten zu gewinnen und schnell zugreifbar zu bekommen. Ein erfahrener Entwickler hatte dazu ein Konzept und Prototyp aufgebaut, wo ich fast hinten über gefallen war, weil es sehr unperformant und unschön (für meinen Geschmack) gelöst wurde.

    Letztendlich habe ich es neu gemacht und aufgrund von dynamischer Berechnung von Attributen bei Zugriff, intelligenter Verarbeitung etc. kam ein Ergebnis raus, was bei vielen großes Staunen erzeugte.

    Wieso konnte ich dies? Weil ich die gelernten Konzepte von etwas, was ich angeblich nie brauchen würde, sinnvoll und zielgerichtet adaptieren konnte.

    Für mich sind die Leute, welche immer sagen "Das was man da lernt, braucht man nie" die Leute, die nicht verstanden haben, worum es im Studium geht.

  17. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: Schattenwerk 11.05.20 - 11:28

    ubuntu_user schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "comment":"this is a comment" ? ^^

    Das ist ein hässlicher Workaround. Ein Kommentar ist durch seine gebräuchliche Definition etwas, was den Parsing-Prozess nicht überlebt.

    Das was du da machst ist ein Workaround in Form eines Missbrauchs. Du missbrauchst ein Attribut für einen Kommentar, welcher jedoch in der Datenstruktur ggf. nix zu suchen hat.

    Was ist wenn ich in einem Block zwei unterschiedliche Kommentare haben möchte? Für z.B. zwei andere Attribute? Fange ich dann an mit "comment_1" und "comment_2"?

    Für mich ist das sehr schlechter Stil und würde keine Review überleben.

  18. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: Kleba 11.05.20 - 11:38

    Ich habe selbst erst eine Ausbildung gemacht (Informatikkaufmann, hab aber während der Ausbildung mehr entwickelt als andere Dinge, weil ich gemerkt habe das es mir liegt). Anschließend habe ich Wirtschaftsinformatik studiert.

    Grundsätzlich glaube ich in erster Linie, dass es bei den meisten Unternehmen schwieriger wird ab einem bestimmten Level noch aufzusteigen, wenn man nicht studiert hat. In der Praxis sehe ich aber wenig Unterschiede zwischen Personen mit Ausbildung + Berufserfahrung und Personen mit Studium + Berufserfahrung. Die Unterschiede liegen vielmehr daran, wie sehr jemand sich auch privat dafür interessiert und entsprechend Zeit reinsteckt.

    In den Jahren seit meinem Studium (und 4 verschiedenen Arbeitgebern) ist mir noch aufgefallen, dass sich nicht einer für meinen Abschluss interessiert hat. Klar, es ist im Lebenslauf aufgelistet. Aber es wurde nie nach dem Zeugnis/Urkunde gefragt oder überhaupt darauf eingegangen. Das Wissen im jeweiligen Gebiet war (gefühlt?) das einzig relevante.

  19. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: Kleba 11.05.20 - 11:40

    elidor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich sehe das Studium für mich persönlich also in erster Linie als
    > Türöffner, weniger als eine besondere Qualifikation.

    Genau so sehe ich das auch (zumindest in der IT und wenn man sich für den Bereich begeistert)

  20. Re: Wie unterscheiden sich studierte Softwareentwickler von ausgebildeten?

    Autor: ubuntu_user 11.05.20 - 11:43

    Schattenwerk schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ubuntu_user schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > "comment":"this is a comment" ? ^^
    >
    > Das ist ein hässlicher Workaround. Ein Kommentar ist durch seine
    > gebräuchliche Definition etwas, was den Parsing-Prozess nicht überlebt.
    >
    > Das was du da machst ist ein Workaround in Form eines Missbrauchs. Du
    > missbrauchst ein Attribut für einen Kommentar, welcher jedoch in der
    > Datenstruktur ggf. nix zu suchen hat.
    >
    > Was ist wenn ich in einem Block zwei unterschiedliche Kommentare haben
    > möchte? Für z.B. zwei andere Attribute? Fange ich dann an mit "comment_1"
    > und "comment_2"?
    >
    > Für mich ist das sehr schlechter Stil und würde keine Review überleben.

    das war ja auch ein Witz

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