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Muss das sein? Wo ist denn der Fachkräftemangel?

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  1. Muss das sein? Wo ist denn der Fachkräftemangel?

    Autor: DerVorhangZuUndAlleFragenOffen 27.12.16 - 09:50

    Bitte Golem, müssen wir unbedingt das Märchen vom Fachkräftemangel hier bedienen?

    Mal abgesehen davon, dass jeder Fachkräftemangel definieren kann wie er will. Ich rufe in Erinnerung: Es gab da mal einen Verband der von Fachkräftemangel sprach, wenn weniger als 20 Bewerbungen pro offene Stelle registriert wurden.

    Wir sind mitten in Europa! Unter anderem sind inzwischen Länder mit deutlich niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen in der EU. Wenn hier so gerungen wird um die Fachkräfte, warum kommen die dann nicht hier her?

    50.000 offene Stellen auf ganz Deutschland gerechnet? Ich würde es eher positiv sehen. Offensichtlich eher eine Beinahe-Vollbeschäftigung bei den sogenannten Fachkräften.

    Warum? Würde es wirklich einen Mangel geben, schlüge die Marktwirtschaft zu und die Gehälter würden ansteigen, weil die Firmen um die Fachkräfte buhlen würden. Das passiert aber nicht. Die Gehälter sind gut, aber mit einer technischen Ausbildung verdient man trotzdem meist weniger als jemand der bei HR oder FiBu anheuert. Offensichtlich ist eine technische Ausbildung also weniger begehrt.

    "Entwickeln Sie ein positives Verhältnis zu Daten und freuen sie sich wenn wir mehr wissen!" ~Angela Merkel (12.06.2015)



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 27.12.16 10:07 durch DerVorhangZuUndAlleFragenOffen.

  2. Re: Muss das sein? Wo ist denn der Fachkräftemangel?

    Autor: Butcha 27.12.16 - 10:39

    Also ich habe dieses Jahr eine andere Erfahrung gemacht.

    Vor wenigen Monaten habe ich mein duales IT Studium in Dresden beendet. Mehr als 3/4 meiner Bewerbungen bekamen positives Feedback (meist in Form von Einladungen zu Vorstellungsgesprächen), und das obwohl ich keine rosigen Noten hatte :D
    Meine Kommilitonen wurden allesamt unmittelbar nach dem Studium übernommen oder haben zeitnah eine neue Anstellung gefunden.

    In meinem Bekanntenkreis sieht das vollkommen anders aus. Absolventen anderer Studiengänge (konkret: Technische Physik, Kunstgeschichte, Holz-/Werkstofftechnik, Bankkauffrau) brauchen teilweise ewig um einen Job zu finden, bzw. müssen sich weit unter Wert verkaufen.

    Die Firma, bei der ich jetzt bin sucht auch schon seit über einem halben Jahr Admins, und die paar die sich bisher beworben haben, waren allesamt Flachpfeifen.
    Trotz der ach-so-schwachen Wirtschaft hier in Sachsen, findet man in der IT viele Stellen, die nicht besetzt werden können.

  3. Re: Muss das sein? Wo ist denn der Fachkräftemangel?

    Autor: Phreeze 27.12.16 - 10:45

    Butcha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also ich habe dieses Jahr eine andere Erfahrung gemacht.
    >
    > Vor wenigen Monaten habe ich mein duales IT Studium in Dresden beendet.
    > Mehr als 3/4 meiner Bewerbungen bekamen positives Feedback (meist in Form
    > von Einladungen zu Vorstellungsgesprächen), und das obwohl ich keine
    > rosigen Noten hatte :D
    > Meine Kommilitonen wurden allesamt unmittelbar nach dem Studium übernommen
    > oder haben zeitnah eine neue Anstellung gefunden.
    >
    > In meinem Bekanntenkreis sieht das vollkommen anders aus. Absolventen
    > anderer Studiengänge (konkret: Technische Physik, Kunstgeschichte,
    > Holz-/Werkstofftechnik, Bankkauffrau) brauchen teilweise ewig um einen Job
    > zu finden, bzw. müssen sich weit unter Wert verkaufen.
    >
    > Die Firma, bei der ich jetzt bin sucht auch schon seit über einem halben
    > Jahr Admins, und die paar die sich bisher beworben haben, waren allesamt
    > Flachpfeifen.
    > Trotz der ach-so-schwachen Wirtschaft hier in Sachsen, findet man in der IT
    > viele Stellen, die nicht besetzt werden können.

    man muss sich allerdings auch nicht wundern, wenn man etwas studiert "was mir total liegt" oder "Spass macht", was allerdings nicht gesucht wird (Vulkanologe, Arktisforscher,...), dass man dann keinen Job zeitnah findet.
    Ich denke ein ITler hat es da einfacher als einer mit einem Kunstabschluss.

  4. Re: Muss das sein? Wo ist denn der Fachkräftemangel?

    Autor: Anonymer Nutzer 27.12.16 - 10:57

    Butcha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Trotz der ach-so-schwachen Wirtschaft hier in Sachsen, findet man in der IT
    > viele Stellen, die nicht besetzt werden können.

    Weil mit Verlaub die Buden einfach nichts bezahlen wollen. Genau aus dem Grund bin ich aus Sachsen ausgewandert. Wenn ich anderswo für - unterm Strich weniger Streß - mehr Geld bekomme und hinten raus sogar noch mehr übrig bleibt, warum sollte man dann in Sachsen bleiben ?
    Und schaue ich aktuell mal rein, wenn ich lese "Exchange Admin / MS-SQL, Oracle, MySQL, PostgreSQL Erfahrung, Linux Profi ... in einer historisch gewachsenen Umgebung" - kurzum, keine Sau blickt mehr durch weil bunt zusammengewürfelt wurde und ein "Mädchen für Alles" wird gesucht.
    Den Streß will sich niemand antun, der ein wenig Erfahrung mitbringt. Und jemand ohne Erfahrung bringt es auch nicht besser.

  5. Re: Muss das sein? Wo ist denn der Fachkräftemangel?

    Autor: Butcha 27.12.16 - 11:03

    Phreeze schrieb:

    > man muss sich allerdings auch nicht wundern, wenn man etwas studiert "was
    > mir total liegt" oder "Spass macht", was allerdings nicht gesucht wird
    > (Vulkanologe, Arktisforscher,...), dass man dann keinen Job zeitnah
    > findet.
    > Ich denke ein ITler hat es da einfacher als einer mit einem Kunstabschluss.


    War ja klar, dass ihr genau auf dem Kunstgeschichte-Abschluss rumreitet ^^ Aber die anderen drei Genannten haben durchaus ihre Daseinsberechtigung. Und bei denen ists echt schade drum, weil das alles clevere Kerlchen sind.

    @rugel: Bezahlung hin oder her, man kann sich damit arrangieren. Aufgrund der bedeutend geringeren Lebenshaltungskosten im Osten, habe ich am Ende des Monats trotzdem noch Geld übrig.

  6. Re: Muss das sein? Wo ist denn der Fachkräftemangel?

    Autor: DerVorhangZuUndAlleFragenOffen 27.12.16 - 11:05

    Butcha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also ich habe dieses Jahr eine andere Erfahrung gemacht.
    > [... shortend text ... see above ...]

    Da hast du mich falsch verstanden. Ich sage nicht, dass es keine offenen Stellen gibt. Diese 50.000 offenen Stellen gibt es. Als Absolvent hast du bestimmt keine schlimmen Forderungen auf den Tisch gehauen und hast die Stelle deshalb bekommen. Ich gehe auch davon aus, dass ich jederzeit in Deutschland einen Job finden "kann". Was ich in Frage stelle ist die Brisanz mit der dauernd vom Fachkräftemangel gesprochen wird. Denn die Evidenzen im Markt (z.B. Gehaltsverhandlungsspielraum) lassen mich doch stark daran zweifeln. Ich unterstelle das hier von Seiten der Branchenverbänden auf hohem Niveau gejammert wird.

    "Entwickeln Sie ein positives Verhältnis zu Daten und freuen sie sich wenn wir mehr wissen!" ~Angela Merkel (12.06.2015)

  7. Re: Muss das sein? Wo ist denn der Fachkräftemangel?

    Autor: sic 27.12.16 - 11:12

    Butcha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also ich habe dieses Jahr eine andere Erfahrung gemacht.
    >
    > Vor wenigen Monaten habe ich mein duales IT Studium in Dresden beendet.
    > Mehr als 3/4 meiner Bewerbungen bekamen positives Feedback (meist in Form
    > von Einladungen zu Vorstellungsgesprächen), und das obwohl ich keine
    > rosigen Noten hatte :D
    > Meine Kommilitonen wurden allesamt unmittelbar nach dem Studium übernommen
    > oder haben zeitnah eine neue Anstellung gefunden.

    Ja sah bei mir ähnlich aus. Wenn es nach dem Blabla ging was ich in zahlreichen Quellen gelesen habe war ich ein äußerst mäßig attraktiver Jobsuchender. Habe lange studiert, keine Top-Noten, kein Auslandsaufenthalt und Englisch nur Schulkenntnisse, keine attraktiven Praktika, ...eigentlich ein hoffnungsloser Fall besagtem Blabla zufolge.

    Trotzdem war alles, was ich tun musste, mir ein XING-Profil zulegen. Neben vielen Quatschanfragen kamen vier vielversprechende zustande. Aus dem ersten ergab sich ein Bewerbungsprozess, der aus meiner Sicht gut lief und warum ich nach dem (aus meiner Sicht) erfolgreichen Probearbeiten nicht eingestellt wurde werde ich wohl nie ergründen können. Naja bei der zweiten Stelle hat es dann geklappt und dort arbeite ich noch immer.

    Habe mich zu einem relativ gesehen geringen Gehalt einstellen lassen weil ich ja - s. o. - dachte ich könnte mehr nicht fordern und müsste mich freuen überhaupt eine tolle Stelle gefunden zu haben. Als dann meine Probezeit zu ende ging habe ich auf verschiedene XING-Anfragen reagiert und damit Bewerbungsprozesse eingeleitet. Zweck: Marktwertbestimmung aber auch echte Suche nach Alternativen.

    Tja und es kam das große Erwachen, siehe da, tatsächlich scheine ich ziemlich gut zu sein in dem was ich mache und es interessiert keinen wirklich wie lange ich studiert habe und mit welchen Abschlussnoten. Und plötzlich kamen Angebote in ganz anderen Gehaltsdimensionen als bisher... Bin dann letztlich zu meinem AG und habe eine enorme Gehaltserhöhung bekommen. Wäre auch weg gewesen, wenn nicht. Verdiene jetzt meines Erachtens nach wirklich recht gut und mir ist von daher egal, ob wir den Fachkräftemangel Fachkräftemangel nennen oder nur einen "erhöhten Bedarf an Angestellten mit bestimmter Qualifikation" oder wie auch immer.

    Aber es kann mir niemand erzählen, dass kein Bedarf bestehe oder nur nach schlecht bezahlten Kräften. Ich hatte auch Angebote die mir noch mal 10 Prozent mehr zahlen wollten, aber für mich aus anderen Gründen nicht attraktiv waren.

    Natürlich kann man meine Erfahrungen nicht pauschalisieren. Vielleicht habe ich einfach Glück und bei mir stimmen die Parameter. Alter, Studium, Skillset ... Aber ich glaube kaum, dass sich der Durchschnittsbürger bloß ein Profil bei XING erstellen muss, um eine Reihe interessanter Jobangebote zu erhalten. Oder, dass versucht wird, den Durchschnittsbürger aus seiner Anstellung mit 10% Gehaltszuschlag "herauszukaufen". Dass Headhunter beauftragt werden, die ein Drittel des Jahresgehalts bei erfolgreicher Vermittlung erhalten. Also vielleicht habe ich auch nur unglaubliches Glück aber sorry, da halte ich dann doch für wahrscheinlicher, dass an den Aussagen über Fachkräftemangel zumindest etwas Wahres sein muss.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 27.12.16 11:15 durch sic.

  8. Re: Muss das sein? Wo ist denn der Fachkräftemangel?

    Autor: DerVorhangZuUndAlleFragenOffen 27.12.16 - 11:24

    Phreeze schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > man muss sich allerdings auch nicht wundern, wenn man etwas studiert "was
    > mir total liegt" oder "Spass macht", was allerdings nicht gesucht wird
    > (Vulkanologe, Arktisforscher,...), dass man dann keinen Job zeitnah
    > findet.
    > Ich denke ein ITler hat es da einfacher als einer mit einem Kunstabschluss.

    Das mag schon stimmen. Aber den einzigen Vulkan den wir in DE haben, ist die Eiffel. Und wenn die hoch geht ist es sowieso rum mit Mitteleuropa. Es reichen wohl 3-5 Vulkanologen (im Inland) für ganz Deutschland aus. Wir haben keine Claims in der Arktis und seit dem Ende des zweiten Weltkrieg ist auch Neuschwabenland in der Antarktis kein deutsches Hoheitsgebiet mehr. Somit brauchen wir deutlich weniger Arktisforscher als z.B. Norwegen.

    Allerdings sollte der Vulkanologe ja auch immer auch Geologe sein. Für die gibt es dann natürlich durchaus Jobs. Heutzutage kann man quasi gar nicht mehr Arktisforscher werden, wenn man nicht gleichzeitig Klimatologe ist.

    Dementsprechend gibt es hier auch Bedarf. Insgesamt kann man sagen, dass es für de-facto jeden "... of Science"-Abschluss prinzipiell Jobs gibt. Bei Kunst weiß man ja das die Wahrscheinlichkeit, dass man jemals eine gute Anstellung hat, sehr niedrig ist.

    "Entwickeln Sie ein positives Verhältnis zu Daten und freuen sie sich wenn wir mehr wissen!" ~Angela Merkel (12.06.2015)

  9. Re: Muss das sein? Wo ist denn der Fachkräftemangel?

    Autor: TJone 27.12.16 - 11:38

    Ich würde auch keinen Mangel sehen, sondern eine gesunde Mischung aus Angebot und Nachfrage. Man jammert auf hohem Niveau seitens der Arbeitgeber.
    Zu den Absolventen: Die Gehälter für Absolventen sind doch auch kaum gestiegen, was man so hört. Teilweise sollen die Einstiegsgehälter im Großraum Hamburg auf Niveau von vor 5 Jahren im Bereich Informatik und Wirtschaftsinformatik (45.000-50.000) liegen. Als ich das hörte, war ich schon schockiert. Kann aber natürlich auch Ursachen haben, wie daß sich viele unter ihrem Wert verkaufen. (Aber das bezweifle ich doch)

    Zwar kann man als Berufserfahrener noch gute Gehälter einfahren, aber mit bedeutend höheren Arbeitszeiten (40 anstatt 35) oder mit mehr Personalverantwortung als früher. Reell stagniert hier also auch der Verdienst. 2000 gab es echt einen ITler-Fachkraftemangel, aber doch heute nicht mehr. Im Endeffekt muss man sich irgendwann doch für einen BWL/Management-lastigeren Job umsehen, wenn man mal mehr als 35¤/h brutto verdienen will. Dann ist Entwicklung nur noch ein Hobby. :-/

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