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Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

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  1. Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: elegon 16.10.19 - 16:01

    Hat hier jemand Erfahrungen machen müssen? Wodurch kam der Prozess ins Rollen? Hat man eine Chance sich zu wehren?
    Schonmal in eurem Netzwerk aufgetreten?
    Oder ist das nur ein schreckgespenst?

  2. Re: Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: uschatko 16.10.19 - 19:14

    Selber nicht aber Bekannte (da quasi Ausländer..).
    Prozess ins Rollen? Recht einfach kannst Du dir aussuchen, neidische Angestellte, Freelancer die nichts draufhaben und sich vor Angst bei der Firma reinklagen, DRV kommt von alleine weil sie Lust haben.
    Chance sich zu wehren? Fast keine, eher überhaupt keine.
    Schreckgespenst? Nein, eher Damoklesschwert.

  3. Re: Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: FlashOver 16.10.19 - 19:39

    Da wirst du einfach von einem internen Mitarbeiter angeprangert und schon geht der Spaß los. Dagegen wehren kann man sich ganz einfach indem man nicht Scheinselbstständig wird. Das heißt benehmt euch nicht wie Angestellte, habt mehrere Kunden parallel, habt Mitarbeiter und tretet mit Marketing am Markt offensiv unabhängig auf und fertig. Nicht in die Prozesse vom Kunden integrieren lassen (Urlaubslisten z.b.). Aber ja, das kommt häufiger vor und es erwischt auch immer mehr Leute, das dann wohl aber auch nicht zu unrecht. Hab auch schon gehört daß Leute angeblich von Nachbarn und so gemeldet wurden... da freut sich der Fiskus.

  4. Re: Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: ChrizzleWhizzle 17.10.19 - 08:33

    Getroffen hat es mich nicht aber ich musste mich mal etwas darüber schlau machen, da ich bei meinem ersten Kunden der erste Freiberufler war und ihm das Thema auch sofort unter die Nase gekommen ist.
    Um wirklich auf der sicheren Seite zu sein haben wir ein Feststellungsverfahren bei der DRV angestoßen (jetzt haben die mich zwar auf dem Schirm aber das ist nicht weiter schlimm) um raus kam dabei natürlich keine Scheinselbstständigkeit. Nur wollten Sie mich zuerst in die rentenversicherungspflichtige Selbstständigkeit stecken sodass ich eben verpflichtet werde in die RV einzuzahlen. Nach ein bisschen weiterem hin und her hat sich das aber auch erledigt.

    Da checke ich auch nicht wirklich was mir mehrere Kunden bringen sollen... ich kann 3 Kunden haben, wenn ich aber bei einem so fest in die Firma eingegliedert wurde dann bin ich nur bei diesem einen Scheinselbstständig die anderen 2 Kunden haben damit absolut nichts zu tun.

  5. Re: Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: IT-pr0fi 17.10.19 - 09:31

    Ich wurde geprüft, weil ein Dienstleister mein Kunde war, der für einen großen deutschen Automobilkonzern tätig war. Dieser Automobilkonzern war wohl ursprünglich mal für die Scheinselbstständigkeitsdebatte verantwortlich und verpflichtet alle Zulieferer zur Prüfung ihrer Selbstständigen.

    Es war mein erstes Projekt als Freelancer, die Laufzeit war < 6 Monate, trotzdem hat es mich getroffen. Die Argumente pro abhängige Beschäftigung der Schlichtungsstelle waren zum Teil hanebüchen und am Ende des Bescheids wurde aufsummiert:
    6 Pro - 5 Kontra -> Abhängig Beschäftigt.

    Nachteile hatte ich davon nicht, mein Kunde hat meine Rentenversicherungs- und Krankenkassenbeiträge für die Vertragslaufzeit bezahlt. Die hätte er sich über meine nächsten Rechnungen wiederholen können, allerdings hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits einen neuen Kunden.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.10.19 09:34 durch IT-pr0fi.

  6. Re: Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: azeu 17.10.19 - 09:37

    > Nachteile hatte ich davon nicht, mein Kunde hat meine Rentenversicherungs- und Krankenkassenbeiträge für die Vertragslaufzeit bezahlt.

    Das ist das eigentlich Gefährliche an der Scheinselbständigkeit. Es trifft nicht den Freiberufler - der i.d.R. seine Sozialversicherungsbeiträge sowieso (freiwillig) bezahlt - sondern dessen Auftraggeber. Deswegen werden die Unternehmen bei dem Thema auch schnell nervös. Die Höhe der Nachzahlung(en) an Krankenkasse & Co. kann beträchtlich sein, wenn man viel Pech hat.

    DU bist ...

  7. Re: Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: Dieselmeister 17.10.19 - 09:41

    Nee hätte er sich nicht wiederholen können. Das er dich nicht weiter beschäftigt hätte, steht auf ein anderem Blatt, aber dein Kunde ist tatsächlich für die SV-Beiträge verantwortlich.

    Aber das ist echt ne Scheiss Situation. Klagen hilft wohl in vielen Fällen, aber das hätte gedauert. Gut das du dann ein neuen Kunden gefunden hast. Ich drück dir die Daumen, dass es so schnell nicht mehr zu einem neuen "Verfahren" kommt.

    Ja, die kommen sehr oft mit Hahnebüchenden Sachen rüber. Eine Bekannte Story ist ein Dozent, der für 3 Tage bei einem Kunden ein Training ausrichten sollte. Die haben doch für sich tatsächlich festgestellt, dass er für die 3 Tage Scheinselbstständig gewesen wäre. Weil, jetzt kommst, er den Termin nicht selbst festlegen konnte und es zu einer Zeit machen musste, an dem die Angestellten, die er Schulen sollte, auch anwesend waren. -.-

  8. Re: Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: Geistesgegenwart 17.10.19 - 09:41

    elegon schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hat hier jemand Erfahrungen machen müssen? Wodurch kam der Prozess ins
    > Rollen? Hat man eine Chance sich zu wehren?
    > Schonmal in eurem Netzwerk aufgetreten?
    > Oder ist das nur ein schreckgespenst?

    Du kannst dich wheren: Einfach mindestens 2 Auftraggeber haben und maximal 5/6 deines Umsatzes von einem Auftraggeber im Jahr beziehen.

    Aber ganz wichtiger Punkt: Scheinselbstständigkeit ist für dich, als Freelancer, so gut wie harmlos. Davor musst du dich nicht fürchten. Wird die Scheinselbstständigkeit festgestellt, geht es dem *Unternehmen* dass dich Einsetzt an die Wäsche.

    Für dich tatsächlich gefährlich ist nicht die Scheinselbstständigkeit, sondern die Feststellung einer "arbeitnehmerähnlichen Tätigkeit". Die hat zur Folge dass du Sozialversicherungsbeiträge bis zu max. 4 Jahre rückwirkend zahlen musst (das sind mal schnell 50.000¤). Aber auch hier gibt es Abhilfe: Du versicherst dich von vornherein freiweilig in der gesetzlichen Rentenversicherung, dann kanns auch kein Rückzahlungen geben.

  9. Re: Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: IT-pr0fi 17.10.19 - 09:42

    Dieselmeister schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nee hätte er sich nicht wiederholen können. Das er dich nicht weiter
    > beschäftigt hätte, steht auf ein anderem Blatt, aber dein Kunde ist
    > tatsächlich für die SV-Beiträge verantwortlich.
    >
    Stimmt: ich korrigiere: Die Arbeitnehmeranteile hätte er sich holen können.

  10. Re: Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: Dieselmeister 17.10.19 - 09:43

    Ja genau und das zieht sich dann. Und die Leute komme auf Ideen wie Arbeitnehmerüberlassungen. Ist ja jetzt derzeit In. Ich könnte kotzen.

    Ich sage dann immer, das mein Stundensatz doppelt so hoch wäre. Als Selbstständiger ANÜ. Die kapieren nicht, dass man vll auch Selbstständig sein möchte!

  11. Re: Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: IT-pr0fi 17.10.19 - 09:44

    Geistesgegenwart schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > elegon schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Hat hier jemand Erfahrungen machen müssen? Wodurch kam der Prozess ins
    > > Rollen? Hat man eine Chance sich zu wehren?
    > > Schonmal in eurem Netzwerk aufgetreten?
    > > Oder ist das nur ein schreckgespenst?
    >
    > Du kannst dich wheren: Einfach mindestens 2 Auftraggeber haben und maximal
    > 5/6 deines Umsatzes von einem Auftraggeber im Jahr beziehen.
    >
    Das hilft nicht für dein erstes Projekt. Es ist halt absurd, dass die Rentenversicherung das will, wenn du gerade startest. Mit 2 Kunden parallel zu starten, das schaffen die wenigsten.

  12. Re: Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: Dieselmeister 17.10.19 - 09:47

    Vergiss es. Du kannst bei dem Hauptkunden trotzdem Scheinselbstständig sein. Auch mit mehreren Kunden gleichzeitig. Die Vermittler kapieren auch nicht, dass wenn in ihren Ausschreibungen 100% vor Ort steht, damit die Sache so gut wie entschieden ist. -.- Da wird alles gegen dich verwendet. Das beste ist immer noch ein sehr hoher Remote Anteil. Keine Einbindung in Unternehmensprozesse. (leichter gesagt, als getan).

  13. Re: Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: Geistesgegenwart 17.10.19 - 09:48

    Dieselmeister schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja genau und das zieht sich dann. Und die Leute komme auf Ideen wie
    > Arbeitnehmerüberlassungen. Ist ja jetzt derzeit In. Ich könnte kotzen.
    >
    > Ich sage dann immer, das mein Stundensatz doppelt so hoch wäre. Als
    > Selbstständiger ANÜ. Die kapieren nicht, dass man vll auch Selbstständig
    > sein möchte!

    Das Problem ist einfach die dumme Gesetzeslage. Scheinselbstständigkeit trifft nicht dich als Freelancer, sondern das Unternehmen muss dick Nachzahlen. Deswegen sind die da sehr Vorsichtig. Wäre ich allerdings unter der aktuellen Gesetzeslage auch.

  14. Re: Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: IT-pr0fi 17.10.19 - 09:52

    Aus meiner Erfahrung wird folgendes gegen dich bzw. den Kunden verwendet:

    * Du benutzt das Notebook des Kunden (auch wenn es nicht anders geht)
    * Ihr macht Scrum (Das Review wird als Abnahme interpretiert mit der Chance auf Nacharbeitung)
    * Du bist häufig vor Ort
    * Du hast eine E-Mail Adresse @kundendomain
    * Du bekommst von einem Internen das Softwareprojekt erklärt, an dem du arbeiten sollst.
    * Du arbeitest mit anderen an Softwarekomponenten, hast also keine abgrenzbaren Kompetenzbereich, für den du alleine die Verantwortung trägst
    * Dein Arbeitsplatz ist nicht unterscheidbar von dem eines Internen.
    * Anteil des Umsatzes, den du mit dem Kunden machst.
    * Anzahl der parallelen Kunden
    * Du warst weisungsgebunden, konntest z.B. nicht entscheiden, wann du von wo arbeiten willst, musstest Urlaub abstimmen etc.

    Das mit dem 5/6 Umsatz ist eigentlich relativ unerheblich, weil jedes Vertragsverhältnis einzeln geprüft wird. Da geht es dann auch nicht darum, was im Vertrag steht, sondern wie es gelebt wird. Es ist leider schon ein paar Jährchen her, dass die DRV so entschieden hatte, so dass ich den Bescheid nicht mehr so präsent im Kleinhirn habe, aber ich erinnere mich daran, dass bemängelt wurde, dass ich (zum Start der Selbstständigkeit) nur einen Kunden hatte, obwohl ich inzwischen weitergezogen war.



    8 mal bearbeitet, zuletzt am 17.10.19 10:02 durch IT-pr0fi.

  15. Re: Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: ChrizzleWhizzle 17.10.19 - 09:56

    Geistesgegenwart schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Du kannst dich wheren: Einfach mindestens 2 Auftraggeber haben und maximal
    > 5/6 deines Umsatzes von einem Auftraggeber im Jahr beziehen.
    >

    Käse.... das hat nichts mit Scheinselbstständigkeit zu tun sondern mit rentenversicherungspflichtiger Selbstständigkeit. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe...
    Scheinselbstständigkeit wird pro Kunde geprüft. Du kannst 10 verschiedene Kunden haben, wenn du bei einem zu stark in die Firma integriert bist, bist du genau bei diesem einen Scheinselbstständig. Deine anderen Kunden sind davon aber nicht betroffen

  16. Re: Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: Geistesgegenwart 17.10.19 - 10:02

    ChrizzleWhizzle schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Geistesgegenwart schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > >
    > > Du kannst dich wheren: Einfach mindestens 2 Auftraggeber haben und
    > maximal
    > > 5/6 deines Umsatzes von einem Auftraggeber im Jahr beziehen.
    > >
    >
    > Käse.... das hat nichts mit Scheinselbstständigkeit zu tun sondern mit
    > rentenversicherungspflichtiger Selbstständigkeit.

    Und wenn du den Absatz nach dem, den du von mir den du gequotest hast noch gelsen hättest, wüsstest du das ich mich genau darauf bezog und zwischen Scheinselbstständig und "arbeitnehmer Ähnlich beschäftigt" ebenfalls differenziert habe. Einfach den Beitrag ganz lesen ;)

  17. Re: Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: MarkuusM 17.10.19 - 10:12

    Es ist nicht unbedingt ein Schreckgespenst, aber ein idiotischer Moloch.

    Die größere Keule trifft erst einmal den Kunden, der entsprechend Beiträge nachzahlen muss. Die zweite Keule trifft einen dann selber, weil man beim Verlust der Selbstständigkeit hinterher vom Finanzamt eine üble Rechnung bekommt, weil die Betriebsausgaben mit einem Mal nur noch Werbungskosten sind.

    Abhilfe ist aber eigentlich gar nicht so schwer, nicht scheinselbständig verhalten! Also, keine Verträge auf Stundenbasis, keine Remotesätze, eigene wirtschaftliche Berechnung und am wichtigsten - Auftreten! Wer sich mit dem gefrusteten Teil der Abhängigen fraternisiert, der wird von denen angeschissen werden, weil die den Unterschied zwischen Umsatz und Gehalt nicht begreifen. Sorry für den Pessimismus, ist aber leider so.

  18. Nachprüfbarkeit

    Autor: elegon 17.10.19 - 11:26

    Also klar, ist absurd wg Scrum z.B. die Selbständigkeit aberkannt zu bekommen, aber wie wird sowas überhaupt überprüft?
    Ich meine, es könnten doch beide Parteien sagen: nö, kein scrum. Oder nö, war bei Reviews nicht dabei etc...
    Da werden doch wahrscheinlich nur Fragebögen versendet, richtig?

  19. Re: Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: Trockenobst 17.10.19 - 11:31

    Dieselmeister schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da wird alles gegen dich verwendet.
    > Das beste ist immer noch ein sehr hoher Remote Anteil. Keine Einbindung in
    > Unternehmensprozesse. (leichter gesagt, als getan).

    "Gegen mich" verwendet hier niemand irgendwas. Das ist Kampfsprache.
    Wer in einer Firma erst auf diesem Niveau des Angriffs angekommen ist, hat sich die
    falschen Kunden ausgesucht. Ich habe schon immer 2-5 Jahre bei einem
    Kunden gearbeitet, hauptsächlich, und hatte diese Sorgen noch nie.

    Bei meinen letzten beiden Projekten war Remote 3-4 Tage die Woche, da kein Platz in der Firma. Bürokosten sind noch teurer gestiegen sind als Mieten. Ich habe auch zwei Miniprojekte für den Appstore, bringt zwar fast kein Geld, aber das zwingt dich dann dir Gedanken über deinen Auftritt gegenüber Kunden zu machen. Ich bin eben nicht "ich", sondern der Vertreter meiner Bude.

    Das was wirklich hilft (als Firma): 6 Monate alle drei, vier Jahre jemanden einstellen. Finde einen nach der FH oder Uni, der dir bei deinem Projekt helfen kann (gerade wenn mal jemand wegen Kinder oder Krankheit ausfällt klappt das meist in er Planung).

    Und dann sollen dir die Nasen nachweisen, dass Du mit einem voll angestellten, meistens Remoten Job nicht "Selbstständig" genug bist.

  20. Re: Scheinselbständigkeit... wer kann was berichten?

    Autor: Trockenobst 17.10.19 - 11:47

    IT-pr0fi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aus meiner Erfahrung wird folgendes gegen dich bzw. den Kunden verwendet:

    Gegen 80% dieser Liste kannst du vor Gericht gewinne und es gibt immer einen
    Rechtsweg. Den würde ich notfalls beschreiten wenn jemand zu Abstrus argumentiert.
    Als Gegenbeispiel würde ich immer den freiberuflichen Hausbau Architekten nehmen,
    der fast die selben Problemstellungen hat.

    > * Du benutzt das Notebook des Kunden (auch wenn es nicht anders geht)
    DSGVO und andere Dinge machen das Gesetzlich häufig zur Pflicht.
    Du kannst aber mit der Firma abmachen, dass dir am Ende Monats auf der Rechnung
    die 15¤ für Software und Hardware von deinem Entgelt abziehst.
    Somit hast du dann von der Firma das Notebook mit Software geleast.

    > * Ihr macht Scrum (Das Review wird als Abnahme interpretiert mit der Chance
    > auf Nacharbeitung)
    Auch im Projektgeschäft als Architekt mache ich doch aus, dass ich in 2,6,12 Monaten
    hier am Bau aufzutreten habe. Mir werden dann ab Baubeginn die Zeiten vorgegeben.
    Scrum ist eine Terminvereinbarung die man im Wochentakt macht.

    > * Du bist häufig vor Ort
    > * Du hast eine E-Mail Adresse @kundendomain

    Für Meetings und Absprachen ist auch der Architekt vor Ort. Die Email hat in der
    Regel "bla@extern." oder "bla@partner" im Namen. Die Unterscheidbarkeit zu einem
    Festen ist gegeben.

    > * Du bekommst von einem Internen das Softwareprojekt erklärt, an dem du
    > arbeiten sollst.
    Jeder der mir das Projekt erklärt, wird schon aus DSGVO Gründen ein Interner sein.
    Was ist das bitte für eine Argumentation? Der Chef der Firma ist auch ein Interner.

    > * Du arbeitest mit anderen an Softwarekomponenten, hast also keine
    > abgrenzbaren Kompetenzbereich, für den du alleine die Verantwortung trägst
    Der Architekt hat auch keinen Kompetenzbereich. Der ist für alles Verantwortlich.

    > * Dein Arbeitsplatz ist nicht unterscheidbar von dem eines Internen.
    Wie sollte der Unterscheidbar sein? Eine andere Farbe des Stuhls? Da ist DUMM.
    Der Architekt setzt sich einfach für Tage in den Konferenzraum, mit den anderen,
    auf den selben Stühlen.

    > * Anteil des Umsatzes, den du mit dem Kunden machst.
    5/6 ist die Regel und die halte auch immer schön ein.

    > * Anzahl der parallelen Kunden
    Man findet schnell alte Arbeitskollegen die mit Kickback arbeiten.
    D.h. du arbeitest dort für ein paar Wochen im Jahr und der arbeitet bei dir für
    ein paar Wochen im Jahr. Das gleicht sich dann finanziell aus und dann hast
    du offiziell zwei, drei verschiedene Rechnungen.

    Für Berufsanfänger ist das aber natürlich bullsh-t. Der Architekt hat auch erst
    einmal nur zwei, drei Kunden hintereinander bevor er mehrere paralle Projekte
    hat. Der muss sich erstmal beweisen.

    > * Du warst weisungsgebunden, konntest z.B. nicht entscheiden, wann du von
    > wo arbeiten willst, musstest Urlaub abstimmen etc.

    Auch der externe Architekt muss Urlaub abstimmen. Das ist nicht "weisungsgebunden",
    sondern klassische Teamarbeit. Wenn man einmal im Jahr im Verein das ganze Haus
    und den Bolzplatz sauber macht, wäre es auch unsportlich genau zu dem Zeitpunkt seinen
    Urlaub zu nehmen.

    Mir wurde noch nie eine Urlaubszeit vorgegeben. Im Team macht man das aus, und gut ist.

    Klar will das Amt so viele Leute wie möglich in die RV ziehen, aber die Argumentation hält einer
    Prüfung nicht Stand. Die sind keine Prinzen die einfach irgendwas behaupten können. Ich wäre mit so was direkt vor Gericht gegangen.

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