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IT in der Verwaltung

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  1. IT in der Verwaltung

    Autor: Haze95 17.01.20 - 12:21

    Aus eigener Erfahrung und auch aus Aussagen auf dem Bekanntenkreis, verdient man in der IT einer Behörde oder Kommune fast am wenigsten.

    Ich bin letztes Jahr mit einem dualen Studium bei einer größeren Stadt im Ruhrgebiet angefangen.
    Da steht das Gehalt in keiner Verbindung mit der Arbeitszeit.

    Habe ne 9c Stelle, sitze aber auf einer E11 oder E12 Stelle (jemandem wie man die Stelle ausschreibt)

    Überstunden gehören fast schon zur Normalität. Dazu blockieren die Vorgesetzen, die meist keine IT-Erfahrung haben, die Einführung von nützlichen Tools usw, was echt schon leicht an das Nervenkostüm geht.

  2. Re: IT in der Verwaltung

    Autor: Glitti 17.01.20 - 12:54

    Dafür gibt es doch jetzt diese bis zu 1000¤ / Monat "IT Zulage".
    Ändert natürlich nichts an den anderen Problemen. Ich könnte z.B. keinen Vorgesetzten haben, der nicht gelernter ITler sondern Kaufmann ist. Das gibt doch nur reibereien.

  3. Re: IT in der Verwaltung

    Autor: freundlicherGnom 17.01.20 - 13:21

    Kann ich nicht bestätigen. Ich fange bald bei einer Behörde an und sie zahlen mehr als die Bude vorher... und die hat auch schon gut gezahlt.

    maxpower@liebt-dich.info

  4. Re: IT in der Verwaltung

    Autor: Mangnoppa 17.01.20 - 14:07

    Glitti schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dafür gibt es doch jetzt diese bis zu 1000¤ / Monat "IT Zulage".
    > Ändert natürlich nichts an den anderen Problemen. Ich könnte z.B. keinen
    > Vorgesetzten haben, der nicht gelernter ITler sondern Kaufmann ist. Das
    > gibt doch nur reibereien.

    Die Zulage gibt es nur vom Bund und nicht von den Ländern/Städten/Kommunen/Gemeinden...

  5. Re: IT in der Verwaltung

    Autor: BiGfReAk 17.01.20 - 15:01

    So schlecht verdient man bei den Behörden auch wieder nicht. Wenn man als Bachelorabsolvent eine einfache Entwicklerstelle hat und E11 eingestuft ist, verdient man aktuell nach 3 Jahren 51174.62¤ Brutto und nach 10 Jahre Berufserfahrung kommt man auf E11/5 was aktuell 63965.09¤ Bruttojahresgehalt ist.
    Das liegt im Durchschnitt laut Studie. Danach kommt man zwar noch auf E11/6, aber der Sprung ist dann nicht mehr wirklich groß. Mehr bringt eine Höhergruppierung, wobei man dann meistens Führungsverantwortung übernehmen muss.

    Das einzig wirklich schlechte ist das typische Einstiegsgehalt in E10/1, was deutlich unter dem Durchschnitt ist, aber nach nur einem Jahr bessert sich das deutlich.

    Und man darf nicht vergessen, man hat in den meisten Fällen ein viel entspannteres Arbeiten, sehr flexible Arbeitszeiten, kann ohne Probleme in Elternzeit gehen, wird nicht in der Freizeit mit Mails und Anrufen belästigt usw.
    Das alles hat auch einen gewissen Wert.
    Spätestens nach dem ersten Burnout verstehen die Leute, das man mit all dem Geld was man verdient hat sich keine neue Gesundheit kaufen kann.

  6. Re: IT in der Verwaltung

    Autor: quineloe 17.01.20 - 15:45

    Mangnoppa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Glitti schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Dafür gibt es doch jetzt diese bis zu 1000¤ / Monat "IT Zulage".
    > > Ändert natürlich nichts an den anderen Problemen. Ich könnte z.B. keinen
    > > Vorgesetzten haben, der nicht gelernter ITler sondern Kaufmann ist. Das
    > > gibt doch nur reibereien.
    >
    > Die Zulage gibt es nur vom Bund und nicht von den
    > Ländern/Städten/Kommunen/Gemeinden...

    d.h. wir müssen jetzt bei jedem Behörden-Poster, der es nicht von sich aus erwähnt, nachfragen ob er bei einer Bundesbehörde sitzt oder nicht? Na geil.

    Verifizierter Top 500 Poster!

  7. Re: IT in der Verwaltung

    Autor: ayngush 17.01.20 - 16:15

    Die Erfahrungsstufen (Stufe 1 ... Stufe 6) sind bei "Einsteig" in den ÖD übrigens verhandelbar.
    Wenn man schon 13 Jahre Berufserfahrung als Entwickler hat und dann in den ÖD wechseln möchte (warum auch immer man das vorhätte...), dann kann man sich schon auf Stufe 5 verhandeln. Niemand mit Erfahrung würde sich da freiwillig mit E11/1 abspeisen lassen und das wissen die Personalveranwortlichen auch. Also ist E11/4 mit Zulage oder E11/5 durchaus drinnen.

  8. Re: IT in der Verwaltung

    Autor: Trockenobst 17.01.20 - 17:02

    ayngush schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also ist E11/4 mit Zulage oder E11/5 durchaus drinnen.

    Der Vater eines Kollegen hat nach langer Krankheit Ü50 jetzt eine 30 Wochenstunde bei der nächstgrößeren Stadt bekommen. Er braucht Zeit für die Rekonvaleszenz und Behandlungen.
    Die E11/4 hat er bekommen, die nächsten zwei Jahre plant er jetzt einen Rollout.

    Interessanterweise hat er gesagt, das mit ihm sich auch noch eine ganze Latte Ex-Bundeswehr-ITler beworben haben. Warum die dort abgegangen sind wusste er aber nicht. Da würde man erwarten das die keine Leute gehen lassen.

  9. Re: IT in der Verwaltung

    Autor: ibsi 17.01.20 - 20:04

    Aber nur mit irgendeiner Art von Studium, oder reichen die 13 Jahre da?
    Hast du da eine Quelle?

  10. Re: IT in der Verwaltung

    Autor: ayngush 17.01.20 - 20:22

    Natürlich muss die Qualifikation auch zu einer E11 Eingruppierung passen, also nur mit Studium auf eine Entwicklerstelle z.B. Passt die Qualifikation nicht, dann wird man auch nicht so einfach eine E11 bekommen, NUR weil man Erfahrung hat. Da muss dann einiges passen.
    Es geht bei meiner Aussage aber im Kern auch nicht um die Eingruppierung der Stelle, sondern um die Erfahrungsstufe, die verhandelbar ist, wenn man bereits einschlägige Berufserfahrung nachweisbar anderer Orts erlangt hat.
    Ich kenne da jedoch einen Fall, der von der Telekom (Ausbildung und ~15 Jahre Erfahrung) in den ÖD gewechselt ist, der hat E11/3 und eine kleine Zulage verhandelt über den Weg der Anerkenntnis zum sonstigen Beschäftigten. Sie wollten ihn aber unbedingt, er hatte bei der Telekom jedoch 20k mehr bekommen - wollte dort aber weg, jedoch nicht für einen Hungerlohn.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 17.01.20 20:25 durch ayngush.

  11. Re: IT in der Verwaltung

    Autor: Sybok 19.01.20 - 01:43

    Haze95 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aus eigener Erfahrung und auch aus Aussagen auf dem Bekanntenkreis,
    > verdient man in der IT einer Behörde oder Kommune fast am wenigsten.
    >
    > Ich bin letztes Jahr mit einem dualen Studium bei einer größeren Stadt im
    > Ruhrgebiet angefangen.
    > Da steht das Gehalt in keiner Verbindung mit der Arbeitszeit.
    >
    > Habe ne 9c Stelle, sitze aber auf einer E11 oder E12 Stelle (jemandem wie
    > man die Stelle ausschreibt)
    >
    > Überstunden gehören fast schon zur Normalität. Dazu blockieren die
    > Vorgesetzen, die meist keine IT-Erfahrung haben, die Einführung von
    > nützlichen Tools usw, was echt schon leicht an das Nervenkostüm geht.

    Das kann ich allein schon aus meinem derzeitigen Bewerbungsprozess bestätigen. Die Einstufungen sind teils lächerlich (selbst E12 ist ja jetzt nicht unbedingt viel). Zumal beim öffentlichen Dienst noch hinzu kommt, dass Berufserfahrung praktisch gar nicht honoriert wird (jedenfalls nicht mehr als 3 Jahre, IIRC), und man an die höheren Stufen praktisch nur mit Studium herankommt, egal wieviel Erfahrung und Referenzen man mitbringt. So wird das nichts mit der Attraktivität für Fachkräfte.

  12. Re: IT in der Verwaltung

    Autor: Niaxa 19.01.20 - 11:30

    Zahlen bitte. Eine Behörde zahlt nach Vorschrift und da gibts nicht wirklich Spielraum. Ich hatte mich auch hier schon auf stellen beworben. Das Gehalt war immer vorher bewusst nur nicht, dass es hier keine Möglichkeiten gibt dieses durch Tätigkeit und Leistung zu steigern. Klar mit gewissen Stellenbeschreibungen schon. Aber das ist ein Witz insgesamt. Da habe ich deutlich mehr in der Wirtschaft. Nicht mal die Beamten steuererleichterungen und Rentenzuschläge können das ausgleichen.

  13. Re: IT in der Verwaltung

    Autor: Trockenobst 19.01.20 - 13:13

    Sybok schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > mehr als 3 Jahre, IIRC), und man an die höheren Stufen praktisch nur mit
    > Studium herankommt, egal wieviel Erfahrung und Referenzen man mitbringt. So
    > wird das nichts mit der Attraktivität für Fachkräfte.

    In der Vergangenheit hatte man sicherlich ganz viele Bewerber, und ein Studium mit Titel hat viele reguläre Leute abgehalten sich zu bewerben.

    Bis heute ist das so, dass bestimmte Mittelständer mindestens 2 Jahre Erfahrung nach dem Studium verlangen. In diesen speziellen Bereichen gibt es auch keine Problem mit dem Fachkräftemangel, denn die zahlen gut für die Qualifikation. (Wobei es dort inzwischen auch gehaltstechnische Ausfälle gibt, gerade wenn Investmentfonds diese Firmen gekauft haben).

    Der Staat dagegen hat 100.000ende offene Stellen, er kann seine Arbeit für die er regelmäßig Geld einzieht, nicht erledigen. Diese Art von Filterung macht bei Sachen wie IT-Support und Junior-Entwickler doch gar keinen Sinn.

  14. Re: IT in der Verwaltung

    Autor: gaym0r 19.01.20 - 21:21

    Niaxa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zahlen bitte. Eine Behörde zahlt nach Vorschrift und da gibts nicht
    > wirklich Spielraum. Ich hatte mich auch hier schon auf stellen beworben.
    > Das Gehalt war immer vorher bewusst nur nicht, dass es hier keine
    > Möglichkeiten gibt dieses durch Tätigkeit und Leistung zu steigern. Klar
    > mit gewissen Stellenbeschreibungen schon. Aber das ist ein Witz insgesamt.
    > Da habe ich deutlich mehr in der Wirtschaft. Nicht mal die Beamten
    > steuererleichterungen und Rentenzuschläge können das ausgleichen.

    Ich kann dir nichts mehr zu der Entgeltgruppe sagen, aber bei uns war vor 3 Jahren im Rathaus eine Stelle als Sysadmin frei und ich hätte da ~43.000/a bekommen. Die Stufe hat sich nach der Berufserfahrung gerichtet. War damals irgendwie E10 Stufe 3 oder so?

  15. Re: IT in der Verwaltung

    Autor: Niaxa 20.01.20 - 11:38

    3500 Brutto ... Ja wenn man keine Familie hat ist das ok. Kommt jetzt wirklich drauf an, wie sehr das steigt mit den Jahren und wieviel Erfahrung es vorraussetzt.

  16. Re: IT in der Verwaltung

    Autor: suffx 21.01.20 - 10:54

    Also zum Thema Gehalt in Behörden möchte ich mich auch kurz äußern. Ich verstehe nicht so ganz, wieso das Gehalt hier im Forum immer als extrem niedrig, ja, fast schon als Frechheit bezeichnet wird.

    Vorab: es kommt natürlich maßgeblich auf die Eingruppierung (EG) an. Aber bleiben wir mal bei dem genannten Beispiel von EG11.

    Wenn ich als Absolvent nach dem Studium (oder auch nach der Ausbildung bei passender Qualifikation, das Studium ist nicht zwingend vorausgesetzt) mit EG11 anfange, dann habe ich bereits im ersten Jahr ein recht ordentliches Einkommen von 44.500 ¤ als durchschnittliches Jahresbrutto. Bereits im zweiten Jahr bekommt man eine automatische Erhöhung auf knapp 48.000¤ durchschnitts-Jahresbrutto. Nach weiteren zwei Jahren liegt man automatisch bei ca. 51.100¤.
    Jetzt rechne ich mal mit dem Rechner für 2021 weiter (denn diese Erhöhung steht dank Tarifvertrag bereits fest).
    So hat man dann nach 3 Jahren in denen man 51.100¤ brutto verdient hat und m. E. n. immer noch Berufsanfänger ist schon 57.000¤. Diese Summe bekommt man dann 4 Jahre. Anschließend gibts eine weitere Erhöhung auf knapp 65.000¤, welche man 5 Jahre bekommt. Nach insgesamt 10 Jahren landet man in der letzten Erfahrungsstufe, in der man knapp 67.000¤ Bruttogehalt pro Jahr bekommt. Das ganze ohne jegliche Personalverantwortung oder Leitungsfunktion.

    Klar, wenn ich mit 50 wechseln möchte/muss und dann in EG11 mit Erfahrungsstufe 1 anfangen muss, dann ist es nicht so prall. Als Anfänger bzw. junger Mensch finde ich dieses Gehaltsgefüge aber echt gut und vor allem sicher. Man muss nicht um Gehaltserhöhungen kämpfen, sie kommen ganz allein und automatisch, und das sogar wenn man einfach nur ganz normal seine Arbeit verrichtet.

    Das alles mit einer EG11 nach TVL West. Ich finde diese Aussichten wahrlich nicht schlecht, im Gegenteil. Zu dem Geld kommt noch die Sicherheit des ÖD und die meistens relativ angenehme Arbeitsatmosphäre (kaum Druck), aber das ist natürlich nicht bei jeder Stelle so.

    Diese 67k muss man in der Wirtschaft erstmal erreichen.

  17. Re: IT in der Verwaltung

    Autor: Niaxa 21.01.20 - 15:23

    Von einer Frechheit habe ich nicht gesprochen.

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