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Vorstellungsgespräche aus der Steinzeit

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  1. Vorstellungsgespräche aus der Steinzeit

    Autor: Adrian Lias 17.09.19 - 14:03

    Ich habe es tatsächlich mal gewagt mich auf eine behördliche Stabsstelle(Referent IT-...) als Dipl. (und damit zwangsweise höherer Dienst) zu bewerben. Hier werde ich kurz die Struktur des Gesprächs schildern.

    1. Höflicher Empfang von der Pforte.
    2. Alleine Wegbeschreibung von der Pforte zum "Prüfungsraum" folgen.
    3. Auf eine leicht unorganisierte Truppe von 6 Leuten treffen, die nicht wussten welchen Raum man jetzt nutzen soll. (passiert halt)
    4. Vorstellung: Name+Funktion
    (mehr als ein Hallo/Guten Tag und wurde an höflichen Worten nicht gewechselt. Bzw. wurde direkt von HR abgeblockt)
    5. 20min Vorbereitung für einen Vortrag zu vorgegeben Thema
    6. 10 min Vortrag (Rück-Fragen kamen keine)
    7. Bullshitbingo mit schwammig formulierten Fragen, abgelesen vom Formular, die auf Rückfrage nicht konkretisiert werden konnten.
    8. Auf Rückfrage ob die anderen 5 Personen (Betriebsrat,..., zukünftiger Chef) alles verstehen oder ob ich noch etwas erläutern soll, kommt die Antwort von der HR: Ich bin die Interviewerin hier, Sie reden mit mir....
    9. Nach deren Fragenkatalog(ca 50min) darf ich noch Fragen stellen (80min sind rum ich habe laut Plan 10 min Zeit)
    10. Auf Nachfrage werden mir so Sachen wie Wochenarbeitszeit, Sylvester/Heiligabend Regelung, Urlaubstage, Büro, Teamgröße, genauer Arbeitsbereich (widerwillig) usw. mitgeteilt.(Gleitzeitreglung von 6-20:30Uhr, aber spätestens um 8Uhr am Arbeitsplatz sein, seltene Ausnahmen sind aber ok :D)
    11. Kurzes (2min) Gespräch mit dem zukünftigen Chef (Position direkt unter Geschäftsführung) über die drei Jahres Vision des Teams.
    12. Verabschiedung mit "Sie finden den Weg ja".

    Fazit: Der Bewerber ist Bittsteller und sollte nehmen was später kommt. Vorstellung der zukünftigen Arbeitsstelle oder Vorstellung der Kollegen war auch auf Nachfrage nicht geplant(auch nicht in eine der nächsten 2 Runden des Auswahlverfahrens). Vorgestellt hat sich die Behörde mir jedenfalls maximal negativ. Überraschender Weise bin ich mit der HR (andere durften ja nicht sprechen) übereingekommen, dass eine Zusammenarbeit keinen Sinn macht und das Auswahlverfahren hier beendet werden kann. Es war auf jedenfall eine Erfahrung.

  2. Re: Vorstellungsgespräche aus der Steinzeit

    Autor: Agina 17.09.19 - 14:14

    Diese Bewerbungen nach Schema F hängen damit zusammen, das die Stellenvergabe "Fair" sein soll. Da wird die Frage/Antwort halt mit Punkten bewertet und wer die meisten Punkte hat, wird genommen (sofern er in den 6 Monaten Wartezeit nicht schon woanders angefangen hat).

    Bei uns ist das aber aufgeteilt auf alle anwesenden Personen, jeder hat da ein "Gebiet" wo er die Fragen stellt, aber kreuz und quer gemischt.

  3. Re: Vorstellungsgespräche aus der Steinzeit

    Autor: Belgarion2001 17.09.19 - 14:15

    Klingt nach einem traumhaften Arbeitgeber^^

  4. Re: Vorstellungsgespräche aus der Steinzeit

    Autor: Adrian Lias 17.09.19 - 14:45

    Update:
    Bewerbung in der freien Wirtschaft, mittleres Unternehmen, ähnliche Position.

    1. Höflicher Empfang von der Pforte.
    2. Abholung durch Ansprechpartner der HR
    3. Smalltalk zum Raum, 1. Versuch ein gutes Gesprächsklima zu schaffen
    4. Vorstellung der Anwesenden(2) durch Ansprechpartner(BR + zukünftiger Chef)
    5. Vorstellung der Firma durch Ansprechpartner und die Vorzüge der Firma
    6. Vorstellung der Bereiche durch jeweilige Beteiligte (sogar der Betriebsrat erzählt etwas über Extras der Firma, in dem Fall betriebliche Rentenversicherung)
    7. Versuch des Ansprechpartners alles Relevante über die zukünftige Arbeitsstelle positiv darzustellen
    8. „Stellen Sie sich anhand Ihres Lebenslaufes vor“ …
    9. Rückfragen und Gespräch (mit allen) welche Kompetenzen wie zu den Aufgaben passen
    10. Fragen meinerseits die sich noch nicht geklärt haben(hier z.B.: gibt es ausreichend Parkplätze?)
    11. Absprache über weiteres Vorgehen
    12. Begleitung zum Ausgang und dortige Verabschiedung.

    Fazit: Gespräch auf Augenhöhe, mit leichter Tendenz zu meinem Vorteil, über eine mögliche zukünftige Zusammenarbeit.

  5. Re: Vorstellungsgespräche aus der Steinzeit

    Autor: elknipso 17.09.19 - 16:31

    Agina schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Diese Bewerbungen nach Schema F hängen damit zusammen, das die
    > Stellenvergabe "Fair" sein soll. Da wird die Frage/Antwort halt mit Punkten
    > bewertet und wer die meisten Punkte hat, wird genommen (sofern er in den 6
    > Monaten Wartezeit nicht schon woanders angefangen hat).

    Das machen auch private Firmen. Hatte auch mal von einer nach über 6 Monaten einen Anruf bekommen, dass sie sich freuen mir den Job anbieten zu können. Konnte mir in dem Moment ein kurzes lachen nicht verkneifen, gefolgt von dem Hinweis, dass ich mich freue über die Rückmeldung aber längst eine andere Stelle angetreten habe.

  6. Re: Vorstellungsgespräche aus der Steinzeit

    Autor: rugel 17.09.19 - 16:53

    Mit Punkten bewerten ? Klingt eher danach dass der genommen wird, der am besten Bullshit-Bingo spielen kann und nicht zwangsweise Ahnung hat.
    Und 6 Monate warten, da wundert mich nichts mehr.
    Als ich mich einmal in Berlin beworben hatte, lagen zwischen Gespräch und Zusage 16 Stunden, mein Gehaltswunsch wurde allerdings noch unterboten so dass ich unterm Strich weniger gehabt hätte. Geld ist nicht alles, aber den Job wechseln und am Ende weniger verdienen, dazu noch an "Goodies" nichts geboten bekommen was ich ohnehin schon habe - nein Danke.

  7. Re: Vorstellungsgespräche aus der Steinzeit

    Autor: Dino13 17.09.19 - 17:07

    rugel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mit Punkten bewerten ? Klingt eher danach dass der genommen wird, der am
    > besten Bullshit-Bingo spielen kann und nicht zwangsweise Ahnung hat.

    Natürlich wird der genommen der das am besten spielen kann dass ist doch aber auch in der freien Wirtschaft so, sogar noch dramatischer, da steigen nicht die Besten auf.

  8. Re: Vorstellungsgespräche aus der Steinzeit

    Autor: divStar 17.09.19 - 19:25

    Es steigen immer die auf, die ihren Aufstieg am besten und glaubwürdigsten verargumentieren können. Das sind nicht immer jene, die es leistungstechnisch verdient haben. Aber wenigstens hat man ne Chance.
    Im ÖD geht's stur nach Jahren und Abschluss. Idiotie pur. Leistung ist dort selten ein Kriterium bzw. nur dann wenn es sowieso passt.

  9. Re: Vorstellungsgespräche aus der Steinzeit

    Autor: Adrian Lias 18.09.19 - 09:28

    Das Beste ist noch das die Note eines Diplom Elektrotechnikers von 1980 aus <Elite UNI> eins zu eins verglichen wird, mit Master Fach-Extraleicht of Science von 2015 (was auch immer einen hohen Notendurchschnitt hat). Während beim ersten Bewerber noch keiner im Jahrgang mit 1.x abgeschlossen hat und die besten 2.x hatten, hat der 2015 normalerweise ein 1.x und die schlechtesten 2.x.
    Da selbst die Ausbildung/Noten FH und UNI nicht miteinander vergleichbar sind, weil sie andere Schwerpunkte setzen, schliest sich ein altes Diplom mit dem aktuellen Master Vergleich erst recht aus. Dies ist leider bei vielen modernen/behörden HR noch nicht angekommen.
    Und dann wundert man sich über die Kompetenz bei Behörden...

  10. Re: Vorstellungsgespräche aus der Steinzeit

    Autor: tomatentee 18.09.19 - 10:30

    LOL

    Wenn die Zusage so lange dauert ist das ein klares Zeichen, dass man mit keinem Verantwortlichen gesprochen hat.

    Bei meinem letzten Bewerbungsgespräch sind meine beiden Gesprächspartner zum Ende des Gesprächs vor die Tür, kamen nach 10 min wieder rein und haben zugesagt. Zwei Tage später hatte ich den Vertrag und hab unterschrieben.

    Einer der beiden war mein zukünftige Vorgesetzter, der dann auch über Gehaltserhöhungen, Beförderungen etc. entscheiden konnte.

  11. Re: Vorstellungsgespräche aus der Steinzeit

    Autor: Ulriko 18.09.19 - 15:42

    Agina schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Diese Bewerbungen nach Schema F hängen damit zusammen, das die
    > Stellenvergabe "Fair" sein soll. Da wird die Frage/Antwort halt mit Punkten
    > bewertet und wer die meisten Punkte hat, wird genommen (sofern er in den 6
    > Monaten Wartezeit nicht schon woanders angefangen hat).
    >
    > Bei uns ist das aber aufgeteilt auf alle anwesenden Personen, jeder hat da
    > ein "Gebiet" wo er die Fragen stellt, aber kreuz und quer gemischt.

    Also pseudosachlich und pseudofair. Mit dem netten Nebeneffekt, dass die besten Bewerber gleich wissen, dass sie dort nicht hinwollen.

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