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Öffentliche Arbeitgeber...

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  1. Öffentliche Arbeitgeber...

    Autor: mfeldt 29.10.19 - 08:59

    ... bzw. die, die an TVÖD gebunden sind haben so gut wie überhaupt keine Chance, iT-Arbeitskräfte zu finden. Solche die hier schreiben 120k im Jahr seien nicht wirklich viel Geld natürlich schon gar nicht, aber auch normal tickende IT-Fachkräfte sind schlicht nicht zu bekommen.

    Dabei gilt es zu bedenken daß der TVÖD nicht nur in verstaubten Amtsstuben gilt, sondern z.b. auch in den allermeisten Wissenschaftseinrichtungen der Republik. Man kann ja mal überlegen, was das für den Forschungsstandort Deutschland heißt, und wie sich das letztlich auch auf die IT-Absolventen selber auswirkt. Können die überhaupt noch von sich sagen, gut ausgebildet zu sein?

    Soll man jetzt also massiv die Gehälter erhöhen? IT vom TVÖD ausnehmen? Wen dann als nächstes? Und wer zahlt letztlich für die massiven Kostensteigerungen? Oder doch lieber nach Indien auslagern und die Kosten und damit die Inflation niedrig halten?

  2. Re: Öffentliche Arbeitgeber...

    Autor: GeStörti 29.10.19 - 09:12

    Das ist durchaus ein Problem, nicht nur vom TVÖD, sondern auch von anderen Tarifverträgen, welche die benötigte Gehaltsspanne einfach nicht hergeben. Wenn mann über den ÖD nachdenkt, muss man sich aber auch dessen Vorteile bewusst machen, die evtl. das fehlende Gehalt aufwiegen, bzw. wenn es sogar die Chance zur Verbeamtung gibt.. Jetzt weniger, dafür später mehr (Pension). Hier ist langfristig denken das Stichwort.
    In der Wirtschaft kann dann theoretisch eine gewisse Kreativität angewendet werden, wie z.B. AT-Verträge oder Einstufungen in höhere Gradings, welche eigentlich für das Management (bzw. Principal Engineer aufwärts) vorbehalten sind. Aber auch das ist nicht das wahre.
    Im AT Bereich gibt es auch Nachteile gegenüber Tarif, bei zu hoher Einstufung / Grading kommt es zu falschen Erwartungshaltungen, bzw. im globalen Vergleich mit anderen Teammitgliedern kann das zu Unzufriedenheit / Ungerechtigkeit führen.

  3. Re: Öffentliche Arbeitgeber...

    Autor: Prüfbitsachverständiger 29.10.19 - 15:00

    mfeldt schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ... bzw. die, die an TVÖD gebunden sind haben so gut wie überhaupt keine
    > Chance, iT-Arbeitskräfte zu finden.

    Das Problem am öD ist aus meiner Erfahrung (hab da mal als Angestellter neun Monate gearbeitet und mich neulich "aus Spaß" wieder mal beworben), dass die Gehälter als Angestellter total witzlos und nicht konkurrenzfähig zur freien Wirtschaft sind. Verbeamtung geht offenbar in der IT beinahe überhaupt nicht, warum auch immer. Dann kommt man auch bei nicht vorhandener formaler Qualifikation (Studium) nicht wirklich in eine hohe Gehaltsklasse und selbst Beamter im mittleren Dienst ist irgendwie lachhaft.

    Hier schießt sich der öD immer wieder selbst ins Knie aufgrund von starren Formalien und einfach einem verstaubten, altertümlichen Denken. Da werden dann Stellen ausgeschrieben, die jeder gute FISI mit Berufserfahrung im Netzwerkbereich machen kann (EG 10 TVö-L). Da die Stelle allerdings mit E10 bewertet wurde braucht man wieder einen B.Sc. Völlig sinnfrei und nicht zielführend. Bewerbungsprozess dauert auch gefühlt ewig und derweilen hat man halt von zwei anderen Unternehmen aus der freien Wirtschaft wesentlich attraktivere Angebote und auch schnellere Entscheidungen. Dann bekommt man am Telefon mit dem Personaler aus dem öD einen vorgeheult, warum man entweder gar keine Bewerbungen bekommt oder halt dann "irgendwen" einstellen muss, der nicht gerade zur ersten Garnitur gehört.

  4. Re: Öffentliche Arbeitgeber...

    Autor: mfeldt 29.10.19 - 15:05

    Genauso isses. Aber was ist die alternative? Wenn die Öffis jedem dahergelaufenen ITler plötzlich Spitzengehälter zahlen schreien wieder alle da werden Steuergelder verbraten. Am Ende werden sogar die Steuern erhöht. Und dann heulen die spitzenverdienenden ITler wieder über die hohen Steuern...

  5. Re: Öffentliche Arbeitgeber...

    Autor: Prüfbitsachverständiger 29.10.19 - 15:52

    mfeldt schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Genauso isses. Aber was ist die alternative? Wenn die Öffis jedem
    > dahergelaufenen ITler plötzlich Spitzengehälter zahlen schreien wieder alle
    > da werden Steuergelder verbraten. Am Ende werden sogar die Steuern erhöht.
    > Und dann heulen die spitzenverdienenden ITler wieder über die hohen
    > Steuern...

    Spitzengehälter müssen es nun wirklich nicht sein, etwas mehr sollte es dann schon sein.

    Wenn ich für eine Stelle mit Berufserfahrung und als formale Voraussetzung den B.S.c benötige, jedoch da nur 47.000 ¤ brutto verdienen kann, ist das irgendwie uninteressant, weil ich "draussen" ungesehen meines formalen Abschluss als FISI mit 8 Jahren BE hier "im hintersten Teil der ländlichen Idylle" aktuell für 57.000 ¤ inkl. kostenlose Kantine, weniger Arbeitszeit, auch jedes Jahr Stufenaufstieg dank Tarifvertrag, Möglichkeit zum Home Office und keiner Kernarbeitszeit wesentlich besser fahre...

  6. Re: Öffentliche Arbeitgeber...

    Autor: .02 Cents 29.10.19 - 16:58

    > das für den Forschungsstandort Deutschland heißt, und wie sich das
    > letztlich auch auf die IT-Absolventen selber auswirkt. Können die
    > überhaupt noch von sich sagen, gut ausgebildet zu sein?

    Das sind etwas gewagte Zusammenhänge. Selbst wenn wir die "IT Absolventen" ausschliesslich auf formale Studienabschlüsse einschränken: Ein Studium - nicht nur, aber insbesondere in Zeiten in denen die Studienstrukturen stark "verschult" wurden - ist nichts anderes, als das Abarbeiten von relativ standardisierten Anforderungen. Das hat mit Forschung sehr wenig zu tun. Meine Erfahrungen aus dem Universitären Betrieb (90er Jahre) waren vielmehr so, dass die Professoren, die einigermassen bekannt und aktiv in der Forschung waren, mit der Lehre (Vorlesungs- / Prüfungsbetrieb) so wenig wie irgend möglich zu tun hatten.

    > Soll man jetzt also massiv die Gehälter erhöhen? IT vom TVÖD ausnehmen?
    > Wen dann als nächstes? Und wer zahlt letztlich für die massiven
    > Kostensteigerungen?

    Das ist irgendwie schwammig. Es gibt keine zwingende Beziehung zwischen Gehältern und "Stückkosten", zumindest nicht langfristig. Ein Teil meiner täglichen Aufgaben - für die ich weit übertariflich bezahlt werde - besteht darin, genau diese "Stückkosten" zu senken zum Beispiel über Standardisierung / Automatisierung u.ä.

    > Oder doch lieber nach Indien auslagern und die Kosten
    > und damit die Inflation niedrig halten?

    Es muss nicht Indien sein, aber es gibt auch keinen zwingenden Grund, "einfache" Tätigkeiten von hochpreisigen Angestellten erledigen zu lassen. Unter einfach verstehe ich Kodier Tätigkeiten in Bereichen, in denen man mit soliden Codier Skills in einem bestimmten "Programmier Stack" auskommt, man mit moderaten Sprachfähigkeiten auskommt und auch fachlich wenig eigenes Verständnis benötigt. Off Shoring in Indien ist da ein genauso gutes Beispiel wie Near-Shoring in der Ukraine oder sich "Onsite" frische Uni-Absolventen aus Bulgarien ins Haus zu holen o.ä. Wenn man zum Beispiel Prozesse / Workflows u.ä. bis auf GUI Detail Ebene runter spezifiziert hat, funktioniert das oftmals ganz passabel.

    Und ja - als Dienstleister muss man akzeptieren, dass es eine starke Inflation bei bestimmten Skills gibt. Vor 20 Jahren gab es in DWH Projekten nur wenige Leute, die etwas von Explain Plänen und ähnlicher Funktionalität der DB Engine verstanden haben. Heute ist das für mich immer noch ein wertvoller Skill in vielen Projekten, aber längst kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Wer da "vorne" mitspielen will, muss eben auch an seinen Fähigkeiten etwas tun - zum Beispiel s.o. die Rolle als Business Analyst lernen, anstatt Kodierer. Die Sprachhürden sind oft gross genug, dass man hier schon mit ein wenig technischem Verständnis und der Fähigkeit, die Sprache des Fachs zu sprechen, Fähigkeiten bietet, die man eben nicht so ohne weiteres in Indien in einem 2 Monatigen Boot Camp erwerben kann …

  7. Re: Öffentliche Arbeitgeber...

    Autor: Doso 04.11.19 - 14:43

    Ich arbeite in dem Bereich und ja, das ist ein Problem. Ganz so aussichtslos ist es nicht wie dargestellt aber man scheint halt kreativer werden zu müssen. Dann kriegt man Stellen nach einer Weile besetzt. Bei den allgemein niedriger bezahlten Stellen wie dem Helpdesk sieht es dann aber in der Tat traurig aus.

  8. Re: Öffentliche Arbeitgeber...

    Autor: frankietankie 13.11.19 - 17:14

    Prüfbitsachverständiger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Spitzengehälter müssen es nun wirklich nicht sein, etwas mehr sollte es
    > dann schon sein.
    >
    > Wenn ich für eine Stelle mit Berufserfahrung und als formale Voraussetzung
    > den B.S.c benötige, jedoch da nur 47.000 ¤ brutto verdienen kann, ist das
    > irgendwie uninteressant, weil ich "draussen" ungesehen meines formalen
    > Abschluss als FISI mit 8 Jahren BE hier "im hintersten Teil der ländlichen
    > Idylle" aktuell für 57.000 ¤ inkl. kostenlose Kantine, weniger Arbeitszeit,
    > auch jedes Jahr Stufenaufstieg dank Tarifvertrag, Möglichkeit zum Home
    > Office und keiner Kernarbeitszeit wesentlich besser fahre...

    Naja, ganz so schlimm sieht es im öffentlichen Dienst auch nicht aus.
    Beim Bund gibt es immerhin regelmäßig E11er und E12er Stellen, die sich nicht nur an Akademiker, sondern auch ganz konkret an Fachinformatiker mit Berufserfahrung richten (www.digital-fuer-deutschland.de).
    Im Regelfall sind das 6 Jahre Berufserfahrung bei E11er Stellen und 9 Jahre bei E12er Stellen.
    Bei entsprechender Berufserfahrung (> 3 Jahre) sind das mindestens 52.000¤ bis 67.000¤ in Stufe 6 (= 15 Jahre Berufserfahrung).
    Allerdings werden diese Stellen eher in Bereichen ausgeschrieben, in denen auch tatsächlicher Personalmangel am Markt herrscht, also in der Softwareentwicklung, der Anwendungsberatung oder dem Applikationsbetrieb.

    Als FISI mit 8 Jahren BE würdest du dort rein formal z.B. für eine E-11 Stelle als "IT-Administratorin / IT- Administrator (w/m/d) im Applikationsbetrieb" in Frage kommen.
    Mit deiner Berufserfahrung würdest du voraussichtlich mindestens Stufe 3 erreichen.
    Dies wäre ein Bruttojahresgehalt von etwas über 52.000¤.
    Mit etwas Verhandlungsgeschick wären es vielleicht sogar > 57.000¤ (Stufe 4).
    Der Rest (keine Kernarbeitszeit + Homeoffice) scheint beim Bund ebenfalls ähnlich zu sein.

    Einzelne Kommunal- oder Landesbehörden bieten bestimmt deutlich schlechtere Konditionen an, aber im Grunde lassen sich im öffentlichen Dienst gerade im Augenblick auch einige gute Stellenangebote finden, die man auch als Basis für die nächste Gehaltsverhandlung mit dem Chef ins Gespräch bringen kann... ;)

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