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Prognose

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  1. Prognose

    Autor: Profi_in_allem 28.11.18 - 13:48

    Meine Prognose ist: Deutschland wird auch auf Dauer kein IT-Standort werden. Die Firmen gehen eher nach Tschechien, Slowakei, Polen. Dort gibt es gute Fachkräfte, die noch was reissen wollen und motiviert sind. In Deutschland ruht man sich immer noch auf den Erfolg der 80er aus und der basiert auf dem Maschinen-Autobau.

    Habe es selbst erlebt: Tschechischer Informatik-Absolvent kann Linux (mit Zertifikaten), programmieren mit aussagekräftiger github Historie, Windows und einigen privaten Projekten. Der deutsche Informatik Absolvent hat mal was von Linux gehört, Windows ist zwar gut aber mag eher Apple, programmieren ist bei einfachen Schleifen Schluss. Dafür aber der Irrglaube ein IT Gott zu sein weil er den Router der Verwandten "einrichten" kann und zwar was von Machine Learning gehört hat aber nicht erklären kann wie es funktioniert und was es genau ist. Traurig.

  2. Re: Prognose

    Autor: melb00m 28.11.18 - 13:53

    Ich habe das Gegenteil erlebt. Selbst bei Nearshoring kommt in der Regel (bestenfalls einigermaßen durch Tests abgesichertes) Gefrickel zurück.

    Vermutlich sind beide unsere Erfahrungen eben nicht repräsentativ und es gibt gute wie schlechte Leute hier und dort. Nur scheinen die schlechten i.d.R. die deutliche Mehrzahl zu stellen, aber das ist wohl überall so.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 28.11.18 13:56 durch melb00m.

  3. Re: Prognose

    Autor: Muhaha 28.11.18 - 13:55

    Profi_in_allem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Traurig.

    Ja. So ist auch der Versuch aus Deinen individuellen Erfahrungen gleich globale Trends zu konstruieren :)

  4. Re: Prognose

    Autor: Profi_in_allem 28.11.18 - 14:03

    Man muss es realistisch sehen: In Deutschland kann jeder studieren, der Lebensstandard ist hoch, man ist sozial abgesichert durch Eltern und / oder den Staat. Ideale Bedingungen für Menschen die was lernen wollen. Eigentlich müsste es in Deutschland viele global agierende IT-Firmen geben, da die Voraussetzungen besser nicht sein können. Es kommt aber fast nichts dabei heraus.

    In anderen Ländern dagegen müssen die Studenten nebenher arbeiten, Studiengebühren zahlen, kommen oft aus armen Verhältnissen, der einzige Weg da raus ist Bildung. Das merkt man einfach den Leuten an.

    Sicherlich gibt es auch in D gute Leute. Aber eben sehr wenige und die Mehrheit ist halt global gesehen nicht konkurrenzfähig.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 28.11.18 14:04 durch Profi_in_allem.

  5. Re: Prognose

    Autor: PerilOS 28.11.18 - 14:50

    IT Fachkräfte in Deutschland sind genauso gut wie überall sonst. Sie sind halt alle im Mittelstand unterwegs und diese Betriebe betreiben üblicherweise kein Hype-Marketing.
    Ich hab auch schon Facebook Angebote abgelehnt, weil ich für die nicht arbeiten will.
    Suchen tun die großen IT-Giganten wie bekloppt in Deutschland. Aber mit Fokus auf IT-Management, weil das die deutsche Stärke ist. Mit den Ami Firmen mit denen ich so zusammen arbeite, schlag ich mir immer die Hände über dem Kopf zusammen wie die Prozesse leben, wenn sie denn überhaupt welche haben. Da kommt der Optimierungswahn bei mir durch.

    Nen Freund von mir ist vor 3 Jahren nach Huston ausgewandert zu ID Software. Nachdem er seine Microsoft Zertifizierung gemacht hat. 3 Monate später war er weg. Da wird mit Geld dann geschmissen.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 28.11.18 15:07 durch PerilOS.

  6. Re: Prognose

    Autor: Gamma Ray Burst 28.11.18 - 15:23

    melb00m schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe das Gegenteil erlebt. Selbst bei Nearshoring kommt in der Regel
    > (bestenfalls einigermaßen durch Tests abgesichertes) Gefrickel zurück.
    >
    > Vermutlich sind beide unsere Erfahrungen eben nicht repräsentativ und es
    > gibt gute wie schlechte Leute hier und dort. Nur scheinen die schlechten
    > i.d.R. die deutliche Mehrzahl zu stellen, aber das ist wohl überall so.

    Near shoring sieht auf dem Papier gut aus, nur Bedarf es meiner Meinung nach einer haargenauen Projektführung mit sehr klaren Vorgaben, damit es funktioniert.

    Das bedeutet aber mehr Dokumentationsaufwand sprich ein super strukturiertes Project Office, dass in der Lage ist das Projekt sauber aufzusetzen.

    Da sehe ich das Problem, Spezifikation ist auch Arbeit, die wird in der Regel von Entwicklern die um die Ecke sitzen on-the-fly erledigt.

    Das wird vermutlich gerne übersehen in der Excel Kalkulation.

  7. Re: Prognose

    Autor: franzropen 28.11.18 - 15:47

    Deutschland gehört zu den Ländern in denen der Erfolg viel stärker vom Stand der Eltern abhängt als in anderen Ländern.
    Wenn die Eltern nicht schon studiert haben, ist es auch unwahrscheinlich, dass die Kinder studieren.
    In der Schule werden bei gleicher Leistung Kinder von Studierten besser bewertet als Kinder von Arbeitern als Kinder von Arbeitslosen.
    Wenn die Eltern nicht finanziell unterstützen können, kann man das Studieren fast vergessen. Wohnraum für Studenten wird je nach Universitätsstandort knapp und teuer, Bafög ist zu niedrig und Dank der Exzellenzinitiative wird das Gefälle zwischen den Unis auch immer größer.

    Hier scheinst du auf dem Stand der 80er stehen geblieben zu sein.

  8. Re: Prognose

    Autor: ip_toux 28.11.18 - 15:47

    Profi_in_allem schrieb:

    > Habe es selbst erlebt: Tschechischer Informatik-Absolvent kann Linux (mit
    > Zertifikaten), programmieren mit aussagekräftiger github Historie, Windows
    > und einigen privaten Projekten. Der deutsche Informatik Absolvent hat mal
    > was von Linux gehört, Windows ist zwar gut aber mag eher Apple,
    > programmieren ist bei einfachen Schleifen Schluss. Dafür aber der Irrglaube
    > ein IT Gott zu sein weil er den Router der Verwandten "einrichten" kann und
    > zwar was von Machine Learning gehört hat aber nicht erklären kann wie es
    > funktioniert und was es genau ist. Traurig.

    Genau dass ist es! Danke, endlich mal einer der es sagt. Mir geht es schon lange auf den Senkel wenn jemand zu mir meinen müsste er hätte mehr Ahnung in IT als ich nur weil er ein Studium gemacht hat. Hatte ich letztens erst einen Fall als mich ein Studierter nach dem Namensserver setzen in Linux fragte

  9. Re: Prognose

    Autor: PerilOS 28.11.18 - 15:54

    franzropen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Deutschland gehört zu den Ländern in denen der Erfolg viel stärker vom
    > Stand der Eltern abhängt als in anderen Ländern.
    > Wenn die Eltern nicht schon studiert haben, ist es auch unwahrscheinlich,
    > dass die Kinder studieren.
    > In der Schule werden bei gleicher Leistung Kinder von Studierten besser
    > bewertet als Kinder von Arbeitern als Kinder von Arbeitslosen.
    > Wenn die Eltern nicht finanziell unterstützen können, kann man das
    > Studieren fast vergessen. Wohnraum für Studenten wird je nach
    > Universitätsstandort knapp und teuer, Bafög ist zu niedrig und Dank der
    > Exzellenzinitiative wird das Gefälle zwischen den Unis auch immer größer.
    >
    > Hier scheinst du auf dem Stand der 80er stehen geblieben zu sein.


    Also ich hab es als Arbeiter Migrantenkind als Halb-Deutscher geschafft aus dem Berliner DDR Arbeiterviertel. Und so geht es auch meinem Umfeld. Ob Türke, Araber, Russe, Yugo oder Deutsche. Das problem ist nicht die Bildung der Eltern. Das Problem ist, dass die Leute sich nicht mit ihren Möglichkeiten beschäftigen. Der Staat hat mir immer alles gegeben was ich wollte und mich unterstützt. Am Ende ist immer noch jeder seines eigen Glückes Schmied. Man hat es als "Unterschicht" nicht schwerer als die "Oberschicht". Geld kauft keine Abschlüsse. Und Bafög + Wohngeld sind ~1300¤. Was etwas mehr als die Hartz4 Gesamtleistung ist (~1250¤ in Berlin). Damit kommt ein Student bequem klar. Wenn du noch mehr willst, gönn dir noch nen 400¤ Job dazu.

    Und studieren kann man auch an der Bundesuniversität Hagen. Da kannst du auch bei Mutter weiter wohnen und musst nur für Prüfungen und spezielle Kurse in eine Partneruniversität.



    5 mal bearbeitet, zuletzt am 28.11.18 15:59 durch PerilOS.

  10. Re: Prognose

    Autor: Profi_in_allem 28.11.18 - 15:57

    franzropen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Deutschland gehört zu den Ländern in denen der Erfolg viel stärker vom
    > Stand der Eltern abhängt als in anderen Ländern.
    > Wenn die Eltern nicht schon studiert haben, ist es auch unwahrscheinlich,
    > dass die Kinder studieren.
    > In der Schule werden bei gleicher Leistung Kinder von Studierten besser
    > bewertet als Kinder von Arbeitern als Kinder von Arbeitslosen.
    > Wenn die Eltern nicht finanziell unterstützen können, kann man das
    > Studieren fast vergessen. Wohnraum für Studenten wird je nach
    > Universitätsstandort knapp und teuer, Bafög ist zu niedrig und Dank der
    > Exzellenzinitiative wird das Gefälle zwischen den Unis auch immer größer.
    >
    > Hier scheinst du auf dem Stand der 80er stehen geblieben zu sein.

    Nö, in anderen Ländern ist es nur noch viel härter. Für viele Studenten ist sowas wie Bafög und studieren ohne Gebühren der Traum schlechthin, dazu die soziale Absicherung falls man das Studium nicht schafft. In anderen Ländern muss der failed-Student dann in die Fabrik ackern für einen Hungerlohn. Das hier von dir geschriebene ist Jammern auf hohem Niveau, eine WG findet sich immer, Bafög reicht zum Leben + Miete und wer mehr will macht einen Nebenjob. Und wenn man keine WG findet sollte man vielleicht den Standort wechseln. Lockerer Nebenjob mit 12-15¤ pro Stunde findet sich immer, man muss nur wollen.

  11. Re: Prognose

    Autor: sodom1234 28.11.18 - 16:00

    PerilOS schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > IT Fachkräfte in Deutschland sind genauso gut wie überall sonst. Sie sind
    > halt alle im Mittelstand unterwegs und diese Betriebe betreiben
    > üblicherweise kein Hype-Marketing.
    > Ich hab auch schon Facebook Angebote abgelehnt, weil ich für die nicht
    > arbeiten will.
    > Suchen tun die großen IT-Giganten wie bekloppt in Deutschland. Aber mit
    > Fokus auf IT-Management, weil das die deutsche Stärke ist. Mit den Ami
    > Firmen mit denen ich so zusammen arbeite, schlag ich mir immer die Hände
    > über dem Kopf zusammen wie die Prozesse leben, wenn sie denn überhaupt
    > welche haben. Da kommt der Optimierungswahn bei mir durch.
    >
    > Nen Freund von mir ist vor 3 Jahren nach Huston ausgewandert zu ID
    > Software. Nachdem er seine Microsoft Zertifizierung gemacht hat. 3 Monate
    > später war er weg. Da wird mit Geld dann geschmissen.

    Es gibt kaum ein Land wo man als Fachkraft (Software) so "durchschnittlich" (abstoßend) wahrgenommen wird, wie in DLand. Hier bist Du nur wer, wenn Du Projektleiter oder Bänker bist.

    Ähnlich ist das bei Projektbesprechungen.. jedem Arsch wird alles geglaubt und jeder noch so beschissene Dreck wird im Plan mit extra Stunden aufgenommen.. Software ist ganz häufig ein einziger Punkt im Plan mit "viel zu vielen" Stunden, da kann man doch sich noch was einsparen.

  12. Re: Prognose

    Autor: LordSiesta 28.11.18 - 16:11

    franzropen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Deutschland gehört zu den Ländern in denen der Erfolg viel stärker vom
    > Stand der Eltern abhängt als in anderen Ländern.
    > Wenn die Eltern nicht schon studiert haben, ist es auch unwahrscheinlich,
    > dass die Kinder studieren.

    Und wie kommt es dann, dass allerorten über einen »Akademisierungswahn« geklagt wird, neue Standorte nach ein paar Jahren aus allen Nähten platzen und das Handwerk riesige Probleme hat, Lehrlinge zu finden?

  13. Re: Prognose

    Autor: Reddead 28.11.18 - 18:12

    Profi_in_allem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Für viele Studenten ist sowas wie Bafög und studieren ohne Gebühren der Traum schlechthin, dazu die soziale Absicherung falls man das Studium nicht schafft.

    Ich bin Student im 5. Semester mit 32 Jahre, ich habe spät angefangen zu studieren. Das Bafög System ist nicht sehr gut und fördert kaum die Sozialschwachen. Von meinen Kommilitonen bekommt kaum einer Bafög. Ich selber habe bis zum 5. Semester den Baföghöchstsatz von 735 ¤ erhalten, davon gingen dann schon mal ca. 90 ¤ für die Krankenkasse weg als ich 30 wurde waren es dann direkt mal 200 ¤ + der Rest halt Wohnung etc. Das war schon arg wenig, zum Glück hatte ich kaum alt Lasten wie Kredite oder so.
    Dazu kommt pro Semester eine Gebühr von 215 ¤ für ein Semesterticket, die Bücherei und die Mensa, dass sind in meinen Augen schon fast Studiengebühren außer man benötig eh ein Semesterticket.
    Für meine Kommilitonen die auch Bafög erhalten ist es zum Teil schwerer, weil Sie nicht den Höchstsatz bekommen. Ab den 5. Semester bekam keiner mehr Bafög, weil niemand die nötigen 80 ECTS-Credits erreichte. Alle mussten nebenbei Arbeiten gehen was wiederum nicht mit dem Strafenstundenplan zusammen passte.
    Ich bin imo an den Punkt, wo ich der Meinung bin das Studieren nur was für Reiche ist bzw. die ein Elternhaus mit gutem Einkommen haben. Die Meinung begründet sich darauf, ab wann und wieviel das Bafög gekürzt wird wegen dem Einkommen der Eltern. Meine ver­wit­wet Mutter hat eine Rentenerhöhung von 8 ¤ bekommen und kam somit über den Freibetrag von 1145 ¤ mit 8¤. Das Amt hat mir darauf hin 4 ¤ Bafög gekürz, da meine Mutter mich ja jetzt voll unterstützen kann XD.

  14. Re: Prognose

    Autor: Profi_in_allem 28.11.18 - 18:36

    Reddead schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin Student im 5. Semester mit 32 Jahre, ich habe spät angefangen zu
    > studieren. Das Bafög System ist nicht sehr gut und fördert kaum die
    > Sozialschwachen. Von meinen Kommilitonen bekommt kaum einer Bafög. Ich
    > selber habe bis zum 5. Semester den Baföghöchstsatz von 735 ¤ erhalten,
    > davon gingen dann schon mal ca. 90 ¤ für die Krankenkasse weg als ich 30
    > wurde waren es dann direkt mal 200 ¤ + der Rest halt Wohnung etc. Das war
    > schon arg wenig, zum Glück hatte ich kaum alt Lasten wie Kredite oder so.
    > Dazu kommt pro Semester eine Gebühr von 215 ¤ für ein Semesterticket, die
    > Bücherei und die Mensa, dass sind in meinen Augen schon fast
    > Studiengebühren außer man benötig eh ein Semesterticket.
    > Für meine Kommilitonen die auch Bafög erhalten ist es zum Teil schwerer,
    > weil Sie nicht den Höchstsatz bekommen. Ab den 5. Semester bekam keiner
    > mehr Bafög, weil niemand die nötigen 80 ECTS-Credits erreichte. Alle
    > mussten nebenbei Arbeiten gehen was wiederum nicht mit dem
    > Strafenstundenplan zusammen passte.
    > Ich bin imo an den Punkt, wo ich der Meinung bin das Studieren nur was für
    > Reiche ist bzw. die ein Elternhaus mit gutem Einkommen haben. Die Meinung
    > begründet sich darauf, ab wann und wieviel das Bafög gekürzt wird wegen dem
    > Einkommen der Eltern. Meine ver­wit­wet Mutter hat eine Rentenerhöhung von
    > 8 ¤ bekommen und kam somit über den Freibetrag von 1145 ¤ mit 8¤. Das Amt
    > hat mir darauf hin 4 ¤ Bafög gekürz, da meine Mutter mich ja jetzt voll
    > unterstützen kann XD.

    Erstmal thx für den Bericht, das klingt schon nicht gerade angenehm. Aber auch das ist m.M. Jammern auf hohem Niveau, denn: Immerhin bekommt man 4 volle Semester Bafög, ich kenne die Regeln nicht aber ab einem gewissen Alter werden die Regeln strenger, ja. Du hattest zumindest die Chance es in 4 Semestern zu schaffen, klar ist es nicht einfach aber sicherlich machbar und Leute mit reichen Eltern können so lange studieren wie es die Eltern finanzieren. In anderen Ländern hat man nicht einmal diese Möglichkeit, da es kein Bafög gibt.

  15. Re: Prognose

    Autor: Reddead 28.11.18 - 19:03

    sodom1234 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt kaum ein Land wo man als Fachkraft (Software) so "durchschnittlich"
    > (abstoßend) wahrgenommen wird, wie in DLand. Hier bist Du nur wer, wenn Du
    > Projektleiter oder Bänker bist.

    Das liegt einfach an dem fehlenden Fachwissen im Management und dem mangelndem vertrauen in seine eigenen Fachkräfte.

    Story 1: Bei einigen Kumpels die in der gleichen IT-Bude gearbeitet haben auch, sie haben Jahre lang Verbesserungsvorschläge gemacht und nichts wurde umgesetzt. Dann kamen die Chefs plötzlich mit einem Unternehmensberater an der haargenau die Gleichen Vorschläge gemacht hat. Das Ende von Lied war, der Jahrer Bonus wurde gekürzt wegen den Kosten vom UB. Darauf hin haben alle meine Kumpels sich eine neue Arbeitsstelle gesucht und gekündigt.

    Story 2: Eine Freundin von mir (Studiert irgendwas mit Medien+BWL) hat ein Praktikum für ihr Studium in einem Betrieb gemacht. Da kam der Chef auf sie zu und wollte eine Webpräsens für die Firma haben/ausbauen niemand könnte es in der Firma und Externe wären zu teuer. Als meine Freundin dann meinte was sie dann an Hardware usw. bräuchte und was es kostet wurde erst mal wieder alles kleingeredet wie z.b. braucht man das überhaupt, reicht der Bürorechner nicht etc. Zum Ende hin hat sie wirklich nur das nötigste bekommen und wurde Werksstudentin mit Homeoffice von offiziell 20 Std/Woche. Jetzt ist sie aber fast fertig mit ihrem Bachelor und will ihren Master machen. Darauf hin ist Sie zum Chef gegangen und hat ihm bescheid gegeben, dass er jemand neues suchen muss. Der Chef wollte meine Freundin übernehmen aber mit einem Jahresgehalt von 31.000 ¤ mehr wollte er nicht zahlen. Am Ende wird sich dann einfach die Firma verlassen ohne das jemand ihre Arbeit übernimmt.

    Es gibt einfach soviele Chefs wie bei Story 2, die einfach keine Ahnung haben von IT und das bisschen wissen nur von Zuhause haben. Er wollte mal in mehrer Standorte der Firma in DE das Netzwerk erneuern und verbinden, da wollte er einfach einige Fritzboxen kaufen die würden ja auch bei ihm Daheim laufen und sind billiger als Businessgeräte.

  16. Re: Prognose

    Autor: Reddead 28.11.18 - 19:48

    Das Problem vom Bafög ist generell die Einstiegshürde und die Höhe des Betrags. Das hilft Familien mit niedrigem Einkommen einfach nicht. Wenn der Bafög-Satz so gestaltet wäre das man nicht unter dem H4-Satz kommt und der Freibetrag von dem Elterneinkommen höher wäre dann wäre es ja ok. Wie soll auch ein Alleinerziehender mit einem Einkommen von 1140 ¤ oder etwas mehr seinem Kind das Studium finanzieren? In meinem Fall, bin ich ja schon über 30 und hilf so gut es geht eher meiner Mutter finanziell aus.
    Wenn man ja den Leistungsnachweis für Bafög erbringt bekommt man ja auch weiter Bafög oder man kann es später wieder Beantragt. Ältere Studierende wie ich machen die Krankenkassenbeitrag, GEZ und bezahlbaren Wohnraum Probleme.
    Zurück zu der höhe vom Bafög, in den 735 ¤ sind auch das Wohngeld von derzeit 250 ¤ enthalten. Nur doof, dass selbst die Studentenwohnheime mehr als >270 ¤ kosten und man auf einen freien Platz über 4 Jahre wartet es sei den es kommen Studenten aus dem Ausland die keinen Wohnplatz gefunden haben, die haben Vorrang (das fördert leider auch den Hass auf Ausländer)

    Ich werde wahrscheinlich auch ein langzeit Student sein, aber lieber nebenbei Arbeit als vom niedrigen Bafög abhängig sein.

  17. Re: Prognose

    Autor: GodsBoss 28.11.18 - 20:02

    > > Deutschland gehört zu den Ländern in denen der Erfolg viel stärker vom
    > > Stand der Eltern abhängt als in anderen Ländern.
    > > Wenn die Eltern nicht schon studiert haben, ist es auch
    > unwahrscheinlich,
    > > dass die Kinder studieren.
    >
    > Und wie kommt es dann, dass allerorten über einen »Akademisierungswahn«
    > geklagt wird, neue Standorte nach ein paar Jahren aus allen Nähten platzen
    > und das Handwerk riesige Probleme hat, Lehrlinge zu finden?

    Das mit den Lehrlingen ist einfach: Die Einen sind zu ungeeignet, einen Ausbildungsberuf zu ergreifen, die Anderen sind sich zu fein.

    Andererseits weiß ich natürlich nicht, wie "Fachkräftemangel" und "Akademisierungswahn" zusammengehen sollen.

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.

  18. Re: Prognose

    Autor: Reddead 28.11.18 - 20:26

    LordSiesta schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und wie kommt es dann, dass allerorten über einen »Akademisierungswahn«
    > geklagt wird, neue Standorte nach ein paar Jahren aus allen Nähten platzen
    > und das Handwerk riesige Probleme hat, Lehrlinge zu finden?

    In der heutigen Zeit gehen viele Studieren aber auch viele brechen das Studium auch wieder oder nehmes es auf die leichte Schulter und fallen dann durch. Durch das Turbo Abi gibt es auch einfach viel mehr junge Leute die einfach nicht wissen was sie später machen wollen oder falsche Vorstellungen vom Studium haben aber hauptsache studieren.

    Die meisten anderen Jugendlichen die ich kenne Harzen lieber ohne Ausbildung und zocken lieber an der XBOX/PS4. Ich habe einen Freund der ist Abteilungsleiter in der großen Firma, die suchen Auzubis in der Industrie. Ihm sind die Noten egal mal sollte nur nicht 2 linke Hände haben. Das habe ich einen bekannten Jugendlich angeboten ohne erfolg.

    Leider müssen die Eltern so Kinder bis zum 25. Lebensjahr finanzieren.

  19. Re: Prognose

    Autor: Profi_in_allem 28.11.18 - 20:51

    Soweit ich informiert bin gibt es auch elternunabhängiges Bafög, man muss nur vorher gearbeitet oder eine Ausbildung gemacht haben.

    Btw: Ich habe auch eine Ausbildung gemacht, von 900DM im Monat gelebt wovon 600DM für Miete draufgegangen sind. Kein schönes Leben aber machbar, ich wollte oft hinschmeißen. Geholfen hat mir niemand und ein Sozialhilfeempfänger hat mehr Geld gehabt als ich, hat ein bequemes Leben gehabt, musste nicht morgens früh raus um in der überfüllten Bahn zu stehen. Dafür gibt es jetzt ordentlich Geld, Bus und Bahn schaue ich nicht mal mehr an und meine Rente wird auch, zumindest in der Theorie, zum Leben reichen.

    Die heutigen jungen Menschen schmeißen doch bei kleinsten Unannehmlichkeiten hin, kein Pflichtbewusstsein vorhanden, immer sind andere für das eigene Versagen schuld und viele Betriebe machen so was auch noch mit statt klare Kante zu zeigen. Dazu kommt die Vorstellung man könnte mit Null Talent irgendwas reissen.

  20. Re: Prognose

    Autor: Umaru 28.11.18 - 21:07

    Pflichtbewusstsein ist eine Farce für die armen Untertanen, die nicht durch Erbe, Genglück oder Spekulationsglück reich geworden sind ^_^

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