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Wegweiser bzw. Mentor erbeten

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
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  1. Wegweiser bzw. Mentor erbeten

    Autor: Gorkix 21.01.22 - 09:15

    Moin Forum,
    ich erbitte qualifizierte und ehrliche Ratschläge in jedwede Richtung. Sollten diese nun sinngemäß beinhalten "Quereinsteiger / Wannabes haben hier nichts verloren": Bitte gut begründen, denn weil ich mir dies seit Jahren sage, stehe ich nun eben derart ratlos da... .
    Gerne würde ich allerdings auch von Unternehmern hören, die sich ggf. "Learning by doing" oder Trainee-Stellen o.ä. vorstellen könnten.

    Vorab die Hauptfragen, wurde doch etwas länger :-)
    a) Ich habe ein Interesse an Cybersicherheit/ Digitaler Forensik/ Datenanalyse, kann mir aber kein Fernstudium für 10000 ¤ + X leisten.
    b) Ich habe ein Ziel vor Augen und brauche den Weg, z.B. in Form der Nennung einer Programmiersprache, der Rest ist lernen und üben, also kein Ding.
    c) Gäbe es eine Möglichkeit, beides zu verbinden? Welcher Studiengang / Ausbildung wäre z.B. für a und b) gleichermaßen geeignet und würde ggf. auch schon "Gelerntes" berücksichtigen?
    d) Ist man eine "Fachkraft", wenn man bestimmte Kenntnisse nachweisen kann oder nur, wenn man ein Abschlusszeugnis für "XYZ" in der Hand hält? Wer legt das fest?

    Ganz kurz der Background:
    W, etwas Ü-40, nördl. Schleswig-Holstein und nicht umzugsbereit. Magister in Phonetik u. digitaler Sprachdatenverarbeitung/Sprachwissenschaft (2004). Leider nach Studienabschluss "falsch" abgebogen und branchenfremd gearbeitet, seit ein paar Jahren auch nebenberuflich selbständig im Text- und Web-Bereich, basierend auf "Fernstudium" und Weiterbildung in PHP/ MySQL/ (JS)/ TYPO3/ Web-Contentmanagement (ist aber auch schon länger her) und massig viel Autodidaktik.
    Hinzu kommt eine wirklich gut ausgeprägte Fähigkeit zur Detailerkennung bis hin zur Detailversessenheit (schon wirklich fast pathologisch). Aktuell Umsetzung von möglichst viel "sinnvoller(!!)" Digitalisierung im heimischen Mini-Handwerksbetrieb. Ansprechpartner für PC-Probleme im persönlichen Umfeld. Solange ich meine Daten nicht aus ihnen herausbekomme, wie ich das möchte: "Anti-Smartphone".

    Das Frage ist nun tatsächlich nicht, OB ich etwas lernen kann, sondern was für den endgültigen UMstieg in den Riesenbereich "IT" Sinn ergibt. Die Basis ist vorhanden, jetzt muss allerdings endlich der richtige Weg eingeschlagen werden:
    Zu Frage a) Sowohl meine Detailversessenheit als auch meine Magisterarbeit führen eher in Bereich Cybersicherheit/ Digitale Forensik, Datenanalyst usw. Alles, was mit Daten auf der "viel tieferen Ebene" zu tun hat, die, an die man nicht ganz so leicht rankommt, fasziniert mich. Ein entsprechendes Fernstudium kann ich aber leider nicht aus eigener Tasche finanzieren.

    Zu Frage b) Erfahrungen mit bezahlbarer Software für Handwerksbetriebe führten zur Erkenntnis, dass Digitalisierung in Deutschland v.a. eines ist: Unkoordinierte Geldschneiderei, aber nicht datenfreundlich und erst recht nicht interoperabel. Die einen lassen sich bezahlen, dass die eigenen Daten exportiert werden können, die anderen lassen sich bezahlen, dass die Daten reinkommen dürfen. Jeder ist der Meinung, hochgeladene Dateien nach Gutdünken umzubenennen oder auch Daten anders zu formatieren, dabei aber nicht den "semantischen" Inhalt an sich zu ändern (z.B. Datumsangaben). Dann gibt es noch Smartphone-Apps, die irgendwo dazwischenstehen, aber erst recht nicht brauchbar sind, wenn es darum geht, mit den erfassten Daten längerfristig arbeiten zu können (Stichwort Updates). Und jeder kocht sein eigenes Süppchen.
    Das würde ich gerne ändern bzw. mir selbst etwas "programmieren". Und hier kommen wir zur Hauptfrage: Wie wählt man die passende Programmiersprache aus? Woher weiß man, welche dann zu Ziel XYZ führt? Wo sind die Standards / Vergleichsmatrixen? Ich würde ja gerne alles lernen, aber das geht ja anscheinend nicht.

    Nur so als Beispiele... Hier könnten nun noch tausende Details und weitere Beispiele kommen, die Hauptfragen diesbezüglich hatte ich ja schon ganz an den Anfang gestellt.

    Herzlichen Dank an jeden, der bis hierher gelesen hat!

  2. Software-Qualitätssicherung?

    Autor: Lehmmanbnhb 24.01.22 - 00:30

    Gorkix schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Moin Forum,

    > Hinzu kommt eine wirklich gut ausgeprägte Fähigkeit zur Detailerkennung bis
    > hin zur Detailversessenheit (schon wirklich fast pathologisch).

    Qualitätssicherung scheint mir ein Gebiet, in dem nach meiner Einschätzung und Erfahrung großer Bedarf in der Industrie besteht, aber für das sich leider wenig Leute wirklich begeistern können.

    Außerdem scheint es mir sehr zukunftssicher, da Software zwar mehr, aber nicht unbedingt besser wird ;-)

    Zumindest bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen dürften hier Quereinsteiger beste Chancen haben, zu großen Unternehmen kann ich mangels konkreter Erfahrung nichts sagen.

  3. Re: Wegweiser bzw. Mentor erbeten

    Autor: herding_cats 24.01.22 - 16:56

    >a) Ich habe ein Interesse an Cybersicherheit/ Digitaler Forensik/ Datenanalyse, kann mir aber kein Fernstudium für 10000 ¤ + X leisten.

    Hier sind mehrere Paar Schuhe zu unterscheiden.

    1) Sicherheit von Betriebssystemen (Linux, Unix, Windows, macOS, iOS, Android, zahlreiche Embedded Betriebssysteme, etc.)

    Wo wird was protokolliert. Wo sind wleche Systemdateien und Konfigurationen zu finden. Etc. Unter Windows lohnt sich inzwischen die Vewendung von PowerShell, da man damit viele nützliche Skripüte schreiben kann. Ansonsten wird gerne auch Python genutzt. Aber man muss sich jeweils in die Plattform einarbeiten.

    2) Sicherheit von Infrastrukturkomponenten (ApplicationServer, Firewall, Router, Switche, VMWare ESX, Docker, Nagios, etc.)

    Ein Teil sind davon sind fertige Black Boxes mti eigenem Betriebssystem. Andere (z.B. Docker, ApplicationServer Software) ist Software, die auf einem Server installiert ist.

    3) Forensik (Spurensicherung)

    Hier hat jede Firma oder Organisation ihren eigenen Zoo. Siehe jeweils 3a und 3b.

    3a) Spurensicherung auf Betriebssystemebene, Speichern und Auswerten von Logs

    Hier finden sich meistens Embedded Varianten der bekannten Betriebsssystem. I.d.R. oft Linux.

    3b) Spurensicherung auf Infrastrukturkomponenten, Speichern und Auswerten von Logs

    Es gibt zahlreiche Anbieter und die Profiwerkzeuge haben Command Line Tools u.ä.. Pyhton bzw. Python-Dialekte werden gerne benutzt. Hängt aber vom jeweiligen Anbieter ab. Das ist wieder produktspezifisch.

    4) Sichere Programmierpraktiken

    Hier geht es eher darum für eine bestimmte Programmiersprache die jeweiligen Fallstricke und Best-Practices kennen zu lernen. Inzwischen gibt es auch etliche Tools für statische Codeanalaysen, die auch nach gängigen IT Sicherheitslücken Ausschau halten. Ein Aspekt ist dann halt eine statische Codeprüfung und anschließend manuelle Codereview durchzuführen. Das Spezialgebiet ist aber nur interessant wenn man auch tiefer in die Programmierung einsteigt.

    5) Formalien

    Es gibt für Deutschland gewisse Formalien, die vom BSI vorgegeben werden. Siehe IT Grundschutzhandbuch. International gibt es dann die ISO 27001. Vom Familienbetrieb bis zum weltumspannenden Konzern oder Behörde ist die Prüfung dann entsprechend kurz oder lang. Man muss sich hier die verschiedenen internationalen und nationalen Standards zu Gemüte führen. Das hier ist letztendlich ein großes Checklisten-Abarbeiten und Dokumentenlage/ Sachlage prüfen.


    Am besten fängt man klein an (Windows & Linux) und arbeitet sich Stück für Stück voran. Die entsprechenden Admin Schulungen und Zertifizierungen (siehe SuSe oder Redhat) können helfen. Evtl. lassen sich die Kosten tweilweise von der Steuer absetzen.


    > b) Ich habe ein Ziel vor Augen und brauche den Weg, z.B. in Form der Nennung einer Programmiersprache, der Rest ist lernen und üben, also kein Ding.

    Das Problem ist hier eher dass man mit einer Programmiersprache nicht auskommt. Man wird auch die ein oder andere Skriptsprache kennen müssen (z.B. Bash und Python). Es gibt auch spezielle Linux Distributuionen (z.B. Kali Linux), die entsprechende Skripte und Tools bereitstellen. Oft muss man Skripte auch Anpassen für einen bestimmten Zweck.

    Bei Programmiersprachen hängt es wieder davon ab.

    1) Webbasierter Software
    Frontend: JavaScript, Html, CSS, etc.
    Backend: was tatsächlich eingesetzt wird

    Wenn man sich auf das prüfen von Online-Diensten spezialisiert, dann muss man sich mit den entsprechenden Web-Technologien und Frameworks auseinandersetzen. Zum Glück gibt es aber die Tools zur statischen Codeanalayse. Ohne selber zu programmieren, kann man das wieder schwer Einschätzen.

    2) Verteilte Anwendung
    Frontend: was tatsächlich eingesetzt wird
    Backend: was tatsächlich eingesetzt wird

    Tatsächlich ist das nur dann interessant wenn man sich auf IT Sicherheit in der Softwareentwicklung spezialisiert.

    >c) Gäbe es eine Möglichkeit, beides zu verbinden? Welcher Studiengang / Ausbildung wäre z.B. für a und b) gleichermaßen geeignet und würde ggf. auch schon "Gelerntes" berücksichtigen?

    Sagen wir es mal so. 70 Jahre früher und du hättest weniger Probleme gehabt. Da war das Durchschnittsalter höher als heute und die IT auch weiblicher. Die Entwicklung in der IT ist aber dass es immer mehr jüngere und männlichere ITler gibt, mit wenig Berufserfahrung. Das sollte dir zumindest wieder in die Hände spielen.

    Wenn man bei einer Firma einsteigen könnte, die Sicherheitsaudits u.ä. für andere macht, dann müsste das ein guter Einstieg sein. Aufgrund der Breite des Themas kann man dann einzelne Themengebiete prüfen und kennen lernen. Ob das jetzt ein IT Dienstleister, Systemhaus ist oder Beratungsfirma, ist jetzt zweitranging.

    Ansonsten bezüglich Forensik gibt es ja auch diverse Behörden, die entsprechend Ausbilden.

    >d) Ist man eine "Fachkraft", wenn man bestimmte Kenntnisse nachweisen kann oder nur, wenn man ein Abschlusszeugnis für "XYZ" in der Hand hält? Wer legt das fest?

    Wie bei allen Tätigkeiten auch, gilt für die IT: Üben und wiederholen und anwenden. Üben wiederholen und anwenden.

    Das scheinen leider viele zu vergessen. Ein Papier sagt nur dass man zu dem Zeitpunkt vor und zur Ausstellung sich mit dem Thema beschäftigt hat. Mehr nicht und auch nicht weniger. Die Note unterscheidet nicht zwischen gut auswendig gelernt und Thema verstanden und verinnerlicht. Was man nicht regelmäßig anwendet vergisst man.

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