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Diese Vorwürfen stimmen auch für die deutschen Niederlassungen

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  1. Diese Vorwürfen stimmen auch für die deutschen Niederlassungen

    Autor: pseudo 17.08.15 - 19:56

    Da ich selbst schon das "Vergügen" hatte, bei Amazon arbeiten zu dürfen, kann ich den Großteil der Vorwürfe aus erster Hand bestätigen. Insbesondere der Arbeitsdruck ist enorm, täglich läuft einer der Vorgesetzten durch die Abteilungen und liest dem jeweiligen Angestellten den Tagesdurchschnitt seiner Leistungen vor, natürlich mit der Aufforderung die Leistung zu verbessern. Das macht der mit allen Anderen auch.

    Das Endergebnis ist ein endloser Versuch mit den Anderen aufzuschließen, die natürlich das Gleiche versuchen. Das Ideal ist dann natürlich der Leisungsfähigste im gesamten Team.

    Jede vergangene Sekunde muss per Rechner festgehalten werden, selbst beim Gang zur Toilette muss man sich erst abmelden. Arbeitet man dann noch als "Versandmitarbeiter", darf man sich auf die tägliche Leibesvisitation freuen oder einfach mal auf Taschenkontrolle, zwischendurch. Ist mal kein Auftragseingang, muss man unbezahlt nach Hause gehen, dafür dann aber Sonntags auf der Matte stehen. Ich war froh das ich da nicht länger arbeiten musste.

    Diese Form von Arbeit, die eher einem Arbeitslager glich, hatte ich zuvor noch nie gesehen.

  2. Re: Diese Vorwürfen stimmen auch für die deutschen Niederlassungen

    Autor: aPollO2k 17.08.15 - 20:30

    Vor allem hat man keine große Wahl, wo soll man sonst hin? Kündigen geht in DE sowieso nicht da man sofort in den Bankrott rasen würde mit ALG1+2 Sperre. In den USA sicher noch schlimmer als hier.

  3. Re: Diese Vorwürfen stimmen auch für die deutschen Niederlassungen

    Autor: Shadow27374 17.08.15 - 20:52

    aPollO2k schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vor allem hat man keine große Wahl, wo soll man sonst hin? Kündigen geht in
    > DE sowieso nicht da man sofort in den Bankrott rasen würde mit ALG1+2
    > Sperre. In den USA sicher noch schlimmer als hier.

    In solchen Fällen muss man reagieren wie die Gegenseite. Das heißt, dezent schlecht arbeiten, so dass dies auf Dauer zur Kündigung führt.

  4. Re: Diese Vorwürfen stimmen auch für die deutschen Niederlassungen

    Autor: SchreibenderLeser 17.08.15 - 20:54

    Shadow27374 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > aPollO2k schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Vor allem hat man keine große Wahl, wo soll man sonst hin? Kündigen geht
    > in
    > > DE sowieso nicht da man sofort in den Bankrott rasen würde mit ALG1+2
    > > Sperre. In den USA sicher noch schlimmer als hier.
    >
    > In solchen Fällen muss man reagieren wie die Gegenseite. Das heißt, dezent
    > schlecht arbeiten, so dass dies auf Dauer zur Kündigung führt.


    Das wirkt sich ja auch nicht grade positiv auf die spätere Laufbahn aus?

  5. Re: Diese Vorwürfen stimmen auch für die deutschen Niederlassungen

    Autor: Dadie 17.08.15 - 22:14

    tl;dr
    Wenn deine Erzählung der Wahrheit entspricht: Geh zu einer Gewerkschaft deines Vertrauen. Selbst wenn es dir evtl. nur wenig bringt, tu es für alle die aktuell unter solchen Umständen arbeiten müssen.

    Langfassung:
    pseudo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da ich selbst schon das "Vergügen" hatte, bei Amazon arbeiten zu dürfen,
    > kann ich den Großteil der Vorwürfe aus erster Hand bestätigen. Insbesondere
    > der Arbeitsdruck ist enorm, täglich läuft einer der Vorgesetzten durch die
    > Abteilungen und liest dem jeweiligen Angestellten den Tagesdurchschnitt
    > seiner Leistungen vor, natürlich mit der Aufforderung die Leistung zu
    > verbessern. Das macht der mit allen Anderen auch.
    >
    > Das Endergebnis ist ein endloser Versuch mit den Anderen aufzuschließen,
    > die natürlich das Gleiche versuchen. Das Ideal ist dann natürlich der
    > Leisungsfähigste im gesamten Team.

    Ganz normal. Ich habe bei einem großen Automotiv-Hersteller gearbeitet, der es ähnlich handhabt. Die Idee ist etwas gesundes Konkurrenz-Denken im Betrieb.

    Bei dem Hersteller hingen an jeder Anlage Displays die quasi den aktuellen "virtuellen"-Umsatz zählten. Daneben eben Informationen wie "Teile Pro Sekund" und alle Informationen über Vorschichten und den Minimal-, Maximal- und Durchschnittswerten.

    Sobald eine Anlage einen Defekt hatte, ging das Display von Grün auf Rot und ein "Ausfall"-Zähler wurde langsam hochgezählt. Dann kamen wir von der Instandhaltung und sahen quasi wie viel Geld wir pro Sekunde verlieren, dadurch dass die Maschine steht.

    Das hat bei der Instandhaltung zu einer Art "Wer kriegt bestimmte Defekte schneller und besser repariert"-Wettbewerb geführt und bei den Anlagen-Führern zu einem "Wer kriegt am meisten Teile produziert"-Wettbewerb.

    Zumindest den Informations-Dump (Infos über Arbeitsleistung) halte ich für nichts falsches. Das aber ein Vorgesetzter das Ganze vorliest gibt dem aber definitiv einen anderen Ton als wie wenn ein Display das einfach nur anzeigt.

    Mein Tipp wäre ja eher, dass du dich an Verdi wendest. Ich glaube die würden sich über ein Gespräch mit dir massiv freuen. Vielleicht würden sie sogar eine Klage bezüglich Arbeitsrecht unterstützen.

    > Jede vergangene Sekunde muss per Rechner festgehalten werden, selbst beim
    > Gang zur Toilette muss man sich erst abmelden. Arbeitet man dann noch als
    > "Versandmitarbeiter", darf man sich auf die tägliche Leibesvisitation
    > freuen oder einfach mal auf Taschenkontrolle, zwischendurch.


    Das mit der Toilette hört sich wirklich schlecht an. Hier wage ich sogar zu bezweifeln, dass das legal ist. Mein Tipp wäre auch hier wie weiter oben, geh zu eine Gewerkschaft deines Vertrauen und sprich mit denen darüber. Verdi würde sich halt nur am meisten darüber freuen ;)

    Ansonsten sind Taschenkontrollen leider auch sehr üblich geworden. Viele Firmen meinen das gar nicht böse. Häufig werden diese Maßnahmen eingeführt (und leider dann für immer beibehalten) wenn genug geklaut wurde. Beim Automotiv-Hersteller bei dem ich gearbeitet habe, wurden alles geklaut was nicht niet und nagelfest war. Klobrillen, Bauteile, Anlagen-Teile, Produktions-Erzeugnisse, Werkzeuge. Als der Jährliche Schade durch Diebstahl 5 Stellig wurde griff der Betrieb eben zu entsprechenden Maßnahmen.

    Aber auch hier, es kommt definitiv auf das WIE an. So lange die Leibesvisitation und Taschenkontrolle human und freundlich passiert ist alles in Ordnung. Wenn es aber eher wortlos mit aggressiven Wachleuten passiert in einer Atmosphäre von Angst ist es definitiv schlecht. Aber auch hier würde ich sagen, eine gute Gewerkschaft weiß mehr dazu.

    > Ist mal kein
    > Auftragseingang, muss man unbezahlt nach Hause gehen, dafür dann aber
    > Sonntags auf der Matte stehen. Ich war froh das ich da nicht länger
    > arbeiten musste.
    >
    > Diese Form von Arbeit, die eher einem Arbeitslager glich, hatte ich zuvor
    > noch nie gesehen.

    Wobei diese Arbeitszeitreglung im Arbeitsvertrag festgehalten werden muss. Entsprechend haben sich die Arbeiter für diese Art der Arbeitszeitreglung entschieden. Aber auch hier denke ich, dass eine gute Gewerkschaft helfen kann.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.08.15 22:18 durch Dadie.

  6. Re: Diese Vorwürfen stimmen auch für die deutschen Niederlassungen

    Autor: Rababer 17.08.15 - 22:20

    aPollO2k schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vor allem hat man keine große Wahl, wo soll man sonst hin? Kündigen geht in
    > DE sowieso nicht da man sofort in den Bankrott rasen würde mit ALG1+2
    > Sperre. In den USA sicher noch schlimmer als hier.

    Klagen.

  7. Re: Diese Vorwürfen stimmen auch für die deutschen Niederlassungen

    Autor: JP 17.08.15 - 22:21

    Wenn ich den Bericht richtig verstanden habe, geht es aber hier eher um die sogenannten "White Collar Worker" und weniger um die Lagerarbeiter. Dass Lagerarbeit kein dankbarer Job ist, erst recht bei Amazon, ist nichts neues.

  8. Re: Diese Vorwürfen stimmen auch für die deutschen Niederlassungen

    Autor: Moe479 17.08.15 - 22:25

    ich kenne durchaus einen fall direkt, der da ohne sperre gerade mit der begründung des ko spielens der mitarbeiter rauskam ... man muss nur mal vorher hin zum aa/jobcenter und reden und nicht den gemeinen anhörungsbogen abwarten um dann wiederum überfordert zu sein ... ein bisschen empathie ist dabei hilfreich und poltern sollte man nicht gleich ...

    die andere möglichkeit zum schlechter arbeiten ist, sich krankschreiben zu lassen, solange/oft bis der ag einem kündigt, wenn man so der maßen überlastet wird ist auch das plausibel genug für den arzt - G10 geht immer - brauchst blos erzählen, dass du nach der schicht die bude nicht mehr in ordnung bekommst, seit monaten im dreck haust, keine zeit mehr dafür findest und das we nur durchschläfst ... und immer öfter nach der schicht auch noch einen heben gehst ... da wird jeder arzt bei sinnen entsprechend reagieren, und dir vorsorglich arbeitsunfähigkeit bescheinigen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 17.08.15 22:37 durch Moe479.

  9. Re: Diese Vorwürfen stimmen auch für die deutschen Niederlassungen

    Autor: Moe479 17.08.15 - 22:43

    auch das ist ggf. nicht billig, gerade wiel man den beihilfeschein nicht mehr so leicht erhält ... es geht eleganter ... s.u.

  10. Re: Diese Vorwürfen stimmen auch für die deutschen Niederlassungen

    Autor: exxo 18.08.15 - 07:48

    Shadow27374 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > aPollO2k schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Vor allem hat man keine große Wahl, wo soll man sonst hin? Kündigen geht
    > in
    > > DE sowieso nicht da man sofort in den Bankrott rasen würde mit ALG1+2
    > > Sperre. In den USA sicher noch schlimmer als hier.
    >
    > In solchen Fällen muss man reagieren wie die Gegenseite. Das heißt, dezent
    > schlecht arbeiten, so dass dies auf Dauer zur Kündigung führt.


    Seid ihr mal auf die Idee gekommen euch aus einer ungekündigten Anstellung heraus woanders zu bewerben anstatt euch Tipps zu geben wie man am besten wegen schlechtleistung gekündigt wird um die Sperre beim Arbeitsamt zu umgehen? Das würde mehr Sinn ergeben weil man sich auf diesem Wege einen besseren Job suchen kann. Bewerbung aus der Arbeitslosigkeit heraus ist so als wenn Ihr Euch auf dem Grabbeltisch bei Woolworth feil bietet.

  11. Re: Diese Vorwürfen stimmen auch für die deutschen Niederlassungen

    Autor: quineloe 18.08.15 - 09:02

    Moe479 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > G10 geht immer

    was soll das sein?

  12. Re: Diese Vorwürfen stimmen auch für die deutschen Niederlassungen

    Autor: Dwalinn 18.08.15 - 10:32

    Damit man eine schlechte Bewertung bekommt die der Betrieb vor jedem Arbeitsgericht auch beweisen kann? Gute Idee

  13. Re: Diese Vorwürfen stimmen auch für die deutschen Niederlassungen

    Autor: Bouncy 18.08.15 - 11:01

    Moe479 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > die andere möglichkeit zum schlechter arbeiten ist, sich krankschreiben zu
    > lassen, solange/oft bis der ag einem kündigt, wenn man so der maßen
    > überlastet wird ist auch das plausibel genug für den arzt - G10 geht immer
    > - brauchst blos erzählen, dass du nach der schicht die bude nicht mehr in
    > ordnung bekommst, seit monaten im dreck haust, keine zeit mehr dafür
    > findest und das we nur durchschläfst ... und immer öfter nach der schicht
    > auch noch einen heben gehst ... da wird jeder arzt bei sinnen entsprechend
    > reagieren, und dir vorsorglich arbeitsunfähigkeit bescheinigen.
    du meine Güte, also irgendwo würde mir alleine schon die eigene Würde dazwischenfunken wenn ich jemandem so eine Geschichte auftischen sollte, wer das durchziehen kann, nur um eine Kündigung zu erzwingen, hat imho schlicht eine deutliche Charakterschwäche...

  14. Re: Diese Vorwürfen stimmen auch für die deutschen Niederlassungen

    Autor: kendon 18.08.15 - 11:08

    > die eigene Würde

    Die ich ohnehin in Frage stellen möchte, wer sich so von seinem Arbeitgeber behandeln lässt... bevor ich mich so kaputtmachen lasse würde ich auch den Arzt belügen, und mir widerstrebt es schon mich überhaupt wegen Kleinigkeiten krankzumelden (musste auch erst durch eigene Erfahrung lernen dass man keinem nen Gefallen tut wenn man mit dickem Kopf ins Büro geht).

  15. Wo ist das Problem?

    Autor: dabbes 18.08.15 - 12:53

    Man erbringt halt schlechte Leistung und wird gefeuert und schon gibts auch ALG.

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