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Erwartungshaltung der Backer

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  1. Erwartungshaltung der Backer

    Autor: Hotohori 03.07.19 - 13:19

    Ein riesen Problem für die Entwickler, die Kickstarter nutzen, ist halt leider die Erwartungshaltung der Backer. Das sieht man besonders wenn am Ende einige ihr Geld zurück fordern.

    Man muss halt schon verstehen wie Crowdfunding funktioniert, damit beide Seiten ohne Stress was von dieser Art von Finanzierung haben. Leider gibt es immer Einige, die Crowdfunding mit einem Online Shop verwechseln und denken sie müssten nur bis zum angekündigten Datum warten und bekämen dann 100%ig ihr Spiel.

    Diese Einstellung sorgt halt weder dafür, dass Crowdfunding genug Akzeptanz findet, noch das kleine Unternehmen gerne Kickstarter nutzen.

    Aber natürlich können auch Unternehmen genug falsch machen, keine Frage. Regelmäßige Status Updates, egal wie wenig sich getan hat, sind einfach wichtig und natürlich ein offenes umgehen mit den Backern. Und umgekehrt sollten Backer höflich bleiben und nicht aggressiv werden, nur weil es zu Verzögerungen kommt. Entwickler sind auch nur Menschen und das Leben kann auch denen, wie Jedem anderen, mal übel mitspielen, aus diversen Gründen.

    Auch bin ich der Meinung: wer sein Geld für zu wichtig hält, der sollte sich von Crowdfunding fern halten. Am Besten gibt man das Geld und schreibt es sofort ab sobald es das Konto verlassen hat und akzeptiert, dass man im besten Fall ein interessante Produkt bekommt oder eben halt nichts.

    Wichtig ist nur, und das ist der Riesen Vorteil von Crowdfunding, dass Niemand sich finanziell völlig verschuldet. Das Kapitalrisiko wird schließlich auf den Köpfen der Backer verteilt. Und darum ist Crowdfunding eben ein hohes Risiko, dass das eigene Geld ohne das Produkt zu kriegen weg sein könnte und deswegen sollte man es sich ganz genau überlegen, ob man ein Projekt finanziell unterstützen möchte. Das ist definitiv nicht für Jeden etwas. Wer jeden Cent zwei mal umdreht wird damit wenig anfangen können, eben wie Leute, die nicht akzeptieren können, dass ein Projekt eben leicht auch mal schief laufen kann, völlig ohne böswillige Absicht dahinter. Und gerade Software wie Spiele ist kaum richtig planbar und dazu machen Menschen obendrein noch Fehler.

  2. Re: Erwartungshaltung der Backer

    Autor: XYoukaiX 03.07.19 - 13:30

    Naja die Publisher als Geldgeber sind auch nich besser und machen auch ordentlich stress bishin zur veröffentlichung ohne das vorher noch mal die Qualität geprüft wird und immer wieder mal sogar so dass das Produkt nicht mal richtig funktionstüchtig ist nur um wenigstens einen Teil der Inverstition zu retten ...


    Aber stimmt schon, wenn man so ein Projekt unterstützt muss man damit klar kommen sollte es scheitern daher sollte man sich halt vorher gut überlegen ob man das Risiko eingehen will oder nicht.

  3. Re: Erwartungshaltung der Backer

    Autor: Oktavian 03.07.19 - 13:58

    > Ein riesen Problem für die Entwickler, die Kickstarter nutzen, ist halt
    > leider die Erwartungshaltung der Backer. Das sieht man besonders wenn am
    > Ende einige ihr Geld zurück fordern.

    Erwartungen müssen gemanaged werden, das ist Teil der aktiven Arbeit eines Unternehmens. Wenn eine Kampagne versucht den Eindruck zu erwecken, dass eigentlich der Großteil der Arbeit schon getan sein, es jetzt "nur noch" darum geht, ein paar Zeilen Code zu schreiben, ein paar Bildchen machen zu lassen und dann ist das schon fertig, dann muss man sich nicht wundern, wenn die Backer genau das auch erwarten.

    Backer sind Investoren ins Unternehmen, zu denen sollte man schon ehrlich sein über das, was man schon hat, das, was man noch tun will/muss, und die Punkte, die noch mit Risiko behaftet sind. Wenn ich den Eindruck erwecke, es gibt keine Risiken und auch kaum noch Arbeit, dann erwarten meine Backer auch genau das von mir. Und natürlich fühlen die sich belogen und betrogen, wenn das Projekt scheitert und sie feststellen, das nichts auch nur halb fertig ist.

    > Und umgekehrt
    > sollten Backer höflich bleiben und nicht aggressiv werden, nur weil es zu
    > Verzögerungen kommt.

    Als Backer/Investor möchte ich schon wissen, warum es zu Verzögerungen gekommen ist, warum das nicht vorher im Plan abgebildet war, welche Verzögerung es gibt, wie sichergestellt wird, dass das Problem dann auch beseitigt ist, was man daraus gelernt hat, und wie man in Zukunft Probleme frühzeitig erkennen will.

    > Entwickler sind auch nur Menschen und das Leben kann
    > auch denen, wie Jedem anderen, mal übel mitspielen, aus diversen Gründen.

    Kommunikation ist wichtig, und hier nimmt das Projekt die aktive Rolle ein. Einfach Schultern zucken, sagen "ist halt so" ist keine Kommunikation.

    Ich habe viele Einblicke in Projekte, daraus kommen zwei Erkenntnisse:
    1. Wenn ein Projekt sich einmal verzögert, wird es häufig noch öfter verzögern, und zwar ziemlich linear zu den Verzögerungen am Anfang.
    2. Ein sich verögerndes Projekt wird teurer, da die laufenden Kosten steigen mit der Laufzeit. Oder es wird fehlerhafter/featureärmer, da man durch Beschneiden versucht, den Zeitplan zu retten. (Magisches Dreieck)

    Da nun finanzielle Reserven bei solchen Projekte knapp sind und eben diese beiden Punkte oben gelten, muss ein Projekt sehr offen über Finanzen und Zeitpläne kommunizieren, um mir da ein gutes Gefühl zu geben.

  4. Re: Erwartungshaltung der Backer

    Autor: Hotohori 03.07.19 - 23:32

    Genau das ist eben auch so ein Punkt, Backer sind keine Investoren. Investoren investieren Geld in der Hoffnung am Ende mehr Geld zurück zu kriegen. Bei Crowdfunding geht es aber nicht darum, das sieht man auch wunderbar daran, dass man oftmals Geld gibt, ohne am Ende das Produkt zu kriegen. Oftmals kriegt man dann nur eine Art von Dankeschön, dass man Geld geschenkt hat.

    Es sitzt viel zu sehr in den Köpfen von Backern, dass man mit dem Geld geben irgend welche Rechte mit "einkauft". Und deswegen ist Crowdfunding eben KEIN Online Shop. Deshalb haben die Backer auch keinerlei Recht einen derartigen Druck auszuüben, wie es Einige tun. Zumal gerade dieser Druck auch seinen Anteil daran haben kann, dass ein Projekt am Ende schief läuft. Das einzige Recht was ein Backer hat, ist ehrlich behandelt zu werden und das die Projekt Leiter transparent arbeiten. Und das primär, um vor schwarzen Schafen zu schützen, die es von Anfang an nur auf das Geld abgesehen haben.

    Leider hat das eben auch zur Folge, dass man aufpassen muss welche Eindrücke Projektleiter bei ihrer Crowdfunding Kampagne wecken und natürlich ist es nicht ok, wenn man dazu die Backer offensichtlich anlügt und Dinge verschweigt. Absolut keine Frage. Schwarze Schafe gibt es halt leider überall. Hinter viele Projekten, die scheitern, stecken aber keine schwarzen Schafe, sondern wie es auch im Artikel steht oftmals zu unerfahrene Leute. Und das kann halt leider auch bedeuten, dass man bei der Crowdfunding Kampagne Dinge übersieht, an denen dann das Projekt später scheitert. Menschen machen nun mal völlig unbeabsichtigt Fehler und sind auch einfach keine Hellseher.

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