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Eine Rechtsanwaltsfachangestellte verdient mit 10 Jahren Berufserfahrung 1.800 Euro brutto

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  1. Eine Rechtsanwaltsfachangestellte verdient mit 10 Jahren Berufserfahrung 1.800 Euro brutto

    Autor: elknipso 20.04.21 - 14:20

    Was bei der Diskussion immer gerne vergessen wird, es gibt eine Menge Berufe die eine höhere Qualifikation erfordern, welche erheblich schlechter bezahlt sind als amazon für eine Tätigkeit zahlt für die es keinerlei Qualifikation oder Bildung benötigt.

    Rechtsanwaltsfachangestellte sind da ein Beispiel, kenne persönlich einige da hat keiner auch mit über 10 Jahren Berufserfahrung die 2 beim Brutto vorne stehen. Im Schnitt liegen diese bei 1.800 Euro brutto. Und das für einen Job bei dem man durchaus eine gewisse Intelligenz mitbringen muss, neben 3 Jahre Ausbildung und langer Berufserfahrung.

  2. Re: Eine Rechtsanwaltsfachangestellte verdient mit 10 Jahren Berufserfahrung 1.800 Euro brutto

    Autor: KnutRider 20.04.21 - 14:52

    Und was willst du uns nun sagen? Weil die Rechtsanwaltsgehilfen auch scheiße bezahlt werden ist es okay auch alle anderen scheiße zu bezahlen?

    Das Problem ist das dann der Anwalt (vermutlich) Gewinnmaximierung betreibt, genauso wie Amazon dies macht - auf Kosten der Allgemeinheit.
    Denn spätestens zur Rente sind diese Leute auf Grundsicherung angewiesen und wir, der Staat und die Steuerzahler, finanzieren das. Mit unserer Abgabenlast, während Konzerne wie Amazon Steuern vermeiden, und der Anwalt sich auch zu helfen weiß.

  3. Re: Eine Rechtsanwaltsfachangestellte verdient mit 10 Jahren Berufserfahrung 1.800 Euro brutto

    Autor: elknipso 20.04.21 - 14:56

    KnutRider schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und was willst du uns nun sagen? Weil die Rechtsanwaltsgehilfen auch
    > scheiße bezahlt werden ist es okay auch alle anderen scheiße zu bezahlen?

    Ich will damit sagen, dass man die Relationen nicht aus dem Auge verlieren sollte bei der ganzen Diskussion. Und wenn man das große Ganze betrachtet zahlt amazon faktisch nun mal überdurchschnittlich gut für solche einfachen Tätigkeiten.


    > Denn spätestens zur Rente sind diese Leute auf Grundsicherung angewiesen
    > und wir, der Staat und die Steuerzahler, finanzieren das.

    Korrekt, das ist auch meiner Meinung nach falsch, aber leider politisch ganz klar so gewollt.

  4. Re: Eine Rechtsanwaltsfachangestellte verdient mit 10 Jahren Berufserfahrung 1.800 Euro brutto

    Autor: Oktavian 20.04.21 - 15:32

    > Und was willst du uns nun sagen? Weil die Rechtsanwaltsgehilfen auch
    > scheiße bezahlt werden ist es okay auch alle anderen scheiße zu bezahlen?

    Die Relationen und das Gesamtgefüge müssen passen. Klar, man kann jetzt den ungelernten Lagerarbeiter besser bezahlen. Dann verdient er soviel wie der gelernte, den man dann besser bezahlt. Der verdient dann soviel wie sein Teamleiter, den man dann besser bezahlt, der dann soviel verdient wie der Schichtleiter, den man dann besser bezahlt.

    Das gleicht mit der Rechtsanwaltsgehilfin, die man besser bezahlt, und die dann soviel verdient wie eine Altenpflegerin, die man dann besser bezahlt, usw.

    Am Ende haben alle 20% mehr, aber um das zu erwirtschaften nehmen alle Unternehmen halt 20% höhere Preise.

    > Das Problem ist das dann der Anwalt (vermutlich) Gewinnmaximierung
    > betreibt, genauso wie Amazon dies macht - auf Kosten der Allgemeinheit.

    Nein, die meisten Anwälte in Einzelkanzleien sind alles andere als auf Rosen gebettet. Da muss man auch am Monatsende sehr genau rechnen. Die Alternative ist nicht, die Gehilfin besser zu bezahlen, sondern zu überlegen, ob eine Aushilfe stundenweise nicht auch reicht.

    > Denn spätestens zur Rente sind diese Leute auf Grundsicherung angewiesen
    > und wir, der Staat und die Steuerzahler, finanzieren das.

    Ja, wir müssen der Wahrheit ins Auge blicken. Ganz ernsthaft. Es gibt einen Teil der Bevölkerung, deren Wertschöpfung ist limitiert durch ihre körperliche oder mentale Leistungsfähigkeit so gering, dass sie davon kein auskömmliches Leben erwirtschaften können. Die Alternative, dass Unternehmen die einfach trotzdem besser bezahlen, stellt sich nicht, denn dann rutscht das Geschäftsmodell ins Minus, man hört halt auf damit, lagert aus, rationalisiert und automatisiert.

    Dieser Teil der Bevölkerung wird kein Gehalt bekommen, von dem man Leben und fürs Alter vorsorgen kann. Wir können und jetzt nur noch fragen, finanzieren wir Arbeit oder Arbeitslosigkeit.

    Und ja, Steuergerechtigkeit für Konzerne muss sein, auch für Amazon. Dass unsere Parlamentarier und unsere Exekutive solche Gesetze nicht hinbekommen, liegt wahlweise an Unfähigkeit oder Unwillen.

  5. Re: Eine Rechtsanwaltsfachangestellte verdient mit 10 Jahren Berufserfahrung 1.800 Euro brutto

    Autor: demon driver 20.04.21 - 16:07

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Und was willst du uns nun sagen? Weil die Rechtsanwaltsgehilfen auch
    > > scheiße bezahlt werden ist es okay auch alle anderen scheiße zu
    > > bezahlen?
    >
    > Die Relationen und das Gesamtgefüge müssen passen.

    Die Annahme, "die Relationen und das Gesamtgefüge" würden so "passen", wie sie gerade sind, und eine Veränderung an einer Stelle würde das alles automatisch in eine Korrekturen notwendig machende Schieflage bringen, ist aber doch auch bereits fehlerhaft.

    Zumal die Marktwirtschaft nun mal so ausgestaltet ist, dass, wenn schon nicht jeder Einzelne für sich, je nach Anlass Belegschaften, Berufsgruppen, Branchen jeweils nur für sich Verbesserungen erstreiten können. Hätten die das wegen dem "Gefüge" und den "Relationen" alle gleich bleibenlassen sollen? Dann wären wir heute noch auf dem Niveau des ausgehenden 19. Jahrhunderts, in den Vergütungen wie den Arbeitsbedingungen.

    Zumal man angesichts der Einkommens-Auseinanderentwicklung der vergangenen Jahrzehnte schon auch begründet die Haltung vertreten kann, dass – selbst wenn man sagt, behalten wir die grundsätzliche Hierarchie der Tätigkeiten und Gehälter von unten nach oben bei, was infrage zu stellen aber auch nicht völlig ungerechtfertigt wäre – man die schlechtesten Einkommen durchaus deutlich anheben könnte, die etwas weniger schlechten etwas weniger deutlich, und so weiter, bis man die Top-Gehälter so lässt, wie sie sind, wenn man denn muss, wobei ich für Gehaltsdeckel durchaus offen wäre. Da bliebe man bei einer Erhöhung der untersten um 20% beim der Gesamtsumme deutlich darunter.

  6. Re: Eine Rechtsanwaltsfachangestellte verdient mit 10 Jahren Berufserfahrung 1.800 Euro brutto

    Autor: Profi_in_allem 20.04.21 - 17:37

    Vielleicht irgendwo im tiefen Osten? Oder der RA ist nicht gerade beliebt und voller Aufträge? Kann mir das bei einer gutgehenden Kanzlei eigentlich nicht vorstellen (Stundensatz eines RA oft bei 150¤ und mehr!).

    Eine Sache stimmt definitiv: Bevor der AG einem erfahrenen Mitarbeiter mehr Geld gibt lässt diesen eher kündigen. Bei der nächsten Einstellung will man es besser machen und zahlt dann etwas mehr, da frage ich mich immer: Warum nicht vorher schon bei der Person, die alles kann und Erfahrung hat?

    Ganz ehrlich: Bei 1,8k Brutto kann man auch zu Hause bleiben und ausschlafen.

    Da ich IT-Profi bin und überaus intelligent, zählt meine Meinung mehr als alle anderen. Dies begründe ich ganz einfach, meine Meinung ist immer gut durchdacht, ich habe also einen Denkvorsprung vor allen anderen. Ich bitte dies bei etwaigen Antworten auf meine Posts zu bedenken, ich habe und hatte bisher immer Recht. Wer also anderer Meinung ist wie ich, sollte vorher bedenken, dass er höchstwahrscheinlich im Unrecht ist.

  7. Re: Eine Rechtsanwaltsfachangestellte verdient mit 10 Jahren Berufserfahrung 1.800 Euro brutto

    Autor: elknipso 20.04.21 - 17:46

    Profi_in_allem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vielleicht irgendwo im tiefen Osten? Oder der RA ist nicht gerade beliebt
    > und voller Aufträge? Kann mir das bei einer gutgehenden Kanzlei eigentlich
    > nicht vorstellen (Stundensatz eines RA oft bei 150¤ und mehr!).
    >
    > Eine Sache stimmt definitiv: Bevor der AG einem erfahrenen Mitarbeiter mehr
    > Geld gibt lässt diesen eher kündigen. Bei der nächsten Einstellung will man
    > es besser machen und zahlt dann etwas mehr, da frage ich mich immer: Warum
    > nicht vorher schon bei der Person, die alles kann und Erfahrung hat?
    >
    > Ganz ehrlich: Bei 1,8k Brutto kann man auch zu Hause bleiben und
    > ausschlafen.

    Das sind hier übliche Gehälter für Rechtsanwaltsfachangestellte und bei, kein Osten sondern Süddeutschland Kleinstadt mit 20.000 Einwohner. Mehrere große Industrie Betriebe als Arbeitgeber im Umkreis, also auch kein Kuhkaff :).

    Ich frage mich aber auch wieso sich die Mitarbeiter so ausbeuten lassen, da wäre ich längst weg. Selbst ein Regal Einräumer im Aldi geht mit 2.500 Euro nach Hause.

  8. Re: Eine Rechtsanwaltsfachangestellte verdient mit 10 Jahren Berufserfahrung 1.800 Euro brutto

    Autor: schmidy 20.04.21 - 18:32

    Profi_in_allem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vielleicht irgendwo im tiefen Osten? Oder der RA ist nicht gerade beliebt
    > und voller Aufträge? Kann mir das bei einer gutgehenden Kanzlei eigentlich
    > nicht vorstellen (Stundensatz eines RA oft bei 150¤ und mehr!).

    Die Verdienstspanne zwischen Anwälten ist extrem hoch. Die Topanwälte können es sich in der Tat leisten Stundenhonorare zu mehreren hundert Euro zu vereinbaren. Die allermeisten Anwälte haben allerdings keine Stundenhonorare, sondern werden nach den gesetzlichen Gebühren des RVG vergütet, die sich wiederum nach dem Streitwert bzw. Gegenstandswert richten.

    Das heißt in der Regel kommt es nicht darauf an, wie kompliziert die Sache ist oder wie lange der Anwalt daran sitzt, sondern um welche Werte es bei dem Mandat geht. Und als Wald-und-Wiesen-Anwalt hat man typischerweise eher kleine Mandate mit vergleichsweise geringen Werten.

    Entgegen der landläufigen Meinung wird man als Anwalt also nicht automatisch reich. Manche sind froh, dass sie sich überhaupt über Wasser halten können. Da verwundert es nicht, dass auch die Rechtsanwaltsfachangestellten nicht immer viel verdienen.

  9. Re: Eine Rechtsanwaltsfachangestellte verdient mit 10 Jahren Berufserfahrung 1.800 Euro brutto

    Autor: Oktavian 20.04.21 - 19:11

    > Entgegen der landläufigen Meinung wird man als Anwalt also nicht
    > automatisch reich. Manche sind froh, dass sie sich überhaupt über Wasser
    > halten können. Da verwundert es nicht, dass auch die
    > Rechtsanwaltsfachangestellten nicht immer viel verdienen.

    Genau das. Die weitaus überwiegende Mehrzahl der Juristen hat kein Prädikatsexamen. Die werden nicht von den Top-Kanzleien weggefischt und verdienen schon beim Einstieg gern mal sechsstellig. Die bereiten sich nicht auf eine Laufbahn als Richter oder Staatsanwalt vor. Die eröffnen eine kleine Allerweltskanzlei, meist zusammen mit einem Kollegen, um sich die Fixkosten zu teilen. Man schreibt recht hochtrabend ein paar Interessengebiete aufs Schild, übernimmt aber eigentlich jeden Fall, ich froh um jedes Pflichtmandat. Man rechnet nach Gebührentabelle ab und hat eigentlich nur kleine Fische. Man kann davon leben, aber reich wird man davon nicht.

  10. Re: Eine Rechtsanwaltsfachangestellte verdient mit 10 Jahren Berufserfahrung 1.800 Euro brutto

    Autor: gaym0r 20.04.21 - 19:26

    KnutRider schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und was willst du uns nun sagen? Weil die Rechtsanwaltsgehilfen auch
    > scheiße bezahlt werden ist es okay auch alle anderen scheiße zu bezahlen?

    10.000 Brutto im Monat für alle!!!

  11. Re: Eine Rechtsanwaltsfachangestellte verdient mit 10 Jahren Berufserfahrung 1.800 Euro brutto

    Autor: Oktavian 20.04.21 - 19:45

    > 10.000 Brutto im Monat für alle!!!

    Nee, wenn dann auch richtig. Reichtum für alle!

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