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Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

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  1. Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: quineloe 19.04.21 - 20:12

    Noch sind die Millionen im Niedriglohnsektor nicht alt. Noch können sie arbeiten und von diesen Löhnen irgendwie über die Runden kommen. Irgendwann sind die aber Alt, oder berufsunfähig oder sonstwas, und dann kosten die Milliarden an Steuern. Steuern, die wir nicht haben weil der Heilige Bezos es nicht nötig hat in der EU Steuern zu zahlen.

    Also werdet ihr die zahlen müssen. Mit eurem big income weil ihr ja so klug wart und was "anständiges" gelernt habt. Während ihr trotzdem jeden Tag auf die Unterklasse angewiesen seid.
    und da diese Unterklasse demographisch immer weiter wächst, wird ihr demokratisches Gewicht auch immer mehr ansteigen. Und dann wird irgendwann einfach mal so gewählt, dass das Sozialsystem mit den Vermögen der Reichen entlastet wird. Und wenn es massenweise Beschlagnahmungen von Wohnraum sind (weil die ja dann, wie ihr immer behauptet sofort abhauen - in ein anderes Land mit großen Niedriglohnsektor mit den gleichen Problem, oder?)

    Also nur dass ich euch hier richtig verstehe, ihr wollt zu Gunsten von Amazon heute auf euer Geld von morgen verzichten? Das ist ja reinster Kapitalaltruismus - oder denkt ihr nur von heute bis zur nächsten Steuererklärung?

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  2. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: ds4real 19.04.21 - 20:19

    Vielleicht sollte man hinterfragen warum die großen Konzerne damit durchkommen. Vielleicht liegt es auch an den Politikern?

  3. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: Thomas 19.04.21 - 20:42

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Noch sind die Millionen im Niedriglohnsektor nicht alt. Noch können sie
    > arbeiten und von diesen Löhnen irgendwie über die Runden kommen. Irgendwann
    > sind die aber Alt, oder berufsunfähig oder sonstwas, und dann kosten die
    > Milliarden an Steuern. Steuern, die wir nicht haben weil der Heilige Bezos
    > es nicht nötig hat in der EU Steuern zu zahlen.

    Amazon zahlt bereits seit Jahren Steuern, auch hier in Deutschland.

    > Also werdet ihr die zahlen müssen. Mit eurem big income weil ihr ja so klug
    > wart und was "anständiges" gelernt habt. Während ihr trotzdem jeden Tag auf
    > die Unterklasse angewiesen seid.
    > und da diese Unterklasse demographisch immer weiter wächst, wird ihr
    > demokratisches Gewicht auch immer mehr ansteigen. Und dann wird irgendwann
    > einfach mal so gewählt, dass das Sozialsystem mit den Vermögen der Reichen
    > entlastet wird.

    Ist doch schon bereits jetzt so. Weit mehr als die Hälfte des Geldes, welches ich verdiene, gebe ich an den Staat weiter, der es zum großen Teil wieder in die Sozialsysteme pumpt.

    > Und wenn es massenweise Beschlagnahmungen von Wohnraum sind
    > (weil die ja dann, wie ihr immer behauptet sofort abhauen - in ein anderes
    > Land mit großen Niedriglohnsektor mit den gleichen Problem, oder?)
    >
    > Also nur dass ich euch hier richtig verstehe, ihr wollt zu Gunsten von
    > Amazon heute auf euer Geld von morgen verzichten? Das ist ja reinster
    > Kapitalaltruismus - oder denkt ihr nur von heute bis zur nächsten
    > Steuererklärung?

    Und du meinst ernsthaft ohne Amazon würde auch nur irgendetwas besser sein in diesem System? Die anderen Firmen, die ansonsten den Markt besetzen würde, würde auch für die entsprechenden Tätigkeiten keine besseren Gehälter zahlen. Das sieht du ja auch in den Branchen, in denen Amazon überhaupt nicht vertreten ist.

    Verantwortlich ist hier einzig und alleine die Politik. Die hat den gesetzlichen Rahmen, in dem sich alle Akteure unseres Gesellschaftssystems bewegen, zu verantworten. Einzelnen Unternehmen, die sich einfach nur an die gesetzlichen Vorgaben halten, entsprechende Vorwürfe zu machen, ist einfach nur realitätsfern.

    --Thomas

  4. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: quineloe 19.04.21 - 21:08

    Thomas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ist doch schon bereits jetzt so. Weit mehr als die Hälfte des Geldes,
    > welches ich verdiene, gebe ich an den Staat weiter, der es zum großen Teil
    > wieder in die Sozialsysteme pumpt.

    Der Spitzensteuersatz ist 42%, und der gilt erst ab ca 57 tsd Euro.
    Du verwechselst da Steuern und Sozialversicherungen. Diese Sozialleistungen um die es hier geht werden ausschließlich aus Steuern bezahlt. Nicht aus den Sozialversicherungen.

    Und da ist noch viel, viel Luft nach oben, gerade für Leute die über der BBMG liegen.


    > Verantwortlich ist hier einzig und alleine die Politik. Die hat den
    > gesetzlichen Rahmen, in dem sich alle Akteure unseres Gesellschaftssystems
    > bewegen, zu verantworten. Einzelnen Unternehmen, die sich einfach nur an
    > die gesetzlichen Vorgaben halten, entsprechende Vorwürfe zu machen, ist
    > einfach nur realitätsfern.

    Ich mache die Vorwürfe vor allem den Leuten hier, die meinen dass das alles okay sei und sie nichts anginge.

    Verifizierter Top 500 Poster!

  5. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: mke2fs 19.04.21 - 21:19

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Thomas schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ist doch schon bereits jetzt so. Weit mehr als die Hälfte des Geldes,
    > > welches ich verdiene, gebe ich an den Staat weiter, der es zum großen
    > Teil
    > > wieder in die Sozialsysteme pumpt.
    >
    > Der Spitzensteuersatz ist 42%, und der gilt erst ab ca 57 tsd Euro.
    > Du verwechselst da Steuern und Sozialversicherungen. Diese Sozialleistungen
    > um die es hier geht werden ausschließlich aus Steuern bezahlt. Nicht aus
    > den Sozialversicherungen.

    Nein. Das Arbeitslosengeld 1 wird aus meinen Sozialabgaben gezahlt und die Krankenversicherung des Amazon-Mitarbeiters erbringt die gleiche Leistung wie meine.
    Sie greift dabei ggf. auf den Teil zurück den ich eingezahlt habe, das ist der Sinn einer Versicherung, die Verteilung von Lasten

  6. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: quineloe 19.04.21 - 21:24

    ALG1 ist keine Sozialleistung sondern eine Versicherungsleistung.

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  7. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: mke2fs 19.04.21 - 21:33

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Noch sind die Millionen im Niedriglohnsektor nicht alt. Noch können sie
    > arbeiten und von diesen Löhnen irgendwie über die Runden kommen.

    Keine Ahnung, wie viel Geld braucht man denn um hierzulande über die Runden zu kommen?
    Kannst du da mal ne Größe nennen, damit man eine Vorstellung hat ab wann man aus deiner Sicht kein Sozialfall ist?
    Ich finde 2000 Euro im Monat nicht gerade einen Pappenstiel, du offensichtlich aber schon.

    >Irgendwann
    > sind die aber Alt, oder berufsunfähig oder sonstwas, und dann kosten die
    > Milliarden an Steuern.


    >Steuern, die wir nicht haben weil der Heilige Bezos
    > es nicht nötig hat in der EU Steuern zu zahlen.

    Der Herr Bezos ist glaube ich nicht Deutscher Staatsbürger, er muss hier also keine Steuern zahlen.

    Wenn du meinst Amazon zahlt hier keine Steuern (was so absolut wahrscheinlich schlicht falsch ist) dann solltes du dir vielleicht überlegen ob du nicht immer die falsche Partei gewählt hast.
    Denn Amazon nutzt (wie übrigens jedes Untenehmen das die Möglichkeiten dazu hat) die Gestaltungsspielräume die ihm erlaubt sind.
    Ja sogar so Deutsche Unternehmen wie VW und die Deutsche Lufthansa machen das, letztere hat sich gerade vom Staat auf Steuerzahlerkosten retten lassen, zahlt hier aber den Großteil der Steuern nicht.

    >
    > Also werdet ihr die zahlen müssen. Mit eurem big income weil ihr ja so klug
    > wart und was "anständiges" gelernt habt. Während ihr trotzdem jeden Tag auf
    > die Unterklasse angewiesen seid.

    Jeder ist immer auf alle angewiesen.
    Und natürlich werde ich das zahlen müssen, das ist auch völlig richtig so, denn ich verdiene mehr und da ich mehr verdiene habe ich natürlich mehr Verantwortung (in finanzieller Hinsicht) gegenüber der Gesellschaft.

    > und da diese Unterklasse demographisch immer weiter wächst, wird ihr
    > demokratisches Gewicht auch immer mehr ansteigen.

    Tut sie das oder denkst du dir das gerade aus?
    Grundsätzlich sind die Geburten in Deutschland rückläufig (in Summe stagniert die Bevölkerung durch Zuzug) und der Bildungsgrad (der formale) steigt.

    >Und dann wird irgendwann
    > einfach mal so gewählt, dass das Sozialsystem mit den Vermögen der Reichen
    > entlastet wird.

    Was völlig richtig ist.
    Man müsste es nur richtig gestalten.
    Das Vermögen heranzuziehen wäre falsch, richtig wäre das Einkommen.

    >Und wenn es massenweise Beschlagnahmungen von Wohnraum sind

    Weil wir so furchtbar viel Lehrstand von Wohnraum in Deutschland haben *hahah*

    > (weil die ja dann, wie ihr immer behauptet sofort abhauen - in ein anderes
    > Land mit großen Niedriglohnsektor mit den gleichen Problem, oder?)
    >
    > Also nur dass ich euch hier richtig verstehe, ihr wollt zu Gunsten von
    > Amazon heute auf euer Geld von morgen verzichten?

    Nö, Amazon kann schon normal Steuern hier zahlen, dafür bin ich.
    Ich bin aber nicht dafür Gehälter zu nevelieren, weil dann niemand mehr einen Anreiz hat sich hochzuarbeiten oder zu bilden und wir eine Gesellschaft aus Amazon-Pickern werden und wie sicherlich bekannt ist funktioniert eine solche Gesellschaft nicht.

    >Das ist ja reinster
    > Kapitalaltruismus - oder denkt ihr nur von heute bis zur nächsten
    > Steuererklärung?

    Nein, ich glaube du denkst in irgendwelchen Traumwelten wo alle gleich viel verdienen.
    Wir hatten das schon mal, nannte sich DDR, war schwierig dort Leute für die höheren Positionen zu bekommen.
    Wenn du Meister oder Schichtführer werden solltest haben sie dich bekniet den job zu machen, haben dann die Idioten mit Gewissen gemacht, weil sie die Einsicht hatten das es ja jemand machen musste.
    Davon hatten sie dann aber höchstens einen Herzinfarkt, weil ein Arbeiter mit Schichtzulage und was es sonst noch für Vergünstigungen gab mehr verdient hat und weniger Verantwortung hatte als du. Du musstest dich von oben treten lassen und Schuhrigeln lassen und fragen lassen warum die Norm nicht erfüllt wurde, gleichzeitig durfest du deinen Arbeitern beibringen warum du die Norm erhöhen musst und dich von denen treten lassen weil du die Norm erhöhen willst und es gleichzeitig nicht mehr Geld gibt (was du nicht hattest).
    Aber ne schöne Zeit war es, für Arbeiter zumindestens, für alle anderen hingegen halt nicht :)

  8. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: Thomas 19.04.21 - 21:40

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Thomas schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ist doch schon bereits jetzt so. Weit mehr als die Hälfte des Geldes,
    > > welches ich verdiene, gebe ich an den Staat weiter, der es zum großen
    > > Teil wieder in die Sozialsysteme pumpt.
    >
    > Der Spitzensteuersatz ist 42%, und der gilt erst ab ca 57 tsd Euro.
    > Du verwechselst da Steuern und Sozialversicherungen. Diese Sozialleistungen
    > um die es hier geht werden ausschließlich aus Steuern bezahlt. Nicht aus
    > den Sozialversicherungen.

    Ich verwechsle gar nichts. Neben der Einkommensteuer, zahle ich noch eine ganze Reihe von indirekten Steuern, insbesondere die Umsatzsteuer und diverse Verbrauchsteuern (z.B. Energiesteuer, Stromsteuer, Biersteuer, Kaffeesteuer, Schaumweinsteuer), Versicherungssteuer, Grundsteuer, usw.

    Auch plündert die Politik die Sozialkassen seit Jahrzehnten für versicherungsfremde Leistungen.

    > Und da ist noch viel, viel Luft nach oben, gerade für Leute die über der
    > BBMG liegen.

    Wir haben eh schon mit die höchsten Steuern weltweit, wo willst du denn bitte noch hin?

    > Ich mache die Vorwürfe vor allem den Leuten hier, die meinen dass das alles
    > okay sei und sie nichts anginge.

    Man sollte dann aber mal das System kritisieren und nicht diejenigen Akteure, die sich ganz legal in diesem System bewegen.

    --Thomas

  9. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: quineloe 19.04.21 - 21:51

    mke2fs schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > quineloe schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Noch sind die Millionen im Niedriglohnsektor nicht alt. Noch können sie
    > > arbeiten und von diesen Löhnen irgendwie über die Runden kommen.
    >
    > Keine Ahnung, wie viel Geld braucht man denn um hierzulande über die Runden
    > zu kommen?

    Grundsicherung ist aktuell 446 Euro + Mietkosten. Bei Menschen die ihr Leben lang gearbeitet haben geht man übrigens Richtung Aufschläge auf diese Grundsicherung, weil Arbeit muss sich ja lohnen (FDP). Bei der aktuellen Mietentwicklung sind also Leute, die sich nicht selbst versorgen können weil ihr Rentenbescheid das nicht hergibt jedes Jahr ein paar Tausend Euro teuer, plus Verwaltung.

    Nochmal extra für dich ganz klar: Es geht nicht nur um den aktuellen Lohn, sondern auch darum, was hinterher als Rente dabei rauskommt.

    >Tut sie das oder denkst du dir das gerade aus?

    Ja tut sie.

    >Das Vermögen heranzuziehen wäre falsch, richtig wäre das Einkommen.

    Stimmt, leistungslos Milliarden zu erben darf nicht besteuert werden.

    >Der Herr Bezos ist glaube ich nicht Deutscher Staatsbürger, er muss hier also keine Steuern zahlen.

    Ich bin kein US-Bürger, aber wenn ich in den USA Geschäfte tätige und dort Gewinn erwirtschafte, rate mal wo ich dann Steuerpflichtig bin.

    >Ich bin aber nicht dafür Gehälter zu nevelieren, weil dann niemand mehr einen Anreiz hat sich hochzuarbeiten oder zu bilden

    Wenn die unteren Löhne steigen, steigen die oberen Löhne gleich mit. Das hat uns 150 Jahre Lohnentwicklung überdeutlich gezeigt.

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  10. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: quineloe 19.04.21 - 21:51

    Thomas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wir haben eh schon mit die höchsten Steuern weltweit, wo willst du denn bitte noch hin?

    Ich? Du willst das doch. Oder was willst du mit Millionen von Leuten machen, die sich kein Essen leisten können?

    Verifizierter Top 500 Poster!

  11. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: Thomas 19.04.21 - 22:02

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Thomas schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Wir haben eh schon mit die höchsten Steuern weltweit, wo willst du denn
    > bitte noch hin?
    >
    > Ich? Du willst das doch.

    Nein, ich würde gerne weniger Steuern zahlen.

    > Oder was willst du mit Millionen von Leuten machen, die sich kein Essen leisten können?

    Was für Schreckensszenarien malst du denn hier an die Wand? Es ging uns noch nie so gut wie heute und wir leben hier in einem der reichsten Länder der Welt mit einem der ausgedehntesten Sozialsysteme auf diesem Planeten.

    --Thomas

    P.S. Sehr bezeichnend, dass du auf den Rest gar nicht mehr eingehst.

  12. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: KnutRider 19.04.21 - 22:11

    Thomas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Was für Schreckensszenarien malst du denn hier an die Wand? Es ging uns
    > noch nie so gut wie heute und wir leben hier in einem der reichsten Länder
    > der Welt mit einem der ausgedehntesten Sozialsysteme auf diesem Planeten.
    Komisch das wir dann so etwas wie "Die Tafel" benötigen.

  13. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: Thomas 19.04.21 - 22:17

    KnutRider schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Thomas schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > Komisch das wir dann so etwas wie "Die Tafel" benötigen.

    Finde ich ehrlich gesagt auch! Um beim Thema zu bleiben: Wer z.B. bei Amazon arbeitet, wird wohl kaum darauf angewiesen sein, sich seine Lebensmitteln bei den Tafeln zu holen.

    Trotzdem geht es selbst denen, die - aus welchen Gründen auch immer - auf die Tafeln angewiesen sind, besser als dem Großteil der Weltbevölkerung. Menschen, die von Sozialleistungen leben, geht es monetär sicherlich nicht blendend, aber zumindest ist ihre Existenz vollumfänglich gesichert.

    --Thomas

  14. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: mke2fs 19.04.21 - 22:43

    Ah, dann ist Krankengeld auch keine Sozialleistung, sondern eine Versicherungsleistung, oder?
    Nur komischerweise laufen die unter Sozialabgaben auf meinem Gehaltszettel.

    Und auch diese Quelle ist da ganz meiner Ansicht:
    https://www.lexoffice.de/lexikon/sozialabgaben/#:~:text=Hierf%C3%BCr%20ist%20es%20notwendig%2C%20dass,Krankenversicherung

    Hierfür ist es notwendig, dass jeder Arbeitnehmer folgende Sozialabgaben leistet:

    Rentenversicherung
    Arbeitslosenversicherung
    Krankenversicherung
    Pflegeversicherung

  15. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: Neonen 20.04.21 - 06:41

    "Aber es geht anderen doch noch viel schlechter!" ist ein echt schwaches Argument.

    Es sollte in DE allen besser gehen. Zum Beispiel sollte keiner ohne Krankenversicherung rumlaufen müssen. Oder von der selbigen in die Armut getrieben werden.
    Kann dir trotzdem passieren.

  16. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: quineloe 20.04.21 - 08:18

    Thomas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > quineloe schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Thomas schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > Wir haben eh schon mit die höchsten Steuern weltweit, wo willst du
    > denn
    > > bitte noch hin?
    > >
    > > Ich? Du willst das doch.
    >
    > Nein, ich würde gerne weniger Steuern zahlen.
    >
    > > Oder was willst du mit Millionen von Leuten machen, die sich kein Essen
    > leisten können?
    >
    > Was für Schreckensszenarien malst du denn hier an die Wand? Es ging uns
    > noch nie so gut wie heute und wir leben hier in einem der reichsten Länder
    > der Welt mit einem der ausgedehntesten Sozialsysteme auf diesem Planeten.
    >
    > --Thomas
    >
    > P.S. Sehr bezeichnend, dass du auf den Rest gar nicht mehr eingehst.


    Die Tafeln sind kein Teil unseres Sozialsystems, und der letzte Grund warum sich bereits heute viele Menschen noch etwas zu Essen leisten können.


    "PS" Ich muss nicht alles doppelt beantworten wenn es mehrere geschrieben haben.

    Verifizierter Top 500 Poster!

  17. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: aLpenbog 20.04.21 - 08:46

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn die unteren Löhne steigen, steigen die oberen Löhne gleich mit. Das
    > hat uns 150 Jahre Lohnentwicklung überdeutlich gezeigt.

    Und die Preise. Und wir stehen wieder genau da, wo wir heute stehen, nur mit größeren Zahlen und die Bezos dieser Welt haben 1-2 cm weniger Yacht.

    Der Ungelernte, den man On-The-Fly ersetzen kann mit jeden X-beliebigen nach ein paar Stunden Einarbeitung, wird nun einmal vermutlich immer weniger verdienen als jemand der sich ein paar Jahre mehr hinsetzt. Und je nachdem welche Faktoren wir betrachten und wie gewichten ist das fair oder unfair.

    Mal davon ab, dass 446 Euro + Miete auch wieder dicke reicht. Ja nicht wenn man als Hobbies Golfen und Tennis betreiben möchte aber man hat ein Dach über den Kopf, ausreichend zu essen, medizinische Versorgung und noch ein wenig was, was man ausgeben kann. Wer mehr will, der muss privat vorsorgen, ansonsten muss man seinen Lebensstil runterschrauben. Das betrifft aber alle, auch wenn absolut gesehen der Punkt auf dem man fällt unterschiedlich ist.

    Derjenige im Niedriglohnsektor hat es da sogar noch besser, denn er fällt unter einen bestimmten Betrag und kriegt dann wieder was drauf, während die Leute die mehr verdient haben mit den vollen Einschränkungen leben müssen.

    > Stimmt, leistungslos Milliarden zu erben darf nicht besteuert werden.

    Seit wann erbt man die ursprünglichen Bruttobeträge? Zahlt das Finanzamt da etwa die Steuern zurück aufs Erbe? Für das Geld wurde bereits bezahlt und wird es in Zukunft auch noch in Form der Mehrwertsteuer. Wie oft wollen wir denn jeden einzelnen Euro versteuern?

  18. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: Eheran 20.04.21 - 11:05

    >>> und da diese Unterklasse demographisch immer weiter wächst, wird ihr
    >>> demokratisches Gewicht auch immer mehr ansteigen.

    >>Tut sie das oder denkst du dir das gerade aus? Grundsätzlich sind die Geburten in Deutschland rückläufig (in Summe stagniert die Bevölkerung durch Zuzug) und der Bildungsgrad (der formale) steigt.

    >Ja tut sie.
    Ganz so einfach kannst du das nicht als Fakt hinstellen. Ein "ja, doch, wirklich, ist so" bleibt auf dem Niveau von ausgedacht. Zumal er sogar aktiv widerspricht, worauf du null eingehst. Dass die formale Bildung steigt, etwa immer mehr studieren, ist problemlos messbar. 2000 haben 1/3 studiert, jetzt sind es mehr als 50%. Logisch ging ebenso die Abi-Quote hoch. Das ist sicher nicht die "Unterklasse", von der du sprichst. Auch die ohne Schulabschluss (Hauptschulabschluss) sind leicht rückläufig bzw. stagnieren halbwegs. Also auch kein Anstieg.

    Woher soll der Anstieg der "Unterklasse" kommen?

    Mit deiner Kritik am Steuerrecht musst du dich an die Politker wenden, nicht die Unternehmen.

  19. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: Brainfreeze 20.04.21 - 11:22

    mke2fs schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > quineloe schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Noch sind die Millionen im Niedriglohnsektor nicht alt. Noch können sie
    > > arbeiten und von diesen Löhnen irgendwie über die Runden kommen.
    >
    > Keine Ahnung, wie viel Geld braucht man denn um hierzulande über die Runden
    > zu kommen?
    > Kannst du da mal ne Größe nennen, damit man eine Vorstellung hat ab wann
    > man aus deiner Sicht kein Sozialfall ist?
    > Ich finde 2000 Euro im Monat nicht gerade einen Pappenstiel, du
    > offensichtlich aber schon.

    Um vielleicht hier mal eine Zahl in den Raum zu werfen: Damit man zu seinem Rentenbeginn mindestens die Grundsicherung erreicht hat, muss man beim einem Vollzeitjob aktuell mindestens 12,63 Euro Stundenlohn verdient haben (diese Zahl ist allerdings aus 2018).

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article176289787/Armutslohn-Fuer-Rente-ueber-Grundsicherung-ist-Mindestlohn-von-12-63-Euro-noetig.html

    Mit dem aktuellen Mindestlohn in Deutschland liegt man also deutlich unter dieser Grenze. Wenn man als Arbeitnehmer diese Zeiten im späteren Berufsleben nicht durch höheren Einkommen kompensieren kann, ist man im Rentenalter auf Zuschüsse vom Staat angewiesen., da nicht einmal die Grundsicherung erreicht wurde. (Vermutlich kann eine Person mit so niedrigem Einkommen auch keine andere Alterssicherung aufbauen)

  20. Re: Wir stehen noch am Anfang der prekären Beschäftigung

    Autor: demon driver 20.04.21 - 11:33

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >>> und da diese Unterklasse demographisch immer weiter wächst, wird ihr
    > >>> demokratisches Gewicht auch immer mehr ansteigen.
    >
    > >>Tut sie das oder denkst du dir das gerade aus? Grundsätzlich sind die
    > Geburten in Deutschland rückläufig (in Summe stagniert die Bevölkerung
    > durch Zuzug) und der Bildungsgrad (der formale) steigt.
    >
    > >Ja tut sie.
    > Ganz so einfach kannst du das nicht als Fakt hinstellen. Ein "ja, doch,
    > wirklich, ist so" bleibt auf dem Niveau von ausgedacht. Zumal er sogar
    > aktiv widerspricht, worauf du null eingehst. Dass die formale Bildung
    > steigt, etwa immer mehr studieren, ist problemlos messbar. 2000 haben 1/3
    > studiert, jetzt sind es mehr als 50%. Logisch ging ebenso die Abi-Quote
    > hoch. Das ist sicher nicht die "Unterklasse", von der du sprichst. Auch die
    > ohne Schulabschluss (Hauptschulabschluss) sind leicht rückläufig bzw.
    > stagnieren halbwegs. Also auch kein Anstieg.
    >
    > Woher soll der Anstieg der "Unterklasse" kommen?

    Von der Sozialpolitik im Neoliberalismus der vergangenen 30 Jahre, angefangen mit der Regierung Schröder.

    Und natürlich gibt es sie und tendenziell vergrößert sie sich nicht nur, sondern es verschärft und verfestigt sich auch ihre Armut, was aus den jährlichen Armutsberichten ziemlich eindeutig hervorgeht, während eine Minderheit ganz oben immer größere Vermögen anhäuft und Einkünfte erzielt. Prekäre Beschäftigung im Logistikbereich ist ein Aspekt dieser "Unterklasse", und Amazon kann sich nur deswegen loben für die kleinen Gehälter, die es zahlt, weil im Rest der Branche so abartig miese Verhältnisse herrschen und die Gewerkschaft u.a. aufgrund des Ausmaßes an Scheinselbständigkeit und Sub-Subunternehmen dort gar keine Hebel mehr ansetzen kann für Verbesserungen.

    > Mit deiner Kritik am Steuerrecht musst du dich an die Politker wenden,
    > nicht die Unternehmen.

    Die ja bekanntlich jedem zuhören, und alle vier jahre hat man dann die Wahl der nächsten Politiker, die sich nicht ausreichend dafür interessieren, egal wen man gewählt hat.

    Beschäftigte und Beschäftigtenvertretungen müssen sich nicht auf die Politiker beschränken, sie haben jederzeit das Recht und die Möglichkeit, sich an die Unternehmen zu wenden. Und wenn die schon wenig Steuern zahlen, dann sollen sie gefälligst wenigstens anständigere Löhne zahlen, bessere Arbeitsbedingungen schaffen und sich zu dem Zweck sinnvoller Verhandlungsmöglichkeiten für solche Verbesserungen auf einen Tarifvertrag einlassen. Ist das zuviel verlangt?

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    Ein Test von Peter Ilg

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