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Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

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  1. Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: Berlinlowa 14.07.19 - 12:09

    Was nützt es mir, wenn ich weiß dass der DHL Bote irgendwo in meiner Nachbarschaft unterwegs ist, wenn er dann doch wieder nicht klingelt sondern das Paket einfach unmotiviert vor die Haustür packt oder erst gar kein Paket mitnimmt, sondern nur die Zettel zur Filialabholung in den Briefkasten wirft?

    Das Problem bei den Zustellern ist doch nicht, dass die Ankündigungen nicht genau genug sind, sondern viel mehr, dass zu wenig Personal zu viel zu schlechten Löhnen unterwegs ist. Die machen ihre Arbeit einfach schlecht und widerwillig - und jeder in einer ähnlichen Situation kann das nachvollziehen.

    Bei uns geht es immer mal ein paar Monate gut, dann wechselt der Zusteller wieder, und schon fängt das Chaos an.
    * Zusteller schafft die Fahrt nicht, Ware zurückgestellt oder wandert wieder zurück ins Depot
    * Ware wird irgendwo hingeworfen, anstatt persönlich übergeben zu werden
    * Benachrichtgungszettel liegen im Postkasten, Ware ist aber noch im Depot / Filiale / verloren
    * ....

    Alles das löst ein ach so tolle Info über die Zustellung überhaupt gar nicht.

  2. Re: Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: mackes 14.07.19 - 12:14

    Bei UPS und (mit Einschränkungen) DHL klappt das hier einigermaßen. Händler, die nur mit Hermes oder DPD liefern, meide ich persönlich aus den von dir genannten Gründen.

  3. Re: Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: The_Grinder 14.07.19 - 12:45

    In der Firma haben wir das Problem nur mit den Amazon Logistic Jungs.

    Nicht nur, dass da im 10 Minuten Takt ein anderer Fahrer für ein einzelnes Paket kommt, einmal haben wir auch einen dabei erwischt wie er den "nicht anwesend" zettel in den Briefkasten werfen wollte ohne auch nur zu gucken ob wer da ist.
    Kommentierte er auch nur mit einem "och kacke".

    Die Leute von den "richtigen" Transportunternehmen machen ihren Jobs bei uns eigentlich ganz gut.

    Grinder

  4. Re: Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: Der mit dem Blubb 14.07.19 - 13:00

    Berlinlowa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ... dass der DHL Bote ... das Paket einfach unmotiviert vor die Haustür packt

    Solche Pakete kommen bei dir an? :>

  5. Re: Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: Gallantus 14.07.19 - 13:24

    Berlinlowa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was nützt es mir, wenn ich weiß dass der DHL Bote irgendwo in meiner
    > Nachbarschaft unterwegs ist, wenn er dann doch wieder nicht klingelt
    > sondern das Paket einfach unmotiviert vor die Haustür packt oder erst gar
    > kein Paket mitnimmt, sondern nur die Zettel zur Filialabholung in den
    > Briefkasten wirft?
    >
    > Das Problem bei den Zustellern ist doch nicht, dass die Ankündigungen nicht
    > genau genug sind, sondern viel mehr, dass zu wenig Personal zu viel zu
    > schlechten Löhnen unterwegs ist. Die machen ihre Arbeit einfach schlecht
    > und widerwillig - und jeder in einer ähnlichen Situation kann das
    > nachvollziehen.
    >
    > Bei uns geht es immer mal ein paar Monate gut, dann wechselt der Zusteller
    > wieder, und schon fängt das Chaos an.
    > * Zusteller schafft die Fahrt nicht, Ware zurückgestellt oder wandert
    > wieder zurück ins Depot
    > * Ware wird irgendwo hingeworfen, anstatt persönlich übergeben zu werden
    > * Benachrichtgungszettel liegen im Postkasten, Ware ist aber noch im Depot
    > / Filiale / verloren
    > * ....
    >
    > Alles das löst ein ach so tolle Info über die Zustellung überhaupt gar
    > nicht.


    Zumindest das Problem mit dem Postboten der nicht klingelt kann damit gelöst werden. Einfach 10 Minuten nachdem die Email ankam vor die Tür stellen und ungefähr 5 Minuten warten. Wenn man die Paketboten drauf anspricht Rücken sie meistens doch das Paket raus. An der Bushaltestelle vor der Haustür steht der DHL Mann eigentlich immer wenn er Pakete "ausliefert" bzw. die Zettel zum ein schmeißen alle schon vorbereitet. Wenn man den dann sieht gibt er einem doch das Paket anstatt dem ausgedruckten Zettel. Im übrigen macht er so nicht nur nicht seinen Job, sondern blockiert auch noch regelmäßig die Busse.

  6. Re: Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: most 14.07.19 - 13:42

    Ich würde da einen Schritt weiter gehen: Es löst nicht das Problem, dass viele Leute tagsüber nicht regelmäßig zu Hause sind und immer mehr bestellen.

    Der Auftrag Paketzustellung an sich ist demotivierend. Auf gut Glück zustellen, hoffen dass jemand da ist, warten bis jemand aufmacht nach dem vierten klingeln, hoffen einen Nachbarn zu finden usw und trotzdem muss der Wagen am Abend leer sein, möglichst ohne Überstunden. (die ggf. nicht bezahlt werden). Je besser man es einem Kunden machen will, desto mehr leiden die anderen oder die Freizeit des Zustellers.

    Eine Lösung sind ausreichend dimensionierte Paketstationen (offen für alle Dienstleister), wer was nach Hause geliefert bekommen will, der zahlt einen Aufpreis, bekommt dafür aber auch ein festes 15 Minuten Zeitfenster.

  7. Re: Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: Untrolla 14.07.19 - 13:43

    Gallantus schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Berlinlowa schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Was nützt es mir, wenn ich weiß dass der DHL Bote irgendwo in meiner
    > > Nachbarschaft unterwegs ist, wenn er dann doch wieder nicht klingelt
    > > sondern das Paket einfach unmotiviert vor die Haustür packt oder erst
    > gar
    > > kein Paket mitnimmt, sondern nur die Zettel zur Filialabholung in den
    > > Briefkasten wirft?
    > >
    > > Das Problem bei den Zustellern ist doch nicht, dass die Ankündigungen
    > nicht
    > > genau genug sind, sondern viel mehr, dass zu wenig Personal zu viel zu
    > > schlechten Löhnen unterwegs ist. Die machen ihre Arbeit einfach schlecht
    > > und widerwillig - und jeder in einer ähnlichen Situation kann das
    > > nachvollziehen.
    > >
    > > Bei uns geht es immer mal ein paar Monate gut, dann wechselt der
    > Zusteller
    > > wieder, und schon fängt das Chaos an.
    > > * Zusteller schafft die Fahrt nicht, Ware zurückgestellt oder wandert
    > > wieder zurück ins Depot
    > > * Ware wird irgendwo hingeworfen, anstatt persönlich übergeben zu werden
    > > * Benachrichtgungszettel liegen im Postkasten, Ware ist aber noch im
    > Depot
    > > / Filiale / verloren
    > > * ....
    > >
    > > Alles das löst ein ach so tolle Info über die Zustellung überhaupt gar
    > > nicht.
    >
    > Zumindest das Problem mit dem Postboten der nicht klingelt kann damit
    > gelöst werden. Einfach 10 Minuten nachdem die Email ankam vor die Tür
    > stellen und ungefähr 5 Minuten warten. Wenn man die Paketboten drauf
    > anspricht Rücken sie meistens doch das Paket raus. An der Bushaltestelle
    > vor der Haustür steht der DHL Mann eigentlich immer wenn er Pakete
    > "ausliefert" bzw. die Zettel zum ein schmeißen alle schon vorbereitet. Wenn
    > man den dann sieht gibt er einem doch das Paket anstatt dem ausgedruckten
    > Zettel. Im übrigen macht er so nicht nur nicht seinen Job, sondern
    > blockiert auch noch regelmäßig die Busse.

    Da ist er wieder, der prinzipielle Hass gegen Transportunternehmen. Gespickt mit wissen, welches du eigentlich nur als dauercamper im küchenfenster haben kannst, meine Oma hatte da ähnliche Interessen und Skills.

    Für dich: DHL hat Quoten bzgl Benachrichtigungen und wenn da einer meint so zu arbeiten, wie du erzählst, dauert das keine 3 Wochen ciao ciao Boy.

  8. Re: Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: quineloe 14.07.19 - 14:23

    Untrolla schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Da ist er wieder, der prinzipielle Hass gegen Transportunternehmen.
    > Gespickt mit wissen, welches du eigentlich nur als dauercamper im
    > küchenfenster haben kannst, meine Oma hatte da ähnliche Interessen und
    > Skills.

    Es genügt völlig, im Straßenverkehr unterwegs zu sein und auf Wege abseits der heiligen Fahrbahn für die heiligen Autos unterwegs zu sein, um zu wissen wie sehr die Lieferflotte darauf "Angewiesen" ist, im Weg zu stehen.

    https://youtu.be/Cfa5Hd2G2vQ?t=71

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  9. Re: Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: Elektro Erhan 14.07.19 - 15:01

    DHL und Post haben Sonderrechte Paragraf 35 Stvo. Radwege zustellen geht aber trotzdem nicht. Das ewige gejaule um Dhl im Parkverbot nervt....

  10. Re: Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: quineloe 14.07.19 - 15:26

    Elektro Erhan schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > DHL und Post haben Sonderrechte Paragraf 35 Stvo.

    Anstatt das abzutippen, was du woanders mal gelesen hast, solltest du den Paragraphen selber mal lesen. Dort geht es ausschließlich um das Leeren von Briefkästen, nicht das Beliefern von Zieladressen.


    > Das ewige gejaule um Dhl im Parkverbot nervt....

    jo, ganz besonders wenn es von Verkehrsteilnehmern zweiter Klasse kommt, die sollen das Maul halten und nicht über rot fahren.

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  11. Re: Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: Hotohori 14.07.19 - 16:34

    Wäre vielleicht gar nicht so schlecht. Viele bestellen ja auch nach Hause weil sie zu bequem sind sie selbst abzuholen. Auf die Art würde sich Jeder überlegen ob er mehr zahlt bzw. ob er dann nicht Zuhause ist und umsonst mehr gezahlt hat.

    So würden eventuell mehr Pakete an Packstationen oder direkt Filialen gesendet. Setzt aber halt voraus, dass Packstationen und Filialen in ausreichender Stückzahl ÜBERALL verfügbar sind. Und die Filialen vernünftige Öffnungszeiten haben.

    Und die Ausfahrer hätten weniger Arbeit und eine höhere Quote das auch wirklich Jemand da ist.

  12. Re: Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: gol 14.07.19 - 16:37

    Elektro Erhan schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > DHL und Post haben Sonderrechte Paragraf 35 Stvo. Radwege zustellen geht
    > aber trotzdem nicht. Das ewige gejaule um Dhl im Parkverbot nervt....

    Post ja in Grenzen, nicht aber zur Zustellung von Pakten beim Kunden.

  13. Re: Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: Mingfu 14.07.19 - 16:43

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es genügt völlig, im Straßenverkehr unterwegs zu sein und auf Wege abseits
    > der heiligen Fahrbahn für die heiligen Autos unterwegs zu sein, um zu
    > wissen wie sehr die Lieferflotte darauf "Angewiesen" ist, im Weg zu stehen.

    Mal davon abgesehen, dass es auf der Sperrfläche rein rechtlich auch nicht besser gewesen wäre: Das klingt im Einzelfall erst einmal nach nicht viel, wenn man sagt, dass er eben 20 oder 30 Meter zusätzlich hätte gehen müssen. Hin und zurück sind das aber schon 50 Meter. Klingt immer noch nach wenig und absolut zumutbar.

    Nun hat der aber nicht nur ein Paket im Auto, sondern ungefähr 200. Damit multipliziert wird das auf einmal eine Größenordnung, die ein bis zwei Stunden zusätzliche Weglänge am Tag bedeutet (auch wenn er mehrere Pakete auf einmal abliefern kann). Die Zeit hat er nicht, denn dann wird er mit der Zustellung nicht fertig.

    Und dann wäre noch zu beachten, dass das einzelne Paket bis zu 31,5 kg wiegen darf. Da überlegt man sich jeden Meter, den man damit laufen muss. Auch wenn die meisten Pakete deutlich leichter sind: Bei 200 Paketen muss er damit rechnen, dass ca. 10 durchaus in Richtung dieses Maximalgewichts gehen. Und meist sind diese Pakete zusätzlich auch noch sehr unhandlich, so dass man sie auch nicht gut packen und tragen kann. Und das dann jeden Tag wieder. Da muss er mit seinen körperlichen Ressourcen durchaus haushalten, sonst fällt er nach ein paar Wochen um.

  14. Re: Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: quineloe 14.07.19 - 16:50

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > quineloe schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Es genügt völlig, im Straßenverkehr unterwegs zu sein und auf Wege
    > abseits
    > > der heiligen Fahrbahn für die heiligen Autos unterwegs zu sein, um zu
    > > wissen wie sehr die Lieferflotte darauf "Angewiesen" ist, im Weg zu
    > stehen.
    >
    > Mal davon abgesehen, dass es auf der Sperrfläche rein rechtlich auch nicht
    > besser gewesen wäre:

    Falsch. Das, was er hier macht ist 35¤ Bußgeld. Auf der Sperrfläche sind es 10¤.

    Aber schön, wie hier die Behinderung und Gefährdung schwächerer Verkehrsteilnehmer einfach schöngerechnet wird. Sind ja nur #scheißradfahrer

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    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.07.19 16:52 durch quineloe.

  15. Re: Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: Mingfu 14.07.19 - 16:52

    Hotohori schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und die Ausfahrer hätten weniger Arbeit

    Das ist eine utopische Schlussfolgerung. Tatsächlich würde es nur dazu führen, dass die Zustellunternehmen weniger Zusteller beschäftigen. Der einzelne Zusteller hätte weiterhin mindestens die gleiche Arbeit zu leisten, indem er dann von früh bis spät vor allem Packstationen und Filialen statt einzelner Kunden beliefert. Denn ein Zustellunternehmen, welches diesen Kostenvorteil nutzt, indem es dann mit weniger Zustellern arbeitet, die vor allem zentrale Punkte beliefern, könnte niedrigere Paketpreise anbieten und damit würde in der gesamten Branche dieser Rationalisierungsdruck greifen, um diesen Preiswettlauf nach unten mitgehen zu können.

  16. Re: Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: Hotohori 14.07.19 - 16:57

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hotohori schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Und die Ausfahrer hätten weniger Arbeit
    >
    > Das ist eine utopische Schlussfolgerung. Tatsächlich würde es nur dazu
    > führen, dass die Zustellunternehmen weniger Zusteller beschäftigen. Der
    > einzelne Zusteller hätte weiterhin mindestens die gleiche Arbeit zu
    > leisten, indem er dann von früh bis spät vor allem Packstationen und
    > Filialen statt einzelner Kunden beliefert. Denn ein Zustellunternehmen,
    > welches diesen Kostenvorteil nutzt, indem es dann mit weniger Zustellern
    > arbeitet, die vor allem zentrale Punkte beliefern, könnte niedrigere
    > Paketpreise anbieten und damit würde in der gesamten Branche dieser
    > Rationalisierungsdruck greifen, um diesen Preiswettlauf nach unten mitgehen
    > zu können.

    Stimmt, den Mist hatte ich tatsächlich nicht bedacht. Aber DHL will ja eh nur noch ein Auslieferungsunternehmen pro Stadt nutzen, dann gäbe es hier kein Konkurrenzkämpfe mehr und vielleicht würde es das besser machen.

  17. Re: Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: Mingfu 14.07.19 - 17:17

    Wenn wir es rein vom Geldbetrag abhängig machen, ist es für den Zusteller egal: Strafzettel für Verstöße im ruhenden Verkehr übernimmt üblicherweise das Unternehmen (zumindest solange es nicht irgendein Subunternehmer ist, aber dort ist ohnehin Hopfen und Malz verloren).

    Ich kann aber eigentlich nur hoffen, dass du mit deiner Hybris selbst nichts bestellst, was per Paket angeliefert werden muss. Denn wie glaubst du, dass der dort irgendetwas zustellen soll? Der kann nirgends legal halten. Er muss aber. Denn er hat selbst bei Ausschöpfung der gesetzlichen Höchstarbeitszeit pro Paket nur ein bis zwei Minuten Zeit (schließlich muss er vorher auch die Pakete ins Auto laden, ins Liefergebiet fahren und abends auch wieder zurück). Und der Großteil dieser Zeit geht dafür drauf, dass er nach dem Klingeln wartet, dass der Kunde sich zur Tür bequemt oder aber für die Feststellung, dass der Kunde gar nicht da ist und er hoffentlich bei einem Nachbarn mehr Glück hat, denn wenn er eine übermäßige Anzahl an Paketen auf der Filiale abliefert, bekommt er recht schnell Ärger mit dem Chef.

    Er kann also nicht drei Blocks weiter irgendeinen schönen Parkplatz suchen, sondern er muss mit jedem Meter haushalten. Natürlich ist das Mist, wenn er auf dem Radweg steht. Er würde es sicher auch gern vermeiden, wenn er es rein zeitlich könnte. Aber wenn er 200 Pakete am Tag abliefern muss, dann sind seine Möglichkeiten arg beschränkt. Und wer das nicht schafft, weil er Skrupel hat, illegal zu halten, der braucht irgendwann nicht mehr wieder kommen, weil er durch jemanden ersetzt wird, der diese Skrupel nicht hat. So läuft das in dieser Branche nun einmal.

  18. Re: Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: quineloe 14.07.19 - 18:11

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn wir es rein vom Geldbetrag abhängig machen, ist es für den Zusteller
    > egal: Strafzettel für Verstöße im ruhenden Verkehr übernimmt üblicherweise
    > das Unternehmen (zumindest solange es nicht irgendein Subunternehmer ist,
    > aber dort ist ohnehin Hopfen und Malz verloren).

    Der höhere Geldbetrag kommt von der Behinderung, die beim falschparken auf der Sperrfläche nicht gegeben ist. Natürlich behindert er nur Radfahrer, von daher kann man mal fünfe gerade sein lassen. Würde er einfach auf der Fahrbahn stehenbleiben und den KFZ-Verkehr behindern, dann wäre das natürlich eine unentschuldbare Sache, und da müsste man sofort die Polizei rufen.

    > Ich kann aber eigentlich nur hoffen, dass du mit deiner Hybris selbst
    > nichts bestellst, was per Paket angeliefert werden muss.

    Wir haben hier einen für Be- und Entladen freigegebenen und öffentlich zugänglichen Innenhof, von dem ca 70 Wohneinheiten bedient werden. Bei uns muss kein DHL Kasten falsch parken
    > Denn wie glaubst
    > du, dass der dort irgendetwas zustellen soll? Der kann nirgends legal
    > halten.
    Doch, es gibt da einen befahrbaren Parkplatz am Anfang des Clips, da kann man die Karre abstellen und dann die Empfänger beliefern. Es ist möglich. Und manche machen das sogar.

    > Er muss aber. Denn er hat selbst bei Ausschöpfung der gesetzlichen
    > Höchstarbeitszeit pro Paket nur ein bis zwei Minuten Zeit (schließlich muss
    > er vorher auch die Pakete ins Auto laden, ins Liefergebiet fahren und
    > abends auch wieder zurück).

    Das sind alles die üblichen Radwegparkerausreden. Von Leuten, die im Gegenzug die Todesstrafe für jeden Verstoß von Radfahrern fordern, in Form von "hoffentlich fährt den bald einer tot!"


    >
    > Er kann also nicht drei Blocks weiter irgendeinen schönen Parkplatz suchen,
    > sondern er muss mit jedem Meter haushalten. Natürlich ist das Mist, wenn er
    > auf dem Radweg steht. Er würde es sicher auch gern vermeiden, wenn er es
    > rein zeitlich könnte. Aber wenn er 200 Pakete am Tag abliefern muss, dann
    > sind seine Möglichkeiten arg beschränkt. Und wer das nicht schafft, weil er
    > Skrupel hat, illegal zu halten, der braucht irgendwann nicht mehr wieder
    > kommen, weil er durch jemanden ersetzt wird, der diese Skrupel nicht hat.
    > So läuft das in dieser Branche nun einmal.

    Allein weil man es dieser Branche durchgehen lässt, ihre Probleme auf unbeteiligte Dritte abzuwälzen, läuft das so.

    Wenn das Radwegparken irgendwann wirklich 100¤ wie versprochen kosten soll, und die klammen Kommunen dann hier ihre Kontrollschwerpunkte verlagern, dann wirst du gar nicht so schnell schauen, wie es auf einmal anders geht.

    Verifizierter Top 500 Poster!

  19. bei mir jedenfalls auch nicht

    Autor: jake 14.07.19 - 21:06

    ich suche den dingern auch nicht mehr hinterher. manchmal lasse ich mir sendungen 2-3x schicken, bis sich endlich mal ein bote die treppen raufbequemt - unter lautem "hallo"-rufen im treppenhaus (werden mittlerweile ignoriert) und bei heftigsten beschwerden über meine unverschämte lage oberhalb des erdgeschosses. die besonders dreisten fälle (die z.b. meine unterschrift fälschen) bekommen mittlerweile direkt eine strafanzeige.

    ich habe ja ein gewisses verständnis für den miesen job des paketzustellers, aber ich habe mittlerweile einfach die schnauze voll davon, für diese zustände das opfer zu spielen. und einfach irgendwo das paket fallenlassen oder gar die unterschrift zu fälschen, muss keiner!

  20. Re: Das löst nicht das Problem der unmotivierten, unterbezahlten Zusteller

    Autor: Agina 14.07.19 - 21:15

    Hotohori schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Stimmt, den Mist hatte ich tatsächlich nicht bedacht. Aber DHL will ja eh
    > nur noch ein Auslieferungsunternehmen pro Stadt nutzen, dann gäbe es hier
    > kein Konkurrenzkämpfe mehr und vielleicht würde es das besser machen.
    Ein Auslieferunternehmen pro Stadt würde das Problem in keinster Weise lösen sondern nur noch verstärken.
    Da darf die Stadt dann nicht einfach sagen, "wir beauftragen XYZ" sondern müsste das europaweit ausschreiben. Da gewinnt dann derjenige, der am günstigsten ist und damit der, der seinen Mitarbeitern am wenigsten bezahlt. Dazu käme noch, dass bei Problemen nicht einfach jemand anders beauftragt wird sondern erstmal angemahnt werden muss und hin und her und dann wird geklagt usw.
    Heute kannste wenn man mit Lieferdienst X schlechte Erfahrungen macht den Lieferdienst wechseln*, das ginge dann nichtmehr.

    *Im Zweifel halt bei nem anderen Shop bestellen, der nicht mit diesen ausliefert.

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