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"50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

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  1. "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: Eheran 21.10.19 - 14:11

    >Elektro-Tretroller produzierten aktuell 50 Prozent weniger CO2 als Pkw

    Ein PKW hat mit 6 Liter / 100km einen CO2-Ausstoß von knapp 14kg CO2 / 100km. Das entspricht einer Strommenge bei aktuellem Mix von etwa 26 kWh. 50% davon also 13 kWh. Und so ein Roller kommt mit 13kWh nur 100km weit? Das schaffen auch E-Autos, noch dazu bei den Geschwindigkeiten...?
    13kWh auf 100km bei einer typischen Geschwindigkeit von 20km/h sind 13kWh in 5h bzw. eine dauerhafte Leistung von 2600W. Wo soll all diese Leistung bitte hin? Mit nur 50W sollte man die 20km/h schon halten können. Bei 2600W würde man mit durchdrehenden Reifen starten und schnell bei >>50km/h sein.

    Daher meine Frage: Woher kommt die Aussage mit den 50% weniger als ein PKW? Das ist VIEL zu viel, es muss deutlich weniger als 50% sein.

  2. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: mr.fakir 21.10.19 - 14:38

    Ich denke es auch um den Resourcenverbrauch bei der Produktion im Zusammenhang mit der kurzen Lebensdauer und/oder die Emissionen der Lade-Fahrzeuge, die jede Nacht unterwegs sind und i.d.R. keine E-Autos sind.

  3. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: mifritscher 21.10.19 - 15:15

    Vermutlich ist tatsächlich das ständige Nachladen (und dafür das ständige einsammeln und wieder verteilen) das größte Problem.

  4. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: Eheran 21.10.19 - 15:31

    Okay, dann ist der Satz nur falsch formuliert. Nicht die Roller produzieren das CO2, sondern der Verwaltungsaufwand dahinter.

  5. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: derdiedas 21.10.19 - 15:34

    Bei einem eigenem Roller bist Du im Promille Bereich, wenn aber ein Anbieter das macht muss eine recht große IT am laufen gehalten werden, Büros sind auch nicht Co2 neutral und die Angestellten müssen auch ins Büro kommen. Und wenn Du alle Nebenleistungen eines Anbieters der damit auch noch Gewinne erwirtschaften will zusammenrechnest kommt da einiges zusammen.

    Deshalb halte ich von den ganzen Sharingdiensten auch nicht überzeugt, denn Fahrrad, E-Roller sind bei denen nur Bequemlichkeitsdienstleistungen die eher Fußgänger als Autofahrer umsteigen lassen.

    Wer einen eigenen E-Scooter kauft (die sind ja nicht gerade billig) wird die dann eher benutzen um etwas teureres zu ersetzen. Beim CarSharing wurde ja schon nachgewiesen das diese für die Umwelt eher toxisch sind.

    Gruß DDD

  6. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: JuneQWE 21.10.19 - 15:41

    50 Prozent mehr Knochenbrüche

  7. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: Peter Brülls 21.10.19 - 16:41

    derdiedas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Wer einen eigenen E-Scooter kauft (die sind ja nicht gerade billig) wird
    > die dann eher benutzen um etwas teureres zu ersetzen. Beim CarSharing wurde
    > ja schon nachgewiesen das diese für die Umwelt eher toxisch sind.

    Wurde es das? Eine kursorische Suche zeigt mir, dass dass den Free Floating Dingern nachgesagt wird, die zu spontanen Autofahren führen sollen.

    Ich habe nur indirekte Erfahrung stationsbasiertem Carsharing, welches ein Kollege benutzt, der – und dessen Frau – gar keinen Wagen mehr besitzen. Wie soll da die Bilanz schlechter sein als wenn sie einen eigenen Wagen benutzen, der ja auch erst mal hergestellt werden muss und dann Platz verbraucht.

    Ganz abgesehen davon, dass Wagenbesitz auch zu Wagenbenutzung führt – ich musste mich auch gestern auf ein wenig dazu überwinden, bei 35 Minuten durch leichten Regen zu radeln, für etwas, was ich ich in 25 Minuten trocken mit dem Wagen hätte haben können.

  8. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: flyhigh79 21.10.19 - 17:27

    Peter Brülls schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > derdiedas schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Wer einen eigenen E-Scooter kauft (die sind ja nicht gerade billig) wird
    > > die dann eher benutzen um etwas teureres zu ersetzen. Beim CarSharing
    > wurde
    > > ja schon nachgewiesen das diese für die Umwelt eher toxisch sind.
    >
    > Wurde es das? Eine kursorische Suche zeigt mir, dass dass den Free Floating
    > Dingern nachgesagt wird, die zu spontanen Autofahren führen sollen.

    Das dumme ist, dass "es wurde nachgewiesen" immer dann angenommen wird, wenn irgendwer eine "Studie" dazu veröffentlicht hat. Man muss dann die Studie sehr genau anschauen, um zu verstehen, was eigentlich "nachgewiesen" wurde und was lediglich "vermutet" werden kann. Und die Dinge, die dann tatsächlich "nachgewiesen" wurden, wurden dann genau für das eine Setting in dem Studie ansetzt nachgewiesen.
    So wurde ja auch schon "nachgewiesen", dass Elektroautos gar nicht weniger CO2 verursachen, als Verbrenner. Sogar der ADAC hat den Mist dann weiter verbreitet. Liest man die Studie dazu, kommt man aus dem Lachen nicht mehr heraus. Da werden dann diverse Annahmen in den Grundaufbau der Studie genommen, die einem Realitätscheck nicht stand halten. Also bei genannter Studie z.B. eine Akku-Lebensdauer von 150.000 km, bei einer Herstellergarantie von 160.000 km und ersten Erfahrungswerten die etwa auf das Dreifache hinauslaufen, bevor es dann in die Zweitverwendung geht, statt wie in der Studie auf die Müllkippe. Daür verbrauchen Verbrenner in der Studie das, was der Hersteller angibt.
    Nach dem gleichen Muster kann man ohne weiteres den CO2-Ausstoß bei einem eScooter auf 50% eines PKW hochprügeln. Nutzungsdauer niedriger ansetzen als im Praxisbetrieb erfolgt, Recyclingquote auf 0%, ungünstigen Strommix dazu. Dann wieder die sauberen Angaben der Autoindustrie für die andere Seite heranziehen und fertig.
    Und so verhält es sich auch mit dem (Free-Floating-)Carsharing. Wir, die wir es selbst nutzen, lachen über die Studien. Ich kenne mehrere Leute, die Carsharing nutzen. Von denen hatte ein gewisser Teil nie ein eigenes Auto, sondern hat sich immer eins geliehen bei Bedarf. Mein Auto habe ich abgeschafft als es alt war (5 Jahre) und dank Carsharing keinen Bedarf mehr gesehen, ein neues zu beschaffen, das ist jetzt gute 10 Jahre her. Und ja, ich bin auch schon Strecken gefahren, die ich nicht hätte fahren müssen - am Ziel sah' ich dann, was es gekostet hat... ist jetzt auch schon viele Jahre her, das ich das zuletzt gemacht habe. Man wird deutlich sensibler für die realen Kosten, wenn man sie nach jeder Fahrt auf dem Handy angezeigt bekommt. Und die "unnötigen" Strecken, die ich per Carsharing zurück gelegt habe, sind in der Summe ein winzig kleiner Bruchteil der Strecke, die ich in der Summe gebraucht hätte, mir jedes mal das Auto von meinen Eltern oder meinem Bruder zu leihen, 2x quer durch die halbe Stadt zu fahren nur um das Auto zu holen/bringen.
    Was die Studien bisher alle komplett ignorieren, ist das zusammenspiel der verschiedenen neuen Mobilitätsdienste - es wird immer nur eines herausgelöst betrachtet, dabei macht die Summe aller uns, die den persönlichen PKW zivilisatorisch überwunden haben, zu mobilen Menschen.

  9. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: mifritscher 21.10.19 - 20:49

    Wieso muss man das persönliche PKW bitteschön "zivilisatorisch überwinden"? Ist genauso bescheuert wie dieses bescheuerte "beyond meat". Hauptsache sich für was besseres halten. Und ein 5 Jahre junges Auto als "alt" zu bezeichnen zeigt euch so einiges.

    Es gibt viele Fälle, wo ein eigenes PKW einfach die einzige Möglichkeit darstellt. Das die Autoindustrie da viel völlig vermurkst hat (ständig mit Emotionen aufladen, immer größere und komplexere Kisten, E-Autos lange Zeit völlig verpennt, beim Dieselskandal völlig falsch reagiert etc.) steht auf nem anderen Blatt. Wenn heutzutage durchgängig Autos in Kei-Car Größe als kleine E-Autos fahren würden wäre das alles ein wesentlich kleineres Problem.

    Endlich die 125er Öffnungsklausel zu nutzen wäre schonmal ein Anfang.

  10. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw

    Autor: Pornstar 21.10.19 - 22:49

    Wieso ist beyond meat bescheuert? Weil es noch aus Amerika verschifft wird? Nächstes Jahr dann auch Produktion in Europa..

  11. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: Ely 22.10.19 - 10:11

    - Produktion in Asien mit entsprechend geringen Umweltstandards
    - Sehr kurze Lebensdauer (wenige Wochen)
    - Roller werden eingesammelt und wieder verteilt - mit Kleintransporter und Diesel
    - Geladen wird meist mit konventionellem Strommix

    Ich halte von den Dingern sowieso nichts. Das sind Spaßgeräte (Spaß machen die Roller, habe es natürlich probiert), aber keinesfalls ein ernstzunehmendes Verkehrsmittel. Entweder Rad oder Füße. Wo man mit den Rollern hinfährt, kann man auch gehen. Wer das aus gesundheitlichen Gründen nicht kann, ist auch nicht fähig, auf einem solchen Roller zu stehen und zu fahren.

    Unterm Strich emittiere ich mit meinem alten Prius weitaus weniger Dreck pro km als ein solcher Roller. Bis 2 km nutze ich die Füße, weil ich zu faul bin, wegen einer so kurzen Strecke das Rad aus dem Schuppen zu holen, darüber dann doch das Rad, erst wenn's weiter wird, das Auto. Im Jahr fahre ich nur noch etwa 1000 bis 1200 km mit dem PKW. Also eine Tankfüllung mit 45 Litern pro Jahr.

  12. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: Eheran 22.10.19 - 10:27

    >Unterm Strich emittiere ich mit meinem alten Prius weitaus weniger Dreck pro km als ein solcher Roller.
    Und wie kommst du jetzt darauf? Das wird dann ja noch absurder als die wenigstens 50% weniger CO2 des Rollers.

    >Im Jahr fahre ich nur noch etwa 1000 bis 1200 km mit dem PKW.
    Womit sämtlicher Aufwand der Herstellung des PKW, Wartung, Entsorgung usw., also des ganzen Autolebens, auf nur wenige km Fahrleistung verteilt werden und entsprechend neben dem Spritverbrauch einen großen Anteil am CO2 haben.

    >- Sehr kurze Lebensdauer (wenige Wochen)
    Wenige Wochen? Was kostet die Miete so eines Rollers dann bitte, dass es sich für den Hersteller noch rechnet für wenige Wochen?

  13. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: Ely 22.10.19 - 10:41

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Unterm Strich emittiere ich mit meinem alten Prius weitaus weniger Dreck
    > pro km als ein solcher Roller.
    > Und wie kommst du jetzt darauf? Das wird dann ja noch absurder als die
    > wenigstens 50% weniger CO2 des Rollers.

    Die Hybrid-Toyoten haben einen Motor nach dem Atkinson-Prinzip. Entsprechend sauber ist das Abgas, vergleichbar etwa mit Erdgas. Der langjährige Verbrauch, 13 Jahre habe ich die Kiste, liegt bei mir im Durchschnitt bei 4,2 Liter. Nach deinen Angaben oben mache ich dann deutlich weniger Dreck als ein solcher Roller, die realen Abgaswerte eines Prius II herangezogen. Diese sind auch nach 13 Jahren noch wie beim Neufahrzeug.

    > >Im Jahr fahre ich nur noch etwa 1000 bis 1200 km mit dem PKW.
    > Womit sämtlicher Aufwand der Herstellung des PKW, Wartung, Entsorgung usw.,
    > also des ganzen Autolebens, auf nur wenige km Fahrleistung verteilt werden
    > und entsprechend neben dem Spritverbrauch einen großen Anteil am CO2
    > haben.

    Das Auto habe ich vor 13 Jahren als Neuwagen gekauft, fuhr damals deutlich mehr km pro Jahr und das Auto wird wohl noch etwa zehn weitere Jahre genutzt. Eine extrem lange Nutzungsdauer für ein Alltagsauto. Es ist immer besser, alles so lang als irgend möglich zu nutzen, als neu zu kaufen. Das Fahrzeug ist da, läuft einwandfrei, darum sehe ich keinen Grund, es zu ersetzten, zumal das weder ökologisch, noch ökonomisch wäre. Ich habe sogar noch ein CarPlay-Radio einbauen lassen, weil eben noch viele weitere Jahre Nutzung angedacht sind.

    Die Wartung ist ein Witz, der Hybridanteil ist sowieso wartungsfrei, der Rest beschränkt sich auf Ölwechsel und alle 90.000 km neue Zündkerzen. Entsprechend billig ist die Wartung. Kleine Wartung 125 Euro, große Wartung 250 Euro. Die Hybridbatterie hat auch nach 13 Jahren noch volle Leistung.

    Und überlege mal, wie viele dieser Roller im Laufe von 13 Jahren benötigt werden, um die Strecke zu bewältigen, die ich mit dem Prius gefahren bin. Da wird sich die Rechnung aber noch deutlich weiter zum Nachteil des E-Scooters drehen. Die Dinger wachsen nicht auf den Bäumen.

    > >- Sehr kurze Lebensdauer (wenige Wochen)
    > Wenige Wochen? Was kostet die Miete so eines Rollers dann bitte, dass es
    > sich für den Hersteller noch rechnet für wenige Wochen?

    Die Miete ist nicht umsonst relativ hoch (kannst du ja bei den Anbietern nachschauen), deutlich teurer als für die gleiche Strecke den ÖPNV zu nutzen. Und dennoch ist das Geschäft nicht immer rentabel, wie Lime ja selbst sagt. Jetzt weißt du, warum.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.10.19 10:44 durch Ely.

  14. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: Eheran 22.10.19 - 10:57

    >Nach deinen Angaben oben mache ich dann deutlich weniger Dreck als ein solcher Roller
    Kannst du mir bitte deine Rechnung zeigen? Nach meiner Rechnung ist nämlich jeder PKW massiv schlechter als so ein Roller. Nach meiner Rechnung sollte so ein Roller nur etwa 1% des CO2 verursachen.

    >Es ist immer besser, alles so lang als irgend möglich zu nutzen, als neu zu kaufen.
    Solche Pauschalaussagen sind einfach nicht korrekt. Siehe etwa Autos (schmutziger Diesel vs. Elektro), Leuchtmittel (extrem ineffiziente Glühbirne vs. LED) oder Kühlschränke (energiehungrige vs. solche mit sehr viel besserer Isolation).

    >darum sehe ich keinen Grund, es zu ersetzten, zumal das weder ökologisch, noch ökonomisch wäre.
    Hast du es denn tatsächlich beides durchgerechnet oder ist das ein Gefühl von dir? Bei den Beispielen oben würde man bei beiden Kenngrößen einen positiven Effekt durch den Austausch, auch des Funktionierenden, feststellen.

    >Und überlege mal, wie viele dieser Roller im Laufe von 13 Jahren benötigt werden, um die Strecke zu bewältigen, die ich mit dem Prius gefahren bin.
    Überhaupt nicht vergleichbar. Ebenso absurd wie: Wie oft musst du mit deinem Prius fahren um die Leistung eines 40t LKW erreichen? Hat nunmal einen ganz anderen Einsatzzweck.

    >Da wird sich die Rechnung aber noch deutlich weiter zum Nachteil des E-Scooters drehen.
    Dann rechne es doch mal vor.

    >Jetzt weißt du, warum.
    Bislang habe ich die, meines Empfinden nach frei erfunde, sehr kurze Lebensdauer von wenigen Wochen von dir bekommen. Du kannst die Aussage aber gerne belegen.

  15. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: gadthrawn 22.10.19 - 11:26

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Nach deinen Angaben oben mache ich dann deutlich weniger Dreck als ein
    > solcher Roller
    > Kannst du mir bitte deine Rechnung zeigen? Nach meiner Rechnung ist nämlich
    > jeder PKW massiv schlechter als so ein Roller. Nach meiner Rechnung sollte
    > so ein Roller nur etwa 1% des CO2 verursachen.

    Also ich sehe es auch so. Wenn Anbieter ala Lime aussagen, dass die durchschnittliche Lebensdauer eines e-Rollers 3 Monate ist bevor er entsorgt wird, dann machst du damit sehr viel Dreck. ( "Oversharing" hat ja in Louisville, Kentucky die durchschnittliche Lebensdauer erfasst - da waren es.. 28 Tage. Da sind Limes 3 Monate schon lange).

    > >Es ist immer besser, alles so lang als irgend möglich zu nutzen, als neu
    > zu kaufen.
    > Solche Pauschalaussagen sind einfach nicht korrekt. Siehe etwa Autos
    > (schmutziger Diesel vs. Elektro), Leuchtmittel (extrem ineffiziente
    > Glühbirne vs. LED) oder Kühlschränke (energiehungrige vs. solche mit sehr
    > viel besserer Isolation).

    Diesel ist nicht so schmutzig wie er aktuell dargestellt wird.
    Abgesehen davon hast du bei dem Diesel wenn du ihn lange nutzt schon lange die produktionsbezogene Umweltverschmutzung drin. Das ist bei Elektrokarren eine Menge Dreck.

    Glühbirnen verbrauchen zwar im Betrieb, aber LEDs in der Produktion und Entsorgung. Ganz ehrlich - wir sind im Gang wieder auf Glühbirne zurück - LEDs sind da mit Schaltungen viel zu häufig kaputt gegangen und jetzt sind OSRAM Classic Glühbirne 100Watt drin - wieder seit ein paar Jahren ohne dauernd neu Müll zu machen.

    Wohnzimmer hatten wir (in einer nach Beschreibung LED geeigneten Lampe) Halogen durch LED ersetzt. In 3 Jahren wurde eigentlich jede Birne etwa 4 mal getauscht. Seit 2 Jahren sind wieder Halogen drin. Ohne weiteren Tausch.

    > >darum sehe ich keinen Grund, es zu ersetzten, zumal das weder ökologisch,
    > noch ökonomisch wäre.
    > Hast du es denn tatsächlich beides durchgerechnet oder ist das ein Gefühl
    > von dir? Bei den Beispielen oben würde man bei beiden Kenngrößen einen
    > positiven Effekt durch den Austausch, auch des Funktionierenden,
    > feststellen.

    Der Effekt kommt nur nie. Wenn man jedes vor Ende der Lebensdauer tauscht, hat man neuen Müll produziert. Wenn die Einsparung nach 10 Jahren da wäre - gibt es schon längst etwas neues und man würde nach deiner Argumentation alle 4 - 5 Jahre etwas funktionierendes ersetzen.

    Unser Gefrierschrank hat 800 ¤ gekostet. Würde ich einen moderneren nach 4 Jahren kaufen müsste ich also die 800 Euro in 4 Jahren einsparen. Also müsste der pro Jahr 689 kWh sparen um ökonomisch durchzugehen. Sorry das geht lange nicht auf.

  16. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: Eheran 22.10.19 - 14:18

    Wenn die Roller ernsthaft nur so kurz halten, dann ist das natürlich einfach lächerlich...

    >In 3 Jahren wurde eigentlich jede Birne [LED] etwa 4 mal getauscht.
    Das ist heftig. Bei mir hatte bislang in den letzten 5 Jahren nur eine einzige LED einen Defekt, das war eine vor zig Jahren zu Testzwecken gekaufte, billige no-name LED. Alle anderen laufen.
    Liegt da vielleicht ein Problem mit der Verkabelung vor? Ich meine mal gehört zu haben, dass sowas dann bei LEDs entsprechend auffällt.

    >Glühbirne 100Watt drin - wieder seit ein paar Jahren ohne dauernd neu Müll zu machen.
    Man sieht den Müll halt nicht, trotzdem ist er da. 100W Glühbirne statt 10W LED macht 90W extra bzw. (mit 500g CO2 pro kWh aktueller Strommix) 45g CO2 pro Stunde zusätzlich.

    Und da es 8,1kWh pro kg Kohle sind, mit 40% Wirkungsgrad im Kraftwerk dann 3,2kWh Strom, und etwa 1000g CO2 pro kWh (also grob 50% Anteil am Strommix)... pro Stunde zusätzliche 15g Kohle, die verbrannt werden.

    Eine Glühbirne mit 100W im Winter 10h eingeschaltet macht also schon ein virtuelles Häufchen von 150g Kohle, das zusätzlich verbrannt werden muss, wobei 450g zusätzliches CO2 freigesetzt werden.

    Zum Gefrierschrank: Nach 4 Jahren wäre es natürlich Unsinn. Aber ein Gefrierschrank geht nicht schon nach 4 Jahren kaputt. Die halten normal problemlos 20 Jahre, und genau daher sind dann viele Jahre unnötig ineffizient. 800¤ auf 10 Jahre macht 80¤/a bzw. grob 300kWh/a nötiges einsparen. Ein sehr großer (800¤, also 360L Klasse) A+++ Gefrierschrank braucht grob 200kWh/a. Damit rechnet er sich auf 10 Jahre, wenn der alte mehr als 500kWh/a braucht. Klasse A braucht ~2,5x so viel wie A+++, womit es sich dann also nach 10 Jahren rechnet, wenn der alte Klasse A ist. Ist der alte schlechter als A, dann rechnet es sich entsprechend schneller: Bei B nach 5,5 Jahren, C nach 4 Jahren. Hingegen bei A+ erst nach 13 Jahren und A++ zu ersetzen würde sich quasi nie rechnen.

    --> Alles, was schlechter als A ist, sollte man sofort austauschen.

  17. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: lestard 22.10.19 - 16:18

    "Nachgewiesen" ist immer eine schwierige Formulierung. Ich habe (ohne jetzt Quellenangaben liefern zu können) von 2 Sachverhalten gelesen:
    1) Soll der Anstieg des Verkehrs in San-Francisco wohl recht stark korrelieren mit der Verbreitung von Fahr-Diensten wie Uber und Lyft bzw. Free-Floating-Car-Sharing. Gleichzeitig gingen die Fahrgastzahlen der öffentlichen Verkehrsmittel (z.B. die BART-Bahn vom Flughafen in die City) stark zurück. Die Leute fahren heute also mehr Auto und weniger Bahn weil es das Angebot gibt.

    2) Habe ich von Umfragen unter Großstadt-Bewohnern gelesen, die in eine ähnliche Richtung gehen. Viele Nutzer von Free-Floating-Car-Sharing sind früher mit der U-Bahn oder S-Bahn gefahren und nutzen dafür heute Car-Sharing. Das heißt, dass Car-Sharing nicht (nur) in Konkurrenz zum Autobesitz geht, sondern auch eine beträchtliche Konkurrenz zum ÖPNV darstellt. Langfristig besteht dann die Gefahr, dass die Finanzierung des ÖPNV schlechter wird, wodurch die Leistungen gekürzt werden, wodurch das Car-Sharing noch attraktiver wird, wodurch mehr Car-Sharing-Autos angeschafft werden.

    Ob diese beiden Argumentationen tatsächlich so zutreffen kann ich nicht direkt beurteilen. Es kommt mir aber durchaus nachvollziehbar und bedenkenswert vor.

  18. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: tco 22.10.19 - 22:02

    flyhigh79 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >...
    > Was die Studien bisher alle komplett ignorieren, ist das zusammenspiel der
    > verschiedenen neuen Mobilitätsdienste - es wird immer nur eines
    > herausgelöst betrachtet, dabei macht die Summe aller uns, die den
    > persönlichen PKW zivilisatorisch überwunden haben, zu mobilen Menschen.

    Dein ganzer Post war gut! Aber das letzte Statement ist besonders gelungen, bravo und +1!

    Ist sicher abhängig von den persönlichen Lebensumständen, ob und wie leicht man das „zivilisatorisch überwinden“ kann. Aber es sollte nicht von irgendwelchen Lebensumständen abhängig sein, sich das einfach mal vorzustellen!

  19. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: mifritscher 23.10.19 - 02:33

    Und als nächstes wird das eigene Haus, der eigene Rechner, die eigenen Daten etc. abgeschafft. Tolle Vorstellung.






    Nicht.

    Und mit genau solchen Aussagen wie „zivilisatorisch überwinden“ sagt man deutlich, dass man sich für was besseres hält. Und spaltet nebenbei die Gesellschaft.

  20. Re: "50 Prozent weniger CO2 als Pkw"

    Autor: tco 23.10.19 - 08:13

    mifritscher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und als nächstes wird das eigene Haus, der eigene Rechner, die eigenen
    > Daten etc. abgeschafft. Tolle Vorstellung.
    >
    > Nicht.
    >
    > Und mit genau solchen Aussagen wie „zivilisatorisch überwinden“
    > sagt man deutlich, dass man sich für was besseres hält. Und spaltet
    > nebenbei die Gesellschaft.

    Lies doch das mit den Lebensumständen noch mal...

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