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Wieder mal?

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  1. Re: Wieder mal?

    Autor: DeathMD 08.03.19 - 14:56

    Sollte es aber nicht auch Aufgabe der Gewerkschaft sein, die Arbeitnehmer darüber zu informieren, ob eine Forderung überhaupt Sinn macht und welche negativen Konsequenzen das festhalten an solchen haben kann?

    Du gibst ja selbst schon ein Bsp., du kennst Personen, die deshalb nicht mehr bei Amazon bestellen. Wenn die jetzt eine kritische Masse erreichen, weil sie das in den Medien gehört haben, ohne dort das nötige Hintergrundwissen zu bekommen, dann könnte Amazon auf die Idee kommen, die Standorte in D zu schließen und den Bereich von anderen Logsitikzentren abwickeln zu lassen, weil der Umsatz für eigene Zentren einfach zu gering wurde. Was hat der Arbeitnehmer oder Verdi dann davon, wenn sie plötzlich arbeitslos sind? Gut... immerhin ist der Tarif dort eindeutig geregelt...

    BRAWNDO: The Thirst Mutilator

    It's got Electrolytes

  2. Re: Wieder mal?

    Autor: nightmar17 08.03.19 - 15:34

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > DeathMD schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Nein, sie arbeiten für die Amazon Logistics GmbH
    >
    > Und die arbeitet für den Einzelhändler Amazon, also nicht "nein".

    Also arbeitet meine Firma auch für den Einzelhandel, weil wir Aufträge für die ausführen?
    Warum haben wir dann nicht deren Tarif?
    Es gab schon bessere Trolle vor dir.

  3. Re: Wieder mal?

    Autor: narfomat 08.03.19 - 15:34

    >Sollte es aber nicht auch Aufgabe der Gewerkschaft sein, die Arbeitnehmer darüber zu informieren, ob eine Forderung überhaupt Sinn macht und welche negativen Konsequenzen das festhalten an solchen haben kann?

    auf jeden fall. darum ist ja grade auch verdi, nicht zuletzt WEGEN der amazon-streik vs. logistik-tarif, mit diesen aktionen umstritten, und hat nicht grade das eigene image verbessert.

    >Du gibst ja selbst schon ein Bsp., du kennst Personen, die deshalb nicht mehr bei Amazon bestellen. Wenn die jetzt eine kritische Masse erreichen, weil sie das in den Medien gehört haben, ohne dort das nötige Hintergrundwissen zu bekommen, [...]

    stop. das impliziert das diese menschen nicht das nötige hintergrundwissen haben. das ist aber nicht zwangsläufig der fall. das können die schon haben.
    die denken in gewissen punkten auch genauso wie ich, nur in anderen punkten eben nicht, und kommen darum zu anderen schlüssen.
    und dieser eine punkt betrifft eben meine einstellung zu SELBSTBESTIMMUNG vs MORAL.

    ich bin der meinung, jeder der bei amazon arbeitet, macht das freiwillig. genauso wie ich freiwillig mich entscheide, unter "üblichem" stundensatz eine arbeit zu leisten, ODER EBEN NICHT! wenn ichs NICHT mache, verdiene ich damit auch nicht WENIGER, sondern genau NULL euro. warum mach ich das? weil ich lohndumping in meiner branche vermeiden will.

    gibts dann aber jemanden anders, ders dann für eben diesen von mir abgelehnten "unüblichen" stundensatz macht, dann ist diese arbeit (egal ob von mir ausgeführt oder nicht) möglicherweise einfach nicht mehr wert, oder jemandem anderes gehts deutlich schlechter als mir, warum sollte also der dann den job nicht machen.... und DAS ist der punkt. es geht nun mal global formuliert fast JEDEM auf der welt deutlich schlechter als einem durchschnittlichen deutschen... ^^

    meine denkweise: machen also die amazonarbeiter den job nicht mehr für das geld, dann macht entweder amazon den laden zu, ODER jemand anders kommt und machts für den stundensatz... was heisst das? die arbeit ist einfach möglicherweise nicht mehr wert.
    das ist lieberalismus. und so eine einstellung vertreten (streitbar zum glück, oder eben nicht) andere menschen (oben genannte) eben NICHT unbedingt.

    die sind schon der meinung, das arbeit mind. so oder so vergütet werden SOLLTE, egal für welche menschen.
    ich sag NICHT das ich nicht auch für mindestlohn bin, das bin ich.
    ich bin auch dafür das der mind.-lohn mehr als 8.50 beträgt.
    aber das der mindestlohn mehr als 10euro pro stunde beträgt, in dem fall für eine ungelernte lagertätigkeit, der meinung bin ich nicht.
    und das ist nun mal das was amazon lagerarbeiter bekommen.

    DESHALB gibts leute die es nach wie vor (nachdem sie wirklich drüber nach gedacht haben) moralisch für vertretbar halten, bei amazon einzukaufen (ich gehör dazu) und leute, die der meinung sind es ist moralisch NICHT vertretbar.

    das hat nicht ZWANGSLÄUFIG mit uninformiert zu tun.

    MORALISCH könnte man nämlich sagen, versandhändler alternate (wieder das beispiel, k.a. ob das korrekt ist) sourced seine lagerarbeiter nicht aus und bezahlt die besser, darum kauf ich meinen USBstick bei alternate und nicht bei amazon.
    klingt logisch? irgendwie schon. =)

    > dann könnte Amazon auf die Idee kommen, die Standorte in D zu schließen und den Bereich von anderen Logsitikzentren abwickeln zu lassen, weil der Umsatz für eigene Zentren einfach zu gering wurde.

    KORREKT. genau das könnte passieren. ich glaub nicht das das besser wäre...

    >Was hat der Arbeitnehmer oder Verdi dann davon, wenn sie plötzlich arbeitslos sind?
    nix. der meinung bin ich auch.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 08.03.19 15:39 durch narfomat.

  4. Re: Wieder mal?

    Autor: nightmar17 08.03.19 - 15:36

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Tigtor schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > narfomat schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > > ab und zu mal für bessere arbeitsbedingungen streiken (egal, wie gut
    > oder
    > > > schlecht die aktuell sind) kann auf jeden fall NICHT schaden... daher:
    > > >
    > > > >Sinnlos!
    > > > >Ja, das vielleicht.
    > > >
    > > > eher nicht sinnlos...
    > >
    > > Naja, nach ca 6 Jahren ohne nennenswerten Erfolg könnte man zumindest
    > mal
    > > darüber nachdenken den Hebel eventuell woanders anzusetzen.
    >
    > Oder man beruft sich auf die alte Weisheit, dass steter Tropfen den Stein
    > höhlt.
    >
    > Zumal Amazon in letzter Zeit zunehmend nervös wird und sogar (vergebens)
    > Geld für ziemlich blöde Gerichtsverfahren zum Fenster rauswirft, etwa in
    > dem Fall der Parkplatzblockaden.

    Amazon wird sogar noch weitere Milliarden ausgeben. Nur nach diesen Ausgaben wird es nur noch wenig Lagerarbeiter geben und mehr Roboter.
    Zusätzlich werden wir mehr aus dem Ausland beliefert.

  5. Re: Wieder mal?

    Autor: demon driver 08.03.19 - 15:38

    narfomat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > das die forderung von verdi unbesehen dessen nun mal OFFENSICHTLICH (machen
    > die ja nicht seit gestern) NICHT DURCHSETZBAR ist (weil amazon nun
    > malrechtlich vollkommen korrekt handelt, arbeiter sind bei der amazon
    > logistics, die als geschäftszweck logistik hat, angestellt und TUN auch
    > genau das, nämlich sich um logistik kümmern), ändert daran nix

    Es gibt keinen "rechtlichen" Grund, aufgrund dessen hier irgendwas "nicht durchsetzbar" wäre. Hier gibt es nur die Vertragsfreiheit. Und es spielt dafür nicht mal notwendig eine Rolle, ob das zum Amazon-Konzern gehörende Einzelunternehmen "Amazon Logistics" sich berechtigt oder nur zum Schein Logistikunternehmen nennt, was man z.B. genau so feststellen könnte, wenn es ausschließlich für Amazon arbeiten würde und außer von der formalen Verfasstheit her in keinster Weise von einer Amazon-Abteilung unterschiede, bei der die Zugehörigkeit zum Einzelhandel überhaupt nicht in Frage stünde.

    Und dann stellt sich nämlich ganz unmittelbar die Frage, warum die Leute im ausgegliederten Unternehmen weniger verdienen sollen, nur weil es formal ausgegliedert wurde.

  6. Re: Wieder mal?

    Autor: demon driver 08.03.19 - 15:41

    nightmar17 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > Tigtor schrieb:
    > > ---------------------------------------------------------------------------
    > > > narfomat schrieb:
    > > > ---------------------------------------------------------------------------
    > > > > ab und zu mal für bessere arbeitsbedingungen streiken (egal, wie gut oder
    > > > > schlecht die aktuell sind) kann auf jeden fall NICHT schaden.. daher:
    > > > >
    > > > > >Sinnlos!
    > > > > >Ja, das vielleicht.
    > > > >
    > > > > eher nicht sinnlos...
    > > >
    > > > Naja, nach ca 6 Jahren ohne nennenswerten Erfolg könnte man zumindest mal
    > > > darüber nachdenken den Hebel eventuell woanders anzusetzen.
    > >
    > > Oder man beruft sich auf die alte Weisheit, dass steter Tropfen den Stein
    > > höhlt.
    > >
    > > Zumal Amazon in letzter Zeit zunehmend nervös wird und sogar (vergebens)
    > > Geld für ziemlich blöde Gerichtsverfahren zum Fenster rauswirft, etwa in
    > > dem Fall der Parkplatzblockaden.
    >
    > Amazon wird sogar noch weitere Milliarden ausgeben. Nur nach diesen
    > Ausgaben wird es nur noch wenig Lagerarbeiter geben und mehr Roboter.
    > Zusätzlich werden wir mehr aus dem Ausland beliefert.

    Fortschritt lässt sich auch durch Inkaufnahme niedriger Löhne nicht verhindern.

    Wie schlecht sollen Löhne und Arbeitsbedingungen deiner Meinung nach werden dürfen, um Automatisierung und Kapitalflucht zu verhindern?

  7. Re: Wieder mal?

    Autor: demon driver 08.03.19 - 15:43

    nightmar17 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > DeathMD schrieb:
    > > ---------------------------------------------------------------------------
    > > > Nein, sie arbeiten für die Amazon Logistics GmbH
    > >
    > > Und die arbeitet für den Einzelhändler Amazon, also nicht "nein".
    >
    > Also arbeitet meine Firma auch für den Einzelhandel, weil wir Aufträge für
    > die ausführen?
    > Warum haben wir dann nicht deren Tarif?
    > Es gab schon bessere Trolle vor dir.

    Wenn du den Unterschied zwischen dem Sachverhalt hinter meiner und dem hinter deiner Behauptung nicht findest, dann tut es mir leid. Für dich.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 08.03.19 15:44 durch demon driver.

  8. Re: Wieder mal?

    Autor: narfomat 08.03.19 - 15:47

    >Es gibt keinen "rechtlichen" Grund, aufgrund dessen hier irgendwas "nicht durchsetzbar" wäre. Hier gibt es nur die Vertragsfreiheit. Und es spielt dafür nicht mal notwendig eine Rolle, ob das zum Amazon-Konzern gehörende Einzelunternehmen "Amazon Logistics" sich berechtigt oder nur zum Schein Logistikunternehmen nennt, was man z.B. genau so feststellen könnte, wenn es ausschließlich für Amazon arbeiten würde und außer von der formalen Verfasstheit her in keinster Weise von einer Amazon-Abteilung unterschiede, bei der die Zugehörigkeit zum Einzelhandel überhaupt nicht in Frage stünde.

    korrekt. richtig formuliert. mir gings darum das sich amazon zumindest rechtlich korrekt verhält, denn sonst wäre nämlich GENAU DAS passiert was du gesagt hast, irgendjemand hätte festgestellt das amazon logistics kein eigenständiges unternehmen ist und alle angestellten da würden sowieso nach versandhandeltarif bezahlt werden. aber es ist eben ein unterschied ob man AUCH andere kunden hat und das so vermeidet, oder AUCH andere kunden hat, die tatsächlich das überleben der firma sicherstellen sollte der eigentliche geschäftszweck (nämlich logistik für amazon) wegbrechen (natürlich rein hypothetischer unfug). daher ist die vermutung sicher naheliegend, amazon logistics geht insolvent wenn amazonTM insolvent geht.

    das ist aber wohl für die rechtl. beurteilung, was amazon logistics ist, eben nicht massgebend.

    >Und dann stellt sich nämlich ganz unmittelbar die Frage, warum die Leute im ausgegliederten Unternehmen weniger verdienen sollen, nur weil es formal ausgegliedert wurde.

    naja die stellt sich eben rechtlich NICHT weil amazon logistics offensichtlich alle rechtlichen vorgaben erfüllt, ein eigenständiges unternehmen mit dem geschäftszweck "logistik" zu sein.


    ...und das hat natürlich nix mit darüber hinaus gehenden tarif-vereinbarungen und streiks zu tun.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 08.03.19 15:51 durch narfomat.

  9. Re: Wieder mal?

    Autor: Sharra 08.03.19 - 16:53

    Es geht doch Verdi überhaupt nicht um die Leute. Verdi geht es, wie meiner Meinung nach immer, nur um die eigene Macht.
    Erinnert sich noch jemand an das Debakel um SAP und den Betriebsrat? Dort wollte Verdi auch nur, mit aller Gewalt, reinkommen.
    Und bei Amazon ist es wohl das gleiche. Sie wollen einen Fuß in die Geschäfte des größten Onlinehändlers bekommen.

  10. Re: Wieder mal?

    Autor: Anonymer Nutzer 09.03.19 - 08:35

    narfomat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ab und zu mal für bessere arbeitsbedingungen streiken (egal, wie gut oder
    > schlecht die aktuell sind) kann auf jeden fall NICHT schaden... daher:
    Doch, zum Beispiel der grundlegenden Idee von Streiks. ich erinnere gerne mal an "Der Hirtenjunge und der Wolf", verdi ist hier der kleine nervige Hirtenjunge.

    > eher nicht sinnlos...
    Stimmt, ist gute Werbung für verdi, die meisten hinterfragen es leider nicht.

  11. Re: Wieder mal?

    Autor: crazypsycho 09.03.19 - 10:32

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Sinnlos!
    > > Ja, das vielleicht.
    >
    > Wer nicht bei Amazon arbeitet und gute Arbeitsbedingungen und gutes Geld
    > hat, klar, für den mag das sinnlos sein, aber dessen aus dieser Perspektive
    > heraus verfasstes Null-Statement ist im Kontext des Themas zweifellos
    > wesentlich sinnloser, denn das hilft garantiert niemandem.

    Streiks an sich sind nicht immer sinnlos, was Verdi macht aber schon.
    Denn was Verdi macht, hilft niemanden.
    Gut vor paar Jahren waren die Arbeitsbedingungen noch nicht ideal, aber da hat Amazon ja nachgebessert.

    Wirklich helfen würde Verdi, wenn sie sich um eine Tarifangleichung bemühen würden und nicht einen reinen Logistiker in den Einzelhandelstarif zu bringen.

  12. Re: Wieder mal?

    Autor: fanreisender 09.03.19 - 14:47

    > Oder man beruft sich auf die alte Weisheit, dass steter Tropfen den Stein
    > höhlt.

    Bleibt bei dem - oft bewährten - Sprichwort die Frage offen: wer ist Tropfen und wer ist Stein?
    Selbstverständlich steht den Mitarbeitern der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen zu. Die permanente Frage "Logistik" oder "Einzelhandel" ist dabei unerheblich. Man nimmt, was man bekommen kann, nicht nur als Mitarbeiter bei Amazon. Dem Unternehmen steht im Gegenzug natürlich frei, beispielsweise die Automatisierung voranzutreiben.
    Das Gleichgewicht hat sich mittlerweile Jahrzehnte bewährt. Wie wird das im konkreten Fall weitergehen? Ganz so einfach ist eine Prognose nicht. Natürlich sprechen wir von einer Tätigkeit, die wenig Qualifikation erfordert. Auf der anderen Seite aber die praktisch perfekte Anpassungsfähigkeit unserer Gliedmaßen.

    Schlecht zu sagen, die Streiks erzeugen natürlich einen Leidensdruck Richtung Automatisierung.

  13. Re: Wieder mal?

    Autor: fanreisender 09.03.19 - 14:52

    > Die Leute arbeiten nicht angeblich, sondern real für einen Einzelhändler,
    > denn Amazon ist genau das, und das tun sie, auch wenn sie formal bei einem
    > ausgegliederten Logistik-Subunternehmen angestellt sind.

    Das ist doch völlig wurst. Diese ganzen Oberbegriffe sollen doch lediglich die Verhandlungen vereinfachen. Damit solche Formeln wirken, müssen beide Seiten ihre Zustimmung zu solchen vereinfachenden Schemen geben. Soll heißen, Amazon muss irgendeinem Arbeitgeberverband beitreten. Sind sie nicht. Das hat Vor- und Nachteile. Jedenfalls greift der Automatismus, irgendwo erkämpfte Ergebnisse zu übernehmen nicht.

  14. Re: Wieder mal?

    Autor: fanreisender 09.03.19 - 15:01

    > Wer nicht bei Amazon arbeitet und gute Arbeitsbedingungen und gutes Geld
    > hat, klar, für den mag das sinnlos sein, aber dessen aus dieser Perspektive
    > heraus verfasstes Null-Statement ist im Kontext des Themas zweifellos
    > wesentlich sinnloser, denn das hilft garantiert niemandem.

    Es geht doch nicht darum, den Amazon-Mitarbeitern ihren Teil am Kuchen nicht zu gönnen. Wir alle versuchen, für uns herauszuschlagen, was irgendwie geht.
    Dabei gibt es halt Randbedingungen. Natürlich kann ich als Selbständiger versuchen, einem Kunden 500 ¤/h in Rechnung zu stellen. Die Ernüchterung sollte schnell erfolgen. Bei Amazon hat ver.di 2013 ein sehr gutes Zeitfenster mit überzogenen Forderungen leichtfertig (oder in Überschätzung ihrer Macht) vergeben und agiert m.E. seitdem als Rumpelstilzchen.
    Ein erfolgversprechenderer Weg dürfte mühseliger sein. Der erste - und wahrlich mühsame - Schritt wäre der Aufbau einer größeren Mitgliederbasis.

  15. Re: Wieder mal?

    Autor: demon driver 09.03.19 - 15:04

    crazypsycho schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > > Sinnlos!
    > > > Ja, das vielleicht.
    > >
    > > Wer nicht bei Amazon arbeitet und gute Arbeitsbedingungen und gutes Geld
    > > hat, klar, für den mag das sinnlos sein, aber dessen aus dieser Perspektive
    > > heraus verfasstes Null-Statement ist im Kontext des Themas zweifellos
    > > wesentlich sinnloser, denn das hilft garantiert niemandem.
    >
    > Streiks an sich sind nicht immer sinnlos, was Verdi macht aber schon.
    > Denn was Verdi macht, hilft niemanden.

    Die Beurteilung steht dir dann zu, wenn die Auseinandersetzung vorbei ist und Gewinner und Verlierer feststehen. Soweit ist es noch nicht.

    > Gut vor paar Jahren waren die Arbeitsbedingungen noch nicht ideal, aber da
    > hat Amazon ja nachgebessert.

    Die Arbeitsbedingungen bei Amazon sind auch weiterhin weit davon entfernt, "ideal" zu sein.

    > Wirklich helfen würde Verdi, wenn sie sich um eine Tarifangleichung bemühen
    > würden und nicht einen reinen Logistiker in den Einzelhandelstarif zu
    > bringen.

    Wer sagt denn, dass ver.di da nicht dran arbeitet? Ver.di ist doch nicht nur bei Amazon aktiv.

    Im öffentlichen Dienst der Länder, wo die Bezahlung für gleiche Tätigkeiten gegenüber Bund und Kommunen massiv zurückgeblieben war, hat man jetzt mal wieder einen ordentlichen Abschluss geschafft und den Abstand verringert, besonders für die untersten Entgeltgruppen, deren Lebensabend längst auch trotz öffentlichem Dienst von Altersarmut bedroht ist.

    Im Bereich der echten Logistik, wo ein Logsitikunternehmen nicht nur das ausgegliederte Lager- und Transportwesen eines einzelnen Großunternehmens ist, ist ver.di doch auch nicht untätig. Durch die rechtlich dort möglichen, mindestens scheinselbständigkeitsähnlichen Konstruktionen mit zahlreichen Subunternehmen, die da tätig sind, ist das nur leider immer schwieriger geworden, denn ohne eine kritische Masse von streikbereiten Mitgliedern kann eine Gewerkschaft nun mal nichts ausrichten.

    Im Übrigen wäre ein Sieg bei Amazon die beste Voraussetzung für künftige Verbesserungen im Logsitiktarif. Denn DANN, aber erst dann, könnte man den Spieß umdrehen und sagen, wenn egal wo in der Logistikbranche jemand das macht, was die Leute bei Amazon machen, dann sollte das auch nicht schlechter bezahlt werden.

  16. Re: Wieder mal?

    Autor: demon driver 09.03.19 - 15:07

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es geht doch Verdi überhaupt nicht um die Leute. Verdi geht es, wie meiner
    > Meinung nach immer, nur um die eigene Macht.
    > Erinnert sich noch jemand an das Debakel um SAP und den Betriebsrat? Dort
    > wollte Verdi auch nur, mit aller Gewalt, reinkommen.
    > Und bei Amazon ist es wohl das gleiche. Sie wollen einen Fuß in die
    > Geschäfte des größten Onlinehändlers bekommen.

    Gähn. Und wozu braucht eine Gewerkschaft Macht? Um die Interessen der Mitglieder, mithin der organisierten Beschäftigten und damit letztlich aller Beschäftigten, besser durchsetzen zu können.

    Dieser Vorwurf "nur um die eigene Macht" ist so alt, wie er dumm ist.

  17. Re: Wieder mal?

    Autor: crazypsycho 09.03.19 - 16:15

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > crazypsycho schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > demon driver schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > > > Sinnlos!
    > > > > Ja, das vielleicht.
    > > >
    > > > Wer nicht bei Amazon arbeitet und gute Arbeitsbedingungen und gutes
    > Geld
    > > > hat, klar, für den mag das sinnlos sein, aber dessen aus dieser
    > Perspektive
    > > > heraus verfasstes Null-Statement ist im Kontext des Themas zweifellos
    > > > wesentlich sinnloser, denn das hilft garantiert niemandem.
    > >
    > > Streiks an sich sind nicht immer sinnlos, was Verdi macht aber schon.
    > > Denn was Verdi macht, hilft niemanden.
    >
    > Die Beurteilung steht dir dann zu, wenn die Auseinandersetzung vorbei ist
    > und Gewinner und Verlierer feststehen. Soweit ist es noch nicht.

    Natürlich steht mir eine Beurteilung zu. 6 Jahre geht Verdi nun schon den falschen Weg, ohne es einzusehen. Der richtige Weg wäre, die beiden Tarife anzugleichen. Das würde eher helfen.
    Im Grund hat Verdi schon verloren.

    > > Gut vor paar Jahren waren die Arbeitsbedingungen noch nicht ideal, aber
    > da
    > > hat Amazon ja nachgebessert.
    >
    > Die Arbeitsbedingungen bei Amazon sind auch weiterhin weit davon entfernt,
    > "ideal" zu sein.

    Was genau passt denn nicht?

    > > Wirklich helfen würde Verdi, wenn sie sich um eine Tarifangleichung
    > bemühen
    > > würden und nicht einen reinen Logistiker in den Einzelhandelstarif zu
    > > bringen.
    >
    > Wer sagt denn, dass ver.di da nicht dran arbeitet? Ver.di ist doch nicht
    > nur bei Amazon aktiv.

    Verdi vergeudet Ressourcen mit Amazon. Und würde sich Verdi bemühen die Tarife anzugleichen, würde man davon ja auch mal was in den Medien hören.

    > Im öffentlichen Dienst der Länder, wo die Bezahlung für gleiche Tätigkeiten
    > gegenüber Bund und Kommunen massiv zurückgeblieben war, hat man jetzt mal
    > wieder einen ordentlichen Abschluss geschafft und den Abstand verringert,
    > besonders für die untersten Entgeltgruppen, deren Lebensabend längst auch
    > trotz öffentlichem Dienst von Altersarmut bedroht ist.

    Das Verdi auch mal Erfolge feiert, mag ich nicht bestreiten. Aber bei Amazon glänzen sie mit Inkompetenz und zerstören den Ruf der Gewerkschaften.

    > Im Bereich der echten Logistik, wo ein Logsitikunternehmen nicht nur das
    > ausgegliederte Lager- und Transportwesen eines einzelnen Großunternehmens
    > ist, ist ver.di doch auch nicht untätig. Durch die rechtlich dort
    > möglichen, mindestens scheinselbständigkeitsähnlichen Konstruktionen mit
    > zahlreichen Subunternehmen, die da tätig sind, ist das nur leider immer
    > schwieriger geworden, denn ohne eine kritische Masse von streikbereiten
    > Mitgliedern kann eine Gewerkschaft nun mal nichts ausrichten.

    Das ist falsch. Auch ohne Streik kann eine Gewerkschaft viel erreichen.
    Gerade bei den Scheinselbständigen Konstruktionen ein leichtes. Einfach mal mit Mitarbeitern sprechen, diese als Zeuge angeben und Strafanzeige stellen.
    Hat Verdi nicht interessiert.
    Wenigstens hat dieses Jahr der Staat bei den Paketdiensten mal Razzien durchgeführt. Aber da hat Verdi nichts mit zutun.

    > Im Übrigen wäre ein Sieg bei Amazon die beste Voraussetzung für künftige
    > Verbesserungen im Logsitiktarif. Denn DANN, aber erst dann, könnte man den
    > Spieß umdrehen und sagen, wenn egal wo in der Logistikbranche jemand das
    > macht, was die Leute bei Amazon machen, dann sollte das auch nicht
    > schlechter bezahlt werden.

    Wie kommst du auf sowas? Alle anderen Mitarbeiter von Logistikunternehmen würden weiter nach Logistik-Tarif bezahlt werden. Egal was Amazon Logistik bezahlt.
    Amazon sagt ja derzeit, dass sie übertariflich zahlen, was ja auch den Tatsachen entspricht.
    Gleicht man aber die Tarife an, könnte sich Amazon damit nicht mehr rausreden.

  18. Re: Wieder mal?

    Autor: crazypsycho 09.03.19 - 16:35

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > nightmar17 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > demon driver schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > > DeathMD schrieb:
    > > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > > > Nein, sie arbeiten für die Amazon Logistics GmbH
    > > >
    > > > Und die arbeitet für den Einzelhändler Amazon, also nicht "nein".
    > >
    > > Also arbeitet meine Firma auch für den Einzelhandel, weil wir Aufträge
    > für
    > > die ausführen?
    > > Warum haben wir dann nicht deren Tarif?
    > > Es gab schon bessere Trolle vor dir.
    >
    > Wenn du den Unterschied zwischen dem Sachverhalt hinter meiner und dem
    > hinter deiner Behauptung nicht findest, dann tut es mir leid. Für dich.

    Dich stört also, dass beide Unternehmen zum selben Mutterkonzern gehören?
    Und du findest, dass Hermes auch zum Einzelhandel gehört, weil Hermes zu Otto gehört?

    Es ist eigentlich ganz einfach. Amazon Logistik ist ein eigenständiges Unternehmen. Deren Hauptkunde ist Amazon.

    Das eigentliche Problem liegt daran, dass man für die gleiche Tätigkeit unterschiedlich bezahlt wird, je nachdem welcher Branche das Unternehmen zugehörig ist.
    Dieses Problem gilt es zu lösen und nicht per Workaround Unternehmen in falsche Tarife zu zwingen.
    Aber eine Tarifangleichung ist wohl weniger medienwirksam, als gegen das böse Amazon zu poltern.

  19. Re: Wieder mal?

    Autor: Sybok 09.03.19 - 20:13

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sharra schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > narfomat schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > > ab und zu mal für bessere arbeitsbedingungen streiken (egal, wie gut
    > oder
    > > > schlecht die aktuell sind) kann auf jeden fall NICHT schaden... daher:
    > > >
    > > > >Sinnlos!
    > > > >Ja, das vielleicht.
    > > >
    > > > eher nicht sinnlos...
    > >
    > > Für bessere Bedingungen streiken macht Sinn. Für absolut schwachsinnige
    > > Forderungen streiken macht allerdings keinen Sinn. Und die Grundlage der
    > > Verdi-Aktion ist, dass die Leute dort angeblich Einzelhändler seien,
    > obwohl
    > > sie in einem reinen Logistikunternehmen arbeiten.
    > > Solange diese Forderung bleibt, wird Amazon den Haufen einfach lächelnd
    > > ignorieren, und Verdi kann sich weiterhin medienwirksam lächerlich
    > machen.
    >
    > Die Leute arbeiten nicht angeblich, sondern real für einen Einzelhändler,
    > denn Amazon ist genau das, und das tun sie, auch wenn sie formal bei einem
    > ausgegliederten Logistik-Subunternehmen angestellt sind. Lächerlich sind im
    > Übrigen nur Vorschriften, die ahnungslose Arbeitnehmerfeinde in Foren den
    > Gewerkschaften zu machen versuchen, dahingehend was die angeblich fordern
    > dürfen. Die dürfen nämlich fordern, was sie wollen, und das ist im
    > Zweifelsfall genau das, was ihre in den betreffenden Betrieben
    > Beschäftigten wollen. Und wer am Ende lacht, das bleibt immer noch
    > abzuwarten.

    Auch hier: Alle Hermes-Boten bekommen ab sofort den Einzelhandelstarifvertrag, denn Hermes ist bekanntlich eine 100%ige Tochter von Otto, und erledigt auch die gesamte Logistik für Otto. Interessiert nur keine Sau, ist halt nicht Amazon.

  20. Re: Wieder mal?

    Autor: crazypsycho 09.03.19 - 21:38

    Sybok schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Sharra schrieb:
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    > > > narfomat schrieb:
    > > >
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > >
    > > > > ab und zu mal für bessere arbeitsbedingungen streiken (egal, wie gut
    > > oder
    > > > > schlecht die aktuell sind) kann auf jeden fall NICHT schaden...
    > daher:
    > > > >
    > > > > >Sinnlos!
    > > > > >Ja, das vielleicht.
    > > > >
    > > > > eher nicht sinnlos...
    > > >
    > > > Für bessere Bedingungen streiken macht Sinn. Für absolut
    > schwachsinnige
    > > > Forderungen streiken macht allerdings keinen Sinn. Und die Grundlage
    > der
    > > > Verdi-Aktion ist, dass die Leute dort angeblich Einzelhändler seien,
    > > obwohl
    > > > sie in einem reinen Logistikunternehmen arbeiten.
    > > > Solange diese Forderung bleibt, wird Amazon den Haufen einfach
    > lächelnd
    > > > ignorieren, und Verdi kann sich weiterhin medienwirksam lächerlich
    > > machen.
    > >
    > > Die Leute arbeiten nicht angeblich, sondern real für einen
    > Einzelhändler,
    > > denn Amazon ist genau das, und das tun sie, auch wenn sie formal bei
    > einem
    > > ausgegliederten Logistik-Subunternehmen angestellt sind. Lächerlich sind
    > im
    > > Übrigen nur Vorschriften, die ahnungslose Arbeitnehmerfeinde in Foren
    > den
    > > Gewerkschaften zu machen versuchen, dahingehend was die angeblich
    > fordern
    > > dürfen. Die dürfen nämlich fordern, was sie wollen, und das ist im
    > > Zweifelsfall genau das, was ihre in den betreffenden Betrieben
    > > Beschäftigten wollen. Und wer am Ende lacht, das bleibt immer noch
    > > abzuwarten.
    >
    > Auch hier: Alle Hermes-Boten bekommen ab sofort den
    > Einzelhandelstarifvertrag, denn Hermes ist bekanntlich eine 100%ige Tochter
    > von Otto, und erledigt auch die gesamte Logistik für Otto. Interessiert nur
    > keine Sau, ist halt nicht Amazon.

    Otto hat es halt cleverer gemacht und der Tochterfirma gleich einen ganz anderen Namen gegeben. Hätte Amazon auch tun sollen. Dann wäre die Aktion von Verdi weniger medienwirksam und würde daher gar nicht erst gestartet werden.

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