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Das ist doch nur der Nachfolger von
Autor: wef 11.02.10 - 10:15
Katzenseiten bei Geocities. Jetzt läd halt jeder Hans und Franz seine Emailkontakte zu Facebook hoch und läd seinen scheiß dort an. Alte Internethasen wissen seit IRC: "Keine privaten Informationen im Internet!"
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Re: Das ist doch nur der Nachfolger von
Autor: Diplomat 11.02.10 - 12:52
Ihr habt alle gut reden.
Wahrscheinlich wohnt ihr noch zuhause oder nicht so fürchterlich weit weg von der Heimat, habt Euren seit Jahren gleichen Freundeskreis um Euch herum und geht alle paar Tage zum Sportverein. Dann braucht man auch kein Facebook, ist schon klar.
Menschen wie ich jedoch, welche alle paar Jahre auf einen neuen Auslandsposten versetzt werden, freuen sich über eine einfache Möglichkeit, mit ihren Bekanntschaften und Freunden in Kontakt bleiben zu können, ohne ständig E-Mails schreiben zu müssen.
Das trifft nicht nur auf mich zu, sondern auf alle Menschen, die berufsbedingt oft und lange auf Reisen sind oder oft umziehen müssen: Seeleute, Manager, Ärzte, Vertriebler, Diplomaten, Berater, Ingenieure, Mechaniker, Biologen, Archäologen, Greenpeace-Aktivisten, Soldaten usw.
Für uns "Dauer-Reisende" sind Facebook & Co. einfach enorm hilfreich, um unsere Leute nicht komplett aus den Augen zu verlieren und mal hin und wieder unverbindlich voneinander zu hören bzw. zu lesen.
Natürlich gibt es auch die Leute, die bei Facebook nur Nonsense posten und sich überwichtig machen oder nur die Zeit totschlagen. Trotzdem sollte man nicht alle Facebook-Nutzer über einen Kamm scheren. Wenn der Dienst sinnlos wäre, würden ihn nicht so viele Menschen nutzen. Außerdem weiß ich sehr wohl, welche Sachen ich veröffentlichen kann und welche ich lieber bei mir behalten sollte. Was ich bei Facebook "teile", darf auch jeder wissen, selbst wenn das Netzwerk gehackt würde, wäre das kein Problem für mich. Ok, das gilt nicht für alle Nutzer (ich bin Informatiker), trotzden zeigt es wiederum, dass nicht alle Facebook-Nutzer gleich, eitel und dämlich sind.
Ihm übrigen gibt es einen Unterschied zwischen Fliegen und Menschen - zumindest hinsichtlich der Nahrungsrestriktion... -
Re: Das ist doch nur der Nachfolger von
Autor: Blork 11.02.10 - 13:42
Diplomat schrieb:
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> Ihr habt alle gut reden.
>
> Wahrscheinlich wohnt ihr noch zuhause oder nicht so fürchterlich weit weg
> von der Heimat, habt Euren seit Jahren gleichen Freundeskreis um Euch herum
> und geht alle paar Tage zum Sportverein. Dann braucht man auch kein
> Facebook, ist schon klar.
>
> Menschen wie ich jedoch, welche alle paar Jahre auf einen neuen
> Auslandsposten versetzt werden, freuen sich über eine einfache Möglichkeit,
> mit ihren Bekanntschaften und Freunden in Kontakt bleiben zu können, ohne
> ständig E-Mails schreiben zu müssen.
Das ging doch auch per Telefon oder? Kommunikation war doch schon immer möglich.
Aber einige verwecheln Freundeskreis mit Facebookkontakten. Frag dochmal wer dir bei einem Umzug hilft.
Was bringt es mir Kontakte aus der Grundschule zu haben, wenn man sich ohnehin auseinandergelebt hat?
Und während man sich früher gefreut hat mit einem Bekannten zu telefonieren, wird heute nur noch belangloses Zeugs in Facebook und Twitter reingeschissen und allen aufgezwungen.
>
> Das trifft nicht nur auf mich zu, sondern auf alle Menschen, die
> berufsbedingt oft und lange auf Reisen sind oder oft umziehen müssen:
> Seeleute, Manager, Ärzte, Vertriebler, Diplomaten, Berater, Ingenieure,
> Mechaniker, Biologen, Archäologen, Greenpeace-Aktivisten, Soldaten usw.
Wie gesagt ging vorher auch. Da haben sich die Menschen auch noch Mühe gegeben etwas mit Zusammenhang zu schreiben.
>
> Für uns "Dauer-Reisende" sind Facebook & Co. einfach enorm hilfreich, um
> unsere Leute nicht komplett aus den Augen zu verlieren und mal hin und
> wieder unverbindlich voneinander zu hören bzw. zu lesen.
Wozu? Die einem was bedezten, zu denen hat man auch richtigen Kontakt.
>
> Natürlich gibt es auch die Leute, die bei Facebook nur Nonsense posten und
> sich überwichtig machen oder nur die Zeit totschlagen. Trotzdem sollte man
> nicht alle Facebook-Nutzer über einen Kamm scheren. Wenn der Dienst sinnlos
> wäre, würden ihn nicht so viele Menschen nutzen. Außerdem weiß ich sehr
> wohl, welche Sachen ich veröffentlichen kann und welche ich lieber bei mir
> behalten sollte. Was ich bei Facebook "teile", darf auch jeder wissen,
> selbst wenn das Netzwerk gehackt würde, wäre das kein Problem für mich. Ok,
> das gilt nicht für alle Nutzer (ich bin Informatiker), trotzden zeigt es
> wiederum, dass nicht alle Facebook-Nutzer gleich, eitel und dämlich sind.
>
> Ihm übrigen gibt es einen Unterschied zwischen Fliegen und Menschen -
> zumindest hinsichtlich der Nahrungsrestriktion...
Tatsächlich? -
Re: Das ist doch nur der Nachfolger von
Autor: Diplomat 11.02.10 - 14:44
Ich sage nicht, dass es früher nicht ging. Ich sage nur, dass einem Facebook das Kontakthalten erleichtert. Früher studierten auch nicht so viele Leute weit entfernt ihrer Heimat oder gingen beruflich so weite Wege. Und natürlich gab es schlicht und einfach nicht die Technik. Wenn Du persönlich überflüssig findest, dann ist das ok. Das jedoch mit dem Onlinestellen von Katzenbildern zu vergleichen, halte ich für albern. Ich spreche nur aus meiner Erfahrung als ewig Reisender, die Du offensichtlich nicht hast. Ich lerne ständig neue Leute kennen - und manche von Ihnen wachsen mir auch ans Herz. Für "Freundschaften" ist die Zeit zwar meist zu kurz, aber es sind doch wirklich nette Bekannte. Da ist es ebenfalls nett, dass ich immer mal schauen kann (ohne Telefonkosten), was die so treiben und dass ich sie schnell mal erreichen kann - und sei's auch nur, um einen Termin für ein Telefongespräch auszumachen (das ist in meiner "Branche" auch nicht ganz unwichtig). Außerdem kann ich doch nicht alle diese Leute ständig anrufen, das sind viel zu viele. Die rufen mich doch nicht an, um mir zu sagen, dass Sie jetzt nach Kuala Lumpur zu 'ner Konferenz fliegen. Deshalb muss ich ja nicht aufs Telefonieren mit meinen "richtigen" Freunden verzichten. Nach Deiner Argumentation könnte ich auch sagen: "Wozu Telefon - früher hat man sich wenigstens noch mal besucht!". Richtig, aber früher waren die wenigsten Leute in Taschkent, während ihre Bekannten sonstwo auf dem Globus verstreut waren. Und das Argument, dass viele Leute Facebook "missbrauchen", um ihren unwichtigen Salat dort abzuladen und Freunde zu "farmen", halte ich auch für schwach. Erstens ist es diesen Leute evtl. wichtig, solche Sachen zu verbreiten - und zweitens müsstest Du nach der Argumentation auch das Telefon ablehnen, seit Callcenter & Co. es für Werbeanrufe verwenden. Nur weil jemand ein Medium anders benutzt als Du möchtest, ist das Medium noch lange nicht sinnlos oder schlecht. Ich verstehe nicht, wie man sich gegen etwas ereifern kann, was man selbst nicht benutzt und dass einen selbst nicht behindert. Willst Du Reggea-Liebhabern auch den Reggea madig machen, weil sie nicht Rock hören, so wie Du?



