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Getrennt unterrichten?

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  1. Getrennt unterrichten?

    Autor: tillejo 26.04.17 - 15:13

    Evtl. könnte es ja helfen Mädchen und Jungen in den Naturwissenschaften zu trennen z.B. 7. - 10. Klasse. Es gibt sogar Schulen, die das probiert haben und es dazu geführt hat, dass Mädchen sich mehr für Naturwissenschaften begeistern konnten. Ich hatte in meiner Schulzeit immer das Gefühl, dass die Naturwissenschaften immer Jungsspezifisch unterrichtet wurde (meistens waren es auch Lehrer).

  2. Re: Getrennt unterrichten?

    Autor: azeu 26.04.17 - 15:19

    > Jungsspezifisch unterrichtet wurde

    bedeutet?

    DU bist ...

  3. Re: Getrennt unterrichten?

    Autor: Natanji 26.04.17 - 15:45

    Es gibt da auch recht spannende Effekte aus dem Frauenstudium heraus, das manche Unis ja anbieten.

    Das Problem ist halt, dass du als Mitglied einer Minderheit der von der Gesellschaft vermittelt wird "das ist nichts für Leute wie dich" gegenüber denen der Mehrheit ein Handicap hast. Dein Umfeld (und auch du selbst, das ist ja internalisiert) schiebt deine Probleme in einem Fach dann eben in diesem Fall auf dein Geschlecht - etwas, dem du nicht entkommen kannst. In Informatik haben Jungs und Männer dieses Problem eben nicht, dadurch haben sie einen Vorteil: wenn sie ein Problem haben mit dem Stoff - was bestimmt genauso oft passiert wie bei Mädchen und Frauen mit gleichem Kenntnisstand - haben sie Klassenkameraden und Lehrer als Vorbilder, die ihnen zeigen: Menschen wie ich können das aber schaffen, ich muss mich einfach nur mehr reinhängen.

    Zudem reichen die verletzenden oder einfach unbedachten Kommentare oder das Aufgeplustere der eigenen Fähigkeiten á la "WAS, DU WEISST NICHT WIE XY GEHT?!" der dominanten Gruppe schnell aus, um die Minderheit entsprechend zu verunsichern. Wer als Mann in nem Jugendzentrum oder einem anderen weiblich dominierten Bereich mal nen Fehler gemacht hat oder etwas nicht direkt konnte, kennt das auch umgekehrt.

    Dieses Handicap verschwindet weitgehend, wenn im Klassenverband oder Studium keine Vergleichbarkeit zwischen den Geschlechtern möglich wird. Ich denke also durchaus, dass das eine gute Möglichkeit sein kann. Wenn erst einmal die Grundkenntnisse sitzen und die Mädchen und Frauen wissen, dass sie das schon können, braucht es dann auch keine Trennung mehr. Nur bis zu diesem Selbstbewusstsein muss man sie erst einmal bringen und eben die Faktoren ausschalten, die dem nicht gerade zuträglich sind - und das ist womöglich schon alleine die Anwesenheit von Männern. Das ist keine Schuldzuweisung, aber unsere Gesellschaft hat halt schädliche Stereotype die in uns allen drin stecken, und wenn man nicht will dass sie sich auswirken, hilft temporäre Isolation.

  4. Re: Getrennt unterrichten?

    Autor: opodeldox 26.04.17 - 15:53

    Natanji schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt da auch recht spannende Effekte aus dem Frauenstudium heraus, das
    > manche Unis ja anbieten.
    >
    > Das Problem ist halt, dass du als Mitglied einer Minderheit der von der
    > Gesellschaft vermittelt wird "das ist nichts für Leute wie dich" gegenüber
    > denen der Mehrheit ein Handicap hast. Dein Umfeld (und auch du selbst, das
    > ist ja internalisiert) schiebt deine Probleme in einem Fach dann eben in
    > diesem Fall auf dein Geschlecht - etwas, dem du nicht entkommen kannst.

    Wer erzählt denn Ständig das z. B. Informatik Frauenfeindlich ist? Vielleicht sollte man damit aufhören?

    > Zudem reichen die verletzenden oder einfach unbedachten Kommentare oder das
    > Aufgeplustere der eigenen Fähigkeiten á la "WAS, DU WEISST NICHT WIE XY
    > GEHT?!" der dominanten Gruppe schnell aus, um die Minderheit entsprechend
    > zu verunsichern. Wer als Mann in nem Jugendzentrum oder einem anderen
    > weiblich dominierten Bereich mal nen Fehler gemacht hat oder etwas nicht
    > direkt konnte, kennt das auch umgekehrt.

    Willkommen in der Realität? Was bringt es jemanden in der Uni zu beschützen, wenn diese Person am Ende an der Realität zerbricht?


    Dieses bemuttern wollen ist schon ironisch.

  5. Re: Getrennt unterrichten?

    Autor: Cok3.Zer0 26.04.17 - 18:20

    Die Austausch-Studentinnen aus dem östlichen Ausland hatten es alle voll drauf: kompetent und zielstrebig. Ich kann mir jetzt beim besten Willen nicht vorstellen, dass man sie dort besonders fördert. Es hängt wohl mit der Mentalität zusammen.

  6. Re: Getrennt unterrichten?

    Autor: Vielfalt 26.04.17 - 18:24

    Natanji schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt da auch recht spannende Effekte aus dem Frauenstudium heraus, das
    > manche Unis ja anbieten.
    >
    > Das Problem ist halt, dass du als Mitglied einer Minderheit der von der
    > Gesellschaft vermittelt wird "das ist nichts für Leute wie dich" gegenüber
    > denen der Mehrheit ein Handicap hast. Dein Umfeld (und auch du selbst, das
    > ist ja internalisiert) schiebt deine Probleme in einem Fach dann eben in
    > diesem Fall auf dein Geschlecht - etwas, dem du nicht entkommen kannst. In
    > Informatik haben Jungs und Männer dieses Problem eben nicht, dadurch haben
    > sie einen Vorteil: wenn sie ein Problem haben mit dem Stoff - was bestimmt
    > genauso oft passiert wie bei Mädchen und Frauen mit gleichem Kenntnisstand
    > - haben sie Klassenkameraden und Lehrer als Vorbilder, die ihnen zeigen:
    > Menschen wie ich können das aber schaffen, ich muss mich einfach nur mehr
    > reinhängen.
    >
    > Zudem reichen die verletzenden oder einfach unbedachten Kommentare oder das
    > Aufgeplustere der eigenen Fähigkeiten á la "WAS, DU WEISST NICHT WIE XY
    > GEHT?!" der dominanten Gruppe schnell aus, um die Minderheit entsprechend
    > zu verunsichern. Wer als Mann in nem Jugendzentrum oder einem anderen
    > weiblich dominierten Bereich mal nen Fehler gemacht hat oder etwas nicht
    > direkt konnte, kennt das auch umgekehrt.
    >
    > Dieses Handicap verschwindet weitgehend, wenn im Klassenverband oder
    > Studium keine Vergleichbarkeit zwischen den Geschlechtern möglich wird. Ich
    > denke also durchaus, dass das eine gute Möglichkeit sein kann. Wenn erst
    > einmal die Grundkenntnisse sitzen und die Mädchen und Frauen wissen, dass
    > sie das schon können, braucht es dann auch keine Trennung mehr. Nur bis zu
    > diesem Selbstbewusstsein muss man sie erst einmal bringen und eben die
    > Faktoren ausschalten, die dem nicht gerade zuträglich sind - und das ist
    > womöglich schon alleine die Anwesenheit von Männern. Das ist keine
    > Schuldzuweisung, aber unsere Gesellschaft hat halt schädliche Stereotype
    > die in uns allen drin stecken, und wenn man nicht will dass sie sich
    > auswirken, hilft temporäre Isolation.

    Oh je.. es gibt mehr Frauen als Männer auf der Welt.... In der Schule wird das kaum anders sein. Spätestens ab der Uni kann man dann von Minderheit sprechen.

  7. Re: Getrennt unterrichten?

    Autor: Cok3.Zer0 26.04.17 - 18:36

    Und ich möchte hier noch unterstellen, dass Frauen, die wahrscheinlich sehr geringe Kontaktpunkte mit Technik vor dem Studium haben, meinen, sie müssten xy studieren, weil dort 95% nach einem Jahr eine Anstellung haben. Klar werden sie dann mit der Realität konfrontiert und geraten ins Hintertreffen. Vom Probestudium machen ja auch nur die wenigsten Gebrauch.

  8. Re: Getrennt unterrichten?

    Autor: Clown 27.04.17 - 12:02

    Natanji schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem ist halt, dass du als Mitglied einer Minderheit der von der
    > Gesellschaft vermittelt wird "das ist nichts für Leute wie dich" gegenüber
    > denen der Mehrheit ein Handicap hast.

    Wie, wo und wann passiert denn das?

    > wenn sie ein Problem haben mit dem Stoff - was bestimmt
    > genauso oft passiert wie bei Mädchen und Frauen mit gleichem Kenntnisstand
    > - haben sie Klassenkameraden und Lehrer als Vorbilder, die ihnen zeigen:
    > Menschen wie ich können das aber schaffen, ich muss mich einfach nur mehr
    > reinhängen.

    Und das können sie nicht, wenn der Lehrer/Dozent ein anderes Geschlecht hat? Klingt für mich eher ein Problem beim Rezipienten.

    > Zudem reichen die verletzenden oder einfach unbedachten Kommentare oder das
    > Aufgeplustere der eigenen Fähigkeiten á la "WAS, DU WEISST NICHT WIE XY
    > GEHT?!" der dominanten Gruppe schnell aus, um die Minderheit entsprechend
    > zu verunsichern.

    Das ist völlig geschlechtsunspezifisch.

    > Wer als Mann in nem Jugendzentrum oder einem anderen
    > weiblich dominierten Bereich mal nen Fehler gemacht hat oder etwas nicht
    > direkt konnte, kennt das auch umgekehrt.

    Eben. Nur hindert das Männer idR nicht. Scheint also doch noch ein anderes Problem vorzuliegen.

    > Dieses Handicap verschwindet weitgehend, wenn im Klassenverband oder
    > Studium keine Vergleichbarkeit zwischen den Geschlechtern möglich wird.

    Meiner Erfahrung nach existiert innerhalb einer Disziplin viel mehr ein Vergleich von Wissen und Können.

    > Nur bis zu
    > diesem Selbstbewusstsein muss man sie erst einmal bringen und eben die
    > Faktoren ausschalten, die dem nicht gerade zuträglich sind - und das ist
    > womöglich schon alleine die Anwesenheit von Männern.

    OK, das ist etwas, bei dem ich schon eher zustimmen kann, ABER: Das ist dann ein Problem DIESER Frauen, wenn sie nicht das entsprechende Selbstbewusstsein haben. Das darf auch gerne behandelt werden, aber stattdessen der gesamten Gesellschaft pauschal eine Art Misogynie vorzuwerfen, ist weder wahr noch zielführend.

    Blizzard: "You guys don't have phones?" ~ Bethesda: "You guys don't have friends?" ~ EA: "You guys don't have wallets?"

  9. Re: Getrennt unterrichten?

    Autor: Hotohori 27.04.17 - 16:36

    tillejo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Evtl. könnte es ja helfen Mädchen und Jungen in den Naturwissenschaften zu
    > trennen z.B. 7. - 10. Klasse. Es gibt sogar Schulen, die das probiert haben
    > und es dazu geführt hat, dass Mädchen sich mehr für Naturwissenschaften
    > begeistern konnten. Ich hatte in meiner Schulzeit immer das Gefühl, dass
    > die Naturwissenschaften immer Jungsspezifisch unterrichtet wurde (meistens
    > waren es auch Lehrer).

    Ich würden nicht Jungs und Mädchen trennen, ich würde Schüler danach trennen wie sie am Besten lernen. Gibt auch Mädchen, die sich leichter mit Jungsspezifisch tun, und umgekehrt. Ansonsten würde man wieder die benachteiligen, die nicht in diese Mädchen brauchen Mädchen spezifischen Unterricht Schublade passen.

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