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Wieso MUSS es denn eine 50-50 Verteilung geben?

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  1. Wieso MUSS es denn eine 50-50 Verteilung geben?

    Autor: flasherle 16.09.19 - 14:00

    und wieso gibt es dann keine Förderung für Pädagogik, Germanistik oder oder oder?

  2. Re: Wieso MUSS es denn eine 50-50 Verteilung geben?

    Autor: Herr Unterfahren 16.09.19 - 14:33

    Also einmal spricht der Artikel von einer ungefähren 50:50- Verteilung, nicht von einer exakten.

    Zweitens hindert dich keiner daran, deinen Sohn für ein Pädagogikstudium einzuschreiben.

    PS: Ich habe wohlwollend festgestellt, daß im Kindergarten meiner Junioren dieses Jahr vermehrt männliche Betreuer eingestellt wurden. Und keinem von denen ist der Pullermann abgefallen, weil sie einem Beruf nachgehen, den Menschen mit konservativer Weltsicht als reine Frauenangelegenheit sehen.

  3. Re: Wieso MUSS es denn eine 50-50 Verteilung geben?

    Autor: flasherle 16.09.19 - 14:39

    richtig und das ist ja auch das wie es sein sollte, einfach jeder das machen wo rauf er bock hat, was in beruflich glücklich macht und fertig. Wenn es halt im mint nicht so viele interessierte Frauen gibt, dann ist es auch okay, wenn man eine 90-10er quote hat, dafür aber 10% frauen die wirklich richtig bock darauf haben

  4. Re: Wieso MUSS es denn eine 50-50 Verteilung geben?

    Autor: Francesco 16.09.19 - 15:00

    Das war nicht die Frage. Warum MUSS einen annähernde 50-50-Verteilung angestrebt werden? Was wenn gar nicht so viele Frauen und Mädchen zu finden sind, die das machen wollen? Werden die dann dazu geprügelt, nur um die Quote zu erreichen?
    Schon zu meiner Schulzeit wurden Girls-Days bei Siemens veranstaltet, um die Damen dazu zu bewegen, technische Berufe zu ergreifen. Schon damals war der Erfolg eher mäßig. Das ist bereits über 20 Jahre her.
    Man kann natürlich seine Ideologie wahnhaft durchziehen, aber die Sinnhaftigkeit dahinter darf bezweifelt werden.

  5. Re: Wieso MUSS es denn eine 50-50 Verteilung geben?

    Autor: unbuntu 16.09.19 - 15:48

    Herr Unterfahren schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > PS: Ich habe wohlwollend festgestellt, daß im Kindergarten meiner Junioren
    > dieses Jahr vermehrt männliche Betreuer eingestellt wurden. Und keinem von
    > denen ist der Pullermann abgefallen, weil sie einem Beruf nachgehen, den
    > Menschen mit konservativer Weltsicht als reine Frauenangelegenheit sehen.

    Genau in dem Bereich gibts dann aber immer tolle Situationen, wenn Eltern was gegen männliche Erzieher haben. Denn Männer und Kinder, da stellen einige das sofort in die Pädoecke.

    "Linux ist das beste Betriebssystem, das ich jemals gesehen habe." - Albert Einstein

  6. Re: Wieso MUSS es denn eine 50-50 Verteilung geben?

    Autor: alterdaswirdnix 16.09.19 - 16:02

    Herr Unterfahren schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zweitens hindert dich keiner daran, deinen Sohn für ein Pädagogikstudium
    > einzuschreiben.
    >
    ...Gegenfrage, wer oder was hindert andere Eltern daran, ihre Tochter für ein Mathe oder IT-Studium einzuschreiben?
    Ausser das Töchterchen wohl etwas dagegen hätte, wenn Vater sie anmeldet?

    Also anders gefragt:
    werden Frauen aktiv gehindert sich für ein Studium in einem MINT-Fach einzuschreiben?
    (wenn ja: warum werden jene Unis nicht namentlich genannt und die Beweise veröffentlicht?)

  7. Re: Wieso MUSS es denn eine 50-50 Verteilung geben?

    Autor: Quantium40 16.09.19 - 16:15

    alterdaswirdnix schrieb:
    > werden Frauen aktiv gehindert sich für ein Studium in einem MINT-Fach
    > einzuschreiben?

    Da MINT-Fächer oftmals nicht zulassungsbeschränkt sind, kann man dies wohl bezweifeln.

  8. Re: Wieso MUSS es denn eine 50-50 Verteilung geben?

    Autor: tzarchen 16.09.19 - 16:21

    Wenn man das Thema 50:50 Verteilung strikt zu Ende denkt, landet man bei einer Zuweisung von Ausbildung/Beruf auf Basis des Geschlechts. - Zumindest überall dort wo das mit dem 50:50 nicht von selbst funktioniert.

    Wird bestimmt toll: Nein du darfst als Frau jetzt keine Pädagogik studieren, da gibt es schon zu viele Frauen. Du wirst jetzt Ingenieurin.

  9. Re: Wieso MUSS es denn eine 50-50 Verteilung geben?

    Autor: yumiko 16.09.19 - 16:42

    tzarchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wird bestimmt toll: Nein du darfst als Frau jetzt keine Pädagogik
    > studieren, da gibt es schon zu viele Frauen. Du wirst jetzt Ingenieurin.
    So war das im guten alten Osten ^^

  10. Re: Wieso MUSS es denn eine 50-50 Verteilung geben?

    Autor: icepear 16.09.19 - 16:53

    tzarchen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn man das Thema 50:50 Verteilung strikt zu Ende denkt, landet man bei
    > einer Zuweisung von Ausbildung/Beruf auf Basis des Geschlechts. - Zumindest
    > überall dort wo das mit dem 50:50 nicht von selbst funktioniert.
    >
    > Wird bestimmt toll: Nein du darfst als Frau jetzt keine Pädagogik
    > studieren, da gibt es schon zu viele Frauen. Du wirst jetzt Ingenieurin.

    Sieht man doch schon in einigen arabischen Ländern. Wenn Frauen viele Berufe gar nicht offen stehen studieren mehr von ihnen IT-Studiengänge. Die 50 - 50 Verteilung ist leicht zu erreichen. Man muss nur den nötigen Zwang anwenden. Ob die Gesellschaft dadurch freier und Gleichberechtigter ist bezweifle ich jedoch sehr.

  11. Re: Wieso MUSS es denn eine 50-50 Verteilung geben?

    Autor: macmillionaire 16.09.19 - 17:22

    Ich dachte da gäbe es schon Studien dazu.

    Je liberaler ein Bildungssystem/Land, desto MEHR machen sich "gender-differences" bemerkbar.

    Was im Umkehrschluss auch erklärt, warum in allen nicht liberalen Systemen (DDR, Sowjetunion, China, Nordkorea, ...) die Verteilung deutlich ausgeglichener ist/war.

    Heisst wohl ein wenig flapsig zusammengefasst, wenn man die Leute machen lässt, was sie wollen, dann zeigen sich Unterschiede; wohingegen wenn es "von aussen" gesteuert wird, treten die Unterschiede nicht zu Tage.

  12. Gibt der Artikel so nicht her

    Autor: demon driver 16.09.19 - 18:03

    Der Artikel gibt das nach meinem Sprachverständnis nicht notwendig her – er sagt, dass ein 50/50-Verhältnis zeigen würde, dass keine Förderung mehr nötig ist. Und es ist richtig, sich angesichts dessen, wie weit die Realität davon noch entfernt ist, nicht gar nicht erst auf Diskussionen einzulassen, auf wieviel weniger Ausgleich man sich denn einlassen könnte, um Förderprogramme einstellen zu können.

    flasherle schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > und wieso gibt es dann keine Förderung für Pädagogik, Germanistik oder oder
    > oder?

    Weil da – nicht zuletzt verschärft durch jahrzehntelanger Verbetriebswirtschaftlichung der Bildung bis hin zur abschlussmäßig höchstmöglichen – nicht Zigtausende von Fachkräften gesucht werden, auf massenhaft Stellen, die allen Wohlstand sichern würden.

  13. Re: Gibt der Artikel so nicht her

    Autor: mnementh 16.09.19 - 18:22

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Artikel gibt das nach meinem Sprachverständnis nicht notwendig her
    > – er sagt, dass ein 50/50-Verhältnis zeigen würde, dass keine
    > Förderung mehr nötig ist. Und es ist richtig, sich angesichts dessen, wie
    > weit die Realität davon noch entfernt ist, nicht gar nicht erst auf
    > Diskussionen einzulassen, auf wieviel weniger Ausgleich man sich denn
    > einlassen könnte, um Förderprogramme einstellen zu können.
    >
    Unter den Studienanfängern gibt es längst mehr Frauen als Männer. Wir haben da 50-50 erreicht. Die Verteilung über verschiedene Studiengänge ist nur sehr unterschiedlich. Und ich finde es seltsam zu sagen: es beginnen so wenige Frauen ein Physikstudium, weil vor 150 Jahren konnten Frauen keine Physik studieren und praktisch alle Physiker mit Vorbildcharakter sind Männer (Newton, Einstein, Planck, Heisenberg, Hawking, Bohr, Hertz, Becquerel, Ausnahme: Marie Curie). Aber bei Medizin studieren genau so viele Frauen wie Männer, weil vor 150 Jahren konnten Frauen keine Medizin studieren und praktisch alle großen Mediziner mit Vorbildcharakter sind Männer (Virchow, Paracelsus, Hippokrates, Ehrlich, Koch, Semmelweis). Offensichtlich führen die gemäß der Theorie (strukturelle Beanchteiligung von Frauen durch historische Gegebenheiten) zu unterschiedlichen Ergebnissen. Das heißt die Theorie ist entweder falsch oder unzureichend.

    Oft wird die Gegentheorie geäußert, dass es an unterschiedlichen Vorlieben von Männern und Frauen liegt, was schon mal nicht im Widerspruch zur Statistik steht (was noch kein Beweis ist). Angesichts dessen müsste aber eine Förderung zum Zeitpunkt ansetzen, wo die Vorlieben geprägt werden, nicht erst bei Abiturienten. Mithin wären Förderprogramme die erst bei Abiturientinnen ansetzen ineffektiv.

    Und es lässt sich eben aus dem Nichterreichen der 50/50-Verteilung nicht ein Fortbestehen von Diskriminierung schlussfolgern. Zumal bei den gesamten Studienanfängern wie gesagt 50/50 erreicht ist.

  14. Re: Gibt der Artikel so nicht her

    Autor: demon driver 16.09.19 - 18:41

    mnementh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > Der Artikel gibt das nach meinem Sprachverständnis nicht notwendig her
    > > – er sagt, dass ein 50/50-Verhältnis zeigen würde, dass keine
    > > Förderung mehr nötig ist. Und es ist richtig, sich angesichts dessen, wie
    > > weit die Realität davon noch entfernt ist, nicht gar nicht erst auf
    > > Diskussionen einzulassen, auf wieviel weniger Ausgleich man sich denn
    > > einlassen könnte, um Förderprogramme einstellen zu können.
    > >
    > Unter den Studienanfängern gibt es längst mehr Frauen als Männer. Wir haben
    > da 50-50 erreicht. Die Verteilung über verschiedene Studiengänge ist nur
    > sehr unterschiedlich. Und ich finde es seltsam zu sagen: es beginnen so
    > wenige Frauen ein Physikstudium, weil vor 150 Jahren konnten Frauen keine
    > Physik studieren und praktisch alle Physiker mit Vorbildcharakter sind
    > Männer (Newton, Einstein, Planck, Heisenberg, Hawking, Bohr, Hertz,
    > Becquerel, Ausnahme: Marie Curie).

    Wenn ein Laie die Aussage von Fachleuten "seltsam findet", ist das nicht wirklich eine Diskussionsgrundlage. Du würdest als Informatiker auch nicht mit jemand Fachfremden diskutieren, nur weil der deine durchdachte Aussage über einen Algorithmus "seltsam findet".

    > Aber bei Medizin studieren genau so viele Frauen wie Männer [...]

    Ach.

    > Das heißt die Theorie ist entweder falsch oder unzureichend.

    Falsch, kaputte Logik. Die "Theorie" behauptet nirgends, dass die darin geschilderten Gegegbenheiten die Ungleichverteilung in jedem betroffenen Fach zwingend implizieren. Diese Gegebenheiten sind ja nun nicht die einzigen, die Einfluss auf die Geschlechterverteilung hätten. Es ist vollkommen erwartbar, dass deren Einflüsse in einzelnen Fachbereichen durch Hinzukommen anderer Aspekte unterschiedlich stark wirksam werden.

    > Oft wird die Gegentheorie geäußert, dass es an unterschiedlichen Vorlieben
    > von Männern und Frauen liegt [...]

    Der Einwand ist völlig daneben, und logisch noch kaputter als der obige. Dass etwas "oft geäußert wird", gibt ihm keine Relevanz für irgendeine Fragestellung, es sei denn vielleicht, die Fragestellung würde spezifisch danach fragen, was denn so in der Welt oft geäußert wird. Die Äußerung ist auch keine "Gegentheorie" – sie erfüllt nicht mal die Voraussetzungen, um überhaupt "Theorie" genannt zu werden. Mit der Formulierung – sei es dort, wo sie tatsächlich oder angeblich ach so oft geäußert wird, oder sei es dort, wo ihre Äußerung lediglich behauptet und mit eine Bedeutung aufzuladen versucht wird – wird im Gegenteil Erkenntnisvermeidung beabsichtigt, indem nämlich die entscheidenden Fragen gar nicht gestellt werden, was denn, wenn es so wäre, "unterschiedliche Vorlieben" genau sind, und wie die denn überhaupt zustandekommen.

    > Und es lässt sich eben aus dem Nichterreichen der 50/50-Verteilung nicht
    > ein Fortbestehen von Diskriminierung schlussfolgern [...]

    Dass dabei immer "Diskriminierung" als aktive Tätigkeit stattfände, behauptet doch überhaupt niemand. Und dass es um das volle Erreichen von 50/50 gar nicht notwendigerweise geht, schrieb ich bereits selber.

  15. Re: Wieso MUSS es denn eine 50-50 Verteilung geben?

    Autor: Wlad 16.09.19 - 19:22

    Herr Unterfahren schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > PS: Ich habe wohlwollend festgestellt, daß im Kindergarten meiner Junioren
    > dieses Jahr vermehrt männliche Betreuer eingestellt wurden. Und keinem von
    > denen ist der Pullermann abgefallen, weil sie einem Beruf nachgehen, den
    > Menschen mit konservativer Weltsicht als reine Frauenangelegenheit sehen.

    Die müssen alle masochistisch veranlagt sein, denn es werden nicht die Menschen mit konservativer Weltsicht, sondern die fortschrittlich denkende, emanzipierte Muttis sein, die jedem männlichen Betreuer Pädophilie unterstellen werden.

  16. Re: Wieso MUSS es denn eine 50-50 Verteilung geben?

    Autor: arthurdont 16.09.19 - 19:30

    macmillionaire schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Je liberaler ein Bildungssystem/Land, desto MEHR machen sich
    > "gender-differences" bemerkbar.

    Yep. Genderisten nennen das ein "Paradoxon". Andere nehmen es als Beweis, daß Genderisten unwissenschaftliche Ideologen sind :)

  17. Re: Gibt der Artikel so nicht her

    Autor: mnementh 16.09.19 - 19:41

    Ehrlich. Ich habe immer das Gefühl Du hast Ziele mit denen ich übereinstimme und bist tendenziell bereit sachlich zu argumentieren. Aber dann…

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > mnementh schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > demon driver schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > > Der Artikel gibt das nach meinem Sprachverständnis nicht notwendig her
    > > > – er sagt, dass ein 50/50-Verhältnis zeigen würde, dass keine
    > > > Förderung mehr nötig ist. Und es ist richtig, sich angesichts dessen,
    > wie
    > > > weit die Realität davon noch entfernt ist, nicht gar nicht erst auf
    > > > Diskussionen einzulassen, auf wieviel weniger Ausgleich man sich denn
    > > > einlassen könnte, um Förderprogramme einstellen zu können.
    > > >
    > > Unter den Studienanfängern gibt es längst mehr Frauen als Männer. Wir
    > haben
    > > da 50-50 erreicht. Die Verteilung über verschiedene Studiengänge ist nur
    > > sehr unterschiedlich. Und ich finde es seltsam zu sagen: es beginnen so
    > > wenige Frauen ein Physikstudium, weil vor 150 Jahren konnten Frauen
    > keine
    > > Physik studieren und praktisch alle Physiker mit Vorbildcharakter sind
    > > Männer (Newton, Einstein, Planck, Heisenberg, Hawking, Bohr, Hertz,
    > > Becquerel, Ausnahme: Marie Curie).
    >
    > Wenn ein Laie die Aussage von Fachleuten "seltsam findet", ist das nicht
    > wirklich eine Diskussionsgrundlage.
    Die klassische Argumentation: shut up and listen to the experts. Wer die Experten sind legen natürlich wir fest. Das hat schon super für die Kirche damals funktioniert, als Leute über Evolution und heliozentrische Weltbilder diskutierten konnten sie deklarieren: wir haben die Experten.

    > Du würdest als Informatiker auch nicht
    > mit jemand Fachfremden diskutieren, nur weil der deine durchdachte Aussage
    > über einen Algorithmus "seltsam findet".
    >
    Ehrlich gesagt: doch. Das mache ich regelmäßig mit Kunden. Denn Dinge sind nie so einfach, und es ist auch nicht immer klar, dass ich die Gedankengänge und Wünsche des Kunden richtig interpretiert habe. Indem wir das diskutieren werden Unklarheiten beseitigt. Und wenn ich meinen Algorithmus nicht verteidigen kann… dann hat mein Gegenüber vielleicht einen Punkt, etwas das ich übersehen habe, etwas das ich berücksichtigen sollte.

    > > Aber bei Medizin studieren genau so viele Frauen wie Männer [...]
    >
    > Ach.
    >
    > > Das heißt die Theorie ist entweder falsch oder unzureichend.
    >
    > Falsch, kaputte Logik. Die "Theorie" behauptet nirgends, dass die darin
    > geschilderten Gegegbenheiten die Ungleichverteilung in jedem betroffenen
    > Fach zwingend implizieren. Diese Gegebenheiten sind ja nun nicht die
    > einzigen, die Einfluss auf die Geschlechterverteilung hätten. Es ist
    > vollkommen erwartbar, dass deren Einflüsse in einzelnen Fachbereichen durch
    > Hinzukommen anderer Aspekte unterschiedlich stark wirksam werden.
    >
    Alles was wir hier lesen konnten, waren die Begründungen die ich berücksichtigt habe. Du sagst nun, es gibt magische ungenannte Gründe, die das beeinflussen, aber genannt wurden nur welche, die offensichtlich keinen Einfluss auf das Resultat haben. Und das sind Deiner Meinung nach die Fachleute? Die Realität ist doch folgende: alle Studiengänge waren Frauen vorenthalten. In allen Wissenschaftsbereichen sind die großen Vorbilder geschichtlich bedingt eher Männer. Aber in der Geschlechterverteilung der Studiengänge gibt es entgegengesetzte Resultate. Also sind diese Faktoren irrelevant.

    > > Oft wird die Gegentheorie geäußert, dass es an unterschiedlichen
    > Vorlieben
    > > von Männern und Frauen liegt [...]
    >
    > Der Einwand ist völlig daneben, und logisch noch kaputter als der obige.
    > Dass etwas "oft geäußert wird", gibt ihm keine Relevanz für irgendeine
    > Fragestellung, es sei denn vielleicht, die Fragestellung würde spezifisch
    > danach fragen, was denn so in der Welt oft geäußert wird.
    Natürlich gibt das eine Relevanz. Richard Dawkins schreibt ganze Bücher die sich mit Argumenten beschäftigen, die oft geäußert werden. Er zerlegt sie. Und das sollte Dein Ziel sein. Nicht die Irrelevanz zu behaupten, sondern es sachlich zu widerlegen. Und genau das machst Du nicht - und ehrlich gesagt habe ich es noch nicht von irgendwem sachlich widerlegt gesehen.

    > Die Äußerung ist
    > auch keine "Gegentheorie" – sie erfüllt nicht mal die
    > Voraussetzungen, um überhaupt "Theorie" genannt zu werden.
    Oh ja, Semantik. Ich zitiere mal Wikipedia:
    "Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Bezeichnung Theorie oftmals mit der unbewiesenen These gleichgesetzt."
    https://de.wikipedia.org/wiki/Theorie
    Also These. Nun besser? bist Du nun bereit Dich auch inhaltlich damit auseinanderzusetzen?

    > Mit der
    > Formulierung – sei es dort, wo sie tatsächlich oder angeblich ach so
    > oft geäußert wird, oder sei es dort, wo ihre Äußerung lediglich behauptet
    > und mit eine Bedeutung aufzuladen versucht wird – wird im Gegenteil
    > Erkenntnisvermeidung beabsichtigt, indem nämlich die entscheidenden Fragen
    > gar nicht gestellt werden, was denn, wenn es so wäre, "unterschiedliche
    > Vorlieben" genau sind, und wie die denn überhaupt zustandekommen.
    >
    Menschen haben Wünsche und Ziele für ihr Leben. Diese Wünsche und Ziele treiben sie zu unterschiedlichen Lebensentscheidungen, inklusive der für ein Studienfach.

    > > Und es lässt sich eben aus dem Nichterreichen der 50/50-Verteilung nicht
    > > ein Fortbestehen von Diskriminierung schlussfolgern [...]
    >
    > Dass dabei immer "Diskriminierung" als aktive Tätigkeit stattfände,
    > behauptet doch überhaupt niemand. Und dass es um das volle Erreichen von
    > 50/50 gar nicht notwendigerweise geht, schrieb ich bereits selber.
    Du schrobst:
    "Der Artikel gibt das nach meinem Sprachverständnis nicht notwendig her; er sagt, dass ein 50/50-Verhältnis zeigen würde, dass keine Förderung mehr nötig ist."
    Mithin: so lange kein 50/50 erreicht ist, ist die Förderung nötig.

    Ich denke Du missverstehst auch wo ich hinwill. Mir ist egal ob jemand seine Zeit damit verbringt MINT-Mentoring-Programme für Frauen zu machen, ich halte es nur für ineffizient, da es eben nicht die tatsächlichen Gründe für das Ungleichverhältnis angeht. Ich denke ein Programm das kleinen Mädchen Legos und älteren Videospiele schenkt würde massiv größere Effekte zeigen.

    Aber was mich wirklich stört, ist dass ein unerreichbares Ziel deklariert wird, nämlich gleich viele Studienanfänger beider Geschlechter in MINT (unerreichbar, da Männer und Frauen eben immer (im Durchschnitt) ungleich bleiben werden, das ist sowohl durch biologische als auch soziale Einflüsse bedingt). Von dem erreichbaren und wünschenswerten Ziel dagegen wird abgelenkt. Denn die Frage ist ja eigentlich: wieso werden Jobs die klassischerweise eher von Männern ergriffen werden besser bezahlt, als Jobs die klassischerweise eher von Frauen ergriffen werden? Die Antwort ist: Geschlechterdiskriminierung die sich historisch erhalten hat. Also um es mal ganz platt auszudrücken: wieso sollten Programmierer mehr Kohle bekommen als Pfleger? Glaubt irgend jemand Programmierer sei der gesellschaftlich wichtigere Job? Ich finde ja immer die Spitze des Zynismus, wenn Pfleger, Erzieher oder ähnliche Berufsgruppen streiken. Dann wird immer laut gejammert sie dürften nicht streiken, da ihr Job gesellschaftlich so wichtig sei. Ach ja. Aber ausbeuten geht. Danke für die Klärung.

  18. Re: Gibt der Artikel so nicht her

    Autor: demon driver 16.09.19 - 19:52

    mnementh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "Der Artikel gibt das nach meinem Sprachverständnis nicht notwendig her; er sagt, dass ein
    > 50/50-Verhältnis zeigen würde, dass keine Förderung mehr nötig ist."
    > Mithin: so lange kein 50/50 erreicht ist, ist die Förderung nötig.

    Und weiter vorn:

    > Ehrlich. Ich habe immer das Gefühl Du hast Ziele mit denen ich
    > übereinstimme und bist tendenziell bereit sachlich zu argumentieren.

    Bin ich. Falls es denn zumindest eine winzigkleine gemeinsame Grundlage gibt, was Sprache und Logik angeht. Ich sehe die trotz allem, worin wir vielleicht bei anderen Gelegenheiten übereinstimmen mögen, und da ist tatsächlich auch mein Eindruck, dass das keine leere Menge ist, hier nicht gegeben. Nicht mal im Ansatz. Tut mir leid, aber wenn du oben ein "mithin", also eine gültige Implikation siehst, dann lebst du aus meiner Perspektive in einer so fremden sprachlichen und logischen Parallelwelt, dass ich zu der ich keinen Zugang habe (und das gilt für den überwiegenden Teil dessen, was ich hier nicht nochmal zitiert habe, so ähnlich). Mir fällt dazu nichts mehr ein; ich muss an der Stelle schlicht aufgeben.

  19. Re: Gibt der Artikel so nicht her

    Autor: redmord 16.09.19 - 20:01

    mnementh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Denn die Frage ist ja eigentlich: wieso werden Jobs die
    > klassischerweise eher von Männern ergriffen werden besser bezahlt, als Jobs
    > die klassischerweise eher von Frauen ergriffen werden? Die Antwort ist:
    > Geschlechterdiskriminierung die sich historisch erhalten hat.

    Zimmermann, Maurer, Steinsetzer, Tischler, Steinmetz, Kraftfahrer, Lagerarbeiter, Schlosser, Müllmann usw. usw.... das sind die Berufe, die bei weitem die große Zahl männlichen Arbeitnehmern die letzten 100 Jahre ein Auskommen gaben.
    Sind diese wirklich besser bezahlt als Berufe, "die klassischerweise eher von Frauen ergriffen werden?"



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.09.19 20:02 durch redmord.

  20. Ausbeutung

    Autor: demon driver 16.09.19 - 20:17

    P.S., damit das nicht unter den Tisch fällt:

    mnementh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    [...]
    > wieso sollten Programmierer mehr Kohle
    > bekommen als Pfleger? Glaubt irgend jemand Programmierer sei der
    > gesellschaftlich wichtigere Job? Ich finde ja immer die Spitze des
    > Zynismus, wenn Pfleger, Erzieher oder ähnliche Berufsgruppen streiken. Dann
    > wird immer laut gejammert sie dürften nicht streiken, da ihr Job
    > gesellschaftlich so wichtig sei. Ach ja. Aber ausbeuten geht. Danke für die
    > Klärung.

    Da sind wir ja tatsächlich einig. Das sollte man aber nicht mit der Frage nach dem Geschlechterverhältnis und der immer noch bestehenden Chancenungleichheit vermischen und verwechseln. Und dass einen das eine interresiert, muss und darf nicht heißen, dass man das andere unbearbeitet lassen müsste.

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