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    Autor: bstea 13.05.11 - 14:00

    Kommt es nur mir so vor dass von den Punkten Einsparung und Termintreue keine Rede mehr ist.

  2. Re: Frage

    Autor: /mecki78 13.05.11 - 14:34

    bstea schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kommt es nur mir so vor dass von den Punkten Einsparung und Termintreue
    > keine Rede mehr ist.

    Das Projekt ist seit Restart termintreu... das der erste Anlauf fatal gescheitert ist und man somit den ursprünglichen Termin gewaltig gerissen hat, das weiß ja mittlerweile jeder, oder? Da muss man nicht immer wieder drauf herum reiten. Aber man hat so darauf reagiert, wie ich es von einem guten Management erwarte:

    1) Notbremse ziehen. Das Projekt wird von einem Tag au den anderen gestoppt.
    2) Analysieren was schief gelaufen ist oder droht noch weiter aus dem Ruder zu laufen.
    3) Aus diesen Fehlern lernen und einen deutlich besseren Plan aufstellen.
    4) Das Projekt von Grund auf an neu starten auf der Basis des neuen Plans.

    Alles andere wäre kompletter Unsinn gewesen und hätte in einem kompletten Desaster geändert. Die meisten Manager handeln bei so etwas grundlegend falsch. Entweder glauben sie das Projekt kurzfristig retten zu können, indem einfach kleine Änderungen an der Planung vorgenommen werden, mehr Zeit oder Geld zu Verfügung gestellt wird (was gar nichts bringt) oder (ganz schlimm) mehr Leute an das Projekt gesetzt werden ("Adding more people to a late project will make the project even later"). Oder aber sie stoppen zwar das Projekt, verzichten aber auf eine Fehleranalyse und streichen es für immer. Nicht nur, dass man somit die Projektziele gar nicht mehr erreichen kann, man lernt auch nicht aus den Fehlern und läuft im nächsten Projekt wieder genau in die gleichen Probleme!

    Und was die Kosten angeht: Natürlich ist eine Umstellung immer teurer als "keine Umstellung"; alles andere wäre total unlogisch. Die Frage ist aber, jetzt, wo die Umstellung abgeschlossen ist, wie hoch sind die Kosten in den nächsten (sagen wir mal) 20 Jahren? Und wie hoch wären diese Kosten gewesen, hätte man nicht umgestellt? Wenn die Betriebs- und Wartungskosten dank der Umstellung in den nächsten 20 Jahren nur noch 30% von dem sind, was ohne Umstellung angefallen wären, dann müsste die Umstellung mehr als 70% der Kosten ohne Umstellung gekostet haben, dass man sagen kann, sie hat sich nicht gelohnt. Andernfalls hat sie sich auf jedem Fall gelohnt. Und 70% der Betriebs- und Wartungskosten derartig vieler Rechner mit ausschließlich kommerzieller Software über 20 Jahre sind gigantisch! (sofern man diese Rechner wirklich aktuell halten möchte und vernünftig wartet und nicht komplett verkommen lässt, wie bisher oft der Fall, so dass sie in 20 Jahren noch auf dem selben Stand sind, wie sie bereits vor im Jahre 2000 waren)

    /Mecki

  3. Re: Frage

    Autor: bstea 13.05.11 - 17:37

    Also erstens fallen für die Wartung die gleichen Kosten an, wie bei OpenSource oder denkst du die haben das Personal nicht dafür. Und zweitens sehe ich die Umstellung keineswegs als kostengünstiger, wenn man berücksichtigt wie abhängig man nun von OpenSource ist. Ein nicht mehr unterstützter Treiber verhindert, dass Kernelupdates nachkommen können. Ökonomisch wäre es sinnvoller wenn die Behörden ihren Kram nur noch als OpenSource voranbringen würden und Personal in Hinterhand haben, für entsprechende Anpassungen. Keine Partizipation bedeutet auch keine Einflussmöglichkeiten und eben die genannten Abhängigkeiten. Mit dem Geld was ich MS in den Rachen werfe unterstützte ich mein Bedürfnis der Stabilität. Wenn ich für OpenSource nichts mache, vergammeln die Projekte, wie es die meisten auch tun.
    Und Beständigkeit sehe im OpenSource-Umfeld wahrlich selten.

  4. @bstea

    Autor: matbhm 13.05.11 - 17:50

    Also, die fehlende Beständigkeit bei einem Teil der OpenSource-Software ist nicht zu verkennen. Aber die zentralen Projekte wurden bisher immer fortgeführt. Und die Beständigkeit würde natürlich steigen, wenn mehr Leute auf Linux nebst OpenSource-Software umsteigen würden. Das Ganze ist doch gegenwärtig ein einziger Teufelskreislauf (der allerdings zu einem guten Teil auch durch die Ignoranz eines wesentlichen Teils der Linux-Community zu verantworten ist). Und auch Treiber würden doch viel schneller und umfassender von Herstellern angeboten, wenn sich die Entwicklung dafür lohnen würde. Die meisten Hersteller bieten doch auch Treiber für Mac an, dass aber - obwohl hoffnungslos überteuert - jedenfalls eine Marktanteil von deutlich über 5 % hat, Linux kommt als Desktop auf etwa 1,2 % Marktanteil! Und schon das ist ein hoher Wert für Linux-Verhältnisse. Es gibt international Länder, bei denen findet statistisch Linux überhaupt nicht statt, selbst in Europa.

    Das AA hatte übrigens ja auch umgestellt, weil ursprünglich Mal die ganze Bundesregierung mit allen Ministerien umstellen wollte. Es sollte dann national ein für den öffentlichen Bereich gestricktes Linux entstehen. Das ist aber nicht geschehen. Das AA blieb allein auf weiter Flur. Und der Bundestag hatte doch seine Mailserver in Verbindung mit den Desktop-Programmen auf Linux-Mail-Programm umgestellt und ist längst zurückmigriert. Das AA ist ja nicht die einzige öffentliche Einrichtung, die zu Windows zurückkehren will (was ich gleichwohl für eine Fehlentscheidung halte und wo man einfach dem IT-Management des AA völliges Versagen vorhalten muss).

  5. Re: Frage

    Autor: /mecki78 13.05.11 - 18:47

    bstea schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also erstens fallen für die Wartung die gleichen Kosten an, wie bei
    > OpenSource oder denkst du die haben das Personal nicht dafür.

    Lass mich mal rechnen "Wartungskosten" bei Open Source vs "Wartungskosten + LIZENZKOSTEN" bei kommerzieller Software... sofern die Lizenzkosten nicht gegen 0 gehen, gewinnt Open Source, würde ich sagen und bei welcher kommerziellen Software sind die Lizenzkosten bitte gleich 0?

    > Und zweitens
    > sehe ich die Umstellung keineswegs als kostengünstiger, wenn man
    > berücksichtigt wie abhängig man nun von OpenSource ist.

    Richtig, man ist ja von Open Source (die jeder weiter entwickeln kann, weil man ja Zugriff auf den Quelltext hat) auch so viel abhängiger als von Closed Source (die nur eine einzige Firma weiter entwickeln kann, weil nur sie zugriff auf den Quelltext hat). Ja das macht Sinn... wenn man auf Drogen ist.

    /Mecki

  6. Re: Frage

    Autor: Der Kaiser! 13.05.11 - 19:57

    > Ein nicht mehr unterstützter Treiber verhindert, dass Kernelupdates nachkommen können.

    Alles was oberhalb des Kernel läuft, lässt sich meist ohne Probleme aktualisieren.

    ___

    Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!

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    Variation und Selektion.
    Wie im grossen, so im kleinen.

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