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Und Fahrgäste immer mehr kriminalisieren
Autor: schap23 13.04.19 - 15:43
Das Risiko, daß bei der Buchung über die App etwas schiefgeht, weil der Server überlastet ist, das Netz nicht verfügbar ist etc. p.p., trägt allein der Fahrgast, der sich dann gefallen lassen muß, bei der Kontrolle wie ein Schwerverbrecher behandelt zu werden und im Wiederholungsfall als Straftäter zu gelten.
Warum kommen eigentlich nur Schwarzfahrer ins Gefängnis, nicht aber notorische Falschparker? -
Re: Und Fahrgäste immer mehr kriminalisieren
Autor: linux.exe 13.04.19 - 16:27
Wenn der Server überlastet ist können die Tickets ehh nicht kontrolliert werden.
Akku leer, Netz kaputt? Bei unserer heutigen Smartphone-Generation? Hab da eher Angst, dass der bisherige Automat meinen Geldschein nicht nimmt oder das Ticket verschluckt.
Das Smartphone Ticket kann dann immerhin noch später eingereicht werden. -
Re: Und Fahrgäste immer mehr kriminalisieren
Autor: bifi 13.04.19 - 17:07
Wie beim konventionellen Ticket gilt auch hier: man sollte das Ticket kaufen bevor man die Fahrt antritt. Nicht erst wenn der Kontrolleur kommt. Dann fällt einem auch rechtzeitig auf falls die Server down sind. Und man könnte immer noch auf ein Papier-Ticket umsteigen oder direkt beim Fahrer (Bus) kaufen.
Nach jahrelanger Nutzung von Handytickets hatte ich jedenfalls noch die das Problem mit nicht erreichbaren Servern. -
Re: Und Fahrgäste immer mehr kriminalisieren
Autor: sphere 13.04.19 - 18:28
Der Zweck eines Handytickets sollte doch sein, dass ich im Zweifel auch noch wenige Sekunden vor Abfahrt ein Ticket erwerben kann und nicht eine Bahn oder einen Bus später nehmen muss (was je nach Ort und Tageszeit auch mal 1 bis 2 Std. Wartezeit bedeuten kann), weil die Zeit nicht mehr reicht, um noch am Automaten ein Ticket zu kaufen. Stattdessen kriminalisieren die Verkehrsverbünde ihre eigenen Kunden, indem sie abstruse 2-Minuten-Regeln ins Kleingedruckte schreiben, das keiner kennt. Diese Läden sind alle sowas von vorgestrig, dass einem die Worte fehlen.
Wie ein vernünftiges landesweites System für den öffentlichen Nahverkehr aussehen kann haben die Niederlande schon vor Jahrzehnten gezeigt - damals ganz einfach und analog mit der nationalen Streifenkarte, heute mit der kontaktlosen OV-chipkaart. In Deutschland hatten wir auch schon mal ein Check-in/Check-out-System namens touch&travel der DB, bei dem auch ein paar Verkehrsverbünde mitgemacht haben. Wurde 2016 sang- und klanglos eingestellt.
2 mal bearbeitet, zuletzt am 13.04.19 18:34 durch sphere. -
Re: Und Fahrgäste immer mehr kriminalisieren
Autor: Plexington 13.04.19 - 18:43
Ja, so ein System wie in den Niederlanden oder Japan würde ich mir auch in Deutschland wünschen. Eine Karte mit RFID, wo man Guthaben oder Abos drauf läd und einfach Bahnhof / im Vekehrsmittel ein und wieder auscheckt. Das wäre schön...
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Re: Und Fahrgäste immer mehr kriminalisieren
Autor: Eisklaue 13.04.19 - 18:57
Plexington schrieb:
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> Ja, so ein System wie in den Niederlanden oder Japan würde ich mir auch in
> Deutschland wünschen. Eine Karte mit RFID, wo man Guthaben oder Abos drauf
> läd und einfach Bahnhof / im Vekehrsmittel ein und wieder auscheckt. Das
> wäre schön...
Alternativ dazu auch gleich in der App per NFC -
Re: Und Fahrgäste immer mehr kriminalisieren
Autor: sphere 13.04.19 - 19:01
Die NL haben vor einiger Zeit eine "OV-Chip Mobiel"-app für Android getestet. Der Pilotversuch wurde beendet, ohne dass man es in den Regelbetrieb übernommen hätte. Schätze es hat nicht so 100 Prozent gut funktioniert. Wenn, dann sollte man es gleich so wie in der Londoner Tube machen und einfach per kontaktloser Kredit- oder Debitkarte ein- und auschecken. Abgebucht werden Einzeltickets, Tageskarten oder eine Wochenkarten (soweit ich mich erinnere ist das die Staffelung) - das was am günstigsten ist.
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Re: Und Fahrgäste immer mehr kriminalisieren
Autor: Micha_T 13.04.19 - 19:24
Ja was ein klasse rückschritt.
Wie immer gilt die 2 minuten regel. Das wurde schon 2014 in berlin groß diskutiert. -
Re: Und Fahrgäste immer mehr kriminalisieren
Autor: Anonymer Nutzer 13.04.19 - 20:12
ich fände gar keine tickets, ob in papierform oder als datenbankeintrag einen fortschritt, wir müssen uns nur fragen ob wir öffentliche mobilität generell wollen, und dafür gibt es dann eine pro kopf abgabe, deutschlandweit, so einfach könnte es sein!
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Re: Und Fahrgäste immer mehr kriminalisieren
Autor: pacatianus 13.04.19 - 21:29
sphere schrieb:
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> Stattdessen kriminalisieren die
> Verkehrsverbünde ihre eigenen Kunden, indem sie abstruse 2-Minuten-Regeln
> ins Kleingedruckte schreiben, das keiner kennt.
Das mit der 2-Minuten-Regel wurde schon längst richtig gestellt, auch in dem von dir verlinkten Artikel. Ticket ist gültig, sobald es in der App gekauft wurde. Auch 5 Sekunden vor Abfahrt.
Aus deinem verlinkten Artikel:
"[...] da der Counter die Gültigkeit des Tickets nicht beeinflusst. Es ist eine Beurteilungshilfe für das Kontrollpersonal. Die Gültigkeit des Tickets beginnt in jedem Fall, wenn das Ticket ausgegeben wurde."
Das sekundengenaue Handyticket
"Der Counter neben dem Handyticket, der zwei Minuten hochzählt, dient ausschließlich zur Orientierung für das Kontrollpersonal und soll ihm helfen, Ticket-Nachlöser aufzuspüren." -
Re: Und Fahrgäste immer mehr kriminalisieren
Autor: 486dx4-160 14.04.19 - 01:19
schap23 schrieb:
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> Das Risiko, daß bei der Buchung über die App etwas schiefgeht, weil der
> Server überlastet ist, das Netz nicht verfügbar ist etc. p.p., trägt allein
> der Fahrgast, der sich dann gefallen lassen muß, bei der Kontrolle wie ein
> Schwerverbrecher behandelt zu werden und im Wiederholungsfall als
> Straftäter zu gelten.
>
> Warum kommen eigentlich nur Schwarzfahrer ins Gefängnis, nicht aber
> notorische Falschparker?
Dass Schwarzparken eine Ordnungswidrigkeit ist, Schwarzfahren aber eine Straftat, ist tatsächlich komplett absurd.
Beim Haltestellen-zählen verzählt und unberechtigt einen Kurzstreckenfahrschein statt eines normalen gelöst, also 2 Minuten ohne gültigen Fahrschein gefahren: Schaden: 0,8¤. Straftat. Konsequenz: Eintrag ins Zentralregister, 60¤ Strafe.
Das Auto 30 Minuten zu lange auf dem Parkplatz stehen gelassen: Schaden: 1,80¤. Ordnungswidrigkeit. Konsequenz: 10¤ Bußgeld. -
Re: Und Fahrgäste immer mehr kriminalisieren
Autor: HabeHandy 14.04.19 - 13:46
486dx4-160 schrieb:
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> Beim Haltestellen-zählen verzählt und unberechtigt einen
> Kurzstreckenfahrschein statt eines normalen gelöst, also 2 Minuten ohne
> gültigen Fahrschein gefahren: Schaden: 0,8¤. Straftat. Konsequenz: Eintrag
> ins Zentralregister, 60¤ Strafe.
>
> Das Auto 30 Minuten zu lange auf dem Parkplatz stehen gelassen: Schaden:
> 1,80¤. Ordnungswidrigkeit. Konsequenz: 10¤ Bußgeld.
Damit will der Gesetzgeber unmissverständlich klarstellen das man gefälligst mit den Auto fahren soll.
Mit den Bus in die Stadt mindestens 5¤ pro Person. nach 21Uhr/ Feiertags keine Verbindungm
Mit den Auto max. 2¤/Stunde fürs Parkhaus.
Die Stadt rätselt warum die Bürger lieber mit den Auto in die Stadt fahren und damit die Stickoxidbelastung in die Höhe treiben. -
Re: Und Fahrgäste immer mehr kriminalisieren
Autor: Anonymer Nutzer 15.04.19 - 09:14
linux.exe schrieb:
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> Wenn der Server überlastet ist können die Tickets ehh nicht kontrolliert
> werden.
Ticketkauf und Abfrage werden sicherlich über verschiedene Server abgewickelt. Wenn einer überlastet ist, kann der andere noch funktionieren.
> Akku leer, Netz kaputt? Bei unserer heutigen Smartphone-Generation? Hab da
> eher Angst, dass der bisherige Automat meinen Geldschein nicht nimmt oder
> das Ticket verschluckt.
> Das Smartphone Ticket kann dann immerhin noch später eingereicht werden.
Wenn der Automat defekt ist, brauchst du heute gar keine Karte kaufen. Musst dir nur die Automatennummer notieren und am besten direkt ein Video oder Foto machen, dass der nicht ging. -
Re: Und Fahrgäste immer mehr kriminalisieren
Autor: NaruHina 15.04.19 - 09:15
Handy Tickets werden nach Kauf lokal auf dem Smartphone gespeichert.



