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Können Deutsche nix mehr?

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  1. Können Deutsche nix mehr?

    Autor: cyberdynesystems 01.07.18 - 19:00

    Provokant, ich weiß.

    Mittlerweile finde ich es nur ernsthaft komisch, dass deutsche Startups gefühlt reihenweise scheitern, während sich zu 99% die amerikanischen Versionen / Konkurrenten durchsetzen.
    Woher kommt das?
    Es gibt doch garantiert genug Menschen die lokale und dann auch noch handgefertigte Produkte kaufen und diese ggü. industriellen Erzeugnissen bevorzugen.

    Interessiert mich ernsthaft!

  2. Re: Können Deutsche nix mehr?

    Autor: bplhkp 01.07.18 - 19:58

    cyberdynesystems schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt doch garantiert genug Menschen die lokale und dann auch noch
    > handgefertigte Produkte kaufen und diese ggü. industriellen Erzeugnissen
    > bevorzugen.

    DaWanda wurde leider, was man so liest, immer mehr von Chinaplunder überschwemmt. Also nicht immer lokal und nicht-industriell.

  3. Re: Können Deutsche nix mehr?

    Autor: sav 01.07.18 - 20:13

    Du hast die Antwort eigentlich schon selbst geliefert: "während sich zu 99% die amerikanischen Versionen / Konkurrenten durchsetzen."
    Genau so viele der deutschen StartUps sind halt leider einfach auch nur Kopien der US Vorbilder und sterben, sobald das große Vorbild über den Teich kommt. Ein Hauptgrund dürfte wohl die finanzielle Situation sein. In den USA kriegen die Unternehmen deutlich leichter und deutlich mehr Geld als im konservativen Deutschland/Europa.
    Aber auch die fehlende Erfahrung, Kreativität und Herzblut der Gründer. Es ist halt etwas anderes von Anfang an an eine Idee zu glauben und sein Herzblut reinzustecken oder sich anzugucken was jemand anderes schon macht und nur noch zu überlegen ob man es auch nach Europa kopieren kann. Dazu ist der Umgang mit den Mitarbeitern in Deutschland ein Witz. Mitarbeiterbeteiligung? Faire Bezahlung? Ordentliches Büro? Alles Fehlanzeige - der Kicker muss die unbezahlten Überstunden, die Käfighaltung im nicht klimatisierten Büro und die fehlenden Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen ausgleichen. Man versucht also auf Teufel komm raus den Business-Erfolg von US Unternehmen zu kopieren, interessiert sich dann aber leider so gar nicht für das große ganze zu dem die richtigen Mitarbeiter nun mal dazu gehören. Hauptsache der Porsche ist erst mal nach der ersten Investorenrunde bezahlt...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.07.18 20:18 durch sav.

  4. Re: Können Deutsche nix mehr?

    Autor: Steffo 01.07.18 - 21:00

    Einige Faktoren wurden schon genannt, aber ein anderer Faktor ist sicherlich auch, dass die USA einen größeren Binnenmarkt haben und dadurch bessere Start- und Wachstumsbedingungen haben.

  5. Re: Können Deutsche nix mehr?

    Autor: derdiedas 01.07.18 - 21:28

    Subjektive Wahrnehmung würde ich einmal sagen.

    2017: 554.400 Neugründungen von Firmen
    2017: 20.200 Firmeninsolvenzen
    _____________________________________________________________
    2017: 534.200 zusätzliche Unternehmen in Deutschland

    Klar sind von den rund 534.000 Neugründungen rund 350.000 Niedriglohnfirmen die eigentlich nur scheinselbständige sind. Aber in Summe werden immer noch mehr Firmen gegründet als verschwinden. Das meiste Dank der KfW - die jedes Jahr hunderte Millionen unter den Gründern verteilt.

    Nein es ist nicht alles schlecht, es wird nur alles schlecht geredet. Und da sind wir Deutschen Weltmeister - und das rund 100 Jahre in Folge. (So viele Sterne kann man gar nicht auf ein T-Shirt drucken).

    Gruß H.
    Hier übrigens die genauen Zahlen: https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Pressematerial/Themen-kompakt/Existenzgr%C3%BCndung/index-2.html

  6. Re: Können Deutsche nix mehr?

    Autor: Ely 01.07.18 - 22:31

    Doch, die Deutschen können was. Überheblich sein und z. B. den anderen europäischen Ländern sagen, wie die ihr Land organisieren sollen. Von Flughäfen, Bahnhöfen, Großprojekten allgemein, Automobilbau und Startups verstehen die Deutschen nichts mehr bis wenig. Das war mal anders.

    Ok, auch provokant, aber es ist durchaus etwas Wahrheit enthalten.

    Was hier das Problem mit Startups ist, ist einmal die Steuergesetzgebung und die nicht nur damit einhergehende Bürokratie. Das erstickt so ziemlich alles oft schon im Keim.

    Nur mal ein Beispiel von einer anderen Richtung. Wir wollten uns ums Jahr 2000 ein Haus bauen. Grundstücke haben wir gefunden. Nur kein Haus, das man darauf bauen durfte und uns gefiel. Da wurde uns alles vorgeschrieben. Von der Dachneigung, wie das Haus auf dem Grundstück stehen muß, wo Fenster sein müssen, die Farbe von Wänden und Dach, etc. Und sogar welche Pflanzen wir wo hinzusetzen haben. Damals gab es etwa 9000 (!) Bauvorschriften, ein Einfamilienhaus betreffend. Und jetzt? Sind es sage und schreibe 22.000 (sic!) Vorschriften, wenn's ein banales Einfamilienhaus werden soll. Wir haben uns dann was von einem Bauträger gekauft und fertig.

    Es ist also fast unmöglich, in Deutschland ein Startup zu gründen und vor allem erfolgreich zu halten, bis es kein Startup mehr ist. Vorher ertrinkt der Laden in Vorschriften, Verordnungen und Bürokratie. Und horrender Steuerlast.

  7. Liegt auch am Land

    Autor: Luu 02.07.18 - 04:31

    Und zwar durch die Bank. Von der Bürokratie in den Behörden bis zur Bürokratie in den Köpfen der Menschen. Ich versuche das mal ausführlich zu beschreiben.

    Unsere Firma wurde 2013 in San Francisco gegründet (bzw. Juristiction of Incorporation ist aus steuergründen Delaware). Die Gründung lief online ab. Nach der Series A in 2014 hatten wir überlegt, dass es Sinn macht eine Niederlassung in Hamburg zu gründen, weil a) dort mehrere Mitarbeiter wohnten die bis dato freiberuflich bei der Inc. beschäftigt wurden und b) gute Engineers in Deutschland nur die Hälfte vom Valley kosten (80-120k EUR vs. 150-300k USD) und wir so c) einfacher Zugriff auf den europäischen Arbeitsmarkt haben.

    Alleine das Eröffnen eines Girokonto bei der Deutschen Bank war aufwendiger als die gesamte Firmengründung in den USA.

    Auch die ganze Bürokratie bei Themen wie Spesen- und Reisekostenabrechnung. In Deutschland habe ich immer den Eindruck, gehen die Behörden davon aus, dass man sie bescheissen will. In USA ist alles auf Bequemlichkeit getrimmt. Aber wenn sie einen dort beim Bescheissen erwischen sind die Strafen ungleich höher als hier. Im Endresultat muss ich in Deutschland wenn ich Mitarbeiter mal zum Essen einladen will penibel darauf achten, dass ich einen Bewirtungsbeleg bekomme, der alle wichtigen Daten enthält und dann von der Buchhaltung entsprechend verarbeitet wird. In den USA zahle ich mit meiner Firmenkreditkarte und gut ist. Bzw. Mitarbeiter die keine haben, zahlen privat, machen mit dem Handy in einer App names Expensify ein Foto vom Beleg und haben vier Tage später das Geld zurück - vollautomatisch - der Manager klickt nur einen approval Link in einer Email.

    Dann kommt die Qualität der Engineers ins Spiel und die als Firma wertzuschätzen. Bei uns dreht sich alles um das Engineering. Sprich die IT wie man im Deutschen sagen würde. Die ganze restliche Org, wie Design, Sales, Marketing, PR, etc. sind um das Engineering drum rum aufgebaut. Einzig Product ist die Kundenstimme, die dem Engineering sagt was von Kundenseite gewünscht wird. Aber jeder weiss, das unsere Firma eine Engineering Org ist.
    Bei den deutschen Startups bei denen ich die letzten 20 Jahre gearbeitet habe (fünf an der Zahl) wurde Engineering immer als Mittel zum Zweck gesehen. Sales und Product haben die erste Geige gespielt und bestimmt, was gebaut wude. Oft egal ob das technisch sinnig oder unsinnig war.

    Das schlug sich dann auch in der Comp nieder. Die meisten Entwickler lagen im Bereich 40-60k, Junior auch gerne 30k. Und vielleicht mal vereinzelt ein Senior mit 70k Compensation. Stock im eigentlichen Sinne gab es praktisch nie, bzw. wenn doch hat man dann später festgestellt, dass es ja gar nicht so unbürokratisch ist hunderten Mitarbeitern Anteile an einer GmbH rauszugeben. ESOPs sind in Deutschland deutlich aufwendiger umzusetzen. Idr. gab es irgendwelche Beteiligungsregelungen, die eher einem variablen Gehaltsanteil gleichkamen denn einer echten Beteiligung.

    Und schau dir mal Job Postings von deutschen Startups an. Suche Junior Engineer mit Senior Erfahrung zum Preis eines Intern - spassen wir bei uns immer. Viele versuchen inzw. den Silicon Valley Geist zu emulieren, bieten bsp. kostenloses Essen oder freie Wahl bei der Ausstattung. Setzen das aber gefühlt nur auf ihre altbackene Bürokratie oder das altbackene Denken oben drauf. Im Kern haben nur wenige verstanden, was die Startup Szene im Valley ausmacht. Geh mal in Deutschland auf Meetups und dann im Valley auf Meetups und man merkt sofort, was ich meine.

    Wenn man das dann alles zusammenfasst, kommt in Deutschland ein behäbigeres Produkt, das weniger engineered und polished ist und in dem mehr Anfängerfehler stecken bei raus.

    Ich weiss, das ist eine sehr abstrakte Beschreibung, aber genau so fühlt es sich an.

    Wenn ich es technisch beschreiben sollte, dann ist das deutsche Produkt eine PHP oder Rails Anwendung oder ein Java Monolith, der als Backend Memcached und eine replizierte MySQL Datenbank benutzt und von einem OPs Team zu festen Zeiten in VMs deployed wird. Sales bekommt einmal am Tag eine auf Logfiles basierte Auswertung seines Funnels.

    Das Valley Produkt sind viele unabhängige Services (Bullshit Bingo: Microservices). Manche von minderer Qualität, aber wenn sich herausstellt das sie wichtig sind, werden sie binnen Tagen durch etwas besseres vom Engineer selber ausgetauscht. Das System ist in den Sprachen geschrieben, die der jeweilige Engineer gerade interessant fand oder konnte (langfristig nicht unbedingt gut, aber schnell gebaut und bei Bedarf auch schnell austauschbar) und werden in Containern auf einem Cluster Manager wie Mesos oder K8s deployed. Die Komponenten haben verschiedenste Datastores; oft etwas in die Richtung Kommunikation über Kafka, Daten in Cassandra. Hier und da auch mal Neo4J, Cockroach, Mongo, etc. Spielt ansich keine Rolle, Hauptsache resilliant, shared nothing und ohne OPs Team skalierbar. Deployments laufen automatisch. Sobald Code commited wird springt die entsprechende pipeline an, testet baut und deployed. Code coverage ist wichtig. Sämtlicher Code wirft Metrics aus und pumpt die in irgendein System. Sei es etwas externes wie Datadog oder irgendeine onprem timeseries DB. Jeder Eng kann selber beliebige Metrics hinzufügen und darauf alamieren und das OPs bzw. SRE Team monitort nur, dass die darunterliegenden Systeme, die die Metriken und Logdaten empfangen und verarbeiten sauber laufen. Bei einem System wie Etsy gäbe es sicher ein paar Engineers die sich gerade mit interessanten Themen wie Machine Learning auseinandersetzen und in Tensorflow ein Network trainieren, das die von den Usern hochgeladenen Bilder analysiert und automatisch die besseren Fotos prominenter auf der Produktseite präsentiert um so die Verkäufe ihrer Kunden zu verbessern (so kleine Dinge meinte ich vorhin mit "polish").
    Die Komponenten sprechen untereinander über saubere Schnittstellen, egal ob jetzt REST APIs oder Protobufs oder irgendein Event System.
    Insgesamt ist die Komplexität deutlich höher als beim deutschen System, aber dafür lassen sich auch einzelne Teile schnell wegwerfen und neu machen. Sales bekommt seine Insights in nahezu Echtzeit und sie sind nur ein Byproduct des ohnehin vorhandenen Metrics system, dass jeder Engineer benutzt um seine App von vorne bis hinten zu instrumentalisieren und bei Problemen sofort zu wissen wo es hängt. So etwas wie on-call liegt in der Verantwortung der einzelnen Product Owner und nicht alleinig bei einem OPs Team.

    Das Valley Szenario benötigt mehr Know How, ist dem deutschen Szenario aber immer einen Schritt voraus. Wenn Sales irgendwelche Daten benötigt oder Product irgendetwas am Gesamtprodukt geändert braucht, ist der Valley Engineer schon mit der Umsetzung fertig, während der deutsche DBA noch darüber diskutiert, wie er die Schemaänderung ohne Downtime hinbekommt.

    Der Valley Engineer kann übrigens durchaus gebürtiger Deutscher sein und von mir aus an der RWTH studiert haben. Ist jemand der anspruchsvollere Themen in verteilten Systemen (fast jede Internet Anwendung ist im Grunde ein verteiltes System) versteht und darin aufgeht.

    Er wurde binnen kürzester Zeit von einem Valley Startup angeworben. Hat schnell mitbekommen, was er dem Valley und was er den deutschen Startups wert ist und ist damit dem deutschen Arbeitsmarkt verloren gegangen. Dem deutschen Startup bleiben die "Fachinformatiker".

    Jetzt nichts gegen Fachinformatiker. Mir geht es einzig um die Grundlagen, die man dort vermittelt bekommt. Die haben als Teil der Ausbildung nie von byzantine faults, vector clocks oder Brewer's theorem gehört.

    Womit ich bei meinem letzten Punkt wäre. Die Recruitingstandards in deutschen Unternehmen sind oft einfach niedriger. Ich war schon in Unternehmen, wo Bewerbern ein Vertrag angeboten wurde, nachdem sie sich lediglich ein Mal mit einem HR Menschen getroffen hatten aber nie von einem Engineer interviewed wurden. Im Valley durchläuft man idR. mehrere Interviews. Da macht Recruiting einen Intro Call, gefolgt von einer Coding Challenge, Code Review Call, Technical Interview, Onsite Interview mit Team Lunch und Cultural Fit und abschließendem Manager Interview und Offer. Das klingt aufwendig, ist es aber vor allem auf Seiten des Unternehmen, weil ich viel Zeit von bestehenden Mitarbeitern darauf verwende neue gute Mitarbeiter zu finden. In der Praxis kann das für den Kandidaten alles binnen zwei Tagen ablaufen.
    Wir benutzen ein Tool namens Greenhouse und wenn ich mir dort Candidate Profiles ansehe, hatten die bis zum Offer Kontakt mit 4-6 Engineers plus ihrem Manager und HR.

    Das so aus meiner Sicht die Unterschiede zwischen deutschen und US Tech Startups die mir am häufigsten aufgefallen sind.

    Edit: Achso, ist für mich fast selbstverständlich aber; es ist noch wichtig zu erwähnen, was ich beschrieben habe ist eine reine Silicon Valley Geschichte (und ganz vereinzelten Städten). Die meisten anderen Teile der USA sind genauso altbacken und bürokratisch wie die deutschen Betriebe, wenn nicht sogar schlimmer. Die Berliner Startup Szene sah erst so aus als ob sie etwas wie das deutsche Silicon Valley werden könnte, aber am Ende blieb nur ein Ausbeuten von Mitarbeitern mit hoher Arbeitsbelastung zu sehr niedrigen Löhnen und dem nie gehaltenen Versprechen einer rosigen Zukunft nach dem Exit.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.07.18 04:49 durch Luu.

  8. Re: Können Deutsche nix mehr?

    Autor: sofries 02.07.18 - 07:04

    Sehr gut beschrieben. Deutsche startups sind leider furchtbar konservativ und richten sich an veraltete Schnittstellen. Letztens müssten wir REST API Befehle durch PHP durchschleifen weil ein neues startups keine CORS abfragen Server seitig erlaubt. Bei silicon valley Firmen hingegen hast du perfekt beschriebene endpoints und kannst sofort eine serverless Web app darauf aufbauen. Bei deutschen Firmen freut man sich dagegen dass man wordpress Support hat.

  9. Re: Können Deutsche nix mehr?

    Autor: arknius 02.07.18 - 08:08

    Danke

  10. Re: Liegt auch am Land

    Autor: klamar 02.07.18 - 09:52

    Luu, du sprichst mir aus der Seele. Top beschrieben. +1

  11. Re: Können Deutsche nix mehr?

    Autor: cyberdynesystems 02.07.18 - 10:35

    Danke für Eure Beiträge!

  12. Re: Liegt auch am Land

    Autor: alloisxp 02.07.18 - 14:55

    Das halte ich für ausgemachten Humbug.

    Das Silicon-Valley hat zwei Vorteile: Mehr Geld und man kann sich dort das moralische Desinteresse an den gesellschaftlichen Verwerfungen durch Technologien die dort völlig bedenkenlos in die Welt geschmissen werden anscheinend erlauben.

    Zu Punkt 1:
    Dort gibt es soviel Geld, dass wenn man es nüchtern betrachtet eigentlich VIEEEL zu wenig rauskommt für diesen immensen Vorteil den das mit sich bringt. Das liegt auch daran, dass die Start-Up Szene dort völlig überbewertet ist, jeder Pups wird da ein Milliarden Dollar Start-Up nur um dann einige Monate später gigantische Mengen an Geldern zu verbrennen (Elizabeth Holmes lässt grüßen). Gier Frist Hirn.

    Natürlich sind die Amerikaner durch ihre gewaltige Lobbymacht (und nicht durch ihr können als Ingenieure und Informatiker) Technologietreiber. Die Firmen sind groß genug um Standarts zu setzen, so groß sind sie durch das gewaltige finanzielle Potential des Valleys geworden.

    Zu Punkt 2:
    Do the right things statt don't be evil und so... Schön KIs für Kampfdrohnen und Überwachungssoftware schreiben und ans Militär verhökern oder völlig unfähig in gigantischen Daten-Leaks riesige Mengen an Hochsicherheitsdaten an Hacker verlieren - oh man ja so ein paar Regeln/Bürokratie die das verhindert hätten - das schmälert die Rendite um 0,1% wie schrecklich... Gehts noch? Wie kann man auf so einen wilden Westen auch noch Loblieder singen?

    Gabs in den USA nicht diesen riesigen Equifax Skandal? Ein Datenleak des US-Pendants der Schufa wenn ich micht irre ist das dort aber härter weil man mit den entwendeten Sozialversicherungsnummern viel mehr anstellen kann (z.B. auch Autos kaufen auf andere Namen etc.). Die halbe US-Bevölkerung ist davon betroffen glaube ich.
    Hätte man durch ein klein wenig mehr an Bürokratie verhindern können aber hey, die Rechnung zahlt die Gesamtbevälkerung sie legt sich nciht auf die Renditen der Superreichen.

    Und was ist das bitte für ein Arroganter Vergleich von US Silicon Valley Start-Ups und deutschen Unternehmen? Ja Dawanda war ein Copy-Cat. Toll, weil Etsy ja auch so eine mega Idee ist. Die x-millionste Plattform von dadrüben wo einfach nur unfair Kapital gebündelt wird um ein quasi Monopol über den Netzwerkeffekt zu schaffen.
    Das soll gut sein?
    Geht es den menschen in den USA dadurch besser?
    Wieviele haben denn ihren Job verloren weil Uber, Airbnb, Amazon etc. gezielt über den Plattformeffekt ganze Branchen zerstören?
    Normal müsste das Kartellamt sowas zerschlagen (und wird es in Zukunft auch, nur vielleicht nicht unter Trump).

    In Deutschland gibt es sicher nicht nur PHP StartUPs, so wie in den USA auch nicht alles in Go oder Rust programmiert wird. Immer wenn man Verallgemeinerungen schreibt wie "die machen alle das" oder "das ist dort überall so" dann weiß man eigentlich das man sich im bereich des ausgemachten populistischen Blödsinns bewegt. Ich kenne viele deutsche Programmierer die die so einige Ami-Pendants locker in die Tasche stecken.

    Und was solld as mit den Ingenieure kriegen dort 250000 $. Ja na und? Davon gehen auch locker 150000 an zusätzlichen Lebenskosten drauf (mal aus Spaß nach Hauspreisen im Valley geguckt?), außerdem nutzen die Valley Start-Ups ihre Leute viel härter aus (Stichwort: durchschnittliche Wochen-Arbeitsstunden ;) ). Rechnet man die gewaltigen Extra-Lebenskosten vom Gehalt ab und teilt den übrigen Verdienst durch die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden ("freiwillige Mehrarbeit" jaja) ist der Stundenlohn gar nicht so weit auseinander.
    Hinzu kommen noch deutsche Absicherungssysteme (Rente, Arbeitslosen- & Pfelegeversicherung etc. ...). Und dann muss man auch noch den nicht vorhandenen Kündigungsschutz mit in die Gleichung aufnehmen.
    Was wohl passiert wenn man sich eine 50 m² Butze für 3 Millionen Euro gekauft hat und dann dort mit seiner vierköpfigen Familie innerhalb von einer Woche einen Käufer finden muss weil man vom Chef am Weihnachtsvorabend gefeuert wurde nachdem man eine Woche weniger als 65h gearbeitet hat? Hmmmm...

    Ich weiß ist eine plakative Übertreibung. Allerdings eigentlich nur ungefähr in der Größenordnung wie der Pro-Valley-Post auf den sich das bezieht.

    Das gelobte Land dadrüben... das ich nicht lache...

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