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Der Artikel macht es unverständlich. Das Urteil ist keine Aufregung wert und leicht verständlich.

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  1. Der Artikel macht es unverständlich. Das Urteil ist keine Aufregung wert und leicht verständlich.

    Autor: watwerbisdudenn 22.11.17 - 20:08

    Wenn man das Urteil (bzw. die Pressemitteilung) liest, ist es eigentlich leicht zu verstehen:

    > Der unter anderem für das Kaufrecht zuständige VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass der Anspruch eines Verkäufers auf Zahlung des Kaufpreises zwar erlischt, wenn der vom Käufer entrichtete Kaufpreis vereinbarungsgemäß dem PayPal-Konto des Verkäufers gutgeschrieben wird. Jedoch treffen die Kaufvertragsparteien mit der einverständlichen Verwendung des Bezahlsystems PayPal gleichzeitig stillschweigend die weitere Vereinbarung, dass die betreffende Kaufpreisforderung wiederbegründet wird, wenn das PayPal-Konto des Verkäufers nach einem erfolgreichen Antrag des Käufers auf Käuferschutz rückbelastet wird.

    Sprich: wenn der Käufer über Paypal zahlt, gilt die Ware als bezahlt. Wenn er das Geld über den Käuferschutz zurückbuchen lässt, dann heißt das nicht, dass der Verkäufer eine Reklamation erhalten, diese akzeptiert und das Geld zurückerstattet hat, sondern zunächst mal nur, dass die Ware wieder als unbezahlt gilt. Der Verkäufer kann sich dem Käuferschutz-Urteil Paypals anschließen und es dabei belassen, oder die Entscheidung von Paypal als falsch und die Ware als zu Unrecht nicht bezahlt betrachten und den Käufer auf Zahlung verklagen.

    Das wurde auch sehr gut erläutert:

    > Die Annahme einer stillschweigend vereinbarten Wiederbegründung der Kaufpreisforderung ist auch deshalb geboten, weil PayPal nur einen vereinfachten Prüfungsmaßstab anlegt, der eine sachgerechte Berücksichtigung der Interessen beider Vertragsparteien - anders als das gesetzliche Mängelgewährleistungsrecht – nicht sicherzustellen vermag. Gleichwohl ist ein erfolgreicher Antrag auf PayPal-Käuferschutz für den Käufer von Vorteil, weil er danach den (vorgeleisteten) Kaufpreis zurückerhält, ohne den Verkäufer auf Rückzahlung - gegebenenfalls im Klageweg - in Anspruch nehmen zu müssen.

    Der Artikel schafft es, das unverständlicher zusammenzufassen als es im Urteil steht.

    Der Bundesgerichtshof hat hier nur entschieden, dass ein Gericht nicht einfach davon ausgehen darf, dass der Verkäufer mit einer Rückbuchung durch Paypal keinen Anspruch mehr auf Zahlung hat, weil Paypal eben kein Gericht ist. Vielmehr muss ein Gericht, wenn ein Verkäufer gegen einen Käufer klagt, der Geld zurückbuchen ließ, im Einzelfall prüfen, ob die Rückbuchung und damit Zahlungsverweigerung des Käufers begründet ist.

    In dem Fall mit dem Mobiltelefon wurde das geprüft und geurteilt, dass der gewerbliche Kunde die Ware zu zahlen hat und die Rückbuchung über den Käuferschutz somit unrechtmäßig war.

    Im zweiten Fall muss das Gericht, an das der Fall zurück verwiesen wurde, eine entsprechende Prüfung des Sachverhalts erst noch vornehmen. Die Aussage von Golem "Der Bundesgerichtshof gab jedoch hier ebenfalls dem Verkäufer Recht." ist falsch. Der Bundesgerichtshof hat dem Verkäufer in der Sache nicht recht gegeben, sondern nur dem Einspruch gegen das Urteil stattgegeben:

    > Im Verfahren VIII ZR 213/16 hatte die Revision demgegenüber Erfolg, weil das Berufungsgericht trotz der Rückbuchung aufgrund des Antrags auf PayPal-Käuferschutz den Anspruch des Verkäufers auf Kaufpreiszahlung verneint hatte. Der Senat hat die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht zurückverwiesen, damit es Feststellungen zu der Frage treffen kann, ob und inwieweit sich der Beklagte gegenüber dem wiederbegründeten Kaufpreisanspruch der Klägerin auf gesetzliche Mängelgewährleistungsrechte berufen kann.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 22.11.17 20:11 durch watwerbisdudenn.

  2. Re: Der Artikel macht es unverständlich. Das Urteil ist keine Aufregung wert und leicht verständlich.

    Autor: User_x 22.11.17 - 20:23

    unter Käuferschutz verstehe ich eh nur, dass man ggf. sein Geld wieder bekommt. Dachte Paypal hat dafür eine Versicherung ubd der Händler behällt sein Geld bzw. Paypal bemüht eben dann Gerichte oder einigt sich anders mit denen (droht mit Kündigung) etc. weil die genau protokollieren können wir oft bei welchem Händler dieser Käuferschutz anspringt und den evtl. sperren.

    im Fall des iPhones hat es eben der Kunde versäumt eine Gegenstrafanzeige gegen gewerbsmäßigem Betrug zu stellen, weil das doch grobfahrlässig ist, wenn man kein versandbeleg nachweisen kann - ist ja kein privatversender der sowas nur selten macht und unkenntnis darüber hat.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.11.17 20:34 durch User_x.

  3. Re: Der Artikel macht es unverständlich. Das Urteil ist keine Aufregung wert und leicht verständlich.

    Autor: thedemonhunter 22.11.17 - 21:03

    Ich verstehe das nicht. Wenn doch beide sich darauf einigen paypal inkl der Regularien zu nutzen muss doch der Verkäufer im Zweifelsfall gegen paypal klagen egal welcher art der käufer ist. Bei einer überweisung wäre das was anderes aber die AGBs von paypal denen man zustimmt sehen diesen unterschied nicht vor. Dafür nimmt paypal doch auch eine Gebühr.
    :-?

  4. Re: Der Artikel macht es unverständlich. Das Urteil ist keine Aufregung wert und leicht verständlich.

    Autor: watwerbisdudenn 22.11.17 - 21:49

    User_x schrieb:

    > unter Käuferschutz verstehe ich eh nur, dass man ggf. sein Geld wieder bekommt. Dachte Paypal hat dafür eine Versicherung ubd der Händler behällt sein Geld (...).

    Dann waren/sind Deine Vorstellungen von Paypal und Käuferschutz leider falsch.

    > im Fall des iPhones hat es eben der Kunde versäumt eine Gegenstrafanzeige gegen gewerbsmäßigem Betrug zu stellen, weil das doch grobfahrlässig ist, wenn man kein versandbeleg nachweisen kann (...)

    Aus der Pressemitteilung:

    >> Nachdem der Kaufpreis auf dem PayPal-Konto des Klägers eingegangen war, versandte dieser das Mobiltelefon in einem (vereinbarungsgemäß unversicherten) Päckchen an die Beklagte zu 1. Diese teilte dem Kläger anschließend mit, das Mobiltelefon nicht erhalten zu haben. Ein Nachforschungsauftrag des Klägers beim Versanddienstleister blieb erfolglos.

    "Vereinbarungsgemäß unversichert" steht da. Und weiter:

    >> Dies ändert sich auch nicht dadurch, dass die Beklagten das Mobiltelefon nach ihrer Behauptung nicht erhalten haben, denn mit der unstreitig erfolgten Versendung desselben ging die Gefahr des zufälligen Verlustes auf dem Versandweg - anders als es bei einem hier nicht vorliegenden Kauf einer beweglichen Sache durch einen Verbraucher von einem Unternehmer (Verbrauchsgüterkauf) der Fall wäre - auf die Beklagte zu 1 über.

    Da sind die Gesetze recht eindeutig und das Urteil völlig korrekt. Es kann sich hier auch um einen Betrugsversuch des Käufers handeln.

  5. Re: Der Artikel macht es unverständlich. Das Urteil ist keine Aufregung wert und leicht verständlich.

    Autor: User_x 22.11.17 - 22:13

    watwerbisdudenn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > User_x schrieb:
    >
    > > unter Käuferschutz verstehe ich eh nur, dass man ggf. sein Geld wieder
    > bekommt. Dachte Paypal hat dafür eine Versicherung ubd der Händler behällt
    > sein Geld (...).
    >
    > Dann waren/sind Deine Vorstellungen von Paypal und Käuferschutz leider
    > falsch.

    das scheint mir auch so, schade dass der Käuferschutz nur ein Trugschluss ist.

    > > im Fall des iPhones hat es eben der Kunde versäumt eine Gegenstrafanzeige
    > gegen gewerbsmäßigem Betrug zu stellen, weil das doch grobfahrlässig ist,
    > wenn man kein versandbeleg nachweisen kann (...)
    >
    > Aus der Pressemitteilung:
    >
    > >> Nachdem der Kaufpreis auf dem PayPal-Konto des Klägers eingegangen war,
    > versandte dieser das Mobiltelefon in einem (vereinbarungsgemäß
    > unversicherten) Päckchen an die Beklagte zu 1. Diese teilte dem Kläger
    > anschließend mit, das Mobiltelefon nicht erhalten zu haben. Ein
    > Nachforschungsauftrag des Klägers beim Versanddienstleister blieb
    > erfolglos.
    >
    > "Vereinbarungsgemäß unversichert" steht da. Und weiter:
    >
    > >> Dies ändert sich auch nicht dadurch, dass die Beklagten das Mobiltelefon
    > nach ihrer Behauptung nicht erhalten haben, denn mit der unstreitig
    > erfolgten Versendung desselben ging die Gefahr des zufälligen Verlustes auf
    > dem Versandweg - anders als es bei einem hier nicht vorliegenden Kauf einer
    > beweglichen Sache durch einen Verbraucher von einem Unternehmer
    > (Verbrauchsgüterkauf) der Fall wäre - auf die Beklagte zu 1 über.
    >
    > Da sind die Gesetze recht eindeutig und das Urteil völlig korrekt. Es kann
    > sich hier auch um einen Betrugsversuch des Käufers handeln.

    Was mit dem "vereinbarungsgemäß" gemeint ist, bleibt offen. Das kann auch auf eine abfolge von schlecht dargestellten Versandoptionen während des Kaufes im Onlineshop hinweisen.

    Das der Versendenachweis nicht geliefert werden konnte, ist aber eigenartig - da doch der Versandhändler damit recht häufig Erfahrung haben müsste und auch irgendwie eine Sorgfaltspflicht haben sollte.

    Natürlich, wenn Gesetze da sind ist immer alles korrekt - leider nicht immer wirklich recht.

  6. Re: Der Artikel macht es unverständlich. Das Urteil ist keine Aufregung wert und leicht verständlich.

    Autor: watwerbisdudenn 22.11.17 - 22:17

    thedemonhunter schrieb:

    > Ich verstehe das nicht. Wenn doch beide sich darauf einigen paypal inkl der Regularien zu nutzen muss doch der Verkäufer im Zweifelsfall gegen paypal klagen egal welcher art der käufer ist.

    Eben nicht. Die Rückbuchung im Rahmen des Käuferschutzes ist eine Zurücknahme der Zahlung, die Paypal als Zahlungsdienstleister unter bestimmten Umständen im Auftrag des Käufers vornimmt. Der Käufer verweigert rückwirkend die Zahlung. Es steht dem Verkäufer frei, gegen diese Zahlungsverweigerung des Käufers gerichtlich vorzugehen, wenn der Verkäufer meint, diese erfolge zu unrecht (also im Widerspruch zu geltenden Gesetzen).

    Der Verkäufer stimmt der Rücknahme von Zahlungen durch Paypal zu, gibt damit aber nicht die Geldforderung gegenüber dem Käufer auf. Genau darum geht es bei dem Urteil. In dem Moment, in dem der Käufer Paypal beauftragt "Nimm bitte mein Geld wieder aus der Kasse des Verkäufers" und Paypal erwidert "Klingt vernünftig" und das tut, sagt der Verkäufer "Ja, Paypal, Du kannst das Geld aus meiner Kasse rausnehmen, das haben wir so vereinbart, aber dann schuldet mir der Käufer diesen Betrag wieder."

  7. Re: Der Artikel macht es unverständlich. Das Urteil ist keine Aufregung wert und leicht verständlich.

    Autor: ML82 22.11.17 - 22:58

    demnach ist der käuferschutz seitens paypal eine lachnummer, weil paypal kein klärendes gericht ist, noch eine im schadensfall einspringende versicherung?

    bleibt nun die frage, welchen schutz bietet paypal da eigentlich wem an?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.11.17 23:05 durch ML82.

  8. Re: Der Artikel macht es unverständlich. Das Urteil ist keine Aufregung wert und leicht verständlich.

    Autor: ML82 22.11.17 - 23:02

    ja, denn recht ist nicht automatisch gerechtigkeit, sondern nur verklausuliertes brauchtum ... ;-)

  9. Danke ++

    Autor: Dadie 22.11.17 - 23:38

    Danke für die klärenden Worte. Ich hatte den Artikel mehrfach gelesen und erst mit der Hilfe deines Kommentars wirklich verstanden :)

  10. Re: Der Artikel macht es unverständlich. Das Urteil ist keine Aufregung wert und leicht verständlich.

    Autor: emuuu 22.11.17 - 23:50

    ML82 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demnach ist der käuferschutz seitens paypal eine lachnummer, weil paypal
    > kein klärendes gericht ist, noch eine im schadensfall einspringende
    > versicherung?
    >
    > bleibt nun die frage, welchen schutz bietet paypal da eigentlich wem an?

    Naja du schiebst die Beweislast erstmal wieder zum Verkäufer:
    Du hast dein Geld zurück und der Verkäufer muss dich auf Zahlung verklagen. Wenn das Geld bei ihm liegt und du es nicht wieder kriegst müsstest du klagen. Und da ist gerade bei Privatpersonen der Kosten-Nutzung-Faktor oft nicht gegeben (von Möglichkeit und Kenntis der Rechtlage mal abgesehen).



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.11.17 23:51 durch emuuu.

  11. Re: Der Artikel macht es unverständlich. Das Urteil ist keine Aufregung wert und leicht verständlich.

    Autor: sofries 22.11.17 - 23:56

    ML82 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demnach ist der käuferschutz seitens paypal eine lachnummer, weil paypal
    > kein klärendes gericht ist, noch eine im schadensfall einspringende
    > versicherung?
    >
    > bleibt nun die frage, welchen schutz bietet paypal da eigentlich wem an?

    Der Schutz besteht darin, dass man sein Geld vorerst wiederbekommt. Der Händler muss also erst mal klagen und ein Gericht muss zu seinem Gunsten entscheiden, wenn er das Geld tatsächlich wieder sehen will.
    Die gleiche Art von Schutz ist übrigens auch bei der Lastschrift gegeben. Man kann jede Abbuchung noch 7 Wochen danach zurücknehmen lassen. Wenn dir also der Händler 500¤ für einen Laptop abbucht und sich dann trotz Vereinbarung nicht mehr meldet oder wenn kein Laptop ankommt, dann hat man sein Geld wieder am nächsten Tag auf dem Konto und man kann sich um Alternativen bemühen, während der Händler eine juristische Auseinadersetzung wohl vermeiden wird, wenn er klar nicht seine Pflichten aus dem Kaufvertrag erfüllt hat.
    Bei Vorkasse hingegen bin ich dem Händler ausgeliefert. Wenn ich jetzt 1000¤ per Vorkasse an LaptopLadenXY bezahle und die plötzlich nicht liefern wollen, dann muss ich bei denen Betteln, dass sie mir netterweise mein Geld zurücküberseisen oder bekomme es Wochen oder Monate später nach einer juristischen Auseindersetzung wieder zurück.

    Daher sollte man niemals Vorkasse bei unbekannten oder kleineren Händlern bezahlen sondern entweder Paypal mit Käuferschutz oder Lastschrift nutzen.

  12. Re: Der Artikel macht es unverständlich. Das Urteil ist keine Aufregung wert und leicht verständlich.

    Autor: ML82 23.11.17 - 02:08

    sofries schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ML82 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > demnach ist der käuferschutz seitens paypal eine lachnummer, weil paypal
    > > kein klärendes gericht ist, noch eine im schadensfall einspringende
    > > versicherung?
    > >
    > > bleibt nun die frage, welchen schutz bietet paypal da eigentlich wem an?


    > Die gleiche Art von Schutz ist übrigens auch bei der Lastschrift gegeben.
    > Man kann jede Abbuchung noch 7 Wochen danach zurücknehmen lassen.

    neben viel blabla, war das das entscheidende, die bank bei der du dein girokonto hast bietet den gleichen schutz wie paypal, nicht mehr und nicht weniger, keiner der schutz sucht kann bei paypal mehr schutz bekommen als mit einem girokonto bei der lokalen sparkasse, oder ähnlichen instituten ... wozu genau braucht man dann paypal?

  13. Re: Der Artikel macht es unverständlich. Das Urteil ist keine Aufregung wert und leicht verständlich.

    Autor: RichardEb 23.11.17 - 05:18

    ML82 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > sofries schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > ML82 schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > demnach ist der käuferschutz seitens paypal eine lachnummer, weil
    > paypal
    > > > kein klärendes gericht ist, noch eine im schadensfall einspringende
    > > > versicherung?
    > > >
    > > > bleibt nun die frage, welchen schutz bietet paypal da eigentlich wem
    > an?
    >
    > > Die gleiche Art von Schutz ist übrigens auch bei der Lastschrift
    > gegeben.
    > > Man kann jede Abbuchung noch 7 Wochen danach zurücknehmen lassen.
    >
    > neben viel blabla, war das das entscheidende, die bank bei der du dein
    > girokonto hast bietet den gleichen schutz wie paypal, nicht mehr und nicht
    > weniger, keiner der schutz sucht kann bei paypal mehr schutz bekommen als
    > mit einem girokonto bei der lokalen sparkasse, oder ähnlichen instituten
    > ... wozu genau braucht man dann paypal?

    Weil Paypal für beide Seiten Schutz biete.
    Bei einer Überweisung kann das Geld nicht zurück gebucht werden. Damit ist der Verkäufer im Vorteil
    Eine Lastschrift kann ohne Prüfung des Sachverhaltes zurückgebucht werden. Also ist der Verkäufer im Nachteil.

    Paypal hingegen prüft den Sachverhalt und versucht die "richtige" Lösung auf Basis des Sachverhaltes zu treffen.


    Ich finde es erstaunlich wie viele Missverständnisse es zum Thema Paypal gibt. Nutzt das tatsächlich keiner oder liest sich nur niemand die Bedingungen durch?

  14. Re: Der Artikel macht es unverständlich. Das Urteil ist keine Aufregung wert und leicht verständlich.

    Autor: troll3x 23.11.17 - 07:19

    watwerbisdudenn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn man das Urteil (bzw. die Pressemitteilung) liest, ist es eigentlich
    > leicht zu verstehen:
    >
    > > Der unter anderem für das Kaufrecht zuständige VIII. Zivilsenat des
    > Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass der Anspruch eines Verkäufers auf
    > Zahlung des Kaufpreises zwar erlischt, wenn der vom Käufer entrichtete
    > Kaufpreis vereinbarungsgemäß dem PayPal-Konto des Verkäufers gutgeschrieben
    > wird. Jedoch treffen die Kaufvertragsparteien mit der einverständlichen
    > Verwendung des Bezahlsystems PayPal gleichzeitig stillschweigend die
    > weitere Vereinbarung, dass die betreffende Kaufpreisforderung
    > wiederbegründet wird, wenn das PayPal-Konto des Verkäufers nach einem
    > erfolgreichen Antrag des Käufers auf Käuferschutz rückbelastet wird.
    >
    > Sprich: wenn der Käufer über Paypal zahlt, gilt die Ware als bezahlt. Wenn
    > er das Geld über den Käuferschutz zurückbuchen lässt, dann heißt das nicht,
    > dass der Verkäufer eine Reklamation erhalten, diese akzeptiert und das Geld
    > zurückerstattet hat, sondern zunächst mal nur, dass die Ware wieder als
    > unbezahlt gilt. Der Verkäufer kann sich dem Käuferschutz-Urteil Paypals
    > anschließen und es dabei belassen, oder die Entscheidung von Paypal als
    > falsch und die Ware als zu Unrecht nicht bezahlt betrachten und den Käufer
    > auf Zahlung verklagen.
    >
    > Das wurde auch sehr gut erläutert:
    >
    > > Die Annahme einer stillschweigend vereinbarten Wiederbegründung der
    > Kaufpreisforderung ist auch deshalb geboten, weil PayPal nur einen
    > vereinfachten Prüfungsmaßstab anlegt, der eine sachgerechte
    > Berücksichtigung der Interessen beider Vertragsparteien - anders als das
    > gesetzliche Mängelgewährleistungsrecht – nicht sicherzustellen
    > vermag. Gleichwohl ist ein erfolgreicher Antrag auf PayPal-Käuferschutz für
    > den Käufer von Vorteil, weil er danach den (vorgeleisteten) Kaufpreis
    > zurückerhält, ohne den Verkäufer auf Rückzahlung - gegebenenfalls im
    > Klageweg - in Anspruch nehmen zu müssen.
    >
    > Der Artikel schafft es, das unverständlicher zusammenzufassen als es im
    > Urteil steht.
    >
    > Der Bundesgerichtshof hat hier nur entschieden, dass ein Gericht nicht
    > einfach davon ausgehen darf, dass der Verkäufer mit einer Rückbuchung durch
    > Paypal keinen Anspruch mehr auf Zahlung hat, weil Paypal eben kein Gericht
    > ist. Vielmehr muss ein Gericht, wenn ein Verkäufer gegen einen Käufer
    > klagt, der Geld zurückbuchen ließ, im Einzelfall prüfen, ob die Rückbuchung
    > und damit Zahlungsverweigerung des Käufers begründet ist.
    >
    > In dem Fall mit dem Mobiltelefon wurde das geprüft und geurteilt, dass der
    > gewerbliche Kunde die Ware zu zahlen hat und die Rückbuchung über den
    > Käuferschutz somit unrechtmäßig war.
    >
    > Im zweiten Fall muss das Gericht, an das der Fall zurück verwiesen wurde,
    > eine entsprechende Prüfung des Sachverhalts erst noch vornehmen. Die
    > Aussage von Golem "Der Bundesgerichtshof gab jedoch hier ebenfalls dem
    > Verkäufer Recht." ist falsch. Der Bundesgerichtshof hat dem Verkäufer in
    > der Sache nicht recht gegeben, sondern nur dem Einspruch gegen das Urteil
    > stattgegeben:
    >
    > > Im Verfahren VIII ZR 213/16 hatte die Revision demgegenüber Erfolg, weil
    > das Berufungsgericht trotz der Rückbuchung aufgrund des Antrags auf
    > PayPal-Käuferschutz den Anspruch des Verkäufers auf Kaufpreiszahlung
    > verneint hatte. Der Senat hat die Sache zur erneuten Verhandlung und
    > Entscheidung an das Landgericht zurückverwiesen, damit es Feststellungen zu
    > der Frage treffen kann, ob und inwieweit sich der Beklagte gegenüber dem
    > wiederbegründeten Kaufpreisanspruch der Klägerin auf gesetzliche
    > Mängelgewährleistungsrechte berufen kann.

    Da hat jemand Ahnung. Danke für die Aufklärung. Dein Beitrag war um einiges verständlicher als der Golem Artikel.

  15. Re: Der Artikel macht es unverständlich. Das Urteil ist keine Aufregung wert und leicht verständlich.

    Autor: chefin 23.11.17 - 07:35

    thedemonhunter schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich verstehe das nicht. Wenn doch beide sich darauf einigen paypal inkl der
    > Regularien zu nutzen muss doch der Verkäufer im Zweifelsfall gegen paypal
    > klagen egal welcher art der käufer ist. Bei einer überweisung wäre das was
    > anderes aber die AGBs von paypal denen man zustimmt sehen diesen
    > unterschied nicht vor. Dafür nimmt paypal doch auch eine Gebühr.
    > :-?


    Paypal ist ein Treuhänder, kein Anwalt. Treuhänder kannst du nicht verklagen, wenn durch falsche Angaben oder Zweifel an der Rechtmässigkeit das Geld nicht an den Verkäufer geht sondern zurück an den Käufer. Sonst würde Paypal wie ein Richter da stehen, was sie definitiv nicht sind und nie sein können.

    Paypal sorgt dafür, das der Nachteil Vorkasse eliminiert wird. Nicht mehr und nicht weniger. Rechtlich entsteht das Problem, das eine als bezahlt geltende Forderung nicht mehr aufleben kann. Bezahlt hat man aber rechtlich, sobald man Paypal das Geld gibt. Paypal stellt also eine Forderung wieder her, die schon bezahlt war. Das sie eine Forderung wieder herstellen ergibt sich aus dem Umstand, das sie berechtigt ist.

    Zum Urteil muss man sich das genau durchlesen, dann bekommt man mit das ein unversicherter Versand gewünscht war. Und im gewerblichen Handel nicht unüblich ist. Eben weil dort der Empfänger das Risiko trägt und nicht der Absender. Will der Empfänger das absichern, macht er das selbst. Meist lässt er es, weil unterm strich es sich nicht lohnt. Versicherungen kalkulieren ja Schadensmenge im Jahr + Verdienst. Versicherungen lohnen sich eigentlich nur bei aussergewöhnlichen und für den betroffenen existenziellen Schäden. Schäden die relaiv regelmässig vorkommen lohnen sich keine Versicherungen.

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