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Das ist schlichtweg falsch

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  1. Das ist schlichtweg falsch

    Autor: RunningTux 23.02.10 - 09:02

    Es ist falsch für OpenSource oder Linux ein Patentabkommen mit Microsoft zu schließen.
    Diese Software ist größtenteils unter der GPL lizensiert. Microsoft hat somit gar keine Rechte.

  2. Re: Das ist schlichtweg falsch

    Autor: IssesNich 23.02.10 - 09:06

    RunningTux schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist falsch für OpenSource oder Linux ein Patentabkommen mit Microsoft zu
    > schließen.
    > Diese Software ist größtenteils unter der GPL lizensiert. Microsoft hat
    > somit gar keine Rechte.
    Wenn MS Patente berührt sind ist es egal, ob die Software unter GPL oder irgendeiner anderen Lizenz steht, da hilft nur eine Patentlizenz gegen mögliche Ansprüche. Du vermischt hier zwei vollkommen unterschiedliche Dinge.

  3. Re: Das ist schlichtweg falsch

    Autor: Murmel 23.02.10 - 09:13

    IssesNich schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn MS Patente berührt sind ist es egal, ob die Software unter GPL oder
    > irgendeiner anderen Lizenz steht, da hilft nur eine Patentlizenz gegen
    > mögliche Ansprüche. Du vermischt hier zwei vollkommen unterschiedliche
    > Dinge.

    "Wenn...". Wie ja von Microsoft schon öfters behauptet wurde, soll Linux mehrere Patentierte Techniken von Microsoft verwenden. Der Beweis oder auch nur eine einzige genannte Stelle ist Microsoft bis heute aber schuldig geblieben. Somit ist das als FUD abzuwerten.

    Was RunningTux wohl eher meinte ist, dass Amazon die verwendete Technik für deren Linux-Server für alle weitergeben muss, und sie nicht nur Microsoft durch ein Patentabkommen geben darf.

  4. Re: Das ist schlichtweg falsch

    Autor: IssesNich 23.02.10 - 09:18

    Murmel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > IssesNich schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Wenn MS Patente berührt sind ist es egal, ob die Software unter GPL oder
    > > irgendeiner anderen Lizenz steht, da hilft nur eine Patentlizenz gegen
    > > mögliche Ansprüche. Du vermischt hier zwei vollkommen unterschiedliche
    > > Dinge.
    >
    > "Wenn...". Wie ja von Microsoft schon öfters behauptet wurde, soll Linux
    > mehrere Patentierte Techniken von Microsoft verwenden. Der Beweis oder auch
    > nur eine einzige genannte Stelle ist Microsoft bis heute aber schuldig
    > geblieben. Somit ist das als FUD abzuwerten.
    Amazon hat ja auch nicht sein Linux lizensieren lassen, sondern alles mögliche von MS im Gegenzug dafür hat MS Amazons Patente bekommen. Dabei ist es also vollkommen unerheblich, ob Linux MS Patente verletzt.

    > Was RunningTux wohl eher meinte ist, dass Amazon die verwendete Technik für
    > deren Linux-Server für alle weitergeben muss, und sie nicht nur Microsoft
    > durch ein Patentabkommen geben darf.
    Das müssen sie nur, wenn es sich um GPL Komponenten handelt, was mit ziemlich großer Sicherheit eben nicht bei allen Komponenten der Fall ist.

  5. Re: Das ist schlichtweg falsch

    Autor: IssesNich 23.02.10 - 09:23

    Murmel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > IssesNich schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Wenn MS Patente berührt sind ist es egal, ob die Software unter GPL oder
    > > irgendeiner anderen Lizenz steht, da hilft nur eine Patentlizenz gegen
    > > mögliche Ansprüche. Du vermischt hier zwei vollkommen unterschiedliche
    > > Dinge.
    >
    > "Wenn...". Wie ja von Microsoft schon öfters behauptet wurde, ...

    Ich habe mich übrigens nur auf die Aussage des Vorposters bezogen, dass MS keine Rechte besitze, wenn es GPL Software ist, was eben nachweislich falsch ist. Ich habe nicht behauptet, MS habe Patente an Linux, was du gelesen zu haben scheinst.

  6. Re: Das ist schlichtweg falsch

    Autor: lcg 23.02.10 - 09:37

    Murmel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was RunningTux wohl eher meinte ist, dass Amazon die verwendete Technik für
    > deren Linux-Server für alle weitergeben muss, und sie nicht nur Microsoft
    > durch ein Patentabkommen geben darf.

    Das ist ein häufiges Missverständnis der GPL. Niemand *muss* veränderte GPL Quelltexte wieder allen zur Verfügung stellen, man *darf* (Abschnitt 5, "Conveying Modified Source Versions": "You *may* convey a work based on the Program, or the modifications to produce it from the Program, in the form of source code under the terms of section 4 [...]" [Betonung von mir]).
    Was man im Rahmen der GPL allerdings sehr wohl muss, ist jemandem zu einem Binary auch den Quellcode zur Verfügung stellen (Abschnitt 6, "Conveying Non-Source Forms": "You may convey a covered work in object code form under the terms of sections 4 and 5, provided that you also convey the machine-readable Corresponding Source under the terms of this License [...]").

    Solange also eine Firma wie Amazon beispielsweise GPL Software nimmt, modifiziert und auf ihren eigenen Rechnern einsetzt, haben sie niemand ein Binary gegeben, zu dem sie auch den Quellcode herausrücken müssten.

    Grüße,
    lcg

  7. Re: Das ist schlichtweg falsch

    Autor: softwarehouse 23.02.10 - 09:45

    es geht auch um die kindle-software, nicht frei.

  8. Re: Das ist schlichtweg falsch

    Autor: IssesNich 23.02.10 - 09:47

    lcg schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Murmel schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Was RunningTux wohl eher meinte ist, dass Amazon die verwendete Technik
    > für
    > > deren Linux-Server für alle weitergeben muss, und sie nicht nur
    > Microsoft
    > > durch ein Patentabkommen geben darf.
    >
    > Das ist ein häufiges Missverständnis der GPL. Niemand *muss* veränderte GPL
    > Quelltexte wieder allen zur Verfügung stellen, man *darf*
    Das ist so nicht richtig, du musst, auf Nachfrage, veränderte Quelltexte bereitstellen, wenn du die veränderte Version weiter gibst. Eben genau die Weitergabe (Distribution) ist dabei wichtig, nicht die Art der Weitergabe (binär/Source).
    > (Abschnitt 5,
    > "Conveying Modified Source Versions": "You *may* convey a work based on the
    > Program, or the modifications to produce it from the Program, in the form
    > of source code under the terms of section 4 [...]" ).
    > Was man im Rahmen der GPL allerdings sehr wohl muss, ist jemandem zu einem
    > Binary auch den Quellcode zur Verfügung stellen (Abschnitt 6, "Conveying
    > Non-Source Forms": "You may convey a covered work in object code form under
    > the terms of sections 4 and 5, provided that you also convey the
    > machine-readable Corresponding Source under the terms of this License
    > [...]").
    Das gilt für die Weitergabe in jeglicher Form. Wobei das natürlich eher pro forma ist, wenn man den source sowieso weiter gibt.

    > Solange also eine Firma wie Amazon beispielsweise GPL Software nimmt,
    > modifiziert und auf ihren eigenen Rechnern einsetzt, haben sie niemand ein
    > Binary gegeben, zu dem sie auch den Quellcode herausrücken müssten.
    Das Binary ist dabei unerheblich, wichtig ist das weitergeben (distribute). Man darf GPL Code für sich selber modifizieren, sobald man ihn, egal in welcher Form, weiter gibt, hat man den Sourcecode bereitzustellen, eigentlich ganz einfach.

  9. Nun komm doch nicht mit Fakten!

    Autor: SoIsDas 23.02.10 - 09:49

    softwarehouse schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > es geht auch um die kindle-software, nicht frei.
    Hier standen Linux,Microsoft und Patente in einer Meldung, da ist der Rest nicht mehr wichtig. ;)

  10. Re: Das ist schlichtweg falsch

    Autor: Murmel 23.02.10 - 11:21

    lcg schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Solange also eine Firma wie Amazon beispielsweise GPL Software nimmt,
    > modifiziert und auf ihren eigenen Rechnern einsetzt, haben sie niemand ein
    > Binary gegeben, zu dem sie auch den Quellcode herausrücken müssten.

    Wie "IssesNich" schon geschrieben hat, ist genauso, wie ich es gemeint habe. Da laut dem Artikel Amazon ja ihre "Linux Server Software" an Microsoft weitergibt, müssen sie es eben auch allen zur Verfügung stellen. Wenn sie es für sich behalten würden, dann müssten sie es nicht, da hast du recht.

  11. Re: Das ist schlichtweg falsch

    Autor: lcg 23.02.10 - 11:24

    IssesNich schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Das ist so nicht richtig, du musst, auf Nachfrage, veränderte Quelltexte
    > bereitstellen, wenn du die veränderte Version weiter gibst. Eben genau die
    > Weitergabe (Distribution) ist dabei wichtig, nicht die Art der Weitergabe
    > (binär/Source).

    Naja, die GPL unterscheidet im Prinzip 3 Fälle, unveränderte Weitergabe von Quellen (Punkt 4), veränderte Weitergabe von Quellen (Punkt 5, den ich zitiert habe) und Weitergabe von Binärdateien (auch zitiert).
    Wenn ich die Sourcen schon weitergegeben habe, dann ist eine Nachfrage nach den Sourcen wohl nicht mehr so sinnvoll. Und genau das ist mein Punkt, den ich ja aus der GPL zitiert habe, man hat das Recht (man darf) die veränderten Quellen weitergeben. Man muss sie aber weitergeben, wenn man ein binary weitergibt (Abschnitt 6).

    > > (Abschnitt 6, "Conveying
    > > Non-Source Forms": "You may convey a covered work in object code form
    > under
    > > the terms of sections 4 and 5, provided that you also convey the
    > > machine-readable Corresponding Source under the terms of this License
    > > [...]").
    > Das gilt für die Weitergabe in jeglicher Form. Wobei das natürlich eher pro
    > forma ist, wenn man den source sowieso weiter gibt.

    Auch da widerspreche ich, warum soll dieser Abschnitt für jegliche Weitergabe gelten, wenn er explizit mit "Conveying Non-Source Forms" überschrieben ist?

    Die Lizenz unterscheidet klar die drei Fälle und sagt für jeden, was man darf und muss

    > Das Binary ist dabei unerheblich, wichtig ist das weitergeben (distribute).
    > Man darf GPL Code für sich selber modifizieren, sobald man ihn, egal in
    > welcher Form, weiter gibt, hat man den Sourcecode bereitzustellen,
    > eigentlich ganz einfach.

    Dass ich Veränderungen nicht offenlegen muss, habe ich auch nie bestritten. Eigentlich war das so genau der Punkt meines Postings.
    Nur finde ich halt die Aussage "wenn ich den Sourcecode weitergebe, dann muss ich den Sourcecode mitliefern" etwas sinnfrei. ;) Interessanter ist da halt der Fall, dass ich jemand ein Binary gebe, der muss dann auch die Sourcen bekommen.

    Grüße,
    lcg

  12. Re: Das ist schlichtweg falsch

    Autor: wieder falsch 23.02.10 - 11:25

    Eben das is der Irrtum. Wenn, dann müssten sie die Quellen lediglich MS geben. Von einer allgemeinen "Veröffentlichungs-Pflicht" ist in der GPL nirgendwo die Rede.

  13. Re: Das ist schlichtweg falsch

    Autor: Baba 23.02.10 - 22:58

    Murmel schrieb:
    -------------
    > Microsoft weitergibt, müssen sie es eben auch allen zur
    > Verfügung stellen.

    Nein, nicht korrekt.

    Sie müssen es an IHRE KUNDEN, also MICROSOFT weitergeben,
    wenn MICROSOFT der einzige Kunde wäre. Andere Leute sind
    keine Kunden, haben also auch keine Exe und kriegen deswegen
    auch keinen Source.

    So hält es übrigens auch IBM, die ihre Linuxpatches für
    gewisse Subsysteme nur den Leuten gibt, die ihre Großrechner
    kaufen/einsetzen.

    Und wenn diese Leute den Code nicht selbst weiterreichen,
    ist die GPL voll erfüllt, "die anderen" oder "alle" haben
    davon dann nichts. Außerdem muss man es dem Kunden nur
    ERMÖGLICHEN an den Code zu kommen, von selbst geben muss
    man hier auch nichts.

    Trockenobst

  14. Re: Das ist schlichtweg falsch

    Autor: leser123456789 24.02.10 - 10:53

    Patent UNGLEICH Lizenz.

    Es ist durchaus legitim ein Patent anzumelden das auch OpenSource software verwendet. Mit einem Patent meldet man eine Lösung für ein Problem an. Wenn diese Lösung OpenSource verwendet ist das vollkommen unwichtig für das Ergebnis der Lösung. Um es mal ganz frei zu sagen: Das Ergebnis zählt, nicht der Weg. Es ist natürlich wichtig zu sagen dass Amazon selbstverständlich die Lizenzen der OpenSource projekte zu beachten hat. Das bedeutet dass Amazon den Quelltext offen legen muss wenn sie OpenSource verändert und an dritte weiter gegeben haben. Für die Amazon eigene Linux Serverflotte gilt das allerdings nicht, da sie die Software an niemand weiter geben.

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