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Irgendwie nicht ganz zu glauben....

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  1. Irgendwie nicht ganz zu glauben....

    Autor: Moffis 29.03.21 - 11:14

    über 100 Bewerbungen und nicht eine Zusage? Sorry, aber hier kann doch etwas nicht stimmen. Natürlich hat die Corona-Zeit einiges schwieriger gemacht und sicherlich gibt es mehr Hürden als vorher, aber wer Code schreiben kann, findet immer was.

    Natürlich kann man jetzt sagen die Unternehmen haben eine falsche Erwartungshaltung. Man kann aber genau so gut argumentieren die jungen Uni-Absolventen haben eine falsche Erwartungshaltung. Insbesondere die jungen Studis der RWTH oder KIT hört man im 1. Semester schon reden: "Du verdienst NUR 45.000¤ nach dem Abschluss? Ich würde nicht einmal für 80.000¤ das Bett verlassen", haben aber noch nie im Leben ein Unternehmen von Innen gesehen.

    Vielleicht denken auch mal Absolventen darüber nach, dass sie nach dem Studium auch erstmal 1-2 Jahre ausgebildet werden müssen. Und Ausbildungsjahre sind halt keine Herrenjahre, glaube so hat man das früher gesagt. Und wer heute als Informatiker/Ingenieure zwischen 42k - 48k Euro Einstiegsgehalt bekommt, verdient sicherlich nicht schlecht.

    P.S:
    Und bevor ich bei einer Zeitarbeitsfirma anfange. Fange ich doch lieber für 38.000¤ als Junior C++ Entwickler in irgendeinem Start-up an und sammel erstmal Beruferfahrung.

    Aber vielleicht macht sich BW den Arbeitsmarkt gerade selbst kaputt. Denn warum soll ich als Unternehmen noch selbst einstellen, wenn das Bundesland alles für mich macht :D

  2. Re: Irgendwie nicht ganz zu glauben....

    Autor: Michael H. 29.03.21 - 12:24

    Moffis schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > verdienst NUR 45.000¤ nach dem Abschluss? Ich würde nicht einmal für
    > 80.000¤ das Bett verlassen", haben aber noch nie im Leben ein Unternehmen
    > von Innen gesehen.

    Die kommen bei mir in exakt die selbe Schublade wie die Unternehmen die quasi "10 Jahre Berufserfahrung an einer bazillionen Tools und Sprachen haben wollen, die keine Sau kennt, für 30k pro Jahr" wollen... nämlich in die "Illusionskiste"

    > Vielleicht denken auch mal Absolventen darüber nach, dass sie nach dem
    > Studium auch erstmal 1-2 Jahre ausgebildet werden müssen. Und
    > Ausbildungsjahre sind halt keine Herrenjahre, glaube so hat man das früher
    > gesagt. Und wer heute als Informatiker/Ingenieure zwischen 42k - 48k Euro
    > Einstiegsgehalt bekommt, verdient sicherlich nicht schlecht.

    Das vergessen viele. Was kannst du nach dem Studium.
    Richtig. Gar nichts.
    Das erste was einem Studenten beigebracht werden muss, der nach dem Studium das arbeiten anfängt... ist ARBEITEN.
    Richtig. Erstmal muss man den Leuten das Arbeiten beibringen.

    Es mag sein, dass ein BSc oder MSc ein super Hintergrundwissen hat. Mathematisch fit ist und sich auf den Gebieten seiner Bachelor oder Masterarbeit durch all die Recherche gut auskennt und auch weiss wie vieles "prinzipiell" laufen sollte...aber die Realität ist ne andere.

    Zu erkennen wo Probleme liegen, wo man anpacken muss, wo man besser anderen das Feld überlässt, wie man sich selbst einschätzt und wo man bei Problemen in der Praxis anfängt braucht nur eines... Erfahrung.

    Effektiv bringt dir bei ner Neueinstellung selbst ein ausgelernter Azubi vs. Bachelor/Masterabsolvent erstmal mehr, da der schon 2-3 Jahre gearbeitet hat. Heisst den kannst du innerhalb kürzester Zeit voll einsetzen.
    Da haste halt einfach nur irgendwann eine Grenze, wo der Azubi mit seinem bisherigen Wissen nicht mehr weiterkommt und der Studierte eben ein viel tieferes Fachwissen hat...
    Gerade in der Programmierung merkt man dann halt einfach den Unterschied zwischen einem FIAE und einem Informatiker MSc in Punkto Mathematische Grundkenntnisse. Letzterer geht da ganz anders ran.

    Aber bis man den soweit hat, dass der das automatisch erkennt. Brauchts je nachdem zwischen 2-5 Jahren an Erfahrung und Routine.

  3. Re: Irgendwie nicht ganz zu glauben....

    Autor: budweiser 29.03.21 - 13:56

    > Da haste halt einfach nur irgendwann eine Grenze, wo der Azubi mit seinem bisherigen Wissen
    > nicht mehr weiterkommt und der Studierte eben ein viel tieferes Fachwissen hat...
    > Gerade in der Programmierung merkt man dann halt einfach den Unterschied zwischen einem
    > FIAE und einem Informatiker MSc in Punkto Mathematische Grundkenntnisse. Letzterer geht da
    > ganz anders ran.

    Das ist ja mal der größte Pauschalisierungs-Quatsch ever.

  4. Re: Irgendwie nicht ganz zu glauben....

    Autor: Steffo 29.03.21 - 15:42

    Moffis schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Natürlich kann man jetzt sagen die Unternehmen haben eine falsche
    > Erwartungshaltung. Man kann aber genau so gut argumentieren die jungen
    > Uni-Absolventen haben eine falsche Erwartungshaltung. Insbesondere die
    > jungen Studis der RWTH oder KIT hört man im 1. Semester schon reden: "Du
    > verdienst NUR 45.000¤ nach dem Abschluss? Ich würde nicht einmal für
    > 80.000¤ das Bett verlassen", haben aber noch nie im Leben ein Unternehmen
    > von Innen gesehen.

    Vielleicht liest du mal den Artikel. Er verdient aktuell 3500 ¤ brutto, was unter dem Schnitt ist. Dennoch ist er erst mal froh überhaupt etwas gefunden zu haben.
    Und dein fiktives Gespräch mit den 80.000 ¤ Brutto, ist doch glatt gelogen!

    > Vielleicht denken auch mal Absolventen darüber nach, dass sie nach dem
    > Studium auch erstmal 1-2 Jahre ausgebildet werden müssen.

    Deshalb ist der Junior-Einstiegsgehalt auch ein anderer als ein Senior-Gehalt. So einfach ist das.

    > Und Ausbildungsjahre sind halt keine Herrenjahre, glaube so hat man das früher
    > gesagt. Und wer heute als Informatiker/Ingenieure zwischen 42k - 48k Euro
    > Einstiegsgehalt bekommt, verdient sicherlich nicht schlecht.

    Im Osten vielleicht. Die Lebensunterhaltskosten im Süden sind einfach höher und die Schweiz ist gleich um die Ecke, wo du ca. 2 bis 2,5 mal so viel verdienst.

    > Und bevor ich bei einer Zeitarbeitsfirma anfange. Fange ich doch lieber für
    > 38.000¤ als Junior C++ Entwickler in irgendeinem Start-up an und sammel
    > erstmal Beruferfahrung.

    Ausbeutung ist das und du lässt das auch noch mit dir machen. - Da kannst du dir selbst auf die Schulter klopfen.

  5. Re: Irgendwie nicht ganz zu glauben....

    Autor: Trockenobst 29.03.21 - 16:57

    Steffo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ausbeutung ist das und du lässt das auch noch mit dir machen. - Da kannst
    > du dir selbst auf die Schulter klopfen.

    40k ist mehr als viele andere Leute haben und wenn du in der Studienzeit nicht schon an OpenSource Projekten mitgearbeitet hast (warum eigentlich als Entwickler?) musst du es eben auf die harte Tour machen. Mir wäre dieser Weg lieber als wie Sauerbier an Firmen verschenkt werden zu müssen.

    Ich habe mehrere technische Jobs gehabt die nicht mehr als 40k im Jahr brachten, das hat Wissen und Erfahrung gebracht. Jetzt bin ich als Freelancer für die Wald+Wiesen Projekte zu teuer, aber niemand "zweifelt" meine Stundensätze an.

  6. Re: Irgendwie nicht ganz zu glauben....

    Autor: Steffo 29.03.21 - 17:07

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 40k ist mehr als viele andere Leute haben

    Im Schnitt verdient jeder Deutsche 47.700 Euro.
    Wer sich ausbeuten lässt, ist selber schuld.

    Ich mag meinen Beruf, aber wenn ich so viel Zeit unbezahlt in meine Ausbildung investiere, dann erwarte ich ein entsprechendes Gehalt.

    https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/durchschnittseinkommen-so-hoch-ist-das-durchschnittsgehalt-in-deutschland/26628226.html

  7. Re: Irgendwie nicht ganz zu glauben....

    Autor: Trockenobst 29.03.21 - 17:27

    Steffo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich mag meinen Beruf, aber wenn ich so viel Zeit unbezahlt in meine
    > Ausbildung investiere, dann erwarte ich ein entsprechendes Gehalt.

    Haltung haben und Haltung leisten können sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
    Als Arbeiterkind kannte ich nur pumpen. In meiner Ausbildung war ich der mit den 100ten von (dank Gewerkschaft) bezahlten Überstunden, während die Mittelstandskids am Freitag um 15 Uhr die Werkstatt zu machten und zum Fussball gingen. Ich bin nach Hause und habe am Rechner gebastelt.

    Die Ausbeutung beginnt für mich, wenn man mit drei Jahren Erfahrung im Markt <50T arbeiten muss. 400 Bewerbungen schreiben geht, aber sich ein paar Monte mit den Tools beschäftigen geht nicht? Was macht man zwischen den Bewerbungsschreiben eigentlich? Da gehen doch Monate ins Land. Am Küchentisch sitzen und aufs Telefon schauen?

    Man kann hier noch so viel auf die Firmen prügeln, an der grundsätzlichen Problematik hat sich sichtlich seit 10 Jahren nichts geändert, nur die Methoden wurden anders. Es gibt einen lokalen Überschuss an bestimmten Arbeitern, die Firmen haben häufig keinen Plan und keine Lust Leute auszubilden die das was sie können sollten nicht drauf haben. Entweder passt man sich an oder lamentiert in der süddeutschen Zeitung im Leserbrief in einer Meldung bei Golem.

  8. Re: Irgendwie nicht ganz zu glauben....

    Autor: Steffo 29.03.21 - 17:50

    Ich weiß nicht, weshalb du mir das alles schreibst und was das genau mit dem Artikel zu tun hat.
    Der Absolvent in dem Artikel hat am KIT studiert. Das ist eine extrem angesehene Uni. Ein ehemaliger und extrem talentierter Arbeitskollege hat dort keine vier Semester überlebt.

    Wie gesagt: Ich weiß nicht, was du mit deinem Beitrag eigentlich bezwecken willst. Nirgends habe ich mich dagegen ausgesprochen, dass man sich selbst weiterbildet und ins Zeug legt.
    Ich habe selbst Ausbildung, Bachelor und Master hinter mir. Darüber hinaus habe ich im Studium nebenher als Werkstudent in meinem Bereich gearbeitet, was kein Zuckerschlecken war. Die Arbeit in der Firma war teils ziemlich komplex. Bspw. habe ich meine Bachelor-Arbeit fortgeführt (Kamerakalibrierung von mehreren, nebeneinander montierten Kameras). Die Firma war auf meine Arbeit angewiesen, weil ein neues Projekt eine automatische Kalibrierung von 40 Kameras erfordert hat und dies manuell umzusetzen Wochen, statt Minuten gebraucht hätte.

    In meiner Masterarbeit habe ich ein neuronales Netz entwickelt, das die alte KI, die auf Support Vektor Maschinen basierte, schon nach anderhalb Monaten geschlagen hat.
    Gegen Ende meiner Masterarbeit, wollte ich dort dann direkt anfangen zu arbeiten. - Es hieß dann vom Geschäftsführer, dass ich offiziell eine Bewerbung einreichen soll. Man hat aber erst mal andere Bewerber eingeladen und als ich nach 6 Wochen keine Rückmeldung bekommen habe, habe ich an zwei anderen Firmen Bewerbungen eingereicht und mein erstes Bewerbungsgespräch in einer anderen Firma 1,5 Wochen später gehabt und mein zweites in einer anderen Firma, zwei Wochen später.
    Ca. 8 Wochen, als ich meine Bewerbung in der Firma abgegeben habe, in der ich meine Masterarbeit geschrieben habe, hatte ich dann ein Gespräch. Mein Wunschgehalt von 50 k wollten sie mir nicht geben, eine andere Firma, in der ich nicht eingearbeitet hatte, hat mir etwas mehr geboten und da ich das ganze Bewerbungsprozedere so verstörend empfand, habe ich dann der Firma, in der ich meine Bachelor- und Masterarbeit geschrieben habe und dort ebenfalls als Werkstudent gearbeitet habe, eine Absage erteilt.
    Mein Vorgesetzter fand das alles sehr peinlich und meinte, man hätte mich nie in die Situation bringen sollen, dass ich mich woanders hätte bewerben müssen.
    Meine Kollegen haben das ebenfalls alle nicht verstanden und obwohl das schon Jahre her ist, redet man bis heute noch über diesen Vorfall. - Zumal das nicht das erste mal passiert ist, dass man gute Absolventen nicht für voll genommen hat und sie dann entweder "Ciao" gesagt haben oder erst gar nicht angenommen wurden.
    Ich habe der Firma abgesagt, weil ich meinen Wert kannte und der Personaler und der Geschäftsführer offensichtlich nicht.

    Firmen können vieles versuchen, aber man muss das auch mit sich machen lassen.

    Übrigens bin ich auch Arbeiterkind und habe einen Migrationshintergrund. - Ich komme von relativ weit unten.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 29.03.21 18:05 durch Steffo.

  9. Re: Irgendwie nicht ganz zu glauben....

    Autor: jonasz 29.03.21 - 19:03

    Moffis schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > über 100 Bewerbungen und nicht eine Zusage? Sorry, aber hier kann doch
    > etwas nicht stimmen. Natürlich hat die Corona-Zeit einiges schwieriger
    > gemacht und sicherlich gibt es mehr Hürden als vorher, aber wer Code
    > schreiben kann, findet immer was.
    >
    > Natürlich kann man jetzt sagen die Unternehmen haben eine falsche
    > Erwartungshaltung. Man kann aber genau so gut argumentieren die jungen
    > Uni-Absolventen haben eine falsche Erwartungshaltung. Insbesondere die
    > jungen Studis der RWTH oder KIT hört man im 1. Semester schon reden: "Du
    > verdienst NUR 45.000¤ nach dem Abschluss? Ich würde nicht einmal für
    > 80.000¤ das Bett verlassen", haben aber noch nie im Leben ein Unternehmen
    > von Innen gesehen.
    >
    > Vielleicht denken auch mal Absolventen darüber nach, dass sie nach dem
    > Studium auch erstmal 1-2 Jahre ausgebildet werden müssen. Und
    > Ausbildungsjahre sind halt keine Herrenjahre, glaube so hat man das früher
    > gesagt. Und wer heute als Informatiker/Ingenieure zwischen 42k - 48k Euro
    > Einstiegsgehalt bekommt, verdient sicherlich nicht schlecht.
    >
    > P.S:
    > Und bevor ich bei einer Zeitarbeitsfirma anfange. Fange ich doch lieber für
    > 38.000¤ als Junior C++ Entwickler in irgendeinem Start-up an und sammel
    > erstmal Beruferfahrung.
    >
    > Aber vielleicht macht sich BW den Arbeitsmarkt gerade selbst kaputt. Denn
    > warum soll ich als Unternehmen noch selbst einstellen, wenn das Bundesland
    > alles für mich macht :D

    Meiner Meinung ist es einfach die Branche an sich selbst das grösste Problem, also entsprechend die Informatik zumindest. Ich arbeite seit Jahren in der Schweiz und habe für ein norwegisches Unternehmen ebenfalls gearbeitet (direkt nach Ing. Ausbildung). Mein Startgehalt damals war in NOK und umgerechnet waren es bereits 4000¤ im Monat. Alle meine Kollegen hatten grosse Schwierigkeiten eine Arbeit zu finden oder haben richtig miese Gehälter bekommen, für die ich persönlich nie arbeiten würde, wir sprechen hier von 21-23. jährige Ingenieursanwärter (österreichische Ausbildung). 

    Die meisten hatten den Schwerpunkt Programmieren gewählt, ich hatte mich für Netzwerktechnik entschieden. Es war auch an der Universität Innsbruck und Kufstein so, dass Kollegen von mir alle Programmierung und Softwareentwicklung gewählt haben, defacto gibt es also einen Überschuss an Allrounder in der Softwareentwicklung. Die Unis selbst lehren an der Wirtschaft vorbei, kein Arbeitgeber interessiert sich heutzutage, ob man eine Low-Levelsprache kann oder nicht, C# oder Java wäre bei weitem wichtiger. Noch besser wäre ein Angebot an präzise Produkte neben dem normalen Semesterstoff, wie Salesforce, SAP, EPAM usw. Es gebe genug Produktkenntnisse die gefragt sind und Geld bringen. Mit Kenntnisse in C++ lässt sich heute kein Topf mehr grossflächig auf dem Markt gewinnen.

    Entsprechend wie gesagt an der Wirtschaft wird vorbeigelehrt, Firmen wollen Arbeitnehmer nicht erst im verwendeten Produkt oder Programmiersprache ausbilden. Viele wählen einen zu allgemeinen Schwerpunkt. Ich hatte mit meiner Strategie Erfolg, die sinnlosen Lektionen gar nicht besuchen, gerade positiv sein und neben her sich auf das Wahre konzentrieren. Am Ende der Ausbildung war ich in der Lage Nokia 7750 Service Router zu konfigurieren, HCIA, CCNP und ein paar Kenntnisse in Netconfig. Das allein gab mir die Möglichkeit für Betriebe zu Arbeiten die jenseits von 90.000 SFr im Jahr zahlen. Die Wirtschaft hat mich gelehrt "Fachidioten" werden definitiv besser bezahlt und sind gefragter, aber der Begriff Fachidiot kam von Leute mit einen Prof. Titel die am Ende vom Monat weniger verdienen als wie diese sogenannten Fachidioten.

  10. Re: Irgendwie nicht ganz zu glauben....

    Autor: Steffo 29.03.21 - 19:12

    jonasz schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Produktkenntnisse die gefragt sind und Geld bringen. Mit Kenntnisse in C++
    > lässt sich heute kein Topf mehr grossflächig auf dem Markt gewinnen.

    Das Problem ist, dass heute kaum noch C++ gelehrt wird. Wenn, dann C und eine High Level Sprache wie Java, aber eben kein C++ mehr, weil zu komplex.
    In meinem Unternehmen suchen wir händeringend C++ Entwickler, aber die sind kaum zu finden.

    > Die Wirtschaft hat mich gelehrt "Fachidioten" werden definitiv
    > besser bezahlt und sind gefragter, aber der Begriff Fachidiot kam von Leute
    > mit einen Prof. Titel die am Ende vom Monat weniger verdienen als wie diese
    > sogenannten Fachidioten.

    Und C++ Kenntnisse werden zunehmend Fachidioten-Kenntnisse.

  11. Re: Irgendwie nicht ganz zu glauben....

    Autor: BlueBird12 29.03.21 - 21:10

    Was ich so bei meinem Arbeitgeber festgestellt habe: seit der Coronazeit wird eher nur gezielt gesucht, d.h. man sucht Leute die innerhalb von zwei Wochen gleich mit anpacken können. Das war vorher in dem Maße nicht so.

    Ansonsten fehlen im Text auch einfach zu vielen Infos. Hat sich der Absolvent nur bei bekannten Unternehmen beworben? Da ist es halt mit Durschnittsnote und ohne Vitamin B schwer reinzukommen.

    Dann darf man nicht vergessen: der Autobranche in Deutschland geht es zur Zeit nicht gut. Der Absatz ist in der Coronazeit eingebrochen. Und jeder der schonmal in der Branche gearbeitet hat weiß, dass bei der kleinste Krise die großen Konzerne sich sofort einigeln und alle Aufträge etc. einfrieren. Das passiert innerhalb kürzester Zeit, fährt dann aber genausschnell wieder an, wenn es dann wieder gut läuft. Und da hängen dann natürlich sehr viele Zulieferer ebenfalls dran. Das dürfte gerade für Ingenieure zur Zeit mit einem deutlich geringen Stellenangbeot einhergehen.

    Zudem ist der Zustrom von ausländischen Akademikern in den letzten Jahren gefühlt massiv angestiegen, d.h. die Konkurrenz im Land ist nun viel größer. Und im Gegensatz zum breit gefächerten deutschen Bildungsweg haben diese oft einen schmalen genau auf den Job ausgerichteten Weg hinter sich, was natürlich für die Wirtschaft besser ist (natürlich braucht diese auch breit aufgestellte Leute in der Forschung, aber das sind nur relativ gesehen wenige von).

    Abschließend noch: in der heutigen Zeit werden Universitäten immer öfter mit Berufsschulen verwechselt. Eine Universität soll seine Absolventen dazu befähigen als Wissenschaftler in der Forschung zu arbeiten. Das alleine ist der Anspruch, das ist die Messlatte die an einer Universität angelegt wird. Deswegen gibt es dort in der Regel auch kaum Praxisbezug, deswegen sind dort auch die Prüfungen über den kompletten vorlesungsfreien Zeitraum verteilt (so dass Pratika quasi nicht möglich sind) und deswegen ist es nur schwer möglich einen Professor zu finden der einem für die Bachlor/Masterarbeit in der Industrie begleitet. Im Arbeitsbereich der Professors an der Universität dagegen kann man immer liebend gern so eine Abeit schreiben.
    Leider gibt es in Deutschland eine massive Disbalance zwischen Absolventenanzahl von Universitäten und Arbeitsplätzen in der Forschung, so daß letztendlich geschätzt über 80% der Leute dann eben nicht in der Forschung arbeiten sondern eben in der Entwicklung, in der Produktion, im Vertrieb, im Customer-Support, im Projektmanagement etc.
    im Prinzip bräuchten wir viel mehr angewandte Hochschulen (altdeutsch: Fachhochschulen) und weniger (technsiche) Universitäten um die Anfoderungen/Bedürfnisse der Wirtschaft besser zu erfüllen.

    Das ganze ist auch schön in diesem Thread zu sehen. Wer ernsthaft glaubt, der Universitätsabsolvent würde nicht genommen werden weil er die falsche Programmiersprache "erlernt" hat, hat wahrscheinlich eine Universität noch nie von innen gesehen. Was man dort zum Thema programmieren autodidaktisch lernt kann jeder in jedem x-bliebigen "Ich lerne jetzt C, C++, was auch immer" Buch nachlesen. Mit moderner praxisrelvanter Softwareenticklung hat dies meist kaum was zu tun. Und das ist auch, wie oben schon beschrieben, gar nicht die Anspruch den Universitäten an sich oder die Absolventen stellen.

  12. Re: Irgendwie nicht ganz zu glauben....

    Autor: GrafZeppelinDerErste 29.03.21 - 21:47

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich in der IT mit einem Master gerne schon als überqualifiziert angesehen wird, da viele personalverantwortliche der Auffassung sind, dass das ein Bachelor auch hinbekommt. Um nach dem Studium als nicht Entwickler eine Stelle für 80.000 zu bekommen ist sehr schwer, da eine gewisse Praxisroutine erwartet wird. Dafür steigen die Gehälter während der ersten 5 Jahre dann extrem an.

  13. Re: Irgendwie nicht ganz zu glauben....

    Autor: mke2fs 29.03.21 - 22:06

    Natürlich ist das Pauschal, wir reden immer über das Groß, nicht über das Individuum.

  14. Re: Irgendwie nicht ganz zu glauben....

    Autor: Steffo 29.03.21 - 23:23

    GrafZeppelinDerErste schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich in der IT mit einem Master
    > gerne schon als überqualifiziert angesehen wird, da viele
    > personalverantwortliche der Auffassung sind, dass das ein Bachelor auch
    > hinbekommt. Um nach dem Studium als nicht Entwickler eine Stelle für 80.000
    > zu bekommen ist sehr schwer, da eine gewisse Praxisroutine erwartet wird.
    > Dafür steigen die Gehälter während der ersten 5 Jahre dann extrem an.

    Wo kommt denn wieder die 80.000 ¤ her? Niemand mit Verstand glaubt allen ernsten, direkt nach der Uni 80 k zu verdienen. Das tun eher Senior-Entwickler, wenn sie gut verhandelt haben oder in ganz bestimmten Unternehmen.
    Ein Master halte ich für sinnvoll, weil das für mich der Feinschliff ist. Aber muss jeder für sich selbst wissen.

  15. Re: Irgendwie nicht ganz zu glauben....

    Autor: bananaking 30.03.21 - 21:06

    Sehe ich auch so, das stimmt irgendwas nicht. Selbst ich als Minderqualifizierter hatte über Coronzeiten immer wieder was gefunden, sogar den Techstack ohne Erfahrung erfolgreich gewechselt.

    Speziell in Karlsruhe gibts auch ein Überangebot an Absolventen, vielleicht wollte er unbedingt dort bleiben wegen WG, Freundin, was weiss ich, das ist nicht ungewöhnlich dort, zudem drückt das dort die Gehälter, der KA ist für IT-Jobs m.E. die am miesesten bezahlte Region im Südwesten.

    Die örtlichen Firmen nutzen die ganzen Greenhorns gezielt aus, jeden Tag steht ein neuer junger dummer Absolvent vor der Türe den man am Gehalt abzocken kann, so richtig dicke Firmen hat es dort auch nicht, viel Start-Up und Klein-Klein-Gelumpe, Studentengründungen die vor sich hinkrebsen und jahrelang kein nennenswertes Gehalt einfahren und von Fördermitteln leben. KA ist IT-technisch fast wie der Osten, ich hätte mir das auch nie vorstellen können ist aber so.

    Zudem beschäftigen Firmen dort massenhaft Werkstudenten, dort gibts einfach unendlich viel Billigpersonal wegen der Uni+FH und die naiven anakademisierten Deppen die dadurch die Presie drücken finden sich auch noch ganz toll dabei, bis sie dann mal fertig sind und dumm aus der Wäsche schauen und selbst dann raffen sie es nicht wie das Spiel dort geht.

    Fazit: zu 99% ist der Typ selber schuld, da gilt auch Corona nicht als Ausrede, war einfach zu lange in seiner Seifenblasenwelt KIT gefangen, jetzt kommt der Realitycheck und schaut dumm aus der Wäsche.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 30.03.21 21:11 durch bananaking.

  16. Re: Irgendwie nicht ganz zu glauben....

    Autor: ThomasSV 12.04.21 - 19:09

    Nicht aus dem gewohnten Umgebung rauswollen ist sicher ein Punkt.
    Einen anderen habe ich im Studium erlebt: der WG-Nachbar hat gebüffelt ohne Ende und das Studium (damals noch Diplom) in Minimalzeit und Nahe-an-Bestnote absolviert.

    Und der hat gesucht und viele Bewerbungen geschrieben.
    Was ich von einer Firma gehört hatte war: "was sollen wir mit dem? Der hat außer der Uni nix gesehen, keine Hobbys, nix IT-mäßiges über das Studium hinaus. Interessiert den überhaupt was...(?)."

    Ich hab' (heute undenkbare) 17 Semester studiert, aber viel parallel gemacht, und ich habe nicht eine Bewerbung schreiben müssen...

  17. Re: Irgendwie nicht ganz zu glauben....

    Autor: safetyman 19.04.21 - 09:22

    ich bin nach mehreren Vorstellungsgesprächen davon abgekommen, Masterabsolventen zum Gespräch einzuladen. Die haben ALLE geglaubt, man müsste ihre extra Studienzeit vergüten und sie höher einstellen als Bachelorstudenten, obwohl sie nachweislich ohne mehr Praxiserfahrung straten.

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