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Meine Empfehlung für den frustrierten IT Bewerber: Das Profil

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  1. Meine Empfehlung für den frustrierten IT Bewerber: Das Profil

    Autor: apoth90 29.03.21 - 12:58

    Disclaimer: Dieser Tipp ist für Berufseinsteiger und Uniabsolventen interessanter, als für Solche, die schon mit dem Feinschliff ihrer Bewerbungsunterlagen fertig sind.

    Der durchschnittliche Bewerbungstrainer gibt einem gern Tipps für einen hübschen, runden Lebenslauf. Bei meiner Bewerbungsphase ist mir kürzlich aber etwas aufgefallen, das für Informatiker speziell ist und man unbedingt nutzen sollte. Das "Profil".

    Also man stelle sich einen Handwerker, sagen wir einen Schreiner, vor. Der hat in seinem Lebenslauf Ausbildung und zwei Anstellungen über je 5 Jahre stehen. Dann sieht der künftige Chef "Aha, er hat eine fertige Ausbildung und 10 Jahre Erfahrung in der Branche. Das Gehalt passt dazu. Alles klar, lad ich ein." Allzusehr unterscheiden sich die Tätigkeiten innerhalb der meisten Branchen nicht und man kann Kenntnisse mit aufsummierter Erfahrung und Arbeitszeit im selben Beruf gleichsetzen. Also zielt der typische Bewerbungstrainer nur darauf ab, dass im Lebenslauf steht, "wo" man "als was" gearbeitet hat. (*)

    Bei dem durschnittlichen Wald- und Wiesen-ITler ist das aber nicht so. Wir befassen uns mit hunderten Programmiersprachen, zig Betriebssystemen, dutzenden Organisationsformen und beliebig vielen IDEs. Wenn der Abteilungsleiter einen Programmierer bei der HR anfordert gibt er der Dame in der HR (DidHR) normalerweise ein präzises Profil, eine Menge an Dingen die er können muss. Die DidHR ist aber selten computeraffin, kann also nur nach den Begriffen gehen. "Eclipse" und "Java" stehen für sie nicht in Relation zueinander. Darum muss man darauf acht geben, es der DidHR einfach zu machen, die Schnittmenge zwischen den eigenen Kenntnissen und den Anforderungen zu erkennen. Was soll man also tun?

    Erstens: Jeder Station im Lebenslauf eine Beschreibung der Tätigkeiten und Projekte mitgeben und auch eine Liste mit Tools die dort verwendet wurden, also Programmiersprachen, IDEs, Betriebssysteme, Libraries etc. Dann hat der Lebenslauf auch mal mehr als zwei Seiten ;)

    Zweitens: Auf der ersten Seite die Tools aus den Lebenslaufstationen auflisten und die gesammelte Erfahrung in Monaten und Jahren aufsummieren. Eine Selbsteinschätzung in Schulnoten oder Prozenten ist an der Stelle auch nicht verkehrt. Damit sieht die DidHR auf den ersten Blick was sie wissen muss und freut sich, schnell zu einem Erfolg gekommen zu sein. Eine zufriedene DidHR ist eine DidHR die euch zum Bewerbungsgespräch einlädt und dem Chef vorschwärmt, wie perfekt ihr auf die Stelle passt. Eine DidHR, die erst zig Firmen hinterherrecherchieren müsste um euer Profil zu matchen, ist eine DidHR die eure Bewerbung in den Papiereimer wirft und sich die nächste ansieht.

    Dieses Fähigkeitsprofil in den Lebenslauf aufzunehmen hat für mich persönlich den Ausschag gemacht, genommen zu werden. Es war wortwörtlich so, dass mich plötzlich alle wollten, während mir Freunde schon gesagt haben, ich solle mich mal auf Firmen bewerben, deren Techstack ich gar nicht kenne. Abgeschaut habe ich mir dieses Profil von Arbeitsvermittlern, die gern erstmal von ihren "Kunden" so ein Profil anfordern, um effizient Arbeitskräfte auf Firmen zu matchen.


    (*) Für Studierte und Doktoranden kann man Spezialkenntnisse, die für Lehrstühle relevant wären, aus den Abschlussarbeiten ablesen.

  2. Buzzword List

    Autor: Trockenobst 29.03.21 - 16:17

    apoth90 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Erstens: Jeder Station im Lebenslauf eine Beschreibung der Tätigkeiten und
    > Projekte mitgeben und auch eine Liste mit Tools die dort verwendet wurden,
    > also Programmiersprachen, IDEs, Betriebssysteme, Libraries etc. Dann hat
    > der Lebenslauf auch mal mehr als zwei Seiten ;)

    Das was du beschreibst nennt sich Buzzword List.
    Als Freelancer machen das einige (auch schon vor der Krise).
    Eine Seite Zusammenfassung des Lebenslaufs, auf der zweiten Seite von oben bis unten in Arial 5 einfach alle Java Stack Technologien die es gibt. Alles! Denn die haben dein Profil in der Datenbank und nehmen dann "Java Eclipse Javascript Bootstrap" und suchen nach wem der genau das kann.

    Ich finde das total bescheuert, aber bei einigen klassischen Bewerbungen ist dies wohl ein Erfolgskonzept, weil HR keine Ahnung hat und meist der Projektleiter keine Ahnung hat.

    Bei Freelancern geht es gerade in die andere Richtung, die wollen bei sehr vielen Projekten spezifische tiefe Erfahrung entweder bei DBs, Middleware oder Frontend haben. Buzzword Lists disqualifizieren dich bei der Auswahl aktuell sofort.

  3. Re: Buzzword List

    Autor: Tintenpatrone 29.03.21 - 16:22

    Das was apoth90 meint ist glaube ich nicht so extrem, wie die beschriebene Buzzword-List. Ich hab auch so ein Profil für mich erstellt. Da stehen alle Projekte chronologisch samt der verwendeten Technologien und Sprache drin, die Dauer des Projektes und wo es stattgefunden hat. Daneben noch eine Einschätzung wie gut man welche Sprachen/Tools/Frameworks kann (das sind ein paar Zeilen) und das war's. So hat man einen detaillierten Überblick, als es im Lebenslauf möglich ist (ohne diesen voll zu müllen).

  4. Re: Buzzword List

    Autor: Trockenobst 29.03.21 - 16:28

    Tintenpatrone schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ein paar Zeilen) und das war's. So hat man einen detaillierten Überblick,
    > als es im Lebenslauf möglich ist (ohne diesen voll zu müllen).

    Beim meinem Lebenslauf wären es drei DINA4 Seiten mit Arial 5, den Fließtext liest niemand :^)

    Inzwischen bin ich übergegangen in der gewünschten Technik (aktuell Java Fullstack Wolke) einfach eine Live Plattform in einer Dockerinstanz hochzufahren und zu zeigen was ich kann. Hat mich in der Krise fast drei Monate gekostet das alles so fehlerfrei hinzukriegen aber das hat inzwischen einige Termine verkürzt. Momentan bin ich entweder zu teuer oder meine Schwerpunkte liegen falsch. Sehr viel Infrastrukturzeug aktuell, das liegt mir nicht.

  5. Re: Buzzword List

    Autor: minnime 29.03.21 - 20:36

    Für eine Auflistung der verwendeten Technologien, der Projekte an denen man teilgenommen hat und wie gut man dabei war, gibt es doch schon das Arbeitszeugnis. Klar, das ist jeweils eine ganze Seite oder mehr aber ich erwarte trotzdem dass der Personaler die paar Seiten die ich ihm schicke auch liest, sonst könnte ich mir das auch sparen. Aber man hört ja immer wieder davon, dass denen schon das Lesen des Anschreibens zu viel ist und man den Lebenslauf auf eine bestimmte Art sortieren soll damit sie davon nicht überfordert sind.

  6. Re: Buzzword List

    Autor: apoth90 30.03.21 - 01:12

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Beim meinem Lebenslauf wären es drei DINA4 Seiten mit Arial 5, den
    > Fließtext liest niemand :^)

    Siehe Disclaimer. Wertvoller für Frischobst ohne Falten in der Haut und mit Farbe im Haar.

  7. Re: Buzzword List

    Autor: mimimi 12.04.21 - 09:09

    Meine Erfahrungen in dem Bereich erstrecken sich über fast 25 Jahre. Es gibt immer wieder Bewerbungen, die einen einfach umhauen wie es auch Menschen gibt, die einen einfach umhauen und man kann nicht einmal sagen, warum. Trotzdem kann es sein, dass derjenige einfach nicht zur Stelle passt. Wenn jetzt sehr viele Absagen kommen, liegt das entweder daran, dass man sich auf falsche Stellen bewirbt oder falsche Vorstellungen hat. Klar kann man am Lebenslauf feilen, aber der Inhalt ändert sich dabei nur sehr langsam. Das ist wie bei der Partnerwahl: "Alle 10 Minuten verliebt sich ein single" - Aber bestimmt nicht so oft Hartz4-Horst und die süße Medizinstudentin von nebenan.
    Ich habe vor 25 Jahren auch einige Bewerbungen an große Firmen geschrieben, die in den Jobportalen sehr präsent sind (Bosch, Mercedes, VW). Da kam nie eine Einladung - Trotz 1,6 er Abi und 1,8 Studium. Einmal dieselbe Bewerbung an ein Mittelständisches Unternehmen - Einladung und danach unbefristeter Arbeitsvertrag. Nach den ganzen Jahren wurde mir nach vielen, vielen Projekten als Selbständiger mit den Big Playern klar, dass ich dort auch vom Typ her gar nicht reinpasse oder vielleicht reinpassen will.

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