-
"Hütchenspielertricks"
Autor: Anonymer Nutzer 17.05.16 - 16:33
Die Mobilfunker haben äußerst gewitzte PR Abteilungen.
Tatsächlich ist die Kapazitätserweiterung gen 1 Gig keine Verbesserung für den einzelnen Kunden, sondern lediglich ein Kapazitätsausbau. LTE ist halt ein shared medium und die Kapazität kann man entweder durch zusätzliche Masten steigern oder durch mehr Bandbreite pro Mast. Es ist selbstverständlich billiger, die Bandbreite zu steigern, wofür häufig nur ein Softwareupdate notwendig ist, als zusätzliche Masten aufzubauen.
Und somit ist das nicht nur eine - nun ja, etwas irreführende - Ankündigung, es verheißt den Mobilfunkkunden von VF eigentlich indirekt, dass sich an der "durchwachsenen" LTE Empfangsqualität in den Städten wenig ändern wird. Statt zusätzlicher Masten werden einfach die bestehenden Masten aufgebohrt, wie es scheint. Damit führt am alten GSM nach wie vor kein Weg für zuverlässige Telefonie vorbei, selbst als Rückfalloption für die Datenverbindung bleibt GSM (Edge) nach wohl erstmal unverzichtbar.
Und so wird aus dem vermeintlichen Ausbauprogramm, wie es angekündigt wird, bei näherer Betrachtung eher ein Grund den Mobilfunkanbieter zu wechseln.
Wohin? Nun ja. Das fusionierte o2 Eplus hat zahlreiche Masten verkauft, also die Zusammenlegung nicht dazu genutzt, das bestmögliche Netz aufzubauen. Und an wen? An die Deutsche Telekom. Die ihre Position damit noch weiter ausbaut und eigentlich, trotz der recht happigen Preise, alternativlos ist, wenn man auf die Kombination aus gut ausgebautem Netz mit guter Abdeckung und Empfangsqualität Wert legt und nicht nur auf den billigsten Preis schielt.
Nur, VF ist weder Marktführer beim Netz, noch günstig,...entsprechend sinken die Kundenzahlen ja auch. VF ist von einem Marktanteil von 33 % im Jahr 2011 auf 26 % im Jahr 2015 gefallen (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/3028/umfrage/marktanteile-der-netzbetreiber-am-mobilfunkmarkt-in-deutschland-seit-1998/). Das dürfte recht beispiellos sein. -
Re: "Hütchenspielertricks"
Autor: mYc 17.05.16 - 21:17
Fast hätte ich dir ja geglaubt, aber Aussagen wie "wie es scheint" und auch dein Nickname haben mich stutzig gemacht.
So bleibe ich dann doch als zufriedener Kunde bei VF und geniesse die 225 Mbps in den Ecken wo die Telekom immer noch nur DSL-Light anbietet. In Großstädten hatte ich übrigens auch nie ein Problem, über VF eine komfortable Bandbreite zu erreichen.
Hier zählen Tatsachen, nicht Mutmaßungen. -
Re: "Hütchenspielertricks" / 225MBit/s genießen
Autor: u21 17.05.16 - 21:21
mYc schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> So bleibe ich dann doch als zufriedener Kunde bei VF und geniesse die 225
> Mbps ...
Ah, und mit welcher Hardware, wenn ich mal so nachfragen darf!? -
Re: "Hütchenspielertricks" / 225MBit/s genießen
Autor: Anonymer Nutzer 17.05.16 - 23:03
Bspw. mit dem LG G5. Das kann LTE Cat-6.
* http://www.chip.de/artikel/LG-G5-Handy-Test_91940551.html
* http://www.lte-anbieter.info/Bilder/advanced/3gpp-releasse-uebersicht-b.jpg -
Re: "Hütchenspielertricks" / 225MBit/s genießen
Autor: u21 17.05.16 - 23:08
schachbrett schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Bspw. mit dem LG G5. Das kann LTE Cat-6.
>
> * www.chip.de
> * www.lte-anbieter.info
Aha.
Merci. -
Re: "Hütchenspielertricks"
Autor: Spaghetticode 18.05.16 - 08:59
Lügenbold schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Tatsächlich ist die Kapazitätserweiterung gen 1 Gig keine Verbesserung für
> den einzelnen Kunden, sondern lediglich ein Kapazitätsausbau.
Auch zusätzliche Masten sind „lediglich“ ein Kapazitätsausbau. Jedoch sind zusätzliche Masten teurer und in manchen Orten nicht gerne gesehen. Das würde sich dann in höheren Preisen niederschlagen.
Vergleich: Eine Buslinie fährt mit Standardbussen alle 10 Minuten. Die Busse sind den ganzen Tag überfüllt. Nun hat das Verkehrsunternehmen zwei Möglichkeiten: 1. Man fährt mit Standardbussen alle 5 Minuten, 2. Man setzt Gelenkbusse im 10-Minuten-Takt ein. Das Verkehrsunternehmen würde sich wohl für zweiteres entscheiden, weil das billiger ist. Jedoch wären sowohl die Taktverdichtung als auch die größeren Busse eine Verbesserung für den Kunden. Somit hat auch der Kunde im Mobilfunknetz eine Verbesserung, egal, ob der Mobilfunkanbieter nur seine Masten aufbohrt oder zusätzliche Masten aufbohrt.
Jedoch kommt das Verkehrsunternehmen nicht drum herum, den Takt doch noch zu verdichten oder gleich eine neue Technologie (Straßenbahn) einzuführen, wenn jetzt die Gelenkbusse im 10-Minuten-Takt auch noch überfüllt sind. Genauso muss das Mobilfunkunternehmen neue Masten aufstellen, wenn sich die Kapazität des einzelnen Masten nicht weiter erweitern lässt, weil man etwa alle LTE-Frequenzen bereits nutzt.
> Und so wird aus dem vermeintlichen Ausbauprogramm, wie es angekündigt wird,
> bei näherer Betrachtung eher ein Grund den Mobilfunkanbieter zu wechseln.
Ich glaube nicht, dass ausgerechnet das ein Grund sein soll, das Netz zu wechseln.
1. Das Netz ist gut (keine Funklöcher und Überlastungen). Das Netz bleibt erstmal gut. Kein Grund, zu wechseln.
2. Das Netz ist schlecht, weil überlastet. Durch die Kapazitätserweiterung wird es gut. Der Grund, zu wechseln entfällt.
3. Das Netz ist schlecht (Funklöcher und/oder Überlastungen). Trotz Kapazitätserweiterung bleibt es schlecht. Es gibt einen Grund, zu wechseln, der war aber schon vorher da.
In keinem dieser drei Szenarien entsteht durch den Kapazitätsausbau ein Grund, zu wechseln.



