1. Foren
  2. Kommentare
  3. Wirtschaft
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Recht auf Einzelbüro und…

Vorstellungsvermögen

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Vorstellungsvermögen

    Autor: Mandri 05.05.21 - 15:46

    Dar Autor schreibt: " Es sind eigentlich keine "zwingenden betrieblichen Gründe" vorstellbar, die dagegen sprechen."

    Oh doch, da gibt es einige.
    Z.B. wenn bestimmte Arbeiten nun mal einfach im Betrieb erledigt werden müssen, weil sie dort und nur dort anfallen.

    Oder wenn für das HomeOffice bestimmtes Equipment erforderlich ist, das nicht ausreichend vorhanden und auch nicht kurzfristig beschaffbar ist.

    Aber die Welt vieler Autoren und Politiker scheint recht einfach gestrickt zu sein.

  2. Re: Vorstellungsvermögen

    Autor: peterbruells 05.05.21 - 15:57

    Mandri schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dar Autor schreibt: " Es sind eigentlich keine "zwingenden betrieblichen
    > Gründe" vorstellbar, die dagegen sprechen."

    > Oh doch, da gibt es einige.
    > Z.B. wenn bestimmte Arbeiten nun mal einfach im Betrieb erledigt werden
    > müssen, weil sie dort und nur dort anfallen.

    Wie den Mülleimer leeren? Dann kann man für diese Tätigkeiten hin und wieder in den Betrieb kommen.

    > Oder wenn für das HomeOffice bestimmtes Equipment erforderlich ist, das
    > nicht ausreichend vorhanden und auch nicht kurzfristig beschaffbar ist.

    Das entbindet nur von der sofortigen Umsetzung, nicht davon, das Zeug dann auch anzuschaffen.

    Wenn der Arbeitgeber keine Sicherheitsschuhe in passender Größe vorrätig hat, kann er den Angestellten deswegen auch nicht ohne in die Produktionshalle schicken.

  3. Re: Vorstellungsvermögen

    Autor: Joker86 05.05.21 - 16:00

    Weiteres Thema: Angestellte einer Bank. Als ob die per VPN auf die Kronjuwelen zugreifen dürfen. Selbst Buchhaltung würde ich erstmal verneinen.

  4. Re: Vorstellungsvermögen

    Autor: Oktavian 05.05.21 - 16:13

    > > Oh doch, da gibt es einige.
    > > Z.B. wenn bestimmte Arbeiten nun mal einfach im Betrieb erledigt werden
    > > müssen, weil sie dort und nur dort anfallen.
    >
    > Wie den Mülleimer leeren? Dann kann man für diese Tätigkeiten hin und
    > wieder in den Betrieb kommen.

    Wie zum Beispiel die Arbeit in einem Unternehmen, das stark mit Papierakten arbeitet. Da ist Homeoffice prinzipbedingt schwierig. Und nein, das kann man nicht mal eben ändern, das sind Projekte, die zum Teil Jahre dauern.

    Hier geht ja auch der Staat nicht mit gutem Beispiel voran. Eine Nachbarin arbeitet in der Verwaltung beim Amtsgericht, und auch da sind Papierakten völlig normal. Sie arbeitet jede Stunde ganz normal im Büro.

  5. Re: Vorstellungsvermögen

    Autor: peterbruells 05.05.21 - 16:28

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > > Wie den Mülleimer leeren? Dann kann man für diese Tätigkeiten hin und
    > > wieder in den Betrieb kommen.
    >
    > Wie zum Beispiel die Arbeit in einem Unternehmen, das stark mit Papierakten
    > arbeitet. Da ist Homeoffice prinzipbedingt schwierig. Und nein, das kann
    > man nicht mal eben ändern, das sind Projekte, die zum Teil Jahre dauern.

    Kann man machen, aber dann bitte nicht heulen, wenn man nicht konkurrenzfähig bleibt.

    > Hier geht ja auch der Staat nicht mit gutem Beispiel voran. Eine Nachbarin
    > arbeitet in der Verwaltung beim Amtsgericht, und auch da sind Papierakten
    > völlig normal. Sie arbeitet jede Stunde ganz normal im Büro.

    Ja, schon schön, wenn man ein Monopol hat und sich dem Wettbewerb nicht stellen muss.

  6. Re: Vorstellungsvermögen

    Autor: Oktavian 05.05.21 - 16:39

    > Kann man machen, aber dann bitte nicht heulen, wenn man nicht
    > konkurrenzfähig bleibt.

    Es kommt immer drauf an, was man so tut. Das Büro ist ja kein Selbstzweck.

    Ein Freund von mir hat eine Karosseriebau-Werkstatt, ungefähr 20 Gesellen, 3 Meister, und auch 2 Damen im Büro. Klar haben die PCs, aber viel läuft auch noch ganz klassisch per Papier. Waren kommen und die Lieferscheine und Rechnungen werden einfach abgeheftet. Der Prozess läuft seit 20 Jahren fast unangetastet. Ich hab mir das auf seinen Wunsch mal angeschaut, Prozessoptimierung, Automatisierung und ähnliches mach ich ja gerne. Da ist tatsächlich nicht viel zu tun. Klar könnte man irgendwo ein paar Prozent rausholen, aber die Einsparung wäre nicht zu realisieren. Zudem macht da Büro in den Gesamtkosten einen Fliegenschiss aus.

    Gerade in kleinen Unternehmen ist Papier einfach eine sehr günstige Variante.

    > Ja, schon schön, wenn man ein Monopol hat und sich dem Wettbewerb nicht
    > stellen muss.

    Ist stelle mir gerade ein Justizsystem im Wettbewerb vor. Darf sich der Angeklagte aussuchen, bei welchem Rechtsanbieter er verhandelt haben möchte?

    Aber auch das Justizsystem wandelt sich so langsam. Elektronisches Anwaltspostfach funktioniert ja schon meistens. Elektronische Prozessakten kommen so langsam. Die Richter tun sich da noch etwas schwer. Kürzlich gab es ein Urteil, dass ein Richter darauf bestehen kann, dass ihm die Prozessakten vollständig von der Geschäftsstelle ausgedruckt werden, damit er sie zuhause am Schreibtisch bearbeiten kann. Die Geschäftsstelle wollte im PC oder Tablet zur Verfügung stellen aber er wollte Papier. Und hat es auch bekommen. Freiheit des Richteramts.

  7. Re: Vorstellungsvermögen

    Autor: peterbruells 05.05.21 - 16:56

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Kann man machen, aber dann bitte nicht heulen, wenn man nicht
    > > konkurrenzfähig bleibt.
    >
    > Es kommt immer drauf an, was man so tut. Das Büro ist ja kein Selbstzweck.
    >
    > Ein Freund von mir hat eine Karosseriebau-Werkstatt, ungefähr 20 Gesellen,
    > 3 Meister, und auch 2 Damen im Büro. Klar haben die PCs, aber viel läuft
    > auch noch ganz klassisch per Papier. Waren kommen und die Lieferscheine und
    > Rechnungen werden einfach abgeheftet. Der Prozess läuft seit 20 Jahren fast
    > unangetastet. Ich hab mir das auf seinen Wunsch mal angeschaut,
    > Prozessoptimierung, Automatisierung und ähnliches mach ich ja gerne. Da ist
    > tatsächlich nicht viel zu tun. Klar könnte man irgendwo ein paar Prozent
    > rausholen, aber die Einsparung wäre nicht zu realisieren. Zudem macht da
    > Büro in den Gesamtkosten einen Fliegenschiss aus.

    Ja, und die sind auch ganz klar nicht im Visier wenn es um HomeOffice wegen Pandemie geht. Wird trotzdem nicht einfacher, denn irgendwann hat die andere Seite keine Lust mehr, denen Papier zu schicken und von dort Papier zu bekommen.


    > > Ja, schon schön, wenn man ein Monopol hat und sich dem Wettbewerb nicht
    > > stellen muss.
    >
    > Ist stelle mir gerade ein Justizsystem im Wettbewerb vor. Darf sich der
    > Angeklagte aussuchen, bei welchem Rechtsanbieter er verhandelt haben
    > möchte?


    :-)

    > Aber auch das Justizsystem wandelt sich so langsam. Elektronisches
    > Anwaltspostfach funktioniert ja schon meistens. Elektronische Prozessakten
    > kommen so langsam. Die Richter tun sich da noch etwas schwer. Kürzlich gab
    > es ein Urteil, dass ein Richter darauf bestehen kann, dass ihm die
    > Prozessakten vollständig von der Geschäftsstelle ausgedruckt werden, damit
    > er sie zuhause am Schreibtisch bearbeiten kann. Die Geschäftsstelle wollte
    > im PC oder Tablet zur Verfügung stellen aber er wollte Papier. Und hat es
    > auch bekommen. Freiheit des Richteramts.

    Hätte er Ausdruckstanz auch bekommen? Wohl nicht.

    Aber auch hier: Es betrifft ja nicht nur die internen Amtsgerichte, sondern schlicht die Wettbewerbsfähigkeit der Verwaltung, die Attraktivität für Unternehmen und auch Bürger.

    Wird wohl kaum einer deswegen wegziehen  – aber durchaus ein Geld in Ländern anlegen, in denen Geschäftsprozesse nicht unnötig verzögert werden.

  8. Re: Vorstellungsvermögen

    Autor: Muhaha 05.05.21 - 17:04

    peterbruells schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Wird wohl kaum einer deswegen wegziehen  – aber durchaus ein Geld in
    > Ländern anlegen, in denen Geschäftsprozesse nicht unnötig verzögert
    > werden.

    Was glaubst Du, warum Tesla ausgerechnet in Brandenburg und nicht in anderen potentiellen Standorten des europäischen Umfelds eine Fabrik bauen lässt? Die deutsche Verwaltung ist nicht so schlecht wie ihr Ruf im eigenen Land. Was normal ist, denn als deutscher Staatsbürger hat man recht wenig mit tschechischer oder französischer Bürokratie zu tun. Denn woanders ist es teilweise deutlich schlimmer.

    Mein Kollege kann als Exil-Pole Horrorgeschichten aus dem Heimatland erzählen, da ist man froh sich "nur" mit dem Scheiss hierzulande herumschlagen zu müssen. Für ihn das hier wie fast im Himmel! Natürlich nicht perfekt, aber so sehr viel besser.

  9. Re: Vorstellungsvermögen

    Autor: Oktavian 05.05.21 - 17:45

    > Was glaubst Du, warum Tesla ausgerechnet in Brandenburg und nicht in
    > anderen potentiellen Standorten des europäischen Umfelds eine Fabrik bauen
    > lässt? Die deutsche Verwaltung ist nicht so schlecht wie ihr Ruf im eigenen
    > Land.

    Insbesondere arbeitet die deutsche Verwaltung zwar nicht wahnsinnig schnell aber sehr vorhersehbar. Es gibt Gesetze, und daran hält man sich auch. Das ist nicht in jedem Land selbstverständlich. Da muss oft Gesetzestreue und gewisse Gefälligkeit nochmal extra vergütet werden.

  10. Re: Vorstellungsvermögen

    Autor: Oktavian 05.05.21 - 17:51

    > Ja, und die sind auch ganz klar nicht im Visier wenn es um HomeOffice wegen
    > Pandemie geht.

    Oh, das sieht man in manch kleinem Unternehmen anders. Da gibt das schon massiv interne Konflikte, denn das Gesetz unterscheidet da nicht. Die "Sesselpupser" werden gerade in eigentlich produzierenden Unternehmen eh als privilegierter Wasserkopf angesehen. Und nun wird auch noch Tod und Teufel in Bewegung gesetzt, damit die Damen und Herren, die eh den Tag über nur Kaffee trinken, den auch zuhause schlürfen können, während die Arbeiter weiter in die Halle müssen.

    Irgendwann diskutiert man halt schon auch über den Betriebsfrieden.

    > Wird trotzdem nicht einfacher, denn irgendwann hat die
    > andere Seite keine Lust mehr, denen Papier zu schicken und von dort
    > Papier zu bekommen.

    Da sind solche Unternehmen erstaunlich flexibel. Wenn einer die Rechnung per Mail als PDF haben möchte, bekommt er sie so. Der nächste auch als Fax oder per Brief. Gerade von der Flexibilität leben kleine Unternehmen. Und da gehört Papier als wichtiges Medium noch dazu. Speditionsgewerbe ist immer noch sehr papierbasiert.

    > Hätte er Ausdruckstanz auch bekommen? Wohl nicht.

    Keine Ahnung, Papier hat er jedenfalls bekommen. Der gute Mann war Richter an einem OLG, eher im Bereich Wirtschaftstrafrecht. Da reden wir nicht von einer kleinen Mappe für einen Fall sondern von ein paar Umzugskartons, die ihm nach Ausdruck nachhause geliefert wurden.

  11. Re: Vorstellungsvermögen

    Autor: peterbruells 06.05.21 - 11:44

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > peterbruells schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Wird wohl kaum einer deswegen wegziehen  – aber durchaus ein Geld
    > in
    > > Ländern anlegen, in denen Geschäftsprozesse nicht unnötig verzögert
    > > werden.
    >
    > Was glaubst Du, warum Tesla ausgerechnet in Brandenburg und nicht in
    > anderen potentiellen Standorten des europäischen Umfelds eine Fabrik bauen
    > lässt?

    Ich denke die bis zu einer Milliarde Fördermittel werden auch etwas damit zu tun haben.

    > Die deutsche Verwaltung ist nicht so schlecht wie ihr Ruf im eigenen
    > Land.

    Das ist mir durchaus bewusst, aber das ist eben kein Grund, den aktuellen Stand beizubehalten.


    Hier, das ist die Antwort der Gemeinde (immerhin per Mail) auf meine Anfrage bezüglich der Bescheinigung für Wahlhelfer für die Priorisierung der Impfung:

    „Hinsichtlich der Bescheinigungen wird derzeit noch geklärt, wie die entsprechenden Bescheinigungen auszusehen haben und wann diese ausgestellt werden.“

    Das war Mitte April, seitdem Funkstille.

  12. Re: Vorstellungsvermögen

    Autor: Oktavian 06.05.21 - 11:49

    > Hier, das ist die Antwort der Gemeinde (immerhin per Mail) auf meine
    > Anfrage bezüglich der Bescheinigung für Wahlhelfer für die Priorisierung
    > der Impfung:
    >
    > „Hinsichtlich der Bescheinigungen wird derzeit noch geklärt, wie die
    > entsprechenden Bescheinigungen auszusehen haben und wann diese ausgestellt
    > werden.“
    >
    > Das war Mitte April, seitdem Funkstille.

    Tja, was soll die Gemeinde denn da auch machen? Impfen ist Landesrecht. Die Gemeinde kann beim zuständigen Landesgesundheitsministerium mal freundlich anfragen, aber solange der Gesetzgeber sich da nicht rührt, kann auch eine Gemeinde nur warten. Oder erwartest Du jetzt wöchentliche Wasserstandsmeldungen "Wir haben nichts gehört, aber wir bleiben dran...".

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Projektleiter Digitale Transformation (m/w/d)
    Melitta Gruppe, Minden
  2. Administrator Security-Operations (m/w/d)
    Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg
  3. Senior Systems Engineer (m/w/d) Security Operation Center
    Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, Schwäbisch Hall
  4. Frontend Developer (m/w/d)
    nexible GmbH, Düsseldorf

Detailsuche


Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 419,99€
  2. 599€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de