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Gezielte Kursmanipulation
Autor: Taylsch 08.11.21 - 00:47
Halten wir fest: Musk hat Aktien-Optionen im Wert von aktuell fast 30 Mrd. Dollar die er bis Mitte 2022 ziehen muss (und jederzeit ziehen kann). Nach seinem Umzug nach Texas muss er nun zwar keine Einkommenssteuern zahlen, die Optionen hat er aber noch in Kalifornien erhalten: Sie müssen also als normales Einkommen nach Kalifornischem Recht versteuert werden. Macht knapp 15 Mrd. Steuern.
Was macht der arme Mann also:
Schritt 1: 10% (rund 20 Mrd.) seiner Aktien verkaufen weil „die Community es so wollte“ und „er einen fairen Beitrag“ leisten möchte
Schritt 2: 5 Mrd. Kapitalertragssteuer auf den Verkauf zahlen und die restlichen 15 Mrd. einstecken
Schritt 3: Den fallenden Aktienkurs durch das Abstoßen seines Aktienpaketes nutzen, um seine Optionen einzulösen. Fällt der Kurs am Montag um 10% sind seine Optionen 3 Mrd. weniger wert was rund 1.5 Mrd Steuerersparnis ausmacht. Bei 5% rund 750 Mio. Ersparnis.
Schritt 4: Die 15 Mrd. aus Schritt 2 nutzen um die restlichen Steuern aus Schritt 3 zu bezahlen.
Schritt 5: Trotz Verkauf von 10% mit rund 10 Mrd. mehr Anteilen an Tesla da sitzen als vorher, 750 Mio. bis 1.5 Mrd. steuern sparen, kostenlose Publicity mitnehmen und sich als verantwortungsvoller Milliardär feiern lassen.
Als ob der Stunt nicht schon lange geplant war. Sein Bruder hat ja auch noch einen Tag vor seinem Posting rund 100 Mio. In Aktien abgestoßen…
2 mal bearbeitet, zuletzt am 08.11.21 00:54 durch Taylsch. -
Re: Gezielte Kursmanipulation
Autor: kollege 08.11.21 - 03:46
Du hast vergessen den Verlust durch den Verkauf einer großen Menge an Aktien in einem Hieb einzuberechnen (was schwer sein wird). Es ist zwar nicht gewaltig viel, aber schon etwas. ca. 2.3% afaik. Da fällt man schon durch einige Stockwerke an Orders, wenn man die alle auch direkt verkaufen will. Spart er dann ja je nach Fall mehr oder weniger Steuern, aber dem Wirkt auch der Teilverlust entgegen. Ist die Frage wie viel xD
3 mal bearbeitet, zuletzt am 08.11.21 03:48 durch kollege. -
Re: Gezielte Kursmanipulation
Autor: Cavaron 08.11.21 - 05:29
Elon Musk soll diesen "Steuer-Spar-Heist" also von langer Hand geplant haben?
Warum hat er die Optionen nicht im Frühsommer ausgelöst, als die Aktie nicht mal halb so viel wert war, wie jetzt? Glaubst du, er kann den Aktienwert mit der Aktion mehr als halbieren?
Glaubst du, er bekommt 10% seiner Aktien zum aktuellen Kurs alle auf einmal los?
Immer diese Evil-Genius-Konstrukte der Musk-Hasser. Akzeptiert doch einfach mal, das es auch positive CEOs/Milliardäre geben kann. -
Re: Gezielte Kursmanipulation
Autor: Lufegrt 08.11.21 - 06:29
Und was ist schlecht dran?
Taylsch schrieb:
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> Halten wir fest: Musk hat Aktien-Optionen im Wert von aktuell fast 30 Mrd.
> Dollar die er bis Mitte 2022 ziehen muss (und jederzeit ziehen kann). Nach
> seinem Umzug nach Texas muss er nun zwar keine Einkommenssteuern zahlen,
> die Optionen hat er aber noch in Kalifornien erhalten: Sie müssen also als
> normales Einkommen nach Kalifornischem Recht versteuert werden. Macht knapp
> 15 Mrd. Steuern.
>
> Was macht der arme Mann also:
> Schritt 1: 10% (rund 20 Mrd.) seiner Aktien verkaufen weil „die
> Community es so wollte“ und „er einen fairen Beitrag“
> leisten möchte
> Schritt 2: 5 Mrd. Kapitalertragssteuer auf den Verkauf zahlen und die
> restlichen 15 Mrd. einstecken
> Schritt 3: Den fallenden Aktienkurs durch das Abstoßen seines Aktienpaketes
> nutzen, um seine Optionen einzulösen. Fällt der Kurs am Montag um 10% sind
> seine Optionen 3 Mrd. weniger wert was rund 1.5 Mrd Steuerersparnis
> ausmacht. Bei 5% rund 750 Mio. Ersparnis.
> Schritt 4: Die 15 Mrd. aus Schritt 2 nutzen um die restlichen Steuern aus
> Schritt 3 zu bezahlen.
> Schritt 5: Trotz Verkauf von 10% mit rund 10 Mrd. mehr Anteilen an Tesla da
> sitzen als vorher, 750 Mio. bis 1.5 Mrd. steuern sparen, kostenlose
> Publicity mitnehmen und sich als verantwortungsvoller Milliardär feiern
> lassen.
>
> Als ob der Stunt nicht schon lange geplant war. Sein Bruder hat ja auch
> noch einen Tag vor seinem Posting rund 100 Mio. In Aktien abgestoßen… -
Re: Gezielte Kursmanipulation
Autor: Krulle 08.11.21 - 08:51
Ich glaube da hat jemand Weitsicht bewiesen :)
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Re: Gezielte Kursmanipulation
Autor: Taylsch 08.11.21 - 12:00
Cavaron schrieb:
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> Elon Musk soll diesen "Steuer-Spar-Heist" also von langer Hand geplant
> haben?
>
> Warum hat er die Optionen nicht im Frühsommer ausgelöst, als die Aktie
> nicht mal halb so viel wert war, wie jetzt? Glaubst du, er kann den
> Aktienwert mit der Aktion mehr als halbieren?
>
> Glaubst du, er bekommt 10% seiner Aktien zum aktuellen Kurs alle auf einmal
> los?
>
> Immer diese Evil-Genius-Konstrukte der Musk-Hasser. Akzeptiert doch einfach
> mal, das es auch positive CEOs/Milliardäre geben kann.
Das er den Verkauf schon länger geplant hat glaub ich sehr wohl. Die Twitter-geschichte war nur wieder für die PR. Natürlich wird er 10$ Mrd. nicht zum aktuellen Kurs verkaufen können. Aber das ist ja auch gar nicht gewollt. Gewollt ist, dass der Kurs runter geht um die Optionen günstiger zu ziehen, bevor sie verfallen.
Und warum er die 10 Jahre alte Optionen nicht schon früher verkauft hat?
1. Weil Aktienoptionen von CEOs eigentlich nicht eingelöst (und häufig nur beliehen) werden um unter anderem Verwässerung zu verhinden...es sei denn sie scheiden aus dem Unternehmen aus oder die Optionen drohen - wie jetzt - zu verfallen.
2. Weil die Freigabe der Option an bestimmte Ziele in Bezug auf Umsatz, Ebitda und Markkapitalisierungsziele (z.B. 650 Mrd. $ Market Cap für die größte Tranche) gebunden sind, bevor sie eingelöst werden können. Im Frühsommer hat die Marktkapitalisierung z.B. erst knappt an dieser Marke gekratzt.
3. Weil Aktiengeschäfte für Insider - sofern alle anderen punkte oben erfüllt sind - nur in bestimmten Perioden/Wochen nach Veröffentlichung der Zahlen erfolgen dürfen. Das war jetzt zum Quartalsende erst wieder möglich.
Aber wie man sieht, die Show hat gezogen. Musk ist der Gutmensch schlecht hin, weil er als Milliardär Steuern zahlt. Dass er dabei effektiv Milliarden steuern spart, darf man natürlich nicht in den Raum werfen. -
Re: Gezielte Kursmanipulation
Autor: Cavaron 08.11.21 - 17:43
Taylsch schrieb:
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> Aber wie man sieht, die Show hat gezogen. Musk ist der Gutmensch schlecht
> hin, weil er als Milliardär Steuern zahlt. Dass er dabei effektiv
> Milliarden steuern spart, darf man natürlich nicht in den Raum werfen.
Zunächst mal Gratulation - Golem hat einen IMHO-Artikel anscheinend bei deinem Kommentar abgeschrieben.
Zum Thema "Gutmensch" (war das nicht mal Unwort des Jahres?) und "man darf Musk nicht kritisieren":
Wie hat EM die Steuerlast der letzten par realisierten Optionen beglichen? Mit Krediten von Banken. Er hat dafür also keine Aktien verkauft und somit auch keine Steuern gezahlt. Er hätte das wieder tun können.
Den PR-Vorwurf lasse ich diesmal gelten, mit der Twitterumfrage lässt sich der Aktienverkauf zumindest gut verkaufen. EM hat sich ja früher schon etwas in eine Sackgasse manövriert, als er mal sagte, dass er der letzte Investor sein wird, der Tesla-Aktien verkauft. Das war jetzt eine schöne Exit-Strategie von dieser selbst auferlegten Regel.
Als Gutmensch schlechthin habe ich ihn nicht bezeichnet, sondern als positiven CEO. Er verwendet sein Geld für höhere Ziele - wie man die jetzt bewertet, sei jedem selbst überlassen. Fest steht zumindest, dass er keine Jachten, Luxusanwesen oder Inseln besitzt, wie andere Milliardäre. Er könnte jeden Tag mit Topmodels Margarithas am Strand schlürfen, aber verbringt seine Zeit meistens in Giga-Factories oder in der der Starbase. Ich für meinen Teil bewerte das positiv. -
Re: Gezielte Kursmanipulation
Autor: Cavaron 14.11.21 - 17:05
So, entgegen deiner böswilligen Behauptung spart Musk eben nicht Steuern durch einen selbst verursachten Dip.
Er wickelt den Abruf seiner Optionen und den Verkauf der Aktien statt dessen so ab, dass er maximal besteuert wird:
https://www.teslarati.com/tesla-tsla-elon-musk-maximum-tax/
Kommt jetzt vielleicht die Einsicht, dass Musk doch kein so übler Mensch ist? Vermutlich nicht. H8ers gonna h8.



