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Rücksenderecht wegen nichts?

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  1. Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: ufo70 01.02.21 - 16:54

    Manchmal habe ich das Gefühl, der Gesetzgeber stellt Onlinehändler extra so schlecht, um den klassischen Handel zu schützen.

    Das man Ware nach 2 Wochen einfach so zurücksenden kann ist ein Unding und ich habe nichts mit Onlinehändlern zu tun. Das teure Kameras inkl. Urlaubsbildern auf der vergessenen Speicherkarte zurückgesendet werden, ist ja schon ein Klassiker.

    Entspricht die Ware nicht den Angaben oder funktioniert nicht richtig, muss eine Rücksendung natürlich möglich sein. Aber sonst?
    Zu praktisch allen Produkten finde ich im Netz Informationen. Testberichte, Bewertungen, YT-Vorstellungen usw.

    Wenn den Katzen das Futter nicht schmeckt oder die Kamera sich nach 1h zu schwer anfühlt, ist dann Pech. Im normalen Einzelhandel kann ich auch nicht nach 2 Wochen daherkommen und die Waschmaschine zurückgeben, weil sie mir zu laut ist.


    Ausnahmen sehe ich bei Klamotten, deren Qualität man nicht erahnen kann, die auf Bildern völlig anders aussehen und man vor allem die Größenangaben in die Tonne kloppen kann. Dabei gibt es längst Ideen, wie man Größen vereinheitlichen und praxisgerechter gestalten kann.
    Darum sind Klamotten neben Lebensmitteln die einzigen Produkte, die ich noch offline kaufe.


    Nicht vergessen, wir Kunden zahlen die Zeche für die asozialen ****, die nach dem Finale den 80 Zöller zurückschicken.

  2. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: senf.dazu 01.02.21 - 18:11

    ufo70 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Manchmal habe ich das Gefühl, der Gesetzgeber stellt Onlinehändler extra so
    > schlecht, um den klassischen Handel zu schützen.
    >
    > Das man Ware nach 2 Wochen einfach so zurücksenden kann ist ein Unding und
    > ich habe nichts mit Onlinehändlern zu tun. Das teure Kameras inkl.
    > Urlaubsbildern auf der vergessenen Speicherkarte zurückgesendet werden, ist
    > ja schon ein Klassiker.
    >
    > Entspricht die Ware nicht den Angaben oder funktioniert nicht richtig, muss
    > eine Rücksendung natürlich möglich sein. Aber sonst?
    > Zu praktisch allen Produkten finde ich im Netz Informationen. Testberichte,
    > Bewertungen, YT-Vorstellungen usw.
    >
    > Wenn den Katzen das Futter nicht schmeckt oder die Kamera sich nach 1h zu
    > schwer anfühlt, ist dann Pech. Im normalen Einzelhandel kann ich auch nicht
    > nach 2 Wochen daherkommen und die Waschmaschine zurückgeben, weil sie mir
    > zu laut ist.
    >
    > Ausnahmen sehe ich bei Klamotten, deren Qualität man nicht erahnen kann,
    > die auf Bildern völlig anders aussehen und man vor allem die Größenangaben
    > in die Tonne kloppen kann. Dabei gibt es längst Ideen, wie man Größen
    > vereinheitlichen und praxisgerechter gestalten kann.
    > Darum sind Klamotten neben Lebensmitteln die einzigen Produkte, die ich
    > noch offline kaufe.
    >
    > Nicht vergessen, wir Kunden zahlen die Zeche für die asozialen ****, die
    > nach dem Finale den 80 Zöller zurückschicken.

    Derart miesen Produktbeschreibungen, und den wilden Mix von gekauften und echten Bewertungen, wie z.B. bei Amazon kann man aber nicht wirklich als hinreichende Produktinformation hernehmen. Da ist's schon ganz angemessen wenn der Händler schon aus Eigeninteresse die Rücknahme einfachst macht. Und alle Produktbeschreibungen im Internet lassen Fragen offen. Sowohl der Händler als auch der Hersteller haben Eigeninteresse - was tendenziell die Warenbeschreibung sagen wir mal unscharf macht. In der Regel kriegt man nicht mal scharfe Bilder. Geschweige denn Infos über die Software/Bedienbarkeit.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.02.21 18:12 durch senf.dazu.

  3. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: ufo70 01.02.21 - 20:02

    Muss man sich denn unbedingt beim Shop schlau machen? Im stationären Handel verlässt man sich ja auch nicht auf die lobenden Worte des Verkäufers oder auf das Verpackungsbild im Supermarktregal, sondern informiert sich unabhängig.

    Wenn der Shop einfache Retouren zulassen möchte, kann er das ja gerne tun. Nur müssen die Kunden dann bereit sein die daraus resultierenden höheren Preise zu akzeptieren. Bei Amazon klappt das scheinbar ganz gut, dort werden die teilweise recht hohen Preise offensichtlich angenommen.

    Aber Händler zu einer Rücknahme zu verpflichten, weil der Kunde das Produkt nach 2 Wochen irgendwie doch nicht will, finde ich nicht ok. Das muss der Einzelhandel ja auch nicht tun.

  4. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: Oktavian 01.02.21 - 20:28

    > Das man Ware nach 2 Wochen einfach so zurücksenden kann ist ein Unding

    Einfach so ist das nicht. Der Händler kann dem Kunden die Rücksendekosten auferlegen. Bei genutzer Ware kann er die Wertminderung gegenüber dem Kunden geltend machen. Viele Händler tun das nicht, sie leben ja auch so gut, und dieses Hinterherlaufen kostet am Ende mehr als es bringt. Wenn ein Kunde Missbrauch betreibt, sperrt man ihn halt.

    > Entspricht die Ware nicht den Angaben oder funktioniert nicht richtig, muss
    > eine Rücksendung natürlich möglich sein. Aber sonst?
    > Zu praktisch allen Produkten finde ich im Netz Informationen. Testberichte,
    > Bewertungen, YT-Vorstellungen usw.

    Richtig, und die sind auch alle neutral, unabhängig und seriös. Jede einzelne. Genau wie die Bewertungen bei Amazon und Co., alles exakt richtig.

    Gerade die Hersteller versenden doch gerne Testexemplare (die danach gerne behalten werden dürfen) an Influencer, die das ganze dann reichlich bewerben, damit sie noch mehr Testexemplare oder eine kleine Unkostenerstattung bekommen.

    > Wenn den Katzen das Futter nicht schmeckt oder die Kamera sich nach 1h zu
    > schwer anfühlt, ist dann Pech.

    Gerade bei letzterem Nein, das ist kein Pech, genau dafür wurde das Rückgaberecht geschaffen. Wie die Haptik der Kamera ist, wie sich das Gewicht verteilt, wie sie in meiner Hand liegt (und nicht in der eines sehr wohlwollenden Redakteuers), das muss ich selbst beurteilen. Im Laden kann ich sie in die Hand nehmen. Und um genau das auszugleichen gibt es das Rücksenderecht.

    > Im normalen Einzelhandel kann ich auch nicht
    > nach 2 Wochen daherkommen und die Waschmaschine zurückgeben, weil sie mir
    > zu laut ist.

    https://praxistipps.chip.de/geld-zurueck-alle-infos-zum-umtauschen-bei-media-markt_98715

    Viele große Ketten erlauben genau das.

    > Nicht vergessen, wir Kunden zahlen die Zeche für die asozialen ****, die
    > nach dem Finale den 80 Zöller zurückschicken.

    Ja tun wir. Und solange die Zahl derer so klein ist, dass es im Grundrauschen verschwindet, ist das halt so. Dafür hab ich nicht mal mehr ein Schulterzucken übrig.

  5. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: ufo70 01.02.21 - 20:48

    Also, wer sich bei „Influenzern“ informiert, kann auch gleich Werbung gucken oder sich von einem Verkäufer bequatschen lassen.

    Im Netz finden sich zu allem genügend seriöse Tests, selbst Bewertungen können hilfreich sein, wenn man sich die ansieht, die Vor- und Nachteile sauber aufschlüsseln. Das funktioniert wunderbar. Man muss sich halt die Mühe machen und sich informieren und da haben viele keinen Bock drauf.
    Die klicken lieber erst auf Bestellen und gucken dann und bei rund 280 Millionen Rücksendungen 2018 ist das ein wenig mehr als "Grundrauschen". Ich finds nicht ok, eben weil ich das mitbezahlen darf.

  6. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: Sandeeh 01.02.21 - 21:25

    ufo70 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    (...)
    > Aber Händler zu einer Rücknahme zu verpflichten, weil der Kunde das Produkt
    > nach 2 Wochen irgendwie doch nicht will, finde ich nicht ok. Das muss der
    > Einzelhandel ja auch nicht tun.

    Dem lokalen Händler kannst du ein nicht so wie erwartet funktionierendes Produkt direkt vor die Füße setzen und direkt ausdiskutieren. Diese Möglichkeit fehlt dir beim Onlinehandel und es kann sich hinter Alibi-Emailadressen und Hotlines "verbarrikadiert" werden - und du wirst den Artikel einfach nicht los. Manchmal entspricht das Produktbild dann doch nicht dem Original.

    Beispiel: https://www.amazon.de/gp/product/B083QZXNDT/ (Lenovo L27q-30). Auf dem Produktbild ist der Rand sehr schmal. In Wirklichkeit umgibt noch ein 7mm schwarzer Rand das Display (siehe Kundenfotos). Hier ist das Produktbild bewusst falsch gestaltet. Im Laden siehst du das, beim Versandhandel erst zu Hause. Technisch funktioniert das Gerät. Um hier lange Diskussionen dem Konsumenten zu ersparen hat der Gesetzgeber das Rückgaberecht eingeräumt.

    Gäbe es dieses nicht, würden Händler dies sicherlich auch zu ihrem Vorteil systematisch ausnutzen - und das Gejammere ginge von der anderen Seite los. Hier hilft eben nur, mit gesundem Augenmaß zu agieren.

    Grüße, Sandeeh

  7. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: Oktavian 01.02.21 - 22:26

    > Also, wer sich bei „Influenzern“ informiert, kann auch gleich
    > Werbung gucken oder sich von einem Verkäufer bequatschen lassen.

    Akzeptiere einfach, genau das passiert. Und Unternehmen wissen das und fördern das, indem sie solche Personen bereitwillig mit Testmustern und Geld ausstatten. Insofern leisten sie ihren Beitrag, dass es eben weniger seriöse Tests gibt. Liegt ja auch gar nicht in ihrem Interesse.

    > Die klicken lieber erst auf Bestellen und gucken dann und bei rund 280
    > Millionen Rücksendungen 2018 ist das ein wenig mehr als "Grundrauschen".
    > Ich finds nicht ok, eben weil ich das mitbezahlen darf.

    Dann solltest Du nicht bestellen sondern im Präsenzhandel kaufen. Alternativ kannst Du auch nur bei Händlern kaufen, die Rücksendegebühren von ihren Kunden verlangen.

  8. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: Eheran 01.02.21 - 23:20

    >Dem lokalen Händler kannst du ein nicht so wie erwartet funktionierendes Produkt direkt vor die Füße setzen und direkt ausdiskutieren.
    Bwahahahaha. Der war gut.

  9. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: Haze95 02.02.21 - 07:36

    Sandeeh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dem lokalen Händler kannst du ein nicht so wie erwartet funktionierendes
    > Produkt direkt vor die Füße setzen und direkt ausdiskutieren. Diese
    > Möglichkeit fehlt dir beim Onlinehandel und es kann sich hinter
    > Alibi-Emailadressen und Hotlines "verbarrikadiert" werden - und du wirst
    > den Artikel einfach nicht los. Manchmal entspricht das Produktbild dann
    > doch nicht dem Original.

    Du hast noch nie etwas bei Saturn/Mediamarkt umgetasucht, weil es defekt war?
    Der reinste Nervenkrieg mit denen.

  10. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: BlindSeer 02.02.21 - 07:42

    Irgendwie finde ich diese Rufe die eigenen Rechte und die aller Verbraucher zu beschneiden immer wieder seltsam. Früher hat man für mehr Rechte gekämpft, nicht für weniger und noch weniger für "übertragt meine Rechte an die Industrie!". 0_o

  11. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: AllDayPiano 02.02.21 - 07:47

    Wieso? Er hat recht. Du kannst ewig diskutieren, hast einen bockigen Händler, der nichts einsieht und gehst nie wieder in den Laden aber mit der Kamera in der Hand nach hause.

    Ich habe das schon zigfach erlebt und ist für mich auch der Grund gewesen, lieber bei Amazon zu bestellen, weil die damals übermäßig unkompliziert bei solchen Fällen waren.

    Mittlerweile hat sich das bei Amazon auch gewaltig geändert, aber dennoch kein Vergleich zu stationären Handel.

    Was ich bei Mediamarkt mit der Tiefpreisgarantie herumdiskutieren durfte. Wie ich wochenlang vertröstet wurde, weil der geile ZEN (MP3-Player mit Festplatte) einen HDD-Schaden hatte und durfte hinterher noch drauflegen, weil das Modell nicht mehr lieferbar war und ich "ein besseres" bekommen habe. Da könnte ich viele Geschichten erzählen.

    Alles, was oben steht, ist eine Meinung. Meine Meinung. Wenn ich eine absolute Aussage treffe, dann ist das ebenfalls eine Meinung. Meine Meinung. Wenn ich etwas mit Quellen belege, ist es entsprechend gekennzeichnet und damit keine Meinung, sondern eine Schlussfolgerung oder Tatsachendarstellung. Gut, dass wir das jetzt abschließend geklärt haben. Springen wird Golem.de trotzdem weiterhin.

  12. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: AllDayPiano 02.02.21 - 08:03

    Die Händler elegen den Kunden die Kosten nicht auf, weil sie fürchten, gegen die Konkurrenz zu verlieren, die das nicht tut. Gerade im Kleidergeschäft gibt es genug Aussagen von Händlern, die das am liebsten ändern würden, aber dann die Kunden reihenweise an Zalando abgeben dürfen.

    Der Gesetzgeber hat ein Ungleichgewicht aufgebaut. In guter Absicht, zweifelsohne. Aber nach über 10 Jahren muss dieses repariert werden.

    Der Kunde hat das Recht, die Ware anzusehen, anzuprobieren, auszuprobieren und zwar in der Art und Weise, wie er es im Laden tun würde. Das 14-tägige Rückgaberecht wird aber gerne mit einem 14-tägigen Nutzungsrecht verwechselt. Das ist es aber nicht. Die Ware hat in komplett einwandfreien Zustand zurückgesandt zu werden. Das heißt bei Kleidern ungetragen (abseitz des Anprobierens).

    Und auch wenn das BGB hier eindeutig ist, und dem Händler eine Nutzungsentschädigung zusagt, so ist die Rechtsdurchsetzung zu teuer. Ein Brief vom Anwalt für ein Niedrigpreisartikel kostet schon 40 Euro. Mit Verfahren dann 400-1000 Kosten. Das rechnet sich schlichtweg nicht. Wenn der Händler 1 von 10 Klagen verliert (was bei der Weltfremde mancher Richter durchaus möglich ist), dann hat er 100 Euro Kosten pro 10 laufender Verfahren. Bei einer Marge von 30% muss er also für 300 Euro Waren verkaufen, um den einen Fall abzudecken. Dann hat er aber an Waren für 400 Euro nichts verdient. Da bewahrheitet sich der Spruch: Dem schlechten Geld kein gutes hinterherwerfen.

    M.m.n. könnte Abhilfe geschaffen werden, wenn Waren ein Siegel bekommen, das zwar ein Testen erlaubt, aber ein effektives Benutzen zumindest umständlich macht. Bei Kleidung könnte das ein Anhänger sein, der sich nicht verstecken lässt. Bei Schuhen z.B. ein Aufkleber auf der Sohle. Bei Artikeln, die üblicherweise auch im stationären Handel nicht ausprobiert werden können (z.B. Waschmaschine) ein Aufkleber über dem Spülmittelfach. Nur, um mal ein paar Beispiele zu nennen.

    Denn schlussendlich zahlen wir alle die Zeche dafür, wenn manche Menschen wie die Made im Speck leben.

    Alles, was oben steht, ist eine Meinung. Meine Meinung. Wenn ich eine absolute Aussage treffe, dann ist das ebenfalls eine Meinung. Meine Meinung. Wenn ich etwas mit Quellen belege, ist es entsprechend gekennzeichnet und damit keine Meinung, sondern eine Schlussfolgerung oder Tatsachendarstellung. Gut, dass wir das jetzt abschließend geklärt haben. Springen wird Golem.de trotzdem weiterhin.

  13. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: Oktavian 02.02.21 - 08:20

    > Die Händler elegen den Kunden die Kosten nicht auf, weil sie fürchten,
    > gegen die Konkurrenz zu verlieren, die das nicht tut. Gerade im
    > Kleidergeschäft gibt es genug Aussagen von Händlern, die das am liebsten
    > ändern würden, aber dann die Kunden reihenweise an Zalando abgeben dürfen.

    Richtig. So ist das halt, wenn einer mal mit so blöden Ideen wie Serviceorientierung und Kundenfreundlichkeit ankam. Irgendwann erwartet das der blöde Kunde auch noch. Und dann hat er auch noch die Frechheit einfach nicht zu kaufen bei Händlern, die keinen Service bieten und dem Kunden auch noch nen Arschtritt verpassen. Sowas aber auch. Das kann doch nicht sein.

    > Der Gesetzgeber hat ein Ungleichgewicht aufgebaut. In guter Absicht,
    > zweifelsohne. Aber nach über 10 Jahren muss dieses repariert werden.

    Nach dem Gesetzgeber können die Händler die Kosten dem Kunden aufbürden und sogar bei benutzter Ware Schadenersatz verlangen. Macht nur keiner.

    Lustigerweise ist das Rückgaberecht gar keine Erfindung des Gesetzgebers. Schon lange vorher, bei Quelle und Otto konnte man problemlos zurückschicken. Bei Amazon kann man auch in Ländern zurückschicken, in denen es so ein Recht gesetzlich nicht gibt. Lands End kam auf den deutschen Markt und warb damit, dass man ohne wenn und aber auch nach beliebig langem Besitz Dinge zurückgeben kann.

    Wir haben aber Vertragsfreiheit, das Gesetz definiert nur Mindeststandards. Jeder Händler hat das Recht, bessere Bedingungen zu bieten, und jeder Kunde hat das Recht, sich seinen Händler auszusuchen. Der Elefant im Raum ist doch "Es interessiert nicht, was im Gesetz steht, solange Amazon bessere Bedingungen bietet".

    > Der Kunde hat das Recht, die Ware anzusehen, anzuprobieren, auszuprobieren
    > und zwar in der Art und Weise, wie er es im Laden tun würde. Das 14-tägige
    > Rückgaberecht wird aber gerne mit einem 14-tägigen Nutzungsrecht
    > verwechselt. Das ist es aber nicht. Die Ware hat in komplett einwandfreien
    > Zustand zurückgesandt zu werden. Das heißt bei Kleidern ungetragen (abseitz
    > des Anprobierens).

    Ja, und auch heute schon kann der Händler Ersatz verlangen, wenn die Klamotten offensichtlich zur Party getragen wurden.

    > M.m.n. könnte Abhilfe geschaffen werden, wenn Waren ein Siegel bekommen,
    > das zwar ein Testen erlaubt, aber ein effektives Benutzen zumindest
    > umständlich macht. Bei Kleidung könnte das ein Anhänger sein, der sich
    > nicht verstecken lässt. Bei Schuhen z.B. ein Aufkleber auf der Sohle. Bei
    > Artikeln, die üblicherweise auch im stationären Handel nicht ausprobiert
    > werden können (z.B. Waschmaschine) ein Aufkleber über dem Spülmittelfach.
    > Nur, um mal ein paar Beispiele zu nennen.

    Das steht dem Händler heute schon frei. Er muss es nur tun. Ach ja, und wenn das Siegel weg ist, heißt das natürlich nicht, dass der Kunde die Ware nicht zureckgeben kann. Der Händler kann aber die Kosten für das Siegel verlangen.

    Und auch hier wieder, solange Amazon so einen Quatsch nicht macht, wird es nicht passieren. Es steht jedem Händler frei, über gesetzliche Mindeststandards hinauszugehen, und Amazon tut das deutlich. Es steht jedem Händler frei, unter das Niveau von Amazon zu gehen. Benchmark ist nicht, was im Gesetz steht, Benchmark ist Amazon.

  14. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: AllDayPiano 02.02.21 - 08:40

    Lustig, wie Du bewusst den Teil weggelassen hast, an dem ich darlege, warum die Händler auf die Rechtsdurchsetzung verzichten.

    Alles, was oben steht, ist eine Meinung. Meine Meinung. Wenn ich eine absolute Aussage treffe, dann ist das ebenfalls eine Meinung. Meine Meinung. Wenn ich etwas mit Quellen belege, ist es entsprechend gekennzeichnet und damit keine Meinung, sondern eine Schlussfolgerung oder Tatsachendarstellung. Gut, dass wir das jetzt abschließend geklärt haben. Springen wird Golem.de trotzdem weiterhin.

  15. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: ufo70 02.02.21 - 09:10

    Sandeeh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Hier ist das Produktbild bewusst falsch gestaltet.

    Dann sollte eine problemlose Rückgabe natürlich möglich sein, logisch. Von solchen Fällen rede ich ja auch gar nicht.

  16. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: ufo70 02.02.21 - 09:10

    Umgekehrt wird ein Schuh draus. Die, die nicht in der Lage sind sich zu informieren, sollten im Präsenzhandel kaufen. Ich tue mir Innenstädte schon lange nicht mehr an. ;)
    Ich kaufe einfach bei den Shops wo der Preis stimmt. Aktuell ein neuer Geschirrspüler, der bei Amazon 300¤ teurer war, als bei vielen anderen Shops.

  17. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: John2k 02.02.21 - 09:40

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > M.m.n. könnte Abhilfe geschaffen werden, wenn Waren ein Siegel bekommen,
    > das zwar ein Testen erlaubt, aber ein effektives Benutzen zumindest
    > umständlich macht. Bei Kleidung könnte das ein Anhänger sein, der sich
    > nicht verstecken lässt. Bei Schuhen z.B. ein Aufkleber auf der Sohle. Bei
    > Artikeln, die üblicherweise auch im stationären Handel nicht ausprobiert
    > werden können (z.B. Waschmaschine) ein Aufkleber über dem Spülmittelfach.
    > Nur, um mal ein paar Beispiele zu nennen.
    >
    > Denn schlussendlich zahlen wir alle die Zeche dafür, wenn manche Menschen
    > wie die Made im Speck leben.

    Meinst du nicht, dass es etwas übertrieben ist?
    'ne Waschmaschine wird wohl kaum einer ausprobieren und wieder zurückschicken.
    Zumal was passiert mit dem ganzen Gedöns, wenn der Kunde den Artikel behalten will?

    Welche Zeche? Das geht doch im Grundrauschen unter. Ist eh alles mit einkalkuliert. Hält die Prozesse simpel und kurz. Alles was sie wieder verlängert macht sie teuer. Vermutlich wesentlich teurer, als die paar Retouren zu akzeptieren.

  18. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: mke2fs 02.02.21 - 10:13

    Haha, natürlich kannst du mit dem lokalen Händler diskutieren.
    Dummerweise kannst du genau auch nur das, ein Rückgaberecht (soweit kein Defekt dran ist) hast du nicht.
    Im Gegensatz im Onlinehandel hast du das, musst nur bis 40 Euro Warenwert die Versandkosten selbst tragen - wenn nichts anders vereinbart (wie das zum Beispiel bei Amazon und anderen der Fall ist).

    Das Betrug getrieben wird mit dem Rückgaberecht ist sicher so, aber das ist dann an dem Händler das zu unterbinden.
    Es ist auch tatsächlich nicht so das man alle Waren zurücknehmen muss.
    Die 14-Tage-Periode soll die Möglichkeit der Begutachtung geben, nicht damit in den Urlaub zu fahren.
    Das heißt wenn da Sand in der Kammera ist oder Fett auf der Tastatur dann kann die Rücknahme sehr wohl verweigert werden, der Kunde hat damit nämlich sein Rückgaberecht erschöpft, da er seinen Pflichten sorglich mit der Ware umzugehen die er ausprobiert nicht eingehalten.
    Verträge gelten immer in beide Richtungen.

  19. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: Oktavian 02.02.21 - 10:52

    > Im Gegensatz im Onlinehandel hast du das, musst nur bis 40 Euro Warenwert
    > die Versandkosten selbst tragen - wenn nichts anders vereinbart (wie das
    > zum Beispiel bei Amazon und anderen der Fall ist).

    Die Grenze von 40 EUR wurde IIRC schon 2014 gekippt. Der Händler kann Dir die Rücksendekosten im Prinzip auch schon für Kleinkram auferlegen. Tut nur kaum einer. Und warum nicht? Weil Amazon es auch nicht tut.

    > Das heißt wenn da Sand in der Kammera ist oder Fett auf der Tastatur dann
    > kann die Rücknahme sehr wohl verweigert werden, der Kunde hat damit nämlich
    > sein Rückgaberecht erschöpft, da er seinen Pflichten sorglich mit der Ware
    > umzugehen die er ausprobiert nicht eingehalten.

    Ein solches Recht kennt das Gesetz tatsächlich nicht. Wenn der Kunde binnen 14 Tagen den Vertrag widerruft, ist der Vertrag obsolet und wird rückabgewickelt.

    Der Händler hat jetzt die Möglichkeit, die Wertminderung erstattet zu bekommen (BGB §357 Abs. 7). Da steht er aber in der Beweispflicht. Er hat keine Möglichkeit, die Rücknahme zu verweigern (außer bei den im Gesetz explizit genannten Ausnahmen).

  20. Re: Rücksenderecht wegen nichts?

    Autor: Eheran 02.02.21 - 11:47

    >Der Händler kann Dir die Rücksendekosten im Prinzip auch schon für Kleinkram auferlegen.
    Das war doch andersrum?! Bis 40¤ kann er sie wollen, darüber nicht.

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