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Willkommen in der großen freien Welt des selbstständigen Arbeitens!

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  1. Willkommen in der großen freien Welt des selbstständigen Arbeitens!

    Autor: tKahner 17.06.18 - 18:25

    Mir fehlen da so ein wenig die Worte. DAS ist genau das Leben, dass jeder Unternehmer / Dienstleister führt. Ich biete eine Leistung an und lebe davon - oder eben auch nicht.

    Ich biete selbst eine Leistung an - im Wesentlichen Vertriebstraining und Change-Management - und stelle dazu alle Dinge, die ich zur Erfüllung brauche (Auto, Handy, div. Computer, Infrastrukturen, Verbrauchsmaterialien, Benzin usw., sowie Miete, Steuern, Versicherungen etc.) Außerdem kalkuliere ich einen Aufschlag für Altersversorgung, Krankheit, Urlaub, usw.
    Am Ende komme ich auf einen unteren Wirtschaftlichkeitsbetrag. Selbstverständlich zahlt den keiner meiner Klienten, sondern er zahlt für das, was meine Leistung für ihn leistet. Niemand mit Verstand verkauft seine Leistung entsprechend seiner Aufwände.
    Der wahre, echte Wert einer Leistung wird durch die Bereitschaft des Kunden bestimmt, für diese Leistung zu bezahlen und nicht aus dem eigenen Unvermögen kostendeckend zu arbeiten.

    Und sowohl der Kurierfahrer als auch ich schließen mit unserem Kunden einen Dienstleistungsvertrag ab. Ich sollte wissen, was ich da unterschreibe resp. zu was ich mich da verpflichte.

    Es besteht dabei überhaupt kein Unterschied, ob ich Fahrrad fahre oder einen Vortrag halte.
    Wer das nicht versteht, der kann auch gleich UBER-Fahrer werden. Die lernen auch gerade, dass hartes wirtschaftliches Denken wichtiger ist, als romantische Träumereien von unternehmerischer Freiheit.

    Diese Branchen leben von Menschen, die nicht rechnen können, die denken, dass man für abgeleistete Zeit bezahlt wird, die den Unterschied zwischen Effizient und Effektiv nicht kennen oder einfach aus einem verschwurbelten moralischen Anspruch heraus.

    Und wem soll dieser Protest eigentlich treffen? Auf z.B. den ÖPNV ist man angewiesen, aber auf Lieferdienste? Träumt da einer von Hungerrevolten, wenn man drei Tage keine Pizza oder Chicken Tikka Masala nach Schwabing, Kreuzberg oder Altona liefert?

    Lieber Rider, Ihr wollt Geld verdienen? Become a Thinker!
    Dann macht es richtig, und eröffnet einen eigenen Lieferdienst. Genügend "Rider-Material" gibt es ja!
    DAS ist wenigstens ein Geschäftsmodell, das offensichtlich funktioniert!

  2. Re: Willkommen in der großen freien Welt des selbstständigen Arbeitens!

    Autor: Tommy-L 17.06.18 - 18:45

    Ich gebe zu, ab change management warst du mir schon unsympathisch... Aber in manchen Punkten sehe ich es ähnlich.

  3. Re: Willkommen in der großen freien Welt des selbstständigen Arbeitens!

    Autor: tKahner 17.06.18 - 20:03

    Tommy-L schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich gebe zu, ab change management warst du mir schon unsympathisch... Aber
    > in manchen Punkten sehe ich es ähnlich.

    Ja Danke für die Blumen äh (Un-)Sympatie <very big G>- aber das ist vielleicht gemau der Punkt.

    "Change-Mangement" ist letztlich genauso ein dämlicher Ausdruck wie "Rider" oder "Maker" oder sonst etwas stylisches aber primär finanziell erfolgloses.
    Natürlich ist CM mehr als ein simples Label, sondern ein konkretes komplexes Maßnahmenpaket mit einem messbaren Ziel.

    "Ridern" hingegen ist vollständig mit der nicht gerade seltenen Fähigkeit des Fahrradfahrens beschrieben. Dabei ist sogar die Verwendung von Stützrädern nicht ausgeschlossen.
    Und wer das für einen blöden Spruch hält, dem sei in Erinnerung gerufen, dass in einigen Ländern Kinder als Drogenkuriere also neudeutsch "drug rider" eingesetzt werden.
    Motto - cheap, stupid, dispensable.

    Erwähnt habe ich CM weil sich (m)eine erfolgreiche Leistung von der Leistung der Konkurrenz unterscheiden muss. Mal eben einen motivierenden Vortrag halten ("Hoch mit dem Arsch - Ihr Luschen!") funktioniert nur in Dünnbrett-Helden-Filmen, wenn zur letzten Schlacht geblasen wird.
    Es braucht mehr. Meine Leistung muss einen !messbaren! Eindruck beim !Kunden! hinterlassen.

    Worin unterscheide ich mich als Fahrradkurier von meiner Konkurrenz?
    Also warum sollte ich als Kunde Dienst A und nicht B nehmen? Darüberhinaus gibt es noch viele weitere Fragen, die einen erfolgreichen Geschäftsprozess ausmachen. Die Lieferdienste haben alle dazu eine passende und gute Antwort.

    Der Kurier kann nicht sagen "Hey, ich habe das stylischere Rad, mein Akku geht mit Bio-Strom" oder "aber ich musste noch ein Kätzchen retten (oder die Welt)" oder es gibt noch "Extra-Dienste" (Lammbock-style) <g>

    Außerdem...
    Wenn der Kurier schnell ist, war's Foodora, wenn nicht, war's der Kurier!

    Letztlich besteht also der einzige Unterschied zu meiner Rider-Konkurrenz in meiner Bereitschaft zur und im Ausmaß der Selbstausbeutung. Fettes Bingo! - also jetzt für den Unternehmer!

    Es wird kundenseitig erwartet, dass der Kurier funktioniert. Mehr nicht. Die Kundenkommunikation, und wird der geschaffene Mehrwert geschieht am Kurier vorbei.
    Wen juckt's ob ein kleines Zahnrädchen funktioniert? Gekratzt wird nur, wenn nicht!

    Ich empfehle sehr Noriaki Kanos Ansatz zur Kundenzufriedenheit und -qualitätswahrnehmung

    (Edit - Typo)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.06.18 20:06 durch tKahner.

  4. Re: Willkommen in der großen freien Welt des selbstständigen Arbeitens!

    Autor: Horibe 18.06.18 - 09:39

    Du kannst eine Dozententätigkeit nicht mit Kuriertätigkeit vergleichen. Dem steht die aktuelle Rechtsprechung der Landessozialgerichte entgegen. Bei einfachen Tätigkeiten reicht schon die organisatorische Eingliederung in die betriebliche Organisation eines Auftraggebers für das Vorliegen einer abhängigen Beschäftigung. Die Landessozialgerichte entscheiden überwiegend auf abhängig beschäftigt, auch wenn Kurierfahrer einen eigenen Sprinter o.ä. einsetzen. Was soll dabei herauskommen, wenn die Essensauslieferer nur ein Fahrrad einsetzen?

  5. Re: Willkommen in der großen freien Welt des selbstständigen Arbeitens!

    Autor: chefin 18.06.18 - 11:33

    Ich versteh es nicht. Wieso glauben soviele Menschen, das es reicht sich zu bewegen, egal wieviel und mit welchem Bildungsniveau um viel Geld zu verdienen. Leistung = Arbeit * Zeit. Wenn wir jetzt nur die Zeit bezahlen, weil die Arbeit unterdurchschnittlich ist, haben wir nunmal keinen Leistungslohn sondern ein Grundeinkommen. Aber Grundeinkommen ohne Leistungsbezug führt dazu, das wir lieber weniger als mehr arbeiten. Das hat man 40 Jahre versucht, es hat nicht geklappt. Am Ende war die kapitalistische Schattenwirtschaft um 2 Faktoren produktiver als die Planwirtschaft.

    Heizungen gehen im Winter kaputt, äusserst selten im Sommer. Aber in einer Planwirtschaft wird für 1000 Heizungsdefekte im Jahr Personal eingestellt. Im Winter ist das zuwenig, im Sommer stehen sie dumm rum. Und so verschiebt man Reparaturen in den Plan, damit auch im Sommer was zu tun ist. Wollte man aber nicht frieren, hat man ihn auf Samstag bestellt, dann hat man alles bekommen, nur kostete es extra. Tja...das Ende dieses Versuchs kennen wir ja

  6. Re: Willkommen in der großen freien Welt des selbstständigen Arbeitens!

    Autor: tKahner 18.06.18 - 12:46

    Horibe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du kannst eine Dozententätigkeit nicht mit Kuriertätigkeit vergleichen. Dem
    > steht die aktuelle Rechtsprechung der Landessozialgerichte entgegen. Bei
    > einfachen Tätigkeiten reicht schon die organisatorische Eingliederung in
    > die betriebliche Organisation eines Auftraggebers für das Vorliegen einer
    > abhängigen Beschäftigung. Die Landessozialgerichte entscheiden überwiegend
    > auf abhängig beschäftigt, auch wenn Kurierfahrer einen eigenen Sprinter
    > o.ä. einsetzen. Was soll dabei herauskommen, wenn die Essensauslieferer nur
    > ein Fahrrad einsetzen?

    Stimmt, aber es geht nicht um Rechtsprechung etc.
    Und ich kann das natürlich vergleichen. Der Unterschied zwischen angestellt und selbstständig liegt nicht in der Qualifikation oder Job-Beschreibung, sondern in der Verteilung der Kosten und Risiken, was sich natürlich auch in der Entlohnung widerspiegelt.
    Am Ende des Tages muss bei beiden Geld auf dem Konto sein und beide Kunden (Chef und Klient) müssen etwas von meiner Tätigkeit gehabt haben. Warum sollten sie mich sonst beschäftigen.

    Wie Sie selbst schreiben, greifen bei der Zwischenlösung, also Scheinselbstständigkeit, ziemlich rigide Maßnahmen. Außerdem Nachzahlungen auf Mindestlohn etc.
    Aber auch bei den Gerichten geht es nur vordergründig um Mitarbeiterschutz. Tatsächlich geht es um das Eintreiben ausstehender Sozialabgaben - also Füllen der Staatskasse.

    Es spielt auch so keine Rolle, ob ich angestellt bin oder nicht, Wenn ich von meinem Einkommen nicht leben kann, dann stellen sich für mich folgende Optionen:
    - Ich mach 'nen zweiten / dritten / ... Job.
    - ich suche mir EINE Tätigkeit. die ausreichend bezahlt wird, dass ich davon leben kann
    - ich lerne etwas, das mir einen Job für den Vorpunkt verschafft oder eine, für meine Kunden wichtige Fähigkeit.

    Die Ursache der prekären Beschäftigung wird doch erst durch den Einsatz von Internet-basierten Geschäftsprozessen so richtig möglich gemacht. Prozesse, die problemlos und bestens auch ohne neue Mitarbeiter skalieren.
    Das findet ja auch der Digital-Native schick - arbeiten in der Cloud, von überall aus, zu jeder Zeit. Jeder SmartPhone /Internet-Nutzer forciert dabei das Problem.
    Wir brauchen halte immer weniger Fachkräfte und immer mehr (digitale) Tagelöhner für die "letzte Meile" der Dienstleistung.
    Noch, denn auch hier sind Drohnen-Lieferung die sehr nahe Zukunft.

    Interessanterweise verharrt genau dieser, ach so moderne Digital-Native aber in der Denkweise einer Arbeitswelt, die es praktisch seit 20 Jahren nicht mehr gibt.

    Das nennt man in meiner Welt Besitzstandswahrung. Harter Aufschlag inklusive!

    Und das ist erst der Anfang!

  7. Re: Willkommen in der großen freien Welt des selbstständigen Arbeitens!

    Autor: plutoniumsulfat 18.06.18 - 15:49

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber Grundeinkommen ohne
    > Leistungsbezug führt dazu, das wir lieber weniger als mehr arbeiten. Das
    > hat man 40 Jahre versucht, es hat nicht geklappt.

    Falsch.

    > Heizungen gehen im Winter kaputt, äusserst selten im Sommer. Aber in einer
    > Planwirtschaft wird für 1000 Heizungsdefekte im Jahr Personal eingestellt.

    Wieder falsch.

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