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Rohrkrepierer
Autor: MrTridac 05.04.19 - 13:28
Ich frage mich ob bei Amazon wirklich jemand dagesessen hat, mit Leuten die selbst Satelliten-Konstellationen betreiben (z.b.: GPS, Iridium, NASA, ...) und mal grob durchgerechnet und überschlagen hat, ob das überhaupt in brauchbarer Zeit und mit überschaubaren Mitteln zu machen ist.
Wobei Geld hier wahrscheinlich das kleinste Problem ist.
3000+ Satelliten, Humbug.
Nicht in einer Million Jahren.
Es würde mich sehr überraschen wenn die es schaffen wenigstens 10-20 Satelliten hochzuschießen um gerade mal genug für EINE volle Umspannung zu haben. -
Re: Rohrkrepierer
Autor: Frank Wunderlich-Pfeiffer 05.04.19 - 13:51
Kosten für Satelliten in niedrigen Orbits liegen heutzutage bei $3000-$5000 pro kg. Wenn ein Satellit 250kg wiegt, dann kostet der Start eine Million Dollar +- $250.000 pro Satellit. Das sind dann bei 3000 Satelliten etwa 3 Milliarden US-Dollar. Dazu nochmal Konstruktions- und Enwicklungskosten in ähnlicher Höhe.
Teuer, aber keine Unsummen. Zum Vergleich: Die gebräuchlichen Geostationären Satelliten kosten in der Größenordnung von einer halben Milliarde Dollar pro Stück.
Frank Wunderlich-Pfeiffer (Twitter: @FrankWunderli13) - als freier Journalist bei Golem.de unterwegs - Countdown Podcast (Seit August 2023 WIEDER DA!) zur Raumfahrt @countdown_pod oder https://countdown.podigee.io/ -
Re: Rohrkrepierer
Autor: Jugster 05.04.19 - 15:03
Wie sieht denn die Rechnung aus, wenn man in Betracht zieht das SpaceX schon 64 Satelliten mit einem Launch im Orbit platzieren konnte https://phys.org/news/2018-12-spacex-satellites.html und die Launches ggf. als "gratis" anzusehen sind, da Testflüge?
ich habe in Erinnerung dass auch SpaceX ein ähnliches Projekt plant, und dann hängts ja nur vom Gewicht des Satelliten ab wie günstig das Ganze wird.
Amazon wird ausserdem sicher die Kosten für die Launches anders verbuchen können, je nach Kosten der Satelliten machts wenig aus wenn die Rakete beim Start auseinanderbricht, dann hat man halt ein paar Euro für die Satelliten draufbezahlt aber im Erfolgsfall die Satelliten gratis hochgebraucht.
Kurz gerechnet: eine Heavy Falcon kann 60 Tonnen payload tragen, wenn ein Satellit 500kg wiegen sollte könnte man 120 Stück in einem Schwung in den Orbit packen.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.04.19 15:10 durch Jugster. -
Re: Rohrkrepierer
Autor: MrTridac 05.04.19 - 15:04
Frank Wunderlich-Pfeiffer schrieb:
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> Das sind dann bei 3000 Satelliten etwa 3
> Milliarden US-Dollar. Teuer, aber keine Unsummen.
In der Tat. Geld ist sicher genug da. Insbesondere verteilt über mehrere Jahre.
Ich sehe die größten Probleme darin die 3000 Satelliten in brauchbarar Zeit in den Orbit zu bekommen.
Selbst über einen Zeitraum von 5 Jahren, würde das bedeuten etwa 2 Satelliten pro Tag hochzuschießen.
Mir ist bewusst , dass mehrere Sat. gleichzeitig transportiert werden können, dennoch klingt 3000 arg überambitioniert. -
Re: Rohrkrepierer
Autor: Jugster 05.04.19 - 15:07
Ach ja, zweiter Post weil zweites Thema: Amazon wird sich das gut überlegt haben, in Verbindung mit AWS Groundstation, AWS IOT für Lastwagen, Drohnen, anderen Fahrzeugen lassen sich da sicher die ein oder andere Milliarde Gewinn reinspülen. Was viele noch nicht absehen ist dass die Clouddienste in AWS weitaus stärker wachsen als das Onlinegeschäft und AWS 90% des Reingewinns ausmacht.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.04.19 15:11 durch Jugster. -
Re: Rohrkrepierer
Autor: Frank Wunderlich-Pfeiffer 05.04.19 - 15:11
MrTridac schrieb:
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> Frank Wunderlich-Pfeiffer schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Das sind dann bei 3000 Satelliten etwa 3
> > Milliarden US-Dollar. Teuer, aber keine Unsummen.
>
> In der Tat. Geld ist sicher genug da. Insbesondere verteilt über mehrere
> Jahre.
> Ich sehe die größten Probleme darin die 3000 Satelliten in brauchbarar Zeit
> in den Orbit zu bekommen.
> Selbst über einen Zeitraum von 5 Jahren, würde das bedeuten etwa 2
> Satelliten pro Tag hochzuschießen.
> Mir ist bewusst , dass mehrere Sat. gleichzeitig transportiert werden
> können, dennoch klingt 3000 arg überambitioniert.
Oneweb will 30 Satelliten pro Rakete starten. Das wären 25 Starts pro jahr. Zu den Hochzeiten um 1980 herum wurden in der Sowjetunion pro Jahr ungefähr 60 Sojus, 20-30 Kosmos und 10 Protonraketen gestartet. In Sachen Raumfahrt war die Zeit nach dem kalten Krieg eine absolute Depression.
Frank Wunderlich-Pfeiffer (Twitter: @FrankWunderli13) - als freier Journalist bei Golem.de unterwegs - Countdown Podcast (Seit August 2023 WIEDER DA!) zur Raumfahrt @countdown_pod oder https://countdown.podigee.io/ -
Re: Rohrkrepierer
Autor: MrTridac 05.04.19 - 15:20
Jugster schrieb:
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> Wie sieht denn die Rechnung aus, wenn man in Betracht zieht das SpaceX
> schon 64 Satelliten mit einem Launch im Orbit platzieren konnte
Die Rechnung kann ich nicht machen, da nicht klar ist wie sehr sich die Satelliten die SpX geflogen hat mit denen von Amazon gleichen werden.
Ein Kommunikations-Satellit der 20 Jahre auf 600km überleben soll und nebenbei Gigabits routet, stellt andere anforderungen als ein kleiner CubeSat.
Das SSO-A Projekt war ja gerade ausgelegt Mini und Micro Satelliten ins All zu bringen.
Daher glaube ich nicht, dass man hier viele Parallelen ziehen kann. -
Re: Rohrkrepierer
Autor: MrTridac 05.04.19 - 15:32
Jugster schrieb:
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> Amazon wird sich das gut überlegt haben ...
Eben gerade da hab ich meine Zweifel.
Für mich klingt das danach, dass Jeff Bezos sauer ist, weil Blue Origin weniger in den Medien ist als Virgin Galactic oder SpaceX.
Und jetzt muss er mal wieder ordentlich rasseln um das zu ändern.
Naja - hat funktioniert. -
Re: Rohrkrepierer
Autor: Sensei 05.04.19 - 15:48
Geeenau.
Amazon hat keine Ahnung von Technik und Hardware und Bezo keine von Raumfahrt...
*Roleseye -
Re: Rohrkrepierer
Autor: Kay_Ahnung 05.04.19 - 16:06
MrTridac schrieb:
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> Jugster schrieb:
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> > Amazon wird sich das gut überlegt haben ...
>
> Eben gerade da hab ich meine Zweifel.
> Für mich klingt das danach, dass Jeff Bezos sauer ist, weil Blue Origin
> weniger in den Medien ist als Virgin Galactic oder SpaceX.
> Und jetzt muss er mal wieder ordentlich rasseln um das zu ändern.
> Naja - hat funktioniert.
Blue Origin ist so wenig in den Nachrichten weil Bezos das so will. Er hat am Anfang selber lange ein Geheimnis drum gemacht und z.B. nur einem kleinen lokalreporter davon erzählt.



