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Staatlich

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  1. Staatlich

    Autor: eichenweg 13.08.19 - 19:38

    Mir wurde gesagt, dass die DB nicht zur Gänze staatlich sei und deshalb (zum Unterschied zu der Schweiz und Österreich) alles EU-weit ausschreiben muss. Der billigste gewinnt! Demnächst soll auch die Strecke München - Salzburg an einen englischen Betreiber gehen.
    Wenn der billigste gewinnt, hat der natürlich nur den Profit im Visier, alles andere ist egal. Wo alo viele Billigheimer sich den Kuchen teilen, wie bei den dt. Eisenbahnen, dann sind eigentlich schon
    Probleme vorprogrammiert. Bin der Meinung, gewisse Infrastrukturen müssen in staatlicher Hand bleiben und von fähigen Leuten gemanagt werden. Kein Mehdorn oder Pofalla bitte.
    Warum funktioniert dies in den obgenannten Ländern? Haben die das bessere Personal? Was ist mit der vielbeschworenen deutschen Pünktlichkeit und Genauigkeit? Vergangenheit?

  2. Re: Staatlich

    Autor: spezi 13.08.19 - 22:14

    eichenweg schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mir wurde gesagt, dass die DB nicht zur Gänze staatlich sei

    Die Deutsche Bahn AG ist eine Aktiengesellschaft, die zu 100% dem Staat gehört. Genauso wie z.B. die ÖBB Holding AG in Österreich dem österreichischen Staat gehört.

    > und deshalb
    > (zum Unterschied zu der Schweiz und Österreich) alles EU-weit ausschreiben
    > muss. Der billigste gewinnt! Demnächst soll auch die Strecke München -
    > Salzburg an einen englischen Betreiber gehen.
    > Wenn der billigste gewinnt, hat der natürlich nur den Profit im Visier,

    Die Regionalverkehrsverbindungen werden von den Ländern bestellt. Nicht die DB schreibt aus, sondern der Staat. Die DB kann sich dann um Regionalverkehrsstrecken bewerben. Das gibt es in vielen Ländern, ich vermute dass das EU-weit geregelt ist. Mit dem Status der DB hat das nichts zu tun.

    In Bayern schreibt z.B. die BEG (Bayerische Eisenbahngesellschaft) für den Freistaat aus:
    https://beg.bahnland-bayern.de/de/

    Neben "billig" kann es bei solchen Ausschreibungen auch diverse andere Anforderungen geben, an das Zugmaterial und die Ausstattung, aber auch an die Zuverlässigkeit. Üblich ist z.B. heute bei Ausschreibungen, in den Regionalzügen WLAN zu fordern.

    > Bin der Meinung, gewisse Infrastrukturen müssen
    > in staatlicher Hand bleiben und von fähigen Leuten gemanagt werden.

    Die Infrastruktur ist ja sowieso in staatlicher Hand. Sie wäre es sogar geblieben, wenn die DB 2008 (teil-)privatisiert worden wäre.


    > Warum funktioniert dies in den obgenannten Ländern? Haben die das bessere
    > Personal? Was ist mit der vielbeschworenen deutschen Pünktlichkeit und
    > Genauigkeit? Vergangenheit?

    Teil des Problems ist sicher, dass die DB im letzten Jahrzehnt jahrelang gespart hat, um schöne Zahlen für einen Börsengang vorlegen zu können. Das war politisch so gewollt.

    Ein anderes Problem ist meiner Meinung nach, dass man sich in Deutschland seit jeher mit grossen Infrastrukturprojekte schwer tut. Wenn es z.B. um einen schnellen und pünktlichen Fernverkehr geht, dann wird gerne z.B. mit Japan oder Frankreich verglichen. Das sind Länder, die über Jahrzehnte sehr konsequent ein Hochgeschwindigkeitsnetz aufgebaut haben. In Deutschland gibt es nach 35 Jahren ein Flickwerk an schnellen Strecken, unterbrochen von Abschnitten, in denen sich die ICE die herkömmlichen Strecken mit anderen Zugkategorien teilen müssen. Das macht die Sache komplex und führt schnell zu Verspätungen.

    Problem ist eben, dass in Deutschland Großprojekte schnell als "Leuchtturmprojekte" verschrien werden, die viel zu viel Kosten, die Landschaft zerschneiden, und die auch niemand vor der Haustür haben will. Aber die Entmischung von verschiedenen Zugarten (Hochgeschwindigkeitszüge, Regionalzüge, Güterzüge,...) ist eben die Grundlage für einen leistungsfähigen und stabilen Eisenbahnverkehr. Wenn man das Geld nicht investieren will, dann bekommt man das eben auch nicht...

  3. Re: Staatlich

    Autor: Agina 14.08.19 - 01:27

    eichenweg schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mir wurde gesagt, dass die DB nicht zur Gänze staatlich sei und deshalb
    > (zum Unterschied zu der Schweiz und Österreich) alles EU-weit ausschreiben
    > muss. Der billigste gewinnt!
    Der Nahverkehr wird auch in anderen Ländern ausgeschrieben. Auch die Züge die der Fernverkehr bestellt werden ausgeschrieben.
    Man kann die Ausschreibungen problemlos so schreiben, dass man Qualität bekommt. Das kostet dann aber und das wollen die Politiker aber auch nicht. Also verlangen sie halt nur das Minimum und bekommen dann auch nur das Minimum. Das ist aber auch überall so.
    > Wenn der billigste gewinnt, hat der natürlich nur den Profit im Visier,
    > alles andere ist egal. Wo alo viele Billigheimer sich den Kuchen teilen,
    > wie bei den dt. Eisenbahnen, dann sind eigentlich schon
    > Probleme vorprogrammiert.
    Man könnte problemlos beispielsweise Bezahlung nach Tarif, 30% Reservezüge/Reservepersonal usw. in der Ausschreibung verlangen. Will halt nur niemand bezahlen.
    > Bin der Meinung, gewisse Infrastrukturen müssen
    > in staatlicher Hand bleiben und von fähigen Leuten gemanagt werden. Kein
    > Mehdorn oder Pofalla bitte.
    Wieso glauben eigentlich so viele, dass die "staatliche Hand" -die- Allerweltslösung ist? Man muss doch nur mal gucken, was der Staat in den letzten Jahren macht und schon sieht man, dass die "staatliche Hand" so ziemlich das schlimmste ist, was der Infrastruktur passieren kann. Überall wird gespart, die Polizei hat immer weniger Personal, die Schulklassen werden immer größer, Brücken werden so schlecht gewartet, dass sie "plötzlich" so marode sind, dass sie für LKW gesperrt werden müssen und neugebaut werden müssen usw.
    Egal ob nun Internet oder der Schienenverkehr. Auch da kann der Staat nicht unbegrentzt Geld reinpumpen. Bei einem staatlichen Monopol hätte man keine andere Wahl als dieses zu nutzen, egal wie schlecht es ist. Beim "freien Markt" muss der Anbieter immernoch eine Leistung erbringen und wenn er es nicht macht, kann man ihn austauschen.
    Heute hat man die Wahl ob man zur Telekom geht oder einem Reseller. Oft hat man auch noch die Wahl zu einem 2. Zugang wie Kabelnetz oder manchmal sogar Glasfaser. Wenn es aber nur einen staatlichen Anbieter gäbe, hätten wir heute weder 1GBit/s übers Kabelnetz, noch Glasfaser oder 250MBit/s Vectoring.

    Beim ÖPNV hat man zwar als Kunde nicht wirklich die Wahl ob man mit National Express, Abellio oder sonst einem Anbieter fährt aber der Verkehrsverbund hat da halt die Wahl. Leider wird den Anbietern noch viel zu viel durchgehen gelassen.
    > Warum funktioniert dies in den obgenannten Ländern? Haben die das bessere
    > Personal? Was ist mit der vielbeschworenen deutschen Pünktlichkeit und
    > Genauigkeit? Vergangenheit?
    Auch in anderen Ländern funktioniert vieles nicht. Da sind die "Probleme" nur anders verteilt. Andere Staaten haben auch nur ein begrenztes Budget was sie ausgeben können. Jede Geldeinheit, die mehr in die Infrastruktur geht, muss entweder woanders eingespart werden oder durch höhere Steuern eingenommen werden.

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