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Die Nachteile der Selbstständigkeit

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  1. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: SoD 08.06.20 - 20:19

    vvwolf schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > SoD schrieb:
    > > Da muss ich auch nichts behaupten, das steht auch weitestgehend in
    > meinem
    > > sehr guten Arbeitszeugnis.
    > > Interessiert aber nicht, denn man will niemand aus einer
    > Leitungsfunktion,
    > > der dann auch erstmal eine Pause eingelegt hat.
    >
    > Wie gesagt, shredder den Mist. Kein Grund für Ehrlichkeit.

    Genau, ich schreddere mein Arbeitszeugnis der letzten 10 Jahre.
    Da glaubt mir auch sicher jeder, dass ich selbst gekündigt habe, vor allem weil ich seit Monaten arbeitslos bin.

  2. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: brutos 08.06.20 - 21:52

    Bin seit vielen Jahren als Linux-Admin dabei.
    Über GULP, neuerdings auch Freelancermap werde ich von Vermittlern angesprochen.

    Von einigen Vermittlerfirmen, zu welchen ich logischerweise bekannt bin, auch direkt.
    Aber es kommen und gehen ständig neue Vermittler, manchmal ist es mir unklar, woher diese die Connection haben...

    Firmen direkt kontaktieren, das halt ich bei meinem Klientel, Großkunden, als nicht durchführbar.

    Der Hauptnachteil: Man ist meistens nicht am Wohnort. Deine privaten Aktivitäten beschränken sich auf die paar Stunden am Wochenende. Die verlorene Zeit ersetz dir keiner ...

  3. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: scrumdideldu 08.06.20 - 22:38

    twothe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > scrumdideldu schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > Du bist genau der Kandidat der als Selbstständiger ein Problem hätte.
    19 Jahre Erfahrung ;-) Jährlich durchgängig 6-stelliger Gewinn vor Steuern.

    > Man
    > muss nämlich nicht nur Netto und Brutto unterscheiden können, sondern auch
    > in der Lage sein die Monate ohne Auftrag einzuplanen. Wenn du 500¤ am Tag
    > nimmst, nimmt dir der Staat erst mal die Hälfte weg.
    Ich nehme keine 500¤ am Tag. Das habe ich vor fast 20 Jahren mal gemacht. Ganz zu Beginn. Ein konkretes Beispiel wie der Staat 50% wegnimmt fehlt mir immer noch.

    > Wenn du dann noch eine
    > Auslastung von 50% hast, bist du schon mal ganz primitiv gerechnet bei
    > 125¤/Tag, oder rund 15¤/h. Und dann hätte die Krankenkasse noch gerne mal
    > 845¤ im Monat, die IHK ihren Beitrag, die spezielle Versicherung die man
    > haben muss ebenso, usw. usw.
    Wenn Du 50% Auslastung hättest und 500 am Tag einnimmst (und mal angenommen Du hättest keinerlei Betriebsausgaben, keine KV und keine RV die sich irgendwie steuermindern auswirkt) dann hättest Du eine Steuerlast von 27,13%! Das ist WEIT weg von 50%!

    Diese Last wird aber z.B. durch die KV-Beiträge und auch den IHK-Beitrag und die Haftpflicht (die es übrigens trotz des teuren Vermögensschadens auch bei den großen Versicherungen für knapp 1000¤ im Jahr gibt) massiv gedrückt.

    Selbst wenn Du Gewinn vor Steuern - KV - RV bei 150.000 landest zahlst Du als Single nur 38%. Das ist immer noch ein ganzes Stück von den angeblichen 50% entfernt die der Staat Dir gleich wegnimmt!

    > > Das musst Du erklären. Wo drückt der Staat gleich nochmal 50% mehr
    > Steuern darauf?
    >
    > Selbstständig kann nur der sein der einen Katalogberuf ausübt (da steht
    > Informatiker nicht drin) oder studiert hat. Wer darunter nicht fällt muss
    > ein Gewerbe aufmachen und damit Gewerbesteuern zahlen, die die normale
    > Steuerbelastung eines Selbstständigen um ca. 50% erhöht.
    Du hast leider absolut keine Ahnung! Die zu zahlende Gewerbesteuer wird anschließend auf die persönliche Einkommensteuer des Steuerpflichtigen angerechnet und je nach Hebesatz kann da eine kleine Belastung übrig bleiben aber da reden wir von einzelnen Prozentpunkten!

    Bring mir doch mal eine konkrete (gerne sehr stark vereinfachte) Einnahmen- / Ausgaben-Aufstellen bei der Dir der Staat 50% wegnimmt!

  4. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: vvwolf 08.06.20 - 22:57

    SoD schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Genau, ich schreddere mein Arbeitszeugnis der letzten 10 Jahre.
    > Da glaubt mir auch sicher jeder, dass ich selbst gekündigt habe, vor allem
    > weil ich seit Monaten arbeitslos bin.

    Ich sage es so, nochmal: Arbeitslosigkeit und Alkoholismus sind weniger schlimm als Ex-Führungskraft, die sich nicht auf FK-Stelle bewirbt. Das ist K.O.-Kriterium, das geht in Deutschland nicht. Der absolute Knockout ist allerdings Geschäftsführer gewesen zu sein, dann fasst dich nicht mal die Agentur für Arbeit mit ihrer Führungskräftevermittlung an.

  5. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: scrumdideldu 08.06.20 - 23:10

    SoD schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > hat Einstellungstests
    > auf FAANG Niveau, wer da im Livecoding am Whiteboard und einer
    > anschließenden kleinen Präsentation für C Level, nicht brilliert,
    > bekommt den begehrtern Vertrag mit den abgegoltenen Überstunden und
    > generösen 26 Tagen Urlaub, nicht.

    So ist das eben beim viel beschworenen Fachkräftemangel!

  6. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: Anonymer Nutzer 09.06.20 - 07:25

    scrumdideldu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > SoD schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > hat Einstellungstests
    > > auf FAANG Niveau, wer da im Livecoding am Whiteboard und einer
    > > anschließenden kleinen Präsentation für C Level, nicht brilliert,
    > > bekommt den begehrtern Vertrag mit den abgegoltenen Überstunden und
    > > generösen 26 Tagen Urlaub, nicht.
    >
    > So ist das eben beim viel beschworenen Fachkräftemangel!

    Ich denke, das die Erfahrungen da höchst differenziert sind. Nicht jeder, der Software schreiben kann, ist eine immens gesuchte Fachkraft. Das gleiche gilt für andere IT Skills.

    Ich habe eine Ausbildung zum Fachinformatiker gemacht und nebenbei studiert. Nach der Ausbildung wollte man mir 27000 Jahresgehalt geben. Das könnte ich auf 32.000 hochhandeln. Nach einem Jahr, und abgeschlossenen Studium, wollte man mir dann 40000 geben. Hab mich dann bei einem IGM Konzern beworben und 50.000 bei 35 Stunden und 30 Tage Urlaub (+8 Tage tariflicher Sonderurlaub) bekommen. Alle Kollegen und Freunde aus der Ausbildungszeit, die nicht in einen Konzern gewechselt sind, verdienen im Schnitt immer 10.000 weniger. Und ich halte mich auch nicht für eine immens gesuchte Fachkraft.

    Ich habe auch viele kennengelernt, die verdienen im Mittelstand 65000. Sind aber immer Leute, die schon 10-15 Jahre Expertenwissen haben. Im Konzern top ich das locker und bereits mit weniger Berufsjahren. Ich würde aber behaupten, für die meisten in einer KMU wird es aber dieser Größenordnung sehr dünn, was Gehaltssteigerungen angeht.

  7. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: awdyreit 09.06.20 - 08:31

    twothe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin auch seit einigen Jahren selbstständiger Softwareentwickler und
    > werde nun zur Festanstellung zurück kehren, da die Nachteile klar die
    > Vorteile überwiegen.
    >
    > Ja, man kann sehr viel Geld machen wenn man eine 100% Auslastung hat, hat
    > man diese aber nicht, dann wird man schnell von der Steuer- und Abgabenlast
    > erdrückt. Rechne ich die Einnahmen gegen die Ausgaben und mittel das über
    > die Zeiten ohne Auftrag, dann bin ich aktuell bei einem Netto-Einkommen von
    > ca. 2000¤. Da verdienen selbst einige Junioren mehr. Wenn man nicht
    > studiert hat, sondern die eigentlich für den Job wesentlich sinnvollere
    > Ausbildung gemacht hat, dann drückt einem der Staat ja gleich noch mal 50%
    > mehr Steuern als Strafe drauf. Basissteuer also irgendwo bei 48%, zuzüglich
    > Sonderabgaben, absurden Krankenkassenbeiträgen und diversen anderen
    > Versuchen wirklich jeden Cent noch mal raus zu pressen. Und glaubt ja nicht
    > das man die zu viel gezahlten KK-Beiträge einfach so wieder bekommt. Ich
    > bin z.Z. - wieder mal - mit der TK in einem Rechtsstreit, weil diese die
    > rund 7000¤ nachweislich zu viel eingezogenen Beiträge nicht rausrücken
    > wollen. Und da hilft auch nicht beim Anwalt anzurufen, die haben mehr von
    > der Sorte.
    >
    > Den Grund für die mangelnden Aufträge kann ich klar in einem Wort zusammen
    > fassen: SPD. Diese hat mit dem Gesetz gegen Scheinselbstständigkeit gerade
    > für Softwareentwickler eine riesige Hürde aufgebaut, so das viele größere
    > Firmen aktuell nur noch per ANÜ einstellen. Das wäre für mich als
    > solo-Selbstständiger allerdings ein unverhältnismäßig großer Aufwand, und
    > effektiv auch nur eine Festanstellung mit komplizierten Umwegen. Aufgrund
    > dessen sind mir im Prinzip seit letztem Sommer alle Festkunden
    > weggebrochen, und seit der Corona-Kriese werden sowieso nahezu alle
    > Projekte gecancelt.
    >
    > Das zweite Problem ist, das viele deutsche Firmen digital noch in der
    > Steinzeit leben, aber die Entscheider die das ändern könnten entweder schon
    > aufgegeben haben oder sich - schlimmer noch - für ganz große Leuchten
    > halten. In fast allen Firmen in der ich bisher gearbeitet habe herrschte
    > eine extrem destruktive Arbeitsmentalität, in der von
    > Verbesserungsvorschlägen niemand was hören will. Externe werden zusätzlich
    > häufig mit kritischen Augen betrachtet, insbesondere wenn sie Ideen haben
    > und damit - so die Befürchtung oben genannter Entscheider - Staub
    > aufwirbeln könnten. Also wird der Externe lieber für Dulli-Aufgaben
    > eingesetzt, und wehe er macht den Mund auf und es kommt was anderes als Lob
    > darüber wie toll hier alles ist.
    >
    > Und das ist auch das dritte Problem: wenn man meinen CV liest, dann sollte
    > man erwarten, dass die Firmen mich mit Handkuss nehmen. Und ja, das tun
    > sie, und das mache ich natürlich auch gerne zu Geld. Und was machen die
    > Firmen dann mit jemanden der über ein immenses Fachwissen und umfangreiche
    > Qualifikationen verfügt? "Bitte wischen sie hier mal durch und bringen sie
    > dann den Müll runter."
    > Gut, man könnte mich auch zahlreiche Probleme lösen, komplexe Algorithmen
    > entwerfen oder bei der Umstrukturierung des Unternehmens helfen lassen,
    > aber dann - Gott bewahre! - könnte sich ja was ändern, oder schlimmer noch:
    > es könnte das Gefühl aufkommen, die Internen seien nicht so gut. Die
    > wenigen Kunden die meine Fähigkeiten voll genutzt waren hoch zufrieden mit
    > den Ergebnissen, die überwiegende Mehrheit will aber von Qualität
    > eigentlich nichts wissen.
    >
    > Ja, viele Interne sind in meinem Fachbereich nicht so gut wie ich, und das
    > ist auch vollkommen ok, genau darum holt man sich ja einen gut
    > qualifizierten Externen. Wissen kann man ja austauschen und voneinander
    > lernen. Ich bin in meinem Job ja auch nicht gut auf die Welt gekommen,
    > sondern habe mir das über Jahrzehnte erarbeitet und von anderen gelernt.
    > Wenn mir jemand sagt das Boris Becker besser Tennis spielt als ich, dann
    > fang ich ja auch nicht an zu weinen, sondern antworte mit einem Schulter
    > zuckenden "Ja, natürlich!?" Und ebenso freue ich mich über jeden Kollegen
    > der mir was beibringt, alles andere wäre doch albern. Aber das wollen viele
    > Firmen nicht einsehen und stecken daher lieber einen teuer erkauften
    > Freiberufler irgendwo in den Keller damit er ja nichts tut, und beschweren
    > sich dann schizophrener Weise ein paar Monate später darüber das er genau
    > das getan hat.
    >
    > Wer also die Selbstständigkeit erwägt um in spannenden Projekten sich
    > selbst zu verwirklichen, dem muss ich dringend davon abraten. Die spanenden
    > Projekte bekommen im Regelfall die Internen, und die Externen werden für
    > die Drecksarbeit ran geholt. Wer sich selbstständig macht für das Geld, der
    > muss auf jeden Fall viel Zeit für Akquise einplanen und bereit seit sein
    > Geld im Regelfall mit schwachsinniger Arbeit unter belastenden Umständen zu
    > erwirtschaften, mit ein paar Lichtblicken zwischendurch.

    Sehr düster beschrieben. Aber leider sehr oft Realität. Hat mir einen Burnout eingebracht. Burnouts bekommt man btw nicht einfach von zu vielen Arbeiten. Sondern indem man Tag für Tag gehetzt und unzufrieden dasselbe macht. Nämlich gegen das verkrustete Management deutscher Unternehmen ankämpfen.

    Fazit: Ich lebe heute in der Schweiz und das nicht nur wegen dem Geld. Hier existiert eine andere Geschäftsmentalität. Die genannten Firmen gibt’s hier auch aber wesentlich seltener.

    Wichtig ist, man darf wie auch schon im Artikel beschrieben nicht achtlos jedes Projekt annehmen. Sowas hinterlässt nach Jahren Spuren. Ich habe immer hervorragende Arbeit abgeliefert selbst unter den widrigsten Bedingungen. Aber das ist genau das Problem. Man muss auch mal sagen: Das mache ich nicht. Professionelle Arbeit erfordert professionelles Umfeld. Wenn das nicht da ist, wird die Arbeit nicht exzellent. Ergo sucht euch nen anderen. Leider macht man das vor allem am Anfang nicht und lässt sich blenden. Auch riesige Konzerne und Marken arbeiten teilweise noch wie in der Steinzeit. Man muss seinen Wert kennen aber eben nicht nur finanziell! Gut bezahlt war ich immer, aber menschlich waren das Katastrophale Zustände. Heute schüttel ich den Kopf darüber wie ich das überhaupt machen konnte. Nach dem Burnout sieht man das anders. Und sowas geht schneller als man denken kann.

    Übrigens ist das eigentlich nichts Freelancer-spezifisches. Aber dennoch passiert es einem des Öfteren. Da die Projekte oft eine kurze Laufzeit haben und man denkt: Das stehe ich durch, die Kohle stimmt ja. Diesen Fehler hab ich leider oft gemacht. Wenn man am Telefon mit dem Endkunden schon die steinzeitlichen Ansichten heraushört sofort weg da. Ruhig mal großzügig fordern, einfach um rauszuhören wie der andere tickt. Mir war es nie wichtig auf Homeoffice bestehen zu können. Auf Dauer taugt mir das nicht, abwechselnd aber durchaus brauchbar. Aber wenn du eine Antwort bekommst wie: Nein wir hätten gern alle Externen vor Ort, weil wir gern die Präsenz haben um zu sehen wer an was arbeitet, damit es keine Probleme gibt. -> der sollte stutzig werden



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.06.20 08:50 durch awdyreit.

  8. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: Hallonator 09.06.20 - 09:59

    bike4energy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was ich als Freiberufler sehr zu schätzen gewonnen habe ist die Freiheit zu
    > haben, wann und wie viel Urlaub ich mir nehme

    Wie viele Wochen nimmst du denn so?

    Und wie groß ist der Vorteil mit der WANN-Frage wirklich? Das läuft doch sicher auch darauf hinaus, dass das in deine Projektplanung passen muss? Wenig Freiheiten lassen einem in der IT die meisten Arbeitgeber bei der Urlaubsplanung schließlich auch nicht. Ich kenne es so, dass es Weihnachten mal eng werden kann, weil da alle nehmen wollen.

  9. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: Michael H. 09.06.20 - 10:02

    OtherOne schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da fühlt sich wieder einer ohne Studium auf den Schlips getreten. Niemand
    > hat behauptet, dass nicht jemand ohne Studium besonders gut sein kann, nur
    > ist es eben seltener. Der TE hat einfach so stark von sich geschwärmt, dass
    > mir schlecht wurde und auch schon in Beiträgen zuvor andere Projekte
    > niedergemacht, obwohl Sie ziemlich gut waren. Das lässt mich den Schluss
    > ziehen, dass es sich hier um einen handelt, der sich selbst massiv
    > überschätzt und allen anderen die Schuld gibt an allem. Das ist ein
    > häufiges Muster des Dunning-Kruger-Effekts. Das passiert meiner Erfahrung
    > nach bei Leuten mit Ausbildung häufiger als mit Studium, da Sie nicht
    > wissen, was sie nicht wissen. Ich habe übrigens selbst eine Ausbildung
    > gemacht und anschließend studiert und arbeite schon über knapp 10 Jahre.

    Nein. Und unabhängig von dessen verhalten, dass ich durchaus nicht so wahrgenommen habe, habe ich nur tiefer gehende Aversionen gegen Menschen, die meinen Sie müssten andere in Kasten stecken bzw. be- und oft auch verurteilen. Kann ich einfach auf den Tod nicht ausstehen, ohne dich da persönlich anzugreifen zu wollen, aber ich hasse das. Fängt beim Mobbing an bzw. hat da seine Ursprünge, geht weiter über typische geschlechtsbedingte Vorurteile und hört mit den Bildungsabschlüssen auf.


    > Ich weiß nicht was du mit deiner Rechnung willst. Soll ich jetzt Mitleid
    > haben?

    Nein. Aber es soll mal vereinfacht verdeutlichen wie schnell es weniger werden kann. (Urlaub, Krankheit, Auftragslage/Auslastung, Steuer).
    Aber ne Wertung der Umstände liegt einfach nicht in deinem Ermessen. In den neuen Bundesländern wärste mit 2000¤ Nettoeinkommen durchaus gut bedient bei entsprechenden Immobilienpreisen dort.

    Der Knackpunkt eines Freiberuflers ist ja eigentlich, dass man als Freiberufler keine Gewerbesteuer zahlt und alles, was da noch mit dran hängt.

    > Wer selbstständig für 2k Netto als Entwickler arbeitet ist einfach
    > ein Idiot und sollte sich dringend eine Festanstellung suchen oder einen
    > Grundkurs zu BWL besuchen. (Das lernt man übrigens auch im Studium) *scnr*

    Hat er das nicht auch direkt in der ersten Zeile seines Beitrages gesagt?

    >..und werde nun zur Festanstellung zurück kehren, da die Nachteile klar die Vorteile
    >überwiegen.

    Freiberufler sein für jemanden mit Studium mag sinnvoll sein und seine Kernaussage ist, (imho) für jemanden ohne Studium, unabhängig von der Qualifikation, bietet die freiberufliche Tätigkeit durch gesetzliche Hürden und steuerliche Belastungen im Grunde nur die Nachteile aus beiden Welten (Angestelltendasein und Chef sein).

    Und ich kann ihn da schon verstehen... jetzt mal ungeachtet der Qualifikation, lass ma das Thema jetzt einfach mal bei Seite...

    Stell dir vor, wir beide sind Freiberufler... du mit, ich ohne Studium. Unabhängig davon, was wir machen, haben wir beide die selben Stundensätze und die selbe Auslastung.
    Heisst wir machen Brutto auf dem Papier 1zu1 den selben Umsatz.
    Wohnen im selben Teil Deutschlands, selbe Familiäre/steuerliche Situation.
    Gut, sagen wir, wir wären tatsächlich in der Softwareentwicklung tätig.. wir könnten auch Softwareentwickler und Yogatrainer sein. Im Endeffekt ist das egal... weil wenn du am Monatsende 160h zu je 100¤ abgerechnet hast und ich am Monatsende 160h zu je 100¤ abgerechnet habe, gehen wir beide mit dem selben Betrag raus. Aber bleiben wir beim Softwareentwickler. Denn hier kann mans schöner vergleichen.
    Nehmen wir jetzt mal an, du und der TE, hättet ein gleiches Informationslevel und Wissen.. was aber bei dem selben Stundensatz und der selben Auslastung schnurzegal wäre, aber nur mal angenommen... und ihr verlangt identisch viel für identisch gute Arbeit und das wird auch identisch in Anspruch genommen... heisst ihr geht mit der identischen Summe Brutto raus...
    Dann hätte derjenige, der kein Studium hat, dennoch erheblich weniger als du... obwohl das dann nichts mehr mit der Qualifikation oder sonst was zu tun hat... schließlich verlangt ihr gleich viel. Arbeitet gleich viel, Verdient brutto gleich viel... geht aber mit unterschiedlichem Gewinn raus.

    Das ihm das gegen den Strich geht, kann ich verstehen.

    Im Idealfall mach ich eh unerwartet meine Millionen anner Börse oder heirate stinkreich ein... alternativ wenn mein bester Kumpel im Eurojackpot gewinnt, werd ich halt Jetskieinparker für n 5-stelliges Monatseinkommen, der zwei mal im Jahr wenn er bock hat das Ding ausparken darf. Bis dahin bleib ich angestellt und haut nebenbei vllt doch noch´s Studium parallel mit dran, nur um dann Argumente die mit "aber ich hab studiert" anfangen mit "na und, ich auch" zu entkräften.

  10. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: ImBackAlive 09.06.20 - 10:37

    twothe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vielen Dank an Nahles dafür.

    Du darfst das natürlich scheiße finden, ist dein gutes Recht. Aber wenn wir von der anderen Seite aus gucken, hat das alles schon so seine Richtigkeit. Du hast einen Auftraggeber über eine lange Zeit? Cool, aber dann soll er dich halt einstellen und ordentlich die Sozialabgaben abdrücken. Die Problematik war ja, dass viele in Selbstständigkeit gedrückt wurden, die da überhaupt nicht hingehörten. Es handelte sich eigentlich um Angestellte, aber man wollte halt Geld sparen und die Sozialabgaben nicht bezahlen. Bedank dich lieber bei der Wirtschaft, die dieses Schlupfloch gnadenlos ausgenutzt haben. Es war nur eine Frage der Zeit bis eine Maßnahme dagegen ergriffen werden musste.

  11. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: Anonymer Nutzer 09.06.20 - 11:55

    ImBackAlive schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > twothe schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Vielen Dank an Nahles dafür.
    >
    > Du darfst das natürlich scheiße finden, ist dein gutes Recht. Aber wenn wir
    > von der anderen Seite aus gucken, hat das alles schon so seine Richtigkeit.
    > Du hast einen Auftraggeber über eine lange Zeit? Cool, aber dann soll er
    > dich halt einstellen und ordentlich die Sozialabgaben abdrücken. Die
    > Problematik war ja, dass viele in Selbstständigkeit gedrückt wurden, die da
    > überhaupt nicht hingehörten. Es handelte sich eigentlich um Angestellte,
    > aber man wollte halt Geld sparen und die Sozialabgaben nicht bezahlen.
    > Bedank dich lieber bei der Wirtschaft, die dieses Schlupfloch gnadenlos
    > ausgenutzt haben. Es war nur eine Frage der Zeit bis eine Maßnahme dagegen
    > ergriffen werden musste.

    Ich kann schon verstehen, dass man die Erpressung von Arbeitsleistung verhindern muss, je nach Tätigkeit braucht man aber auch nicht viele Kunden, um als Freiberufler oder selbständiger über die Runden zu kommen. Manchmal reicht dann auch nur einer, und wenn das über lange Zeit ist, wieso soll ich mich dann von dem anstellen lassen? Damit nehme ich mir doch die Freiheit, noch andere Kunden zu bedienen, oder den Kunden zu wechseln. Wenn die Sozialabgaben das Problem sind, dann hätte ich es für sinnvoller gefunden, wenn die selbständigen auch Sozialabgaben auf ihre Einnahmen zahlen müssen.

  12. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: twothe 09.06.20 - 12:25

    Wieder was über Steuern gelernt. Die 50% (eigentlich 48%) kommen übrigens daher, dass ich meine tatsächlichen Einnahmen gegen die tatsächlich gezahlten Steuern gerechnet habe, und für das letzte Jahr, wo ich sehr wenig Einnahmen hatte, hat das Steueramt einfach mal geschätzt hat und im Bescheid das selbe verlangt wie die Jahre davor. Da einer meiner besseren Ideen war nicht selbst Hand an die Steuersachen zu legen sondern das einen Steuerberater machen zu lassen, habe ich mit dem noch mal gesprochen und es steht tatsächlich noch eine 5-stellige Steuerrückzahlung aus. Immerhin, macht die Zukunftsaussicht etwas besser.

    > Du hast einen Auftraggeber über eine lange Zeit? Cool, aber dann soll er
    > dich halt einstellen und ordentlich die Sozialabgaben abdrücken.

    Das ist überhaupt nicht das Problem. Das Problem des Gesetzes ist, dass es zu schwammig formuliert ist, so dass einem ein Konkurrent wegen Nichtigkeiten den Zoll auf den Hals hetzen kann. So geschehen bei meinen größeren Kunden, so dass die die Wahl hatten entweder ständig der Gefahr ausgesetzt zu sein dass der Zoll spontan den Betrieb für 1-2 Tage lahm legt, oder nur noch per ANÜ einzustellen. Sie haben sich natürlich für letzteres entschieden.

    Diejenigen denen Nahles damit eigentlich helfen wollte, haben sich übrigens einfach ne Jacke mit Firmenlogo angezogen und werden weiterhin genau so ausgebeutet wie vorher.

  13. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: Trockenobst 10.06.20 - 05:18

    SoD schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Interessiert aber nicht, denn man will niemand aus einer Leitungsfunktion,
    > der dann auch erstmal eine Pause eingelegt hat.

    Ich will nicht bezweifeln dass es schwierig ist und dass in gewissen Altersschichten der Markt schon hart sein kann. Aktuell ist sowieso eine Extrasituation.

    Aber diese Absolutismen will ich und kann ich nicht glauben. Ich habe ganze Horden von entlassenen DAX Mittelmanagern gesehen, wie sie in anderen Firmen problemlos untergekommen sind, sogar mit lala Arbeitszeugnis und das war 2017 und 2018. Die müssten alle aber 1A Top-Netzwerke gehabt haben das dies so einfach gegangen ist.

    Mein Tipp wäre, sich an einen Headhunter zu wenden und mit den Unterlagen eine Ansage zu kriegen was wenn das "echte" Problem ist. Ich kenne SAPler die haben 10 Jahre SAP gemacht und haben den Absprung von "old" SAP nie geschafft. Die will niemand nehmen, aber das hat nichts mit Alter oder Erfahrung zu tun, sondern einfach mit den falschen Skillset.

  14. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: Trockenobst 10.06.20 - 05:27

    Solerbit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich würde aber behaupten, für die meisten in einer KMU wird es aber dieser Größenordnung
    > sehr dünn, was Gehaltssteigerungen angeht.

    Die Leute die 100k im Konzern kriegen, sind in der Regel im Train to Burnout City.
    Da gibt es kaum welche die in den Regionen eine ruhige Kugel schieben.

    Mein Ex-Projektleiter hatte einen 75k Vertrag inkl. Überstunden. 5k Boni waren drin. Firmenhandy, hübsches Laptop, ~2000¤ Spesen pro Jahr. Von Montag bis Donnerstag von 8 Uhr bis 16 Uhr Meetings, nur Freitags um 15 Uhr ist Ende (da muss er zwei Stunden Emails beantworten).

    Die Gewerkschaft hat durchgedrückt, dass er jede Überstunde zur Hälfte als Urlaub nehmen kann, so kommen dann doch auch immer wieder zwei, drei Wochen im Jahr zusammen.
    Sein Vorgänger hat das Pensum zwei Jahre durchgehalten. Dann Richtung Zulieferer KMU.
    Selbes Meetingpensum, aber 20% weniger Ziele die man in der Zeit schaffen muss. Freitags um 15 Uhr ist meist auch wirklich Schluss.

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