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Die Nachteile der Selbstständigkeit

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  1. Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: twothe 08.06.20 - 13:06

    Ich bin auch seit einigen Jahren selbstständiger Softwareentwickler und werde nun zur Festanstellung zurück kehren, da die Nachteile klar die Vorteile überwiegen.

    Ja, man kann sehr viel Geld machen wenn man eine 100% Auslastung hat, hat man diese aber nicht, dann wird man schnell von der Steuer- und Abgabenlast erdrückt. Rechne ich die Einnahmen gegen die Ausgaben und mittel das über die Zeiten ohne Auftrag, dann bin ich aktuell bei einem Netto-Einkommen von ca. 2000¤. Da verdienen selbst einige Junioren mehr. Wenn man nicht studiert hat, sondern die eigentlich für den Job wesentlich sinnvollere Ausbildung gemacht hat, dann drückt einem der Staat ja gleich noch mal 50% mehr Steuern als Strafe drauf. Basissteuer also irgendwo bei 48%, zuzüglich Sonderabgaben, absurden Krankenkassenbeiträgen und diversen anderen Versuchen wirklich jeden Cent noch mal raus zu pressen. Und glaubt ja nicht das man die zu viel gezahlten KK-Beiträge einfach so wieder bekommt. Ich bin z.Z. - wieder mal - mit der TK in einem Rechtsstreit, weil diese die rund 7000¤ nachweislich zu viel eingezogenen Beiträge nicht rausrücken wollen. Und da hilft auch nicht beim Anwalt anzurufen, die haben mehr von der Sorte.

    Den Grund für die mangelnden Aufträge kann ich klar in einem Wort zusammen fassen: SPD. Diese hat mit dem Gesetz gegen Scheinselbstständigkeit gerade für Softwareentwickler eine riesige Hürde aufgebaut, so das viele größere Firmen aktuell nur noch per ANÜ einstellen. Das wäre für mich als solo-Selbstständiger allerdings ein unverhältnismäßig großer Aufwand, und effektiv auch nur eine Festanstellung mit komplizierten Umwegen. Aufgrund dessen sind mir im Prinzip seit letztem Sommer alle Festkunden weggebrochen, und seit der Corona-Kriese werden sowieso nahezu alle Projekte gecancelt.

    Das zweite Problem ist, das viele deutsche Firmen digital noch in der Steinzeit leben, aber die Entscheider die das ändern könnten entweder schon aufgegeben haben oder sich - schlimmer noch - für ganz große Leuchten halten. In fast allen Firmen in der ich bisher gearbeitet habe herrschte eine extrem destruktive Arbeitsmentalität, in der von Verbesserungsvorschlägen niemand was hören will. Externe werden zusätzlich häufig mit kritischen Augen betrachtet, insbesondere wenn sie Ideen haben und damit - so die Befürchtung oben genannter Entscheider - Staub aufwirbeln könnten. Also wird der Externe lieber für Dulli-Aufgaben eingesetzt, und wehe er macht den Mund auf und es kommt was anderes als Lob darüber wie toll hier alles ist.

    Und das ist auch das dritte Problem: wenn man meinen CV liest, dann sollte man erwarten, dass die Firmen mich mit Handkuss nehmen. Und ja, das tun sie, und das mache ich natürlich auch gerne zu Geld. Und was machen die Firmen dann mit jemanden der über ein immenses Fachwissen und umfangreiche Qualifikationen verfügt? "Bitte wischen sie hier mal durch und bringen sie dann den Müll runter."
    Gut, man könnte mich auch zahlreiche Probleme lösen, komplexe Algorithmen entwerfen oder bei der Umstrukturierung des Unternehmens helfen lassen, aber dann - Gott bewahre! - könnte sich ja was ändern, oder schlimmer noch: es könnte das Gefühl aufkommen, die Internen seien nicht so gut. Die wenigen Kunden die meine Fähigkeiten voll genutzt waren hoch zufrieden mit den Ergebnissen, die überwiegende Mehrheit will aber von Qualität eigentlich nichts wissen.

    Ja, viele Interne sind in meinem Fachbereich nicht so gut wie ich, und das ist auch vollkommen ok, genau darum holt man sich ja einen gut qualifizierten Externen. Wissen kann man ja austauschen und voneinander lernen. Ich bin in meinem Job ja auch nicht gut auf die Welt gekommen, sondern habe mir das über Jahrzehnte erarbeitet und von anderen gelernt. Wenn mir jemand sagt das Boris Becker besser Tennis spielt als ich, dann fang ich ja auch nicht an zu weinen, sondern antworte mit einem Schulter zuckenden "Ja, natürlich!?" Und ebenso freue ich mich über jeden Kollegen der mir was beibringt, alles andere wäre doch albern. Aber das wollen viele Firmen nicht einsehen und stecken daher lieber einen teuer erkauften Freiberufler irgendwo in den Keller damit er ja nichts tut, und beschweren sich dann schizophrener Weise ein paar Monate später darüber das er genau das getan hat.

    Wer also die Selbstständigkeit erwägt um in spannenden Projekten sich selbst zu verwirklichen, dem muss ich dringend davon abraten. Die spanenden Projekte bekommen im Regelfall die Internen, und die Externen werden für die Drecksarbeit ran geholt. Wer sich selbstständig macht für das Geld, der muss auf jeden Fall viel Zeit für Akquise einplanen und bereit seit sein Geld im Regelfall mit schwachsinniger Arbeit unter belastenden Umständen zu erwirtschaften, mit ein paar Lichtblicken zwischendurch.

  2. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: TeK 08.06.20 - 13:29

    Bei einem Tagessatz von 800 ¤ netto überlegen sich Firmen ganz genau, ob man zum Kaffeekochen da ist oder zum Problemebeheben.

  3. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: twothe 08.06.20 - 13:36

    TeK schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei einem Tagessatz von 800 ¤ netto überlegen sich Firmen ganz genau, ob
    > man zum Kaffeekochen da ist oder zum Problemebeheben.

    Sollte man meinen. Bis man dann halt anfängt Probleme zu beheben, dadurch Licht auf die ganzen Leichen im Keller fällt, und sich die Firma dann entscheidet die 800¤ am Tag doch lieber in Stillschweigen zu investieren.

  4. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: SoD 08.06.20 - 13:40

    twothe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sollte man meinen. Bis man dann halt anfängt Probleme zu beheben, dadurch
    > Licht auf die ganzen Leichen im Keller fällt, und sich die Firma dann
    > entscheidet die 800¤ am Tag doch lieber in Stillschweigen zu investieren.

    800¤ sind aber auch eine stolze Summe, bei dem was ich so gesehen habe, liegt der Entwickler eher bei der Hälfte.

  5. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: TeK 08.06.20 - 13:41

    Solange der Tagessatz bezahlt wird... Ich verstehe schon, dass da ein wenig die Motivation flöten gehen kann. Andererseits kann man sich im Idealfall den Kunden aussuchen. Mache ich z.B. so. Wenn ich merke, dass das mit mir und dem Kunden nicht passt, dann mache ich das Vereinbarte und komme danach nicht wieder. Passiert nicht wirklich oft aber wenn, dann hat es mir und meinem Seelenfrieden gutgetan.

  6. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: TeK 08.06.20 - 13:46

    SoD schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 800¤ sind aber auch eine stolze Summe, bei dem was ich so gesehen habe,
    > liegt der Entwickler eher bei der Hälfte.

    Kommt auch auf den Einsatz an. Wenn ich über Wochen an einem Ort wäre, dann kann man auch nicht 800 ¤ netto nehmen. Aber bei Tageseinsätzen, wo man ggf sogar mit Bahn oder Flieger anreist, da ist das schon eher günstig. Meine Frau hat man seinerzeit in der Softwareberatung als Senior für 1.200 ¤ netto / Tag verkauft - egal ob nur einen oder 14 Tage.

    Mein Nachbar hat sich in Excel mit viel VBA über Jahre seine Warenwirtschaft gestrickt. Sein "Excel-Experte" nimmt 800 ¤ netto am Tag. Den kann man auch nur für einen ganzen Tag buchen. Und der Kerl ist gefragt.

  7. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: theFiend 08.06.20 - 13:46

    TeK schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei einem Tagessatz von 800 ¤ netto überlegen sich Firmen ganz genau, ob
    > man zum Kaffeekochen da ist oder zum Problemebeheben.

    Ganz ehrlich, ich hab bei nem 1200 ¤ Tagessatz auch schon mal 3 Tage zugeschaut bis die nötigen Vorarbeiten (minimal, ein Betriebssystem installieren!) erledigt waren. Anfangs regt einen sowas noch auf, und man will für das Geld das man verlangen MUSS auch wirklich was tun. Irgendwann verliert man da aber jeden Schmerz, wenn nichtmal simpelste Vorarbeiten erledigt werden.

    Der Witz ist, das solche Dinger öfter mal vorkommen, irgendeinem Entscheider dann sogar peinlich sind, was zwar das Problem nicht löst, aber häufiger dazu führt das die Rechnung flott bezahlt wird.

    Hier und da kann ich den TO schon verstehen. Gerade wer in einem Bereich unterwegs ist in dem die Projekte über Jahre gehen hat schon eher mal ein Problem mit der Scheinselbständigkeit. Wobei meiner Erfahrung hier auch nur ein größeres "Drohpotential" aufgebaut wird als tatsächlich da ist. Solange man nicht aus dem Angestelltenverhältnis gleich in ein 2 Jahresprojekt geht, kann man sowas eigentlich immer gut begründen.

    Ansonsten muss man halt der Typ für die Selbständigkeit sein. Das ist nicht jeder, und das ist auch in ordnung so. Man erkauft sich natürlich gewisse Freiheiten mit der Unsicherheit keine dauerhaft gesicherte Einkommensquelle zu haben. Und gerade jetzt, in einer Krisenzeit merken halt viele, das es eben nicht so lustig ist, jedem Auftrag nachbibbern zu müssen, und manchmal nicht zu wissen wie die nächsten 3-4 Monate so verlaufen werden.

    Nur wegen des potentiell "großen Geldes" sollte man jedenfalls nicht in die Selbständigkeit gehen, dafür muss man zu viele Opfer bringen, die viele eben nicht erbringen wollen/können...

  8. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: twothe 08.06.20 - 13:46

    Ja ich hatte auch ein paar super Kunden mit denen ich bestens klar gekommen und die mit mir auch hochzufrieden waren. Und dann kam halt dieses Scheinselbstständigkeits-Gebrassel, und nun stellen die nur noch per ANÜ ein, weil ansonsten die Wahrscheinlichkeit verklagt zu werden zu hoch ist. Vielen Dank an Nahles dafür.

  9. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: scrumdideldu 08.06.20 - 13:48

    twothe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > dann bin ich aktuell bei einem Netto-Einkommen von
    > ca. 2000¤. Da verdienen selbst einige Junioren mehr.
    Sorry. Aber wie man in der Entwicklung mit einem Minimum von 500¤/Tag (und das ist ja nun echt Untergrenze, das sind knapp 60¤/h) auf 2000¤ Netto im Monat kommen kann ist mir ein Rätsel? Hast Du eine Serverfarm als Homeoffice-Ausstattung und einen Porsche als Firmenwagen? Dazu die All-In-Lösung vom Steuerberater so dass Du gar nicht verbereitest sondern einfach alles unsortiert rüber gibst und dort Dir jemand alles macht? So eine schlechte Auslastung kann man doch eigentlich gar nicht haben!

    > Wenn man nicht
    > studiert hat, sondern die eigentlich für den Job wesentlich sinnvollere
    > Ausbildung gemacht hat, dann drückt einem der Staat ja gleich noch mal 50%
    > mehr Steuern als Strafe drauf.
    Das musst Du erklären. Wo drückt der Staat gleich nochmal 50% mehr Steuern darauf?

  10. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: bike4energy 08.06.20 - 13:52

    Ja einiges davon kann ich nachvollziehen.
    Aber einiges auch nicht.
    Ich stoße täglich auf dummen Nonsens, externen fehlen wichtige Berechtigungen um produktiver zu sein oder Entscheidungen zu treffen. Das Tooling, zu dem man genötigt ist komplett überholt, die Prozesse teilweise komplett für den Arsch. Sagt man was, ändert sich nichts oder es wird geschmunzelt. Es gibt interne die sind top fit und andere die wissen genau warum sie intern sind.
    Die internen haben oft aber genau die gleichen Probleme.

    Was ich als Freiberufler sehr zu schätzen gewonnen habe ist die Freiheit zu haben, wann und wie viel Urlaub ich mir nehme, nicht in irgendwelche internen Termine zu müssen, Mitarbeitergespräche und so einen Quatsch.
    Danke Corona gibt es jetzt auch mehr Home Office Möglichkeiten.
    Was sehr schwer ist, wenn man mehrere Jahre gute Freundschaften zu Kollegen aufgebaut hat und dann das Projekt/Unternehmen wechseln muss.

    Geld ist wie beim Internen Verhandlungssache.

    Bisher hatte ich das Glück nur wenige große lange Projekte zu machen, sodass ich kaum Akquise bräuchte. Trotzdem immernoch nebenbei kleinere Projekte ohne Vermittler am laufen schadet nicht.

    Sorry für Form und Schrift. Sitze Grade nur am Handy

  11. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: TeK 08.06.20 - 13:54

    Das Gesetz hat seine korrekte Bewandnis. Es war dank der Ich-AG bis dahin üblich vorher angestellte Leute in die Selbständigkeit zu schicken, um sie danach wie Angestellte zu buchen, um dabei die Sozialabgaben zu sparen.

    Wenn du nur einen Auftraggeber hast, dann kann der dich auch gefälligst einstellen.

  12. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: OtherOne 08.06.20 - 13:54

    "Wenn man nicht studiert hat, sondern die eigentlich für den Job wesentlich sinnvollere Ausbildung gemacht hat"

    "Netto-Einkommen von ca. 2000¤."

    Das liegt bestimmt an deiner überaus hohen Qualifikation und extrem guten Verbesserungsvorschlägen. Nicht zu vergessen setzen die die Verantwortlichen dich vermutlich auch immer für "Dulli" Aufgaben ein, weil du wesentlich besser im Bereich von komplexen Algorithmen bist, als die Angestellten mit Masterabschluss.

    Es könnte auch an etwas anderem liegen, aber dann wären ja nicht die anderen Schuld.

  13. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: twothe 08.06.20 - 13:54

    scrumdideldu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sorry. Aber wie man in der Entwicklung mit einem Minimum von 500¤/Tag (und
    > das ist ja nun echt Untergrenze, das sind knapp 60¤/h) auf 2000¤ Netto im
    > Monat kommen kann ist mir ein Rätsel?

    Du bist genau der Kandidat der als Selbstständiger ein Problem hätte. Man muss nämlich nicht nur Netto und Brutto unterscheiden können, sondern auch in der Lage sein die Monate ohne Auftrag einzuplanen. Wenn du 500¤ am Tag nimmst, nimmt dir der Staat erst mal die Hälfte weg. Wenn du dann noch eine Auslastung von 50% hast, bist du schon mal ganz primitiv gerechnet bei 125¤/Tag, oder rund 15¤/h. Und dann hätte die Krankenkasse noch gerne mal 845¤ im Monat, die IHK ihren Beitrag, die spezielle Versicherung die man haben muss ebenso, usw. usw.

    > Das musst Du erklären. Wo drückt der Staat gleich nochmal 50% mehr Steuern darauf?

    Selbstständig kann nur der sein der einen Katalogberuf ausübt (da steht Informatiker nicht drin) oder studiert hat. Wer darunter nicht fällt muss ein Gewerbe aufmachen und damit Gewerbesteuern zahlen, die die normale Steuerbelastung eines Selbstständigen um ca. 50% erhöht.

  14. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: SoD 08.06.20 - 13:59

    TeK schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > SoD schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > 800¤ sind aber auch eine stolze Summe, bei dem was ich so gesehen habe,
    > > liegt der Entwickler eher bei der Hälfte.
    >
    > Kommt auch auf den Einsatz an. Wenn ich über Wochen an einem Ort wäre, dann
    > kann man auch nicht 800 ¤ netto nehmen. Aber bei Tageseinsätzen, wo man ggf
    > sogar mit Bahn oder Flieger anreist, da ist das schon eher günstig. Meine
    > Frau hat man seinerzeit in der Softwareberatung als Senior für 1.200 ¤
    > netto / Tag verkauft - egal ob nur einen oder 14 Tage.
    >
    > Mein Nachbar hat sich in Excel mit viel VBA über Jahre seine
    > Warenwirtschaft gestrickt. Sein "Excel-Experte" nimmt 800 ¤ netto am Tag.
    > Den kann man auch nur für einen ganzen Tag buchen. Und der Kerl ist
    > gefragt.


    Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung davon. Ich bin seit 15 Jahren in der IT, die ersten 10 in der Entwicklung
    mit C#, CE, Web, Dienste, Schnittstellen, Backend, gute Erfahrung mit MSSQL, Installation, Tuning etc. Aufbau von Infrastrukturen (allerdings nicht automatisiert). Die letzten Jahre war ich mehr Team- und Projektmanager, Zertifiziert als Requirements Engineer und in aws.
    Ich hatte mir auf den gängigen Portalen mal ein Profil erstellt und auch mit einem Stundensatz von 120¤ angefangen. Den Stundensatz habe ich immer weiter gesenkt, bei 55¤ kamen dann mal die ersten Anfragen. Allerdings hat auf dem gleichen Portal die Olga aus der Ukraine auch .NET Entwicklung für 35-45¤ die Stunde angeboten. Mir war das dann zu riskant, zumal ich auch erstmal Ausgaben für Lizenzen gehabt hätte.

  15. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: TeK 08.06.20 - 14:21

    Diese globalen Portale taugen nichts. Es geht ja auch mehr darum, dass es in der Selbständigkeit einen Punkt geben MUSS, ab diesem man sich eben nicht mehr durch solche Protale die Arbeit selbst suchen muss. Die Arbeit soll zu einem kommen. Die kommt aber nur, wenn man a) seinen Job gut macht und somit b) man weiterempfohlen wird oder c) in der Region einer der wenigen Spezis ist bzw. ein Produkt oder Skill hat, wo nur Wenige mit aufwarten können.

  16. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: twothe 08.06.20 - 14:24

    Für den Einsteiger empfehle ich definitiv sich erst mal über seriöse Vermittler vermitteln zu lassen, derlei gibt es in der IT zu genüge. Sobald man dann genügend Kontakte geknüpft hat kann man direkt mit den Firmen in Kontakt treten.

  17. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: uschatko 08.06.20 - 14:41

    twothe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sobald
    > man dann genügend Kontakte geknüpft hat kann man direkt mit den Firmen in
    > Kontakt treten.

    Was nicht immer zu empfehlen ist, grosse Firmen haben Bedingungen die für einen Freelancer oft nicht darstellbar sind. Dann doch lieber die Vermittler die sich Prozente abgreifen aber auch dafür sorgen das die Rechnung zum Zahlungsziel ausgeglichen ist. Und im Idealfall Folgeprojekte anbieten.

  18. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: twothe 08.06.20 - 14:53

    uschatko schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dann doch lieber die Vermittler die sich Prozente abgreifen aber auch dafür sorgen das die Rechnung zum Zahlungsziel ausgeglichen ist.

    Da muss natürlich jeder auch schaun wo so seine Stärken liegen. Ich arbeite allein deswegen schon gerne mit Vermittlern zusammen, weil ich einfach keinen Bock auf Klinkenputzen und Verhandlungen bei den Verträgen habe. Dennoch baut man sich über die Zeit automatisch Kunden auf, die so von den Ergebnissen überzeugt waren, das sie von sich aus noch mal nachfragen, und dazu ehrliche Angebote machen. Da kann man dann natürlich auch mal ohne Vermittler dazwischen arbeiten.

    Man sollte aber natürlich stets im Hinterkopf behalten, dass auch der nett lächelnde Mensch von der freundlichen Firma einen hinterrücks verarschen könnte, und bei ungewöhnlichen Ereignissen stets freundlich aber misstrauisch sein. Manchmal verrechnet sich auch der Kunde mit besten Absichten, aber wenn das regelmäßig passiert, dann ist das vielleicht doch gar kein Versehen.

  19. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: gaym0r 08.06.20 - 15:42

    SoD schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > twothe schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Sollte man meinen. Bis man dann halt anfängt Probleme zu beheben,
    > dadurch
    > > Licht auf die ganzen Leichen im Keller fällt, und sich die Firma dann
    > > entscheidet die 800¤ am Tag doch lieber in Stillschweigen zu
    > investieren.
    >
    > 800¤ sind aber auch eine stolze Summe, bei dem was ich so gesehen habe,
    > liegt der Entwickler eher bei der Hälfte.

    Arme Entwickler. Ich kenne leute die als Firewall-Konfigurator unterwegs sind und sich 90¤/h nehmen.

  20. Re: Die Nachteile der Selbstständigkeit

    Autor: Michael H. 08.06.20 - 15:55

    OtherOne schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "Wenn man nicht studiert hat, sondern die eigentlich für den Job wesentlich
    > sinnvollere Ausbildung gemacht hat"
    >
    > "Netto-Einkommen von ca. 2000¤."
    >
    > Das liegt bestimmt an deiner überaus hohen Qualifikation und extrem guten
    > Verbesserungsvorschlägen. Nicht zu vergessen setzen die die
    > Verantwortlichen dich vermutlich auch immer für "Dulli" Aufgaben ein, weil
    > du wesentlich besser im Bereich von komplexen Algorithmen bist, als die
    > Angestellten mit Masterabschluss.
    >
    > Es könnte auch an etwas anderem liegen, aber dann wären ja nicht die
    > anderen Schuld.

    Wow.. sei noch etwas herablassender in deiner Wortwahl und man könnte meinen du steckst gerade noch voll im Studium und hast noch nie wo anders gearbeitet außer anner Tanke, wo du immer davon schwärmst, dass du mit deinem fertigen Studium direkt mit 120k Netto p.a. einsteigst, weil all die ander'n Dullis eh nix können.

    Als ob ein Studium je etwas über eine Qualifikation im Beruf ausgesagt hätte. Im Grunde sagt das nur zwei Dinge aus.
    1. du bist in der Lage komplexes Lernmaterial zu analysieren und im allerbesten Fall, aber auch hier nicht immer, zu verstehen... im Regelfall es zumindest so lange, dass es auswendig gelernt für eine Prüfung/Abfrage reicht.
    2. du bist in der Lage dir in kurzer Zeit viel Wissen anzueignen.

    Für den Beruf an sich ist dabei aber die Fachrichtung eher irrelevant. Da kriegst du in einer Ausbildung mehr Zeug an die Hand, was du letztendlich auch mit Studium dann nochmals in den ersten 1-2 Jahren im Betrieb nachholst.

    Wenn ich 100 Bachelor/Master vor mir habe und 100 ausgebildete Fachkräfte.. kann ich bei beiden nicht sagen, welche davon gute Entwickler sind.
    Was ich aber relativ sagen kann ist, dass ich bei den studierten Fachkräften davon ausgehen kann, dass diese sich fehlendes Fachwissen aneignen können. (ob sie es dann auch anwenden können ist ein anderer Schuh)
    Bei den ausgebildeten Fachkräften kann ich leider nicht sagen, ob die Thematik evtl zu komplex für sie ist, basierend auf ihren Abschlüssen.

    Ein Paradebeispiel dafür, wie irrelevant ist was du studiert hast, sondern mehr zählt, dass du studiert hast, ist der Vater einer Bekannten. Kristallogie studiert... steine sind aber scheisse... also ist er jetzt Entwicklungstechnischer IT Consultant/Entwickler für Millardenunternehmen in Singapur, bei denen er neue Funktionen in deren Software plant und implementiert.

    Genau so Blödsinnig ist es zu sagen, dass sie ihm wegen seinem Bildungsabschluss nur Dulliaufgaben geben, weil das letztendlich nichts über seine Qualifikation aussagt.

    Wenn du schon so gut in komplexen Algorithmen bist... sollte der einfache hier für dich ein Klacks sein...
    Studiert - kein Gewerbe nötig als Freiberufler
    Nicht studiert - Gewerbe nötig als Freiberufler und damit Umsatzsteuer, Gewerbesteuer und und und... heisst dass für ein und die selbe Leistung unterm Strich nur ein Bruchteil dessen hängen bleibt wie bei einem studierten Freiberufler der kein Gewerbe benötigt.

    Ergo, wenn Gewerbe nötig, dann Geld mucho weniger... du verstehst?

    Und 2000¤ Netto im Schnitt ist noch ein so komplexer mathematischer Vorgang der dir sicherlich nicht schwer fallen wird...
    Nehmen wir mal an, auch wenn er nur eine Ausbildung gemacht hat, ist er ein Specialist für eine Sondersoftwarelösung, die durchaus komplex ist und entsprechend wenige Verfügbare Fachkräfte aufm Markt sind...

    Wenn er im Januar bis April Aufträge hat, kann er dort auch bei insgesamt 80 Arbeitstagen zu 100% Auslastung und 1200¤ Tagessatz = 96.000¤ in vier Monaten verdienen, wenn er dafür die nächsten 8 Monate keine Aufträge mehr hat. 50% der 96k greift sich der Fiskus... bleiben noch 48k... private KV ca. 800¤/Monat = 9600¤/Jahr = 38,4k Rest, private Rente, 5000¤ Werbungskosten übers Jahr (Homepage, SEO, Anzeigen, Inserate)... Firmenwagen/Übernachtungen/Reisekosten, Miete evtl noch, Schulungen und zack biste bei 24.000¤ und hast somit ein Monatsnetto von 2000¤.

    So, jetzt kannste dir ja mal ausrechnen... dass wenn er z.B. kein Specialist ist und er nen Tagessatz von sagen wir mal nur 800¤ berechnet, was eh schon recht ok ist. Wären das bei 220 Werktagen im Jahr und 100% Auslastung und Abrechenbaren Stunden = 176k.
    Davon gehen wieder 50% weg... 88k... hier wieder die 9600 für die KV weg = 78.400... 5000 für Werbungskosten = 73,4k, Privatrente und sonstige Versicherungen piapapo... Firmenwagen, Reisekosten... bleiben halt noch z.B 60k übrig, was einem Monatsnetto von 5000¤ entspricht.
    WENN er die 12 Monate zu 100% ohne Fehltage arbeitet...
    Lass ihn mal mit Grippe 2-4 Wochen im Bett liegen... brechen vom Jahresumsatz halt mal 14.666,66¤+/- weg (je nachdem was für n Monat ist und welche Feiertage sind und wie die Wochenenden liegen). Dann will er vllt auch mal Urlaub machen... 24 Urlaubstage sind der gesetzliche Standard... vllt hat er bock zumindest 20 zu nehmen übers Jahr verteilt... macht wieder 14,6k also 29,2k insgesamt dieses Jahr die abgehen... rechnen wir das mal hoch kommen wir eben nicht mehr auf ein Monatsnetto von 4,16k, sondern (und jetzt wird es wichtig, denn hier darf man nicht anteilig rechnen, da die Fixkosten Fixkosten heissen, weil sie Fix sind)...

    50% von 176 - 29,2 = 73,4k - 9600 - 5000 - 23,4k restliche Fixkosten = 45,4k... das auf 12 Monate verteilt sind ca. 3,8k Netto.. schon hat er im Schnitt 1200¤ weniger, wegen zwei fehlender Monate...

    Jetzt sind aber nicht unbedingt immer 10 Monate pro Jahr zu 100% Auslastung vorhanden... entsprechend wird das immer weniger...
    Da du ja anscheinend hochkomplexe Mathe aus dem FF kannst, sollte dir diese Beispielrechnung, die dir jeder Hauptschüler, der zumindest nen Dreisatz beherrscht, vorlegen kann, klar sein oder war das einfach nur nicht komplex genug?

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