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50 Hertz sollte doch eigentliche längst Geschichte sein

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  1. 50 Hertz sollte doch eigentliche längst Geschichte sein

    Autor: Wimmmmmmmmy 12.03.15 - 15:00

    Also diese 50 Hertz.

    Ich finde es wird endlich Zeit von diesen Wechsel/Drehstrom abstand zu gewinnen.

    In meinen Augen bringt es immer mehr Probleme. Gerade erneuerbare Energien (also so eine Solarzelle) sind diese 50 Hz (technisch bedingt) total egal.

    Also muss man hinter jeder Anlage einen Wechselrichter aufstellen, der sich auch aufwendig mit dem Netz Synchronisieren muss.

    Schaut man in die Haushalte, gibt es mehr Trafos denje, die dann die Energie wieder in Gleichstrom wandeln. Schau ich in meinen Haushalt, finde ich kein Gerät mehr, dass wirklich Wechselstrom benötigt.
    - LED-Leuchten
    - Bildschirme (alle sogar mit 12/19V Anschluss an einem eigentlich unnötigen Netzteil)
    - Laptop genau so
    - der Ofen könnte auch mit Gleichstrom arbeiten

    In meinen Augen ist die aktuelle Energieübertragung längst überaltert. Mir ist zwar klar, dass es die einfachste Methode war - grosse Energie auf weite Wege zu schicken.
    Doch inzwischen wurden die Netze alle zusammengeschalten. Der Aufwand und die Verluste bei der ständigen Transformation sind kompliziert und aufwendig wie nie zuvor.
    Inzwischen sollte es doch andere Methoden geben. Oder haben unsere Energieversorger da komplett die Weiterentwicklung verschlafen?

    Ich erinnere mich an eine Gleichstromtrasse in China.


    Vor ein paar Wochen las ich wenigsten zum ersten mal davon, dass man darüber nachdenkt auch einen Gleichstormkreis in Wohnungen mit zu verkabeln. Nur kommt das in meinen Augen viel zuspät. So einer Gleichstromquelle, wo man kein Netzteil mehr braucht, wäre wirklich ein traum. Aber dafür gibt es nicht mal einen Ansatz für eine sich entwickelne Norm.
    Ich bin mir aber sicher, man könnte dadurch sicher 30-50% Energie am ende einsparen.
    - Keine zusätzliche Wärmeentwicklung mehr
    - geringste Standby-Ströme
    - und das allerbeste: Kein Pfiepen mehr (ja ich hab noch sehr gut Ohren und höre so manche Netzteile auf nervenden hohen Frequenzen - Bin deshalb auch sehr froh, das keine Röhren-Geräte mehr gibt)

  2. Re: 50 Hertz sollte doch eigentliche längst Geschichte sein

    Autor: Argeman 12.03.15 - 15:20

    Wimmmmmmmmy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also diese 50 Hertz.
    > ...
    > Ich bin mir aber sicher, man könnte dadurch sicher 30-50% Energie am ende
    > einsparen.
    > - Keine zusätzliche Wärmeentwicklung mehr
    > - geringste Standby-Ströme
    > - und das allerbeste: Kein Pfiepen mehr (ja ich hab noch sehr gut Ohren und
    > höre so manche Netzteile auf nervenden hohen Frequenzen - Bin deshalb auch
    > sehr froh, das keine Röhren-Geräte mehr gibt)

    Hmm, wo kommen denn 30% Energieeinsparung auf einmal her? Bei vernünftigen Schaltnetzteilen ist der Wirkungsgrad oft bei 80-90% und drüber. Bei Gleichspannung bräuchte man auch Schaltnetzteile, die dann in ähnlichen Bereichen lägen. Auch bei den Standby-Strömen. Und auch die würden pfiepen. Was bleibt also an Vorteilen? Beide Technologien (gleich und wechselstrom) haben Vor- und auch Nachteile. Und sie werden bereits sinnvoll eingesetzt, demnächst auch z.B. Gleichstrom zur Übertragung des Windstroms vom Norden in den Süden - HGÜ. Das ist aber nochmal ganz was anderes und kann man nicht ohne weiteres auf den Hausanschluss mit 230V 50Hz übertragen!

  3. Re: 50 Hertz sollte doch eigentliche längst Geschichte sein

    Autor: Bouncy 12.03.15 - 15:55

    Das wäre in der Praxis ein wohl schwierigeres Vorhaben als der Flug zum Mars, ein Jahrhundertprojekt in nie dagewesener Dimension. Potentiellen Einsparungen - wenn es die überhaupt gibt - stünden Neubauten und Umkonfigurierungen gegenüber, die sich vielleicht kaum jemals rentieren, weil der Trend ja zur dezentralen Versorgung geht. Ob es in >100 Jahren noch Kraftwerke und andere zentrale Erzeugeranlagen gibt, wer weiß.
    Dann eher im Großen weiter wie bisher und pro Haus einen einzelnen, großen Gleichrichter, USB3.1 hat dafür auf verbraucherseite einige langfristige Standards gelegt, darauf kann man schon aufbauen...

  4. Re: 50 Hertz sollte doch eigentliche längst Geschichte sein

    Autor: limo_ 12.03.15 - 16:08

    meinst du die 100 Watt bei USB 3.1c ?

    Hier könnte auch ihre Signatur stehen

  5. Re: 50 Hertz sollte doch eigentliche längst Geschichte sein

    Autor: Bouncy 12.03.15 - 16:23

    limo_ schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > meinst du die 100 Watt bei USB 3.1c ?
    Ja ich meine damit kann man fast jedes Gleichstromgerät im Haushalt betreiben, es gibt wohl kaum etwas das mehr Leistung fordert und keinen Motor hat. Nur ein bisschen Unterhaltungselektronik und die Küchengroßgeräte würden mir da einfallen...

  6. Re: 50 Hertz sollte doch eigentliche längst Geschichte sein

    Autor: baz 12.03.15 - 16:48

    Bouncy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > limo_ schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > meinst du die 100 Watt bei USB 3.1c ?
    > Ja ich meine damit kann man fast jedes Gleichstromgerät im Haushalt
    > betreiben, es gibt wohl kaum etwas das mehr Leistung fordert und keinen
    > Motor hat. Nur ein bisschen Unterhaltungselektronik und die
    > Küchengroßgeräte würden mir da einfallen...

    Bleibt also noch die Schreibtisch- und die Nachttischlampe.

  7. Ohmsches Gesetz neu verabschieden

    Autor: Mingfu 12.03.15 - 17:01

    Dieser ganze Beitrag kommt wir wirklich wie der Witz vor, bei dem ein Physiker einem Politiker erklärt, warum bestimmte Dinge aufgrund von Naturgesetzen nicht funktionieren und der Politiker antwortet, dass man Gesetze ja einfach ändern könnte.

    Gleichspannungsquelle im Haushalt? Was schwebt dir denn da so vor? 5 Volt, 12 Volt? 230 Volt können es wohl kaum sein, denn dann würde sich das Transformieren im Regelfall nicht erübrigen - dann bräuchte es weiterhin jede Menge Schaltnetzteile. Nur mit Kleinspannungen lassen sich große Verbraucher nicht sinnvoll betreiben. Denn das bedeutet große Ströme. Wöllte man so wie heute 3,5 kW Leistung ermöglichen, bedeutet das bei einer Spannung von 12 V einen Strom von 300 A. Damit bräuchte man Leiter von 1,5 cm Durchmesser - wahnsinnige Materialverschwendung. Weiterhin gilt das ohmsche Gesetz auch für Leitungen. Mit U = R * I fällt über der Leitung selbst also eine Spannung ab, die proportional zum übertragenen Strom zunimmt. Das Problem ist also, was von den eingespeisten 12 V dann wirklich noch beim Verbraucher ankommt, denn die Leitungsverluste P = U * I = R * I² wachsen halt quadratisch mit dem übertragenen Strom. Es hat schon einen Grund, warum sich im Stromkrieg trotz erheblicher Propaganda Westinghouse und nicht Edison durchgesetzt hat.

    Wir haben also festgestellt, dass sich kleine Spannungen überhaupt nicht zum Übertragen elektrischer Energie abseits der Kurzstrecke eignen. Man muss also weiterhin über mehrere Ebenen hinweg transformieren. Nur das ist bei Gleichspannung extrem aufwendig - insbesondere im Großmaßstab. Du hast ja Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungstrassen (HGÜ) erwähnt. Der Aufwand, der dafür betrieben werden muss, ist riesig. Das sind gigantische Anlagen mit durchaus relevanten Verlusten, die dort jeweils an den Endpunkten stehen, um das gleich-/wechselzurichten und 8zu transformieren. Das lohnt nur bei Langstrecken bzw. bei Erd-/Seekabeln (da dort durch die Kapazität der Ummantelung Wechselspannung entsprechend große Verluste durch die Umladevorgänge erzeugt).

    Es gibt auch noch eine ganze Menge weitere Probleme, die sich in Gleichstromnetzen stellen. Zum Beispiel ist es hochproblematisch, dort unter Last im Netz Schaltvorgänge vorzunehmen, wie sie zur Stabilisierung des Netzes immer wieder nötig sind. Bei Wechselspannungsnetzen kann man zum Schalten auf den Nulldurchgang warten. Der löscht auch die Lichtbögen, die sich beim Trennen der Kontakte ergeben. In Gleichstromnetzen gibt es keinen Nulldurchgang. Dort unter Last einen Trennung vorzunehmen, ist wirklich ein sehenswertes Spektakel in Ton und Bild, mit entsprechend großem Verschleiß des Materials.

    Wenn der Strom also mal nicht nur aus der Steckdose kommt, ist alles doch auf einmal deutlich komplizierter.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.03.15 17:10 durch Mingfu.

  8. Re: Ohmsches Gesetz neu verabschieden

    Autor: Moe479 12.03.15 - 17:30

    danke ich dachte schon es erwähnt nie jemand, dass man sich darum schon bei der entstehung des stromnetzes gedanken gemacht hat und wechselstrom dafür nicht ohne gründe den vorzug gab...

    klar kann man sich nen zentrales netzteil für diverse niedervolt-geräte in die wohnung stellen und vorort eine mehradrige gleichstrom verkabelung vornehmen um z.b. 5V und 12V (in nässebereichen sollte nicht mehr als 12V dc verwendungfinden) oder 7V an der dose abnehmen zu können - wie z.b. im pc üblich - und sich damit viele netzteile in kleingeräten sparen, aber über größere längen und hohe stromstärken macht das wenig sinn, die waschmaschine, den herd und andere 'großabnehmer' möchte man nicht so versorgen müssen.

  9. Re: 50 Hertz sollte doch eigentliche längst Geschichte sein

    Autor: 1ras 12.03.15 - 18:43

    Bouncy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > limo_ schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > meinst du die 100 Watt bei USB 3.1c ?
    > Ja ich meine damit kann man fast jedes Gleichstromgerät im Haushalt
    > betreiben, es gibt wohl kaum etwas das mehr Leistung fordert und keinen
    > Motor hat. Nur ein bisschen Unterhaltungselektronik und die
    > Küchengroßgeräte würden mir da einfallen...

    Du kannst damit auch nicht fast jedes Gleichstromgerät im Haushalt betreiben. Zumindest nicht einfacher als mit 230V~. Du musst die Gleichspannung weiterhin wechselrichten, transformieren und wieder gleichrichten, wie es auch heute schon jedes Schaltnetzteil macht, um die vom jeweiligen Gerät benötigte Spannung zu erhalten.

    Eine Gleichspannungsversorgung hat in einem Haushalt eigentlich keine besonderen Vorteile. Die Spannung muss hoch genug sein um die Übertragungsverluste zu minimieren, dann ist aber weiterhin bei den Endgeräten eine Transformation erforderlich, wie jetzt auch schon.

  10. Re: 50 Hertz sollte doch eigentliche längst Geschichte sein

    Autor: limo_ 12.03.15 - 20:07

    Ich fände es durchaus interessant neben der normalen Steckdose auch einen sagen wir.USB c Anschluss zu haben z.B. Raum interne USB Netze lässt sich sicherlich verwirklichen

    Hier könnte auch ihre Signatur stehen

  11. Re: 50 Hertz sollte doch eigentliche längst Geschichte sein

    Autor: 1ras 12.03.15 - 20:32

    Es gibt nur kaum etwas ineffizienteres als ein Netzteil dessen Leistung die meiste Zeit nicht abgerufen wird. Ein Schaltnetzteil erreicht den optimalen Wirkungsgrad nur in einem relativ schmalen Lastbereich.

    Edit: USB C verwendet 20 Volt in der 100 Watt-Variante und keine 5V wie bisher, nur falls das nicht jedem klar sein sollte. D.h. es muss wieder umtransformiert werden.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.03.15 20:38 durch 1ras.

  12. Es gibt keine Technik für Gleichstromnetze

    Autor: barforbarfoo 12.03.15 - 21:05

    HGÜ ist immer Punkt zu Punkt. Es gibt erste Ansätze für Gleichstromnetze, aber nicht mehr.

    Das Problem der verschieden Spannungsebenen bleibt auch bei Gleichstrom bestehen, aber das wird man nicht verstehen wenn man nur versucht vom Hausnetzen auf große Netze zu interpolieren.

  13. Re: Es gibt keine Technik für Gleichstromnetze

    Autor: Chris478 12.03.15 - 22:36

    Der Grund für die HGÜ ist doch nicht, dass der Generator Gleichstrom erzeugt und du Abnehmer hast die Gleichstrom benötigen.

    Selbst hier wäre es auf kleine Strecken besser dies über Wechselstrom zu realisieren, da aufgrund der Verluste ~ I² hohe Spannungen benötigt werden. Und wie man den Gleichstrom jetzt ohne Wechselstrom transformiert, tja, hier bin ich gerne für Antworten offen :)

    Der Grund für die HGÜ für längere Strecken liegt rein in 50Hz selbst begründet. 50Hz hat eine Wellenlänge von 6.000km. Der Nulldurchgang ist demnach bei 1.500km. Wenn du jetzt die Energie durch Deutschland schicken möchtest, kannst du bei 750km nur 50% der Energie abgreifen. Das ist schlecht!
    Entweder baust du dann noch ein paar Trafostationen dazwischen oder nimmst eine HGÜ. Das Thema wird auf Wikipedia zur HGÜ halt irgendwie nicht diskutiert und bei Wechselstrom vermisst man auch den Bezug ;)

    P.S.: Und da unsere Energie bei Wechselstrom und konstanten Leitungsabstand über die Luft übertragen wird, brauchst du natürlich auch dort eine HGÜ, wo du das mit der Luft oder mit der Gewährleistung des Leitungsabstandes nicht so ganz klappt...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.03.15 22:44 durch Chris478.

  14. Re: 50 Hertz sollte doch eigentliche längst Geschichte sein

    Autor: Anonymer Nutzer 13.03.15 - 01:31

    Wimmmmmmmmy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin mir aber sicher, man könnte dadurch sicher 30-50% Energie am ende
    > einsparen.

    Wenn das Netz nicht dafür noch mehr Strom braucht, weil Gleichstrom ja nicht sehr weit kommt ^^

    > - und das allerbeste: Kein Pfiepen mehr (ja ich hab noch sehr gut Ohren und
    > höre so manche Netzteile auf nervenden hohen Frequenzen - Bin deshalb auch
    > sehr froh, das keine Röhren-Geräte mehr gibt)

    Auja das fiepen höre ich heute mit 28 noch! Das ist keine Einbildung ich höre es wirklich o.o

  15. Re: 50 Hertz sollte doch eigentliche längst Geschichte sein

    Autor: Bouncy 13.03.15 - 09:17

    hm, na gut dann wäre die Idee gestorben...

  16. Re: 50 Hertz sollte doch eigentliche längst Geschichte sein

    Autor: Trollversteher 13.03.15 - 09:32

    >Ich bin mir aber sicher, man könnte dadurch sicher 30-50% Energie am ende einsparen.
    >- Keine zusätzliche Wärmeentwicklung mehr
    >- geringste Standby-Ströme
    >- und das allerbeste: Kein Pfiepen mehr (ja ich hab noch sehr gut Ohren und höre so >manche Netzteile auf nervenden hohen Frequenzen - Bin deshalb auch sehr froh, das >keine Röhren-Geräte mehr gibt)

    Mal abgesehen von den technischen Problemen einer Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung würde man trotzdem noch Netzteile benötigen, die die Spannung auf die Versorgungsspannung des Endgerätes wandeln. Es würde lediglich die Gleichrichter-und Filter-Sektion wegfallen - und die in Unterhaltungselektronik Geräten verwendeten Gleichspannungswandler-Transistoren verursachen mit die meiste Abwärme.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.03.15 09:33 durch Trollversteher.

  17. Re: Es gibt keine Technik für Gleichstromnetze

    Autor: chefin 13.03.15 - 10:37

    Chris478 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Grund für die HGÜ ist doch nicht, dass der Generator Gleichstrom
    > erzeugt und du Abnehmer hast die Gleichstrom benötigen.
    >
    > Selbst hier wäre es auf kleine Strecken besser dies über Wechselstrom zu
    > realisieren, da aufgrund der Verluste ~ I² hohe Spannungen benötigt werden.
    > Und wie man den Gleichstrom jetzt ohne Wechselstrom transformiert, tja,
    > hier bin ich gerne für Antworten offen :)
    >
    > Der Grund für die HGÜ für längere Strecken liegt rein in 50Hz selbst
    > begründet. 50Hz hat eine Wellenlänge von 6.000km. Der Nulldurchgang ist
    > demnach bei 1.500km. Wenn du jetzt die Energie durch Deutschland schicken
    > möchtest, kannst du bei 750km nur 50% der Energie abgreifen. Das ist
    > schlecht!
    > Entweder baust du dann noch ein paar Trafostationen dazwischen oder nimmst
    > eine HGÜ. Das Thema wird auf Wikipedia zur HGÜ halt irgendwie nicht
    > diskutiert und bei Wechselstrom vermisst man auch den Bezug ;)
    >
    > P.S.: Und da unsere Energie bei Wechselstrom und konstanten Leitungsabstand
    > über die Luft übertragen wird, brauchst du natürlich auch dort eine HGÜ, wo
    > du das mit der Luft oder mit der Gewährleistung des Leitungsabstandes nicht
    > so ganz klappt...


    Aua...das tut weh. Die Wellenlänge mag für einige Nebeneffekte verantwortlich sein. Aber nicht für Leistungsverlust in der von dir beschriebenen Art. Man kann natürlich in jeder Entfernung die eingespeiste Leistung abzüglich der ohmschen Übertragungsverluste abgreifen. Die Ohmschen Verluste berechnen sich Frequenzunabhängig und Linear zur Wegstrecke. Es gibt lediglich kapazitive Verluste im Kleinbereich. Also 800km transportlänge würden 5% ohmsche verluste und 1% kapazitive Verlust, aber 20% Blindstrom bringen. Blindstrom ist kein realer Verlust sondern belastet die Leitungen zusätzlich. Und aus diesem Blindstrom erzeugt sich auch ohmsche Verluste. Dieser Strom fliest quasi nur in der Leitung hin und her ohne seine Energie an einen Verbraucher abzugeben. Aber da die Strecke 5% ohmsche Verluste hat wird aus 20% Blindstrom ebenfalls 5% ohmscher Verlust, der in der gesammtmenge dann mit 1% auftaucht. Die Wellenlänge ist dabei unerheblich in dieser Berechnung und taucht nur dort als Problem auf, wo es zu einer Phasenverschiebung kommt. Also wenn Kraftwerk A mit 50Hz syncron zu Kraftwerk B arbeitet, diese 100km von einander weg sind aber nun beide an Verbraucher speisen die 200km weg sind. Kraftwerk A nimmt dazu aber Umwege in Kauf für seine Leitungen. Sagen wir also Kraftwerk A hat 300km Weglänge, kraftwerk B nur die 200Km. Dann verschieben sich die Phasen um den Betrag der Wellenlänge von 100km differenz. Ein maximum(325V) trifft dann auf ein schon etwas absinkendes Spannungsniveau(300V) und es fliesen Ausgleichsströme wegen der 25V Differenz.

    Deswegen darf man Leitungen nicht einfach zusammen schalten, wenn sie mal getrennt gelaufen sind. Oder man muss die Wegstrecke in engen Toleranzen halten. Ja..wellenlänge macht einige Probleme, aber bestimmt keine 50% Leistungsverlust. Und Kraftwerke sind drauf ausgelegt sich genau auf die Wellenform zu syncronisieren die am vorbeilaufenden Netz gerade anliegt.

    Das war übrigens mal ein Scenario wie man Kraftwerke zerstören könnte. Diese Regelung ausser Tritt bringen und dann eine 500MW Turbine unsyncron auf einen Leitung aufschalten. Diese Differenz reist dir vermutlich deine Turbine aus der Bodenplatte raus.

  18. Re: Es gibt keine Technik für Gleichstromnetze

    Autor: Chris478 13.03.15 - 14:09

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aua...das tut weh. Die Wellenlänge mag für einige Nebeneffekte
    > verantwortlich sein. Aber nicht für Leistungsverlust in der von dir
    > beschriebenen Art. Man kann natürlich in jeder Entfernung die eingespeiste
    > Leistung abzüglich der ohmschen Übertragungsverluste abgreifen. Die
    > Ohmschen Verluste berechnen sich Frequenzunabhängig und Linear zur
    > Wegstrecke. Es gibt lediglich kapazitive Verluste im Kleinbereich. Also
    > 800km transportlänge würden 5% ohmsche verluste und 1% kapazitive Verlust,
    > aber 20% Blindstrom bringen.
    Achtung: Ich schreibe nicht von Leitungsverlust, sondern davon, dass du nur 50% der Energie abgreifen kannst. Die restlichen 50% sind nicht Verluste, sondern werden reflektiert. Diese Energie wandert dann hin und her, überlagert sich und wird entweder dann in Verluste umgewandelt oder wieder am Anfang oder Ende ausgekoppelt. Aber dein Kraftwerk und dein Abnehmer werden aufgrund des Welleneffekt nicht wirklich glücklich mit der Form der Lösung sein. Mit Blindstrom hat das erstmal nichts zu tun. Den Effekt hast du auch beim Wirkstrom.
    Edit: Phasenverschiebung ist auch hier der richtige Gedanke (70,7%) . Ich habe die Phasenverschiebung direkt auf die Energie umgerechnet (=> 50%)

    Zum Thema Punkt-zu-Punkt HGÜ: Es sind doch generell alle Netzleitungen aufgrund der Welleneffekte (d.h. Phasenverschiebung) Punkt-zu-Punkt Übertragungen. Am Ende steht deine Trafostation und verteilt dann weiter...Nur kannst du Wechselstrom prinzipbedingt sehr leicht durch den Trafo transfomieren, Gleichstrom eben nicht. Daher bringt die HGÜ nur da etwas, wo die Wechselstromleitung so nicht funktioniert (keine Luft oder kein konstanter Leitungsabstand), oder viel Energie über eine längere Strecke übertragen werden muss (die TEM-Welle bei Gleichstrom hat " Wellenlänge" unendlich - im Gegensatz zur 50Hz-Welle)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.03.15 14:23 durch Chris478.

  19. Re: Es gibt keine Technik für Gleichstromnetze

    Autor: ltedric 16.03.15 - 20:14

    Power over Ethernet zeigt wie ich finde ganz gut, dass die Übertragung von niedriger Gleichspannung mit hohen Verlusten einhergeht. Weder kommen mit PoE beim Gerät die 48V an die eingespeist werden, noch kommt die volle Leistung an... wie man liest etwa 30 Prozent Verlust je nach Leitunsglänge. Letztlich ist eine Spannungsversorgung mit niedriger Spannung über deutlich längere Strecken als die Üblichen Zuleitungen vom Schaltnetzteil zum Gerät mir hohen Verlusten verbunden.

  20. Re: 50 Hertz sollte doch eigentliche längst Geschichte sein

    Autor: derats 20.03.15 - 09:53

    Wimmmmmmmmy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Inzwischen sollte es doch andere Methoden geben. Oder haben unsere
    > Energieversorger da komplett die Weiterentwicklung verschlafen?

    Gleichstrom ist aus diversen Gründen zur öfftl Verteilung nicht so gut geeignet wie Wechselstrom. Nur als Beispiel ; Sicherungsautomaten, die 40 kA Gleichstrom trennen können sind VIEL aufwendiger und teurer als Automaten, die 40 kA Wechselstrom trennen können. Wechselstrom ist bzgl Elektromigration in Installationen unkritisch. Rauf/Runtertransformation für lokale Netzbereiche ist bei Wechselstrom sehr einfach, zuverlässig und kostengünstig machbar ; bei Gleichstrom geht das bei weitem nicht so einfach. usw.

    > Ich erinnere mich an eine Gleichstromtrasse in China.

    HGÜ gibt es auch in Europa und hat nix mit dem Strom aus der Steckdose zu tun.

    > Vor ein paar Wochen las ich wenigsten zum ersten mal davon, dass man
    > darüber nachdenkt auch einen Gleichstormkreis in Wohnungen mit zu
    > verkabeln. Nur kommt das in meinen Augen viel zuspät. So einer
    > Gleichstromquelle, wo man kein Netzteil mehr braucht, wäre wirklich ein
    > traum. Aber dafür gibt es nicht mal einen Ansatz für eine sich entwickelne
    > Norm.
    > Ich bin mir aber sicher, man könnte dadurch sicher 30-50% Energie am ende
    > einsparen.

    Nö, du verlierst ziemlich viel in der Verteilung, da es Schutzkleinspannung sein muss/sollte (sonst müssen wieder alle Geräte aufwendig zertifiziert werden etc. da kann man gleich Netzspannung nehmen). Deswegen verbaut man aktuell z.B. Kombidosen mit Schuko + USB, aber jede Dose hat sein eigenes kleines Netzteil. Außerdem kriegst du natürlich bei einer Verteilung keine gute Stabilisierung hin, aber das ist ja irgendwie klar (hoffe ich).

    > - Keine zusätzliche Wärmeentwicklung mehr

    Huh?

    > - geringste Standby-Ströme

    Huh?

    > - und das allerbeste: Kein Pfiepen mehr (ja ich hab noch sehr gut Ohren und
    > höre so manche Netzteile auf nervenden hohen Frequenzen - Bin deshalb auch
    > sehr froh, das keine Röhren-Geräte mehr gibt)

    Huh? Dir ist klar, dass das Fiepen von SMPS mit dem Netzstrom nix zu tun hat, ja? Dir ist klar, dass sehr viele Geräte trotzdem SMPS brauchen, weil du eben mit wahlweise 5, 12, 24 oder 48 V oft nicht weit kommst?

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