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der unterschied zwischen bier und informationen ist

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  1. der unterschied zwischen bier und informationen ist

    Autor: xstream 14.11.09 - 14:05

    dass man informationen (vor allem mit den neuen medien) ohne kosten vervielfältigen kann und deshalb hat auch freier zugang zu informationen erst mal nichts mit kommunismus zu tun

  2. Re: der unterschied zwischen bier und informationen ist

    Autor: tischlein 14.11.09 - 22:52

    xstream schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > dass man informationen (vor allem mit den neuen medien) ohne kosten
    > vervielfältigen kann und deshalb hat auch freier zugang zu informationen
    > erst mal nichts mit kommunismus zu tun


    Das Bierrezept kann auch jeder kopieren und nun?

  3. Re: der unterschied zwischen bier und informationen ist

    Autor: xstream 14.11.09 - 22:54

    das bierrezept kannst du aber nicht trinken

  4. Re: der unterschied zwischen bier und informationen ist

    Autor: Christoph1985 14.11.09 - 23:58

    Aber trotzdem ist der Wunsch nach kostenlosen, hochwertigen Informationen etwas, was nicht funktionieren kann.

    "Frei" bedeutet nicht zwangsläufig, dass es kostenlos sein muss, es bedeutet nur, dass ich es bekommen kann, wenn ich es will (dann muss ich eben dafür Geld ausgeben).

    Wenn man mal die Schule verlassen hat und im richtigen [tm] Leben angekommen ist, wird man schnell merken, dass man Geld braucht, um zu überleben (es sei denn, man lebt in Berlin oder gibt sich mit Hartz 4 zufrieden).

    Hochwertige Informationen herzustellen kostet Arbeit. Arbeit, für die jemand bezahlt werden muss. Wieso sollte man dieses Produkt dann verschenken? Nur weil es möglich ist, die Information kostenlos zu vervielfältigen, heißt das noch lange nicht, dass das auch sinnvoll ist.

    Hinter dem Preis für eine Information stecken ja auch weitere Kostenfaktoren:
    - Bereitstellung der Umgebung zur Präsentation der Information (Entwicklung Web-Oberfläche, Redaktionssysteme)
    - Qualitätssicherung (Lektoren)
    - andere Kosten (strategische Ausrichtung des Angebots, Entwicklung weiterer Ideen, etc.)

    Würdest du umsonst arbeiten, wenn Du Geld zum Leben bräuchtest?



    xstream schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > das bierrezept kannst du aber nicht trinken

  5. Re: der unterschied zwischen bier und informationen ist

    Autor: Siga2148907641 15.11.09 - 01:07

    Christoph1985 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hochwertige Informationen herzustellen kostet Arbeit. Arbeit, für die
    > jemand bezahlt werden muss. Wieso sollte man dieses Produkt dann
    > verschenken? Nur weil es möglich ist, die Information kostenlos zu
    > vervielfältigen, heißt das noch lange nicht, dass das auch sinnvoll ist.

    Logik-Fehler: Gegenbeispiel: Wikipedia (auch wenn man dort !!!vieles!!!) besser machen könnte.

    Und kostenlos be-inhaltet auch "werbefinanziert".
    RTL macht ultrafette Gewinne (letztens wieder aktuelle Zahlen) mit werbefinanzierten TV-Sendern (die haben auch noch kostenpflichtige Sparten-Kanäle). Also sag nicht, das es nicht geht oder Mischkalkulation (Zeitschriften kosten Redaktion+Print+Porto/Transport/Zeitschriftenladen die aus WERBUNG+AboPreis/KaufPreis) unbedingt und immer sein muss.

    Blogger verdienen auch teilweise gut. Und mehr als 2-3 Darstellungen von 1000000000 Reportern/Agentur-Copy-Paster-Redaktions-Praktikanten zu einem Sachverhalt zu bezahlen ist dumm und ineffizient. Weil es nur eine Wahrheit gibt.

    > - Bereitstellung der Umgebung zur Präsentation der Information (Entwicklung
    > Web-Oberfläche, Redaktionssysteme)
    Kostenlos. Siehe Springer ihre Web-Sachen (anderes Posting bzw. diese Site/Wiki wo man zu Sites die Software und Server-Features gelistet sieht) die alle GNU/BSD/FOSS sind.

    > - Qualitätssicherung (Lektoren)
    Ja. Klappt auch so gut. Siehe Bildblog. Komm wieder wenns die Qualität von Axel Springer Publikationen stimmt.

    > - andere Kosten (strategische Ausrichtung des Angebots, Entwicklung
    > weiterer Ideen, etc.)
    Management-Kosten sind Kosten des Kapitals und keine operativen Kosten. Komm wieder wenn es einen Arbeitsmarkt gibt, der den Namen verdient und Ron Sommer, Wiedeking, Politiker usw. nach LEISTUNG für die Aktionäre (bzw. Bürger) bezahlt werden.

    > Würdest du umsonst arbeiten, wenn Du Geld zum Leben bräuchtest?
    Machen Leute in Vereinen täglich.
    Und bei 1-Euro-Zwangsarbeit (die es natürlich nicht gibt) auch quasi.

    Boar war was einfach. Logik ist unbesiegbar.

  6. Döpfners & Murdochs Billigjournalismus ist am Ende...

    Autor: PatTheBaker 15.11.09 - 02:52

    Christoph1985 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hochwertige Informationen herzustellen kostet Arbeit.

    Und wie stellt man Informationen her bzw. wo entstehen sie, nur mal aus Interesse?

    > Arbeit, für die
    > jemand bezahlt werden muss. Wieso sollte man dieses Produkt dann
    > verschenken? Nur weil es möglich ist, die Information kostenlos zu
    > vervielfältigen, heißt das noch lange nicht, dass das auch sinnvoll ist.

    Weil die Information nicht das Produkt ist, dass noch einen Wert hat. Sondern das, was Journalisten /Verlage daraus machen!

    > Hinter dem Preis für eine Information stecken ja auch weitere
    > Kostenfaktoren:
    > - Bereitstellung der Umgebung zur Präsentation der Information (Entwicklung
    > Web-Oberfläche, Redaktionssysteme)
    > - Qualitätssicherung (Lektoren)
    > - andere Kosten (strategische Ausrichtung des Angebots, Entwicklung
    > weiterer Ideen, etc.)

    Genau das ist es doch: man zahlt i.d.R. nicht für die Information selbst, sondern für die Art und Weise, wie diese aufbereitet und angeboten wird. Und für Qualität!

    Genau deshalb rebellieren ja gerade Murdoch und hier sein Mini-Me Döpfner, die Köpfe von Konzernen, die eben nicht das große Geld mit Qualitätsjournalismus verdienen, sondern mit der schnellen Schlagzeile, der minimal aufbereiteten Pressemeldung und der trivialen Information. Sie sind eben nicht exklusiv, nicht aktueller und nicht gut aufbereitet und recherchiert.

    Daher sind die eben praktisch wertlos geworden bzw. sind auf dem Weg dahin, sie sind es nicht mehr wert auf Papier gedruckt oder verkauft zu werden.

    Die Tagesschlagzeilen, das TV-Programm, Informationen über Klatsch, Tratsch, Mode oder Kochrezepte gibt es eben werbefinanziert oder anders querfinanziert für den Kunden umsonst, weil eben die Kosten der einfachen Aufbereitung und der Verbreitung abseits des Druckwerks gering sind.

    Murdoch und wie es scheint Döpfner wollen nicht wahr haben, dass ihre Konzentration auf ihre Art Billigjournalismus und Meinungsmache langsam aufhört zu funktionieren.

    Qualitätsjournalismus kostet Geld, echte Menschen rund um die Welt bzw. als Experte für Themen in der Redaktion, qualifizierte Meinungen und hochwertige Dossiers, da haben viele Zeitungen dran gespart, dabei sind das genau die aufbereiteten, exklusiven, umfassenden und recherchierten Informationen, die sich von der billigen Massenware abheben.

    Und die haben Wert, so sehr dass es mancher Korrespondent bzw. manche Kolumne sogar zwischen zwei Buchdeckeln verpackt in die Sachbuch-Bestseller-Listen schafft.

    > Würdest du umsonst arbeiten, wenn Du Geld zum Leben bräuchtest?

    Praktisch niemand hat in unserer Gesellschaft eine Garantie, dass er/sie sein Leben lang ohne Weiterentwicklung Geld für seine Arbeit bekommt. Frag mal die Schriftsetzer, die technischen Zeichner oder welche klassische Zunft auch immer praktisch ausgestorben ist oder kurz davor steht.

    Natürlich wird es auch hier wieder die Falschen treffen, nicht Murdoch oder Döpfner, aber denen geht es eh nur um ihr eigenes Imperium, um das Halten des Status Quo und der Macht, nicht um Schriftsetzer oder ihre Pressemeldungs-Verarbeiter/Journalisten in den immer kleineren Redaktionen.

    > xstream schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > das bierrezept kannst du aber nicht trinken

    Da hinkte was... ;)

  7. Re: Döpfners & Murdochs Billigjournalismus ist am Ende...

    Autor: Siga23984724 15.11.09 - 12:28

    PatTheBaker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Genau das ist es doch: man zahlt i.d.R. nicht für die Information selbst,
    > sondern für die Art und Weise, wie diese aufbereitet und angeboten wird.
    > Und für Qualität!

    > Genau deshalb rebellieren ja gerade Murdoch und hier sein Mini-Me Döpfner,
    > die Köpfe von Konzernen, die eben nicht das große Geld mit
    > Qualitätsjournalismus verdienen, sondern mit der schnellen Schlagzeile, der
    > minimal aufbereiteten Pressemeldung und der trivialen Information. Sie sind
    > eben nicht exklusiv, nicht aktueller und nicht gut aufbereitet und
    > recherchiert.

    Denen gehört auch Wallstreet Journal allerdings hinzugekauft. Und die Sachartikel der Welt sind auch nicht anders als bei anderen seriösen Zeitungen. Politik ist überall gefärbt. Da müsste man bei ÖR mit dem Cleanup anfangen.
    Und Süddeutsche Zeitung hat wohl neulich einiges kostenpflichtig gemacht und ist bei IVW-Zahlen angestiegen. Evtl weil die Leute die Artikel schnell angucken und nicht später mal, weil sie dann "weg" sind.

    Preisdruck macht Qualitätsdruck.
    Daher haben wir minderwertige 30-Euro-DivX-Player die kein Ethernet(Samba/Youtube/IPTV/...) abspielen können. Und kein HD/h.264. Würde man Zwangspreise von mindestens 35 Euro fordern, gäbe es 5 Euro "Luft" um solche Features einzubauen, sobald es bezahlbar wird. Aber solche ideen verstehen die Bild-Leser hier im Forum nicht.
    Das man pro Milchhof eine wöchentliche/monatliche Abstimmung macht, und den Preis bezahlt, den die 80% (oder 90%) billigsten Bauern wollen, peilen die Leute auch nicht.
    Das sind dieselben, die bei der ct den Ebay-Bietagenten nicht verstanden haben was seit ca. 10 Jahren zu "Fehlartikeln" gegen Ebay führt.
    Und das die guten Artikel "zufällig" alle in der cebit-Ausgabe der ct drin sind, und die Ausgaben davor/danach dünner sind, suckt auch.

    DJV tut seine Arbeit nicht. Betriebsräte von Druckereien und Verlagne sollten den gezielten Abbau planen. EReader vernichten in 2 Jahren nach dem ersten 150-Euro-Reader die Druck-Presse-Landschaft. Zeitschriften/zeitungen quasi nur noch elektronisch.
    Der Ereader ist der PDA wo man im Bus mit anderen diskustieren und die TV-Zeitschtrift touch-mäßig zusammenklicken und am tv sehen kann, was man gucken wollte bzw. der reader einen erinnert und den tv einschaltet/fernsteuert....

    Das schöne hier ist: Itunes überteurt und kriminalisierung alternativer Vertriebe klappt hier nicht.
    Die Verlage sind praktisch bald "weg" oder dünner.
    Und Neumann/Naumann ist es egal und wir müssen die tausenden Insolvenzen bezahlen. Jeder Kreis hat eine Presse-Druckerei oder mehrere (aber dann spezialkrams wie werbung die aber auch per bluetooth verbreitet wird, weil jeder einen EReader oder sein Handy dabei hat, um den Rewe-Prospekt an der Kasse oder vorbeigehen zu downen)...

    EReader sind eine Revolution die nicht ansatzweise begriffen wird. Und was will aacs, sisvel, ... zum Blockieren machen ? Nichts.... Har har har. Jeder Autor sucht sich dann einen fairen elektronischen Buch-Vertrieb und verzichtet auf Papierbücher. Knebelverträge wie bei Musikern und Filz wie bei Filmen gibts da eher nicht. Har har har.

  8. Re: der unterschied zwischen bier und informationen ist

    Autor: fgolvb 15.11.09 - 13:00

    Naja viele Informationen werden ja schon über GEZ oder Forschungsgelder bezahlt. Warum sollte man es ein drittes Mal bezahlen. Ausserdem hat das Wirtschaftssystem das wir im Moment haben das Problem dass eben immer öfter keine wirkliche Leistung mehr hinter dem Zahlungsmittel steht sondern Informationen die eben einfach kopiert werden können und man versucht damit eben auch einmalige Leistung nicht nur einmal oder hundertmal zu verkaufen sondern Millionenmal zu verkaufen selbst wenn derjenige der die Leistung erbracht hat schon seit Jahrzehnten nicht mehr am Leben ist.

  9. Re: der unterschied zwischen bier und informationen ist

    Autor: Christoph1985 16.11.09 - 17:45

    > Logik-Fehler: Gegenbeispiel: Wikipedia (auch wenn man dort !!!vieles!!!)
    > besser machen könnte.

    Ok, Wikipedia ist ein valides Argument. Aber IMO gibt es nur eine begrenzte Anzahl davon, die auch nur existieren können, weil es eben Jobs gibt, die diese Leute am Leben erhalten (und die Leute das als Hobby sehen).

    > Und kostenlos be-inhaltet auch "werbefinanziert".
    > RTL macht ultrafette Gewinne (letztens wieder aktuelle Zahlen) mit
    > werbefinanzierten TV-Sendern (die haben auch noch kostenpflichtige
    > Sparten-Kanäle). Also sag nicht, das es nicht geht oder Mischkalkulation
    > (Zeitschriften kosten Redaktion+Print+Porto/Transport/Zeitschriftenladen
    > die aus WERBUNG+AboPreis/KaufPreis) unbedingt und immer sein muss.
    >

    RTL? Wir sprachen IMO von _hochwertiger_ Information.

    Ich verstehe unter Information nicht die belanglose Schlagzeile, die irgendwie durch Reuters durchgejagt wird, sondern die gut recherchierte Hintergrundgeschichte, die verschiedene Sichtweisen kritisch hinterfragt und das Ereignis in einem Gesamtkontext betrachtet.

    Darüber hinaus sehe ich auch wissenschaftliche Information als Information an (Zugriff auf Paper, Journals, Konferenzbände, etc.). Dahinter steckt viel Arbeit, und ich weiß nicht, wieso man das verschenken sollte.

    > Blogger verdienen auch teilweise gut. Und mehr als 2-3 Darstellungen von
    > 1000000000 Reportern/Agentur-Copy-Paster-Redaktions-Praktikanten zu einem
    > Sachverhalt zu bezahlen ist dumm und ineffizient. Weil es nur eine Wahrheit
    > gibt.

    Blogger verdienen nicht gut. Ich weiß ja nicht, wie das so bei den Journalisten aussieht, aber mit einem Uni-Abschluss landet man im Moment bei ca. 40-50k Jahresgehalt, wenn man Informatik, Mathe, Physik oder BWL studiert hat und gute Leistungen gebracht hat.
    Bei gut ausgebildeten Journalisten wird das ebenfalls so sein (wenn auch vielleicht ein paar Abstriche drin sind).

    Ich glaube nicht, dass man als Blogger auch nur annähernd auf so ein Gehalt kommt.

    > > - Bereitstellung der Umgebung zur Präsentation der Information
    > (Entwicklung
    > > Web-Oberfläche, Redaktionssysteme)
    > Kostenlos. Siehe Springer ihre Web-Sachen (anderes Posting bzw. diese
    > Site/Wiki wo man zu Sites die Software und Server-Features gelistet sieht)
    > die alle GNU/BSD/FOSS sind.

    Ja, das mag vielleicht auf die zugrunde liegende Software zutreffen. Die muss trotzdem angepasst, konfiguriert, gewartet, etc. werden. Nur weil die Werkzeuge (OpenSource-Software) kostenlos sind, muss es das Produkt (fertiges Redationssystem mit x Features) noch lange nicht sein.

    Wie viele Firmen steigen auf Linux um und unterschätzen die Beraterkosten? (und nein, ich bin MS Fanboy, ich nutze selbst Linux).

    > > - Qualitätssicherung (Lektoren)
    > Ja. Klappt auch so gut. Siehe Bildblog. Komm wieder wenns die Qualität von
    > Axel Springer Publikationen stimmt.

    Ob es konkret im Fall Springer zutrifft oder nicht, ist erstmal egal. Zur Diskussion steht die allgemeine Aussage. Deswegen ist mein Argument valide.

    > > - andere Kosten (strategische Ausrichtung des Angebots, Entwicklung
    > > weiterer Ideen, etc.)
    > Management-Kosten sind Kosten des Kapitals und keine operativen Kosten.
    > Komm wieder wenn es einen Arbeitsmarkt gibt, der den Namen verdient und Ron
    > Sommer, Wiedeking, Politiker usw. nach LEISTUNG für die Aktionäre (bzw.
    > Bürger) bezahlt werden.

    Jede Gesellschaft verdient den Staat, der sie regiert.
    Wenn die Gesellschaft mit der Leistung der genannten Herren nicht einverstanden wäre, würden sie nicht solche Gehälter beziehen. V.a. Wiedeking hat damals Porsche sehr stark geholfen.

    Es ist natürlich immer leichter, in eine Biertischdiskussion einzusteigen und die Parolen mitzubrüllen.

    Vermutlich gibt es nur wenige, die sich ernsthaft vorstellen können, wie so ein Job aussieht, wenn man sein Leben der Arbeit widmet.

    > > Würdest du umsonst arbeiten, wenn Du Geld zum Leben bräuchtest?
    > Machen Leute in Vereinen täglich.

    Ja, aber davon verdienen sie nicht ihren Lebensunterhalt. Das machen sie nach ihrer eigentlichen Arbeit.

    > Boar war was einfach. Logik ist unbesiegbar.

    Naja, wenn du meinst...

  10. Re: Döpfners & Murdochs Billigjournalismus ist am Ende...

    Autor: Christoph1985 16.11.09 - 17:49

    > > Hochwertige Informationen herzustellen kostet Arbeit.
    >
    > Und wie stellt man Informationen her bzw. wo entstehen sie, nur mal aus
    > Interesse?

    Man dokumentiert Ergebnisse der eigenen Arbeit.

    Ich fasse den Begriff "Information" weiter als die Schlagzeile, die jeder kopieren kann.
    > > Arbeit, für die
    > Daher sind die eben praktisch wertlos geworden bzw. sind auf dem Weg dahin,
    > sie sind es nicht mehr wert auf Papier gedruckt oder verkauft zu werden.
    >
    > Die Tagesschlagzeilen, das TV-Programm, Informationen über Klatsch,
    > Tratsch, Mode oder Kochrezepte gibt es eben werbefinanziert oder anders
    > querfinanziert für den Kunden umsonst, weil eben die Kosten der einfachen
    > Aufbereitung und der Verbreitung abseits des Druckwerks gering sind.


    Na, dann lass sie doch versuchen, Geld für ihre Informationen zu verlangen. Wenn es keiner zahlt, gehen sie pleite, ok, ihr Problem.

    Wenn es funktioniert, haben sich genügend Nachfrager gefunden, die scheinbar das Bedürfnis haben, sich bei BILD exklusiv [tm] zu informieren.

    > Qualitätsjournalismus kostet Geld, echte Menschen rund um die Welt bzw. als
    > Experte für Themen in der Redaktion, qualifizierte Meinungen und
    > hochwertige Dossiers, da haben viele Zeitungen dran gespart, dabei sind das
    > genau die aufbereiteten, exklusiven, umfassenden und recherchierten
    > Informationen, die sich von der billigen Massenware abheben.
    >
    > Und die haben Wert, so sehr dass es mancher Korrespondent bzw. manche
    > Kolumne sogar zwischen zwei Buchdeckeln verpackt in die
    > Sachbuch-Bestseller-Listen schafft.

    FULL ACK!

    > > Würdest du umsonst arbeiten, wenn Du Geld zum Leben bräuchtest?
    >
    > Praktisch niemand hat in unserer Gesellschaft eine Garantie, dass er/sie
    > sein Leben lang ohne Weiterentwicklung Geld für seine Arbeit bekommt. Frag
    > mal die Schriftsetzer, die technischen Zeichner oder welche klassische
    > Zunft auch immer praktisch ausgestorben ist oder kurz davor steht.

    Das stimmt, aber welchen Bezug hat diese Aussage zu meiner Frage?

  11. Re: der unterschied zwischen bier und informationen ist

    Autor: Siga43298479 16.11.09 - 18:30

    Christoph1985 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Logik-Fehler: Gegenbeispiel: Wikipedia (auch wenn man dort !!!vieles!!!)
    > > besser machen könnte.
    >
    > Ok, Wikipedia ist ein valides Argument. Aber IMO gibt es nur eine begrenzte
    > Anzahl davon, die auch nur existieren können, weil es eben Jobs gibt, die
    > diese Leute am Leben erhalten (und die Leute das als Hobby sehen).

    Freelancertipps bei Gulp im Forum oder wenn es Handwerker-Wikis gäbe, würden die Leute davon leben !und! sich kollektiv Vorteile verschaffen, indem sie Wissen !kostenlos! austauschen.

    > > Und kostenlos be-inhaltet auch "werbefinanziert".
    > > RTL macht ultrafette Gewinne (letztens wieder aktuelle Zahlen) mit
    > > werbefinanzierten TV-Sendern (die haben auch noch kostenpflichtige
    > > Sparten-Kanäle). Also sag nicht, das es nicht geht oder Mischkalkulation
    > > (Zeitschriften kosten Redaktion+Print+Porto/Transport/Zeitschriftenladen
    > > die aus WERBUNG+AboPreis/KaufPreis) unbedingt und immer sein muss.
    > >
    >
    > RTL? Wir sprachen IMO von _hochwertiger_ Information.
    Das ist mir aus Deinem Posting nicht klar geworden.
    Kennst Du das Buch mit den Zeitschriften ? 95% davon gibts nur im Abo. Das sind Hobby-Projekte.

    Wirklich von (teilweise pseudo)journalismus leben spezial-märkte wie Börsenbriefe oder halt Yellow Press und Publikums-Zeitschriften.


    > Ich verstehe unter Information nicht die belanglose Schlagzeile, die
    > irgendwie durch Reuters durchgejagt wird, sondern die gut recherchierte
    > Hintergrundgeschichte, die verschiedene Sichtweisen kritisch hinterfragt
    > und das Ereignis in einem Gesamtkontext betrachtet.

    Und damit sind 95% aller Zeitschriften am Kiosk wohl weg vom Fenster und Du musst in die Bahnhofsbuchhandlung. Und auch da ist die prozentuale Ausbeute wohl nicht besser.

    Anders formuliert: Wäre es schade, wenn Bild-Schreiber arbeitslos werden ?
    News und das ist der Hauptmarkt ist ziemlich armselig geworden.

    > Darüber hinaus sehe ich auch wissenschaftliche Information als Information
    > an (Zugriff auf Paper, Journals, Konferenzbände, etc.). Dahinter steckt
    > viel Arbeit, und ich weiß nicht, wieso man das verschenken sollte.
    Weil man seinen Doktor-Titel erhält, indem man es bei der Gemeinschaft gegen das selbst geschriebene Doktor-Buch tauscht. Oder Diplom oder Seminar usw. Wer will, kann sein Diplom zurückgeben und die Arbeit als Buch über Markt und Technik verkaufen.
    Und weil ich mit Steuern das Zeug schon mehrmals bezahlt habe.
    Die können ruhig mit Dienstleistungen Geld verdienen. Machen Profs faktisch ja auch.

    Und das die Korrektoren für Wissenschaftsmagazing keine Kohle kriegen, ist allgemein bekannt. Und in der ct gibts immer wieder Beispiele von Profs die Konkurrenten-Papers unterdrückt haben. (Fiktives Beispiel: Daniel Jackson bei SG1 dessen Theorien immer verachtet wurden.)

    > Blogger verdienen nicht gut. Ich weiß ja nicht, wie das so bei den
    > Journalisten aussieht, aber mit einem Uni-Abschluss landet man im Moment
    > bei ca. 40-50k Jahresgehalt, wenn man Informatik, Mathe, Physik oder BWL
    > studiert hat und gute Leistungen gebracht hat.
    > Bei gut ausgebildeten Journalisten wird das ebenfalls so sein (wenn auch
    > vielleicht ein paar Abstriche drin sind).

    Ich glaub, Du hast falsche Vorstellungen von der Medienbranche.
    blog.kooptech.de/2008/07/vg-wort-und-der-pixelsegen/
    www.dwdl.de/article/story_18907,00.html

    In einem wahren Arbeitsmarkt sind die Verteilungen der Gehälter klar und öffentlich und neue Studenten werden nicht aufgenommen und z.B. Opel darf nicht mehr ausbilden, bis die Arbeitsplätze stabil und Löhne gut sind.

    > Ich glaube nicht, dass man als Blogger auch nur annähernd auf so ein Gehalt
    > kommt.
    Ja. Geld ist alles. Und die Presserabatte nicht vergessen....


    > Ja, das mag vielleicht auf die zugrunde liegende Software zutreffen. Die
    > muss trotzdem angepasst, konfiguriert, gewartet, etc. werden. Nur weil die
    > Werkzeuge (OpenSource-Software) kostenlos sind, muss es das Produkt
    > (fertiges Redationssystem mit x Features) noch lange nicht sein.

    Wenn Du "kostenlos" im Internet Infos leechst, bezahlst Du immer noch für Deinen DSL-Anschluss.
    Und das IT-Projekte häufigt überteuert sind, wissen wir beide.


    > > > - Qualitätssicherung (Lektoren)
    > > Ja. Klappt auch so gut. Siehe Bildblog. Komm wieder wenns die Qualität
    > von
    > > Axel Springer Publikationen stimmt.

    > Ob es konkret im Fall Springer zutrifft oder nicht, ist erstmal egal. Zur
    > Diskussion steht die allgemeine Aussage. Deswegen ist mein Argument
    > valide.

    Bei Wissenschafts-Zeitungen ist das meist kostenlos ist die allgemeine Aussage.
    Und in der ct gibts auch oft fragwürdige Formulierungen. Und das golem-forum wird auch nicht gegengelesen. Und die ix sind auch meist fremd-autoren. Schon aus interesse oder weil man es auch sonst liest, könnte man Artikel der Kollegen gegenlesen. Aber das findet wohl kaum statt, wenn man simpelste Problemformulierungen und Tippfehler sieht.

    Du willst also für Qualität Geld haben wo keine Kontrolle stattfindet. So wie George Bush und seine Banken"aufsicht".



    > Jede Gesellschaft verdient den Staat, der sie regiert.
    > Wenn die Gesellschaft mit der Leistung der genannten Herren nicht
    > einverstanden wäre, würden sie nicht solche Gehälter beziehen. V.a.

    Wenn man Gehälter im Darkroom aushandelt wie bisher, zieht Deine Voraussetzung nicht. Ich würde das öffentlich machen so wie das Wort "MARKT" erfordert.
    Die Gehälter sind aktuell quasi geheim und nicht öffentlich.
    Von daher ist es fragwürdig, von "einverstanden" zu reden. Man ist nicht einverstanden, wenn man etwas nicht weiss.

    > Wiedeking hat damals Porsche sehr stark geholfen.
    Und dann hat er es verspekuliert.
    4 Mrd Verluste iirc war letzte Woche die Meldung.
    Kannst ja mal gegenrechnen ob das rentiert.


    > Es ist natürlich immer leichter, in eine Biertischdiskussion einzusteigen
    > und die Parolen mitzubrüllen.

    Das mache ich aber nicht. Ich hab mich über agentur-copy-paster schon vor über einem Jahr beschwert.
    ICH bin der einzige, der 70/30-Shops für Autoren/Vertrieb haben will um die Verlage auszubooten. Ich bin der einzige, der die ekelhaften Einmalzahlungen verbieten würde.
    Ich würde auch milli und vanilli geld bezahlen pro Radio-Abspielung. Momentan kriegt nur Musiker+Texter 3,50 Euro iirc und Label auch irgendwas. Milli und Vanilli nichts. "Schön". Nicht ? Einer von beiden ist tot. War drafi deutscher nicht auch mal insolvent. Und Matthias Reim (Finanzamt) oder Nino d'Angelo (Krankheit) usw. bräuchten uns bei vernünftigen Regeln nicht auf der Tasche liegen oder wären schuldenfrei.

    Was sich heute alle über roswitas kochbuch aufregen beschreibe ich seit jahren: abmahnismus.

    > Vermutlich gibt es nur wenige, die sich ernsthaft vorstellen können, wie so
    > ein Job aussieht, wenn man sein Leben der Arbeit widmet.

    Dann soll man es richtig machen. Davon sehe ich aber wenig. Du brauchst nur die Anforderungen/Statuten nehmen und findest gleich zig Fehler.
    Ein Dönerbetrieb würde für so viele Fehler dicht gemacht.

    > > > Würdest du umsonst arbeiten, wenn Du Geld zum Leben bräuchtest?
    > > Machen Leute in Vereinen täglich.
    > Ja, aber davon verdienen sie nicht ihren Lebensunterhalt. Das machen sie
    > nach ihrer eigentlichen Arbeit.

    Droschkenkutscher, Dampflokomotiv-Führer, Hausmädchen, Köchin usw. sind ausgestorbene Berufe.

    Ich wäre dafür, 2-3 Journalisten (pro Meldung) berichten gemeinsam jede Agenturmeldung und verdienen gut und der Rest arbeitet besser was anständiges. Dann reichen ein paar Journalisten.
    Wenn Wikipedia nur eine Wahrheit kennt (ich hingegen will Multiwahrheits-Wikis) kann man auch mit einem Bericht zum neuen Windows auskommen. Der ist etwas länger und die Zeitungen picken heraus, was sie nehmen wollen. Technik-Artikel gibts dann von der ct-redaktion deutschlandweit in den Zeitungen.
    Oder von den ÖR-Redaktionen aber die sind nicht technologisch genug.
    Finanzergänzungen ("cisco kauft tandberg" "cancon kauft oce" "sap meldet quartalszahlen") von handelsblatt/financial times usw. Man kann/soll ruhig auch Erklärungen wiederbenutzen und unten drunter packen. schlechter als agentur-copy-paste ist es nicht.

    Denn es gibt nur eine Wahrheit. Also brauche ich nicht hunderte Praktikanten.

    Wenn das bei den news klappt (abonnier doch news.google.de irgendein segment wie wirtschaft oder technik+wissenschaft um den gleich-marsch der presse zu beobachten) färbt es vielleicht auf die normalen Artikel ab.
    Und auch die werden oft zentral von den Zeitungen eingekauft. Nur Lokal-Berichte sind echte hausgemacht.

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      Wenn die Software für den Anwalt kurzen Prozess macht

      IT-Anwalt Christian Solmecke arbeitet an einer eigenen Jura-Software, die sogar automatisch auf Urheberrechtsabmahnungen antworten kann. Dass er sich damit seiner eigenen Arbeit beraubt, glaubt er nicht. Denn die KI des Programms braucht noch Betreuung.
      Von Maja Hoock

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