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Konventionelle Kraftwerke im Norden laufen weiter

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  1. Konventionelle Kraftwerke im Norden laufen weiter

    Autor: Workoft 01.01.18 - 15:02

    Windparks werden gedrosselt, die konventionellen Kraftwerke im Norden laufen häufig weiter. Auch zukünftige Abschaltungen von AKWs und Kohlekraftwerken betreffen vorwiegend Kraftwerke im Süden.

    Von den Kosten für die Noteingriffe könnte man übrigens die ganze Trasse als Erdkabel bauen (10 Milliarden). Da gibt's dann auch weniger Beschwerden.

    Außerdem ist Südlink ein Witz. Drei Leitungen mit jeweils 2 GW? Mickrige 6 GW für ein Land mit einem Spitzenverbrauch von 80GW? Mindestens 30 GW wird der Süden brauchen und wenn die aus Erneuerbaren kommen sollen, dann wird das vorwiegend Windstrom aus dem Norden sein. Der lässt sich zwar im Süden auch erzeugen, aber mit weniger Volllaststunden, also mehr Speicherbedarf und höhere Investitionskosten.
    Meine Prognose ist, dass Südlink schon zum Zeitpunkt der Fertigstellung nicht mehr ausreichen wird. Und dann dauert es wieder 10 Jahre bis die nächste Trasse beschlossen wird.
    Und wie wäre es eigentlich mal mit höheren Spannungen? 800 oder 1000 kV könnte einiges an Kupfer sparen gegenüber 380 KV (wenn ich mich nicht irre) und könnte später zu einem europäischen DC-Verbundnetz ausgebaut werden.
    Aber man lässt sich wahrscheinlich lieber so viele Projekte wie möglich bezahlen, da verdient man mehr dran.

    Wie wäre es mal mit regionalen Strompreisen? Das würde die Strompreise bei hohem Windstromangebot eher im Norden senken, wodurch konventionelle Kraftwerke dort abgeschaltet werden wo Überproduktion herrscht und die Stromintensive Industrie siedelt sich dort an wo es viel Strom gibt. Wie in anderen Ländern auch.

  2. Re: Konventionelle Kraftwerke im Norden laufen weiter

    Autor: EWCH 01.01.18 - 17:34

    > Wie wäre es mal mit regionalen Strompreisen? Das würde die Strompreise bei
    > hohem Windstromangebot eher im Norden senken, wodurch konventionelle
    > Kraftwerke dort abgeschaltet werden wo Überproduktion herrscht und die
    > Stromintensive Industrie siedelt sich dort an wo es viel Strom gibt.

    Ein grosses Werk umzuziehen ist ein immenser Aufwand, falls ein Unternehmen aufgrund der hohen Strompreise im Sueden dazu gezwungen wird dann wird es vermutlich gleich nach Osteuropa abwandern. Dort ist der Strom noch viel guenstiger und das Gleiche gilt fuer Steuern und Abgaben.

  3. Re: Konventionelle Kraftwerke im Norden laufen weiter

    Autor: Eheran 01.01.18 - 20:46

    >800 oder 1000 kV könnte einiges an Kupfer sparen
    Da nutzt niemand Kupfer, wäre viel zu teuer und zu schwer. Es ist ein Seil aus Aluminium mit einem Stahlseilkern.

  4. Re: Konventionelle Kraftwerke im Norden laufen weiter

    Autor: root666 01.01.18 - 21:14

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >800 oder 1000 kV könnte einiges an Kupfer sparen
    > Da nutzt niemand Kupfer, wäre viel zu teuer und zu schwer. Es ist ein Seil
    > aus Aluminium mit einem Stahlseilkern.

    Natürlich nutzt man Kupfer. Der Kupferpreis zwingt nur mittlerweile dazu auf Alu zu wechseln.

  5. Re: Konventionelle Kraftwerke im Norden laufen weiter

    Autor: freebyte 01.01.18 - 21:21

    Workoft schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Von den Kosten für die Noteingriffe könnte man übrigens die ganze Trasse
    > als Erdkabel bauen (10 Milliarden). Da gibt's dann auch weniger
    > Beschwerden.

    Die Kosten für die Noteingriffe mindern den Gewinn sofort, ein Erdkabel nur über mehrere Jahre (AfA).

    btw: Tennet hat 2014 die Baukosten für Südlink mit ca. 1-2 Milliarden EUR veranschlagt, was vergleichsweise günstig ist da man bei kleineren Projekten mit 1 Millionen EUR pro Kilometer Freileitung rechnet. Als Erdkabel wird es je nach Bodenbeschaffung und Örtlichkeit um den Faktor 4-16 teurer. Zb. kann man so ein Erdkabel nur schlecht im Granit der Rhön oder des Vogelsbergs verlegen - blöderweise liegen diese Basaltbrocken mitten auf der Strecke.

    Freileitungen haben den Vorteil, dass sie im Havariefall nur wenige Stunden bis wenige Tage ausfallen und eine Lebensdauer von mehr als 80 Jahren haben wärend Erdkabel im Ernstfall Wochen bis gar Monate weg sind und nur eine erwartete Lebensdauer von maximal 40 Jahre haben - das ist verdammt wenig in der Branche.

    > Und wie wäre es eigentlich mal mit höheren Spannungen? 800 oder 1000 kV
    > könnte einiges an Kupfer sparen gegenüber 380 KV (wenn ich mich nicht irre)

    380kV~ ist für Freilandleitungen ein brauchbarer Kompromiss. Höhere Spannungen bringen grössere Verluste durch Koronaentladungen, sie brauchen teure Mechanik an den Türmen, die Schaltanlagen sind aufwändiger als es was in der Gesamtbetrachtung bringt.

    > und könnte später zu einem europäischen DC-Verbundnetz ausgebaut werden.
    > Aber man lässt sich wahrscheinlich lieber so viele Projekte wie möglich
    > bezahlen, da verdient man mehr dran.

    Es ist eher Wahrscheinlich, dass die Physik was damit zu tun hat :-)

    "DC" (also Gleichstromverbundnetze) sind weitaus schwieriger zu Managen als "AC" (also Wechselstromverbundnetze).

    Für ein Wechselstromverbundnetz brauchst Du (vereinfacht gesagt) neben paar ausgehandelten Regeln auf Nationaler und Internationaler Ebene im Kraftwerk nur eine stabile 50Hz Referenz und der Drops ist gelutscht:

    Springt im Netz irgendein Grossverbraucher an, dann werden die Generatoren der umliegenden Kraftwere stärker belastet und drehen langsamer. Damit sinkt die Netzfrequenz unter 50Hz was in einem fein abgestuften Prozess dafür geeignete Kraftwerke (zB. Gasturbinen) veranlasst, ihre Leistung zu erhöhen um dann ggf. bei längerer Belastung leistungsfähigere Kohle und Atomkraftwerke (Stand 2018) nachzuziehen. Dann läuft das Netz eine Weile mit Überkapazität und erhöhter Netzfrequenz bis die Abweichung von 50Hz über die Zeit wieder kompensiert ist (sonst würden ja die ganzen Bahnhofsuhren irgendwann falsch gehen).

    Bei Gleichspannung fällt die Netzfrequenz als Regelvergleichsgrösse aus bzw. müsste auf einem separaten Kommunikationskanal zwischen den Umformern übertragen werden. Das ist komplexer als es scheint und es gibt da meines Wissens auch noch keine langfristig erprobten Standards.

    > Wie wäre es mal mit regionalen Strompreisen? Das würde die Strompreise bei
    > hohem Windstromangebot eher im Norden senken, wodurch konventionelle
    > Kraftwerke dort abgeschaltet werden wo Überproduktion herrscht und die
    > Stromintensive Industrie siedelt sich dort an wo es viel Strom gibt.

    Die Überproduktion im Norden durch Windkraft ist nicht permanent vorhanden, es gibt auch Flauten wo dann konventionelle Kraftwerke einspringen müssen.

    Jetzt könnte man sagen: wir bauen solange WKAs und Solarpanels in die Nordsee, bis durch die Überkapazitäten die Grundversorgung selbst bei Flaute gesichert ist.

    So über den Daumen gepeilt bedeutet es, dass wir über das Jahr gesehen Jahres 80% der Ökostrom-Anlagen abschalten müssen, der Verbraucher aber diese "nicht eingespeiste Energie" über die EEG Umlage aber trotzdem bezahlen muss.

    > Wie in anderen Ländern auch.

    Die Unternehmen gehen mit ihren stromintensiven Dingern dahin, wo es Energie im Überfluss gibt - und zwar dann, wenn die Unternehmen diese Energie brauchen.

    Und dieses "wenn wir die Energie brauchen" ist mit den WKAs der Nordsee nicht erfüllt.

    fb

  6. Re: Konventionelle Kraftwerke im Norden laufen weiter

    Autor: Eheran 01.01.18 - 21:59

    Schick bitte mal eine Refferenz zu so einer Hochspannungsleitung aus Kupfer, egal ob von jetzt oder vor 20 Jahren.

  7. Re: Konventionelle Kraftwerke im Norden laufen weiter

    Autor: freebyte 01.01.18 - 22:03

    root666 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Natürlich nutzt man Kupfer. Der Kupferpreis zwingt nur mittlerweile dazu
    > auf Alu zu wechseln.

    Leiterseile von Freileitungen bestehen aus Kupfer, Aldrey und Verbundseilen aus Stahl und Aluminium. Letztere haben wegen ihrer geringeren Dichte bei gleichem Gewicht einen größeren Querschnitt und dadurch einen höheren Leitwert als Kupferseile und werden deshalb bei Hochspannungsleitungen bevorzugt eingesetzt.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Freileitung

  8. Re: Konventionelle Kraftwerke im Norden laufen weiter

    Autor: masel99 02.01.18 - 00:09

    Bei Suedlink und SuedOstLink ist Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung geplant:

    https://www.tennet.eu/de/unser-netz/onshore-projekte-deutschland/suedlink/ueber-suedlink/hgue-technologie/

    https://www.tennet.eu/de/unser-netz/onshore-projekte-deutschland/suedostlink/



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.01.18 00:27 durch masel99.

  9. Re: Konventionelle Kraftwerke im Norden laufen weiter

    Autor: Workoft 02.01.18 - 00:12

    freebyte schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Workoft schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Von den Kosten für die Noteingriffe könnte man übrigens die ganze Trasse
    > > als Erdkabel bauen (10 Milliarden). Da gibt's dann auch weniger
    > > Beschwerden.
    >
    > Die Kosten für die Noteingriffe mindern den Gewinn sofort, ein Erdkabel nur
    > über mehrere Jahre (AfA).
    >
    > btw: Tennet hat 2014 die Baukosten für Südlink mit ca. 1-2 Milliarden EUR
    > veranschlagt, was vergleichsweise günstig ist da man bei kleineren
    > Projekten mit 1 Millionen EUR pro Kilometer Freileitung rechnet. Als
    > Erdkabel wird es je nach Bodenbeschaffung und Örtlichkeit um den Faktor
    > 4-16 teurer. Zb. kann man so ein Erdkabel nur schlecht im Granit der Rhön
    > oder des Vogelsbergs verlegen - blöderweise liegen diese Basaltbrocken
    > mitten auf der Strecke.
    Dort kann man immer noch eine Freileitung aufhängen.
    > Freileitungen haben den Vorteil, dass sie im Havariefall nur wenige Stunden
    > bis wenige Tage ausfallen und eine Lebensdauer von mehr als 80 Jahren haben
    > wärend Erdkabel im Ernstfall Wochen bis gar Monate weg sind und nur eine
    > erwartete Lebensdauer von maximal 40 Jahre haben - das ist verdammt wenig
    > in der Branche.
    Das ist mir neu. Womit hängt das zusammen?
    > > Und wie wäre es eigentlich mal mit höheren Spannungen? 800 oder 1000 kV
    > > könnte einiges an Kupfer sparen gegenüber 380 KV (wenn ich mich nicht
    > irre)
    >
    > 380kV~ ist für Freilandleitungen ein brauchbarer Kompromiss. Höhere
    > Spannungen bringen grössere Verluste durch Koronaentladungen, sie brauchen
    Koronaentladung höre ich zum ersten Mal. Hast du da ne Lektüre zu?
    > teure Mechanik an den Türmen, die Schaltanlagen sind aufwändiger als es was
    > in der Gesamtbetrachtung bringt.
    Richtig
    > > und könnte später zu einem europäischen DC-Verbundnetz ausgebaut werden.
    > > Aber man lässt sich wahrscheinlich lieber so viele Projekte wie möglich
    > > bezahlen, da verdient man mehr dran.
    >
    > Es ist eher Wahrscheinlich, dass die Physik was damit zu tun hat :-)
    Bezieht sich die Aussage zur Physik auf die Spannung oder auf Verbundnetze? Dass höhere Spannungen eine größere technische Voraussetzung bedeuten ist mit klar, in China und Indien dagegen wird kaum etwas unter 800kV gebaut, das letzte was ich gehört habe war 1,1 oder 1,2 MV mit 12 GW Leistung.
    Für die Nordsee sind 35 GW offshore vorgesehen. Jetzt stehen ca. 6 GW. Wie will man die ganze Leistung in Zukunft dort wegbekommen? Sicher nicht mit einer 2 GW Leitung.
    > "DC" (also Gleichstromverbundnetze) sind weitaus schwieriger zu Managen als
    > "AC" (also Wechselstromverbundnetze).
    >
    > Für ein Wechselstromverbundnetz brauchst Du (vereinfacht gesagt) neben paar
    > ausgehandelten Regeln auf Nationaler und Internationaler Ebene im Kraftwerk
    > nur eine stabile 50Hz Referenz und der Drops ist gelutscht:
    >
    > Springt im Netz irgendein Grossverbraucher an, dann werden die Generatoren
    > der umliegenden Kraftwere stärker belastet und drehen langsamer. Damit
    > sinkt die Netzfrequenz unter 50Hz was in einem fein abgestuften Prozess
    > dafür geeignete Kraftwerke (zB. Gasturbinen) veranlasst, ihre Leistung zu
    > erhöhen um dann ggf. bei längerer Belastung leistungsfähigere Kohle und
    > Atomkraftwerke (Stand 2018) nachzuziehen. Dann läuft das Netz eine Weile
    > mit Überkapazität und erhöhter Netzfrequenz bis die Abweichung von 50Hz
    > über die Zeit wieder kompensiert ist (sonst würden ja die ganzen
    > Bahnhofsuhren irgendwann falsch gehen).
    Ich weiß :)
    > Bei Gleichspannung fällt die Netzfrequenz als Regelvergleichsgrösse aus
    > bzw. müsste auf einem separaten Kommunikationskanal zwischen den Umformern
    > übertragen werden. Das ist komplexer als es scheint und es gibt da meines
    > Wissens auch noch keine langfristig erprobten Standards.
    Richtig. Außer ein paar Leitungen mit drei Terminals gibt's da nicht wirklich was. Das bedeutet aber nicht, dass es unmöglich ist. Es wird sogar von vielen als notwendig erachtet.
    > > Wie wäre es mal mit regionalen Strompreisen? Das würde die Strompreise
    > bei
    > > hohem Windstromangebot eher im Norden senken, wodurch konventionelle
    > > Kraftwerke dort abgeschaltet werden wo Überproduktion herrscht und die
    > > Stromintensive Industrie siedelt sich dort an wo es viel Strom gibt.
    >
    > Die Überproduktion im Norden durch Windkraft ist nicht permanent vorhanden,
    > es gibt auch Flauten wo dann konventionelle Kraftwerke einspringen müssen.
    Trotzdem wird der Strom unterm Strich billiger sein.
    > Jetzt könnte man sagen: wir bauen solange WKAs und Solarpanels in die
    > Nordsee, bis durch die Überkapazitäten die Grundversorgung selbst bei
    > Flaute gesichert ist.
    Unrealistisch, klar.
    > So über den Daumen gepeilt bedeutet es, dass wir über das Jahr gesehen
    > Jahres 80% der Ökostrom-Anlagen abschalten müssen, der Verbraucher aber
    > diese "nicht eingespeiste Energie" über die EEG Umlage aber trotzdem
    > bezahlen muss.
    Nein, mehr. Von unseren 56 GW Wind werden zeitweise <1 GW erzeugt. Klar brauchen wir Speicher.
    > > Wie in anderen Ländern auch.
    >
    > Die Unternehmen gehen mit ihren stromintensiven Dingern dahin, wo es
    > Energie im Überfluss gibt - und zwar dann, wenn die Unternehmen diese
    > Energie brauchen.
    >
    > Und dieses "wenn wir die Energie brauchen" ist mit den WKAs der Nordsee
    > nicht erfüllt.
    >
    > fb

    Auch mit Speichern muss der Strom noch transportiert werden. Es ist also immer besser wenn der Strom dort verbraucht wird wo er erzeugt wird, selbst wenn er zwischengespeichert werden muss.

  10. Re: Konventionelle Kraftwerke im Norden laufen weiter

    Autor: masel99 02.01.18 - 01:07

    freebyte schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Springt im Netz irgendein Grossverbraucher an, dann werden die Generatoren
    > der umliegenden Kraftwere stärker belastet und drehen langsamer. Damit
    > sinkt die Netzfrequenz unter 50Hz was in einem fein abgestuften Prozess
    > dafür geeignete Kraftwerke (zB. Gasturbinen) veranlasst, ihre Leistung zu
    > erhöhen um dann ggf. bei längerer Belastung leistungsfähigere Kohle und
    > Atomkraftwerke (Stand 2018) nachzuziehen. Dann läuft das Netz eine Weile
    > mit Überkapazität und erhöhter Netzfrequenz bis die Abweichung von 50Hz
    > über die Zeit wieder kompensiert ist (sonst würden ja die ganzen
    > Bahnhofsuhren irgendwann falsch gehen).

    Die Angleichung zum Zweck der Korrektur von Synchronuhren wird nur nachrangig gemacht, wenn es "größere" Abweichungen gibt 8das Stichwort dazu wäre Quartärregelung). Im mitteleuropäischen Verbundnetz ist für die Organisation dieser Korrekturen Swissgrid zuständig. Auf deren Seite kann man sich die aktuelle Abweichung anschauen:

    https://www.swissgrid.ch/content/swissgrid/de/home/experts/topics/frequency.html

    Bahnhofsuhren werden schon länger DCF77-synchronisiert.

  11. Re: Konventionelle Kraftwerke im Norden laufen weiter

    Autor: freebyte 02.01.18 - 11:42

    Workoft schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > > oder des Vogelsbergs verlegen - blöderweise liegen diese Basaltbrocken
    > > mitten auf der Strecke.
    > Dort kann man immer noch eine Freileitung aufhängen.

    Naturschutzgebiete, Biosphärenreservat usw...

    > > wärend Erdkabel im Ernstfall Wochen bis gar Monate weg sind und nur eine
    > > erwartete Lebensdauer von maximal 40 Jahre haben - das ist verdammt
    > > wenig in der Branche.

    > Das ist mir neu. Womit hängt das zusammen?

    Die Erdkabel sind recht warm, das macht trotz Ölkühlung den Kunststoff brüchig sodass die Hersteller recht vorsichtig in ihren Prognosen sind.

    > > 380kV~ ist für Freilandleitungen ein brauchbarer Kompromiss. Höhere
    > > Spannungen bringen grössere Verluste durch Koronaentladungen, sie
    > > brauchen

    > Koronaentladung höre ich zum ersten Mal. Hast du da ne Lektüre zu?

    Wikipedia zum Thema, Abschnitt "Unerwünschte Koronaentladungen". Die Verluste sind im Verhältnis zu den anderen Verlusten gering, aber halt vorhanden.

    > Dass höhere Spannungen eine größere technische Voraussetzung bedeuten ist
    > mit klar, in China und Indien dagegen wird kaum etwas unter 800kV gebaut,
    > das letzte was ich gehört habe war 1,1 oder 1,2 MV mit 12 GW Leistung.

    Die Langstreckenleitungen in China sind alles HGÜ. Xianjiaba-Shanghai zb. mit 2000km und 6,4GW, alles Technik von Siemens und ABB und 3 Jahre Bauzeit - so lange dauert es in DE bis festgestellt ist dass da auch keine Feldhamster bedroht werden.

    Die Technik ist da, scheitert aber in Deutschland am Widerstand der Bevölkerung und Landesfürsten.

    > Für die Nordsee sind 35 GW offshore vorgesehen. Jetzt stehen ca. 6 GW. Wie
    > will man die ganze Leistung in Zukunft dort wegbekommen? Sicher nicht mit
    > einer 2 GW Leitung.

    Der letzte laufende Block vom AKW Isar 2 schafft 1.4GW. Das ist zwar nichts gegen den Drei-Schluchten-Damm bzw. Itaipú mit 22GW, aber 2GW Übertragungsleistung ist in DE recht viel zumal Suedlink aus 5 Leitungen a 2GW besteht (bzw. bestehen soll).

    > Auch mit Speichern muss der Strom noch transportiert werden. Es ist also
    > immer besser wenn der Strom dort verbraucht wird wo er erzeugt wird, selbst
    > wenn er zwischengespeichert werden muss.

    Schon - aber wer kann schon was mit unregelmässig fliessendem Strom anfangen? Vielleicht sollte man wieder mit Elektrospeicheröfen anfangen (ich empfand die damals als gruselig) und Elektroautos als Puffer verwenden (Henne-Ei Problem).

    fb

  12. Re: Konventionelle Kraftwerke im Norden laufen weiter

    Autor: Workoft 02.01.18 - 22:23

    freebyte schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Workoft schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Dass höhere Spannungen eine größere technische Voraussetzung bedeuten
    > ist
    > > mit klar, in China und Indien dagegen wird kaum etwas unter 800kV
    > gebaut,
    > > das letzte was ich gehört habe war 1,1 oder 1,2 MV mit 12 GW Leistung.
    >
    > Die Langstreckenleitungen in China sind alles HGÜ. Xianjiaba-Shanghai zb.
    > mit 2000km und 6,4GW, alles Technik von Siemens und ABB und 3 Jahre Bauzeit
    > - so lange dauert es in DE bis festgestellt ist dass da auch keine
    > Feldhamster bedroht werden.
    >
    > Die Technik ist da, scheitert aber in Deutschland am Widerstand der
    > Bevölkerung und Landesfürsten.
    Ich denke nicht dass Spannungen hier der primäre Faktor sind, eher dass da überhaupt ein Kabel liegt.
    > > Für die Nordsee sind 35 GW offshore vorgesehen. Jetzt stehen ca. 6 GW.
    > Wie
    > > will man die ganze Leistung in Zukunft dort wegbekommen? Sicher nicht
    > mit
    > > einer 2 GW Leitung.
    >
    > Der letzte laufende Block vom AKW Isar 2 schafft 1.4GW. Das ist zwar nichts
    > gegen den Drei-Schluchten-Damm bzw. Itaipú mit 22GW, aber 2GW
    > Übertragungsleistung ist in DE recht viel zumal Suedlink aus 5 Leitungen a
    > 2GW besteht (bzw. bestehen soll).
    2 Leitungen sind teil einer einzigen Nord-Süd-Verbindung. Diese hat im Ruhrgebiet ein weiteres Terminal, die Abschnitte werden separat gezählt. Eine weitere Trasse wurde vorerst auf Eis gelegt, also 3 mal 2 GW. Sicher haben einzelne Kraftwerksblöcke Leistungen <2 GW, aber hier geht es nicht darum ein Kraftwerke an ein Ballungsgebiet anzubieten, sondern den Norden mit dem Süden zu verbinden.
    > > Auch mit Speichern muss der Strom noch transportiert werden. Es ist also
    > > immer besser wenn der Strom dort verbraucht wird wo er erzeugt wird,
    > selbst
    > > wenn er zwischengespeichert werden muss.
    >
    > Schon - aber wer kann schon was mit unregelmässig fliessendem Strom
    > anfangen? Vielleicht sollte man wieder mit Elektrospeicheröfen anfangen
    > (ich empfand die damals als gruselig) und Elektroautos als Puffer verwenden
    > (Henne-Ei Problem).
    >
    > fb

    Um den unregelmäßigen Strom kümmern sich die Speicher, bzw. erst einmal konventionelle Kraftwerke. Die Fabrik bekommt davon nur schwankende Preise, bzw. gar nichts (wenn sie Strom zu fixpreisen kauft) mit.

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