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Kohle als Rohstoff der Zukunft?

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  1. Kohle als Rohstoff der Zukunft?

    Autor: Lukla 11.02.19 - 13:20

    Ich habe ein sehr schlechtes Bauchgefühl wenn es um den Ausstieg aus der Kohle geht. Ich glaube in Europa macht einen großen Fehler indem man Kohleminen flutet und damit für die Zukunft unbrauchbar macht. Kohle verbrennen ist Ressourcenverschwendung aber wenn der Ausstieg dazu führt, dass man auch den Kohlebergbau stoppt, dann ist es in meinen Augen ein Fehler.

    Ganz logisch darüber nachgedacht gibt es auf der Erdoberfläche nur endlich viel Biomasse / Kohlenstoff aus dem alles Leben so wie wir es kennen besteht. Wenn wir als Spezies wachsen wollen - vielleicht über unseren Planten hinaus - dann können wir das nur, indem wir der Natur Biomasse entnehmen und für uns aufwenden. Anders wächst es sich nicht. Entweder wir töten Leben oder wir zapfen fossile Ressourcen an.

    Kohle und Rohöl sind bekanntlich Lebenwesen die im Lauf der Zeit von Sedimentschichten überlagert worden sind. Das heißt die ganze unterirdische Biomasse war mal Teil unserer Biosphäre. Pflanzen und Tiere waren größer, das Klima war wärmer und dementsprechend gab es auch mehr Wachstumspotenzial.

    Der Mensch ist das erste Lebewesen welches in der Lage ist verschollene Biomasse aus dem Untergrund wieder ans Tageslicht zu befördern. Von dem Blickwinkel aus betrachtet wirkt es falsch damit aufzuhören.

    Die Frage ist: Was macht man mit Kohle wenn man sie nicht verbrennt? Gibt es keine anderen Einsatzmöglichkeiten? Aus Rohöl macht man zB. Plastik. Ich bin mit ziemlich sicher dass man aus Kohle in Zukunft genauso Kohlefaser, Graphene und Kohlenstoffnanoröhren wird günstig produzieren können.

    Wenn das gelingt dann sieht es schlecht für alle Regionen der Welt aus, die den Kohleabbau gestoppt haben. Wir werden abhängig von Ländern wie den USA und China die länger am Ball bleiben werden. Zufall oder rechnen die High-Tech Regionen vielleicht damit?

    Was mich so stutzig macht ist dass nirgends in den Medien so richtig darüber diskutiert wird. Es heißt immer nur Kohle ist schlecht und muss weg. Als hätten alle ein CO2-Brett vorm Kopf.


    Es gibt übrigens eine große Menge an Papern die sich mit dem Thema beschäftigen. Verfasser in dem Fall sind Yingpeng Wu, Yanfeng Ma, Yan Wang und Lu Huang... Wieder Zufall? Und nein, ich habe nicht speziell nach chinesischen Papern gesucht.
    [www.researchgate.net]



    4 mal bearbeitet, zuletzt am 11.02.19 13:24 durch Lukla.

  2. Re: Kohle als Rohstoff der Zukunft?

    Autor: aPollO2k 11.02.19 - 13:27

    Achso du hast jetzt Angst wir hängen uns ab weil wir die Kohle unzugänglich machen? Ok weiß ja nicht was mit dir falsch ist. Aber damit die Kohle überhaupt abgebaut werden kann muss um den ganzen Tagebau das Grundwasser künstlich abgesenkt werden, denn natürlicherweise wäre dort eben Wasser.
    Sollen wir also jetzt die nächsten 50, 60, 70 oder 100 Jahre weiterhin das Grundwasser künstlich absenken um die Tagebauten trocken zu halten????

    Ich glaube was du schreibst ist nur einseitig durchdacht, ohne dich angreifen zu wollen. Aber vielleicht befasst du dich mal damit wie so ein Tagebau funktioniert, dann wird dir sicher einiges klar was du in einem Beitrag hinterfragt hast.

    Grüße aus Cottbus

  3. Re: Kohle als Rohstoff der Zukunft?

    Autor: Lukla 11.02.19 - 14:57

    50, 60, 70 oder 100 Jahre? Es soll gar nichts ungenutzt trocken gehalten werden sondern Unternehmen sollen heute schon investieren. Man muss hier nicht auf Zukunftstechnologie warten sondern mal sollte heute angefangen damit man zukünftig überhaupt noch mitspielen kann. Wenn die ersten Kohleprodukte in 5-10 Jahren aus Fernost zu uns schwappen ist der Zug schon lange abgefahren. Dann sieht es für Deutschland als Technologiestandort schwieriger aus als es heute schon der Fall ist. Man kann natürlich sagen "dann importieren wir eben" aber wo genau ist die Deutsche Halbleiterindustrie? Wieso gibt es keinen Siemens Prozessor? Mangelt es an importierbaren Ressourcen oder hat man einfach nie richtig damit angefangen und der Technikvorsprung den andere Länder binnen weniger Jahre aufgebaut haben ist uneinholbar? So läuft es halt, entweder man riskiert und investiert früh oder man macht gar nichts. Wer glaubt er kann wirtschaftlicher auf fremder Leute Gleise Zug fahren, als die auf ihren Eigenen der irrt.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 11.02.19 15:03 durch Lukla.

  4. Re: Kohle als Rohstoff der Zukunft?

    Autor: aPollO2k 11.02.19 - 15:03

    Lukla schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 50, 60, 70 oder 100 Jahre? Es soll gar nichts ungenutzt trocken gehalten
    > werden sondern Unternehmen sollen heute schon investieren. Man muss hier
    > nicht auf Zukunftstechnologie warten sondern mal sollte heute angefangen
    > damit man zukünftig überhaupt noch mitspielen kann. Wenn die ersten
    > Kohleprodukte in 5-10 Jahren aus Fernost zu uns schwappen ist der Zug schon
    > lange abgefahren.


    Und was produziert man mit 13.000.000 Tonnen Braunkohle pro Jahr? Nanorörchen? Ich weiß nicht ob du irgendwie die Größenverhältnisse versteht. Standest du schon mal in einem Tagebau?
    Ich bezweifle doch sehr, dass es irgendeinen Use-Case gibt indem man so einen großen Abbau von Braunkohle braucht, abgesehen von der derzeitigen Verwendung. Ist ja nicht so, dass Deutschland sich alle Kohleflöze für immer unter Schloss und siegelt legt. Aber ein paar Hundert Tonnen im Jahr für Kohlefaserkarosserien oder Nanoröhrchen und ein paar Millionen Tonnen die jedes Jahr verbrannt werden ist doch schon bisschen ein unterschied.
    Für die Verwendung die du für Kohle im Blick hast braucht man sicher keinen F60 Bagger. Da reicht warscheinlich eher was in der Dimension einer lokalen Kiesgrube aus.

  5. Re: Kohle als Rohstoff der Zukunft?

    Autor: Lukla 11.02.19 - 15:11

    Wie du richtig erkennst braucht es neue Produkte und Einsatzzwecke die es bislang nicht gibt. Wenn man die Infrastruktur schafft kommen die Produkte von selbst. Niemand baut Kohlfaser-Autos, Brücken, Häuser usw. weil der Rohstoff zu teuer und zu wenig verfügbar ist.

    Den ca. 6 Milliarden weltweit geförderten Steinkohle im Jahr stehen ca. 3 Milliarden Tonnen Eisenerz entgegen. Das nimmt sich zumindest gewichtmäßig nicht so viel wie man meint. Eisen muss energieaufwendig eingeschmolzen werden also wenn man einen Prozess entwickelt der weniger Energie kostet um Kohle in brauchbare Ressourcen zu verwandeln, dann hat man einen Markt.

    Es gibt einen unstillbaren Appetit nach günstiger Kohlefaser und Infrastruktur ist nur eine Anwendung. Diese ganzen Zukunftsvisionen mit schwebenden Städten funktionieren nicht mit Stahlbeton. Oder wie sieht es mit schwimmenden Megastädten die ihre eigenen Gesetze machen auf den Ozeanen aus? Las Floatos das Spielerparadies! Da sind der Vorstellung keine Grenzen gesetzt..

    Eigentlich müsste man heute Kohle (günstig) abbauen und bunkern wie ein Weltmeister weil es zum begehrtesten Rohstoff der nahen Zukunft mutieren wird. Die Erde ist nur ein Markt. Auf dem Mond gibt es keinen Kohlenstoff also muss man die Bausteine für das Leben erst einmal hinschaffen. Kohle ist komprimiertes Leben das darauf wartet geweckt zu werden. Was man alles aus Kohle wir produzieren können kann man heute noch gar nicht abschätzen. Prinzipiell geht alles. Kohle trägt, Kohle leitet und Kohle generiert.



    8 mal bearbeitet, zuletzt am 11.02.19 15:29 durch Lukla.

  6. Re: Kohle als Rohstoff der Zukunft?

    Autor: MadCat_me 11.02.19 - 15:31

    Ich war selbst skeptisch und wollte auch was entsprechendes schreiben, aber Kohle als günstiger Rohstoff für Carbonfasern, ist offenbar doch recht interessant. Ein paar Google-Suchen und man merkt recht schnell, dass das Hauptproblem für die hohen Preise, nicht die Verarbeitung der Fasern, sondern deren Herstellungsprozesse sind. In den USA wird offenbar nach günstigeren Methoden auf Basis von Steinkohle geforscht.

    Allerdings hat das mit Cottbus eher wenig zu tun. Das war ein Braunkohle-Revier mit Tagebau. Da wird nichts geflutet. ;)

  7. Re: Kohle als Rohstoff der Zukunft?

    Autor: Lukla 11.02.19 - 15:41

    ja so genau hab ich mich mir den einzelnen Abbaugebieten nicht beschäftigt. Ich fasse auch jede Art von Kohle zusammen. Es geht mir erstmal nur ums Prinzip. Kohle wird überall schlechtgeredet weil man es mit der Verbrennung assoziiert. Es geht aber noch so viel mehr.. Ich würde mir nur wünschen es wäre wenigstens Teil des Diskussion. Wenn Kohle in 10 Jahren schon ein Revival feiern wird, dann würde es sich sogar lohnen Kohlekraftwerke laufen zu lassen, wenn es helfen würde den (günstigen) Abbau am leben zu halten. Was mit fehlt ist die Experimentation. Mir ist kein Institut in Deutschland bekannt das aktiv daran arbeitet Kohle anderweitig brauchbar zu machen. Stattdessen feuert man das ganze Geld in erneuerbare Energien und schafft Kohle einfach ganz ab, scheinbar ohne darüber nachzudenken ob man die Kohle nicht jenseits der Kraftwerke doch noch brauchen könnte. Aber wie gesagt, das Ganze basiert auf dem was man so mit der Allgemeinheit teilt. Ob es da in irgendwelchen Hinterstuben doch diskutiert wird weiß ich nicht. ich hab zumindest außer mir noch niemanden getroffen der darüber nachgedacht hat. Entweder bin ich total auf dem Holzkohleweg, oder es ist einfach noch nicht wirklich bekannt und ich hab einen Glückstreffer.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.02.19 15:44 durch Lukla.

  8. Re: Kohle als Rohstoff der Zukunft?

    Autor: Dwalinn 11.02.19 - 15:52

    Also ich bin kein Fachmann aber soweit ich weiß wird Kohle nicht für Kohlefaser verwendet. Andere Stoffe eignen sich dafür wohl besser.

    Der Kostenfaktor ist aber auch nicht das Ausgangsmaterial (da wäre Kohle ja ein Schnäppchen) sondern eher die aufwendige und Energie intensive Herstellung, da hätte Deutschland ohnehin ein Problem.

    Klar vielleicht wird Kohle irgendwann mal wieder wertvoll aber wenn es soweit ist kann man den Abbau neu starten.... aktuell ist der Abbau auch nicht gerade lukrativ, ohne den Staat hätte man wohl schon lange auf Import gesetzt.

  9. Re: Kohle als Rohstoff der Zukunft?

    Autor: Lukla 11.02.19 - 16:28

    Problematisch wird es wenn die heutigen Abbaugebiete dann unter Naturschutz stehen usw. Wenn man das einfach so neustarten könnte hätte ich keine Bedenken, aber da kenne ich Deutschland zu lange zu. Einmal weg, immer weg. Dessen muss man sich im Klaren sein.

  10. Re: Kohle als Rohstoff der Zukunft?

    Autor: Eheran 12.02.19 - 10:54

    Vielleich noch kurz am Rande:
    Aus Kohle kann man quasi alles herstellen, was man auch aus Öl herstellt, muss dafür aber etwas mehr Aufwand betreiben (=höhere Kosten und daher aktuell unwirtschaftlich).
    Kohleverflüssigung
    Fischer-Tropsch-Synthese
    Deutsches synthetisches Benzin im 2. WK

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