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Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

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  1. Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: /mecki78 30.11.17 - 17:58

    Die meisten sind schon im zweiten Semester weg? Oh Mann, das hätte ich auch tun sollen, aber ich hatte immer die Hoffnung, das wird bestimmt noch besser, und so bin ich geblieben und geblieben, aber besser wurde das nicht.

    Informatik heißt auf Englisch "Computer Science" und ich finde das trifft es auch recht gut, es ist Computerwissenschaft. Die Betonung liegt auf Wissenschaft. Nicht falsch verstehen, Wissenschaftler sind wichtig, aber etwas das man nur in begrenzter Anzahl braucht, da die Hauptaufgabe von Wissenschaftler das Schaffen von Wissen ist (nein, daher leitet sich der Begriff nicht ab, Wissenschaft meint die Gesamtheit des Wissens), sprich, Forschung, dicht gefolgt von der Lehrer (also der Weitergabe von Wissen an die nächste Generation Wissenschaftler). Natürlich ist das beides auch sehr wichtig, aber 90% dessen, was Menschen heute tun, die in IT Betrieben arbeiten und durch oder mit IT ihren Lebensunterhalt erwirtschaften und dabei helfen, dass diese Betriebe durch IT Produkte oder Dienstleistungen Umsatz erwirtschaften, 90% davon hat nichts, aber auch so absolut rein gar nichts mit dem zu tun, was man so gemeinhin unter Informatik versteht.

    Abiturienten studieren Informatik, weil sie in der IT Branche arbeiten wollen und denken, dafür muss man Informatik studiert haben. Warum denken sie das? Weil diverse IT Firmen in ihren Stellenausschreibungen nach Informatikern suchen, weil sie denken, um diese Stelle ausfüllen zu können, muss man Informatik studiert haben. Faktisch zeigen damit beide aber nur, dass sie gar nicht wissen was Informatik bedeutet. Ist so ein bisschen wie wenn du eigentlich eine Stelle für einen Elektriker hast und in den Stellenbeschreibung schreibst, du suchst einen Diplom Physiker, woraufhin alle Schulabsolventen mit Berufswunsch Elektriker jetzt anfangen Physik zu studieren.

    Die Frage, die dann immer kommt ist: Gut, mag ja sein, das Informatik hier etwas über das Ziel hinaus schießt, aber was sonst sollte denn ein Bewerber für diese Stelle studiert haben? Und die Antwort ist so überraschend, wie einfach: Gar nichts!

    Man muss rein überhaupt nichts studiert haben für 90% aller IT Stellen. Man muss ja für 90% aller anderen Jobs da draußen auch nichts studiert haben. Man muss nicht studieren um Einzelhandelskaufmann, Schreiner, KFZ Mechaniker, Landschaftsgärtner, Busfahrer, Koch, Energieberater, Schweißer, etc. zu werden. Und genauso wenig muss man studieren um Programmierer, Systemadministrator, Datenbankadministrator, Netzwerkadministrator, Webmaster, IT Sicherheitsberater, App Entwickler, IT Supportler, usw. zu werden. Nein, muss man nicht. Diese Berufe sind auch Handwerksberufe. Nicht so sehr körperlich, aber doch Handwerk und nicht Wissenschaft. Und nein, man braucht auch kein Abitur dazu.

    Noch schlimmer ist die Tatsache, dass Informatik studiert zu haben oft gar nicht über die Eignung eines Bewerbers aussagt. Da werden gerne Informatiker für Programmiererstellen gesucht. Nun, ich habe Informatik studiert, und ich kann euch sagen, da waren Leute dabei, die konnten keine 5 Zeilen fehlerfreien Programmcode schreiben, egal in welcher Sprache. Das, was ich im Studium an Programmierkenntnissen erworben haben, das ist weit unter dem Niveau eines jeden "Programmierer für Dummies" Buch, damit kannst du gar nichts programmieren in der realen Welt. Diese Leute haben bestenfalls gelernt, wie bestimmte Programmierkonzepte funktionieren (wie funktionieren endliche Automaten, wie zerlegt man ein Problem in Objekte, etc.), aber das ist eben das was ein Softwarearchitekt macht: Wie ein normaler Architekt erstellt er einen Plan, wie etwas zu bauen ist, nur irgendwer muss es dann halt noch bauen, weil sonst ist das nichts außer ein Plan. In einen Plan kann man nicht einziehen. Und die Arbeit, die insgesamt aufgebracht werden muss um etwas zu bauen, das ist ca. um den Faktor 100 bis 1000-fach mehr Arbeit als es war das ganze zu planen. Und die muss irgendwer ausführen, denn einen Plan kann man nur selten verkaufen in der IT Welt.

    Überall heißt es immer, uns mangelt es an Informatikern, aber das stimmt nicht. Wir haben viel mehr Informatiker als wir brauchen, es mangelt uns an IT-Handwerkern, die das umsetzen, was IT Wissenschaftler erforscht haben und somit vermarktbare Produkte schaffen, die man verkaufen und damit den Wirtschaftskreislauf am Leben erhalten kann. Da nur sehr wenige IT Firmen auch Forschung betreiben (neue Algorithmen entwickeln, neue Technologien erschaffen, etc) sondern die meisten nur auf bereits bekannten aufbauen, gibt es gar keine Grund für derart viele Informatiker.

    Was uns fehlt sind vernünftige Ausbildungen für IT Handwerksberufe, denn was Fachinformatiker lernen, das ist dann auch eher ein Witz, zumindest was die Berufsschule angeht. Viel zu oberflächlich, viel zu praxisfern. Ich weiß das aus erster Hand, da ich tatsächlich auf beides zurück blicken kann, auf ein Universitätsstudium und auf eine Ausbildung und beide sind IMHO für die heutige IT Arbeitswelt komplett ungeeignet. Gut, bei der Ausbildung kann es der Betrieb wieder raus reißen, weil dort lernt man ja auch was und das ist natürlich sehr praxisorientiert, aber darauf darf man sich nicht verlassen, denn es gibt solche Betriebe und solche Betriebe, das ist ein bisschen Glücksspiel, je nachdem wo man hingekommen ist, was die machen und was die einem während der Ausbildung zutrauen und so beibringen.

    /Mecki

  2. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: Sinnfrei 30.11.17 - 18:05

    Dem kann ich zu 100% zustimmen.

    __________________
    ...

  3. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: blubby666 30.11.17 - 18:17

    Abstrakt gesehen hast du vollkommen recht, es gibt zu viele Firmen die studierte Informatiker suchen und zu viele Informatik Studenten. Aber die zahl 90% für die keine studierten Informatiker gebraucht werden ist bei den Haaren herbeigezogen. Es gibt mehr Berufe als du denkst.

    Man muss hier aber zwischen Uni-Studium und Hochschulstudium unterscheiden. Die Universität bildet eigentlich Wissenschaftler aus. Die Hochschule bildet hingegen wissenschaftlich geprägte und praxisorientierte Informatiker aus. Das heißt nicht so theoretisch aber trotzdem viele weiterführende theoretische Themen als in einer Ausbildung. Für Softwareentwickler (also nicht Programmierer) gibt es genug Jobs die besetzt werden müssen. Leider werden aber auch viel zu häufig Jobs für Programmierer mit Softwareentwicklern besetzt.

  4. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: jayjay 30.11.17 - 18:19

    Den Beruf als IT-Handwerker gibt es bereits, wird nur fast nirgens angeboten.

  5. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: Thunderbird1400 30.11.17 - 18:22

    Sicherlich hast du Recht und das Studium (bzw. das im Studium erlernte Wissen) ist für den Job meist nicht erforderlich.
    Das trifft aber auf die meisten Studienfächer zu. Ich selbst habe Maschinenbau studiert und davon brauche ich in meinem Job vielleicht 1%. Man lernt von allem ein bisschen aber nichts wirklich tief im Detail. Und später in der Firma macht man dann irgendwas, was so speziell ist, dass man das in keinem Studium lernt.

    Also ich sehe das Studium eher als einen Nachweis, dass man in der Lage ist, komplexe Probleme und Aufgabenstellungen zu lösen. Man hat sich durch das Bestehen des Studiums bewiesen.
    Und ich kann es absolut verstehen, wenn eine Firma einen Software-Entwickler haben will, der studiert hat. Auch wenn der Stoff des Studiums nicht unbedingt relevant für den Job ist.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 30.11.17 18:24 durch Thunderbird1400.

  6. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: bjs 30.11.17 - 18:24

    auch von mir bekommst du 100%ig zustimmung, obwohl ich der meinung bin, dass informatik schon ganz gut als name passt, da ich das computer in computer science zu nahe am it-bereich sehe. ich sehe informatik als die wissenschaft der informationsverwaltung - losgelöst vom computer als werkzeug.

    sonst beim rest kann ich dir nur extrem zustimmen. dir ursachen liegen in vielen bereichen. zum einen in einer fehlenden tertieren nicht-wissenschaftlichen ausbildung und zum anderen im glauben vielen firmen, sie würden sich durch studierte von der konkurrenz abheben. firmen gehen gerne mit den akademischen titel bei kunden hausieren.

    (ich habe auch informatik studiert...)

  7. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: moppi 30.11.17 - 18:25

    die andere seite ist, für so einen IT-Fuzzi
    der das gelernt hat wird leider am liebsten noch weniger gezahlt als für eine putzkraft.
    und dann sollte er am besten schon von vornherrein alles können weil ausbildung kostet geld.

    also MS und Linux Zertifiziert
    Cisco sollte er auch können
    und nebenbei noch 5 hoch- sprachen können. damit er noch schnell ein paar firmen anwendungen schreiben kann.

    das ist leider die andere seite :\ deutschland will kein geld ausgeben. also so billig wie möglich. vorallem bei IT

    http://www.mulank10.de/wp-content/uploads/2014/05/klein.gif

  8. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: blubby666 30.11.17 - 18:31

    Dementsprechend ist dann auch die Qualität der Projekte....

  9. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: Thunderbird1400 30.11.17 - 18:37

    bjs schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ...und zum anderen im glauben vielen
    > firmen, sie würden sich durch studierte von der konkurrenz abheben. firmen
    > gehen gerne mit den akademischen titel bei kunden hausieren.

    Naja... ich würde eher sagen, die Firmen wollen Leute, die richtig was auf dem Kasten haben. Also nicht nur in Sachen Wissen, sondern vor allem auch in Sachen Motivation, Eigenantrieb, Umsetzungsstärke, Durchhaltevermögen usw. usw. Und solche Leute, die in deinem Unternehmen richtig was reißen, so richtige Macher, die HABEN eben auch ein Studium. Weil solche Leute i.d.R. auch den Biss und den Anspruch an sich selbst haben, ein Studium in der Tasche zu haben. Und für die Erreichung dieses Ziels oft auch bereit waren, auf andere Dinge zu verzichten (i.d.R. Geld).
    Daher kann ich es wie gesagt absolut nachvollziehen, wenn Firmen für bestimmte Positionen ein Studium voraussetzen, auch wenn der eigentliche Stoff des Studiums für den Job garnicht nötig wäre (was meistens der Fall ist.

    AABER: Ganz so schwarzweiß darf man es natürlich auch nicht sehen. Denn eine Voraussetzung in eine Stellenausschreibung zu setzen ist das Eine.... wer sich darauf bewirbt und hinterher wirklich eingeladen wird das Andere. Wenn jemand wirklich durch Erfahrungen glänzen kann und sich anderweitig bewiesen hat als durch ein Studium, dann bin ich mir sicher, dass man in einer vernünftigen Firma den Job auch ohne Studium bekommt.
    Also bei uns ist es so. Klar steht abgeschlossenes Studium in der Stellenbeschreibung. Aber wenn jemand echt überzeugen könnte und so richtig Drive hätte, dann würde er die Stelle auch ohne Studium bekommen. Aber wie oben gesagt, solche Leute haben meistens sowieso ein Studium in der Tasche.

  10. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: nille02 30.11.17 - 18:37

    moppi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > das ist leider die andere seite :\ deutschland will kein geld ausgeben.
    > also so billig wie möglich. vorallem bei IT

    Wobei das zum Glück langsam Aufbricht. Ich kenne eine Firma die inzwischen Ausbildet und Weiterbildet, dafür verlangen sie aber längere Verträge. Wenn du eine Weiterbildung machen willst, musst du dich an die Firma für einige Jahre Binden oder bekommst eine Rechnung.

    Der Chef hat das aus dem Pflegesektor kopiert, dort wird das seit einigen Jahren schon ähnlich gehandhabt.

  11. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: bjs 30.11.17 - 18:48

    mag schon stimmen, dass manche glauben, wer ein studium abgeschlossen hätte, hätte solche persönlichkeitsmerkmale. das muss aber nicht stimmen. genauso wie es nicht stimmen muss, dass jemand ohne studium (oder mit abgebrochenem) eben jene merkmale nicht hat.

    ich denke eben, dass sehr viele firmen nur den titel wollen. firmen, die nicht nur den titel wollen, suchen dafür dann genies für echte forschung z.b. zu KIs gerade aktuell. nur ist der "markt" an KI forschern halt doch sehr überschaubar. ich bin es leider nicht, auch wenn ich es mir immer gewünscht hätte (nicht unbedingt zum thema KI. eher allgemein wissenschaft), weshalb ich im it bereich auch nicht mehr tätig bin.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.11.17 18:48 durch bjs.

  12. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: FreierLukas 30.11.17 - 19:12

    Dein Fehler: Kein Studium gleicht dem anderen. Es gibt Leute bei denen heißt Studieren sie bestehen alle Prüfungen, machen ihren Bachelor und ggf. Masterabschluss und sind fertig. Wer so studiert kann es direkt sein lassen und meiner Meinung nach tuen das immer mehr weil sie niemand aufklärt und weil es überall heißt man muss sein Studium in der Regelstudienzeit absolvieren. Alles Unsinn.

    Studieren heißt vor allem das was man außerhalb der Pflichtprograms tut. Setzt man sich also in die Biliothek und studiert man Bücher weil es einen interessiert und nicht weil man es für irgendein Modul braucht? Das Pflichtprogramm ist lediglich ein "Enabler" all die vielen Bücher zu verstehen. Man sollte in erster Linie aus Interesse am Thema studieren und nicht weil man an irgendeiner Stelle interessiert ist.

    Ein Studium ist keine Berufsausbildung. Das sollte überall in ganz großen Buchstaben geschrieben stehen. Dass informatik nicht zeitgemäß ist ist auch Unsinn. Wie gesagt, das Studium ist das was du daraus machst.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 30.11.17 19:14 durch FreierLukas.

  13. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: supersam87 30.11.17 - 19:17

    FreierLukas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dein Fehler: Kein Studium gleicht dem anderen. Es gibt Leute bei denen
    > heißt Studieren sie bestehen alle Prüfungen, machen ihren Bachelor und ggf.
    > Masterabschluss und sind fertig. Wer so studiert kann es direkt sein lassen
    > und meiner Meinung nach tuen das immer mehr weil sie niemand aufklärt und
    > weil es überall heißt man muss sein Studium in der Regelstudienzeit
    > absolvieren. Alles Unsinn.
    >
    > Studieren heißt vor allem das was man außerhalb der Pflichtprograms tut.
    > Setzt man sich also in die Biliothek und studiert man Bücher weil es einen
    > interessiert und nicht weil man es für irgendein Modul braucht? Das
    > Pflichtprogramm ist lediglich ein "Enabler" all die vielen Bücher zu
    > verstehen. Man sollte in erster Linie aus Interesse am Thema studieren und
    > nicht weil man an irgendeiner Stelle interessiert ist.
    >
    > Ein Studium ist keine Berufsausbildung. Das sollte überall in ganz großen
    > Buchstaben geschrieben stehen. Dass informatik nicht zeitgemäß ist ist auch
    > Unsinn. Wie gesagt, das Studium ist das was du daraus machst.

    Endlich ist mal einer meiner Meinung! Kann ich so unterschreiben. Die meisten glauben tatsächlich noch immer, dass Sie durch irgendeinen Studienabschluss einen besonderen Wert hätten - dadurch das mittlerweile so gut wie jeder einen Bachelor oder Master hat, zählt eigentlich nur noch was man selber hochzieht nebenbei und das Studium selbst dient dann tatsächlich nur noch als Enabler!

    http://www.boersenverlag-saschamiddeke.de/

  14. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: NoGoodNicks 30.11.17 - 20:14

    Geil. Im Golem-Forum treffen sich also Fachinformatiker, BA-Informatiker und stolze vollbeschäftigte Studienabbrecher.

    Naja, es mag schon sein, dass man das meiste aus dem Studium in der eigentlichen Anwendung in der Industrie nicht mehr braucht, vor allem wenn man in der Karriereleiter nie über Code-Monkey herauskommt (und einen Senior-Titel von einer Firma, die einem das automatisch nach wenigen Jahren verleiht zähle ich auch dazu).

    Aber ein Studium trainiert methodisches Denken und parkt diverse Dinge ins Langzeitgedächtnis. Und a) diese Dinge braucht man im allgemeinen, um besseren Code zu produzieren, und b) das Wissen braucht man spätestens dann, wenn man in die Rolle des Architekten schlüpft oder technischer Projektleiter wird bzw. einen solchen "betreuen" darf.

    Diese Tatsachen wollen die Dünnbrettbohrer aber nicht wahrhaben - ist ja klar, kratzt zu viel am eigenen Ego. Und so produzieren sie tagtäglich fleißig ganz viel Kot (aka Code, der, bei Licht betrachtet, eigentlich nach /dev/null gehört). Und dann wundern sich die Manager, wieso die Bug-Statistik wächst und keiner sich zuständig fühlt. Und wenn man es zu doll treibt und die technischen Schulden nicht ordentlich verwaltet und beseitigt, dann kann es langfristig auch mittelgroße Firmen dahin raffen.

  15. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: tomm77 30.11.17 - 20:23

    Ich sehe das ähnlich. Das Studium dient erstmal dazu, dass man sich abmüht und die Thematik in der Breite erfaßt und dranbleibt. Mit einem Bachelor von einer Uni (war selbst auf einer "Elite"-Uni) kann man sicher nicht programmieren, falls man nicht selbst nebenbei tätig ist. Klar ist es schwierig neben der Theorie noch praktisch was zu machen, doch ich müsste mein Studium selbst finanzieren also suchte ich mir kleine Jobs, wo ich nicht als Kelner tätig war, sondern schon in der IT was machen konnte. Für manche Aufträge mußte ich schon mal ein Semester auch aussetzen aber mit der Zeit wurde ich besser und schneller und konnte Uni und Jobs besser vereinbaren. HIWI Job als Softwareentwickler für ein Institut an der Uni, eigene Firma mit überschaubaren Auftägen und Aushilfskraft im Rechenzentrum- quasi 12h am Tag plus Wochenende im Thema.
    Der Abschluß hat mir nur letztendlich die Tür für Jobs eröffnet, die ich sonst nicht bekommen hätte.

  16. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: flow77 30.11.17 - 20:30

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die meisten sind schon im zweiten Semester weg? Oh Mann, das hätte ich auch
    > tun sollen, aber ich hatte immer die Hoffnung, das wird bestimmt noch
    > besser, und so bin ich geblieben und geblieben, aber besser wurde das
    > nicht.
    >
    > Informatik heißt auf Englisch "Computer Science" und ich finde das trifft
    > es auch recht gut, es ist Computerwissenschaft(...).

    Danke für die passenden Worte. Ich stimme dir da voll zu.

    Vor allem das mit der Fachinformatiker-Lehre ist ein ziemlicher Witz - ich habe selbst mich damals dazu entschlossen so eine Lehre zu machen, damit ich etwas "vorweisen" kann. Das Studium kam für mich nicht in Frage, da ich keine Lust auf das Studieren an sich hatte.

    Nach 20 Jahren Berufserfahrung kann ich dazu sagen, es liegt nicht am Studieren oder an der Ausbildung ob man beruflich erfolgreich wird. Es liegt allein daran ob der Beruf zu einem passt, ob man wirklich ein Talent dafür besitzt und ob man sich zu einer Persönlichkeit entwickelt die Glaubwürdig ist.

    Ich hätte mir damals dazu vor allem etwas zwischen Studium und Ausbildung gewünscht - etwas wo die IT wirklich im Fokus steht und etwas was nicht irrsinnig lange dauert bis man es abgeschlossen hat, sofern man nebenbei noch arbeitet.
    Und für allem etwas was man wirklich vorzeigen kann ohne dass es peinlich wird, so wie "Fachinformatiker Anwendungsentwicklung" - was für ein Scheiß. Auch so Dinge wie Personalverwantwortung, Projektmanagement etc. wären ganz hilfreich gewesen.

    Wie ich das aktuell sehe hat sich hier in den letzten 20 Jahren nichts geändert.
    Man kann nur froh darüber sein dass es doch ein paar Firmen in Deutschland gibt bei denen man nicht abgewiesen wird wenn man mit einem gewissen Stolz, ohne Studium, aber mit realistischen Gehaltsvorstellungen vorspricht - der "Fachkräftemangel" lässt grüßen.

  17. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: NoGoodNicks 30.11.17 - 20:44

    Tja, so wie du klingst, arbeitest du in einem Konzern. In Konzernstrukturen mutieren Ingenieure zu Politikern. Da zählen dann die "ausgestrahlte Glaubwürdigkeit" und Überzeugungsfähigkeit oft mehr als das eigene handwerkliche Können und Pragmatismus bzw. Augenmaß.

    Ob das jetzt gut oder schlecht ist, kommt auf die Branche an. Da, wo ich zur Zeit arbeite, ist es zum heulen. Viele Köche, viele Visionäre, aber wenig Plan und wenig Ahnung vom Fach. Am Ende purzeln dann Powerpoint-Architekturen dabei heraus, wo man als Informatiker und praktizierender Code-Entwickler nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen kann.

    Aber alle halten sich für die Größten.

  18. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: bjs 30.11.17 - 21:59

    da du dich anscheinend auf dem gebiet auskennst, würde ich gern mal wissen, was für dich dann die arbeit eines architekten und eines technischen projektleiters ist. definier es mal bitte und gieb mal bitte ein beispiel. und grenze es mal zum von dir als offensichtlich niedrigerem code monkey ab. also mal bitte ganz konkret.

  19. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: Hallonator 30.11.17 - 22:15

    NoGoodNicks schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber alle halten sich für die Größten.

    Da gehen die Informatiker zur Arbeit und sehen im Management nur Leute, die sich für die größten halten... und merken nicht mal, dass sie selbst nicht anders sind



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 30.11.17 22:22 durch Hallonator.

  20. Re: Informatik ist nicht mehr zeitgemäß!

    Autor: ryazor 30.11.17 - 22:26

    Ich habe ähnliches erlebt: Ausbildung FIAE, Bachelor an der FH, jetzt kurz vorm Master an der Uni. Und ich kann sagen: Du hast vollkommen recht! Das, womit man als Softwareentwickler sein Geld verdient, kann man sich autodidaktisch selbst beibringen (wenn man ernsthaft Interesse hat).

    Und kommt mir bitte keiner mit: "Denen fehlen die Grundlagen" "Die können doch keine Architekturen bauen" blablabla... Alles so oft gehört. Fakt ist: Studium ist wirklich sehr interessant, ja. Man lernt sehr viel - auf akademischer Basis. Den Beruf lernt man aber in der Praxis - im Beruf.

    Wurde mir allerdings auch schon während der Ausbildung klar. Der entscheidende Punkt ist: Vernünftiges Einkommen für Familie und Co. bekommst du auch als ITler nur mit dem Papier aus der Hochschule. Egal, wie gut/produktiv du faktisch für den Betrieb bist. Hast du kein akademischen Abschluss, kriegst du weniger Geld. Punkt.

    Ist leider meine schmerzliche Erfahrung.

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