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Ein Generalist durch und durch

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  1. Ein Generalist durch und durch

    Autor: Alfrett 31.07.20 - 09:57

    Bravo! Eine sehr schöne Story, passend zum Datum. Solche "aten Hasen" hat man heute leider viel zu wenig, was da an Expertise verschmäht, verworfen, oder einfach nur ignoriert wurde in den letzten Jahrzenten.
    Heute holt man sich erst mal Berater ins Haus, die weder von der Sache noch von den Abläufen eine Ahnung haben und dann soll man es mit Pfennigbeträgen umsetzen, insofern hat der Interviewte auf jeden Fall recht mit nach wie vor viel zu knappen Budgets, wo wir doch schon Digitalisierung 5.0 haben (wollen).

  2. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: garthako 31.07.20 - 10:02

    Wenn ihr euch Berater ins Haus holt, die von der Sache keine Ahnung haben, dann habt ihr bei der Auswahl versagt. Wenn euch das öfters passiert, dann liegt das Kompetenzproblem ebenfalls ganz woanders

  3. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: Alfrett 31.07.20 - 10:09

    Nein, das war glücklicherweise nur beim vorherigen Arbeitgeber so und es war die Geschäftsführung,die statt auf die EDV zu hören, erst mal Geld für Unsinn verpulvern wollte, um knapp 2 Jahre später dann doch das zu tun, was einst die EDV-Abteilung vorgeschlagen hatte. Und mit ähnlichen Geschichten in anderer Ausschmückung schaukelte sich das so etwas hoch ... bis ich mich dann nach etwas anderem umgesehen habe :c)

  4. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: miguele 31.07.20 - 10:18

    Alfrett schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nein, das war glücklicherweise nur beim vorherigen Arbeitgeber so und es
    > war die Geschäftsführung,die statt auf die EDV zu hören, erst mal Geld für
    > Unsinn verpulvern wollte, um knapp 2 Jahre später dann doch das zu tun, was
    > einst die EDV-Abteilung vorgeschlagen hatte. Und mit ähnlichen Geschichten
    > in anderer Ausschmückung schaukelte sich das so etwas hoch ... bis ich mich
    > dann nach etwas anderem umgesehen habe :c)


    So ist das hier auch.
    Geschäftsführung hört nicht auf die IT. Holt Berater (ohne das mit der IT abzusprechen), meckert über die, lässt alles erstmal liegen und macht dann eingie Monate später das, was die IT schon vorgeschlagen hatte ...
    Das kommt leider davon, wenn oben jemand sitzt, der sich für Allwissend hält.

  5. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: mnementh 31.07.20 - 14:12

    miguele schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Alfrett schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Nein, das war glücklicherweise nur beim vorherigen Arbeitgeber so und es
    > > war die Geschäftsführung,die statt auf die EDV zu hören, erst mal Geld
    > für
    > > Unsinn verpulvern wollte, um knapp 2 Jahre später dann doch das zu tun,
    > was
    > > einst die EDV-Abteilung vorgeschlagen hatte. Und mit ähnlichen
    > Geschichten
    > > in anderer Ausschmückung schaukelte sich das so etwas hoch ... bis ich
    > mich
    > > dann nach etwas anderem umgesehen habe :c)
    >
    > So ist das hier auch.
    > Geschäftsführung hört nicht auf die IT. Holt Berater (ohne das mit der IT
    > abzusprechen), meckert über die, lässt alles erstmal liegen und macht dann
    > eingie Monate später das, was die IT schon vorgeschlagen hatte ...
    > Das kommt leider davon, wenn oben jemand sitzt, der sich für Allwissend
    > hält.
    Es geht nicht um allwissend, sondern Manager wollen oft das Gefühl haben, dass ohne sie nichts geht. Deshalb wollen sie nicht einfach umsetzen was die IT sagt, denn dann ist man ja nur Dokumentunterzeichner, sondern irgendwie was eigenes einbringen.

  6. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: McWiesel 31.07.20 - 16:34

    Alfrett schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bravo! Eine sehr schöne Story, passend zum Datum. Solche "aten Hasen" hat
    > man heute leider viel zu wenig, was da an Expertise verschmäht, verworfen,
    > oder einfach nur ignoriert wurde in den letzten Jahrzenten.

    Ganz ehrlich, wenn ich solche Gespräche von alten Hasen hören, dann merk ich relativ oft, wie immer noch in alten Strukturen gedacht wird. Die wenigsten schaffen es ihre IT-Sicht mit der Welt weiterzuentwickeln. Von irgendwelchen Mainframe-Strukturen oder Bandlaufwerken will ich heutzutage einfach nichts mehr hören! Doch da schwelgen sie in Erinnerungen wie es denn mit Lochkarten war... *gähn* ... aber mal drüber nachdenken, wie sinnvoll es ist heutzutage Mitarbeitern immer noch den privaten Internetzugang in der Firma zu sperren, daran wird nicht gedacht.

    Da ist mir ein gut ausgebildeter junger IT-Admin, der weiß was er tut, wesentlich lieber als ein "alter Hase", der das nie richtig mal gelernt, sondern alles nur sich selbst beigebracht (und damit oft zusammengebastelt) hat.

    Gerade in der IT gibt es nunmal harte Brüche, sodass die gesamte Erfahrung aus 15 Jahren von heute auf Morgen nunmal absolut wertlos ist. Heute muss man nicht mehr wissen, was der "High Memory" ist und wie man ein IRQ-Konflikt löst. Das ist kein Handwerksberuf, der tatsächlich aus jahrelanger Erfahrug schöpfen kann, weil die meisten Dinge gleich bleiben. Es geht viel mehr darum möglichst schnell aktuelle Themen zu verinnerlichen.

    > Heute holt man sich erst mal Berater ins Haus, die weder von der Sache noch
    > von den Abläufen eine Ahnung haben und dann soll man es mit Pfennigbeträgen
    > umsetzen, insofern hat der Interviewte auf jeden Fall recht mit nach wie
    > vor viel zu knappen Budgets, wo wir doch schon Digitalisierung 5.0 haben
    > (wollen).

    Die Berater können sich halt teilweise gut verkaufen. Das fällt vielen IT-Admins enorm schwer Sachverhalte einfach und verständlich präzise auch Unbedarften zu erklären und bisschen interessant rüberzubringen. Nach 3 Sätzen philosophieren sie in ihrem Fachchinesisch, was das Management nicht interessiert. Das ist ein Fehler, den ich schon oft beobachtet hab und manche Berater nunmal gleich beim ersten Meeting besser machen (denn die haben das "Verkaufs-Gen").



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 31.07.20 16:36 durch McWiesel.

  7. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: AnAmigian 31.07.20 - 18:12

    "gut ausgebildeter junger IT-Admin"
    Das ist ein Oxymoron. ;-)
    "Die Berater können sich halt teilweise gut verkaufen. "
    Jo, das gefällt einem Mänäger. Nur bringt Schwaffeln kein effizient und gut funktionierendes System zu stande. X-fach erlebt. Aber teuer war's immer.

  8. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: TheNX 31.07.20 - 18:42

    McWiesel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Die Berater können sich halt teilweise gut verkaufen. Das fällt vielen
    > IT-Admins enorm schwer Sachverhalte einfach und verständlich präzise auch
    > Unbedarften zu erklären und bisschen interessant rüberzubringen. Nach 3
    > Sätzen philosophieren sie in ihrem Fachchinesisch, was das Management nicht
    > interessiert.

    IT ist nun mal ein komplexes Thema mit entsprechendem Vokabular und Sachverhalten. Das Management redet auch von Stakeholdern, Shareholdern, Cash-Flow usw. usf.

    >Das ist ein Fehler, den ich schon oft beobachtet hab und
    > manche Berater nunmal gleich beim ersten Meeting besser machen (denn die
    > haben das "Verkaufs-Gen").

    Die Berater die ich bisher getroffen habe, sind Schwätzer. Zudem müssen diese auch niemals die Folgen ihrer Inkompetenz ausbaden.

  9. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: McWiesel 31.07.20 - 19:22

    TheNX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > McWiesel schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----

    > IT ist nun mal ein komplexes Thema mit entsprechendem Vokabular und
    > Sachverhalten. Das Management redet auch von Stakeholdern, Shareholdern,
    > Cash-Flow usw. usf.

    Ja, damit sind sie auch kein Deut besser. Wahre Kompetenz ist es komplexe Sachverhalte so runterbrechen zu können, damit es jeder versteht. Egal ob ein Manager mit einem Maschinenführer redet oder der IT-Admin mit dem Management. Da wird sich viel missverstanden.
    Hier habe ich meistens junge Leute erlebt, die das verdammt gut konnten, auch und insbesondere mit den (gerade von Älteren) belächelten Powerpoint-Folien. Sowas sind aber auch heutzutage Ausbildungsinhalte, was jemand vor 40 Jahren niemals gelernt hat. Die Älteren kopieren dann eher widerwillig dutzende Screenshots aus der Sofwaredokumentation in Powerpoint und meinen dann, dass man so das Management von einem IT-Projekt überzeugen kann. Sowas ist nur ein Beispiel aus der Abteilung "selber beigebracht", während Jüngere Präsentationstechniken von Anfang an in Schule, Ausbildung und Studium gezeigt, genutzt und viel Feedback erhalten haben. Und als Hauptpunkt von Anfang an "lebenslanges Lernen" verinnerlicht haben und es gewohnt sind, dass sich insbesondere die IT dauerhaft verändert. Ich bin da auch eher ein Freund von regelmäßigen Schulungen, wo man neue Dinge richtig gezeigt bekommt, statt eigenbrötlerich selbst irgendwas zusammezufrickeln und dabei gar nicht zu merken, was man alles falsch oder besser machen könnte. Sowas ist für mich auch dann kaum eine Referenz.

    Solche Defizite werden nicht dadurch ausgeglichen, dass jemand mal vor 25 Jahren total fit in Turbopascal war. Die dabei gesammelten Erfahrungen nutzen heutzutage fast nichts mehr, sondern verleiten höchstens noch dazu aktuelle Problem mit alten Strukturen lösen zu wollen.


    > Die Berater die ich bisher getroffen habe, sind Schwätzer. Zudem müssen
    > diese auch niemals die Folgen ihrer Inkompetenz ausbaden.

    Ja, da gibt es halt auch viel Spreu zwischen den Weizen. Die wenigen wirklich guten Leuten arbeiten halt möglichst gleichzeitig an echten IT-Themen und haben gleichzeitig aber auch stets Kundenkontakt gehabt. Viele Berater sind tatsächlich eher Verkäufer, die bei der kleinsten technischen Rückfrage statt direkt zu antworten bestenfalls versuchen sich mit rhetorischen Tricks sich rauszureden. Das stimmt genauso.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 31.07.20 19:28 durch McWiesel.

  10. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: TheNX 31.07.20 - 19:46

    McWiesel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > TheNX schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > McWiesel schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------

    > Ja, damit sind sie auch kein Deut besser. Wahre Kompetenz ist es komplexe
    > Sachverhalte so runterbrechen zu können, damit es jeder versteht. Egal ob
    > ein Manager mit einem Maschinenführer redet oder der IT-Admin mit dem
    > Management. Da wird sich viel missverstanden.

    Auch hier gibt es Grenzen, ein Server heißt z.B. nun mal Server. Wie soll man da anfangen, wenn schon die Funktion eines Servers jedes Mal wieder vergessen wird, obwohl schon in zig Meetings vorher erklärt. Was ist hier die Erwartungshaltung? In 1h Meeting das Management/Kollegium von blutigstem DAU auf "versteht einigermaßen, was gemeint ist und was vor sich geht" hochschulen und nebenbei das eigentliche Thema präsentieren?

    Das eigentliche Interessante. Gerade in KMUs versteht das Management/Kollegium sehr wohl mindestens die Basics dessen was das eigene Unternehmen produziert oder als Dienstleistung anbietet. Aber sobald IT ins Spiel kommt ist das nur komplizierter, übel notwendiger Mist, man muss nicht mal das kleinste Grundvokabular wie Client, Server, Dateianhang, Virus usw. kennen. Da hast du einfach keine Chance, irgendwie sinnvoll was zu vermitteln.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 31.07.20 19:48 durch TheNX.

  11. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: Gokux 31.07.20 - 21:30

    TheNX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------


    > Auch hier gibt es Grenzen, ein Server heißt z.B. nun mal Server.
    Nenns halt Zentralcomputer. Verrät schon ohne Wissen laienhaft die Funktion.

    > nicht mal das kleinste Grundvokabular wie Client, Server, Dateianhang,
    > Virus usw. kennen. Da hast du einfach keine Chance, irgendwie sinnvoll was
    > zu vermitteln.
    Die Frage ist dann, ob du an diesem Meeting diese Dinger überhaupt vermitteln musst?
    Nutzen (aus operativer Sicht), Kosten, Risiko (aus operativer Sicht) ist da eher "spannend".

  12. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: Eheran 31.07.20 - 21:47

    Tatsächlich kann man es dem Vorgesetzen mit taktischem Geschick auch schmackhaft machen. Aber das ist dann schon durchaus auch eine Meta-Ebene, die man nicht beherrschen/sehen muss.
    Wenn der Vorgesetzte das Gefühl hat, das ER was ganz tolles macht, dann passt es. So ein bisschen Inception :)

  13. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: Eheran 31.07.20 - 21:52

    >Nutzen (aus operativer Sicht), Kosten, Risiko (aus operativer Sicht) ist da eher "spannend".
    Eben. Was interessiert die irgendwas mit Viren? Wenn du aber einfach sagst: Ohne X besteht Risiko Y dass Schaden Z eintritt... alles klar, damit kann man rechnen. Da muss man nichts technisches verstehen. Ist wurscht ob der Virus durch Schwachstelle A oder B oder sonstwie rein kommt oder dass er so und so den Schaden anrichtet. Beim Autounfall reden auch niemand über die Profiltiefe sondern "totalschaden" oder "5000¤ Werkstattkosten" usw.

  14. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: Westerwald 31.07.20 - 22:00

    Die Berater wollen auf Teufel komm raus, einen Auftrag. Das ist ihr Geschäft, damit verdienen sie ihren Lebensunterhalt. Selber mal extern mit einem Rollout beauftragt, habe ich einem Manager gesagt, dass die eigene IT-Abteilung das viel besser hingekriegt hätte (wegen Insiderwissen). Den Job war ich am nächsten Tag los. Aber passte schon.
    Berater haben zumindest die Absicht die Wünsche des Management erfüllen zu wollen. Als Sysadmin habe ich dagegen die Wünsche des Management frecherweise hinterfragt und Nutzen und Aufwand gegeneinander abgewogen. Im Grunde habe ich meinem Chef damit gesagt, seine Idee ist Scheiße oder alternativ, ich, die eigene IT kann das nicht. Dass der Chef dann lieber einen Externen nimmt, ist doch klar. Trotz regelmäßiger Meetings, aber IT und Management in jeweils eigenen, war kein Verständnis für die Möglichkeiten und kein Vertrauen in die Expertise vorhanden. Beidseitig. Klar, dass das dann nicht klappt.

  15. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: amagol 31.07.20 - 22:04

    Gokux schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Auch hier gibt es Grenzen, ein Server heißt z.B. nun mal Server.
    > Nenns halt Zentralcomputer. Verrät schon ohne Wissen laienhaft die
    > Funktion.

    Hm, bei Zentralcomputer wuerde ich eher an Mainframe denken.

    Und Server muss man immer kontextabhaengig definieren:
    Ist ein Web-Server ein Computer mit viel IO-Bandbreite, eine Software wie Apache, oder www.meinefirma.de?

  16. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: TheNX 31.07.20 - 22:09

    Das ist völlig egal, ob ich das Ding Zentralcomputer, Server oder sonstwie nenne. Es geht um die Konzepte, die dahinter stehen.

    Die entscheiden eben darum, warum IT-Technik so und so ausgebaut sein muss und halt ihren Preis hat. Eben alles was operativen Nutzen, operatives Risiko und operative Kosten betrifft. Dann kommen halt auch wirklich immer mal Kommentare wie: "Warum ist das so teuer, ich hab neulich bei *Elektronikmarkt* nen Laptop im Angebot für 300¤ gesehen."

    Ich habe nicht den Eindruck, dass ihr da aus der Praxis kommt.

    Wahrscheinlich würdet ihr sogar sagen, dass doch der 300¤ Laptop aus obigem Beispiel gut ist, wenn dieser den Job erledigt. Das spätestens nach 6 Monaten die ersten billig Laptops Macken entwickeln und anfangen intensiv Support zu verursachen, dies kein Spaß mehr ist, wenn es gleich mindestens ein Dutzend Laptops betrifft, inkl. besonders beschissenem Consumer-Service, sieht keiner. Schirmt ja alles der Sysadmin ab. Den kann man dann nerven, anmeckern, anbrüllen, anschwärzen, wenn die Laptops Mist sind und der Support des Hardwareherstellers es nicht auf die Reihe bekommt. Ganz abgesehen davon, dass man eigentlich besseres zu tun hat, als sich mit angesäuerten Kollegen, defekten Laptops und Support sowohl in Richtung des Nutzers, als auch des Hardwareherstellers, herumzuärgern.

    Die übliche Geschäftsführung sieht dann nur, toll billige Laptops bekommen, Geld gespart und der Sysadmin macht ab 6 Monaten nach Anschaffung schlechte Arbeit, weil die Teile Mucken machen, weil die ja am Anfang liefen und bei der Geschäftsführung zuhause ja der private Laptop von Hersteller X *perfekt* läuft, was dann zu 99% ein superleichtes und superdünnes, sowie prestigeträchtiges Business-Gerät des jeweiligen Herstellers ist.

    Ich kann da noch genug solcher Beispiele liefern und das wird auch jeder andere Admin eines KMUs machen können.

  17. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: Gokux 31.07.20 - 23:26

    TheNX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Wahrscheinlich würdet ihr sogar sagen, dass doch der 300¤ Laptop aus obigem
    > Beispiel gut ist, wenn dieser den Job erledigt. Das spätestens nach 6
    > Monaten die ersten billig Laptops Macken entwickeln und anfangen intensiv
    > Support zu verursachen, dies kein Spaß mehr ist, wenn es gleich mindestens
    > ein Dutzend Laptops betrifft, inkl. besonders beschissenem
    > Consumer-Service, sieht keiner. Schirmt ja alles der Sysadmin ab. Den kann
    > man dann nerven, anmeckern, anbrüllen, anschwärzen, wenn die Laptops Mist
    > sind und der Support des Hardwareherstellers es nicht auf die Reihe
    > bekommt. Ganz abgesehen davon, dass man eigentlich besseres zu tun hat, als
    > sich mit angesäuerten Kollegen, defekten Laptops und Support sowohl in
    Also operatives Risiko und Nutzen nahezu 0 bei einem Laptop mehr auszugeben :P
    Wenn du sagst das *Namewichtigersoftware* braucht etwas mehr Leistung und der Bildschirm sollte bei etwas Licht noch sichtbar sein, kommt das sicher schon besser an.

    Nicht falsch verstehen, ich bin ja nicht gegen deine Absichten und natürlich wär alles einfacher wenn ein paar Begriffe überall verstanden werden. Aber manchmal muss man in Meetings mit einer "Waffe" auftauchen und nicht mit einer Explosionszeichnung selbiger.

    Davon unabhängig vom Thema hält billige Hardware IMHO genau so gut wie teure.

  18. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: TheNX 01.08.20 - 00:20

    Gokux schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Also operatives Risiko und Nutzen nahezu 0 bei einem Laptop mehr auszugeben
    > :P
    > Wenn du sagst das *Namewichtigersoftware* braucht etwas mehr Leistung und
    > der Bildschirm sollte bei etwas Licht noch sichtbar sein, kommt das sicher
    > schon besser an.

    Wenn du ein Management hast, dass bei IT nur aufs Geld schielt und zwar nur darauf, dann hast du als Sysadmin keine Chance, egal wie fundiert deine Argumente sind.

    > Nicht falsch verstehen, ich bin ja nicht gegen deine Absichten und
    > natürlich wär alles einfacher wenn ein paar Begriffe überall verstanden
    > werden. Aber manchmal muss man in Meetings mit einer "Waffe" auftauchen und
    > nicht mit einer Explosionszeichnung selbiger.

    Siehe oben, ich weiß schon, wie man sehr gute Argumente für etwas findet. Nur wenn du Management hast, dass IT nur als übel notwendige Geldvernichtungsmaschine sieht, keine Chance. Und solche Managements sind mir in KMU oft begegnet.

    > Davon unabhängig vom Thema hält billige Hardware IMHO genau so gut wie
    > teure.

    Bei den einigen Dutzend Laptops die ich im Moment betreue, kann ich dir versichern, dass billige Laptops NICHT genau so gut halten wie teure, wobei die Trennlinie bei allen Herstellern, ganz Klar Consumer und Business-Serien sind. Klar, hatte auch schon Montagsmodelle bei den Business-Geräten, die wurden aber mehr oder weniger anstandslos repariert oder getauscht.

    Bei Monitoren, Desktops usw. sind wir, was die Haltbarkeit angeht, gerne d'accord.

  19. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: GodsBoss 01.08.20 - 08:58

    > Ganz ehrlich, wenn ich solche Gespräche von alten Hasen hören, dann merk
    > ich relativ oft, wie immer noch in alten Strukturen gedacht wird. Die
    > wenigsten schaffen es ihre IT-Sicht mit der Welt weiterzuentwickeln. Von
    > irgendwelchen Mainframe-Strukturen oder Bandlaufwerken will ich heutzutage
    > einfach nichts mehr hören! Doch da schwelgen sie in Erinnerungen wie es
    > denn mit Lochkarten war... *gähn* ... aber mal drüber nachdenken, wie
    > sinnvoll es ist heutzutage Mitarbeitern immer noch den privaten
    > Internetzugang in der Firma zu sperren, daran wird nicht gedacht.

    Ich weiß nicht. Meine Erfahrung ist eher, dass es auf die Persönlichkeit ankommt. Es gibt Leute, die mit Ende 40 und älter noch neue Sachen lernen wollen, andere fühlen sich mit 25 schon "ausgelernt".

    > Da ist mir ein gut ausgebildeter junger IT-Admin, der weiß was er tut,
    > wesentlich lieber als ein "alter Hase", der das nie richtig mal gelernt,
    > sondern alles nur sich selbst beigebracht (und damit oft zusammengebastelt)
    > hat.

    Aus meiner Sicht ein zweischneidiges Schwert. Es gibt Autodidakten, die Kram irgendwie zusammen pfriemeln, "dass es läuft", es gibt aber auch andere, die sich wirklich mit Sachen beschäftigen, die Konzepte dahinter verinnerlichen und saubere Lösungen erarbeiten. Bei Leuten, die etwas "mal gelernt" haben, ist es ähnlich. Mit der Zeit ändern sich Vorgehensweisen und Verfahren, wenn die dann nicht dazulernen, werden da auch nur veraltete Lösungen erarbeitet.

    > Gerade in der IT gibt es nunmal harte Brüche, sodass die gesamte Erfahrung
    > aus 15 Jahren von heute auf Morgen nunmal absolut wertlos ist. Heute muss
    > man nicht mehr wissen, was der "High Memory" ist und wie man ein
    > IRQ-Konflikt löst. Das ist kein Handwerksberuf, der tatsächlich aus
    > jahrelanger Erfahrug schöpfen kann, weil die meisten Dinge gleich bleiben.
    > Es geht viel mehr darum möglichst schnell aktuelle Themen zu
    > verinnerlichen.

    Wenn die "gesame Erfahrung" wertlos wurde, muss man schon hart spezialisiert gewesen sein. Ja, mein (eher mageres) Wissen über Token-Ring-Netzwerke oder IPX ist inzwischen nutzlos, aber Technologien wie TCP/IP, DNS und andere existieren seit Jahrzehnten und es gibt durchaus Veränderungen, aber nicht in "hart". Bei Linux wird das Init-System geändert, aber davon bleibt das Wissen zur Konfiguration der einzelnen Dienste selbst unberührt. Die wiederum erfahren zu anderen Zeiten Änderungen oder man wechselt die verwendete Software. Dass alles auf einen Schlag nutzlos wird, ist sehr ungewöhnlich. Mal abgesehen davon, dass Wissen wie "Dinge sollten vernünftig benannt werden" und "Das sollte dokumentiert werden" (ja, auch das ist beides Wissen) zeitlos ist und keinesfalls vom Alter abhängt.

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.

  20. Re: Ein Generalist durch und durch

    Autor: SM 01.08.20 - 10:51

    Geht mir genauso. Ich habe auch so zwei "alte Hasen" im Team, die sich so ziemlich gegen alles Neue sperren. Da wird weiterhin fröhlich im Wasserfall-Modell Projektarbeit betrieben, Cloud-Technologien verteufelt und Punkt 16:30 Uhr der Bleistift fallen gelassen. Das sind dann aber auch meist die Leute die bei einer Umstrukturierung als Erste ihren Hut nehmen müssen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.08.20 10:56 durch SM.

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