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Die mangelnde Wertschätzung...
Autor: Brian Kernighan 29.07.22 - 14:28
ist definitiv ein Thema - viele Leute können sich unter "Admintätigkeiten" oder "IT Betrieb" wenig vorstellen und da die Leute oft als so eine Art Computerhausmeister angesehen werden ist die Bezahlung meist nicht adäquat. Ein sechsstelliges Jahresgehalt ist auch nach vielen Berufsjahren eher eine Seltenheit.
Aber der Job an sich ist echt spannend und vielfältig, ich glaube ich würde nichts anderes machen wollen. Ein Einzelkämpfer in einer 100-Mann-Klitsche würde ich auch nicht sein wollen, aber in einem guten Team in einer großen Firma oder einem IT Dienstleister der extern beauftragt wird kann das schon ne coole Sache sein, wenn einem die Tätigkeit liegt.
Es kommt halt wie immer aufs Umfeld an: Kollegen, Chefs, Unternehmen bei denen man gerne arbeiten will. Das ist auch in anderen Berufen wichtig. Und die Tätigkeit muss passen.
Rufbereitschaft hat man in unserem Beruf notwendigerweise meist. Aber solange das ordentlich vergütet wird und auf mehrere Schultern verteilt ist das machbar. Wer das gar nicht will sollte doch einen anderen Job wählen. -
Re: Die mangelnde Wertschätzung...
Autor: Haukeeee 29.07.22 - 16:31
Die Wertschätzung gibt es ja nicht einmal unter ITlern selbst.
Der ewige Kampf Unten gegen Oben, Unten natürlich die Infrastruktur, Oben die Anwendungsentwickler. Wenn jemand von Infrastruktur zu Anwendungsentwickler wechselt ist es natürlich ein "Aufstieg".
Aber wehe irgendwas fällt Mal aus, dann ist das Geheule groß. Hinterher ein Dankeschön? Natürlich nicht.
Und wer trägt die Verantwortung für alle Systeme, darf sich mit Audits, DSGVO, Betriebsrat, Praktikanten und sonstige Pflichten rumschlagen? Natürlich "Unten". -
Re: Die mangelnde Wertschätzung...
Autor: John2k 29.07.22 - 23:58
Haukeeee schrieb:
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> Die Wertschätzung gibt es ja nicht einmal unter ITlern selbst.
> Der ewige Kampf Unten gegen Oben, Unten natürlich die Infrastruktur, Oben
> die Anwendungsentwickler. Wenn jemand von Infrastruktur zu
> Anwendungsentwickler wechselt ist es natürlich ein "Aufstieg".
> Aber wehe irgendwas fällt Mal aus, dann ist das Geheule groß. Hinterher ein
> Dankeschön? Natürlich nicht.
> Und wer trägt die Verantwortung für alle Systeme, darf sich mit Audits,
> DSGVO, Betriebsrat, Praktikanten und sonstige Pflichten rumschlagen?
> Natürlich "Unten".
Da hast du irgendwo recht. Was nützt die beste Infrastruktur, wenn es keine User gibt die arbeiten können, weil kein Supporttrupp vorhanden ist, der die Anwender überhaupt befähigt in die Infrastruktur hineinzukommen. Umgekehrt natürlich genauso und bei anderen Abteilungen.
Leider sind auch oft die Bezahlungen auch an diesen klassischen Denkmustern verankert. -
...hast Du nicht nur in der IT(-Abteilung).
Autor: Sybok 30.07.22 - 08:26
Ich bin seit 16 Jahren im Testing beheimatet, und noch immer stoße ich ständig auf die Meinung: "Das ist doch nur ein wenig rumgeklicke!"
Wenn die Leute dann aus irgendwelchen Gründen mal selbst mit der Komplexität der Tests, der Testeinrichtung und der notwendigen Fehleranalyse vor dem Bugreporting konfrontiert werden und begreifen wieviel Aufwand dahinter steckt, ist meistens ganz schnell Ruhe... -
Re: Die mangelnde Wertschätzung...
Autor: Brian Kernighan 30.07.22 - 11:42
Haukeeee schrieb:
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> Die Wertschätzung gibt es ja nicht einmal unter ITlern selbst.
> Der ewige Kampf Unten gegen Oben, Unten natürlich die Infrastruktur, Oben
> die Anwendungsentwickler. Wenn jemand von Infrastruktur zu
> Anwendungsentwickler wechselt ist es natürlich ein "Aufstieg".
Warum ist Infrastruktur "unten"? Aus sicht des OSI Schichtmodells? Oder denkst Du da von den Anforderungen her?
Ich sehe Entwicklertätigkeiten nicht irgendwie höherwertig an als Betriebstätigkeiten. Ich stelle sogar fest, dass die meisten Entwickler denen ich begegne erschreckend wenig technisches Verständnis haben wie IT Systeme im allgemeinen und die Laufzeitumgebung in der ihre Software läuft im speziellen funktioniert.
Es gibt hier wie da gute und schlechte Leute und anspruchsvolle wie wenig anspruchsvolle Tätigkeiten.
Ist vergleichbar mit dem Medizinsektor. Der Admin ist Arzt, Notarzt oder Rettungssani (muss im Notfall einfache Probleme lösen oder welche die viel Hintergrundwissen erfordern, und muss auch regelmäßige "Vorsorgeuntersuchungen" machen und Probleme im Vorfeld erkennen und mitigieren).
Der Entwickler ist Pharmazeut und das geht vom Apotheker der im Wesentlichen Nasenspray verkauft bis zum Entwickler neuer Medikamente.



