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Habe mich auch vor einiger Zeit von der IT verabschiedet.

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  1. Habe mich auch vor einiger Zeit von der IT verabschiedet.

    Autor: KnutRider 29.07.22 - 13:39

    Vermutlich "klassischer" Weg, Realschule, 16 Jahre. Ausbildung zum IT Systemelektroniker, dann etwas etwa gearbeitet und mit ~21 entschieden das es mehr sein sollte als nur Rechner von A nach B schleppen, Netzwerkkabel ziehen und einrichten usw und mich für ein IT Studium entschieden. Mit 25 dann durch gewesen und schnell einen vermeintlich guten Job bei der IT einer Bank gefunden.

    Am Anfang hat man noch vieles durch die rosa Brille gesehen, es hat Spaß gemacht, hat sich nebenher in der Freizeit wie eh und je mit IT beschäftigt und Wissen angeeignet. Klar war es stressig, aber ich ging davon aus das man sich dran gewöhnt.
    Irgendwann bemerkte ich das ich irgendwie eine 24h Erreichbarkeit hatte - oder eher gesagt meine Partnerin.

    Ich versuchte mich tatsächlich etwas "unerreichbarer" zu machen. Dann kündigte sich Nachwuchs an. Ich merkte schon innerlich das ich mich fragte wie ich beides unter einen Hut bekommen sollte.
    Schließlich kam es zu diversen Schlüsselerlebnissen.

    Die Geburt unseres Kindes stand an, die Fruchtblase war am Donnerstag geplatzt, die Geburt zog sich aber durch Komplikationen bis zum Sonntag Nacht.
    Als es endlich da war, zum Glück alle gesund und munter, hatte ich ein paar Kollegen informiert.
    Wir waren noch im Krankenhaus, rief mein Vorgesetzter Montag morgen an und ich dachte er würde erstmal gratulieren. Stattdessen wurde gesagt "Nun, ihr Kind ist ja jetzt da, dann können Sie ja morgen wieder anfangen, die Deadline für das Projekt muss eingehalten werden."

    Zähneknirschend und weil mein Sonderurlaub ja vorbei war bin ich also angetreten, auch wenn ich meine Partnerin eigentlich so nicht "allein" lassen wollte. Aber sie hatte mir versichert das alles okay ist.

    Dann hatte ich eigentlich 2 Wochen Elternzeit nehmen wollen. Wäre aber in meiner Position nicht möglich, "ihre Frau ist doch da"...

    Im Verlauf des Jahres gab es dann noch andere Dinge wie das ich doch jetzt nicht kindkrank nehmen könne, wozu ist die Mutter denn da, das selbst am Wochenende wo andere Kollegen Notdienst hatten ich angerufen wurde.

    Im Endeffekt hab ich mit meiner Partnerin geredet, nicht nur einmal. Ich habe dann letztlich die Reißleine mit 32 gezogen, da ich es auch bei Freunden und Bekannten aus der Ausbildung/Studium gesehen habe, wie diese (auch) heruntergewirtschaftet wurden.

    Ich habe mich dann vollkommen umorientiert und habe Soziale Arbeit studiert. Seit 3 Jahren Sozialarbeiter. Es ist natürlich ein finanzieller Einschnitt im Vergleich zu vorher aber ich habe mehr vom Leben, von meiner Familie, von Freunde, bin ausgeglichener und mit das Wichtigste: die Arbeit erfüllt mich und ich gehe gerne hin.

    Bei einem Freund aus dem Studium, welcher weiterhin in der IT ist, sind wir jetzt bereits beim Herzschrittmacher...

  2. Re: Habe mich auch vor einiger Zeit von der IT verabschiedet.

    Autor: ElMario 29.07.22 - 14:12

    Alternativ mal an Selbsständigkeit gedacht ?
    Gut, muss man sich Anfangs ziemlich reinknien. Oder es läuft einfach.

    Dann Firmen ordentlich aufbauen und ausrüsten = kaum Arbeit und es spricht sich rum.

    Nur noch bei außergewönhlichen Vorkommnissen raus.
    Rest, wenn überhaupt, telefonisch oder per Fernwartung.

    So viel Freizeit, so viel Geld, kein Chef der "meckert" oder drängelt.
    Wartungsverträge sind ein netter Bonus, wenn man nicht zu gierig wird.

    Gut, es gibt auch mal schwierige Kunden, aber die kann man sich ja aussuchen oder besänftigen. ;D
    Nach 5-10 Jahren läuft es oder eben auch nicht.

    Einen Versuch ist es aber immer Wert, wenn man weiß was man kann und nicht gerade ein Kind bekommen hat.

    Dann kann man sich nebenbei sogar auch um Onkel Heinz oder Oma Friedas PC kümmern. ;)

  3. Re: Habe mich auch vor einiger Zeit von der IT verabschiedet.

    Autor: nightmar17 29.07.22 - 14:18

    Blöde Frage, aber nicht mal daran gedacht die Firma zu wechseln?
    Ich bin aktuell Admin und kann mir nichts anderes vorstellen (aktuell).
    Erreichbar bin ich nur, wenn ich will. Nach 17 Uhr ruft mich aber auch keiner mehr an.
    Obwohl ich ein Diensthandy habe, bekomme ich nur 2-3 Anrufe nach Feierabend oder am Wochenende und das pro Jahr.
    An den letzten Fall kann ich mich erinnern, weil wir weg fahren wollen und eine Abteilung am Samstag nicht arbeiten konnte.
    Also fix in die Firma und geguckt was los ist. 40 Minuten später war ich wieder zuhause. Das war jetzt vor 3 Monaten.

    Urlaub und Überstunden abfeiern ist auch gar kein Problem.
    40h Woche Real 38-42h, je nachdem was so los ist, bauen sich Stunden auf, aber gerade im Sommer gehe ich dann früher, damit ich noch was von der Sonne habe.
    Dank Gleitzeit sowieso kein Problem.

  4. Re: Habe mich auch vor einiger Zeit von der IT verabschiedet.

    Autor: Truster 29.07.22 - 15:04

    ich habe nicht mal mehr ein Firmenhandy. Nach der Arbeitszeit werden auch keine E-Mails mehr im Transport durchgelassen. und das in einem Enterprise mit 5k Mitarbeiter. Geht alles.

    Verifizierter Top 500 Poster!

    Signatur von quineloe geklaut!

    Signatur von Gunslinger Gary geraubmordkopiert!0

    Special thanks to Muhaha, the Raubmordneonazi-Modder

  5. Re: Habe mich auch vor einiger Zeit von der IT verabschiedet.

    Autor: berritorre 29.07.22 - 15:27

    Du bist aber vermutlich auch nicht der einzige da, oder? ;-)

  6. Re: Habe mich auch vor einiger Zeit von der IT verabschiedet.

    Autor: luke93 29.07.22 - 15:27

    "das ich doch jetzt nicht kindkrank nehmen könne, wozu ist die Mutter denn da"

    Nach so einem Spruch hätte ich direkt die Kündigung verfasst.

  7. Re: Habe mich auch vor einiger Zeit von der IT verabschiedet.

    Autor: OPD 29.07.22 - 16:51

    Ich schreibe jetzt mal was. Nie wieder Feuerwehr spielen wenn jemand meint es raucht oder brennt, obwohl nur der Netzstecker beim Putzen locker war. Vor 3 Jahren Herzinfarkt. Viel Zeit zum nachdenken. Job gewechselt ins kaufmännische mit fast dem gleichen Gehalt. Home Office. 9-5, 37,5 H/W. Nie wieder IT. Leben ist wichtiger!!!

  8. Re: Habe mich auch vor einiger Zeit von der IT verabschiedet.

    Autor: hevilp 29.07.22 - 20:10

    Man kann eine Grenze auch vor dem zugrunde gehen der Gesundheit setzen. Das erfordert aber eine aufgeklärtheit über einen selbst.

    Leute die erst einen Schlaganfall oder Herzinfarkt haben müssen, um ihr Leben und damit ihre Arbeitsstelle zu überdenken, gibt es mehr, als die die das sind und eine Grenze ziehen und sagen Stopp.

    Das Beispiel mit Kindkrank ist wunderbar oder Elternzeit. Das ist nichts was zu diskutieren gilt, ist es korrekt eingereicht oder gerechtfertigt, gibt es kein haltbares Nein.

  9. Re: Habe mich auch vor einiger Zeit von der IT verabschiedet.

    Autor: JouMxyzptlk 29.07.22 - 20:15

    Du hast wirklich Pech gehabt mit deinem (oder deinen) Arbeitgeber! Es gibt aus andere Verläufe in der IT, auch als Administrator. Hauptsache es geht dir gut!

  10. Re: Habe mich auch vor einiger Zeit von der IT verabschiedet.

    Autor: norinofu 29.07.22 - 22:28

    Da hast du mit deinem Arbeitgeber wirklich ins Klo gegriffen.
    Ich ab ebenso klassisch angefangen und in Ausbildungsbetrieb dann weiter gemacht. Server, Storage, Rechenzentrum. Rufbereitschaft und Wartungswochenenden.
    Mir war aber immer klar, das wird es nicht ewig sein. Also geschaut in die Migrationsprojekte zu kommen. Wochenenden und die eine oder andere Nachtschicht blieben zwar aber es war planbar und nicht überraschend wie die Rufbereitschaft wenn HP einem Nachts um 3 mitgeteilt hat, dass im hochredundanten Storagesystem ne Platte kaputt ist und man die gerne tauschen würde. Hätte auch während der Bürozeit gereicht, dazu ist das Ding hochredundant.
    Es gab ein Zeitkonto, für Bereitschaft, Wochenende und Nacht gab es Zeitboni. und Ausgleich war in gewissem Rahmen immer möglich, beim Hausbau und mit der jungen Familie perfekt. Auszahlungsoption war auch ganz hilfreich. Irgendwann im Presales gelandet und das war dann garnix für mich. Kunden wurden immer größer und internationaler, da kam Freitags dann der Anruf vom Engager wir treffen uns Montag um 9 im Hotel XY für 3 Tage um die Ausschreibung zu bearbeiten. Hab dann zu nem Wettbewerber gewechselt und nix bereut. Bis zum Vorstand ein ehrliches Du. Zwar kein Zeitkonto mehr aber nach dem Motto mir ist egal wann und wo du arbeitest Hauptsche das Ergebnis stimmt. Wenn die Kids mal krank sind und die Frau arbeiten muss ruf ich meinen Chef an, sag ich bin nen halben Tag offline, Termine werden geschoben und keiner meckert.

  11. Re: Habe mich auch vor einiger Zeit von der IT verabschiedet.

    Autor: Sybok 30.07.22 - 06:55

    luke93 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "das ich doch jetzt nicht kindkrank nehmen könne, wozu ist die Mutter denn
    > da"
    >
    > Nach so einem Spruch hätte ich direkt die Kündigung verfasst.

    Richtig.

  12. Geschichten aus dem Paulanergarten

    Autor: Nicestorybro 07.09.22 - 09:54

    KnutRider schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vermutlich "klassischer" Weg, Realschule, 16 Jahre. Ausbildung zum IT
    > Systemelektroniker, dann etwas etwa gearbeitet und mit ~21 entschieden das
    > es mehr sein sollte als nur Rechner von A nach B schleppen, Netzwerkkabel
    > ziehen und einrichten usw und mich für ein IT Studium entschieden. Mit 25
    > dann durch gewesen und schnell einen vermeintlich guten Job bei der IT
    > einer Bank gefunden.
    Ah, mit 21 Jahren schnell Abitur nachgeholt und studiert und mit 25 Jahren fertig gewesen. Abitur und abgeschlossenes IT-Studium in vier Jahren.

    > Dann hatte ich eigentlich 2 Wochen Elternzeit nehmen wollen. Wäre aber in
    > meiner Position nicht möglich, "ihre Frau ist doch da"...
    Märchenstunde. Man teilt dem Arbeitgeber mit wann mit in Elternzeit geht und gut ist. Der Arbeitgeber hat da kein Wort mitzureden. Es besteht außerdem ein besonderer Kündigungsschutz.

    > Ich habe mich dann vollkommen umorientiert und habe Soziale Arbeit
    > studiert. Seit 3 Jahren Sozialarbeiter. Es ist natürlich ein finanzieller
    > Einschnitt im Vergleich zu vorher aber ich habe mehr vom Leben, von meiner
    > Familie, von Freunde, bin ausgeglichener und mit das Wichtigste: die Arbeit
    > erfüllt mich und ich gehe gerne hin.
    Mit Schichtdiensten und Wochenendarbeit bei deutlich schlechterer Bezahlung am Rande der Gesellschaft. Ist klar.

    > Bei einem Freund aus dem Studium, welcher weiterhin in der IT ist, sind wir
    > jetzt bereits beim Herzschrittmacher...
    Geschichten aus dem Paulanergarten.

  13. Re: Geschichten aus dem Paulanergarten

    Autor: JouMxyzptlk 07.09.22 - 15:38

    So richtig schön gut von oben herab Kluggeschissen.

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